Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 16 (1937)
- Issue
- 29 (22.7.1937)
- Date
- 1937-07-22
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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Paläsrtma-Umschaii der C-V.-Zeituiui Aufgaben eines jüdischen Staates Von unserem «-Palästina-Berichterstatter Es ist bisher mit Recht immer nur von den nachteiligen Wirkungen gesprochen worden, welche die vorgeschlagene Teilung Palästinas au! die Entwicklung des jüdischen Nationalheims ausüben muss. Um so notwendiger erscheint es, auch die Chancen, die sich aus einer Verwirklichung des Peel-Berichtes ergeben können, gewissenhaft zu untersuchen. Dabei muss vorweg ein Grundgedanke festgehalten werden: Die Teilung an sich bringt nur Schaden. Alle Vorteile, die der Peel-Bericht aus der Teilung ableitet, hätten wahrscheinlich auch ohne eine solche Amputation erreicht werden können, wenn auch teilweise vielleicht in etwas langsamerem Tempo. Aber es ist schlechterdings nicht einzusehen, warum die Weltmacht des erfahrensten Kolonialreichs der Erde nicht auch sonst die öffentliche Ordnung in einem so winzigen Gebiet garantieren konnte, dessen Bevölkerung nur wenig mehr als eine Million beträgt, wovon rund ein Drittel, nämlich die Juden, ordnungsliebend, friedlich und loyal sind, die übrigen zwei Drittel dagegen zumeist rückständig und — in ihrem weitaus grösseren, nämlich fellachischen Teil — nur durch stärkste Agitation, ja durch Terror, aus ihrer friedlichen Arbeit in politische Abenteuer hineingerissen werden konnten. Und noch weniger ist einzusehen, warum die nationalen Aspirationen der Araber nur auf diesem Wege besänftigt werden konnten, obwohl diese Nation von allen Völkern der Welt die weitaus grosste umgrenzte Bodenreserve zu freier Verfügung besitzt. Erst recht aber hätte die Autonomie, die jetzt dem neuen jüdischen Staate zugedacht wird, schon längst dem jüdischen Nationalheim im Rahmen eines richtig verstandenen Palästina- Mandates gewährt werden können. In dieser Autonomie aber liegt natürlich eine Hauptchance des neuen Gemeinwesens. Bisher war der Aufbau der Heimstätte nahezu ausschliesslich auf Freiwilligkeit aufgebaut. Es gab so gut wie keine Pflichtsteuer für die Zwecke der jüdischen Gemeinschaft, sondern nur freiwillige Beiträge zu dem zentralen Finanzapparat, dem Keren Hajessod und dem Nationalen Bodenfonds, dem Keren Kajemet Die Ueberlastung dieser Institutionen mit dringlichsten Gegenwartsaufgaben aller Art rührte dazu, daes für alle Sonderzwecke, für die in allen Staaten der Fiskus ordentliche Etatsposten zur Verfügung stellt, freiwillige Sondersammlungen veranstaltet werden mussten, seien es Dinge der Gesundheitspflege wie Krankenkasse und Sanatoriumsbauten, seien es Arbeitslosenhilfe, Rettungswesen und Feuerwehr, Hafenbau und Linderung der Unruheschäden, Kabima-Theater und Universität. Zum Schaden der Staatsautorität ging nicht der Steuereinnehmer sondern der Werber von Haus zu Haus. So glänzend sich die Selbstdisziplin und der Opfermut der palästinensischen Juden auch bewährt haben, so lässt sich doch nicht leugnen, dass sich aus dem Durcheinander der verschiedenen Einzelsammlungen den oft ungeschickten Sammelmethoden auch psychologische Widerstände ergaben, die der Gebefreudigkeit Abbruch taten. In einem jüdischen Staat würde ein ordentlicher Staatshaushalt bestimmte Summen obligatorisch aufbringen und zweckmässig verteilen können. Daraus würde sich zweifellos eine rationellere Finanzwirtschaft ergeben. Wahrscheinlich würde man mit leichterer Steuerlast mehr erreichen können. Der jüdische Staat, der sich ja als Stützpunkt und Asyl für alle Juden der Welt betrachten müsste, würde auf die freiwilligen Beiträge der Diaspora auch weiterhin nicht verzichten können. Es gibt ja heute schon in Palästina obligatorische Abgaben und Steuern. Rein innerjüdische Zwangssteuern sind die Beiträge für den Waad Leumi (vertreten durch die Knesset Israel) und, in den rein jüdischen Munizipalitäten die Kommunalsteuern. Den grössten Teil der Zwangsabgaben bestreiten aber die, grösstenteils indirekten Steuern des Palestine Government. Die Abgabenbelastung durch den Staat beträgt jährlich rund 5 L. Ppro Kopf der Gesamtbevölkerung. Berücksichtigt man aber, dass 60 Proz. der Staatseinnahmen von der jüdischen Minderheit aufgebracht werden, so ergibt sich, dass die staatliche Steuerbelastung des jüdischen Sektors annähernd 9 L. P. (neun Pfund!) pro Kopf und Jahr ausmacht. Den weitaus grösseren Teil dieser Einnahmen verwendet die Mandatsregierimg heute zugunsten des arabischen Sektors. Eine autonome jüdische Finanzverwaltung könnte daher, selbst bei gleicher oder geringerer Belastung des einzelnen und vor allem bei gerechterer Verteilung der Steuerlast eine höhere Leistung für das jüdische Gemeinwohl bewirken. Das Verteilungsproblem spielt aber noch auf einem anderen Gebiet eine wichtige Rolle. Bisher werden die Juden nicht annähernd so stark im Staatsdienst und bei öffentlichen Arbeiten beschäftigt, wie es ihrem Anteil an der Bevölkerung entsprechen würde. In einem jüdischen Staatswesen, würde diese Diskriminierung natürlich aufhören. Neue Arbeitsplätze würden entstehen, während auf der anderen Seite die administrative Behandlung der öffentlichen Angelegenheiten, die heute noch weitgehend privaten Organisationen überlassen bleibt, durch staatliche Verwaltung zweckmässiger und. vielleicht auch billiger gestaltet werden könnte. In einem. selbständigen Staatswesen würden natürlich neue Aufgaben hinzukommen, aber auch deren Lasten wären wahrscheinlich aus den grossen Summen zu bestreiten, die wir bisher ohne angemessene Gegenleistung an die Zentralregierung abführen. Dass schliesslich auf dem Gebiete der Wirtschafts- und Zollpolitik eine autonome jüdische Regierung manche lebenswichtigen Forderungen der jüdischen Landwirtschaft und Industrie erfüllen könnte, um die bisher jahrelange Aktenkämpfe mit Jerusalem und London geführt werden mussten, liegt auf der Hand. Eine viel plänvollere Wirtschaftspolitik, ein überlegter Einsatz von Kapital und Arbeitskraft ist auch die Voraussetzung für die Aufnahme neuer Menschen. Arabische Politiker schätzen die Fassungskraft des neuen jüdischen Gebietes auf mindestens anderthalb Millionen neue Einwanderer. Eine organisiertere Wirtschaftspolitik, als sie bisher selbst von jüdischen Stellen vielfach betrieben wurde, kann in der Tat die ,,absortive capacity'* des vorhandenen Raumes erheblich steigern. Aber auch der jüdische Staat wird die Einwanderung regulieren müssen. Die Aussicht auf ein unabhängiges, in sich geschlossenes jüdisches Siedlungsgebiet wird ohnehin der Wirtschaft innerhalb dieses Raumes einen starken Auftrieb ver- Kapitalerfiohiing der Palestine Electric In der in London abgehaltenen Generalversammlung der Palestine Electric Corp. wurde neben dem Abschiuss auch eine von der Verwaltung vorgeschlagene Kapitalerhöhung von 2,5"auf 4 Millionen Pfund genehmigt. Das neue Kapital soll zum Ausbau der Kraftwerke verwandt werden. Der Vorsitzende der Gesellschaft, Viscount Samuel, wies in einer längeren Rede darauf hin, dass die Rechte, die die Gesellschaft auf Grund der mit Zustimmung der Mandatarmächt erteilten Konzession erworben hat, in vollem Umfange' gewahrt werden würden, gleichgültig, welche politischen Aenderungen eintreten soliien. Die Verwaltung würde nach genauem Studium des Peel-Berichts in jenen Teilen, die die Gesellschaft beträfen, der Regierung Vorstellungen über gewisse besondere Punkte unterbreiten. Bei Betrachtung des abgelaufenen Geschäftsjahres wies Lord Samuel u. a. darauf hin, dass trotz der Unruhen ein ununterbrochener Aufstieg der Geschäftstätigkeit bei der Gesellschaft zu verzeichnen ge: wesen sei. Die abgegebene Strommenge sei gegenüber dem vorangegangenen Jahr um 3(Tproz.. die Bruttoeinnahme um 19 Proz. gestiegen. Die Betriebskosten seien dagegen noch etwas stärker gewachsen, hauptsächlich wegen der Trockenheit, durch die die Leistungen der Wasserkraftstationen herabgesetzt wurden, so dass die mit Brennstoff betriebenen Kraftwerke in stärkerem Masse zur Stromerzeugung herangezogen werden mussten, was mit grösseren Kosten verbunden war. Die Unruhen erforderten ferner besondere Ausgaben von etwas über 17 000 Pfund zu Lasten der Aktienprämien-Reserve. Aus dem Reingewinn von rund 272 200 Pfund, zu dem noch der Vortrag von 26 350 Pfund tritt, wurden nach Vornahme der Abschreibungen und Rückstellungen 5 Proz. Dividende genehmigt, was einschliesslich der bereits ausgezahlten. Zwischendividende eine Verzinsung v o n 7 Vo. Proz. bedeutet. 24 240 Pfund werden vorgetragen. Irn abgelaufenen Jahr wurden insgesamt für 407 593 Pfund Neuinvestitionen vorgenommen. Nach Fertigstellung des Reading-Kraftwerks, voraussichtlich Anfang nächsten Jahres, wird die Produktionsstärke sämtlicher Stationen der Gesellschaft 77 000 Kilowatt betragen. In den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres habe sich die günstige Geschäftsentwicklung fortgesetzt. Höhere Produktion der Palestine- Potash Die Palestine Potash Company verzeichnet eine Erhöhung des Bruttogewinns von 36 851 Pfund auf 59 267 Pfund. Das ist einmal auf eine höhere Produktion, zum anderen auf die Besserung der Kalipreise zurückzuführen."Der Reingewinn wurde allerdings durch die Unruhen einigermassen beeinträchtigt. Er beträgt 26 880 Pfund und soll zum Ausgleich des Vorjahrsverlustes von 25 964 Pfund Verwendung finden. Die Bilanz zeigt u. a. eine wesentliche Vergrösseruns der Anlagen. Im laufenden Jahr werden rund 100 000 "Tonnen Rohkalisalze, die 1.936 gewonnen wurden, der Produktion zugeführt werden. Sowohl* der palästinensische Bromsalz-, wie der Kaliexport sind erheblich gestiegen. _ Palästiaa-ZaMen Die vom amerikanischen Handelsdepartement wöchentlich herausgegebenen „Handelsberichte" enthalten in ihrer letzten Ausgabe einen Wirtschaftsbericht des amerikanischen Konsuls in Jerusalem, Albert W. Scott» in leihen und viele neue Menschen ins Land locken. Soll diese Staatsgründungsprosperity nicht zum Chaos ausarten, so muss der Einstrom der neuen Kräfte planvoll gelenkt werden. Schon bisher hat sich gezeigt, dass nur solche Kräfte ein Gewinn für das Land sind, welche die Fähigkeit und die Bereitschaft. mitbringen, sich wirklich einzufügen und einzusetzen. Selbstverständlich ist es, dass auch ausreichendes Kapital ins Land kommen muss, nicht unbedingt nur durch Einwanderung von Kapitalisten, sondern namentlich durch die nationalen Fonds und die Massnahmen der halböffentlichen Wirtschaftsunternehmungen, die gleichzeitig eine zentrale sichere und gesunde Verwendung des importierten Geldes verbürgen. Auch unter diesem Gesichtspunkt wird der neue Staat die Einwanderung überwachen müssen. Aber gerade der junge jüdische Staat — wenn er wirklich ins Leben treten sollte — lebt nicht von der Wirtschaft allein. Die neue Selbstverantwortung erfordert von jedem einzelnen ein ungewöhnliches Mass von politischer Selbstzucht, von Opfermut und Gemeinschaftsgeist. Verantwortungsgefühl wird namentlich auch gegenüber den Kulturgütern des jungen Staates gefordert werden, gegenüber der Sprache und der ganzen neuen .Welt des Geistes und der Seele, ohne die der Staat nicht leben kann, die aber der Ankömmling aus fernen Ländern erst mühsam erwerben muss, um sie zu besitzen. Es wird die Feuerprobe auf unsere Fähigkeit zur Selbstverwaltung sein, ob wir auch von uns aus die Kraft finden werden, eine solche Sichtung vorzunehmen und die neuen Einwanderer nicht nur wirtschaftlich, sondern auch kulturell und politisch zu absorbieren. dem dieser feststellt, dass im Geschäftsleben Palästinas, welches durch den vorjährigen arabischen Generalstreik schwer beeinträchtigt worden war, nach der Beendigung des Streiks im Oktober eine wesentliche Besserung eingetreten ist. Die Zahl der Touristen und Einwanderer sei in den ersten elf Monaten des Jahres 1936 auf etwa die Hälfte der vorjährigen Zahl gefallen. Die Verringerung des Touristenverkehrs habe sich im Binnenhandel stark bemerkbar gemacht und die Verringerung der Einwanderung führte zu einer starken Abnahme der Kapitaleinfuhr. In den ersten zehn Monaten des Jahres 1936 ist der Import von 14 722 000 um 25 Prozent auf 11045 000, der Export von 3 529 000 um 28 Prozent auf 2 544 000 gefallen. Die Einfuhr aus den Vereinigten Staaten, machte in diesem Zeitraum 823 080- (im . vorangegangenen Jahre 1279000), der Export 16.780 (im vorangegangenen Jahre 12 940) Pfund aus. Am stärksten betroffen war die Einfuhr von Kraftwagen. # Im Sekretariat des Völkerbundes ist soeben das Statistische Jahrbuch für das Jahr 1936/37 erschienen. Es enthält eine Reihe von Ziffern, die eine aufschlussreiche Gegenüberstellung Palästinas mit den Arabischen Staaten ermöglichen. So hat Palästina mit einer Bevölkerung von 1 300 000 Seelen während des vergangenen Jahres Waren im Werte von insgesamt 39 300 000 Dollar importiert; es entfallen somit auf jeden Einwohner durchschnittlich etwa 30 Dollar. Aegypten mit 15.5 Millionen Einwohnern importierte im selben Zeitraum Waren im Werte von 92 100 000 Dollar; auf jeden Einwohner entfallen also kaum 6 Dollar. Aehnliches gilt für Syrien und den Irak. Auch im Export, wo sich die Palästina-Industrie noch in den Anfängen befindet und erst allmählich zu entwickeln beginnt, wahrend die anderen erwähnten Länder bereits über eine gut entwickelte Industrie verfügen, steht Palästina am Ausgrabungen m Palästina Vortrag von Professor Sukenik (Jerusalem) Der Vorstand der Jüdischen Gemeinde Berlin veranstaltete in Gemeinschaft mit dem Jüdischen Lehrhaus einen Gemeindeabend, an dem nach Begrüssung durch den Vorsitzenden, Direktor Heinrich Stahl, der Archäologe der Hebräischen Universität Jerusalem über die Ausgrabungen in Samaria sprach. Die Lichtbilder und die Ausführungen Professor Sukeniks unterrichteten sehr instruktiv über die Ergebnisse verschiedener Expeditionen, die 190SU910 und 1931/1935 von der Harvard University zum Teil unter tätiger Mithilfe des Philantropen Jakob Schiff ermöglicht wurden. Man gewann ein klares Bild über die Reste der römischen und der israelitischen Stadt Samaria, man hörte vom Herodestempel, der zu Ehren des Kaisers Augustus erbaut worden, und man staunte über die Ausmasse des Israelitischen Königspalastes, dessen massive Umfassungsmauern mit jüdischen Steinmetzzeichen ausgegraben wurden. Immer ist man unter Heranziehung der Bibel ans Werk gegangen, hat die entsprechende Prophetenstelle zu Rate gezogen, vornehmlich bei dem architektonisch und arcbitekturgeschichtlich wichtigen Stadttor, das, wie das Löwentor in Mykene oder die Tore von Troja, von einem Turm nur flankiert war. Der Rahmen des Vortrags war recht weit gesteckt, ging über das rein Architektonische hinaus, indem der Redner das zahlreich erschienene Publikum auch mit den Ueberresten der Keramik, der Elfenbeinschnitzereien und der Symbole bekannt machte, "in denen sich der aegäische Kunstkreis, Aegypten- und der ganze Orient die. Hände reichen. Nach den Ausführungen Professor Sukeniks sprachen Dr. Paul günstigsten da. In der Berichtsperiode sind aus Palästina Waren im Gesamtwerte von 10 500 000 Dollar, also durchschnittlich mehr als 8 Dollar pro Kopf, ausgeführt worden, während in Aegypten auf jeden Einwohner durchschnittlich 6 Dollar und im Irak etwa 3 Dollar entfielen. In bezug auf Hygiene steht Palästina unter allen asiatischen und afrikanischen Ländern an erster Stelle. So kamen in Palästina im Jahre 1936 auf 1000 Einwohner 16,1 Todesfälle, in Indien 23.6, in Japan 16,8, auf Ceylon 36,6 und in Aegypten 26,7. Auch die Geburtenziffern Palästinas beweisen den hohen Stand der Hygiene und die Vitalität des Landes. In Palästina kamen im Jahre 1935 auf 1000 Einwohner 45,2 Geburten, in Indien 34,9, in Japan 31.6, auf Ceylon 34,4 und in Aegypten 41,9. Der natürliche Zuwachs Palästinas ist überhaupt der grösste der Welt; er beträgt 28.8 pro Mille. In"Russland beträgt er 22, in Polen 12. in Deutschland 7,2. in England 3, in der Tschechoslowakei 4,1, in Aegypten 15,2 und in Japan 14.8 pro Mille. * Nach einer Veröffentlichung des statistischen Bulletins der Palästina-Regierung betrug die Bevölkerung Palästinas am 31. März 1937 1 316142 Seelen. Von ihnen waren 805173 Mohammedaner, 389 390 Juden, 110146 Christen und 11433 Angehörige sonstiger Bekenntnisse, vor allem Drusen. Verhältnismässig entfallen also auf die Mohammedaner 61,2 Prozent, auf die Juden 29,6 Prozent, auf die Christen 8,4 Prozent und auf die übrigen 0,8 Prozent. Die Bevölkerungszunahme im ersten Vierteljahr betrug schätzungsweise 15 991, davon 11231 natürlicher Zuwachs und 4760 Neueingewanderte. Bei den Juden ist die Bevölkerungszahl um 5307 gestiegen, davon 3500 Einwanderer. 500 Zertifikate für Jogendaüja in den nächsten Monaten Die Jugendalija hat ein Programm für die Arbeit der nächsten Monate aufstellen können. Es werden Zertifikate für jede Siedlung gesondert ausgegeben. 100 Zertifikate für das Emek- Hayarden sind bereits genehmigt, ebenso 30 Zertifikate für Mischmar Habmek und 50 für Kfar Jehoshua. Die Anträge für die Siedlungen Giwat Brenner, Kwuzat Schiller, Kfar Jecheskiel und Tel-Chaj stehen vor einer günstigen Erledigung. Auch religiöse Jugendliche werden Anteil an der Alija der nächsten Monate haben können, da die Bauarbeiten am religiösen Jugenddorf bei Kfar Chassidim rasch vorwärtsschreiten. In den landwirtschaftlichen Schulen Ben Schemen und Mikwa Israel konnten eine Anzahl von Plätzen für die Jugendeinwanderer aus Deutschland bereitgestellt werden. ' * Dem Kinder- und Jugenddorf Ben Schemen stehen für das am 1. Oktober beginnende Schuljahr noch eine beschränkte Anzahl von Zertifikaten zur Verwendung in Deutschland zur Verfügung. Ein Teil dieser Zertifikate soll verwendet werden für Kinder zwischen 12 und 14 Jahren, die in die Kindergemeinschaft (Grundschule) eintreten. Der .Aufenthalt in dieser Schule bildet für die Kinder eine gute Vorbereitung, nicht nur für den späteren Uebergang in die landwirtschaftliche Fachschule von Ben Schemen, sondern für das palästinensische Leben im allgemeinen. Für die landwirtschaftliche Fachschule von Ben Schemen stehen ebenfalls noch einige Zertifikate zur Verfügung, und zwar für Jugendliche im Alter von 15 bis 17 Jahren, die eine mindestens achtjährige Schulausbildung nachweisen können. Anfragen und Anmeldungen sind zu richten an die Jüdische Jugendhiife E. V., Berlin-Charlottenburg 2, Kantstrasse 158. Telephon: 91 55 56—57. Fol. Serbert Sonnenfeld Eppstein und Regie run gsdirektor i. R. Conrad. Kaiser mit dem Dank an den Redner über die Bedeutung der Universität Jerusalem. O.B. * Dr. Sukenik, Professor der Archäologie an der Universität Jerusalem, und Leiter des archäologischen Museums in Jerusalem, spricht im Kölner Jüdischen Lehrbaus, Grosser Saal des Gemeindehauses, Cäcilienstrasse, am 26. Juli-, 20 Uhr 30 Min., über das Thema: „Ausgrabungen in Palästina".