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Central-Verein-Zeitung · 1937-08-12 · 32 (12.8.1937) · page 12

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
16 (1937)
Issue
32 (12.8.1937)
Date
1937-08-12
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seife 12 & C-Vo-Zelfung Nr. 32» 12. August 1937 Die Minderheitenresolution herrührenden Verbesserung der Rechtslage der Juden in anderen Ländern als abwegig, wies aber andererseits darauf hin, dass sich England in der Handhabung des Mandates voraussichtlich noch weiter verschlechtern werde, wenn man es gegen seinen Willen zu dessen Aufrechterhaltung veranlassen würde. Im übrigen trat Brodetsky für die bedingte Ermächtigung der Exekutive ein. In der gleichen Sitzung ergriff auch Lord Melchett das Wort. Er forderte den Kongress auf, trotz der erlittenen Enttäuschungen England bei der Lösung des schwierigen Palästina-Problems zu unterstützen. Das Ziel sei ein gesunder lebensfähiger Staat in Palästina, der imstande sei, den ungeheuren Druck zu erleichtern, unter dem die Masse der europäischen Judenheit leidet. „Nach 2000 Jahren", schloss Lord Melchett, „wird dem jüdischen Volk Souveränität und Freiheit angeboten. Wir müssen uns zu der Höhe einer grossen Gelegenheit erheben und noch in unserer' Generation die Grundlage zu einem Staate legen, der ein Gewinn für die Menschheit sein und Israel zum Ruhme gereichen wird." Es sprachen dann noch weiter Riftin (Haschomer Hazair) gegen die Teilung und Isaac Tabenkin für die Einberufung einer alle Teile der Judenheit repräsentierenden grossen Versammlung. Rabbi Barnett Brickner forderte für die Mehrheit der amerikanischen Delegierten die Er- Die unter dem Vorsitz von Dr. Stephen S. W i s e abgehaltene öffentliche Sitzung am 10. August brachte ein letztes Rededuell zwischen Ussischkin und Weizmann. Noch einmal wurden die Möglichkeiten und Gefahren jeder der beiden Teilungsmöglichkeiten hervorgehoben. Ussischkin j richtete einen letzten verzweifelten Appell an den Kongress, die Annahme des Teilungsgrundsatzes zu verhindern. Grosses Unheil wird über uns kommen, sagte Ussischkin, wenn der Kongress die Teilung annimmt. Man würde sich, damit in die grösste Gefahr begeben. Er könne kein Zutrauen zu einem Judenstaat haben, wie er jetzt angeboten wird. Der Kongress möge mit einem Nein gegen diesen Plan stimmen. An Weizmann sich, wendend, behauptete der Redner, zwanzig Jahre lang habe Weizmann und in den letzten Jahren auch. Ben Gurion und Shertok die Kritik an der britischen Verwaltung unterdrückt und ihre unfreundliche Einstellung gegenüber der jüdischen Arbeit in Palästina verheimlicht. Man bietet uns, sagte Ussischkin, einen Staat mit fünf Millionen Dunam Boden an. aber davon ist nur eine Million in jüdischen Händen. Vier Millionen bleiben in arabischem Eigentum. Die Frage ist, ob diese vier Millionen jemals in jüdischen Besitz übergehen werden. Ussischkin meinte, dies würde nicht der Fall sein. Die Araber würden in dem geplanten Judenstaat ihren Boden den Juden nicht freiwillig verkaufen. Würde es möglich sein, sie durch eine internationale Vereinbarung dazu zu zwingen? Die 300 000 Araber, die in dem geplanten jüdischen Staat verbleiben werden, würden unser Unheil sein. Man werde mit ihnen äusserst sorgsam umgehen müssen. Man werde für sie als Bürser unseres Staates Schulen errichten und die Wohlfahrtsarbeit .für sie finanzieren müssen. Ausserdem sei zu befürchten, dass die Existenz 'der jüdischen Arbeiterschaft durch sie untergraben werden könnte. Ussischkin schloss mit der Warnung, dass der Kongress. wenn er für 'die Teilung "stimmen werde, gleichzeitig auch für die Zersplitterung der zionistischen Einheit stimmen werde. Dr. Weizmann erklärte einleitend, Ussischkins Opposition sei zweifellos ehrlich, aber habe nicht die Befähigung, die politische Seite der Fräse zu behandeln. Es sei zwecklos. England zu beschuldigen, dass es an den Juden Verrat übe. England sei von hunderten Problemen bedrängt. Man könne von ihm nicht erwarten, dass es seine Aufmerksamkeit nur dem kleinen Teilzuwende. an dem wir besonders interessiert sind. .Was wir aber von England erwarten können, sei Aufrichtigkeit. Es möge uns sagen: So weit ■und nicht weiter können wir jetzt gehen. Er wisse, dass dieser Punkt jetzt erreicht sei. Wir haben aus dem, was uns angeboten wird, das Beste herauszuholen. Die Durchführung des Mandats, fuhr Dr. Weizmann fort, sei für England in dem letzten Jahr infolge der internationalen Verwicklungen schwierig geworden. Der jüdische Staat würde 'das werden, was die Juden aus ihm machen. Ich glaube an die Kräfte unseres Volkes, sagte Weizmann. Wenn es uns nur gelingt, die zwei Millionen Juden, von denen ich gesprochen ftabe, hinzubringen, dann eröffnen sich uns so weite Perspektiven, wie man sie sich kaum träume lassen kann. Zur Araberfrage bemerkte Weizmann, der Frieden mit den Arabern werde auf der Grundlage der Gegenseitigkeit kommen. Wir müssten aber in der Lage sein, ihnen etwas zu bieten. Weizmann erklärte, er glaube, dass wir 'den Arabern in wirtschaftlicher und in anderer Beziehung viel zu biete hätten. Wir hätten es aber bisher nicht tun können, weil wir nicht Herren im eigenen Hause gewesen seien. Dr. Weizmann richtete sodann an den Kongress den Appell, der Teilung grundsätzlich zuzustimmen und das übrige der Zukunft zu überlassen. Was die Aufnahmefähigkeit des Landes betreffe, so sei auf Belgien als Beispiel hinzuweisen. Theoretisch dürfte in Belgien kein Kind geboren werden, weil es keinen Platz für es gibt, trotzdem wächst Belgien und entwickelt sich. teilung genauer Instruktionen an die Exekutiv© im Anschluss an die Ermächtigung. Für die Hadassa erklärte B. E. Sola de Pool, dass der Bau des neuen Krankenhauses in Jerusalem fortgesetzt werden werde, da man darauf vertraue, dass Jerusalem den Juden nicht genommen werden wird. Im Laufe der weiteren Debatte sprachen noch: Lew Stern (Jugoslawien) für die Teilung unter der Voraussetzung von Entwicklungemöglichkeiten, Sieger (Amerika) gegen die Teilung in jeder Form, A. Kolodni (Gruppe A, Palästina), der sich gegen eine grundsätzliche Entscheidung auf dem jetzigen Kongress aussprach, der Judenstaatler Markowicz, AI Morris (Südafrika) u. a. m. - In der Montagabendsitzüng ergriff nach Reden von Dr. Glickson (Palästina), Dr. Julius Becker (Schweiz) und Berl Locker, der Leiter des politischen Departements der Jewish Agency ■ Mosche Shertok das Wort und erklärte, der Umfang des jüdischen Gebietes sei vor allem eine Bewässerungsfrage. Palästina könne ein Industriezentrum für den Nähen Osten werden.. Es hänge also von den Juden selbst ab, was aus dem Plan gemacht werden könne. Am Vormittag des 10. August fand nur eine kurze öffentliche*Sitzung des Kongresses statt^ in der technische und geschäftsordnungsmässige Angelegenheiten erledigt.wurden.- „Ich richte an Sie," sagte Weizmann, „den Appell den Weg zu gehen, den Vertrauen zu den Kräften des jüdischen Volkes kennzeichnet. Aus diesem Gefühl des Vertrauens wird etwas Grosses entstehen, etwas Grösseres als das, was 1918 mit der Balfour-Deklaration begann. Was wir jetzt tun, ist nicht Abschaffung des Mandats, sondern die Entwicklung der Balfour- Deklaration. Es ist ein schwieriger Weg, aber wir müssen ihn gehen, denn er ist der Weg zu grösseren Erfolgen." Die Festsitzung in Basel Am S. August fand in Basel eine Erinnerungsfeier an den vor 40 Jahren hier von Theodor Herz! eröffneten Ersten Zionistenkongress statt. Die Delegierten und Teilnehmer des Zionistenkongresses waren aus Zürich in einem Sonderzug nach Basel gereist, auch die Zionistische Exekutive war vollzählig erschienen. Eine Reihe von Ehrengästen, unter ihnen die noch lebenden Delegierten des Ersten Kongresses, sowie zahlreiche Journalisten aus allen Ländern nahmen an der Feier teil. Sie wurde von Dr. S c h a 1 i t durch Hammerschläge eröffnet. Schallt ist einer der engsten Mitarbeiter Herzls und hat schon den Ersten Kongress in gleicher Weise eröffnet. Tiefe Ergriffenheifherrschte im Saal, als der Präsident des XX. Kongresses und des Zionistischen Aktions-Comites. M. M. Ussischkin, das Wort ergriff. Vor vierzig Jahren, so führte Ussischkin aus, stand auf dieser Tribüne ein Mann, der mit dem Adlerflug seines grossen Gedankens das jüdische Volk mit sich fortgerissen und eine mächtige Bewegung geschaffen hat. Gross seien die Erfolge dieser "Bewegung. Der Traum vom Judenstaat nähere sich der Verwirklichung. Ausserordentlich bewegt, mit leiser, verhaltener Stimme, sprach Weizmann. Er gab einen Ueberblick über die Entwicklung des Zionismus in den vierzig Jahren des Bestehens der organisierten politischen Bewegung. Herzls mühevolle Arbeit in den ersten Jahren des politischen Zionismus sei eine Arbeit „für uns, aber nicht mit uns gewesen". Nachdem Herzl vergeblich versucht habe, an die Türen der jüdischen Barone und Reichen zu klopfen, habe er sich an die „kleinen Leute" gewandt. „Wir, die kleinen Leute aus Odessa, Warschau und anderen Städten'4, sagte Weizmann, „haben der Bewegung ihre Breite gegeben." Der gestrige Kongress, der in so verantwortungsschwerer Stunde zusammengetreten ist, sei frei von Parteikampf und geladen mit jener Spannung der Idee, die die Bewegung seit Herzls Zeiten kennzeichnet. Nachdem er Ussischkin anlässlich seines 75. Geburtstages für seine 50jährige zionistische Arbeit gedankt hatte, dankte er auch der Stadt Basel für die Gastfreundschaft, die sie vom Ersten Kongress an so vielen zionistischen Kongressen gewahrt hat, und durch die sie mit der Geschichte der zionistischen Bewegung unzertrennlich verknüpft worden sei. Es erfolgte nunmehr die feierliche Uebergabe der Fahne des Ersten Zionistenkongresses an den Präsidenten des jetzigen Kongresses, M. M. Ussischkin. Ein Vertreter der Schweizer Bundesregierung hielt eine Ansprache, in der er daran erinnerte, dass neun Zionistenkongresse bereits in Basel abgehalten worden sind. Er lud die Führung der zionistischen Bewegung ein, auch die künftigen Kongresse in der Schweiz zu veranstalten. Es sprachen dann der Vertreter der Baseler Jüdischen Gemeinde und ein Vertreter des Schweizerischen Zionistenverbandes. Eine längere Rede hielt u. a. der Stockholmer Oberrabbiner, Dr. Markus Ehrenpreis. Er hob hervor, dass auf diesem Jubiläumsfestakt eine Begegnung zwischen zwei Generationen, der von 1897 und der von 1937, stattfinde. Er appelliere an die junge Generation, der es vergönnt ist, die Befreiung zu verwirklichen, den Idealen treu zu bleiben, die der alten Generation auf ihrem Wege voranleuchteten. Dr. David Farbstein gab Erinnerungen über den Ersten Kongress wieder, auf dem er das Referat über die wirtschaftliche Lage der Juden in der Welt gehalten hatte. Weitere bemerkenswerte Erinnerungen teilte Professor Dr. L o e w e aus Jerusalem mit, der auf dem Ersten Während die engere politische Kommission die im Hauptblatt wiedergegebene, von dem Kongress akzeptierte Resolution ausgearbeitet hat, haben die Nein-Sager, die sich aus der Judenstaatspartei, dem Haschomer Hazair, dem Misrachi, der Mehrheit der Allgemeinen Zionisten Gruppe B sowie einigen Abgeordneten der Allgemeinen Zionisten Gruppe A und 14 Hadassa- Delegierten zusammensetzten, nachstehende Resolution eingebracht: I. Der XX. Zionistenkongress nimmt Kenntnis von den Ergebnissen der Untersuchung der Kgl. Kommission für Palästina in den folgenden grundlegenden Punkten: 1. Dass der Hauptzweck des Mandats, wie er in der Präambel und den einzelnen Bestimmungen zum Ausdruck kommt, der ist, die Errichtung des jüdischen Nationalheims zu ermöglichen. 2. Dass das Gebiet, in welchem das jüdische Nationalheim errichtet werden soll, zur Zeit der Balfour-Deklaration verstanden wurde als das Gebiet des historischen Palästina. 3. Dass der Gedanke einer Entwicklung Palästinas zu einem jüdischen Staat oder Gemeinwesen von Anfang an in dem Zweck der Balfour-Deklaration und des Mandats lag. 4. Dass die Repatriierung einer grossen Zahl von Juden in ihr Heimatland mit bedeutendem Nutzen für die palästinensischen Araber und unter genauester Beachtung ihrer bürgerlichen und religiösen Rechte durchgeführt worden ist. II. Der Kongress weist die Behauptung der Kgl. Kommission, dass das Mandat undurchführbar und eine Zusammenarbeit zwischen Juden und Arabern in Palästina zum Nutzen des gesamten Landes nicht zu erreichen sei, als irreführend zurück und drückt seine feste Ueberzeugung aus, dass es die Verwaltung des Mandates und nicht das Mandat selbst ist, das einen Zusammenbruch erlitten hat. III. Der Kongress weist mit gleicher Bestimmtheit die beiden von der Kgl. Kommission gemachten Vorschläge zurück, die Teilung des Landes einerseits und die sogenannten Palliativmittel andererseits, die den wirklichen Fort- Kongress Delegierter aus Palästina war. Als letzter Redner sprach der Direktor des Keren Hajessod, Leib J a f f e, über die Aufgaben der Jugend, deren Vertreter er auf dem Ersten Kongress gewesen sei» Der Bericht der Zionistischen Exekutive Die Zionistische Exekutive hat dem XX. Kongress einen umfassenden Bericht von 456 Druckseiten vorgelegt, in dem sie ausführlich über ihre organisatorischen und kolonisato-» Tischen Leistungen berichtet. In der Einleitung „40 Jahre staatsbauender Zionismus" wird auf die bedeutungsvolle Tatsache hingewiesen, dass jetzt zum erstenmal die praktische Möglichkeit eines Judenstaatsf wenn auch durch Verkleinerung des Gebietes und Verminderung seiner Möglichkeiten, vor der ganzen Welt behandelt werde. In dem Bericht des Einwanderungsdepartments wird ein starker Rückgang der Einwanderung seit 1936 festgestellt. Von 61000 Einwanderern im Jahre 1935 ist die Einwanderung auf 30 000 im Jahre 1936 gesunken. Die besonderen Bemühungen gelten der Einwanderung aus Deutschland, die im Jahre 1935 13 Prozent, im Jahre 1936 29 Prozent der Ge&amteinwanderung ausmachte. Für die zweite Hälfte des Sommers 1937 wurden 400 Zertifikate für Landwirte mit Hachschara- Ausbildung, und 300 für Einwanderer zmn Zwecke der Hachschara in Palästina beantragt. Ferner wurden den Juden aus Deutschland Ausbildungsmöglichkeiten am Technikum in Haifa, in der L u d w i g - T i e t z - Handwerkersehule in Jagur sowie auf künstlerischem Gebiet geboten. Der Bericht weist schliesslich auf die Leistungen für die Juden aus Deutschland durch Erweiterung der Mittelstandssiedlungen, durch Ansiedlung Von Chaluzim und durch Verstärkung der Jugendalija hin. Nach dem Bericht des Departments für landwirtschaftliche Kolonisation sind während der Unruhen etwa 100 000 Citrusbäume, 70 000 Obstbäume und 75 000 Waldbäume entwurzelt und etwa 20 000 Dunam Getreide in Brand gesteckt worden. Abgesehen von dem Materialverlust sind dadurch die Mühen vieler Jahre unwiederbringlich verlorengegangen. Von 404 000 Angehörigen des Jischuw waren im Jahre 1936 98 303 oder 24 Prozent in 203 ländlichen Siedlungen tätig. In organisatorischer Hinsicht sind folgende Angaben von Interesse: Die Zahl der aufgebrachten S c h e k e 1 wird . für das Jahr 5697 auf 900 000 bis 950 000 geschätzt. In den Vereinigten Staaten und in Grossbritannien ist ein Ansteigen, in Kongresspolen, Galizien und Litauen ein Rückgang festzustellen. Für den Keren Hajessod brachte das Jahr 5696 eine Nettoeinnahme von 314975 Pfund, für das laufende Jahr wird etwa die gleiche Einnahme erwartet. Seit dem Krisenjahr 5693 haben sich die Einnahmen um 50 Prozent erhöht, jedoch wird, um den Stand der Einnahmen vor der Krisenzeit zu erreichen, eine weitere 50prozentige Erhöhung notwendig sein. Interessant ist die Tatsache, dass die Zahl der Zeichner im Steigen, die durchschnittliche Höhe der Zeichnungen hingegen im Sinken ist. Darin, so wird in dem Bericht erklärt, spiegele sich, nicht nur die Verschlechterung der wirtschaftlichen Verhältnisse in den grössten Teilen der Judenheit wieder, sondern auch dieVerbreiterung der von dem Aufbauwerk erfassten jüdischen schritt' verhindern und die Entwicklung des Nationalheims aufhalten. IV. Die von der englischen Regierung herausgegebene Erklärung über ihre künftige Politik kündigt die Absicht an, die Empfehlungen der Kgl. Kommission zu verwirklichen, die einen Teilungsplan enthalten, der einschliesst a) Aufgabe des Mandats für Palästina und Annullierung der Balfour-Deklaration, b) Zerfleischung des Landes, c) Einschluss des überwiegenden Teiles!r£ einen neuzuschaffenden arabischen Staat, d) Unterstellung anderer Teile des Landes unter dauernde englische Verwaltung, e) Schaffung eines jüdischen Staates aus den Resten des Landes unter Bedingungen, die wesentliche politische, wirtschaftliche und strategische Notwendigkeiten und das zwingende Bedürfnis grosser Massen des jüdischen Volkes, repatriiert zu werden, nicht berücksichtigen. Der XX. Zionistenkongress erblickt in die* sen Vorschlägen eine Verletzung der dem jüdischen Volk von Grossbritannien gegebenen und von den Völkern der Welt bestätigten Zusicherungen. Er erklärt feierlich, dass er in unabänderlichem Gegensatz zu der Zerfleischung Palästinas steht und ihr mit allen ihm zur Vea> fügung stehenden Mitteln festen Widerstand leisten wird, und dass das unveräusserliche Recht des jüdischen Staates auf sein historisches Heimatland durch keinerlei Unterschriften be-* seitigt werden kann und dass kein Plan, der die Teilung Palästinas einschliesst, die Basis für Verhandlungen über das künftige Palästina bilden kann. V. Der Kongress beauftragt die Exekutive, ihre Stellung auf der festen Grundlage des jüdischen Rechts und der jüdischen Errungenschaften in Palästina, die jetzt in weitem Umfange in dem Bericht der Kgl. Kommission anerkannt und bestätigt sind, einzunehmen. Er ruft die Exekutive auf, erneute Anstrengungen zu unternehmen, um die Mandatarmacht zu einer konstruktiven Politik für die Verwirklichung des Mandats und die Zurückführung des jüdischen Volkes in seine historische Heimat zu veranlassen. Kreise. In das Direktorium des Keren Hajessod sind Kurt Blumenfeld und Generaldirektor Dr. Arnim W e in e r neu eingetreten. Dem Bericht des Keren Kajemet ist zu entnehmen, dass seit dem XIX. Kongress eine weitere Verlangsamung im Tempo der Bodenkäufe des Fonds eingetreten ist. Diei Kosten und Aufwendungen für die gemeinsam mit der ICA erworbene Hule-Konzession werden auf über eine Million Pfund geschätzt. In dei* Berichtsperiode hat der Keren Kajemet brutto etwa 826 000 Pfund gegenüber 583 000 Pfund in den beiden vorangegangenen Jahren aufgebracht. Es wurden Arbeiten zur Trockenlegung und zui- Bekämpfung der Malaria unternommen, sowie verschiedene Siedlungen mit Wasseranlagen versorgt. Die Aufforstungstätigkeit hat sich verstärkt. Die ■ A n g 1 o - P a 1 e s t i n e - B a n k hat, als im September 1935 die Unruhen infolge der politischen Spannungen im Mittelmeergebiet zu beträchtlichen Abhebungen aus den kleineren palästinensischen Banken geführt hatten, in allen Fällen, in denen sie es für nützlich und erforderlich hielt, Hilfe geleistet. Ein neues Finanzinstitut, die Jüdische Landwirtschaftsbank, deren Aufgabe die Gewährung von Darlehen in Höhe von etwa 500 bis 600 Pfund an Landwirte ist, hat im Mai 1936 ihre Tätigkeit begonnen. In dem politischen Teil des Berichts wird der Palästina Verwaltung der Vorwurf gemacht, dass 6ie durch ihre schwankende und nachgiebige Haltung dem arabischen Extremismus Vorschub geleistet habe. Schon vor den Unruhen ' habe sich die Tendenz bemerkbar gemacht, die arabischen Führer auf Kosten des Jüdischen Nationalheims zu versöhnen. Diese Zugeständnisse hätten aber die arabischen Ambitionen nicht beschwichtigt, sondern weiter gesteigert. Zwischen der Palästinaverwaltung und der Jewish Agency sei es zu einem offenen Konflikt gekommen, weil die Verwaltung durchaus dazu neigte, die Gegnerschaft der Araber gegenüber dem Mandat als etwas anzusehen, was nicht überwunden» sondern beruhigt werden müsse; durch diese Haltung sei ein entschlossenes Vorgehen bei den Unruhen verhindert worden. Die Jewish Agency, so fceisst es in dem Bericht weiter, habe wiederholt auf die verderblichen Folgen der Unentschlossenheit und des Schwankens der Regierung hingewiesen. Ihr Verlangen, den Streik als illegal zu erklären und gegen diejenigen, die ihn organisierten, einzuschreiten, wurde von der Regierung abgelehnt. Auch wurde der Vorschlag der Jewish Agency unberücksichtigt gelassen, die offizielle Leitung der Umsturzbewegung aufzulösen und die ihr angehörenden Regierungsbeamten aus dem Dienst zu entlassen. x Das Eingreifen der Herrscher der arabischen Staaten in der Palästinakrise wird in dem Bericht als mandatswidrig bezeichnet. Die Jewish Agency habe bereits anlässlich des Aufrufes der arabischen Herrscher an das Oberste Arabische Komitee, den Streik zu beenden, betont, dass durch diesen Aufruf die Bahn freigemacht worden sei, für die dauernde Einmengung fremder Regierungen in die inneren Angelegenheiten Palästinas. Ein anderes Kapitel des Berichtes ist dem Kampf gegen die Einstellung der Einwanderung gewidmet. Die verschiedenen Phasen dieses Kampfes werden dargelegt. Zu der Frage der Verteidigung während der Unruhen wird festgestellt, dass die Bildung eines Hilfspolizeikorps die Selbstbeherrschung der jüdischen Bevölkerung rechtfertigt und zu ihrer Aufrechterhaltuhg wirksam beigetragen habe. Der Ausklang der Debatte

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