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Central-Verein-Zeitung · 1937-07-15 · 28 (15.7.1937) · page 4

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
16 (1937)
Issue
28 (15.7.1937)
Date
1937-07-15
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seife 4 C.-V.-Zeifong Nr. 28 * 15. Juli 19371 schwächt in die Periode seiner staatlichen Selbständigkeit eintreten. Trotzdem soll es zunächst weiter eine Subvention an den arabischen Nachbarstaat zahlen. Man wird sich gerade in diesem Punkte noch eine gründlichere Prüfung des umfangreichen Peel-Berichtes vorbehalten müssen. Auf den ersten Blick wirkt jedenfalls die Begründung dieses Vorschlages verblüffend. Die Juden haben schon bisher 60 Prozent der palästinensischen Staatseinnahmen aufgebracht, obwohl sie . nur annähernd 30 Prozent der Bevölkerung bilden. Diese Tatsache wird auch im Peel-Bericat bestätigt. Es muss aber noch hinzugefügt werden, dass auch die arabische Steuerleistimg noch viel kleiner gewesen wäre, wenn nicht die Araber aus dem Aufbauwerk der Juden so grossen wirtschaftlichen Nutzen gezogen hätten. Der Peel- Bericht erkennt an, dass diese jüdische Mehrleistung schon bisher weitgehend den Arabern des Landes zugute gekommen ist. Denn während die Juden, über ihre staatlichen Abgaben hinaus, noch im Rahmen ihrer Selbstverwaltung gewaltige Opfer für den Ausbau ihrer kulturellen und wirtschaftlichen Einrichtungen gebracht haben, veriiessen sich die Araber fast ausschliesslich auf die Subventionen der Regierung, die sie in einem unverhältnismässig hohen Ausmass erhielten. Und weil die Juden schon bisher so viel für die Araber getan haben, sollen sie jetzt, trotz ihrer geschmälerten wirtschaftlichen Basis und trotz des Grundsatzes der reinlichen Scheidung weiterhin den arabischen Staat subventionieren. Darüber hinaus scheint auch von seifen des Britischer Empire eine weitere Finanzhilfe für den arabischen, nicht aber für den jüdischen Staat vorgesehen zu sein. Dieselbe Peel-Kommission, die in so klugen und verständnisvollen Worten die Tragik und Dringlichkeit der internationalen Judenfrage schildert, scheint in diesem Punkte der, leider irrigen, Vorstellung Raum gegeben zu haben, dass die jüdische Siedlung in Palästina über unbegrenzte Reichtümer verfüge. Es erscheint zweifelhaft, ob die Absicht der Peel-Kommission, durch jüdische Mitwirkung an der Entwicklung des zurückgebliebenen arabischen Staates eine freundschaftliche Zusammenarbeit zu gewährleisten, auf diese Weise erreicht werden kann. Zwangszahlunsen eines Staates an einen anderen tragen fn 'der Regel nicht dazu bei, da« nachbarliche Verhältnis zu bessern.- Abgesehen davon ist der Gedanke, nach Bereinigung der nationalen Leidenschaften die Atmosphäre für bessere wirtschaftliche Verständigung zu schaffen, bestechend und aussichtsreich. Durch Abschluss von Sonderverträgen soll verhindert werden, dass nach der Teilung des Landes das bisher einheitliche Zollgebiet in drei von einander abgesperrte Binnenmärkte zerrissen wird. Wird der neue jüdische Staat von den alten arabischen Ländern, die sich ihres jungen Bruders „Palästina-Transjordanien" zweifellos besonders annehmen werden, auch innerlich anerkannt, so wird die jüdische Industrie, die ja über einen grossen Vorsprung verfügt, vielleicht Gelegenheit finden, ihre heute schon recht aussichtsreiche Position auf dem mittelöstlichen Markt zu verstärken. Die jüdische Landwirtschaft hat sich seit 1936 ohnehin zum grossen Teil auf die Belieferung des jüdischen Binnenmarktes umgestellt; diese Absatzmöglichkeit dürfte für die meisten agrarischen Produktionszweige vorläufig ausreichen, zumal wenn durch autonome Zollpolitik die Einfuhr aus ferneren Ländern in vernünftigen Grenzen gehalten werden kann. Schon vor der eigentlichen Gründung der neuen Staaten soll nach dem Vorschlag der Peel-Kommission versucht werden, den wirtschaftlich so schädlichen Artikel 18 des Mandats zu beseitigen. Dieser Artikel, der Palästina zur Wirtschaftspolitik der „offenen Tür" verpflichtete, hatte das Land bisher verhindert, durch einen differenzierten Zolltarif sowie durch individuelle Handelsverträge mit anderen Ländern seine junge Eigenproduktion auf dem Binnenmarkt wirksam zu schützen und seiner Ausfuhr günstigere Bedingungen zu erkämpfen. Namentlich die Orangen-Pflanzer, die ja beinahe restlos auf den Export angewiesen sind, laufen seit Jahren Sturm gegen diesen Knebelungsparagraphen. Und gerade auf dem Gebiet der Orangen-Wirtschaft dürfte der Zwang der Verhältnisse am ehesten zu praktischer Zusammenarbeit zwischen den neuen Staaten führen. Ihr gemeinsamer grösster Kunde ist England, und es war eine gemeinsame Forderung jüdischer und arabischer Interessenten, auf dem britischen Markte den übrigen Empire- Lieferanten gleichgestellt zu werden. Die Stellungnahme der jüdischen Welt Die öffentliche Meinung England Nachdem der Peel-Bericht in der englischen Presse zunächst mit einhelliger Zustimmung aufgenommen wurde — mit der einzigen Ausnahme des „Daily Express", der im arabischen Interesse die Ueberführung des ganzen Landes in arabischen Besitz befürwortete —, mehren sich in den letzten Tagen die kritischen Stimmen. Im Gegensatz zu der Aeusserung des Abgeordneten Colonel Josuah Wedgwood der ITA gegenüber, in der der Teilungspian im Interesse der "Juden radikal verworfen und der alte Vorschlag der Gründung einer Kronkolonie wieder aufgenommen wird, stehen diese Stimmen fast durchweg grundsätzlich auf dem Boden des Teilungsplanes und weichen nur in Einzelfragen von den Kommissionsvorschlägen ab. Es ist zu erwarten, dass sich auch die Opposition der Labour Party und der Liberalen anlässlich der Unterhausdebatte in dieser Richtung bewegen wird. Von einzelnen Pressestimmen seien die des „Sunday Observer" erwähnt, der auf die Gefahr hinweist, dass es bei Verzögerung der Annahme zu „beklagenswerten Zwischenfällen*' kommen könne, die „Sunday Times", in der „Scrutator" erklärt, dass niemand die vorgeschlagene Form der Teilung für endgültig halte und dass England in Palästina der Treuhänder der Juden der ganzen Welt sei, sowie der „Manchester G u a r d i a n", der die Frage aufwirft, was geschehen werde, wenn eine Zustimmung zu dem englischen Plan, sich der Folgen seiner Politik durch eine Einschränkung der jüdischen Einwanderung auf ein von den Arabern annehmbares Mass zu entziehen, nicht zu erzielen sein würde. Auch „Daily' Telegraph" setzt sich für eine Grenzrevision zugunsten der Juden hauptsächlich in bezug auf den Negew ein. Eine besonders scharfe Verurteilung des Teilungsplanes kommt im Leitartikel der in Belfast erscheinenden Zeitung „Northern Whig" zum Ausdruck. Dort heisst es von dem Plan, er sei sleichbedeutend mit einer Aufgabe der Mandatargewalt Englands als Konzession an den arabischen Terrorismus. „T i m e s" schliesslich berichtet aus Jerusalem, dass dort Stimmung dafür gemacht werde, durch eine Round- Table-Conference von Juden und Arabern den Einwänden gegen den Teilungsplan stärkeren Nachdruck zu verschaffen. Italien Die Linie der italienischen Politik wird durch eine Erklärung bezeichnet, die der Londoner italienische Botschafter Grandi im Namen des Ministerpräsidenten Mussolini jüdischen Vertretern gegenüber abgegeben hat. Er eröffnete ihnen, dass alles geschehen wäre, um eine Kritik an den Vorschlägen der Königlichen Kommission zu verhindern. Insbesondere werde die Rundfunkstation von Bari in diesem Sinne informiert werden. Frankreich Der Pariser „Matin" weist darauf hin, dass der jüdische Staat durch seine Interessen, seine Lage und seine Bestrebungen der natürliche Verbündete des zur französischen Einfluss- Sphäre gehörenden Libanon-Staates sei. Daher sei Frankreich an seiner wirtschaftlichen Lebensfähigkeit und militärischen Stärke in gleichem Masse interessiert wie England. Polen In der Wilnaer Zeitung ,,Slowo" fordert der polnische konservative Politiker Studnicki, dass Polen, Ungarn und Rumänien die hauptsächlich an einer Massenauswanderung der Juden interessiert seien, gegen den Teilungsplan protestieren sollen. Er verlangt ferner, dass das Palästinamandat auf Polen übertragen werde. Genf Eine interessante Interpretation der politischen Absichten Englands im Zusammenhang mit der Teilung Palästinas gibt das „Journal de Geneve". Es weist darauf hin, dass die englische Landreserve bei Akaba am Roten Meer im Zusammenhang mit dem englischägyptischen Abkommen eine ausserordentlich wichtige strategische Bedeutung habe. Durch die Schaffung eines unabhängigen jüdischen Staates erhalte England freie Hand, den Panarabismus zu kontrollieren. Das sei schon deshalb wichtig, weil erwartet werden könne, dass der arabische Nationalismus nicht für ewig mit dem britischen Imperialismus verbunden sein werde. Das Palästina-Amt der Jewish Agency in Berlin teilt mit: „Es ist zur Stunde noch nicht bekannt, ob und inwiefern die palästinensischen Einwanderungsbestimmungen mit dem 31. Juli 1937 ausser Kraft treten oder Aenderungen erfahren. Gemäss einer Anregung, die wir aus Palästina erhalten haben, empfehlen wir den Einwanderern der Kategorien A und B, die Einwanderung, wenn irgend möglich, bis zum 31. Juli zu vollziehen." Dr. Chaim Weizmann ist am 7. Juli vom Kolonienminister Ormsby-Gore empfangen worden. Es fand eine längere Unterredung im Zusammenhang mit der Veröffentlichung des Berichtes der Königlichen Kommission und der Regierungserklärung statt. Der Leiter des politischen Departments der Jewish Agency, Mosche Shertok. weilte nach der Veröffentlichung der Vorschläge zu einer längeren Beratung bei dem High Commissioner, Sir Artur Wauchope. Die Haltung der offiziellen jüdischen Gremien selbst kam unmittelbar nach dem Bekanntwerden des Berichtes in einer Erklärung der Executive der Jewish Agency zum Ausdruck, in der es unter dem Vorbehalt. einer noch zu formulierenden endgültigen Stellungnahme unter anderem folgendermassen heisst: „In einem Monat werden die obersten Vertretungskörperschaften der Zionistischen Organisation und der Jewish Agency zur Erörterung und Entscheidung zusammentreten. Sofort aber müssen wir uns gegen die dem Bericht zugrunde liegende Annahme wenden, dass das Mandat an sich undurchführbar ist. Die Kommission hat sich mehrere Monate in Palästina aufgehalten und die Untersuchung so gründlieh durchgeführt wie es in so kurzer Zeit möglich war; niemals hat es eine aufrichtigere und ehrlichere Bemühung gegeben, die Tatsachen der palästinensischen Situation festzustellen. Aber als die Kommission nach Palästina kam, fand sie einen Zusammenbruch der Verwaltung vor, der zu einem Zustand völliger Unsicherheit von Leben und Eigentum der die Gesetze achtenden jüdischen und arabischen Bürger geführt hat. Es hätte nie zugelassen werden dürfen, dass die Dinge so weit kommen; sobald sie aber so weit waren, war es für jemanden, der zum erstenmal mit dem Problem konfrontiert wurde, schlechterdings unmöglich, zu erkennen, wem die Verantwortung zuzuschreiben sei. Bei dem Mass von Schwäche, das die Palästina-Verwaltung in letzter Zeit gezeigt hat, hätte jedes Land zur Anarchie geführt werden können. Wir haben in Palästina unsere Arbeit geleistet und Erfolge erzielt angesichts einer widerstrebenden und nicht hilfsbereiten Verwaltung. Palästina ist ein aussergewöhnlicher Fall gedeihlicher Entwicklung in der Nachkriegszeit; der Lebensstandard seiner schnell wachsenden Bevölkerung, der jüdischen sowohl wie der arabischen, hat sich infolgedessen bedeutend gehoben. Es hätte noch mehr zum Wohl beider Bevölkerungsteile erreicht werden können, wenn die Mandatspolitik ehrlich durchgeführt worden wäre und wenn die elementarste Pflicht jeder Regierung, Sicherheit zu erzwingen, ohne Furcht oder Gunst erfüllt worden wäre. Unsere Bewegung ist einig in dieser Ueberzeugung, wenn sie fordert, dass das Mandat loyal und umfassend angewandt werde. Diese Ansicht kam in der einmütig angenommenen Resolution zum Ausdruck, die auf der letzten Sitzung des Aktions-Comitees der Zionistischen Organisation gefasst worden ist. Die von der Königlichen Kommission vorgeschlagenen „Palliativ-Mittel" — so heisst es in der Erklärung weiter — sind nicht minder als der Teilungsplan unvereinbar mit dem Mandat von 1922. Ehe sie durchgeführt werden können, müsste das Mandat durch den Völkerbund geändert und das Palästina-Problem nochmals international überprüft werden. Mit Erstaunen sehen wir darum, wie das Statement of Policy der Regierung Sr. Majestät den Grundsatz der Aufnahmefähigkeit für die Regelung der jüdischen Einwanderung hinwegfegt und in Verletzung unserer Rechte, der uns in der Vergangenheit gegebenen Versprechungen, der wiederholt durch die Regierung Sr. Majestät gegebenen höchst autoritativen Interpretationen und der bedeutendsten unter ihnen, des Weissbuches von 1922, ein politisches Maximum festsetzt. Wir erheben unseren schärfsten Protest gegen eine derart verzerrte Anwendung des Berichtes. Der Bericht der Kommission kommt in einer Zeit, da Palästina für Millionen verfolgter Juden die einzige Hoffnung auf Rettung darstellt. Der nächste Zionistenkongress und die Tagung des Council der Jewish Agency werden nach sorgfältiger Prüfung des Berichtes und der Erklärung der Regierung Sr. Majestät unsere Politik zu bestimmen und zu definieren haben. Inzwischen appellieren wir an das jüdische Volk, ruhig zu bleiben, auf die Gerechtigkeit unserer Sache zu vertrauen, den Stolz auf unsere Leistungen in Palästina zu bewahren und alle unsere Kräfte zu vereinigen zur Verteidigung unseres unveräusserlichen Rechtes auf unsere historische Heimat und auf unsere nationale Zukunft in Erez Israel." Die gleiche Forderung einer grundsätzlichen Aufrechterhaltung des Mandats vertritt der Vorsitzende der Executive der Jewish Agency, David Ben Gurion, indem er in einer Zuschrift an den „Daily Telegraph" erklärt, dass nicht das Mandat als solches versagt habe, sondern die Palästina-Verwaltung, die die Aufgabe hatte, es zu' verwirklichen. Von einzelnen jüdischen Richtungen haben bisher die Agudas Jisroel und die Neuzionistische Organisation Stellung genommen. Auf Seiten der Orthodoxie herrscht eine gewisse Meinungsdifferenz zwischen der Executive der Weltorganisation Agudas Jisroel in London, die den Bericht eine ernste und wertvolle Bemühung nennt, zu einer dauernden Lösung zu gelangen, und die zwar eine Revision der Grenzen anstrebt, im übrigen aber die endgültige Stellungnahme der im August tagenden Knessio Gedaulo und der Tagung &des rabbinischen Rates vorbehält, und einer Erklärung von Dr. S a 1 o m o n E h r m a n n , dem Leiter des Keren Hajischuw und der Palästinazentrale, die mit Zustimmung der Landesorganisation der Agudas Jisroel in Deutschland erlassen wird. Diese Erklärung wendet sich „mit aller Entschiedenheit gegen jeden Versuch einer Beschränkung der Grenzen unseres Landes", protestiert insbesondere gegen die Abtrennung von Jerusalem und fordert, dass bei Schaffung eines jüdischen Staates die Souveränität der Tora im öffentlichen Leben verfassungsmässig gewährleistet werde. Das Zentralkomitee der Agudas Jisroel für Polen fordert angesichts der Lage energisch die Schaffung einer jüdischen Einheitsfront. Für die Neuzionistische Organisation erlässt ihr Präsident Wladimir Jabotinsky einen Aufruf an die Judenheit der Welt, in dem zwischen dem Judenstaatsgedanken als solchem, den er begrüsst, und der Begrenzung des Judenstaates, die er bekämpft, unterschieden wird. „Ein Nationalheim ohne eine Nation zu errichten", heisst es in dem Aufruf u. a., „bedeutet einen Hohn auf die Ideale des Zionismus." Man werde sich durch leere Titel von Staatlichkeit und Regierung nicht verlocken lassen, sondern man sei berechtigt, im Namen des ganzen jüdischen Volkes Verachtung für diese wertlosen Spielzeuge auszusprechen. Zum Schluss ruft Jabotinsky zur Einberufung einer durch allgemeine Wahl gebildeten jüdischen Versammlung auf, die berufen sein solle, die Teilung abzulehnen und sie zu ersetzen durch einen Plan der Beschleunigung des Wiederaufbaus des Judenstaates zu beiden Seiten des Jordan. Die Aufnahme in Palästina In Palästina selbst hat der Peel-Bericht nach der ersten von unserem Jerusalemer Berichterstatter eingangs dieser Nummer geschilderten Bestürzung allenthalben Ablehnung und Erschütterung ausgelöst. Man ist allgemein der Ansicht, dass der geplante jüdische Staat ein Hohn auf die Gefühle der Juden und ihre Leistungen beim Aufbau des Landes ist. „Haboker" "sieht darin ein Zugeständnis an den arabischen Terrorismus und schreibt: „Es wird der britischen Regierung unmöglich sein, die Teilung Palästinas ohne unsere Zustimmung durchzuführen. Wir werden Jerusalem, das Herz der Judenheit, nicht aufgeben." Das Arbeiterblatt „D a r w a r" warnt vor einem Zionismus ohne Zion und einem Judenstaat ohne Juden. „Wir sind davon überzeugt', schreibt das Blatt weiter, „dass das Mandat durchgeführt und in eine Quelle des Friedens umgewandelt werden kann. Wenn die Palästinaregieung von dem Mandat enttäuscht ist und versucht, über neue Vereinbarungen zu verhandeln, dann wird sie erfahren, dass das jüdische Volk auf das Mandat nicht verzichtet hat und es nicht zulassen wird, dass ihm die Travestie eines Judenstaates aufgeschwatzt wird." Auch „Haarez" erhebt heftige Anklagen gegen die Art, in der die Teilung zuungunsten "der Juden vorgenommen worden sei, und schreibt zum Schluss: „Es muss ein Weg gefunden werden, um das Land vor dem Messer des Chirurgen zu retten, das die Seele des Landes zu töten droht." Soweit bereits jüdische Pressestimmen aus den übrigen Ländern vorliegen, wie aus Amerika. Oesterreich, Rumänien, Polen, Litauen und Holland, sind sie allgemein ablehnend und unterscheiden sich nur in Nuancen. Die Stimmung im arabischen Lager ist ziemlich unverändert. Das Oberste Arabische Komite, dessen Stellungnahme nach dem Ausscheiden der gemässigten Nashashibi-Gruppe mit der des Mufti ziemlich identisch ist, hat in einer Resolution den Teilungsplan entschieden abgelehnt. Auch der Führer der Nashashibis Ragheb Bey hat sich gegen den Teilungsplan erklärt. Für den 17. Juli ist seitens des Obersten Arabischen Komites eine allgemeine Konferenz der Araber Palästinas nach Jerusalem einberufen. Lediglich der Emir Abdullah von Transjordanien, der bei der Durchführung der Teilung mit einem beträchtlichen Machtzuwachs zu rechnen hat, ist nach wie vor ein Freund des Peel- Projektes. Er hat an das Oberste Arabische Komite eine Botschaft gerichtet, in der es heisst: „Die Ereignisse der Vergangenheit sind dem Klugen eine Lehre. Abdullah wird auch weiterhin den Arabern zu ihrem Nutzen entsprechend seinem Gewissen dienen." Diese Botschaft ist von dem Komite als so kränkend empfunden worden, dass es dem Emir keinen Dank dafür ausgesprochen hat. High Commissioner Sir Artur Wauchope hat sich im Flugzeug nach Amman begeben, um mit dem Emir Besprechungen abzuhalten. In Genfer arabischen Kreisen erwartet man, dass zu der bevorstehenden Sitzung der Ständigen Mandatskommission eine starke arabische Abordnung erscheinen wird, der vermutlich auch der Mufti von Jerusalem angehören werde. Wie an anderer Stelle des Blattes mitgeteilt wird, ist es im allgemeinen gelungen, in Palästina die Ordnung aufrecht zu erhalten. Nur am 9. Juli wurde der jüdische Arbeiter Zwi Beidak in der Nähe des Stephanstors in Jerusalem von Arabern mit Steinen beworfen und leicht verletzt. Dr.. Sukenik, Professor der Archäologie an der Universität Jerusalem, und Leiter des archäologischen Museums in Jerusalem, hält im Jüdischen Lehrhaus, Frankfurt a. M., Hörsaal der Synagoge Unterlindau 21, am 22. Juli, 20.15 Uhr, einen Lichtbildvortrag über das Thema: „Die Ausgrabungen in Samaria". Der Vortrag wird von den wichtigsten Ergebnissen dieser Ausgrabungen in Wort und Bild sowie von der Arbeit der Hebräischen Universität in Jerusalem Zeugnis ablegen. Die Londoner Staatsdruckerei gibt bekannt, dass die erste Auflage des Berichts der Königlichen Kommission ausverkauft ist. Die zweite Auflage ist in Vorbereitung. INTERNATIONALES S P E D 1T 10 N S B ü R O BROKERHOFF & LIPSCHUTZ Geschäftsgründung 1910 BERLIN C 2, FROMMELSTRASSE 1 a / femruf 4^22 G. M. B. HL Spezialisten mit langjährigen Erfahrungen für UMZÜGE NACH PALÄSTINA Verpackungen an allen Plätzen Deutschlands durch geschultes Fachpersonal Kostenlos» Umzugs Beratung

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