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Central-Verein-Zeitung · 1937-07-22 · 29 (22.7.1937) · page 14

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
16 (1937)
Issue
29 (22.7.1937)
Date
1937-07-22
Page
– (sequence 14)
Language
German
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6e!fe 14 C.-V.-Zeifung Nr. 29 * 22. Juli 1937, (Jordanland) tragen, der Judenstaat soll «Erez Israel" heissen. Das britische Mandatsgebiet wird entweder die Bezeichnung Palästina beibehalten oder als ..Jerusalemer Korridor" bezeichnet werden. Gleichzeitig wird mitgeteilt, dass für den Judenstaat Hebräisch und Englisch als offizielle Landessprachen vorgesehen sind. London. 21. Juli Die Angriffe Lord Snells — Peels Plaidoyer für den Plan — Die Regierung antwortet — Die Stellungnahme der Regierung — Der Gegenvorschlag Viscount Samuels (Fortsetzung des Berichts auf der Hauptseiie.) Die Schuld der Palästina-Verwaltung an den gegenwärtigen Zustanden in Palästina wurde von Lord S n e 11 in seiner Rede besonders unterstrichen. Er wies darauf hin, dass er schon in seinem 1930 erstatteten Minderheitsbericht die Leistungen, die Juden im letzten Jahrzehnt in Palästina vollbracht haben, als eine der bedeutsamsten Erscheinungen unserer Zeit gekennzeichnet hat. Das Mandat sei ein ungeheurer wirtschaftlicher Erfolg gewesen, Misserfolg habe es nur auf dem Gebiet der Verwaltung und auf geistigem Gebiet gehabt. Vor einigen Jahren habe er bereits betont, dass es zu dem Unheil nie gekommen wäre, wenn die Araber nicht von Leuten, die verantwortliche Stellungen in Palästina einnehmen, dauernd systematisch verhetzt worden wären. Der arabische Bauer sei ein anständiger, ritterlicher, gastfreundlicher Mensch und nur unter fremdem Einfluss sei seine Feindschaft gegen seine Nachbarn geweckt worden. Der Ursprung des Unheils sei bekannt; er habe darauf hingewiesen, wo er zu. finden ist. Die Regierung habe davon gewusst,' dass Kolonialministerium habe davon gewusst, ebenso der Generalgouverneur in Jerusalem; aber sie hätten den Dingen keine Beachtung geschenkt. Die Wurzel der Abneigung in Palästina. liege nicht in der Balfour- Dekiaration. Die Feindschaft richte sich letzten Endes nicht gegen die Juden, sondern gegen die britische Okkupation. Die erste klare Pflicht der Regierung sei gewesen, Unruhen zu unterdrücken und die Sicherheit der Person zu gewährleisten. Tatsächlich aber habe man die Juden entwaffnet, es ihnen verboten, sich zu wehren, während man das Wachsen der Leidenschaften auf arabischer Seiie ungehindert sich entwickeln liess. Man dürfe das Versagen der Verwaltung nicht für ein Versagen des Mandats halten. Nach kritischen Bemerkungen über die Eile, mit der die Regierung den Plan durchführen und sich dabei über das Parlament hinwegsetzen will, wandte sich Sneli sodann gegen die Behauptung, dass die Regierung jede Gelegenheit ergriffen habe, um die Zusammenarbeit zwischen Juden und Arabern zu ermutigen. Es würde interessant sein, zu erfahren, wo dies der Fall war. Auch die primitivste Aufgabe jeder Regierung, die Aufgabe Ordnung zu halten, sei nicht erfüllt worden. Den Unterrichteten sei es allzu klar, dass die Regierung diese erste ihrer Pflichten vernachlässigt, hat. Sie hat die Errichtung des Jüdischen .Nationalheims, deren Förderung ihre besondere Pflicht und eine ihr durch das Mandat auferlegte Verpflichtung war, gehindert. Er wolle den Beamtenstab in Palästina nicht kritisieren und sich' mit der Feststellung begnügen, dass niemand im Colonial Office oder in der Palästina-Regierung diesen Bericht mit irgendwelcher Genugtuung lesen könne. Schon vor einem Jahr habe der Redner die Ueberzeugung gewonnen, dass das Palästina-Problem niemals werde gelöst werden können, wenn es dem Colonial Office nicht vollständig aus der Kand genommen werde. Nach einer Kritik an den Einzelheiten des Teilungsvorschlages forderte Lord Snell eine Zeit der Ueberlegung vor dem Inkrafttreten der Vorschläge der Kommission. Es sei für ihn eine tiefe Enttäuschung, dass das jüdische Volk nicht mehr für Kooperation, für die Entwicklung geistiger Beziehungen zwischen sich und seinem arabischen Nachbar getan habe. Er richte an die Juden mit ihrer grossen ethischen Tradition und an die Araber mit ihrer ritterlichen Ueberlieferung noch einmal den Appell, einen Weg in friedlichem Zusammenleben zu finden. Dieser Versuch müsste noch einmal gemacht werden, bevor er ganz aufgegeben wird. Vielleicht könnte ein ..intelligenter Heide" in einem gemeinsamen Komitee die Rolle eines gesellschaftlichen Verbindungsoffiziers übernehmen. Der Vorsitzende der Kgl. Kommission, Lord Peel, trat der Ansicht Lord Snells, dass keine tiefgreifenden Aenderungen nötig seien, mit der Feststellung entgegen, dass selbst bei fast übermenschlicher Unparteilichkeit gegenüber Juden und Arabern die festverwurzelten Tatsachen der Situation es nicht als möglich erscheinen lassen, das Mandatssystem in dem Lande für lange Zeit aufrechtzuerhalten, ohne dass sehr schwerwiegende Aenderungen des Mandates selbst, vor- Anträge auf Nachsendung Beschwerden über das Ausbleiben der C-V.¬ Zeitung, Umleitenünsche sind stets dem zuständigen Postamt (Zeitungssielk) zu unterbreiten. Die Bezugsgebühren sind an den Briefträger zu zahlen genommen werden. Nicht weniger als 400 000 Juden oder mehr leben jetzt dort unter einer Bevölkerung von rund 1400 000. Man habe Menschen in das Land gebracht, von denen man wisse, dass sie entschlossen sind, nicht Minderheit zu bleiben. Trotzdem wollen sie nicht beherrschen. Der Zusammenprall grosser, gegensätzlicher, historischer Ansprüche bildet das Tragische der Situation All dies beschäftige die Kommission,, nicht bloss die Frage, wie das Mandat verwaltet wird. Man müsse die Gefühle und Stimmungen der Araber in Rechnung ziehen. Viele hätten sich gefragt, ob denn diese Menschen nicht das Gefühl haben, dass sie aus dem Reichtum und den Verbesserungen, die das jüdische Volk gebracht hat, Nutzen ziehen. Die Araber hätten finanzielle und andere Vorteile verlangt, aber sie blicken nicht auf die Gegenwart, sondern auf die Zukunft Sie wissen, dass ihre Betriebe gegenüber den besser ausgestatteten und wissenschaftlich geführten Betrieben der Juden unterliegen müssen. Diese Annahme könne falsch sein, aber die Araber hätten alles gegeneinander abgewogen. Vielleicht hätten sie einen bedauernswerten Irrtum begangen. Er wolle, fuhr Lord Peel fort, nichts über die Versprechungen sagen, die einerseits den Juden, andererseits den Arabern gemacht wurden. Es gebe schon genug Divergenzen und Diskrepanzen. Er möchte Lord Snell fragen, wie die Regierung tatsächlich alle diese Gegensätze überbrücken könnte. Eine Versölmungspolitik sei versucht worden, aber man habe zwei Parteien, die die Versöhnung nicht wollen. Die Araber hätten die Errichtung freier Einrichtungen verlangt und verlangen es noch, die Juden sind dagegen. Die Araber verlangen, dass kein Jude mehr in das Land gelassen werde. Mit der Zunahme der Zahl der Juden und mit der eventuellen Erlangung der Mehrheit durch sie ändern sich die Ansichten der beiden Parteien aufs neue. Juden und Araber werden in verschiedenen Schulen erzogen. Sie haben miteinander keinen Kontakt. Sie werden im bildungsfähigen Alter nicht zusammengebracht. Könne man erwarten, dass die so erzogenen jungen Menschen, wenn sie erwachsen sind, sich zu gemeinsamer Arbeit vereinigen würden? Es sei eine grosse Leistung der Regierung, für zwei so verschiedene Völker Gesetzgebungen und Verwaltung durchgeführt zu haben. Ein Misserfolg könne von England und anderen Ländern nicht der englischen Verwaltung zugeschrieben werden, sondern nur dem schwer zu behandelnden Charakter des Materials, mit dem man es zu tun gehabt habe. Die Kommission sei nach gründlichster Untersuchung der Arbeit der Regierung, nach endlosen Verhöhnungen und nach gründlichster Bemühung, sich von dem zu überzeugen, was in den letzten fünfzehn Jahren in dem Lande geschehen ist, langsam und zögernd zu dem Schiuss gelangt, dass keine Aenderung in dem Mandat ausreicht, sondern dass das ganze System zum alten Eisen geworfen werden muss. Die beiden Volksstämme müssten „auf einen neuen Kiel gesetzt" werden. Dies gebe ihnen jene Freiheit und Verwaltung ihrer eigenen Angelegenheiren, jene Selbstregierung, die sie nicht ablehnen werden wollen und die keiner von ihnen haben kann, weil sie gemeinsam in demselben Lande regiert werden. Zum Schiuss erklärte Lord Peel, er hätte gewünscht, dass die Teilung reinlicher durchgeführt werden könnte. Es sei richtig, dass keiner der beiden Teile die Vorschläge der Kommission mit Begeisterung aufgenommen bat Wenn aber ein jeder nicht so sehr auf die Opfer sehen wollte, die er zu bringen hat, sondern auf die Opfer, die von der anderen Gemeinschaft verlangt werden, dann würde es um die Dinge besser bestellt sein. Für die Regierung antwortete der parlamentarische Sekretär des Kolonienministeriums, Marquis of Dufferin and Ava. Er betonte, dass der Bericht der Kgl. Kommission von dieser einstimmig beschlossen wurde, sowohl was die Interpretation des historischen Aspekts betrifft, als auch die Verpflichtungen der Regierung. Die Teilung sei die einzige für beide Parteien gerechte Lösung. Die Regierung weise es zurück, wenn ihr in der Sonntagspresse und in der Rede von Lord Snell Schwäche oder Mangel an Entschlussfähigkeit zugetraut wird. Es bedeute nicht Schwäche, sondern Stärke, eine unerträglich gewordene Situation zu beenden, die auch zu einer Bedrohung für diejenigen geworden sei, deren Interessen England zu schützen versucht habe. Es würde vergebliche Hartnäckigkeit bedeuten, die jetzige unglückliche Situation in Palästina andauern zu lassen. Die Anwendung von Waffengewalt könne keine Lösung des Problems herbeiführen Die Geschichte, die letzten Unruhen und das ungeheuere Aussagenmaterial der Kommission hätte gezeigt, dass die Stimmung bei den Arabern eine ursprüngliche spontane und in allen Bevölkerungsschichten verbreitete sei. Die Regierung teile die Ueberzeugung der Königlichen Kommission, dass eine Politik gewaltsamer Unterdrückung nur den Abgrund zwischen Arabern und Juden erweitert hätte. Es müsse klar erkannt werden, dass die Lage jetzt eine wesentlich andere sei als damals, als die Regierung versucht habe, das Mandat durchzuführen. Die Regierung werde ihr Möglichstes tun, um die von ihr akzeptierten Schlussfolgerungen der Kommission in Wirklichkeit umzusetzen. Man werde es nicht zulassen, dass eine ruhige Prüfung der Lage in Palästina durch Terror oder Drohung mit Gewalt verhindert wird. Die Regierung sei gegenüber Terrorakten von beiden Seiten sehr tolerant gewesen. Jetzt, nachdem sie zu einer Entscheidung gekommen ist, werde sie nichts dulden, was das Feuer der Kontroverse wieder aufflammen lassen könnte. Vorstellungen von repräsentativen Organisationen der Araber und der Juden seien bereits entgegengenommen worden und sollen binnen angemessener Frist geprüft werden; aber die Regierung sei nicht geneigt, so wie es jetzt vorgeschlagen wird, auf irgendwelche umfassende oder wesentliche Aenderungen des .Teilungsplanes einzugehen, falls nicht von Juden und Arabern nach einem gegenseitigen Uebereinkommen Vorschläge unterbreitet werden, die der Regierung annehmbar erscheinen. Die Politik der Regierung bedeute nicht, dass England aus Palästina herausgeht. Der Korridor Jerusalem—Jaffa enthalte die wichtigsten Eisenbahnknotenpunkte; diese und das Zentrum der Luftstreitkräfte in Ramie würden unter britischer Kontrolle bleiben. Sollte es zu der Teilung kommen, dann hält es-die Regierung für wünschenswert, einen Bevölkerungsaustausch so schnell wie möglich durchzuführen^ Zunächst müsse die grundsätzliche Zustimmung des Völkerbundsrates zu der Beendigung des Mandats in jenen Gebieten eingeholt werden, in denen die Errichtung der unabhängigen arar bischen und jüdischen Staaten geplant ist; ferner zu der Modifizierung des bestehenden Mandates in dem übrigen Gebiet, das die heiligen Stätten umfasst, um dort dauernde britische Kontrolle zu sichern. Es sei zu hoffen, dass Verzögerungen bei den späteren Schritten dadurch vermieden werden können, dass die Angelegenheit in diesem Monat der Ständigen Mandatskommission unterbreitet wird. Was den jüdischen und den arabischen Staat betrifft, so werde die Regierung sich verpflichten, jedes Ersuchen um ihre Zulassung zum Völkerbund zu unterstützen. Durch Miliiärverträge über Flotte, Land-, Heer- und Luftstreitkräfte würde für die Sicherheit der Häfen, Strassen und Eisenbahnen, für den Schutz der Erdölleitung und für die v/irksame Sicherheit ganz Palästinas gesorgt werden. Die jüdische Einwanderung soll nach dem Beschluss der Regierung in den nächsten acht Monaten 8000 Personen aller Kategorien umfassen. Die Alternative zu dem Plan der Regierung, die von Lord Snell mit einem solchen Gleichmut erwogen worden sei, würde Unterdrückungsmassnahmen erfordern und die Feindseligkeit des arabischen und des jüdischen Volkes hervorrufen. Sie würde auch einen dauernden Druck auf das englische und palästinensische Schatzamt mit sich bringen und könnte die ganze britische Politik im Mittleren Osten unterhöhlen. Lord Samuels Gegenvorschlag Lord Samuel erinnerte zu Beginn seiner Rede an seine Amtszeit als High Commissioner von Palästina. Er gehöre keiner Organisation an, die mit Palästina verbunden ist Er bezeichnete den Bericht als ein bemerkenswertes Dokumennt, das sowohl wohlwollendes Verständnis für den Zionismus, als auch für den arabischen Nationalismus zeige. Er kritisierte, dass in dem historischen Rückblick des Berichts gesagt sei, dass die Araber behaupteten, man habe ihnen, als sie an der Seite Englands in den Weltkrieg eintraten, zugesichert Palästina werde in das künftige arabische Reich eingeschlossen werden. Die britische Regierung habe in einem Weissbuch von 1922 jedoch erklärt, der MacMahon - Brief nehme Palästina von den arabischen Territorien aus. Die Palästina- Verwaltung weise eine Reihe von Mängeln auf. Sie habe das Land von allen militärischen Kräften entblösst, Beamte ernannt, die das Land und seine besonderen Probleme nicht kannten, und einen dritten Fehler bei der Erziehung der Araber begangen. Es sei nicht zu entschuldigen, dass nach 17 Jahren britischer Herrschaft von 260 000 Arabern im schulpflichtigen Alter nur jeder fünfte Schulunterricht geniesse. Lord Samuel erklärte, die Regierung solle sich nicht auf eine Politik der Unterdrückung und des Zwanges einlassen. Der Teilungs Vorschlag scheine ihm schlecht zu sein. In dieser Beziehung äusserte er die Ansicht dass ein Bevölkerungsaustausch zwischen dem arabischen und dem jüdischen Staat nicht zweckmässig wäre. In dem jüdischen Staat werden 260 000 Juden berufen sein, über 225 000 Araber zu herrschen. Es werde drei offizielle Sprachen geben müssen. Er kritisierte weiter, dass die Bestimmungen über die Einrichtung eines Korridors dem Vertrag von Versailles entnommen zu sein scheinen. Damit habe die Kommission die schwierigste und ungeschickteste Bestimmung dieses Vertrages herausgesucht und auf ein Land angewandt, das so gross ist wie Wales Auch Lord Samuel machte weitere Vorschläge über eine Lösung der strittigen Probleme. Er habe diese Vorschläge nicht improvisiert, sondern lange erwogen und mit anderen beraten. Bs scheine ihm, dass die Juden bereit sein müssten, ein Opfer zu bringen, sie müssten auf eine Einschränkung der Einwanderung eingehen, die auf einem anderen Grundsatz als auf dem der wirtschaftlichen Aufnahmefähigkeit beruhe. Bestimmt könne für eine Reihe von Jahren eine wesentliche Zunahme der jüdischen Bevölkerung durch Einwanderung stattfinden. Auch sollen die Juden einen bestimmten Prozentsatz der Gesamtbevölkerung, etwa 40 Prozent, nicht übersteigen. Die Juden müssten auch die Tatsache der arabisch-nationalen Bestrebungen anerkennen und achten. England möge, so erklärte Lord Samuel weiter, mit Unterstützung Frankreichs und der zionistischen Bewegung mithelfen, einen grossen arabischen Staatenbund zu schaffen, dem Arabien, Syrien, der Libanon, und auch Palästina angehören würden. Palästina würde in dieser Föderation das reichste Mitglied sein und seine Industrie würde ein Hinterland und einen Markt bekommen. Die Araber mögen der Oeffnung Transjordaniens für eine Ansiedlung von Arabern und Juden zustimmen. Für die heiligen Stätten des Islam solle durch den Völkerbund eine Garantie für Unverletzlichkeit geleistet werden. Für die Verwaltung schlug Lord Samuel eine jüdische und eine arabische Organisation vor, die in weitem Umfange die Kontrolle über die Entwicklung haben solle. Als zentrale Körperschaft solle eine Art Bundesrat eingesetzt werden, der von britischen Beamten unterstützt werden solle. Die britische Regierung solle das Mandat weiter behalten. Lord Samuel gab zu, dass die Annahme seiner Vorschläge zweifelhaft sei. Man müsse aber die Araber bewegen, die Verbundenheit der Juden mit Palästina anzuerkennen. Schiuss der Aussprache Im weiteren Verlauf der Debatte sprachen noch der Erzbischof von Canterbury, der sich für eine jüdisch-arabische Konferenz einsetzte, Lord M e 1 c h e 11, der, insbesondere die Notlage der Juden in Mittel- und Osteuropa hervorhob, Lord L y 11 o n, der sich wenig von einer Teilung für die Befriedung Palästinas versprach. Schliesslich sprach das britische Mitglied der Mandatskommission. Lord L u g a r d, der sich für den Teilungsplan einsetzte und sich dagegen wandte, dass die Intrigen des Mufti geduldet werden. Der letzte Redner war Lord Lamington, der zur Erleichterung der jüdischen Not eine Ansiedlung in anderen Ländern als Palästina befürwortete. Der Kolonienminister Ormsby-Gore wohnte einem Teil der Debatte bei. Ferner kamen zu einem Teil der Aussprache der Schaizkanzler Sir John Simon sowie Winston Churchill und der Fraktionsführer der liberalen-Partei im Unterhaus, Sir Archibald Sinclair. Die Debatte wurde auf Mittwoch nachmittag vertagt. The southem Gates of Arabia by Freya Stark. The Albatros Library Vol. 323, 1937. Wer das Buch von Freya Stark „Die südlichen Tore Arabiens" liest, schlägt zwei Fliegen mit einem Schlag: er vervollkommnet sein Englisch und gewinnt zu gleicher Zeit einen Eindruck vom arabischen Leben. Freya Stark dringt von einem kleinen Hafen am Indischen Ozean her auf den alten Karawanenstrassen des Weihrauchhandels ins Innere der arabischen Halbinsel ein, teilt ihre Mahlzeiten mit den Beduinen, erlebt den unerhörten Wechsel von Wüste und Fruchtland, der allein dem Orieut seinen märchenhaften Reiz verleiht, und erforscht die Kulturen längst untergegangener Völker. Sie ist die erste weisse Frau in jenen Gegenden, der erste weisse Mensch also, der mit der arabischen Frauenwelt des Hadhramaut in Berührung kommt. Sie liebt die Araber mit der romantischen Zuneigung vieler Engländer: ihre sehnigen Gestalten, ihre langen Gesichter, ihre grosszügige Gastfreundschaft, ihren Takt, ihre Höflichkeit. Aber sie erkennt auch, wie sehr im Orient die Kräfte des Hasses die der Liebe überwiegen, und wie rasch ein einziger Funke die unheimliche Kraft feindseliger Leidenschaft zum plötzlichen Ausbruch bringen kann. Wie der Landschaft, so fehlen den Menschen die Zwischentöne. Das Buch ist voll von klugen Bemerkungen, und wer zwischen den Zeilen zu lesen versteht, der erkennt aus diesem Reisebericht soziale Schichtungen, weltwirtschaftliche und weltpolitische Verflechtungen. Der Vergleich mit palästinensischen Zuständen ist für den jüdischen Leser naheliegend und fügt den vielen Vorzügen dieses gescheiten Buches einen neuen Farbton zu. Werner Cahnmann,

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