Mannheim
Compact Memory

Central-Verein-Zeitung · 1937-08-26 · 34 (26.8.1937) · page 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
16 (1937)
Issue
34 (26.8.1937)
Date
1937-08-26
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2277379-2277516-2277550--12162-2281749
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

Seite? C-V.-Zeifung Nr. 34*26.Äugusf1937, Apprendam brasileiro (Fortsetzung) entsteht. — Daher die vielen Redensarten wie por amor aus Liebe; por vaidade aus Eitelkeit; por medo aus Furcht u. a. Anm. Die Ausdrucksweise ■ „por" wechselt hier öfters mit „de"; z. B. dz medo, was weit schwächer ist als „por medo". (Für die des Französischen Kundigen sei hier verwiesen auf Parallelfälle wie „par crainte de [que]" und „de peur de [que]"). 2. por geht folgende Verbindungen ein: por-ho (best. Artikel) wira pelo, por -fos wird pelos. por + a wird pela, por ~r as wird pelas. 3. In Sätzen mit passiver Verbalform entspricht „por" dem deutschen „von" oder „durch" (franz. par, engl, by); z.B. a casa foi vendida pelo proprietario — das Haus wurde von dem Eigentümer verkauft. In solchen Fällen wird „por" aber nur in materiellem Sinn gebraucht. In ideellem Sinn sagt man „de"; z. B. as obras de Goethe sao estimadas de todos die Werke von Goethe werden von allen geschätzt. 4. Por dient zur Verallgemeinerung von Zeitangaben. So heisst im allgemeinen des Morgens (Vormittags) de manha, des Nachmittags — de (a) tarde, des Abends de (a) noite. Dagegen Im Laufe des Morgens pela manha, Im Laufe des Nachmittags pela tarde, Im Laufe des Abends pela noite. Oder: emprestei-lhe o livro por uma semana — ich lieh ihm das Buch für (auf) eine Woche. 5. Bei Preisangaben; z. B. este livro vende-se por $§000 (wechselnd mit „a", s. dort). Bei Tauschgeschäften muss „por" gebraucht werden, z. B. dou-lhe a minha grammaiica por seu diccionario ich gebe ihm meine Grammatik für (gegen) sein Wörterbuch. In Zweifelsfäilen oder wo es auf besondere Genauigkeit ankommt, wird „por" ersetzt durch „em troca de (wörtlich: im Tausch von). 6. Oertlich gebraucht, entspricht „por" dem deutschen „durch"; z. B. o bonde passa por esta rua die Strassenbahn fährt durch diese Strasse. 7. In vielen Redensarien, z. B. tomar pela mao — bei der Hand nehmen, agarrar pelo brago beim Arm fassen, tomar por douto — jemanden für gelehrt halten, valer por rico für reich gelten, por ordern alphabetica in alphabetischer Reihenfolge, por conta de Senhor für Ihre Rechnung, Konto. 8. Por mit folgendem Adjektiv entspricht dem deutschen „wie . . . auch", „wie sehr auch . . .", hat dann aber „que" mit der Verbalform im Konjunktiv nach sich; z.B. por bonita que seja esta senhora — wie schön diese Dame auch ist (sein möge); por mais que o Senhor diga, nao o acredito je mehr Sie auch sagen, ich glaube es nicht. 9. Por mit folgendem Infinitiv vertritt einen Nebensatz, der die Ursache der im Hauptsatz ausgedrückten Tatsachen angibt; z. B. recebeu uma recompensa por ter cumprido (com) 0 seu dever er erhielt eine Belohnung, weil er seine Pflicht erfüllt hatte (vgl. 1). Perfeito (Vergangenheit) «er estar Sg. 1. fui ich war, Sg.l. estive icH war, bin gewesen bin gewesen 3. foi er war, ist 3. esteve er war, gewesen ist gewesen PI. 1. fomos—wir waren, PI. l.estivemos wir sind gewesen waren, sind gewesen 3. foram== sie waren, 3. estiveram sie sind gewesen waren, sind gewesen Palavras Inglaterra f. — England marcado — markiert, bea gente (nur Sg.) die stimmt Leute apreciado — geschätzt familia f. Familie aeeeitar annehmen crianga (creanga) f. ficar bleiben, sein Kind correr laufen, fliessen jardineiro f. Gärtner (Fluss) cachorro m. Hund partir — abreisen, verquintal m. der gereisen pflasterte Hof ter razao recht haben charuto m. Zigarre nao ter razao unrecht poltrona f. Sessel, haben Armstuhl lucta er, sie kämpfte laranja f. Apfelsine pode er, sie kann; Sie cinema m. — Kino können baile m. Ball (Tanz) anoitece es wird Abend, jantar m. — Abendessen Nacht (dinner) gosto. — ich mag gern dinheiro m. Geld (I like) tolice f. — Dummheit, visitei ich besuchte Albernheit comprei ich kaufte offerta f. Offerte, Anrece&i ich empfing, gebot erhielt condigao f. Bedingung ■ fiz. ich machte, tat; proveito m. Nutzen fez — er, sie machte, contracto m. Kontrakt Sie machten _. (c stumm) contou er,-sie erzählte dever m. Pflicht casou-se _ er, sie versciencia f. — Wissenschaft heiratete sich ignorancia /. Unwissen- - disse-me er, sie sagte heit mir duzia f. Dutzend esteve ladrando =* er franeez, -a französisch bellte (war bellend) ultimo, -a der letzte visitarei ich werde beraro, -a selten suchen contente zufrieden sempre immer vestido part. gekleidet adeus adieu, lebewohl Phrases 1. Comprei esta casa a pedido do meu amigo. 2. Vestido de jardineiro visitarei o baile. 3. Os charittos da Havanna sao apreciados de muita gente. 4. As laranjas vendem-se a (por) 400 (quatrocentos) reis por (a) duzia. 5, O senhor fez isto em proveito da sua familia. 6. Pode ficar para o jar.tar. 7. O cachorro esteve ladrando d porta. _ 8. As senhoras estavam vestidas a franeeza. 9. Disse-me adeus para sempre. 10. Emprestarei o dinheiro ao Senhor por uma semana. 11. Para dizer a verdade, nao gosto do cinema. 12. Por ricos que sejam os homens, e raro que sao contentes. 13. Casou-se com a senhora contra a vontade da sua familia. 14. Ate as criangas riram das tolices que nos contou. 15. Nao posso aeeeitar a offerta sob estas condicoes. 16. Cheguei mesmo antes ■ da höra marcada. 1. Ich. werde nach Santos abreisen. 2. Sei (seja) gut gegen die Tiere. 3. Ich bin im Begriff, einen Brief zu schreiben. 4. Vor dem Schreibtisch steht (ist) ein Sessel. 5. Hinter dem Schrank ist die Wand. 6. Ich bekam ein Buch, weil ich meine Pflicht getan habe. 7. Ich werde meinen Grossvater vor 3 Uhr besuchen. 8. Während der Nacht_ schlafe ich. 9. Im Lauf des Nachmittags besuchte ich meinen Onkel. 10. Nach den Bedingungen des Vertrages haben Sie (o Senhor) recht. 11. Dieser Fluss fliesst durch viele Länder. 12. Nach 6 Uhr wird es Nacht. 13. Während der letzten Jahre war ich in (na) England. 14. Die Wissenschaft kämpfet gegen die Unwissenheit. 15. Hinter dem Haus ist (tem) ein Hof. Wann und wo finden Sie Rat? Mitteldeutschland Erfurt Plauen 26. August, 16—19 Uhr, bei Dr. Max Baumgart, Nonnenrain 68a. 1. September. 10—13 Uhr, Gemeindehaus. Encelstrasse. Xorddeutschland Hamburg- Altona Hannover Beneckestr. 2. Montas:—Freitag, 10—13 Uhr (Tel.: 44 50 71). 31. August. 12—14 und 16 bis 17 Uhr, Georgstiasse 14, II. Hessen-Kassau und Hessen Frankfurt a. M. Darmstadt Wiesbaden Glessen Steinvre» 9. Zimmer 75—77 (Tel.: 254 03), Monrap. Mittwoch, Freitas: 11—13 Uhr. Kasinostr. 31 (Tel.: 362). Dienstag 16—17V: Uhr. Kirch?asse 7, I (Tel.: 240 Wh Nach Vereinbarung. 31. Ausust, 10—13 Uhr, Gemeindehaus, Lonystr. 4. als völlig selbstverständlich angesehen, dass man sich als Student auf diese Weise sein Geld selbst verdient. Der frühere Präsident Hoover, der eine Stunde von hier entfernt in Palo Alto wohnt, hat Jahre hindurch sein Studium in Stanford als Kellner verdient. Das beklemmende Gefühl, nun gleich auf der sozialen Stufenleiter um einige Grade heruntergerutscht zu sein, weil man eine weisse Jacke anhat, hat man hier nicht. Man braucht nicht rot zu werden, wenn man unter den Gästen plötzlich einen seiner Professoren entdeckt. Wahrscheinlich hat er es vor zwanzig Jahren geradeso gemacht wie man selbst jetzt. Erleichtert wird diese Form des Arbeitens und Geldverdienens in Amerika dadurch, dass man nicht mit dem Beginn der Arbeit automatisch, wie dies in den europäischen Ländern der Fall ist mit dem ganzen Apparat eines Verwaltungsmechanismus in Berührung kommt. Weder Arbeitgeber noch Arbeitnehmer brauchen irgendwo etwas an- oder abzumelden, es gibt auch keine Verträge und keine Bestimmungen über die Länge der Tätigkeit. Wenn der Chef einen nicht mehr braucht, gibt er einem das Geld für die Zeit die man gearbeitet hat. und man geht, und wenn man selbst genug hat, ist es ebenso. Vor ein paar Tagen kam ich an einem Baugerüst vorbei, als mir jemand ein „Hallo!" (sprich: hello-u) zurief. (,.Hallo" bedeutet in der Sprache des. Amerikaners etwa folgendes: „Guten Tag. Hoffentlich geht's dir gut. Ich freu' mich sehr, dich zu sehen.'") Ich blieb stehen und sah voller Erstaunen, dass ein Student der mit mir zusammen im gleichen Haus wohnt, im Maurerkittel auf mich zukam. „Nanu?" fragte ich ihn. „das habe ich ja' gar nicht gewusst, dass du hier arbeitest." ..Das hab* ich selbst bis heute früh noch nicht gewusst," sagt er darauf. „Die Sache ist die: ich habe für den nächsten Sonnabend ein Mädchen eingeladen, nach San Francisco tanzen zu gehen, und ich bin völlig broke. (Slang für pleite.) Da bin ich heute zum Arbeitsvermittlungsamt gegangen und habe diese Stelle bekommen. Es ist kein Vergnügen, aber ich bekomme 50 Cents die Stunde; heute ist Donnerstag, das macht also ungefähr zwölf Dollars bis Sonnabend abend. Damit lässt sich schon allerhand anstellen." Am Sonnabend sah ich ihn dann, tip-top angezogen, zu seinem kleinen Wagen heruntergehen, mit dem er das Mädchen abholen fuhr. IV. Ich spreche nun schon die ganze Zeit von dem Haus, in dem ich wohne, und habe noch immer nicht erwähnt, was es eigentlich für ein Haus ist. Einige Worie darüber zu sagen, lohnt sich schon, denn in Europa gibt es so etwas nicht, und selbst in Amerika bestehen nur drei Einrichtungen wie diese hier: eine andere in New York und eine in Chicago. Es ist ein „International House", eine Stiftung des alten Rockefeller. worunter man ebensosehr ein Studenten-Hotel mit Höchstkomfort wie eine auf acht Stockwerke komprimierte Miniaturausgabe der amerikanischen Zivilisation verstehen kann. Studenten-Hotel, denn es leben nur Studenten im Haus, Jungen und Mädchen, im ganzen 450, „mit Höchstkomfort", denn es hat alles, was zu einem modernen Hotel gehört. Um nur einiges aufzuzählen: Bad, Duschräume. Haustelephon, Bibliothek, Zeitschriftensaal, Post-Office, Restaurant, Cafe, Tanzsaal, ein Laden für Kleiderreinigung und Schmutzige-Wäsche-Annahme (tailorshop). schliesslich auch ein Basar, wo man von Milchschokolade und Ansichtskarten angefangen bis zu japanischen Kimonos und Schwarzwälder Uhren alles erhalten kann. Dass dies Ganze nun mehr noch ist als irgendein Hotel, in dem man zufällig sein Zimmer hat, merkt man sehr bald. Jede Woche kommt eine Hauszeitschrift heraus, die ein ganzes, bis ins Kleinste ausgearbeitetes Programm enthält: Tanz, Vorträge, Diskussionsgruppen. Sprachtische, Führungen, Ausstellungen, gemeinschaftliches Singen, Tees, literarische Abende, Vorführung künstlerisch hochwertiger Filme, Konzerte, es fehlt einfach nichts in der Reihe alier Möglichkeiten und denkbaren Unterhaltungen. Das „social life" spielt eine ungeheure Kolle. Man ist nie allein, sondern immer in Gruppen. Wenn die Amerikaner — und wie sehr erst die Kaiifqrnier! —- so vollkommen unproblematisch sind, so hegt es wahrscheinlich daran, dass sie es durch dieses Betäubungsmittel des „social life" niemals zu einer eigentlichen Problematik des Ich kommen lassen. Ich habe versucht, während meines kurzen Aufenthaltes in Kalifornien in das jüdische Leben des Landes einzudringen. Ich habe dabei entdeckt, dass die jüdische Haltung weder religös noch politisch, sondern rein gesellschaftlich bestimmt ist. So wie es in der Studentenstadt Berkeley Dutzende von christlichen Klubs gibt gibt es auch eine Art jüdischen Studenten- Klub, die „Hillel Foundation". Ein Merkblatt für Studenten erklärt ihre Funktion wie folgt: „Durch wöchentliche Tees, Tänze, und Empfänge bietet Hillel jüdischen Männern und Frauen eine geeignete Stätte der Zusammenkunft mit ihren Glaubensgenossen und eine Gelegenheit, Bande der Freundschaft mit ihren eigenen Brüdern zu festigen. Ihr gesellschaftliches Leben erzeugt jene Wärme und Farbe, die Ersatz schafft für die Bande der Häuslichkeit." Dieser Erklärung lässt sich kaum etwas hinzufügen. Jüdisches Leben ist eben Gesellschafts- Leben, wer mehr erwartet, wird es sicher in den jüdischen Massensiedlungen des Ostens der Staaten finden, kaum aber in Kalifornien. V. Immer wieder wird einem zu Bewusstsein gebracht, wie ungeheuer weit man von Europa und der früheren Heimat entfernt ist. Die Menschen sehen anders aus, kräftiger, gesünder, braungebrannt, — Landschaft und Klima, Pflanzen- und Tierwelt, alles ist anders, es gibt noch Klapperschlangen und Bären unweit der Städte und seltsame exotische Gewächse, wie ich sie vorher nie gesehen habe, immer hat man das Gefühl, in einem jungen Land zu sein — erst mit dem Goldrausch um die Mitte des vorigen Jahrhunderts setzte die grosse Einwanderungswelie nach Kalifornien ein — das bislang das Glück hatte, von allen Krisen und Schattenseiten der Zivilisation verschont zu bleiben. Dass von den Pflanzen und Früchten, die Kalifornien in verschwenderischer Fülle besitzt irgendwelche in Europa nicht vorhanden sein könnten, erscheint dem Kaliformer geradezu unvorstellbar. Kürzlich sagte ich zu einem Studenten, ich habe zum ersten Male heute „eggplant" (Eierpflanzen) gegessen; dieses Gewächs kenne man bei uns zu Hause nicht. Darauf sah er mich verwundert an und erwiderte schliesslich: „Is that so? (Tatsächlich?) Ja. haben Sie denn zum Beispiel diese Pflanze hier?'4 Und er zeigte auf einen Korb mit Spinat. Oft trifft man Gebildete, die keine Ahnung haben, ob Kopenhagen in Dänemark, Schweden oder Norwegen liegt oder ob Belgien eine Republik oder eine Monarchie ist. Man soll darüber nicht lächeln. Wer weiss denn zum Beispiel sofort, v/o der Staat Texas liegt oder wie die Hauptstadt von Kalifornien heisst. (Nämlich Sacramento. Kalifornien ist übrigens fast so gross wie Deutschland.) Europa ist eben sehr weit, das Interesse an den westlich gelegenen Ländern Japan und China ist meist auch, wie man aus den Artikeln der Tageszeitungen, aus Vorträgen und Gesprächen sehen kann, stärker und die Kenntnis der Kultur, Geschichte und Politik dieser Länder wesentlich stärker als bei uns. Die jüdischen Einwanderer, die in den letzten Jahren herkamen, haben, soweit ich es bisher habe erfahren können, im allgemeinen wenig Schwierigkeiten gehabt, sich einzugliedern. In diesem Larld, in dem die Eltern oder Grosseltern der meisten selbst aus fremden Ländern kamen, ist man geneigt, den Neuhinzukommenden freundlich aufzunehmen — die Schönheit der Landschaft, die in ihrer harmonischen Vielfalt von Wäldern, Seen. Meer und Gebirge oft an die schönsten Teile Oberitaliens oder der Schweiz erinnert, und das ideale Klima — neun Monate hindurch regnet es überhaupt nicht, zugleich ist es nie zu heiss oder trocken — machen den Anfang ausserdem leichter. Ich kann es nicht beurteilen, ob es richtig ist, heute noch von Amerika als dem „Land der unbegrenzten Möglichkeiten" zu sprechen. Eines scheint mir jedenfalls sicher: dass es hier in Kalifornien für jeden, der gesund ist und bereit, jede Art von Arbeit anzunehmen, immer möglich sein wird, soviel zu verdienen, wie er zum Leben braucht Voraussetzung ist allerdings immer die legale Einwanderung. Neulich ging ich mit einem jüdischen Freund, der hier Mathematik studiert, die Berge hinauf. Als wir ein wenig müde waren, suchten wir einen schattigen Platz, auf dem wir ausruhen konnten. Vor uns lagen die hellen von Gärten umsäumten Häuschen Berkeleys und die Bucht mit der neuen silberglänzenden Brücke, die hinüberführt zu den Hügeln, auf denen die Wolkenkratzer San Franziskos steil und leuchtend in den Himmel ragen. Wir sprachen über den Film, den wir beide noch vor ein paar Monaten in Berlm gesehen hatten und der so hiess wie die Stadt drüben auf der anderen Seite der Bucht, und wir sprachen von dem grosartigen Ende, in dem die Menschen sich bei den Händen nahmen und hingingen, um die Stadt, die ihnen zerstört worden war, neu aufzubauen. Und wir dachten an die Zeit, die hinter uns lag und die nun abgeschlossen war und dass wir dreiundzwanzigjährig sind, und an das, was nun kommen wird. Und sicher waren wir in diesem Augenblick sehr zuversichtlich. Noch einmal: Englische Krönungsdenkmünzen Von sachkundiger Seite werde ich darauf hingewiesen, dass die Jüdische Gemeinde in Berlin in ihrer Albert-Wolf-Sammlung ein Stück Krönungsdenkmünze Eduards VI. in Bronze besitzt, dessen Rückseite —- mit anderen Medaillen mit hebräischen Inschriften — in dem Aufsatz von Moritz Stern über die II. Ausstellung in der Kunstsammlung der Gemeinde (VII) in „Ost und West", 22. Jahrgang, Heft 3/4, Sp. 73—75, beschrieben und abgebildet ist. Dort ist auch das Wort über der hebräischen Inschrift einigermassen lesbar: nach Grueber heisst es Lambhitb, statt Lembeth, d. i. ein Stadtteil von London, in dem sich der erzbischöfliche Palast befindet, wo die Münze vermutlich ausgegeben sei; die Denkmünze selbst sei selten, moderne Nachprägungen seien nicht selten. Die von mir früher als fehlsam bezeichnete Wendung Tfr.'.------yi?.-'r — von (Gottes) Gnaden — ist dagegen nicht zu beanstanden. Justizrat Dr. Hugo Kaufmann I, Krefeld. Am 1. September feiert Dr. Karl Bornstein (Berlin) sein goldenes Doktorjubliäum. Er ist besonders durch seine Wirksamkeit auf dem Gebiete der hygienischen Volksbelehrung hervorgetreten. Er war zuerst Landarzt in einem Städtchen der Provinz Posen, dann Badearzt in Bad Landeck und liess sich später in Leipzig nieder. Er hat vielfach Vorträge auf internationalen wissenschaftlichen Tagungen über sein Spezialgebiet gehalten. Aus den Familien A. Kaufmann (HeUcnthal) hat am 15. August seinen 90. Geburtstag gefeiert. — Sanitätsrat Dr. Max Lövinsohn (Bad Elster) beding seinen 70. Geburtstag. — Dr- Arthur B i a I (Bad Elster), seit langen Jahren Vertrauensmann des C.-V., feierte . seinen 60. Geburtstag. — Frau Mathilde Glaser (Berlin W.) wurde am 2-4. August 80 Jahre alt. — Frau Sarah Hirsch geb. Horwitz (früher Graudenz, jetzt Berlin-Charlottenburg) begeht am 27. August ihren 90. Geburtstag. — Simon S t e i n i t z (Breslau) feiert am 2S. August seinen 75. Geburtstag. — Adolf Ascher (Berlin N. 4) wird am 31. August 80 Jahre alt. — Adolf Feist (früher Hamm, jetzt Berlin) begeht am 29. August seinen 70. Geburtstag. — Riehard G 0 1 d m a n n (Leipzig) wird am 1. September 70 Jahre alt. — Max Marcuse (Berlin W. 30) vollendet am 1. September sein 75. Lebensjahr. — Moritz London (Nienburg ad. Weser). Vorsteher der Gemeinde, wird am 1. September 80 Jahre alt. — Abraham Lehrberg e r und Frau Johanna geb. Adler (Wetter, Kreis Marburg) feiern am 29. August ihre goldene Hochzeit. — Simon Gaertner^ und Frau Julie geb. Blum (Mainz) begehen am 31. August ihre goldene Hochzeit. — Siegfried Meyerstein (Leipzig ist an den Folgen eines Unfalls gestorben. — Frau S a m u e 1, die Gattin des Vorsitzenden der Gemeinde Rostock und der Landesgemeinde Mecklenburg, ist am 18. August im 53. Lebensjahr gestorben. Dr. Elise Baumgaertel, die bekannte jüdische Archäologin, die in Zusammenarbeit mit dem deutschen archäologischen Institut in Rom Ausgrabungen in Süditalien geleitet hatte und an den Ausgrabungen der Hermopolis-Expedition in Aegypten beteiligt war, ist an das University College in London berufen worden. Sie wird ägyptische Sprachkurse abhalten und über ägyptische Religion lesen. Wertheimer: M Dienst auf den Höhen.. 4« 80 „Das Besie, was jüd. Verleger in Deuischiand seit 1933 an Belletristik herausgebracht haben." Gem.-Bl. Bln. Dubnow: M öft Mein Leben .. 4.0U Picard: m Der Gezeichnete 4.30 Heroische Gestalten j on jüdischen Stammes 1-oU Escher: j Der Sohn d. gr. Königs 1-25 Kinderbuch: a a- Die bunte Schussel £.25 Ein Mal- und Lesobuch Oos r.lzonde Geschenk Durch die jüd. Buchhandlg. * Jüdischer Buchverlag Erwin Löwe, Berlin W 50 Bei schriftlichen Bettellungen erbitten Angabe, dass Besteifer Jude ist.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.