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Central-Verein-Zeitung · 1937-08-19 · 33 (19.8.1937) · page 14

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
16 (1937)
Issue
33 (19.8.1937)
Date
1937-08-19
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seife 14 C-y.-Zeifung Nr.33* 19.Augusn937, 'der zionistischen Propaganda, den Schleier aufzuheben, der über deninneren Bezirken des Menschen liege, die jüdischen Menschen die Kunst der Heimkehr zu sich selbst zu lehren und tief verborgene Erinnerungen und Ursprünge freizulegen. Niemals werde man auf die selbständige Entscheidung des einzelnen verzichten können, und die Aufgabe der Fonds sei es, die grosse Aussprache über den gesamten Umkreis der Probleme noch einmal zu eröffnen, (iie dazu führen soll, die bisher aufgebrachten Leistungen zu vervielfachen. Sodann sprach das Mitglied der Exekutive, Dr. Rotteustreich, über Wirtschaftspolitik. Er beklagte die infolge der unglücklichen Zollpolitik in Palästina dort herrschende Ueberschwemmung mit billigen Auslandswaren und griff die \Virischaflspoiiiik der Palästinaregierung scharf an. Frau Hanna Steiner erstattete einen Bericht über die Arbeit des WIZO. Entschließungen zu den einzelnen Aufgaben In "der Sonntagabend-Sitzung wurden dem Kongress die in den Kommissionen ausgearbeiteten EntSchliessungen vorgelegt. Es wurde zunächst das Budget der Jewisli Agency für das nächste Jahr in Höhe von 365 000 Pfund angenommen. Die wichtigsten Budgetposten sind: Kolonisation 75 000 Pfund, Aiija und Hachschara 34 000 Pfund. Arbeit und Arbeiterwohnungen 35 000 Pfund, politisches Department 25 000 Pfund, Erziehung und Kultur 2S 000 Pfund, Ausgaben des Keren Hajessod 23 000 Pfund, Amortisation von Anleihen 50 000 Pfund, Handel-, Industrie- und Wirtschaftsressort 10 500 Pfund, für religiöse Institutionen 1500 Pfund, Verwaltung 130Ö0 Pfund. Verwaltung der Londoner Executive 9000 Pfund, Abteilung für die Ansiedlung von Juden aus Deutschland 30 000 Pfund, verschiedene andere Ausgaben 9500 Pfund. Reserve 9000 Pfund. Ausser diesem Budget der Jewish Agency wurde noch ein Budget der Zionistischen Executive in der Höhe von 30000 bis 40 000 Pfund jährlich bewilligt, das durch den Ertrag der Schekelaktion gedeckt werden soll. Protest gegen die Einwandemngsquote Auf Antrag der Emwanderungskommission nahm der Kongress eine Resolution an, in der heftig gegen die Aufgabe des Prinzips der wirtschaftlichen Fassungskraft sowie gegen die Festsetzung einer Einwanderungsquofe von 8000 Personen "für die nächsten acht Monate protestiert wird. Auch gegen die Verweigerung von Zertifikaten an Handwerker, Verwandte und Jugendliche wird Einspruch erhoben. Es wird ferner für die ohne Zertifikat nach Palästina gekommenen Einwanderer und Touristen, die dort zu bleiben beabsichtigen, die generelle Erlaubnis hierzu gefordert. In der Organisationsresolution wird die Exekutive beauftragt, einen Fonds zu schaffen, aus dem verdienstvollen alten Zionisten Pensionen gezahlt werden sollen. Die Resolution über die Fonds hebt die besondere Wichtigkeit des Keren Hajessod und des Keren Kajemeth in der gegenwärtigen entscheidenden Epoche hervor und setzt fest, dass der Keren Hajessod im nächsten Jahre 600 000 Pfund, der Jüdische Nationalfonds in den nächsten beiden Jahren 1000 000 Pfund aufbringen solle. In einer weiteren Resolution fordert der Kongress angesichts der Schwierigkeiten auf dem palästinensischen Arbeitsmarkt die zionistische Oeffentlichkeit auf, die Anstrengungen für die nationalen Fonds zu vergrössern. Weiter drückt der Kongress dem Jischuw und dem Organ der Exekutive, die an der Schaffung des jüdischen Hafens in Tel-Aviv und an der "Ausdehnung der jüdischen Arbeit in den Kolonienmitgewirkt haben, tiefe Dankbarkeit aus. Auf Antrag der Kommission für Jugend- und Kulturfragen wurden Entschliessungen folgenden Inhalts angenommen: 1. Jugendfragen. Zum Zwecke der Zentralisierung und der Förderung der zionistischen Jugendbewegung wird bei der Exekutive eine Jugendzentrale geschaffen, die die Aufgabe hat, den Jugendverbänden erzieherisch, organisatorisch und materiell in allen notwendigen Formen zu helfen. Zur Unterstützung dieser Arbeit in den einzelnen Ländern sollen Landeszentralen geschaffen werden. 2. Kulturarbeit. Zum Zwecke der Förderung der hebräischen Kultur im Jischuw ist die gesamte einschlägige Tätigkeit beim Kulturdepartment 'des Waad Leuini zu zentralisieren. Das Department soll diese Arbeit unter Wahrung der kulturellen Autonomie aller drei in der" zionistischen Organisation anerkannten Richtungen, der allgemeinen, der religiösen und der Arbeiterströmung, führen. Weitere Punkte dieser Resolution betreffen Ausbau und Tätigkeit des Bialik-Institutes. des Raw-Kuk-Institutes. der Theater sowie der Weltzentrale für hebräische Musik. 3. In bezug auf das Erziehungswesen in Palästina beschloss der Kongress. die Beteiligung der Exekutive der Jewish Agency am Erziehungsbudget zu erhöhen. 4. Kulturarbeit in der Diaspora. Der Kongress fordert die Schaffung eines besonderen Departments für hebräische Erziehung der Jugend und der Erwachsenen in der Diaspora bei der Exekutive. Er ersucht die Exekutive der hebräischen Bewegung, jede mögliche Unterstützung angedeihen zu lassen und beauftragt zu diesem Zwecke die zionistischen Verbände aller Länder, Landeskultur-Departments zu schaffen. In der Resolution der Kommission iür landwirtschaftliche Kolonisation .entbietet der Kongress seine Grüsse allen Siedlungsgruppen, die in den letzten zwei Jahren Boden in Besitz genommen haben. Es wird festgestellt, dass die "Tage der Besitzersreifung als Tage grosser Leistungen in die Regenerationsgeschichte des jüdischen Volkes eingehen werden. In der EntSchliessung werden weiter die allgemeinen Grundzüge des Arbeitsprogramms bestätigt, dass vom landwirtschaftlichen Kolonisations-Department unterbreitet wurde. . Am 16. August wurde nach einer mehrfach unterbrochenen Plenarsitzung der Kongress zu Ende geführt. Es wurde zunächst noch über einen Antrag der Organisalions-Kommission abgestimmt, in dem das Aktionskomitee ermächtigt wird, die . Höchstzahl der Kongressdelegierten mit 300 (bisher 400) festzusetzen. Der Antrag wurde angenommen. Weitere Anträge der Kommissionen für Arbeitsfragen, Alija und Organisation wurden dem Aktionskomitee überwiesen. Nach einem Appell der Tochter Sokolows, Dr. Celina Sokolow, für Frieden und Einigkeit, der mit einer herzlichen Ovation für die Rednerin endete, erstattete Rev. Ooldbloom den Bericht" der Permanenzkommission. Ihr Antrag, die Exekutive zu beauftragen, dass sie für die Wahrung der Sabbatruhe und der Kaschrut in den auf Nationalfondsböden errichteten Betrieben Sorge trage, wurde einstimmig angenommen. Sodann legten je ein Redner des Haschomer Hazair und der Judenstaatspartei die Gründe für ihre Gegnerschaft gegen die Exekutive dar und erklärten, sich an ihrer Wahl nicht zu beteiligen. Danach fand die Wahl der Exekutive statt die in ihrer bisherigen Zusammensetzung erhalten blieb. Dr. Chajim Weizmänn wurde zum Präsidenten der Organisation wiedergewählt. Ausser ihm gehören der Exekutive als Mitglieder David Ben-G u rio n". P r o i e s s o r. B'r odeisky, Jizchak Grün bäum. Rabbi I. L. Fisch mann Elieser Kaplan, Dr. Fischel Rottenstreich und Mosche S h e r t o k an. Dr. Arthur R u p p i n erhält Stimmrecht in Fragen der Kolonisation und Landwirtschaft, Dr. Goldman n in politischen Fragen, Louis L i p s k y gehört der Exekutive als Vertreter in Amerika ohne Stimmrecht an. Elija hu Dobkin, Mosche Schapiro und Rev. Perl zweig verbleiben auf ihren bisherigen Posten. Zum Präsidenten des Aktionskomitees, dessen Mitgliederzahl auf 70 erhöht wird, ist M. M. Ussischkin wiedergewählt worden. Er erhielt auch das Recht, an allen Sitzungen der Exekutive teilzunehmen. Das Aktionskomitee ist beauftragt worden, in London eine politische Kommission zur Beratung und Unterstützung der Exekutive einzusetzen. In das Ehrengericht wurden u. a.' Adv. Hartglas, Dr.. Micha el Ringel, Dr. Sokal, Richard Li cht heim, Dr. Rufeisen, Dr. Barth, Dr. Wolfsberg und I. Ussischkin gewählt. Das Wahlergebnis wurde von dem Kongress mit langanhaltenden Ovationen für Weizmänn und die Exekutive aufgenommen. Nach den Wahlen sprach der Vorsitzende der Zionistischen Organisation Amerikas. Dr. Stephan Wise, der Exekutive loyale Unterstützung zu. Er werde nach seiner Rückkehr nach Amerika sich mit allem Nachdruck dafür einsetzen, dass die amerikanische Judenheit ihre Leistungen für den Palästinaaufbau erhöhe. Der Vorsitzende der Zionistischen Exekutive, David Ben Gurion, erklärte in seinem Schlusswort, dass die jüdischen Vertreter in den kommenden Verhandlungen darauf bedacht sein würden, alle Rechte,- die den Juden auf Grund des Mandates und der Balfour- Deklaration zustehen, zu wahren. Chajim Weizmänn bezeichnete als die wichtigste aktuelle Frage die der Sicherheit im Lande. Sie sei die unerlässliche Voraussetzung für die Behandlung jedes Planes. Er sprach der Mandatarmacht das Vertrauen aus, dass sie Ruhe und Ordnung in Palästina aufrechterhalten werde, und richtete noch einmal einen Appell an die Juden der Welt, durch erhöhte Opferfreudigkeit Palästina über diese kritische Zeit hinwegzuhelfen. Damit hat der XX. Kongress sein Ende gefunden. Schon am gleichen. Abend traten zahlreiche Delegierte und Gäste ihre Heimreise an. Sitzung des Aktionskomitees Am 17. August abends trat das neugewählte Aktionskomitee unter dem Vorsitz von M. M. Ussischkin zu seiner ersten Sitzung zusammen. Nach der Konstituierung des Präsidiums fand eine Aussprache über die Wahl des sogenannten „Kleinen Actions-Comites'* statt. Es ergaben sich hierbei Meinungs-. Verschiedenheiten. Einige Mitglieder sprachen sich gegen die Wiederwahl des „Kleinen Actions-Comites" aus. da diese Einrichtung zur Folge habe, dass die Mehrheit der Actions- Comite-Mitglieder der unmittelbaren Arbeit entzogen wird und über wichtige Entwicklungen und Ereignisse nicht genügend informiert ist. Die Aussprache führte zu dem Beschluss, das „Kleine Actions-Comite" zu erweitern. Es wird jetzt dreissig Mitglieder umfassen. Die Wahlen in das „Kleine Aclions-Comite" wurden sofort vorgenommen und im Anschiuss daran wurde die politische Kommission gewählt, die nach einem Beschluss des Kongresses die Exekutive in London bei der politischen Arbeit unterstützen soll. Ein Auf ruf Jabotinskys Wie nicht anders zu erwarten war, benutzt der Präsident" der Neuzionistischen*Organisation,; Wladimir Jabotinsky, die Annahme des Ermächtigungsbeschlusses durch den Zionistenkongress, um seine gegen die Teilung Palästinas gerichteten propagandistischen Anstrengungen zu vervielfachen. Er hat einen Aufruf erlassen, in dem er die Resolution als „Verrat" brandmarkt und verlangt, dass sie in den nächsten Wochen durch Kundgebungen,- die ■ von einem Plebiszit bis zu einer Nationalversammlung variieren können, desavuiert werde. Es sei dringend notwendig, dass der Völkerbund, die Mandatarmacht und die Regierungen aller interessierten Staaten eine weltumspannende Kundgebung des jüdischen Nationalwillens zu sehen bekommen, die zeigt, dass die Judenheit jedes Abkommen verwirft, das eine Verstümmelung seines Territoriums bedeutet. In Jerusalem wurde ein Komitee zur Aufbringung eines Fonds geschaffen, der die Kampagne Wladimir Jabotinskys gegen die geplante Teilung Palästinas finanzieren soll. Dem Kuratorium des Fonds gehören Professor Klausner und I. K. G o w s k y an. Ob diese Aktionen dazu geeignet sind, die Pläne einer Round-Table-Konferenz zwischen Zionisten, Revisionisten und Aguda, die immer noch erwogen werden, zu fördern, muss bezweifelt werden. _ Die Araber zum Teilungsplan Die arabische Protestbewegung gegen den Teilungsplan hat in der vergangenen Woche durch die Vereinigung „Alle jungen Moslems" in -Tunis . eine .Verstärkung erfahren. Diese Vereinigung hat dem britischen Konsul in'Tunis eine Denkschrift überreicht, in der gegen die geplante Teilung Palästinas protestiert wird. In Transjordanien ist die Stimmung weiter geteilt. Einerseits musste die Polizei Aufrufe beschlagnahmen, in denen die Bevölkerung aufgefordert wurde, ihr Leben aufs Spiel zu setzen, um die Einheit Palästinas zu retten, und dem „Dawar" zufolge sollen die Fellachen durch herumreisende jugendliche Araber aufgefordert werden, ihre Waffen gut zu verwahren, da Unruhen in grösstem Umfange bevorständen; andererseits sollen Versuche unternommen worden sein, um eine Verständigung zwischen Emir Abdulla, Nashashibi und dem Mufti herbeizuführen, die möglichenfalls die Bereitwilligkeit zu Verhandlungen stärken wird. Eine ganz radikale, für die Teilung eintretende Gruppe in^ Transjordanien hat sich in der sogenannten ..Nationalpartei in Transjordanien" zusammengeschlossen. Der Zionistenkongress wird von der arabischen Presse mit grosser Aufmerksamkeit verfolgt. Der „Feiestin" wirft dem Kolonienminister einseitige Begünstigung der Juden vor und ist der Ansicht, dass seine Bemerkung vor der Mandatskommission, die Araber Palästinas seien zur Selbstverwaltung ebenso reif wie die des Irak und Syriens, ironisch gemeint gewesen sei. Der Kairoer Tageszeitung „El Ahräm'"' zufolge hat Emir Abdulla an den High Commiasioner Sir Arthur Wauchope eine Denkschrift gerichtet, in der er gegen die kürzlich veröffentlichten Erklärungen von Sir Henry MacMahon Stellung nimmt. Als der einzige überlebende Sohn des verstorbenen Königs Hussein erklärt er, dass nach den in seinem Besitze befindlichen Briefen das Unabhängigkeitsversprechen für die arabischen Provinzen auch Palästina umfasst habe. die jüdische Siedlung A rza von einer arabi« sehen Bande angegriffen und heftiger Beschiessung "ausgesetzt. Polizei und jüdische Hilfspolizei erwiderten das. Feuer und schlugen, die Angreifer zurück. Auch bei Jerusalem kam es'in der-gleichen Nacht zu einem Feuergefech.t zwischen einer Polizeipatrouille und einer bewaffneten Araberbande. Der Polizei fielen ein Gewehr und einundvierzig Patronenmagazine in die Hand. Ungefähr zu gleicher Zeit wurde von dem arabischen Dorf' Kubeiba mit Polizeiunter-. Stützung der . Angriff ■ einer uniformierten Araberbande abgewehrt. Ein Araber, der die Uniform eines Hauptmanns der britischen Armee trug und mit Gewehr und Munition ausgerüstet war, wurde gefangen genommen. Von der Polizei wurden unter den Arabern zahlreiche Verhaftungen vorgenommen. Zehn Führer extrem nationalistischer Elemente' wurden nach Akko verbannt. Neben der Geheimorganisation „Schwarze Hand" ist jetzt . eine neue arabische Geheimorganisation „Heilige Hand" gegründet worden, die sich ebenfalls dadurch" betätigt, dass sie an reiche Araber Droh- und Erpressungsbriefe richtet. Am 16. August abends ist im Züricher Stadttheater, in dem die Plenarsitzungen des XX. Zionistenkongresses stattgefunden haben, ein Brand ausgebrochen. Das Archiv und das Kongressmaterial wurde geborgen. Die Brandursache ist bisher nicht aufgeklärt. Neuer Terror Leider scheint' es, als fänden die gelegentlich von arabischer Seite und auch von Weizmänn in seiner Schlussrede auf dem Kongress ■ geäusserten Vermutungen, dass in Palästina neue Unruhen bevorstehen, eine Bestätigung durch die jüngsten Tatsachen. Nachdem bereits in der vorigen Woche eine Friedhofsschändung in Hebron und mehrere Bombenfunde und Verhaftungen gemeldet -wurden, kam es am 10. August zum erstenmal seit Abschluss der letzten Unruheepoche wieder zu einer regelrechten Beschi essung einer jüdischen Siedlung. Eshandelt sich um Kfar Menachem bei Gedera, das von einer bewaffneten Araberbande zwei Stunden lang von allen Seiten her beschossen wurde. Während des Angriffs hat das arabische Nachbardorf Idnabya die Wasserzufuhr zu der jüdischen Siedlung abgeschnitten. Es wurden von der Polizei Verstärkungen in die Siedlung entsandt und mit Hilfe von Spürhunden die Nachforschungen nach den Angreifern durchgeführt. Auch sonst scheint die Tätigkeit der arabischen Terroristen wieder reger geworden zu sein._ In Dschenin wurde ein Auto mit Steinen beworfen. Der jüdische Chauffeur wurde verletzt, ein gleichfalls jüdischer Passagier nicht getroffen. In J a f f a haben bewaffnete Araber nachts das Haus des bekannten arabischen Rechtsanwalts El Imam überfallen, seine sechzigjährige Schwester erschossen und seinen vierzehnjährigen Sohn verwundet. Der Rechtsanwalt hatte in letzter Zeit zahlreiche Drohbriefe erhalten. Am 12. August versuchte eine arabische Bande bei Jericho die Grenze zu überschreiten, um Waffen aus Transjordanien einzuschmuggeln. Nach einem Kugelwechsel mit der Polizei verschwand sie. In Wadi R u s c h m i ä wurden von der Polizei fünfzehn stark geladene Handgranaten entdeckt. Verhaftet wurde niemand. Auf der Strasse Jerusalem — Hebron ist eine Polizeipatrouille nachts von Arabern beschossen worden. Die Polizei, erwiderte das Feuer und zerstreute die Angreifer. . Nach einem ruhigeren Wochenende wurde in der Nacht vorn 15. zum 16. -August wiederum Palästina-Regierung bereitet Einwanderungsbescliränkung vor Wie die Jüdische Telegraphen- Agentur erfährt, wird von der Palästina-Regierung bereits der Entwurf einer Verordnung ausgearbeitet, durch die die Massnahmen des Berichtes der Kgl. Kommission zur Einschränkung der jüdischen Einwanderung durchgeführt werden sollen. Nach der neuen Verordnung sollen die Einwanderer mit eigenem Kapital von mindestens 1000 Pfund in Zukunft die Einwanderungsgenehmigung direkt bei der Palästina-Regierung beantragen müssen, die Einwanderer-Kategorien der Handwerker und Intellektuellen mit geringerem Kapital werden abgeschafft. Die politische Höchstgrenze der Einwanderung pro Monat beträgt ^1000 Personen, und auch diese Quote kann herabgesetzt werden, wenn sie die. wirtschaftliche Aufnahmefähigkeit übersteigt. Die Verordnung sieht auch eine Abänderung der Palestine Order in Council vor. Es heisst, dass auch Bestimmungen über die Einschränkung des Rechtes der Juden, Boden zu erwerben, vorbereitet werden. Rabbi Chalm Mich! Michlin Rabbi Chaim Michl Michlin, der im 71. Lebensjahre in Palästina starb, war eine der markantesten Persönlichkeiten des Landes, schon deshalb, weil er gleichmässig dem alten und dem neuen Jischuw angehörte. „Rabbi" wurde er von beiden Gemeinden genannt, und niemand führte diesen Titel mit grösserem Recht. Der langjährige Korrespondent fast sämtlicher hebräischen Zeitungen und Sekretär der beiden Oberrabbinen Elieschar und Salant war heimisch sowohl im Talmud Babli als im Talmud Jeruschalmi, bei dessen Ergründung er Lunz wertvollst unterstützte, und übte oft ehrenamtlich die Funktion eines Dajan in einer der Vorstädte Jerusalems aus. Er war aber gleichzeitig einer der Führer in der Misrachigruppe Jerusalems und unterstüzte Aron Eisenberg in seinen kolonisatorischen Unternehmungen. Michlin verdiente aber auch den Namen „Rabbi" wegen seiner erfolgreichen Lehrtätigkeit. Dieser Erfolg war ihm um so sicherer, als er ein Meister der hebräischen Diktion war. Eingetreten in den Lehrkörper des Hilfsvereins zu einer Zeit, als der Sturm gegen die Hiifsvereinsschulen wegen des Technikumsstreits tobte, gehörte er bald zu den älteren unter den an diesen Schulen wirkenden 70 Lehrern, welche die alten Traditionen fortführten und dazu beitrugen, dass dieses Schulwerk einen weiteren Aufbau erfuhr und eine nie zuvor erreichte Schülerzahl erlangte. Es handelt sich um Traditionen, deren Prinzipien vondem weitblickenden Paul Nathan bereits bei Begründung des Lehrerseminars 1900 als -richtig anerkannt wurden, vier Jahre vor seinem Besuch in Jerusalem. Michlin besass ein aussergewöhnlich grosses Anpassungsvermögen, hat sich schnell in die modernen Schulverhältnisse hineingelebt und erfreute sich grösster Beliebtheit bei Kollegen und Schülern. Er füllte seinen Platz aus sowohl im Lehrerseminar als auch in den Lyzealklassen der Mädchenschule. - In einem Beitrag zu einer Festschrift, welche vor vier Jahren in Jerusalem erschien, schildert Michlin das harmonische Leben'innerhalb des Lehrkörpers, der eine einzige grosse Familie bildete, und hebt die Verbundenheit seitens des Hilfsvereins hervor, der in der schweren Kriegszeit, das Menschenmöglichste getan hat, um Lehrer und Schüler vor "Not zu bewahren. Ferner weist er auf das Vertrauen hin. welches die Schulen seitens der Orthodoxie genossen. In demselben Aufsatz heisst es: „... und es muss ein für allemal gesagt werden, dass niemand so viel für die Einbürgerung des Hebräischen ia Palästina getan hat wie das grosse Schulnetz des HiJfsver.ems, vom Kindergarten bis zum Lehrerseminar usw. Wenn Ben Jehuda als der Künder der Wiederbelebung der hebräischen Spracro angesprochen wird, so müssen die' Hilfsvereinsschulen als dasjenige Instrument bezeichnet werden, welches das Ideal in die Wirklichkeit umgesetzt hat" Fünf seiner Kollegen sind Rabbi Michlin in den Tod vorausgegangen: Dr. Israel Weinberg, eine leitende Lehrkraft im Lehreiseminar, Rabbiner Dr. Tauber. Lazar Rokach, leitender Lehrer der Mädchenschule, Juda Halberstädter, Leiter der Knaben- und Mädchenschule in Jaffa, der nach der Evakuierung Jaffas die Leitung der Talmud-Thora- Schule in Jerusalem übernommen hat, und letzthin Rabbiner Benzion Koenkas, vormals leitender Lehrer am Rabbinerseminar, zuletzt Vorsitzender des jüdischen Gerichtshofs in Jerusalem. Ihr Wirken lebt in ihren Schülern fo^.__ E. C.-R. Oestlich von Gedera wurde eine neue landwirtschaftliche Siedlung gegründet, die zu Ehren der Gründerin der Hädassa,'Henrietta Szold, Kfar Szold, benannt wurde."

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