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Central-Verein-Zeitung · 1937-07-08 · 27 (8.7.1937) · page 14

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
16 (1937)
Issue
27 (8.7.1937)
Date
1937-07-08
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 14 C.-V.-Zeitung Nr. 27 #8. Juli 1937, Das jüngste und voraussichtlich auch letzte dieser Konzerte in dem stilechten Barocksaal seiner Wohnung bestritt er selbst, und zwar mit kleineren Stücken romantischer und moderner Komponisten. In Wagners Spiel bewunderte man von jeher die ideale Verbindung von wahrhaft vollkommener Technik und höchstpotenzierter Geistigkeit. Sie bestimmten auch diesmal den Charakter der Darstellung, und es ergab sich, vor allem bei Chopin, dein Wagners besondere Liebe gehört, ein so impulsives, von reichsten inneren Werten getragenes Musizieren, dass man, zumal nach dem faszinierenden Ausklang mit der As-dur-Polonaise, sich um so wehmütiger alles dessen er- »OOOOCXXXXX^ Der Mensch im Koffer Von SUSI BARTENSTEIN Was braucht der Mensch, um Mensch zu sein? Wie kann er sich als Mensch beweisen? Am besten kann er das auf Reisen, Dann packt er die Beweise ein. Womit er seinen Koffer füllt, Um eine Reise anzutreten, Das gibt von seinen Qualitäten Ein ziemlich zweifelsfreies Bild. Vor die Notwendigkeit gestellt, Nur einen Bruchteil einzusacken, Wird eben jeder das verpacken, Was er als Mensch für nötig hält. Philister lassen sich sofort An ihrer Schnupftuchzahl entpuppen, Sie sorgen auch schon ohne Schnuppen Für einen reichlichen Transport. Ein Mensch mit seelischem Programm Beschränkt den Ausflug in die Fremde Nicht nur auf ein gewasch'nes Hemde, Rasierzeug, Badetuch und Kamm.-- Was jeder ist, wovon er träumt, Kurzum, sein ganzes wahres Wesen Ist an den Dingen abzulesen, Die er in seinen Koffer räumt. 0<XXXx><X><><><^ innerte, was dieser hochbegabte Künstler uns in einem Zeitraum von vier Jahren alles gegeben hat. Hff. In den dem Kulturbund für Ostwestfalen und angrenzende Gebiete angeschlossenen zehn Städten gastierte vor ihrer Amerikareise Marion K o e g e 1, die in Volksliedern und Chansons aller Länder wieder ihre ungewöhnliche Vielseitigkeit zeigt. Die Künstlerin riss das Publikum zu Stürmen der Begeisterung hin. Werner Seelig-Bass. ein Musiker von hohem Rang, bot als Begleiter und als Solist hervorragende Leistungen. W. EL Die Synagogengemeinde >"onlhausen veranstaltete in der Synagoge eine religiöse Weihestunde. Dr. Ernst Fraenkel, Berlin, sprach über „Schicksal und Sendung". Else Horwitz-Jansen erfreute mit ihrem schönen Sopran die andächtig lauschende Gemeinde. Manfred Segall begleitete verständnisvoll. Bruno und Milly Bendix hatten mit einem von ihnen allein bestrittenen inhaltvollen und amüsanten Kleinkunstabend im Jüdischen Kulturbund Göttingen grossen Erfolg. Wider ergeht das abschliessende Werturteil: „Ihr Sohn ist begabt, ist aber moralisch verkommen .. # Ja, die gymnasialen Auspizien für den jungen Fulda sind nicht gerade berückend. Als er einmal ein paar Gesänge der „Odyssee" zu seinem Privatvergnügen in deutsche Verse übertragen hat und die Arbeit dem Lehrer vorlegt, erntet er statt der erhofften Anerkennung das vernichtende Verdikt: „Mit solchen Allotriis beschäftigen Sie sich'? Sie sollten lieber Grammatik lernen! Ich warne Sie: Sie sind auf der schiefen Ebene ..." Also moralisch verkommen und auf der schiefen Ebene. Trotzdem besteht 1880 der so Bemakelte das Abiturientenexamen und darf, vom lästigen Schulzwang befreit, in das bunte, lockende Leben hinaustreten. „Und wo ihr's packt, da ist's interessant.'' Es bietet sich ihm mit der ganzen Fülle, dem Reiz des studentischen Treibens in Heidelberg, und es ist interessant genug. Denn Ludwig Fulda ist bei allem Ernst, mit dem er sich dem Studium der germanischen Philologie widmet, kein Duckmäuser und kein Spielverderber. Seinem entwickelten Sinn für Romantik und Poesie kommt Alt-Heidelberg, die Feine, kräftig entgegen — das liebe Neckarstädtchen, in dem auf dem Boden der Vergangenheit eine frisch-frohe Gegenwart in die Zukunft hineinwachsen will, wird ihm Anfang und Ausgang seiner Studienzeit: hier ist' er während der drei ersten und der beiden letzten Semester (zwischen denen je ein Semester Berlin und Leipzig liegen) civis academicus. Und hier erwirbt im Dezember 18S3 der Einundzwanzigjährige summa cum laude den Doktorhut — mit einer Arbeit über Christian Weise, den Zittauer Dichter und Schulmann (1642 bis 1708). Aber schon vorher war eine in ihren wissenschaftlichen Ergebnissen wichtige Untersuchung über Johann-Christian Günther (1695 bis 1723) veröffentlicht worden. Fulda, damals 19 Jahre alt, hatte diese Lebensgeschichte und scharfe Charakteristik des genialischen, an sich selbst zugrunde gegangenen Lyrikers auf Ver- Theater, Musik9 Film Das Wiener Burgtheater hat im Rahmen der künstlerischen Veranstaltungen der Pariser Weltausstellung Hof mannst hals „Grosses Welttheater"' zur Aufführung gebracht. * Die Hab im a wird in der zweiten Hälfte Oktober in Paris u. a. mit dem „Dybuk" und Gutzkows „Uriel Acosta" gastieren. * Aus Hollywood wird berichtet, dass Max Reinhardt beabsichtigt, dort ein eigenes Theater zu eröffnen. Es ist. nach dem Muster Salzburgs, als eine Art Festspielhaus gedacht, in dem nicht nur "Prosastücke, sondern auch Opern und Konzerte gegeben werden sollen. * Das neueste Bühnenwerk von Franz M o 1 n ä r, das Schauspiel „Delila'% wird nach seiner Uraufführung in Budapest mit Lili D a r v a s in der weiblichen Hauptrolle am Deutschen Volkstheater oder am Theater der Josefstadt in Wien zur Aufführung gelangen. * Das Jüdische Kulturtheater in Wien hat die Komödie ,.200 000" von Scholem Ale j ehern und das Drama „Abfälle"' („Schmatcs1") von J. Leiw i g , beide in der Ucbersctzung von Dr. J. R o s e n - t h a 1, als Herbstnovitäten zur Aufführung •angenommen. * Aus Anlass des 75. Geburtstages von Ludwig Fulda am 15. Juli sendet der P r a g e r Rundfunk am 11. Juli. 15 Uhr. sein dramatisches Gedicht ..Lästige Schönheit", während der schweizerische Sender Beromünster am Geburtstag des Dichters um 20% Uhr Fuldas Sendespiel „Abendsonne" zur Aufführung bringt. * In Paris gelangte kür/dich ein neues Werk von Joseph A c h r o n ..Symphonische Variationen und Sonate für Klavier"" durch den Bruder des Komponisten, Isidor Achron, zur Aufführung. Als Thema ist ein palästinensisches Lied verwendet. Der Berichterstatter der „Musical Times"' bezeichnet die Komposition als das „beste Klavierwerk, das die Saison herausbrachte"'. * Richard Tauber wird demnächst eine grosse Konzerttournee durch die Vereinigten S t a a - t e n antreten. * Das Wiener Philharmonische Orchester gab in der Queens Hall in L o n d o n unter Bruno W alter sein erstes Konzert. Als Solist spielte Artur Schnabel das F-dur-Konzert von Beethoven. Anschliessend folgte die 8. Sinfonie von Anton Bruckner. * Der Opernchef des A u s s i g e r Stadttheaters, Franz Allers, hat zwei Bühnfnworke des in hier!in lebenden jüdischen Komponisten James Rothstein, die heitere Volksoper ..Die Brautschau" (.Text von Ernst Huldschinsky und Friedrich Zelnik) und das einaktige musikalische Lustspiel „Jasmin"' (Text von Leo Heller und Richard Wurmfeld) zur Aufführung Üy/.w. Uraufführung) für die nächste Spielzeit in Aussicht genommen. * Am 26. Juni brachte der Sender Luxemburg die Uraufführung einer Sinfonischen Suite von Wolf S i m o n i. Anlässlich eines internationalen Musikfestes in Paris wurden seine Lieder und Chöre gesungen. * Bei dem im September stattfindenden Musikfest in Venedig wird der französisch-jüdische Komponist Darius Milhaud mit seiner „Provencaüschen Suite"" für grosses Orchester vertreten sein. Ferner gelangt u. a. Arnold Schönbergs Suite Opus 29 für zwei Klarinetten, Violine, Viola, Violoncello und Klavier zur Wiedergabe. * Der jugendliche Bassist Fritz Ollendorff. Darmstadt-Mailand, ist an das Stadttheater in Basel verpflichtet worden. * Bei einem Konzert der Pariser Mozart-Gesellschaft, das im Theatre Montansier in Versailles stattfand, dirigierte Professor Karl A 1 w i n von anlassung des hervorragenden Heidelberger Germanisten und Romanisten Professor Karl Bartsch verfasst. Und aus der eindringlichen Beschäftigung mit dem Schöpfer der Leonoren- Gedichte erwuchs ihm sein erstes grösseres Drama: „Christian Günther'', das allerdings nie das Licht der Rampe erblickte. Das Stadttheater Frankfurt am Main hatte dieses Stück zwar angenommen, die Aufführung unterblieb jedoch. Dafür kam aber — am 5. Februar 1S83 — in Fuldas Vaterstadt seine einaktige Komödie ..Die Aufrichtigen" heraus: Ein neuer Dramatiker war geboren, von der Oeffentlichkeit bestätigt worden. 1S84 übersiedelt der frischgebackene Dr. phil. nach München, dem Kunstzentrum jener Zeit. Er gewinnt die Freundschaft des soviel älteren Paul Heyse, tritt in enge Beziehungen.zu Felix Philipp!, Josei Kainz, Bernstein, wird Vorkämpfer Ibsens und — nach seiner Niederlassung in Berlin, 1888 — in der von ihm mitbegründeten und zwei Jahre geleiteten „Freien Bühne"' der Förderer junger Dramatiker. Er ist kein Egozentriker, ist ein immer williger Wegbereiter für jeden, der etwas zu sagen hat. Neidlos erkennt er fremdes Können an, während er selbst von'Erfolg zu Erfolg schreitet. Einer der stärksten wird der seines dramatischen Märchens ,,Der Talisman", dessen Uraufführung Otto Brahm 1893 im Deutschen Theater veranstaltet. Das feinsinnige Werk erobert sich die Bühnen der ganzen Welt — wie „Das verlorene Paradies", „Die Zwillingsschwester", „Jugendfreunde", „Der Dummkopf" usw. Es ist gleichsam eine Gegengabe für diese internationale Anerkennung, dass Ludwig Fulda in mustergültigen Nachdichtungen wertvolle Werke fremder Literaturen vermittelt, Moliere, Rostand, Beaumarchais, Cavalotti, Goldoni, spanische Autoren, Ibsens „Peer Gynt" übertragend neuschöpft. In den Vereinigten Staaten, die er als gefeierter Gast der Germanistischen Gesellschaft 1906 und 1913 bereist, dienen — eine andere Gegengabe — seine eigenen Lustspiele vielfach als Schullektüre, der Wiener Staatsoper die Mozartsche Tanzsuite „Les petits riens". * „Herzklopfen", ein musikalisches Lustspiel von Max Bertuch, Musik von Stefan Weiss, gelangte an der Scala in Wien zur Uraufführung. * Eine jiddische Film-Zeitschrift „Mein redendiger Film" (Mein Sprechfilm), herausgegeben von Alter Kacisne, erscheint wöchentlich in Warschau. * Eugen H e 11 a i s Roman „Das Zimmer Nr. 111" wird demnächst als Film erscheinen, zu dem der bekannte ungarische Autor selbst das Drehbuch schreibt. # Am His Majestys Theatre in London wird Bernard Grüns gemeinsam mit Erich Maschwitz und George Posford gearbeitete Operette „If the world were mine" zur Uraufführung kommen. Kulturbund-Spielplan der Woche Theater In der Kommandanienstr. 57, 20 Uhr 15: „H o f f n u n g": 12. Juli (Abt. 22, 32, 51/51 550 bis 51649). 13. Juli (Abt. 23, 33, 51/51 650—51 749), 14. Juli fAbt. 24, 34, 51/51 750—51 S50), 15. Juli (Abt. 4, 14). Als nächste Premiere wird im Theater des Jüdischen Kulturbundes am 19. Juli die berühmte Operette „Die Csardasfürstin". von Emmerich Kaiman aufgeführt. Die musikalische Leitung liegt in den Händen von Kapellmeister Rudolf Schwarz, die Regie führt Julius K u t h a n. Die Hauptrollen werden dargestellt von den Damen: Rita Atlasz, Edith Ei Senheim er, Lilli Kann, Ruth Lehnberg, Doris W i 1 a m o w s k a , und den Herren: Alfred Berliner, Julius Kuthan, Alfred Lichtenstein, Bert Meyer und Siegfried Urich. Bühnenbilder: Heinz C o n d e 11. Chöre: Berthold Sander. Kunstnachrichten Auch nach der Stiftung seiner Gemäldesammlung an das Nationalmuseum in Washington vermehrt Andrew W. Mellon diesen Kunstbesitz durch weitere Ankäufe erster Meisterwerke. Man hört jetzt, dass er aus der Sammlung des unlängst verstorbenen amerikanischen Sammlers Henry G old mann Masolinos „Verkündigung" und aus der ebenso bekannten Sammlung Otto H. Kahn Mantegnas Frühwerk „Hieronymus in der Wildnis" und Giovanni Belltnis „Flucht nach Aegypten" erworben und seiner Stiftung zugefügt hat. * Dr. Ludwig W. A b e 1 s . der seit Jahren in Paris arbeitende Wiener Kunsthistoriker, ist gestorben. * Das Museum in Tel-AviwT veranstaltet eine Ausstellung von Arbeiten des Malers Issai Kulviansky. Er war seinerzeit in Berlin Mitbegründer der Novembergruppe. Die palästinensische , Ausstellung zeigt den künstlerischen Wechsel, die Wendung zum Farberlebnis. Ein Bild aus der Frühzeit des Künstlers ..Der Zimmermann" befindet sich im Berliner Jüdischen Museum. — In einem anderen Raum des Museums in Tel-Aviw werden aus Anlass des 50. Geburtstages von Jakob Steinhardt Holzschnitte aus den Jahren 1911—1937 gezeigt. Van Goirh: Gemälde und Zeichnungen. Dritte veränderte und vermehrte Auflage. Im Phaidon-Vcriag, Wien, 1937. Der Phaidon-Verlag in Wien bringt dies schöne Werk, das ein vorzügliches Vorwort von Wilhelm Uh de enthält, in veränderter und vermehrter Auflage heraus. Die Abi.ldungen, 122 an der Zahl, wählte Ludwig Goldscheider aus dem Gesamt werk des Malers mit viel Verständnis aus, und er überwachte auch die Repro- Wenn Ludwig Fulda an diesem 15. Juli zurückblickt, darf stolze Genugtuung ihn erfüllen. Nicht nur wegen seines Schaffens, mit dem er Millionen beschenkte, sondern auch wegen der Art, wie er sein Leben lebte. Dieser aufrechte Mann von vornehmster Gesinnung und wahrhaft lauterem Charakter hat stets Treue gegeben, war immer zu finden, wo es galt, zu helfen und zu stützen. So setzte er sich mit seiner ganzen Persönlichkeit dafür ein, den Bühnenschriftstellern bessere Daseinsbedingungen zu erringen. Auf dieser Linie liegt auch der von ihm mitveranlasste internationale Zusammenschluss der Dramatiker in der Confederalion Internationale des Societes d'Auteurs et Compositeurs, deren Präsident er dreimal war, und die ihn auf dem Londoner Kongress von 1931 einstimmig zum Ehrenpräsidenten auf Lebenszeit ernannte. Er hat Ehren und Auszeichnungen privater und öffentlicher Natur in Fülle genossen — sie konnten ihn nicht verwirren, ihm nichts von seiner Schlichtheit, seiner warmherzigen Güte, seiner echten Menschlichkeit rauben. Dem Bühnendichter von hohem Rang, dem Meister des Epigramms, dem Forscher und Erneuerer, dem 75jährigen Ludwig Fulda, senden wir unsere Wünsche hinaus nach seinem Haus Laurin am Karersee: Ad multos annos ... Literarische Notizen In der zweiten Juli-Hälfte erscheint der erste Band des neuen „Zionistischen Lexikon s", von dem bereits acht Hefte vorliegen. Das Lexikon umiasst das gesamte Material der Geschichte der Palästina-Bewegung. Es wird aus vier grossen illustrierten Bänden bestehen. An dem Lexikon, dessen Redaktion in den Händen von Dr. A. Tartakower, Dr. J. Schipper, Dr. N. M. Gelber, B. Zweibaum und F. Wassermann liegt, arbeiten angesehene Wissenschaftler und Schriftsteller aller zionistischen Richtungen mit. * Schalom A s c'h, der jetzt Amerika verlassen hat, wurde der Ehrentitel „Doctor of Hebrew Letters" vom New-Yorker Jewish Institut of Religion verliehen, duktionsarbeiten. Farbig kamen die Gemälde! gut heraus, auch die Wiedergabe der Handzeichnungen ist sehr beachtlich. Durch Briefe van Goghs sind die meisten Datierungen der Bilder und Zeichnungen gesichert,. und nur bei den Jahreszahlen, die in Klammern gesetzt wurden, ist man noch nicht ganz auf sicherem Boden. Das schöne Buch bedeutet für Sammler und Freunde der modernen Kunst entschiedene Bereicherung. Ludwig Schwerin: „Das Buch Tobias". Jüdische Buchvereinigimg, Berlin, 1937. Eine Erzählung in Bildern spricht aus diesem Buch, das mit Unterstützung der Künstlerhilfe der Jüdischen Gemeinde Berlin soeben erschien. Fünfundzwanzig Federzeichnungen des bekannten Künstlers "Ludwig Schwerin bilden einen grossen Reiz dieses Werkes, im Grunde sind' sie für das biblische Thema nur ein äusserer Rahmen. Wir meinen dies im allerbesten Sinne, indem beim Durchblättern des Werkes der ganz grosse Reiz Schwerinscher Illustrationskunst, vornehmlich des Landschaftlichen, zutage tritt. Ob nun Tobias die Toten begräbt in der Stille einer Baumlandschaft, ob der alte Mann dem Sohn in dörflicher Idylle Belehrungen erteilt, ob der Engel Raphael als Wanderer dem jungen Tobias auf der Landstrasse begegne* (sie sprechen nicht nur, sondern blicken auch in den besonnten Himmel), überall hat Ludwig Schwerin die Nuanciertheit und die Delikatesse, die den WTert und den Reiz von Federzeichnungen ausmachen. Dr. O. B. Lehrhausarbeit Im Rahmen einer Religiösen Feierstunde der Gesellschaft für jüdische Volksbildung, Frankfurt a. M., sprach Rabbiner Dr. Max Dienern a n n , Offenibach, über ..Die Zerstörung der beiden Tempel". Dienemann ging von dem aktuellen Problem der 'Teilung Palätinas aus. In frühester Zeit habe das jüdische Volk 300 Jahre ohne Jerusalem als Hauptstadt existiert. Dienemann schilderte die historisch gewordenen Vorgänge bis zur Zerstörung des Tempels. A. H. J. Lehrhaus Berlin Intensiv-Kursc. Anfang August wird ein neuer englischer Intensiv-Kursus beginnen, der bezweckt, durch einen täglichen — Montag bis Freitag — Unterricht von fünf Stunden die Teilnehmer nach regelmässiger Mitarbeit in vier Monaten so weit in die englische Sprache einzuführen, dass sie nach ihrer Auswanderung sich mit der Bevölkerung des Einwanderungslandes vollständig verständigen und am beruflichen Leben teilnehmen können. Täglich fünfstündiger Unterricht in Grammatik, Syntax, Phonetik, Konversation und Vorträge in englischer Sprache gibt den Teilnehmern Gelegenheit zu praktischen Sprech- und Diskussionsübungen. Die monatliche Kursusgebühr beträgt 30 RM. Für die mit Beginn am 2. August in Aussicht genommenen neuen Intensiv-Kurse erbitten wir umgehend Meldungen an das Sekretariat: Berlin W TA Marburger Str. 5 III. Telefon: 24 558710484. Möglichst persönliche Anmeldungen erbeten während der Sprechstunden Montag his Donnerstag von 10 bis 13 und 16 bis IS Uhr. Sprachkurse. Folgende neue Anfängerkurse finden statt: Englisch, Montag und Donnerstag 20 bis 21 Uhr 30 und Mittwoch 20—21 Uhr 30: Spanisch, Dienstag 20—21 Uhr 30: Portugiesisch, Montag und Donnerstag 18—19 Uhr 30. Sämtliche Kurse finden Marburger" Str. 5 III statt. Die monatliche Teilnehmergebühr beträgt für einmal wöchentlich stattfindenden Kursus 2,75 RM, für den zweimal wöchentlich stattfindenden Kursus 4.25 RM. Erwerbslose erhalten gegen Ausweis Ermässigung der Gebühren. Anmeldungen — auch für die bereits bestehenden Sprachkurse — während der Sprechstunden, Montag bis Donnerstag im Sekretariat. Photo-Arbeitsgemeinschaft: Nächste Zusammenkunft Donnerstag. 8. Juli, 20 Uhr 30. Marburger Strasse 5 III. Eigene Aufnahmen mitbringen! Aus der wissenschaftlichen Welt Im Alter von 65 Jahren ist in W i e n der bekannte Soziologe Professor Dr. Max Adler gestorben. Bis zum vergangenen Jahre hielt Professor Adler an der Wiener Universität Vorträge, die besonders von ausländischen Studenten" stark besucht waren. Von seinen Werken hat besonders das 1924 erschienene Buch „Neue Menschen" starke Verbreitung gefunden. Professor Adler trug sich mit dem Gedanken, die ihm von der Universität in Jerusalem angebotene Professur für soziale Wissenschaften anzunehmen. — Wie der ITA mitgeteilt wird, hat Rabbiner Dr. Max Isussbaum (Berlin) eine zusammenfassende Arbeit über die Sozialphilosophie Max Adlers geschrieben. * Auch in diesem Jahre wird eine Reihe von Professoren der Hebräischen Universität von Jerusalem an verschiedenen internationalen wissenschaftlichen Kongressen und wissenschaftlichen Expeditionen teilnehmen. So nimmt der Professor der Archäologie, L. A. Mayer, an dem Papyrologischen Kongress in Oxford teil und wird dort ein Referat über die in Palästina gefundenen arabischen Papyri halten. Der Mathematiker Professor A. H. Frankel kommt zum Internationalen Philosophenkongress nach Paris. An diesem Kongress wird auch Professor H. J. Roth teilehmen, der sich sodann zu dem britischen Philosophenkongress nach Bristol begibt. Der Dozent für Zoologie, J. A h a r o n i, wrird das Institut für Ozeanographie in Monaco und andere wissenschaftliche Anstalten besuchen. Der Botaniker Dr. T. R. e i s s ist eingeladen w'orden, eine Reihe von Vorlesungen in Frankreich zu halten. * Der Oberrabbiner der Pester Hauptsynagoge, Dr. Julius Fischer, der auch den Lehrstuhl für Midrasch an der Franz-Josef-Landesrabbinerschule innehat, und der Oberrabbiner der Israelitischen Kultusgemeinde Kaposvar, Dr. Emanuel Herzog, feiern ihr SOjähriges Amtsjubiläum. Im Rahmen einer Synagogenfeier wurde Dr. Herzog die Ehrenurkunde des Rabbinerseminars überreicht. In Gyöngyös beging der Oberrabbiner der dortigen Status-quo-Gemeinde, L. H. F e i g 1, sein 4Öjähriges Rabbinerjubiläum.

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