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Central-Verein-Zeitung · 1937-08-26 · 34 (26.8.1937) · page 5

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
16 (1937)
Issue
34 (26.8.1937)
Date
1937-08-26
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Maler und Musiker Ludwig Goldscheider; Fünfhundert Selbstporträts von der Antike bis zur Gegenwart. Phaidon-Verlag, Wien 1936. Derartige Sonderdareteilungen nach inhaltlichen Gesichtspunkten können eine Bereicherung und Vertiefung des Gesamtbildes geben, können überraschende Zusammenhänge und Beziehungen bei Distanzen von Zeit und Raum offenbaren. Voraussetzung ist die sorgfältige Wahl und Zusammenstellung, die hier mühevoll und kenntnisreich Ludwig Goldsoheider besorgt hat. Eine eingehende Einleitung, Beischriften und Literaturangaben geben Anweisungen zur weiteren Orientierung. -—Der entwickelungsgeechichtll!l!llll!l!niini!l!!IlllilIi!!!!!I[|!I!l!!I!!i[ill!i!!niIIlII!!i!lll!!IIIII!l!!liH!l! ^Judijche QeiftaÜens PER BuoTnOEN KUNST Judith am mittleren Westportal des Strassburger Münsters gegen Ende des 13. Jahrhunderts liehe Ablauf der künstlerischen Darstellung im allgemeinen lässt sich an diesem Sondergebiet demonstrieren, das Problem des Portraits wird bezüglich Formengebung und Ausdrucksgehalt vielseitig beleuchtet. — Das Buch ist für einen weiten Kreis gedacht. Auch der Laie hat Interesse für den Künstlerkopf, dem er die Verpflichtung zuschreibt, einen ideellen physiognomiechen Habitus zu repräsentieren. Und besonders von . der Selbstdarstellung des Künstlers erwartet man ein Selbstbekenntnis. Tatsächlich lässt eich aus jedem Bild herauslesen, welche Stellung sich der Künstler gibt, in sozialer Beziehung, ob er als Gentleman oder Arbeiter, als Mann der Oeffentiichkeit, der Familie, des Berafs gesehen eein will, ob er der Augenmensch, der Beobachtende oder der nach Innen gerichtete Träumer ist, ob er mit Selbstbewusstsei'n und Eitelkeit den Künstlertyp herauskehrt oder sich in der indifferenten Maske des internationalen, höheren Bürgers gibt. Gross ist die Spannweite zwischen der Karrikatur oder der naturalistischen Studie, die Formen- und Ausdrucksproblemen nachgeht, und dem typisierenden Selbstbildnis, das gleichsam eine Bilanz des Lebens zieht, Wunschbild im tiefsten Sinne ist. — Neben den reinen Selbstportraits stehen die auch kulturgeschichtlich besonders aufschlussreichen Assistenzportraits: der Künstler stellt sich dar als eine Nebenfigur neben vielen anderen im Rahmen einer mehrfigurigen Szene. Auch hier ist die Spannweite gross von der streng religiösen bis zur profanen Volksszene. — Die Bilder sprechen für skh ohne Erklärung für den, der zu sehen versteht. Für die mustergültige Wiedergabe in moderner Kupfertiefdrucktechnik bürgt der Name des Verlages. Hans Tietze: Tizian. Phaidon-Verlag, Wien 1937. 350 Abbildungen nach Gemälden und Zeichnungen von Tizian hat Hans Tietze kritisch ausgewählt, mit einem ausführlichen Katalog und einer kurzen vorzüglichen Einleitung begleitet. — Aus der Gesamtanschauung der Formengeschichte, aus dem Verständnis der kultur- und geistesgeschiehtlichen Zusammenhänge wird die Einzelpersönlichkeit entwickelt, über dessen Leben die authentischen Quellen nur sehr spärlich fliessen. ■— Der Autor schildert die weite Auswirkung des historisch bedeutsamen Mannes, durch den der Begriff Kunst erst in unserem heutigen Sinne — als Teilerscheinung der höheren Bildung — geprägt worden ist; er schildert, wie Tizian ganz auf venetianischer Tradition fussend die venezianische Malerei mit der mittelitalienischen verschmilzt, grade als diese auf ihrem Gipfel steht, wie alles Fremde bei Tizian nur das Eigene nährt, dass er der einzigartige Augenkünstler bleibt, der erste reine Maler, mit dem alle späteren Maler bis heute sich auseinandersetzen müssen. Ohne vom Thema abzuweichen, werden grundsätzliche historische und ästhetische Fragen berührt, so dass diese fünf Seiten mehr geben als viele umfangreiche Monographien. Dr. St. Gisella Seiden - Gotb: 25 Briefe Ferrucio Busonis. Herbert Reichner-Verlag, Wien 1937s In einem schmalen Bändchen sind diese Briefe zusammengestellt, die er in seinen letzten t Lebensjahren an eine befreundete Frau geschrieben hat. Eine kurze Einleitung zeichnet den biographischen und menschlichen Hintergrund dieses Briefwechsels, der ein wertvoller Beitrag zum Verständnis einer der bedeutendsten und eigenwilligsten Gestalten der modernen Musik ist und daneben einen durch sein liebevolles Eingehen auf das künstlerische Schaffen kleinerer Begabungen und durch sein hohes menschliches und kulturelles Niveau überaus gewinnenden Musiker zeigt. Paul Stefan: Toscanini. Herbert Reichner-Verlag, Wien 1936. Paul Stefan, dessen Bruno Walter-Buch wir bereits besprachen, kann jetzt schon die zweite Auflage seines Buches über Toscanini vorlegen — ein Zeichen des starken Interesses, das dieses Musikerbuch gefunden hat. Auf die einleitende Studie von Stefan Zweig haben wir schon einmal in diesen Blättern hingewiesen. Paul Stefan löst die schwierige Aufgabe, die Biographie eines Lebenden zu schreiben, mit grossem Geschick und geht auch, von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen, der Peinlichkeit aus dem Wege, der Begeisterung für den Dargestellten zu einseitigen Ausdruck zu geben. Nichts ist so bezeichnend für die Linie, die von Meister Toscanini ein grosses Leben hindurch ohne jede Abweichung in strengem Dienst an der reinen Musik gehalten worden ist, als der Beginn seiner Dirigentenlaufbahn in der berühmten Aida-Vorstellung in Rio de Janeiro, bei der der junge Cellist ohne Probe plötzlich für den Dirigenten einspringt. „Das erste, was am Kapellmeisterpult geschieht, ist ein vernehmliches Zuklappen der Partitur", und es ist, mehr als eine Geste, wenn im gleichen Kapitel berichtet wird, dass Toscanini nur noch einmal als Cellist am Orchesterpult gesessen hat: bei der Uraufführung des „Othello" von Verdi an der Mailänder Scala. Mit einer Fülle von Einzelheiten wird über die Laufbahn Toscaninis, die ihn in der alten und neuen Welt über nahezu alle wichtigen Zentren des Musiklebens geführt hat, berichtet. Die neue Auflage ist um die neueste Station auf diesem Wege, das denkwürdige Gastspiel Toscaninis in Palästina, bereichert. * Eine willkommene Ergänzung ist der gleichzeitig und im gleichen Verlag erschienene Bilderband, der ohne überflüssige Aufstöberung der privaten Sphäre in einer Fülle von Aufnahmen die Gestalt des dirigierenden, musizierenden und arbeitenden Toscanini heraufbeschwört. Am Ende des Bändchens eine Aufnahme aus Palästina; Toscanini unterzeichnet die Ehrenurkunde des ihm gestifteten Orangenhaines. _ F. B. Oskar Koplowitz: Otto Brahm als Theaterkritiker. (Basler Beiträge zur Literatur- und Geistesgeschichte. 3.- Band.) Max Niehans Verlag, Zürich 1936. Otto Brahm ist 18 Jahre lang in Berlin .Theaterdirektor gewesen — er hat 1894—1904 das Deutsche Theater, dann bis zu seinem vor 25 Jahren erfolgten Tode, also bis 1912, das Lessmg-Theater geleitet Wie mancher seiner Vorgänger und Nachfolger ist er von der Literaturwissenschaft zur Bühne gekommen; das theoretische Bindeglied indes und das Fundalängerer Zeit ein grundlegender Umschwung stattgefunden hat, dass Geschichtsforscher wie Heinrich Graetz, Simon Dubnow und Joseph Klausner uns Jesus in einem ganz neuen Licht gezeigt haben, dass Gelehrte und Schriftsteller wie Fritz Bahn, Claude Montefiore und. Edmond Fleg in ihm einen der grössten und edelsten Juden aller Zeiten erblicken. Aber auch sonst haben manche jüdische Kreise die jüdisch-religiöse Auffassung Brunners abgelehnt. Seine scharfe Bekämpfung des Begriffes „persönlicher Gott" wurde als unjüdisch empfunden. Brunner aber ist davon überzeugt, dass seine Kritik im Gegenteil dem Gottesbegriff des Judentums zugute kommt. Für ihn bedeutet der „persönliche Gott" eine schwere Uebertretung des zweiten Sinaiwortes: „Du sollst dir kein Bild machen, noch irgendeine Gestalt". Nach ihm erstreckt sich das Verbot nicht nur auf ein sichtbares Bild, sondern ebenso sehr auf ein Bild i m G e - d a n k e n. Brunner bewegt sich hier in den Bahnen Spinozas, dem er eine leidenschaftliche Verehrung entgegenbringt. Streng unterscheidet Brunner zwischen „jüdischer Religion" und „Geist des Judentums". So unerbittlich er die Sonde der Kritik anlegt an das, was man gemeinhin als „jüdische Religion" bezeichnet, so unsagbar hoch steht ihm „der Geist des Judentums". Was aber versteht er unter dem Geist des Judentums? Es ist nicht die jüdische Sittenlehre. Mag diese noch so erhaben .sein, so ist sie doch nicht ausschliesslicch dem Judentum eigen. Die Ethik der griechischen Philosophen und die des Buddhismus z. B. stehen der jüdischen Sittenlehre ebenbürtig zur Seite. Den Geist des Judentums erblickt Brunner vielmehr in dem Geist der alten jüdischen Propheten, in ihrem mit Mystik durchtränktenGeisr. Und zwar hat sich dieser Geist in zwei mystischen Aussprüchen kundgetan. Der erste Ausspruch lautet: „A d o n a j e c h a d". Es ist ein grosser, gewaltiger mystischer-Gedanke; er spricht die Einheit alles Seienden aus. Aehnlich Adonej zebaoth (in den Psalmen und den Prophetenbüchern), „der Ewige der Heerscharen". Die Heerscharen sind alle Wesen, alle Dinge. Alle Wesenr alle Dinge sind enthalten in dem Einzigen, dem ewig Seienden. Es ist der gleiche Gedanke, den Spinoza mit den Worten ausspricht: „ens constans infinitis attributis", „die Substanz, das ment seiner praktischen Bühnenlaufbahn bildete die Theaterkritik, für die er, zuerst an der „Vossischen Zeitung" und als Berichterstatter der ..Frankfurter Zeitung", später an den beiden Zeitschriften „Die Nation" und „Freie Bühne' während eines ausgedehnten Dezenniums be- —Bei Bt&UdUB Berlin W50 Der grosse Roman-Erfolg 1 Salman Sehneur 1 iteaft ttftttftge i (Leinen M 4.—) | In den jüdischen Buchhandlnngen erhältlich |j müht blieb. Brahms Theaterkritiken haben mehr als ephemere Bedeutung. Oskar Koplowitz, ein junger Literarhistoriker aus der Schule des verstorbenen Schweizer Professors Franz Zinkernagel, ist der Verfasser dieser umfangreichen Schrift. Er ist offenbar viel jünger als die Generation Brahm, auf deren geistige Ahnenschaft er eingangs seines Buches aus der Distanz des Spätgeborenen orientierend hinweist; ja, auch über die mehr oder minder gefesteten inneren_ Zusammenhänge von Brahms Rezensentätigkeit und Brahms Theaterführung vermag Koplowitz nicht aus eigener Erfahrung zu sprechen. Um so anerkennenswerter, dass es .ihm gelingt, die Persönlichkeit des Menschen und Kritikers in ihren mannigfachen Ausstrahlungen lediglich aus dem einschlägigen Material lebendig werden zu lassen. Otto Brahm galt von jeher als Exponent jener europäischen Literaturrichtung, die man als Naturalismus bezeichnet hat. An einer ganzen Reihe von Beispielen weist Koplowitz überzeugend nach, dass sich mit diesem Kennwort, msmamgBm Bei BtäfcäBS Berlin W 50 Der neue Kultur-Roman E m a n u e l W o r l ik ©er Mnenretter Don präg (Leinen M. 3.50) In den jüdischen Buchhandlangen erhältlich das allmählich zum Schlagwort wurde, das Wesen Brahms keineswegs erschöpfen lässt. Wie dieser Feind aller dem Gebiet der Aesthetik entstammenden starren Formeln und Argumente keine einheitlich durchgebildete Kunsttheorie anerkannte, so war für ihn auch der Begriff Naturalismus nichts Feststehendes, kein unerschütterliches Dogma, dem er sich gläubig unterwarf, und er hat sich in seinen Anschauungen vom Drama weder mit den' „konsequenten Naturalisten noch auch nur mit der abgeschwächten Zolaschen „Zauberformel" von dem Kunstwerk, das ein Stück Natur sei, durch ein Temperament gesehen, bedingungslos identifiziert. Bedeutungsvoller jedoch als diese theoretischen Auseinandersetzungen über Brahms Stellung zu den naturalistischen Wesensmerkmalen erscheinen mir die Kapitel der Koplowitzschen Schrift, die sich mit dem kritischen Gesamtwerk und der kritischen Persönlichkeit Wesen, das aus zahllosen Attributen besteht". Der zweite Ausspruch lautet: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst." Auch dies ist ein mystischer Ausspruch: Der Andere, der Nächste, ist eins mit mir selbst. Indem ich den Andern liebe, liebe ich mich selbst; indem ich mich liebe, liebe ich den Andern. Ich bin der Andere, und der Andere ist ich. Der Satz der Nächstenliebe hängt aufs engste mit dem ersten Satz, dem Satz von der Einheit, zusammen; er ist der Folgesatz des ersten. Wer Gott liebt, der kann den Bruder, kann die Schwester nicht hassen. Auf diesen beiden Aussprüchen, lehrt Brunner, dem von der Einheit und dem von der Liebe, beruht die Auserwähltheit des jüdischen Stammes. „Der Geist des Judentums muss auf das höchste verehrt werden von jedem, der das heilige Innere dieses Geistes empfindet." „Judäa hat fühlbar gemacht — und damit ist es wirksamer geworden für die Welt als selbst Helles —, dass es, ausser der ästhetischen Schönheit, auch noch eine heilige Schönheit gibt! Judäa hatte die heiligen Schönen mit dem grossen mystischen Geist der ewigen Liebe, mit dem Feuergeist der Wahrheit, daran alle Gespenster und alle Lügen sterben sollten." Im Talmud (Traktat Sukka 21b) heisst es: „Auch das Alltagsgespräch weiser Menschen bedarf des Studiums." Zu den „Alltagsgesprächen" bedeutender. Menschen gehört auch das, was sie uns aus ihrem Leben berichten. Selbstbiographien besitzen häufig einen unschätzbaren Wert. Auch Constantin Brunner hat uns einen wertvollen Einblick in seine Erlebnisse und in seine geistige Entwicklung vergönnt, und zwar in seinem vor dreizehn Jahren erschienenen Buch „Vom Einsiedler Constantin Alle Ihre Bücher belletristische u. fachwissenschaftliche jeder Art von der Buchhandlung am Zoo Fritz Ring Cfaarlotfenburg, Joachimsihaler Sir. 43-44 Mitglied der jüdischen Gemeinde Telefon: 91 65 06 Zusendung nach allen Stadtteilen Constantin Brunner Zum 75. Geburtstag am 28. August Von Rabbiner Dr. Norden (Hamburg) In stiller Zurückgezogenheit begeht einer 3er bedeutendsten Denker der heutigen Judenheit die 75. Wiederkehr seines Geburtstages. » Constantin Brunner ist mit einer ganzen Reihe Schriften an die Oeffentiichkeit getreten; die meisten sind im Verlag Gustav Kiepenheuer erschienen. Man kann sie in der Hauptsache in drei Kategorien einteilen: Philosophische Werke, politische Schriften und Schriften jüdischreligiösen Inhalts. Sein philosophisches System hat Brunner vor allem in dem grundlegenden Wßrk „Die Lehre von den Geistigen und vom Volk" niedergelegt. In den politischen Schriften verbreitet er sich über die Stellung der Juden innerhalb der Völker. Die jüdisch-religiöse Gedankenwelt endlich behandelt er in dem umfangreichen Buch: „Unser Christus oder das Wesen, des Genies." Nur von Brunners Arbeit auf dem letztgenannten Gebiet soll im folgenden die Rede sein. Von jüdischer Seite hat Brunner mannigfache Anfeindungen erfahren; Dass die Zionisten ihm scharf entgegengetreten sind, ist durchaus verständlich; denn Brunner, ein ausgesprochener Antizionist, hat den Zionismus in unerhört schroffer Weise angegriffen. Diese Auseinandersetzungen gehören jedoch in das Gebiet der Politik und stehen hier nicht zur Erörterung. Aber auch Brunners Anschauungen über das religiöse Judentum sind scharf umstritten. Auf der einen Seite wurde behauptet, seine Gedajiken führten aus dem Judentum hinaus. Man hat sogar das Märchen verbreitet, er habe sich taufen lassen. Auf der andern Seite ist ihm gerade auf Grund seiner jüdisch-religiösen Einstellung schwärmerische Verehrung zuteil geworden; so haben ihn zum Beispiel jüdische Schriftsteller in Palästina begeistert gefeiert. Nun muss man gestehen, dass an seiner teilweisen Verkennung Brunner selbst nicht ganz "unschuldig ist. Wenn er sich des öfteren „exjudazeus et atheista" genannt hat, so konnte es trotz seines mustergültigen klaren Stils kaum ausbleiben, dass er als ausserhalb des Judentums stehend angesehen wurde; so konnte es k£um ausbleiben, dass er in den Verdacht geriet, ein Gottverächter zu sein. Diesem Verdacht tritt Brunner mit aller Entschiedenheit entgegen. So sagt er einmal: „Wer meine Schriften kennt, kennt auch meinen unendlichen Dank an das Judentum... Denn was ich jemals gegen den Gott sprach, das geschah um des wahrhaftigen, heiligen Gottes willen." Nicht gottlos seiner, sondern götzenlos, kein Atheist, sondern Adämonist. Doch selbst abgesehen von der genannten' irreführenden Bezeichnung ist Brunners Auffassung vom Judentum wohl dazu angetan, in Constantin Brunner Gemälde von Julie Wolfthorn Fot. Sonnenfeld zahlreichen jüdischen Kreisen Widerspruch hervorzurufen. Schon die Beleuchtung der Person Jesu erregte Anstoss bei denen, die nicht wussten oder nicht wissen wollten; dass in der Beurteilung Jesu in jüdischen Kreisen seit

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