Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 16 (1937)
- Issue
- 29 (22.7.1937)
- Date
- 1937-07-22
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 29 * 4. Beiblatt CYZestung 22. "Juli 1937 - Seile 13 Um die Teilung Die Unterhausdebatte Die grosse Debatte über den. Bericht der Königlichen Kommission und die Regierungserklärung über die neue Palästinapolitik im britischen Unterhaus findet zur Zeit der Drucklegung dieser Zeitung noch statt. Da sie nicht, wie ursprünglich beabsichtigt, in Form einer Debatte über das Budget des Kolonienministeriums, sondern auf Grund eines Regierungsantrags, die von ihr erlassene Erklärung zu billigen, vor sich gehen -wird, ist anzunehmen, dass auch diejenigen konservativen Abgeordneten, die in einzelnen Punkten Vorbehalte zu machen haben, geschlossen für den Bericht und die Regierungserklärung stimmen werden. Auch die araberfreundlichen Abgeordneten haben zum Ausdruck gebracht, dass sie, bei aller Bereitschaft, die arabischen Interessen zu wahren, im allgemeinen das Teilungsprinzip zu unterstützen gedenken. Erwachen der englischen Kritik Die englische Oeffentlichkeit fährt fort, der Palästinapolitik ihr reges Interesse zuzuwenden. Obgleich die grosse Mehrheit auch der in der letzten Woche hörbar gewordenen Pressestimmen nach wie vor den Teilungsplan als ein Ganzes gutheisst, werden doch mehr und mehr beachtliche kritische Bemerkungen zu einzelnen Punkten geäussert. Die „Times" beschäftigt sich vor allem mit der arabischen Seite des Problems und weist in einem Leitartikel eine Erklärung des Ministerpräsidenten vom Irak scharf zurück, in der der Meinung Ausdruck gegeben worden war, dass kein arabischer Herrscher sich finden werde, der bereit sei, die Regierung des geplanten Araberstaates in Palästina zu übernehmen. In der gleichen Nummer verlangt der Jerusalemer Korrespondent ganz offen die „Liquidierung des Einflusses des Mufti", der noch immer eine .verhängnisvolle Rolle spiele. Die Zeitung fasst ihre Stellungnahme in folgende Sätze zusammen: „Das britische Volk will weder eine Politik der Unterdrückung befolgen noch die Balfour-Deklaration als einen Fetzen Papier behandeln. Der britische Geist ist realistisch genug, um die Gefahren einer Ausserachtlassung harter Tatsachen zu erkennen und eine Kompromisslösung zu begrüssen. Es sei zu erwarten, dass im Parlament alle Parteien den Plan billigen werden, so dass der Kolonienminister das ganze Land hinter sich haben werde, wenn er am 30. Juli vor die Mandatskommission tritt." Von ähnlichem Optimismus ist die Aeusserung des früheren High Commissioners von Palästina, Oberstleutnants Sir John Chance 11 o r, getragen, der in einer Aussprache in der Royal Central Asian Society erklärte, der Teilungsvorschlag biete die einzige Hoffnung auf künftigen Frieden im Lande. Um Unheil zu vermeiden, müssten eben Juden und Araber Opfer bringen und die Vorschläge, wenn schon nicht freudig, so doch resigniert annehmen. Auch die beiden einflussreichen Londoner Wochenschriften „New Statesman and Nation" und „Spectator" begrüssen den Teilungsplan uneingeschränkt. Zweifel dagegen äussert die Wirtschaftszeitschrift „Economist". Ausgehend von den schlechten Erfahrungen, die man mit der Teilung Irlands gemacht habe, warnt sie davor, die an sich unnatürliche Grenze durch wirtschaftlichen Nationalismus zu einer chinesischen Mauer umzuwandeln. Dringend notwendig sei die Schaffung gemeinsamer Organe zur Förderung von Freundschaft, Frieden und Reichtum der drei palästinensischen Bruderstaaten. Weitere wirtschaftliche Gesichtspunkte werden in der Londoner Zeitschrift „Statist" hervorgehoben. Sie weist darauf hin, dass auf die Dauer der neue jüdische Staat Einwanderungsbeschränkungen werde vornehmen müssen. Die damit verbundene Beschränkung der Kapitaleinfuhr aber könne unabsehbare Folgen haben. Das Blatt befürchtet auch, dass der so 'ungeheuer wertvolle Transithandel durch die' Teilung, die Strassen und Eisenbahnen einfach durchschnitte, leiden werde. Weitere Gefahren sieht es in der Abschneidung der Häfen von den Hauptstädten und in' der Zahlung der Subvention, die sich leicht als unmöglich erweisen könne. Die schärfste Ablehnung aus englischen Kreisen wird dem Teilungsplan durch Lloyd George zuteil, der sich als Premierminister des englischen Kriegskabinetts, das die Balfour-Deklaration erfassen hat, treu auf den Boden dieses Dokuments stellt. Er nennt den Palästinabericht „das klägliche Ende eines der schöpferischsten und verheissungsvollsten Experimente, die durch den Weltkrieg ermöglicht worden sind". Nachdem allmählich alle Ideale des Friedensschlusses aufgegeben worden seien, solle jetzt auch das jüdische Nationalheim verstümmelt werden. Selbst wenn die Teilung unvermeidlich wäre, sei die in dem Bericht vorgeschlagene Einteilung der Länder und Städte unintelligent. Das närrische Dokument verewige die Wüste. Die Grundlage des Teilungsplanes, dass zwei Rassen, Sprachgruppen und,Religionen nicht im gleichen Lande freundschaftlich zusammenleben können, sei falsch. Sie widerspreche zahlreichen Erfahrungen des Britischen Reiches z. B. in Indien, in Kanada und in Südafrika. Es müsse möglich sein, auch Arabern und Juden in Palästina zu einer friedlichen Zusammenarbeit zu verhelfen. Stimmen der nichtenglischen Ausländer Eine offizielle Erklärung der polnischen Regierung zu dem Teilungsplan steht noch aus. In London hat der polnische Botschafter G r a i Radczynski mit Dr. Chaim Weizmann eine längere Unterredung geführt, in der auf die gründliche Prüfung der Berichte, die die Grundlage einer Regierungserklärung bilden werden, hingewiesen wurde. Während einige Pressestimmen, so der „Kurjer Wilenski", der den Wilnaer Legionärskreis en nahesteht, und das Organ das Offizierkorps „P o 1 s k a Z h r o j n a" die Gründung des jüdischen Staates begrüssen, ihn einen Wendepunkt in den polnisch-jüdischen Beziehungen nennen und einen entscheidenden Beitrag zur Lösung der Judenfrage von ihm erhoffen, scheint nach einer offiziösen Aeusserung die polnische Regierung selbst an den vorgesehenen Grenzen Kritik zu' üben. Man fürchtet, dass der jüdische Staat, so wie er vorgesehen ist, zwar vielleicht imstande sein werde, in den ersten Jahren eine grössere Einwanderung aufzunehmen, dass er aber dann bald die Einwanderung werde einstellen oder jedenfalls stark beschränken müssen. In Paris äusserte sich der frühere Minister Senator Justin Godart, der Vorsitzende des französischen Palästinakomitees, in einem dem Pariser ITA-Vertreter gewährten Interview entschieden gegen den Teilungsvorschlag. Er sieht darin einen vernichtenden Schlag gegen den Zionismus und erklärte es als unzweifelhaft, dass er den Wortlaut und den Geist des Mandates verletze. England sollte entweder die Mandatspolitik durchführen oder das Mandat aufgeben. „Osservatore Romano", das Organ des Vatikans, bezeichnet zwar den Teilungsvorschlag als ein historisches Ereignis von höchster Wichtigkeit, hebt aber gleichfalls die ungeheuren Schwierigkeiten hervor und fürchtet, dass es zu einem dauernden Kampf zwischen den beiden unzufriedenen Parteien kommen werde. Das Blatt weist weiter darauf hin, dass die aussergewöhnliche Bedeutung des Problems über die Grenzen Palästinas und des Britischen Reiches hinausgehe. Die jüdische Haltung Die Haltung der Juden selbst zu dem Teilungsplan ist mit der einzigen Ausnahme des Jerusalemer Publizisten I'ttamar ben Awi, der ihn überschwenglich begrüsst, einmütig ablehnend. Zu der Stellungnahme der Weltorganisation Agudas Jisroel, von der hier bereits die Rede war, sei noch nachgetragen, dass die Exekutive in ihrer ausserordentlichen Londoner Sitzung ihrer lebhaften Enttäuschung über den Plan und die vorgeschlagenen Grenzen Ausdruck gegeben hat. Sie fordert dass unter allen Umständen die Verknüpfung der Judenheit mit Jerusalem erhalten werde und dass Mittel und Wege gefunden werden, um das neue jüdische Gemeinwesen auf der Grundlage der Gesetze und Traditionen der Tora zu errichten. Eine rege Aktivität entfaltete auch die Neuzionistische Organisation. Ihr Präsident, Wladimir Jaobtinsky, forderte vor einem Kreise von Abgeordneten in einem Kommissionszimmer des Unterhauses, dass die Beratung des Peelberichtes durch die Mandatskommission des Völkerbundes aufgeschoben werde, damit Juden und Araber Zeit gewännen, die zur Bekämpfung des Berichtes notwendigen Denkschriften vorzulegen. Jabotinsky erklärte ferner, dass der Teilungsplan über den Aufgabenkreis der Kommission hinausgehe. Kein einziger Zeuge sei über diese Frage vernommen worden, und es wäre ernstlich zu verlangen, dass zum Zwecke der Prüfung dieser Frage eine neue Kommission eingesetzt werde. In Prag informierten die Mitglieder der Weltleitung der Neuzionistischen Organisation Dr. Josef Sch echtmann und Dr. Oskar Rabinowicz sowohl den tschechoslowakischen Aussenminister Dr. K r o f t a, sowie Vertreter der Prager Presse über ihre scharf ablehnende Stellungnahme. Von dem Zentralkomitee der Arbeiterpartei Palästinas (Mapai) sowie von der Zionistischen Föderation für Grossbritannien und Irland liegen gleichfalls Entschliessungen vor, in denen der Teilungsplan verworfen wird. Beide Gruppen stellen sich ausdrücklich auf den Boden des Mandates, das sie nach wie vor für durchführbar halten. Am Tischo b'aw vereinigte sich die gesamte Judenheit Palästinas zu einer ergreifenden Kundgebung gegen die Abtrennung Jerusalems von dem geplanten Judenstaat. Alle Synagogen des Landes waren überfüllt. Viele Tausende, die keinen Platz finden konnten, versammelten sich in den Strassen von Jerusalem, Tel-Aviv und den übrigen Landesteilen, um die Kinnot zu hören, die durch den Jerusalemer Sender verbreitet wurden. Nachdem bereits das Mitglied der Exekutive der Jewish Agency, Professor Dr. Selig Brodetsky darauf hingewiesen hatte, dass der geplante Judenstaat von den 45 000 Quadratmeilen, die ursprünglich das Gebiet auf das sich die Balfour-Deklaration bezogen habe, ausgemacht hätten, nur 1900 Quadratmeilen umfassen werde, bringt jetzt der Rechtsberater der Jewish Agency, Leonard Stein, in einer Zuschrift an den Londoner „Jewish Chronicle" weitere interessante Zahlen. Er weist darauf hin, dass von der auf 400 000 Seelen geschätzten jüdischen Bevölkerung Palästinas nur rund 259 000 in dem Judenstaat wohnen würden, während 37 Prozent vorübergehend oder dauernd ausserhalb seiner Grenzen bleiben. Diesen 259 000 Juden würde eine arabische Bevölkerung von 225 000, das sind 46 Prozent der Gesamtbevölkerung gegenüberstehen. Ein Vorschlag von Dr. Magnes Aus der, wenn auch sehr berechtigten, so doch im wesentlichen negativen Kritik ragt eine Aeusserung hervor, die von der gleichfalls entschiedenen Ablehnung des Teilungsplanes zu einem konstruktiven Lösungsvorschlag fortschreitet. Sie stammt von dem Präsidenten der Hebräischen Universität Jerusalem, Dr. J. L. Magnes und ist in der „New York Times" veröffentlicht worden. Seiner von jeher auf Verständigung mit den Arabern gerichteten Haltung gemäß, fordert auch jetzt wieder Dr. Magnes, dass zwischen Arabern und Juden frei und offen verhandelte Vereinbarungen geschaffen werden. Wenn es richtig sei, dass die Formulierung des Mandats die Schaffung einer für solche Verhandlungen günstigen Atmosphäre verhindere, so müsse das Mandat geändert werden. Das neue Mandat habe auf zwei grundsätzlichen Thesen zu basieren: 1. Sowohl Juden als auch Araber sind in Palästina auf Grund von Recht und nicht durch Duldung; 2. der Hauptgrund für die Anwesenheit des. Mandatars in Palästina ist .die Aufgabe, Bedingungen zu schaffen, die für freie und offene Verhandlungen über Vereinbarungen zwischen Juden und Arabern günstig sind; diese Vereinbarungen sollen fortschreitend in dem Grundgesetz des Landes verankert werden. Eine solche Politik sei bisher niemals versucht worden. Wichtig sei es, dass die empfohlenen Vereinbarungen nur für eine begrenzte Zeit geschlossen würden. Eine solche Begrenzung werde eine Einigung zwischen den streitenden Parteien ausserordentlich erleichtern, da jede von ihnen die Hoffnung damit verbinden werde, nach Ablauf "der Frist Schritt für Schritt weitere Erfolge zu erzielen. Dass es möglich ist, sogar in aufgeregten Zeiten zu solchen befristeten Vereinbarungen zu gelangen, gehe schon daraus hervor, dass es während des letzten Aufstandes einigen Arabern und einigen Juden gelungen sei, die Umrisse eines Programms für die nächsten zehn Jahre auszuarbeiten. Tatsache sei, dass es mit Zustimmung der Araber möglich sein würde, hunderttausende notleidender Juden in verschiedenen arabischen Ländern anzusiedeln. Ohne Zustimmung der Araber würden sogar die 400 000 in Palästina lebenden Juden in Gefahr bleiben. Andererseits würde es mit jüdischer Hilfe den arabischen Ländern möglich sein, sich zu ihrem früheren wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Glanz zu erheben. Ohne jüdische Hilfe werde aller Wahrscheinlichkeit nach diese Zukunftsmöglichkeit unerfüllt bleiben. So seien Juaen und Araber aufeinander angewiesen, und es sei Pflicht, den Versuch einer Vereinbarung zu machen, bevor das Verzweiflungsmittel der Teilung verwirklicht werde. Magnes erörtert dann die Vor- und Nachteile der Teilung, begründet auch im jüdischen Sinne die Notwendigkeit einer Internationalisierung Jerusalems und schliesst mit folgenden Worten: „Meinen jüdischen Brüdern möchte ich sagen, dass eine solche Zukunft für Jerusalem, wenn sie gut geplant und grosszügig durchgeführt wird, für die ganze Welt von Bedeutung ist und der Judenheit mehr zur Ehre und zum Ruhm gereichen würde, als wenn Jerusalem nur die Hauptstadt des Judenstaates wäre. Eine dreifache Aufgabe steht dem jüdischen Volk bei seiner Rückkehr nach Zion bevor: 1. Ein lebendiges schöpferisches Zentrum für das jüdische Volk und für das Judentum zu bilden; 2. mitzuhelfen, dass die schlummernden seelischen und geistigen Kräfte der ganzen semitischen Welt zur Reife gelangen; 3. Mitzuhelfen, dass Jerusalem das wahre Heiligtum der drei grossen semitischen Religionen werde. Das sind Aufgaben, würdig des Volkes des Buches. Sie liegen im Bereich praktischer Möglichkeit unter einer Voraussetzung: Verständigung zwischen Juden, Arabern und Engländern." Bewegung bei den Arabern Auch bei den Arabern hat sich die Proteststimmung gegen den Teilungsplan immer mehr durchgesetzt. Bis auf eine einzige Stimme, die der syrischen Zeitung „A1 i f B a", die zur Annahme rät, wagt unter dem wachsenden Terror der Radikalen niemand mehr, Vorteil und Verlust in objektiver Weise gegeneinander abzuwägen. Die Argumente, die immer wiederkehren, ob es sich um eine Versammlung in London, bei der der Vorsitzende . der arabischpalästinensischen Partei, Dschemal el Husseini, sprach, um eine Demonstration in Bagdad oder den Protest von 200 arabischen Notabein in Akko handelt, sind die, dass die Juden den besten Teil Palästinas bekommen haben, während die Araber auf den Besitz des ganzen Landes ein historisches Anrecht besässen. Zwar lautete die Antwort des Königs Ibn Saud auf den Appell des Obersten Arabischen Komitees ausweichend, und auch die syrische Regierung teilte mit, dass sie zu den Vorschlägen der Königlichen Kommission nicht ohne vorherige Fühlungnahme mit der französischen Regierung Stellung nehmen werde; aber im Innern des Landes macht die arabische Einigung Fortschritte, der Mufti hofft, den Wiedereintritt der Nashashibi-Partei in das Komitee noch vor Abreise der arabischen Delegation nach Genf durchzusetzen, und die Opposition gegen den teilungsfreundlichen Emir Abdulla wächst Die . Palästinaregierung hat es deswegen für nötig befunden, die Abhaltung der für Sonnabend, den 17. Juli, einberufenen Konferenz aller arabischen Lokalkomitees Palästinas zu verbieten. Leider ist es trotzdem am Vorabend des Tischo b'aw in verschiedenen Gegenden Palästinas zu Gewaltakten gekommen. Es werden Angriffe auf das Jerusalemer jüdische Viertel Bet Hakerem und auf die Siedlung Atarot. und Schiessereien bei Nablus, Tulkerem und Hebron gemeldet, bei denen auch Saaten jüdischer Landwirte in Brand gesteckt wurden. Grosses Aufsehen rief die Polizeirazzia im Büro des Obersten Arabischen Komitees hervor, wobei mehrere arabische Agitatoren verhaftet wurden. Die von der ägyptischen Zeitung „E1 Ä b r a m" veröffentlichte und dann auch von dem Londoner „Evening Standard" übernom- - mene Meldung, die Palästina-Regierung habe in einer Denkschrift an die britische Regierung dagegen protestiert, dass Galiläa in den geplanten Judenstaat fallen soll, wird von der Palästina-Regierung in einer amtlichen Mitteilung dementiert. Die Palästina-Regierung hält Ordnung Wie fest im übrigen die Palästina-Regierung entschlossen ist, alle im Zusammenhang mit der Antiteilungsagitation auftretenden Unruheversuche im Keime zu ersticken, geht unter anderem aus einem Bericht des Palästina - Korrespondenten des „Daily Telegraph" , hervor. Danach soll der zwischen Syrien, Transjordanien, Nablus und Tulkerem gelegene Norddistrikt, in dem als wichtigste Stadt Haifa liegt, vermutlich aus strategischen Gründen geteilt Verden. Die Grenze zwischen den beiden neuen Distrikten soll von der Bahnlinie Haifa—Beisan gebildet werden. Die Teilung des Norddistrikts wird damit begründet, dass seine Verwaltung selbst unter normalen Bedingungen technische Schwierigkeiten bietet, und dass es in schwierigen Zeiten wie im Vorjahr für den Distriktskommissar unmöglich war, die Verbindung mit allen Dienststellen aufrecht zu erhalten. An der palästinensischen Nordgrenze ist soeben eine bereits voll einsatzfäbige spezielle Grenzpolizeitruppe aufgestellt worden. Um ihre Beweglichkeit sicherzustellen, wird der Bau einer strategischen Strasse zwischen Nakura und Metulla auf der palästinensischen Seite längs der syrischen Grenze durchgeführt, die bereits soweit fertiggestellt ist, dass die Eröffnung der Chaussee durch den Hohen Kommissar Ende der Woche erfolgen kann. Die Bewachung der Ortsgrenze, die der transjordanischen Grenztruppe anvertraut ist soll durch noch wirksamere Massnahmen als die an der Nordgrenze sichergestellt werden, ohne dass Einzelheiten darüber vorliegen. Die den jüdischen Kolonien während der letzten Unruhen zugeteilte Hilfspolizei soll bestehen bleiben und teilweise verstärkt werden. Gleichzeitig hat der Hohe Kommissar alle unfriedlicher Absichten verdächtigen Umzüge und Kundgebungen streng verboten. Die Namen der neuen Staaten in Palästina Meldungen aus Kairo zufolge sollen für die in Palästina neu zu schaffenden Staaten bereits Namen gewählt worden sein. Der künftige arabische Teil Palästinas, der mit Transjordanien vereinigt wird, soll den Namen „AI Urdin" MßshMüsse mtk IMmm Erscheint wöchentlich ohne Gewähr. Postschluss für Luftpostsendungen bei folgenden Postämtern: Berlin C 2; Frankfurt/Main Bahnpostamt 19 oder Flughafen; München Bahnpostamt 1 oder 2 (Flughafen); Köln Flughafen. Einwurf bei anderen Postämtern bis zu 1 Tag früher. Abkürzungen: B. A. Buenos Aires; Boul. Boulogne; Cherb. Cherbourg; H Hamburg; LH Le Havre. Ziffern in Klammern Postschlusszeiten. Ab Seeweg nach Nordamerika An Berlin Hamburg Bremen Cherb. N.-York 26. 7. 26. 7. (19) „Bremen" 27. 7. 28. 7. 2. 8. 27. 7. 27. 7. (17) „Manhattan" 28. 7. 29. 7. 5. 8. (H) (LH) 28. 7. 29. 7. ( 8) „Deutschland"--- --- 2. 8. (19) „Europa" 29.7. 3.8. 30. 7. 4. 8. 6.8. 9. S. Luftweg: Zurzeit nur Nachbringefiüge Köln—Cherb („Mit Luftpost ab Köln zum Dampfer".) Zuschlag 15 Pf. für je 20 g Köln Cherb. N.-York 28.7. (9) 28.7. 2.8. Seeweg nach Südamerika Münch. Frankf. Boul. Genua Rio B. A. 28. 7. (9) 29. 7. 10. 8. 14. 8. 30. 7. (8) 31.7. 16. 8. 20. 8. Zuschl. 1,50 RM für je 5 g (1,25 Brasil.) Frankfurt Rio B. A. Berlin 27. 7. (18) Berlin 27. 7. (19) 29. 7. (19) Luftweg: Berlin 24. 7. (13) 28. 7. (21) 24. 7. (15) Franz. LuftDOst 27. 7. 28. 7. (24) Deutsche Luftpost 31.7. 1. 8. Seeweg nach Südafrika Berlin Köln Southampton Kapstadt 28.7.(16) 28.7.(21) 30.7. 16.8. 29. 7. ( 8) mit „Usambara"*) 30. 7 *) 16. 8. *) Nach Walfischbai und Lüderitzbucht, Kapstadt—Johannesburg (oder Pretoria) 30 Stunden Luftweg: Zuschlag 35 Pf. für je 5 g Berlin München Brind. Athen \ 23. 7. (9) 23.7. (18) 25. 7. (7) T . .. 24.7.(6) 25.7.(6) ftLanuSeit 26. 7. (9) 26.7. (18) 28. 7. (7) 8-9 Ta§e 27.7. (6) 28. 7. (6)) See- und Landweg nach Palästina Berlin München Haifa 23.7.(16) 24.7.(9) via Belgrad—Istanbul 28.7 25.7.(14) 26.7.(9) via Belgrad—Istanbul 30.7. 27.7. (16) 28.7. (9) Schiff 29.7. ab Brindisi 2.8. 28.7.(16) 29.7.(9) via Belgrad—Istanbul 3.8. Luftweg: Zuschlag 10 Pf. für je 5 g; mind. 15 Pf. Berlin München Athen Brindisi} 24. 7. (3) 25. 7. ( 5) 24.7. (9) 24.7. (18) 26.7. (7) r . .A 26.7.(6) 27.7.(11) \ 4??^ 28. 7. (3) 29. 7. ( 8) J 2% TaSe 28.7. (9) 28.7. (18) 30. 7. (7) 30.7.(6) 31.7.(11) j