Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 16 (1937)
- Issue
- 30 (29.7.1937)
- Date
- 1937-07-29
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 3× ep/1047930
- Safed 2× ep/1046078
- Tiberias 2× ep/1048138
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Seife 14 C-V.-Zeifung Nr.30*29.Juin937i Geographischer Bevölkerungsspiegel Mitte 1937 Von unserem Dr. E. R—z-Paläst ina-Berichterstatter Meinungsäusserungen der englischen Presse. Die neue Situation wird in ihr ausführlich kommentiert. „Times" und „Manchester Guardian" bemühen sich, die -Teilungspolitik als unerschüttert hinzustellen und die Schlussfolgerungen der Königlichen Kommission als die auch künftig allein in Geltung befindlichen Richtlinien der Regierung zu erklären. Auf jüdischer Seite ist die Stimmung einstweilen geklärt, und man erwartet im übrigen die Anfang August beginnenden grossen Tagungen in Zürich. Hervorzuheben ist lediglich noch eine scharfe Antwort des politischen Dezernenten der Exekutive der Jewish Agency in London, Professor Brodetsky an Lord Samuel, in der die in der Oberhausrede gemachten Vorschläge unumwunden und eindeutig abgelehnt werden. Auch unter den Arabern ist die Stimmung im allgemeinen unverändert. Die Bewegung gegen den Teilungsplan hält an. Das Oberste Arabische Komitee hat dem Kolonienminister, dem High Commissioner und der Mandatskommission eine Denkschrift vorgelegt, die seine endgültige Stellungnahme zu den Vorschlägen der Königlichen Kommission enthält. Darin wird die Beendigung des Experiments des Nationalheims und der Mandatspolitik als die einzige natürliche Lösung des Palästinaproblems bezeichnet Gleichzeitig wird die Bereitschaft zur Sicherung der britischen Interessen und zum Schutz der jüdischen Minderheit erklärt. Auch die gemässigtere Richtung der Nashashibis hat sich in einer an den High Commissioner gerichteten Denkschrift gegen den Teilungsplan erklärt, was die Hoffnungen auf eine Einigung mit dieser Richtung erhöht. In Transjordanien herrscht steigende Erregung gegen den Emir Abdullah, den man bekanntlich der freundlichen Haltung gegenüber dem Teilungsplan bezichtigt. Einer Meldung des Londoner Exchange Telegraph zufolge soll sich deshalb die Regierung von Transjordanien genötigt gesehen haben, auch von sich aus zu erklären, dass sie keinen Augenblick mit dem Teilungsplan sympathisiert habe. . Die ägyptische Regierung nimmt eine abwartende Stellung ein, während der in Lausanne weilende Sohn König Ibn Sauds seine starken Sympathien mit dem arabischen Unabhängigkeitsstreben und den gegen die Teilung gerichteten Bemühungen erklärt hat. Ob die angeblich in engster Verbindung mit dem Obersten Arabischen Komitee erstrebte panarabische Konferenz zustande kommen wird, ist ungewiss. Erfreulicher als diese beiderseitige Versteifung der Fronten sind die hie und da durchsickernden Meldungen über eine sich vielleicht doch noch in letzter Minute anbahnende Verständigung zwischen Juden und Arabern zur gemeinsamen Abwehr der Aufteilung Palästinas. Während eine Zuschrift des Leiters der palästinensich-arabiischen Delegation in London, Dschemal el Husseini, an die Zeitschrift „New Statesman and Nation" neben vielen noch reichlich radikalen Erklärungen nur leise den Wunsch nach Verständigung anklingen lässt, sind die Meldungen der „Times" und der „Morning Post" über angeblich schon stattfindende oder geplante jüdisch-arabische Aussprachen schon weit deutlicher, und „New York Times" will sogar wissen, dass die Grundlage der Einigungsverhandlungen die Vorschläge von Lord Samuel und Dr. Magnes bilden werden. der werden wir von den einleitend abgedruckten Worten gepackt, mit denen Leo B a e c k ihn zur letzten Ruhe geleitete, dass er über all dem Gewöhnlichen stand, worin die Menschen im Kleinen sich trennen, und dass in ihm sein Judentum lebte, ungezwungen und immer wieder neu in ihm bewusst werdend. Dass er der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland auch 'heute Massstab sein kann und muss, wird durch dieses Heft erneut bestätigt. Werner Rosenstock. Einer Meldung des „Haare z" zufolge wird der Dichter Knut Hamsun demnächst Palästina besuchen. # Ein jüdischer Automobilklub wurde in Haifa gegründet. Die Anschrift ist: Jüdischer Autoklub c;o Dr. Israel, Balfourstreet 11. "P. 0. B. 902. * Als Auftakt zum 20. Zionistenkongrees bringt der schweizerische Sender Beromünster am 2. August, 20 Uhr, einen Kurzvortrag von Professor A. Attenhofer, Chur, der den Titel trägt: „Der Zionismus". . # Zum Vertreter der Nichtzionisten Hollands bei _ der Council-Tagung der Jewish Agency .in Zürich ist von den aschkenasiscben und sephardischen Gemeindeverbänden Senator S. van den Bergh gewählt worden. Sein Ersatzmann ist Dr. E. H. V a s N u n e s in Amsterdam. * In der „Official Gazette" wurde ein Beschluss der Generalversammlung der Palestine Jewish Colonisation Association (PICA) veröffentlicht, demzufolge der § 34 der Gesellschaftsstatuten dahin abgeändert wird, dass dem gegenwärtigen Vorsitzenden James Edmond de Rothschild dieses Amt auf Lebenszeit verlieben und ihm das Recht gegeben wird, seinen Nachfolger für den Fall des Todes oder des Rücktrittes zu bestimmen. * Der Vorsitzende des Administrative Comitee der Zionistischen Organisation Amerikas. Morris R o 11 e n b e r g, ist zum Städtischen Richter mit zehnjähriger Amtsdauer ernannt worden. Jerusalem, den 22. Juli 1937. In diesem Stadium der Umformung Palästinas ist die innergeographische Verteilung der Juden im Mandatsgebiete von akiuellem Interesse. Es gibt seit 1931 keine amtliche Volkszählung in Palästina, ein Mangel, der sich jetzt in besonderer Weise bemerkbar macht. Um so nützlicher erweisen sich die Arbeiten des Statistischen Büros der Jewish Agency; die für Ende 1936 Material über die ziffernmässige jüdische Wirklichkeit in Stadt und Land bereitgestellt hat. In grossen Zügen ist der Status heute, Mitte 19 3 7, etwa folgendermassen kurz zu skizzieren: Die Gesamtzahl der heute in Palästina lebenden Juden beziffert sich auf etwas über 400 000 Menschen; von ihnen haben sich etwa 300 000 in den sechs wichtigsten Städten niedergelassen, etwa 100 000 Juden leben in Dorfsiedlungen von der Landwirtschaft. Zunächst zu den Städten. Es gibt drei Grosssiädte in europäischer Terminologie, d. h. Städte mit mehr als 100 000 Einwohnern: Jerusalem, Tel-Aviv und Haifa. In ihnen leben rund 276 000 Juden. Unter den Mittel- und Kleinstädten ragen wiederum drei heraus: Jaffa, Tiberias und Safed, wo zusammen etwa 27 000 jüdische Menschen ihr Brot zu finden suchen. Nachstehend sind die einzelnen Zahlen für diese sechs Städte zusammengestellt, denen die jüdischen Einwohnerquoten innerhalb der jeweiligen Stadtbevölkerung zugefügt sind. Die Juden in den sechs wichtigsten Städten Palästinas Mitte 1937 (Schätzung). ca. °/o der Stadtbevölkerung Jerusalem . s » , 76 000 Juden— 60 Tel-AriT . ... 150 000 - „ 100 Haifa(m. Vorstädten) 50 000 „ 50 Jaffa...... 18 000 „ 24 Tiberias .... 7 000 „ 63 Safed . s . . . . 2 000 „ — 21 In diesen 6 Städten 303 000 jüdische Menschen. Vor wenigen Wochen ist, wie alljährlich im Juni, der Jahresbericht der Palästinaregierung, den sie auf Grund des Mandats dem Völkerbundsrat zu erstatten hat, herausgekommen (Report of His Majesty's Government iothe Council of thc League of Nations on the Administration of Palestine and Trans-Jordan for the year 1936). Die Prüfung des Berichts, die wie jedes Jahr so auch diesmal die Mandatskommission vornehmen wird, wird überschattet durch die gleichzeitig erfolgende Erörterung und Begutachtung des Peel-Berichts. Dennoch besitzt der Regierungsbericht keine geringere Bedeutung als sonst. Es kann sein, dass der Bericht für 1936 der letzte hergebrachter Art ist und dass mit ihm eine Periode palästinensischer Verwaltung abschliesst. Auf jeden Fall gibt er, mit seinen dreizehn bis vierzehn Vorgängern zusammengehalten, den Mitgliedern der Kommission eine der wichtigsten Grundlagen, von der aus sie zu den Vorschlägen der Peel-Kommission Stellung nehmen können. In etwa fünfzehn Jahren hat sich der Jahresbericht aus einem schmalen Heft von wenigen Bogen zu einem stattlichen Bande von etwa 400 Seiten ausgewachsen. Seit Jahren ist der Berichterstattung ein festes Schema, der Fragebogen (Questionnaire) der Mandatskommission, zugrunde gelegt Diese Gliederung nach fester Ordnung ermöglicht es, ohne zeitraubendes Suchen festzustellen und zu vergleichen, was über ein Einzelgebiet in früheren Jahren gesagt worden ist. Die Mitglieder der Kommission, die zum erheblichen Teil seit vielen Jahren ihr angehören, bewegen sich also auf vertrautem Boden, wenn sie mit ihren im Lauf der Zeit gesammelten Erfahrungen an die Prüfung des Peel-Berichts herangehen. Dem diesmaligen Bericht geht ein Verzeichnis von 48 Fragen — 35 Palästina, 13 Transjordanien betreffend — voraus, die in der letzten Session der Mandatskommission (1936) gestellt wurden und die im Bericht ihre Antwort finden. Bei jeder Frage ist angegeben, wo sie in den Protokollen der Kommission zu finden und wo sie im Bericht beantwortet ist. Darunter befindet sich die Frage nach dem Umfang des anbaufähigen Landes und der Grösse des jüdischen Anteils daran. Ferner ist gefragt nach dem Umfang der Einwanderung aus Deuechland, nach dem Stande der Haftpflichtgesetzgebung' und der rechtlichen Regelung der Frauen- und Kinderarbeit. Dem Bericht geht eine Einleitung voraus, in der auf 58 Seiten ein Ueberblick über das Jahr 1936 gegeben wird. Mit amtlicher Trockenheit wird eine sehr farblose — allzu farblose — Darstellung der „Unruhen" (Disturbonces) gegeben. Man kann sicher sein, dass dieser Teil des Berichts zu sehr eingehenden Erörterungen Anlass geben wird, die Auffassung dieser Dinge ist ja in gewissem Masse präjudiziell für die Entscheidung des Gesamtproblems. Der Rest des Berichts gibt in 22 Kapiteln eine eingehende Darlegung dessen, was 1936 geleistet ist. Es ist nicht möglich, auf engem Raum einen Auszug zu geben, Aber einige Tiefere Einblicke vermittelt die geographische Aufteilung der 100 000 jüdischen Bauern und Landwirte in Palästina. Auf über 200 Siedlungen verteilt leben diese Opferbereitesten der Einwanderer. Acht Bezirke lassen sich herausschälen: Die Juden in den Dorfsiedlungen Palästinas Mitte 1937 (Schätzung) Menschen: Galiläa.....■ «■■•■» . . 4250 davon Unter-Galiläa s e t ■ ■ 2 900 „ Ober-Galiläa ■ ■ B b » « 1350 Jndäa.........49 850 davon im Süden von Tel-Ariv t « ■ 20 500 „ im Norden von Tel-Aviv B , 23 250 „ rund am Jerusalem .ose 1100 Emek Jesreel und Sebulon . ■ B b ■ ■ ■ . 10 900 Ebene Scharon . . . . » a ■ s a b ■ . 22 400 Schomron.........> « » * . 10 700 Jüdische Bauernond Landbevölkerung Insgesamt: 98100 Diese Zahlen zeigen im Vergleich mit einem Jahrzehnt früher ein sehr starkes Anwachsen der jüdischen Bauernbevölkerung, das neben der Bereitstellung von beträchtlichen Siedlungsflächen durch die zentralen jüdischen Fonds im wesentlichen durch die Intensivierung der Methoden der Bebauung, durch die hochgezüchtete Orangen- und Grapefruchtwirtschaft und schliesslich auch durch die Absatzmöglichkeiten in den wachsenden Städten und durch die verbesserten Verkehrswege ermöglicht worden ist. Diese wenigen statistischen Fakten werden für die Betrachtung der weiteren Entwicklung der geographischen Zukunftsgestaltung des Landes von Nutzen sein, um so mehr, als auch der über 400 Seiten starke Originalbericht der Peel-Kommission mangels amtlichen Materials keine tabellarischen Angaben für die Gegenwart bringen konnte. Lesefrüchte, insbesondere statistischer Art, werden genügen, um ein Bild zu geben. Der Anteil der Juden an öffentlichen Arbeiten betrug 30 Prozent der Lohnsumme (also nicht der beschäftigten Arbeiter. Die Juden machen 29 Prozent der Bevölkerung aus.) Bei der Eisenbahn sind jetzt 8,4 Prozent der Angestellten jüdisch gegen 6 Prozent im Jahre 1935. Die Anzahl der einwandernden „Kapitalisten", die 1931 233 5j betrugen hatte, stieg 1933/34/35 auf 3250 bzw. 5124 bzw. 6309 und betrug 1936 immer noch 2907. Das waren in den letzten Jahren 10 bis 12 Prozent aller Einwanderer. Von besonderer Bedeutung ist die Beantwortung der Frage nach dem Umfang des anbaufähigen Landes und des jüdischen Anteils daran. Ganz Palestine umfasst 26 319 000 Dunams anbaufähig sind . . . 8 760 000 „ Was heisst „anbaufähig" (cultivable)? Der Bericht sagt (p. 85): „Der Begriff ,anbaufähig' kann sehr verschieden aufgefasst werden (is open to many interpretationes), er wird hier gebraucht in dem Sinn: Land, das tatsächlich bebaut wird oder sich bebauen lässt unter Anwendung der Arbeitsweise und der finanziellen rfilfsmittel des durchschnittlichen palestinensischen Landmanns." Eine sehr enge Begriffsbestimmung, die die Frage offen lässt, in welchem Umfang Land als anbaufähig angesehen werden könnte, wenn statt der Arbeitsmethoden und Hilfsmittel des palestinensischen Landmanns die Aufschlussmöglichkeiten modernster Technik in Rechnung gestellt werden könnten. " . Das Problem des N e g e w — der im Bericht als Sub-District Beersheba bezeichnet wird, drängt sich hier in seiner ganzen Bedeutung auf. Der Negew umfasst fast die Hälfte des Landes. Hier hat — wie der Bericht selbst zugibt — nur eine oberflächliche Schätzung stattfinden können. Insofern sei bei den Zahlen eine wesentliche Berichtung nach oben möglich (the figures are therefore liable to considerable amendment). Das sind aber die Zahlen, nach denen die Zukunftsmöglichkeiten des Landes und die „wirtschaftliche Aufnahmefähigkeit" beurteilt werden sollen, von denen die jüdische Einwanderung abhängig gemacht wird. Ohne den Sub-District Beersheba (Negew) umfasst das Land: im ganzen..... 13 742 000 Dunams davon anbaufähig . . 7 120 000 „ Es bleiben also für den Negew übrig im ganzen 12 577 000 Dunams, von denen 1640 000 als anbaufähig angesehen werden. Diese letzte Zahl ist nach den eigenen Worten des Berichts nicht zuverlässig. Den Umfang des (ländlichen) jüdischen Besitzes gibt der Bericht mit 1284 000 Dunams an, wovon 22 Prozent nicht anbaufähig sind. Inbegriffen 20 000 Dunams Land, die vom Staat gepachtet sind, haben die Juden 1 0 21 5 0 0 Dunams Ackerland inne, das sind 12 Prozent des als anbaufähig bezeichneten Landes. Falls — wie anzunehmen ist — der Umfang des bebaubaren Landes wesentlich grösser ist, würde der prozentuale Anteil der Juden daran um so kleiner sein. Der Bericht sagt nichts darüber, welcher Teil der einen Million Dunams, die jetzt in jüdischen Händen sind, vordem unkultivierbar scheinendes Sumpf- oder Oedland gewesen ist. Man darf hoffen, dass in der Kommission danach gefragt wird. Von statistischen Angaben des Berichts sei noch hervorgehoben: Die Zahl der jüdischen Lohn- und Gehaltsempfänger hat »ich von 45 000 im Juni 1934 auf 84 500 im November 1936 gehoben. Die jüdischen Schulen wurden von zirka 60 000 Schülern und Schülerinnen besucht. Palästina hat keinen Schulzwang. Bei Juden und christlichen Arabern gemessen ohne Zwang annähernd 100 Prozent der Jugend Unterricht. Bei den Moslems liegen die Verhältnisse ungünstiger, besonders für die Mädchen, von denen auf dem Lande nur 1 Prozent (!) Unterricht geniesst. Der Schulbesuch der männlichen moslemitischen Jugend in den Städten erreicht demgegenüber 75 Prozent. In Palästina kommt jetzt auf 576 Einwohner ein Arzt, während ein Zahnarzt auf 2224 Einwohner kommt. In den 14 Jahren 1922 bis 1936 nahm die Gesamtbevölkerung um 584 000 zu, die Zunahme der Juden betrug 286 693, davon 237 000 Einwanderer, 49 655 Geburtenüberschuss, die Araber nahmen in absoluter Zahl annähernd ebenso zu: 259 000 Moslems und 35 000 Christen. Die natürliche Vermehrung der Juden steht mit 29.74 auf Tausend hinter der der Moslems (53,14) [!] und Christen (36,34) merkbar zurück. Dafür liegt die Sterblichkeit, insbesondere der Kinder im ersten Lebensjahr, bei den Juden wesentlich günstiger (68,70 auf Tausend gegenüber 136,15 bei Moslems und 113,72 bei Christen), die Sterberate bei den Juden 8,82 auf Tausend gegen 19,97 bei den Moslems und 12,63 bei den Christen. Trotzdem steht im Endergebnis der jüdische Geburtenüberschuss hinter ' dem der Araber merklich zurück. Die jüdischen Autobus - Gesellschaften Von unserem Berichterstatter Tel Aviv, Anfang Juli. Ein interessantes Symptom für die Wirtschaftstätigkeit und überhaupt die Intensität allgemeinen Lebens im jüdischen Sektor Palästinas ist die Entwicklung der jüdischen _ Autobusgenossenschaften, die auf Grund staatlicher Konzessionen einen wesentlichen Teil des gesamten Verkehrs, namentlich der Personenbeförderung, besorgen. Drei der bekanntesten von diesen Genossenschaften legen jetzt ihre Jahresberichte für 1936 vor. An der Spitze steht, dem Umfang nach, die Tel Aviver Autobusgesellschaft Hamaa- . vir, die im letzten Jahre einen Rohgewinn von. 148 000 LP erzielte. An sich aber hat sich die Sonderentwicklung des letzten Jahres gerade im Stadtverkehr innerhalb Tel Avivs weniger stark ausgeprägt, da hier zwar die allgemeinen Wirkungen der Unruhen auf Wirtschaft und Verkehr ebenfalls spürbar geworden sind, das innere Getriebe dieser jüdischen Stadt aber nicht nennenswert erschüttert worden ist. Deutlicher wirkte sich die monatelange Unsicherheit auf den Strassen in den Verkehrsziffern der Autobuskooperative „Egged" aus, die den Ueberlandverkehr zwischen den Städten Tel Aviv, Jerusalem und Haifa bedient. Gegenüber dem Rekordjahr 1935 ist die Zahl der beförderten Passagiere von 743 000 auf 420 000 zurückgegangen. Aber diesem Verkehrsrückgang um fast 45 Prozent steht nur ein Einnnahmerückgang um ■ 12 Prozent, nämlich von 122 000 auf 107 000 LP gegenüber. Es wurden nämlich in der Zeit, in der täglich nur wenige Autobusse in militärisch eskortierten Konvois die Verbindung zwischen den Städten aufrechterhielten, die freien Chauffeure und Wagen von der Militärverwaltung für Truppentransporte herangezogen. Für diese aktive Teilnahme an den Kampfhandlungen, die meist mit erheblicher Lebensgefahr verbunden war und gerade von den Chauffeuren, die den Truppen auch als landeskundige Führer dienten, ein hohes Mass von Geistesgegenwart erforderte, erhielt eine Reihe von Egged-Chauffeuren militärische Auszeichnungen. Gleichzeitig aber bot dieser Kriegsdienst einen Ersatz für die Ausfälle in der regulären Arbeit; die Nettoeinnahmen von der Militärverwaltung stellten sich auf ein Drittel der Gesamteinnahmen. Nach 15 000 (i. V. 19 000) LP Abschreibungen stehen die 150 Wagen der Genossenschaft — grösstenteils Omnibusse — sowie das umfangreiche Ersatzteillager zusammen mit 37 000 LP, das sind rund 40 Prozent der Anschaffungswerte, zu Buche. Dabei ist zu berücksichtigen, dass neue Omnibusse nicht angeschafft wurden, wohl aber zahlreiche Fahrzeuge aus laufenden Einnahmen modernere Karosserien oder neue Motoren erhalten haben. Weitere Umbauten sowie Verhandlungen über Anschaffung neuer, komfortabelerer Autobusse sind im Gange. Die Mitglieder der Genossenschaft bilden die 150 Chauffeure, ausserdem werden noch hundert Angestellte und Arbeiter beschäftigt. Das monatelange „Curf ew" in ^Jerusalem beeinträchtigte natürlich auch die Ergebnisse der für den dortigen Stadtverkehr zuständigen Genossenschaft, des „Hamekascher". Von seinen siebzig Autobussen waren nur 50 in Betrieb, die Zahl der beförderten Passagiere sank um 19 Prozent auf 8,65 Millionen (gegen mehr als 15.Millionen in Tel Aviv). Bemerkenswert ist, dass auch jetzt, im neuen Jahre, die Verkehrsziffern noch nicht wieder den Stand erreicht haben, den sie in den gleichen Monaten des Vorjahres eingenommen hatten. Der Rohgewinn des Jahres verminderte sich von 57 000 auf 49 000 LP. Gegenwärtig wird mit einem Kostenaufwand von 35 000 LP, der mit Hilfe einer ersten Hypothek der General Mortgage Bank sowie einer zweiten Hypothek der ausführenden Histadruth-Bauunternehmungen aufgebracht wird, bei Jerusalem ein Gebäudekompfex errichtet, der eine zentrale Autobusgarage sowie 40 Wohnhäuser für Mitglieder der Genossenschaft umfassen wird, Zum letzten Jahresbericht des High Commissioners Von Rechtsanwalt Dr. Hans Kaiisch