Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 16 (1937)
- Issue
- 32 (12.8.1937)
- Date
- 1937-08-12
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 C.-V.-Zeitung Nr. 32» 12. August 1937 Theater, Musik, Film Max Reinhardt hat die Regie des erfolgreichen amerikanischen Sensationsstuckes „Woraen"1' („Frauen''1) von Ciaire Booth übernommen, das in der /weiten Hülfte September am Theater der Josefstadt in Wien in Szene gehen wird. * Hans J a r a y wird am Deutschen Volkstheater in W i e n in einem englischen Lustspiel „Majestät macht Ferien'-1 von F. S. Cläre die Hauptrolle des Herzogs von Windsor spielen. Die nächste Novität des St. Jamcs-Thcaters in London wird Eugen II e! t a i s Komödie „Der stumme Ritter" sein, die gleichzeitig als englische Uraufführung herauskommt. Trudi Richards, eine Tochter der bekannten Schauspielerin Frieda Rieh a rds. ist für das Deutsche Volkstheater in Wien neu verpflichtet worden. * Fritz Rothgiessers Hörspiel ..Der wahre Robinson" wurde vom holländischen Sender H i 1 versum angenommen. * Berta G e r s t i n hatte mit der ..Kameliendame" im Ambu-Thcater in Buenos Aires grossen Erfolg. * Bei einem Dirigentenkurs, den Hermann Behorchen kürzlich in B ndapest veranstaltete, dirigierte der polnische Bratschist Moritz Horovitz Beethovens 5. Sinfonie. # Bronislaw II u 1> e r m a n hat in Melbourne und Syd ney (Australien) innerhalb von 1-1 Tagen jesieben Konzerte gegeben, die von der dortigen Presse als das'bedeutendste Ereignis des bisherigen australischen Musiklebens bezeichnet werden. Der Künstler wird in der ersten Hälfte September auch auf J a v a und in C c y 1 o n konzertieren. . Der Cellist Gregor P i a t i g o r s k y wird demnächst zum ersten Male in einem — von der französischen Filmindustrie vorbereiteten — Tonfilm zu sehen und zu hören sein. Er spielt darin ein Rondo und Adagio von Weber. * Im Saal des Mozarteums in Salzburg veranstaltete Lotte Lehmann eine Liedermatince, bei der sie von Bruno W alter begleitet wurde. * Michael Krauss schreibt die Musik zu einer Operette „La Venus ä Roulettes", deren Buch von Maurices Dekobra und Andre Maunrey stammt. Die Erstaufführung wird in Paris stattfinden. Jarornir Weinberger, der tschechische Komponist des „Dudelsackpfeifer" schreibt eine Bühnenmusik zum „Faust II" für das Deutsche Volksiheater in Wien. * Hedwig Rossin-Rosenfeld, die Gesangspädagogin und frühere Konzertsängerin, begeht am 12. August ihren 75. Geburtstag. * Ein neuer Film „Cheri-Bibr, nach dem Roman Ton Gaston Leroux, wird zur Zeit von M- Schlesinger in Paris fertiggestellt. ben des Reichsverbandes der Jüdischen Kulturbünde in Deutschland lobende Erwähnung fand, gelangt kurz nach den hohen Feiertagen in der Neuen Synagoge zu Berlin zur Uraufführung aus dem Manuskript In Verbindung mit der Uraufführung, die von der Künstlerhilfe und der Kultusverwaltung der Jüdischen Gemeinde gemeinsam vorbereitet wird, erfolgt die Weihe einer neuen Thora-Rolle. Die Proben zu ,,B?reschitb/' sind im Gange. Leitung: Chemjo Winawe r. B'reschith, ein Schöpfungshymnus von Oskar 'Guttmann, das bei dem Musikpreisausschrei- Heinrich D. Beer ein vergessener Maler In Berliner Privatbesitz befinden sich zwei Oelgemälde, die die Bezeichnung tragen ..Heinrich D. Beer 94" und „Heinrich Beer 95*''. Ihr kunstfreundlicher Besitzer erzählt, das» er den Maler, der da so verschiedene Signaturen für seine Werke hat, persönlich kannte, dass er beide Bilder und noch ein drittes in der Kunstausstellung in den Jahren 1895 und vielleicht auch 1S96 gesehen, ja, dass er den heute Unbekannten persönlich gekannt habe. Die Eltern von Heinrich D. Beer wohnten in der Berliner Potsdamer Strasse, nahe an der Brücke, und das Atelier des Sohnes befand sich in der Viktoriastrasse. Not und Sorge begleiteten den Lebensweg des Malers, der etwa 1870 geboren sein muss und jung starb. Viele um die Jahrhundertwende bekannte Menschen nahmen Heinrich D. Beer in ihren Kreis, so der Verleger S. Fischer. Seine künstlerische Ausbildung knüpft sich u. a. an das Atelier Lenbachs, wo er längere Zeit arbeitete. Das Frauenporträt in Privatbesitz in Grau und Weiss und lebensgross gehalten zeigt einen ausgesprochen bürgerlichen Gesellschaftstyp, wie ihn um die Jahrhundertwende die Künstler der Berliner Malergeneration darzustellen pflegten. Es ist noch, nicht das, was man im Quevre Max Liebermanns sieht und anerkennt, aber es ist ein guter Anfang. — Ein anderes Bild betitelt sich, laut Inschrift auf der Rückseite „Die Diva" und stellt eine Schauspielerin dar, die gerade ihre Rolle studiert. Angeblich ist es eine Künstlerin der damaligen Berliner Bühnen, die in ihrem Heim beim Kaminfeuer und Lampenlicht von dem Künstler gemalt wurde. Das Gemälde ist stark nachgedunkelt, nicht so frisch in der Farbigkeit wie das Frauenbildnis. Ein drittes Werk von Heinrich D. Beer, betitelt „Der Hirtenknabe", soll früher aus einer Berliner Kunstausstellung in den Besitz einer Sammlerin-übergegangen sein. Nachforschungen müssen erst ergeben, ob dieses Bild wirklich an dem betreffenden Standort zu finden' ist und aus welcher Ausstellung und auf welchem Umweg esin Privatbesitz gelangte. Jedenfalls wäre es eine lohnende Aufgabe, noch mehr Dokumente dieses frühvollendeten Künstlerschicksals zu vereinigen. Nur so könnte dann ein abschliessendes Urteil über das Malwerk von Heinrich D. Beer gefällt werden Dr. 0. B. Kunstnachrichten Aus holländischen Presseberichten geht hervor, dass das Städtische Museum in Amsterdam neu geordnet wurde. Kurz vorher feierte man die 40. Wiederkehr des Tages, an dem sich durch die Freigebigkeit der Bürger, durch Spenden privater und städtischer Natur die Pforten zu dieser modernen und vielseitigen holländischen Sammlung öffneten. Der durch sein Organisationstalent und sein reiches Wissen bekannt gewordene Direktor dieses Kunstinstitutes, (1 W. Baard, hatte die Altersgrenze erreicht, und seine Nachfolge übernahm jetzt der Konservator der übrigen städtischen Sammlungen der Stadt Amsterdam, Herr van Regteren Altena, dem also nun auch das jüdisch-historische Museum unterstellt ist. Das Museum in drei gross angelegten Räumen der alten „Waag1' inmitten des lebendigen Judenmarktes auf dem Nieuw Markt der holländischen Hauptstadt enthält neben der berühmt gewordenen Abteilung antiken jüdischen Kultgerätes zahlreiche Dokumente kultur- und kunstgeschichtlicher Art aus der reichen jüdischen Amsterdamer Vergangenheit. * Die Pariser Galerie Guy Stein veranstaltet während der Monate Juli, August und September eine vielseitige Verkaufsausstellung. In der Rue La Boetie sieht man 125 Gemälde, Zeichnungen und Aquarelle alter und neuer Meister, "im Vorwort des Kataloges wird die wissenschaftliche Genauigkeit der Angaben betont und hervorgehoben. Das Verzeichnis, das alphabetisch geordnet ist, nennt holländische Namen des 1'6. und 17. Jahrhunderts, Pieter Aertsen. Hendrick Averkamp, Allart van Everdingen/Esaias van de.Velde, Meisterwerke der französischen Impressionisten Cezanne, Corot, Renoir, Werke der zeitgenössischen Maler Moisc Kisling, Maurice Utrillo, Raoul Dufy und viele Namen von Klang ausserhalb der französischen Grenzen. von Gustav Meyrink. Und allen diesen Gölen> Vorstellungen, soweit sie auch in deutschen Ve> arbeitungen erscheinen, hat eine neue Autorin namens Beate Ros enf eld ihr Buch gewidmet: „Die Golemsage und ihre Verwendung in der deutschen Literatur": Verlag Dr. Hans Priebatsch in Breslau. Wer diese umfangreiche Arbeit liest, der kann vor ihrer Verfasserin nur allen Respekt bekommen. Einem der phantastischsten Themata ist sie mit einem immensen Fleiss, mit einer auch fast phantastischen Sachlichkeit zu Leibe gegangen und doch nicht kühl bis ans Herz hinan geblieben. Hinter aller gebotenen Nüchternheit, mit der sie Inhaltsangaben und Anmerkungen wissenschaftlich häuft, spürt man das auf das wesentliche gerichtete Auge, das schnell erfassende Vergleichen, und im Zweifelsfalle entscheidet ihr fernes geistiges Empfinden. Man kann auch hinter einer Doktorarbeit den Menschen erkennen, und hier ist ein Mensch. Wras aber den Golem betrifft, so verfolgt ihn Beate Rosenfeld aus seiner gestaltarmen altjüdischen Vergangenheit bis in seine seltsamen Gestaltungen in Literatur und Film und Oper. Nebenbei rückt sie Fälschungen und Irrtümer ins rechte, nebenbei entsteht im Verfolg der Wandlungen dieses einen klaren jüdischen Sagenmotivs, aus dem sehr erhellten magischen Winkel gesehen, ein Bild von der grossen jüdischen Welt, ja nebenbei ist ein gutes, sauberes, wertvolles Buch entstanden. L. H.-sch. Der Golem wandelt sich Der Golem, der aus Lehm geschaffene künstliche Mensch, der, durch den Gottesnamen beseelt, die ganze Woche über stumm und seinem Herrn ergeben die Hausarbeit verrichtet, bis ihm am Freitag vor Abend der hohe Rabbi Low den Schein, den Gottesnamen aus der Brust nahm, so dass der Golem nur noch Lehm war,... der Golem, den der magische Rabbi nach den geheimen Ueberlieferungen geschaffen, als eine Notzeit über die Juden gekommen war und man das Schlimmste befürchten musste,... der Golem, dem der Rabbi einmal den Schern herauszunehmen vergessen hatte, der Golem, der davon wi'e toll wurde und zu wüten und mit seiner Unmenschenkraft tobend zu zerstören begann,... der Golem, das riesige, mechanische Machtwesen als Rettungs- und Wunschtraum der Erniedrigten und Beleidigten, der Armen und Elenden, — und der Golem als Sinnbild faustischer Grösse und Begrenzung: alle diese und wohl noch hundert andere Golem-Vorstellungen gibt es in der Literatur, von der talmudischen Zeit über Kabbala und Volksbücher bis zum berühmten Roman Fotos von Hedwig Frankenstein Im Foyer des Kul.turbundtheaters sind Photos von Hedwig. Frankenstein zu einer Ausstellung vereinigt. Der Name der Photographin ist kein fremder, man kennt ihre Arbeit vornehmlich ms der Presse, die1 sie mit guten Einfällen un>. in überaus geschickter Form beliefert. — In der jetzt eröffneten Ausstellung lernt man Hedwig Frankenstein als tüchtige Porträtistin kennen, vieles ist besonders hervorzuheben durch das Beetreben, die neuen Möglichkeiten der Photokunst auszunutzen. Mancher der Köpfe, die von den Wänden des Foyers blicken, sind in der Erscheinung so intensiviert, dass jeder Zug, jede Falle, jedes Aederchen den Menschen prägt. Aber auc'-< Landschaften sind festgehalten, südliche Bilder, ein Dachgarten ist von der Photographin gut gesehen, Werbephotos stehen neben den eigentlichen Heimaufnahmen. 0. B. S T E LLE NM A RET Xur für Jüdische Arbeitgeber und Arbeitnehmer ANGEBOTE Tagesstelfung findet jüd. Hausgehilfin für alle Hausarbeiten; kleiner Kon-forthaushalt. ftoldsteixi, Kuaolstüdter Strasse 127. 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W. 6086, C.-V.-Zeitung, Berlin W 15. mmmmmaBrrsmmmmmmmmmmm ) Mit hebräischem und jiddischem Text erscheint in Warschau eine illustrierte Zeitung unter dem Titel „JiddischeBiLd e r". * Im Verlag Ogen der Histadrut Iwrit, New- York, erschien ein; Buch .„M a s s o t u r e s c h i - m o t" von dem Historiker A. R. M a 1 a c h i, das Essais über eine Reihe jüdischer Persönlichkeiten enthält, wie I. L. Kantor, Scholem Alejchem, J. L. Gordon, I. J. Lerner, Tschernichowski, Bialik, Ussischkin, Dr. Klausner, Alexander Harkavy u. a. I Gewissenhafte jüd. Dame 40, tücht. im Haushalt sowie Geschäft, sucht pass. Wirlcnngsfcr. als-selbst. Arbeitskraft (auch, franenlos) im kl. Haushalt. Beste Empfehlungen, M. Hunvitz, W15. Xantener Str. 15a L Für meinen Sohn, jüd., iSjährig, suche jüd. Lehrstelle' im Schneiderhandwerli oder ähnl. Berufen. Evtl. Zuzahlung meinerseits. Offerten unter Z. 6109 an äi« C.-V.-Zeitnng, Berlin W 15, Jüd. 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