Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 16 (1937)
- Issue
- 33 (19.8.1937)
- Date
- 1937-08-19
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 16 C-V.-Zeitung Nr. 33»19.XugustT937 Um die neuen „5000" Auftakt zur Werbeaktion des Berliner Kulturbundes leuchten, die leben, indem sie sind, diese Tugenden und Werte können allein gesehen, dargestellt und beschrieben werden." Margolius verweist hier auf die Beschreibung von Untugenden durch Theophrast. Wie wäre es mit einem Gegenstück' zu. Theophrasts berühmtem Buch, mit jüdischen ..Ethischen Charakteren"? L. H. Der Unterschied In dem soeben erschienenen August-Heft Osr. 5) fies „Morgen", der Monatsschrift «er Juden in Deutschland (P h i 1 o Jüdischer Buchverlag und Buch vertrieb GmbH. Berlin- Am s t e r d a m) lesen wir nachstehende kleine Anekdote: In einem jüdischen Heira'svermittlungs- Bureau in Boston, wo man die Mission des Schadehen offenbar in sozialkritischem Sinne versteht, befindet, sich, bezeichnenderweise in jiddischer Sprache, die folgende Bekanntmachung: „Wenn ein Mensch heiratet, kriegt er entweder ein Weib oder eine Frau oder eine Gemahlin. Aus Liebe nimmt er ein Weib. Aus Bequemlichkeit eine Frau. Aus Ehrsucht eine Gemahlin. Sein Weib hat er für sich. Die Frau für seine Bekannten. Die Gemahlin für die Welt. Wird er krank, so sorgt für ihn sein Weib. So besucht ihn die Frau. Die Gemahlin erkundigt sich nach seinem Befinden. Die Wirtschaft besorgt ihm das Weib. Das Haus besorgt die Frau. Die Mode besorgt die Gemahlin. Mit dem Weib geht man spazieren. Mit der Frau fährt man aus. Garden Parties macht man mit der Gemahlin. Anteil an unserem Kummer nimmt das Weib. An unserem Geld die Frau. Schulden macht die Gemahlin. Und wenn wir (in hundertundzwanzig Jahren, so Gott will) sterben, beweint uns das Weib. Beklagt uns die Frau. Und die Gemahlin trägt Trauerkleider." Pictorial Bombay. New Book Co., Kitab Mahal, Hornby Eoacl, Bombay. E. N. Schaeffer. den Lesern der C.-V.- Zeitung aus manchen Beiträgen in den früheren Jahren bekannt, lebt seit vier Jahren :n Bombay. Er hat einen illustrierten Reiseführer, der aber mehr als nur ein Führer ist, herausgegeben. Es ist ein reizvolles, kleines Buch, das uns Bombay und damit Indien in Wort und Bild näherbringt- Die ausserordentlich schönen Bilderstammen von dem Autor selbst. M. E- Der Berliner Jüdische Kulturbund holt „zum grossen Schlag aus". Er begann seine Werbeaktion und rief zuerst die ^offiziellen und ehrenamtlichen Mitarbeiter der jüdischen Organisationen Berlins zusammen. Da waren einige hundert Menschen im Jüdischen Brüdervereiu versammelt und alle Kreise der Berliner jüdischen Bevölkerung vertreten. Sie sollten sehen, hören, urteilen und — dann in ihren Vereinen und Gruppen werben, bis auch das letzte zahlungsfähige Mitglied erfasst sei. Mit einem so gehaltenen eindringlichen Appell eröffnete Dr. Werner L e v i e namens der Kulturbundverwaltung die Veranstaltung. Die Vertreter der grossen jüdischen Organisationen dankten dem Kulturbund für seine anerkennenswerte kulturelle und soziale Arbeit und erklärten ihre freudige Bereitschaft zur Mitwirkung an der Werbeaktion. Als erster sprach der Syndikus des Jüdischen Centrai-Vereins, Dr. Hans Reichmann, humorvoll und anekdotenreich. Er erinnerte an die von vielen Juden zunächst skeptisch aufgenommene Idee der Schaffung eines Kulturbundes in einer Zeit, die sonst nur durch Abbau gekennzeichnet war. Aber in vier schweren Jahren sei eine so erfolgreiche Arbeit vollbracht worden, dass man dem Kulturbund heute nur Dank abstatten könne. Der C.-V. werde stets alles daran setzen, jeder unberechtigten Kritik und überheblichen Geringschätzung nach Kräften zu begegnen und den Kulturbund bei seiner Werbearbeit nach Kräften unterstützen. In dem gleichen Sinne äusserten sich Walter Ca 11mann für den Reichsbund jüdischer Frontsoldaten. Rechtsanwalt Dr. Alfred R a b a u für den Deutschen Makkabikreis und Dr. David Schlossberg (Berliner Zionistische Vereinigung), dessen Ansprache, da er verreist war, verlesen wurde. Nachdem der Vorsitzende des Verwaltungsrats, Rechtsanwalt Dr. M. Exiner, den Anwesenden ein Bild von der „finanziellen Maschinerie" des Kulturbundes vermittelt hatte, nahm Intendant Dr. -Kurt Singer das Wort. Er gab einen kurzen Rückblick auf die Entwicklung des Kulturbunds aus kleinen Anfängen, äusserte selbst manche Kritik an den Leistungen der vergangenen vier Jahre und umriss dann die geistige Grundhaltung des eigentlich erst jetzt konstruktiv gestalteten Spielplans des Berliner jüdischen Theaters. Der Werbeabend erschöpfte sich aber keineswegs in Bereitschaftsbekenntnissen und sachkundigen Informationen. Es war eine grosse und freudige Ueberraschung, als im zweiten Teil in Bild, Wort und Ton ein Querschnitt durch die vielfältige Kulturbundarbeit in bunter Folge nur so hingeworfen wurde. Dr. Singer wurde im Nu zum witzigen Ansager seiner zahlreichen Mithelfer am gemeinsamen Werk. Nicht alle Künstler konnten in Erscheinung treten. Den Dank aber, der den Mitwirkenden gezollt wurde, galt in gleicher Weise allen anderen, die dem Berliner Kulturbundpublikum seit Jahren vertraut sind. Gleich zu Anfang gab es eine Novität: 16 Musiker vom Orchester und dem Kleiukunstensemble des Kulturbundes haben sich neuerdings zu einer Jazzkapelle zusammengeschlossen. Ihr frisches, straffes Musizieren, dem sich Gerhard Pechn e r als Refrainsänger gut einfügte, löste so spontanen Beifall aus, dass die Anregung, die Kapelle in grösseren Veranstaltungen jüdischer Vereine spielen zu lassen, sicher auf fruchtbaren Boden fallen wird. Gleiches gilt für die Tanzgruppe von Iis Vordemberge, die sich dem Berliner Kulturbund mit Erfolg vorstellte. Im übrigen hatten sich Vertreter aller Kunstgattungen des Kulturbundes zur Verfügung gestellt: Doris W i 1 a m o w s k a , Ruth Lehnberg und Julius K utha n repräsentierten das Opernuud Operettenensemble; was konnte da mehr Freude bereiten, als sich Kostproben aus der „Czardasfürstin" servieren zu lassen? Oberspielleiter Fritz W i s t e n las mit nachhaltiger Wirkung Bialik und Morris Rosenfeld. Die beliebten Tänzerinnen Ruth C o n d e 11 und Nelly Hirsch zeigten ihr Können in hervorragend gelungenen, teils ernsten, teils grotesk-lustigen humorvollen Darbietungen. Der gut geschulte Kulturbundchor unter Berthold Sanders Leitung hatte u. a. mit einer Horra von Sigmund Petruschka (-Friedmann), einem Mitglied des Kulturbundorchesters, guten Erfolg. In die Klavierbegleitung teilten sich Wilhelm Alt> mann, Werner Baer und Werner S ee 1 ig« Bass. Das war ein richtiger, „runder", gelungener Werbeabend! Wer all das sah und hörte, kann nicht mehr abseits stehen; er wird dafür sorgen, dass der Berliner Kulturbund das Ziel, das er sich für seine diesjährige Werbeaktion gesteckt hat, erreicht: mindestens 5 00 0 neue Mitglieder zu bekommen. E. G. L\ Theater«, Musik, Film Franz Mohärs neues Schauspiel „Delila' wird am 17. September in Budapest uraufgeführt. Ernst Deutsch spielt in der Eröffnung novität der Kammerspiele des Theaters der Josefstadt in Wien der Komödie „Jovianc" von John Beans, die Hauptrolle- Richard Tauber singt am 21. August 21 Uhr, in einem Konzert, das im Kursaal von 0,st ende stattfindet: die Veranstaltung wird vom Str burger Rundfunk übernommen. Der Sender Brünn bringt am 25. August, 17.40 Uhr unter dem Titel ..Ein Olmützer Meister erobert die Welt" einen Querschnitt durch die Operetten Leo Falls. Dela L i p i n s k a j a ist am 28. August, 21 Lhr 45 Min., im schweizerischen Sender Beromüns t e r zu hören. Bei den S a 1 z b u r g e r Opcrettenfestspielen erzielte Emmerich K ä 1 m ä n s „Czardasfürstin'* mit Anny Lotty in der Titelrolle einen ausserordentlichen Erfolg. „Blaubarts achte Frau", ein Film nach dem Li t spiel von Alfred Savoir, wird von Ernst Lub i t s c h vorbereitet. In F r a n k r e i c h ist ein neuer Film, betitelt ..La Liberte". in Vorbereitung, der nach einein Werk des elsüssischen Schriftstellers Leopold Netter das Leben des Bildhauers Frederic Auguste Bartholin, des Schöpfers der Freiheitsstatuc im Hafen von New-York, nachgestaltet. Melchior Lcngyels Schauspiel ..Engel" wird demnächst in einem grossen Film erscheinen. Wochenplan des Berliner Kulturbundes Theater in der Kommandantenstrasse 57. „Czardasfürsti n": 21. August (Werbevorstellunü II), 20 Uhr 30. an den übrigen Tagen. 20 Uhr" 15: 22. August (Abonnement und Abt. 46). 23. August (Werbevorstellung III), 24. August (Werbevorstellung IV). .Jean": 25. August (Werbevorstellung V), 26. August (Werbe\orstellung VI). Nu r für jüdische Arbeitgeber und Arbeitnehmer j ANGEBOTE lütf. Platz-und Bezirksvertrefer sregen Provision z. Besuch in Wembamilungen uud liikörfabriken gesucht N. Schüller Akt.-Ges. Breslau - Kleintschansch Korken - Fabrik und Kellerei - Artikel - Grosshandlung M Schulleiter ferner Lehrer oder. Lehrerin für unsere private Jüdische Volksschule gesucht Synagogen - Gemeinde Steffin. ^•o. Chemiker mit Erfahrung in M^nllsalzfabrikation gesucht. Angebote unter 51- «117 an du- C.-V.-Zeitung, Berlin W 15. Jüdische Hausangestellte für kleinen 2-Personcn-Hjiusli.iU gesucht Fiorino, Kassel. Adminnl-Schcer-Sir. 13 Suche ini eilige«;? <?e\vi<?oiihaftc jücl. Mitarbeiterin, mit sehr euren Kenntnissen, in Sicnournpbic. für mein Anwaltsbüro in Vmoldeutscher Grossstadt. Falls erwünscht, wird Familienansch.'uss und Pension gebeten. Offer», mit. V. «129 C.-V.-Zeitung. Jßerlin W 15. Jüd. 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