Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 16 (1937)
- Issue
- 27 (8.7.1937)
- Date
- 1937-07-08
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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^Zeitung oberhalb von Werden, wo sie am grünsten ist und am malerischsten noch einmal einer Düsseldorfer Enklave, dem „Alters- und Erholungsheim der Synagogengemeinde Düsseldorf, Daniel-Fleck - Stiftung". Neben Frau Geheimrat Fleck, die seit Eröffnung hingebungsvoll für das Gedeihen des nicht nur in landschaftlicher Beziehung ausgezeichneten Hauses arbeitet, waltet hier Oberin Münchhausen mit Tatkraft, Frische und Heiterkeit. Wenn man mit ihr durch die gut bürgerlich, fast komfortabel ausgestatteten Einzel- und Gemeinschaftsräume geht, durch den herrlichen Garten mit Ruheplätzen und Aussichtspunkten, wenn man im Gewächshaus den Duft der unzähligen Marechal Nil-Rosen atmet, die in verschwenderischer Fülle dort ranken, dann wünscht man vielen, vielen unserer jüdischen Alten eine solche Zuflucht am Lebensabend. Länger als der Busch gelber Rosen, den man als Gastgeschenk mit in die Stadt nimmt, leben Erinnerung und Dankbarkeit an die Stifter und Träger des Werkes Rosenau. Dortmund Tags darauf ist man wieder mitten im Stadtbetrieb, in Dortmund, dem östlichen Punkt 'der Besichtigungsfahrt. Es ist eine ebenso verkehrsreiche Grossstadt wie die anderen Ruhrstädte auch, ein wenig bedroht freilich durch den Zug der Kohlenzechen von Süden nach Norden, dem Industrie und Arbeiterschaft langsam nachfolgen. Die blühende Gemeinde von ehemals 4500 Seelen ist auf etwa 3000 zusammengeschmolzen. Dieser Rückgang, an dem West- und Ostjuden fast gleichmässigen Anteil haben — der früher 40prozentige östliche Anteil hat sich auf etwa 33Prozent verringert — steht hier schon ganz im Vordergrund des Gemeinbildes. Infolge des Ueberganges sämtlicher grösseren kaufmännischen Betriebe ist das Steueraufkommen allein in den letzten sechs Monaten um 30 Prozent zurückgegangen. Trotz mehrfacher Erhöhung der Sätze ist der Etat kaum noch zu balancieren. Die Anforderungen an das unter Leitung von Fräulein Kleimenhagen mit Unterstützung von Oberlandesgerichtsrat Katzenstein ausgezeichnet arbeitende Wohlfahrtsamt wachsen ständig, die Winterhilfe hatte 803 Bedürftige zu betreuen, und die Hilfsquellen fliessen trotz grösster Opferbereiischaft der einzelnen immer spärlicher. Mit Bewunderung, in die sich fast schon ein Schuss Rührung mischt, nimmt man davon Kenntnis, dass die Gemeinde inmitten aller ihrer Sorgen in letzter Zeit zu zwei wichtigen aufbauenden Taten geschritten ist: sie hat die Anschaffung eines Gemeindehauses beschlossen, das den Darbietungen des Kulturbundes, der bisher auf sehr unzulängliche Räume angewiesen war, eine würdigere Stätte und überhaupt dem Gemeindeleben einen Mittelpunkt bereiten soll. Es ist ferner eine handwerkliche Vorlehre eingerichtet, die die viel zu knappen Lehrstellen vornehmlich in Schlosserei und Schreinerei ersetzen, daneben aber auch theoretische Fortbildung in Sprachen, Kandelskunde, Wirtschaftsgeographie u. a. m. pflegen soll. Die jüdische Schule, die seit 1818 besteht und seit 1838 städtisch ist, legt bei allseitig gutem Niveau besonderen Wert auf die biologisch-naturwissenschaftlichen Fächer. Ihr Rektor Buchheim erteilt auch englischen Sprachunterricht. Am Rande der Altstadt, am Südwall in der Nachbarschaft repräsentativer städtischer Bauten steht inmitten von grünem Strauchwerk der rote Backsteinbau der Synagoge. Auch sie — im Jahre 1900 mit 1500 Sitzen erbaut, — ein stolzes Wahrzeichen, das fast schon etwas anachronistisch anmutet. Man denkt daran, dass der erste Rabbiner, der hier wirkte, Dr. Benno Jacob, mit seinem Namen den seiner Gemeinde berühmt gemacht hat, und dankt ihm, und den besonders rührigen und tatkräftigen Sachwaltern der Gemeindekörperschaften und Organisationen, dass Dortmund im Auf und Nieder der jüdischen Geschichte in Deutschland seinen guten Platz behauptet. Ein Abstecher von Dortmund führt in das Altersheim in Unna, in dem die Schwester- Oberin Lotte Pinkowitz 41 Insassen betreut. Es ist etwas einfacher als die Rosenau, aber anheimelnd hell, sauber und gemütlich. In einer eigenen Synagoge wird der ständige Gottesdienst versehen von einem jungen Mann, der auch den riesengrossen Gemüse- und Obstgarten vorbildlich in Stand hält. Gehenkirchen Nähert man sich von Dortmund her wieder in der Westrichtung dem Zentrum des Industriegebietes, so ist man überrascht, dass die grauschwarzen Kohlenhalden immer wieder durch leuchtend grüne Laubwälder unterbrochen werden, in denen die Natur sich als unzerstörbar erweist. Es ist gut, einen solchen Trost nach Gelsenkirchen mitzubringen, denn hier begegnet einem wohl eine der gestaltlosesten Städte des Bezirks. Es ist eigentlich nur eine lange Strasse, deren Häuser das plötzlich auftretende Baubedürfnis in planloser Ueberstürzung in die Höhe trieb. Auch die jüdische Gemeinde ist jung, sie gehörte ursprünglich zu Wattenscheid und ist erst seit 1874 selbständig. Die ersten beiden jüdischen Familien mit Namen Herz Heimann und Levy Rubens, sind für das Jahr ISIS hier nachgewiesen. Jetzt leben 1000 hier gegen 1300 im Jahre 1933. Die Abwanderung hat die Steuerkrafl Inneres der Synagoge Düsseldorf nicht im gleichen Masse geschwächt wie anderswo, da die Finanzlast in verhältnismässig stärkerem Umfange von mittleren Steuerzahlern und nicht, von wenigen .Spitzen aufgebracht wird. Man ist deshalb auch in bezug auf die Zukunft nicht pessimistisch. Der aus Vertretern der Synagogengemeinde und der Woblfahrtsvereine bestehende Wohifahrtsausschuss 'erfüllt seine Aufgaben vortrefflich. Die Winterhilfe hat sich ihren Anforderungen gewachsen gezeigt, und man hofft sogar, aus den Steuerrücklagen der letzten Jahre den Umbau des Gemeindehauses zu bestreiten, durch den man auch hier vor allem einen besseren Saal für die Kulturbundaufführungen zu gewinnen strebt. An der früher privaten, jetzt städtischen jüdischen Volksschule sind drei Lehrkräfte beschäftigt, die Schüler- ^ahl beträgt 137. Neben der 1885 erbauten Orgelsynagoge gibt es einen ostjüdischen Betsaal. Es existiert ausserdem eine kleine Austrittsgemeinde. Genieinderabbiner war bis zu seinem Uebertritt in den Ruhestand Dr. G a 1 - liner, in dem die Gemeinde auch heute noch einen immer bereiten, wertvollen' und verehrten Führer und Helfer besitzt. Im Vergleich zu den bisher Gesehenen ist Gelsenkirchen eine kleine Gemeinde. Acht Aerzte sind noch da von zwölf, zwei Anwälte von sieben. Und doch — män nimmt einen guten Eindruck mit. Ob der nun dem ehrwürdigen Rabbiner zu danken ist, der auch in seinen Ruhejahren der alten Wirkungsstätte verbunden bleibt, ob dem C.-V.-Vorsitzenden, Dr. St rauss. oder dem Gemeinderendanten Dr. Heymann, der wie eine wandelnde Kartothek übc-r Zahlen und Daien Auskunft gibt — man hat das Gefühl, dass hier die Energie, die einst die Gemeinde in steilem Aufschwung in die Höhe trug, auch jetzt im Niedergang noch als lebendige Kraft fortwirkt. Der positive Eindruck hebt sich noch deutlicher hervor, wenn man in Bochum einen gegenteiligen empfängt. Die Gemeinde, die ursprünglich kaum kleiner war als die Gelsen-, kirchener. nämlich 1200 Seelen, ist um volle 50 Prozent, also auf 600, zurückgegangen. Die kleineren Gemeinden rings umher, Herne, Wattenscheid, Wanne-Eickel und Witten, die gemeinsam von dem Bezirksrabbiner Dr. Kliersfeld, dem Nachfolger des noch in Bochum lebenden allverehrten Dr. David, versorgt werden, haben etwa im gleichen Verhältnis abgenommen. Die Steuerkraft ist auf ein Zehntel gesunken, die Rücklagen sind angegriffen, die Prozentsätze sind stark erhöht — und so wagt man nicht, über dieses Jahr hinaus zu denken. Bochum hat nur noch einen jüdischen Arzt; von 13 Anwälten sind noch drei am Ort. Alle Vereine haben sich zu einem Vortragsverband zusammengeschlossen, dessen Darbietungen die einzige Abwechslung der Gemeindemitglieder bilden. Denn Bochum 'ist selbst für den Kulturbund nicht mehr tragfähig! Es muss aus Mangel an Menschen und Mitteln auf diesen grossen Tröster und Anreger, der überall mit seinen Ankündigungen Spannung, mit seinen Aufführungen Freude und Belebung hervorruft, verzichten. Noch konnte die Winterhilfe die Unterstützung ihrer 170 Bedürftigen glatt bewältigen, noch führt die städtische jüdische Schule unter Leitung von Herrn Mendel die Erziehung ihrer 67 Kinder ordnungsmässig durch. Aber der Besuch geht, wie überall, zurück, und nur die Dichte der Städte und die Unübersichtlichkeit der jüdischen Bevölkerung im Bezirk verhindern, dass man genau ausrechnen kann, wann mangels Nachwuchses die Schule ihre Pforten wird schliessen müssen. Rechtsanwalt Dr. Schönewald, Vorsitzender der Gemeinde und des Centrai-Vereins zugleich, dessen Gattin Ottilie Schönewald als Vorsitzende des Jüdischen Frauenbundes bekannt ist, berichtet diese Tatsachen ruhig und ohne Sentimentalität. Nur wenn davon die Rede ist, dass ^•Bochum einmal Vorort des westfälischen Judentums war, wenn man sich daran erinnert, dass hier der erste jüdische Literaturverein gegründet wurde und dass die jüdische Durchwanderer- Betreuung von hier ihren Ausgang nahm, dann dämmt auch die strengste Sachlichkeit der Erzählung nicht mehr die Trauer darüber zurück, dass ehemals blühendes Leben soschnell geschwunden ist. Duisburg Duisburg, die Stadt des grössten Binnenhafens der Welt, bildet den westlichen Eckpfeiler des Industriegebietes. Hier münden seine beiden wichtigsten Wasserwege, Ruhr und Rhein- Herne-Kanal, in den Rhein. Hier vereinen sich Kohle, Stahl und Wasser, Schätze des Bodens und der Verkehrslage zu hervorragend günstigen wirtschaftlichen Bedingungen. Die jüdische Gemeinde bekommt davon nur noch wenig zu spüren. Zwar steht sie im Begriff, sich mit Ruhrort und Hamborn zu vereinigen und damit eine Entwicklung nachzuholen, in der die Stadtgemeinden ihr längst vorausgegangen sind; aber dieser Zusanimenschluss ist nicht ein Ergebnis der Ausdehnung, sondern eine notwendige Konzentration der Kräfte. Denn während die Verminderung von Duisburg selbst von 176S auf 950 Seelen noch unter 50 Prozent bleibt, betragen die Restbestände in Hamborn und Ruhrort weit unter der Hälfte der früheren Seelenzahl. In Hamborn leben noch 400, in Ruhrort noch ISO Juden. Die finanziellen Sorgen sind die gleichen wie überall. Die Wohlfahrtslasten und vor allem die Kosten für Ausbildung und Unterstützung der ständig zunehmenden Auswanderung sind ungeheuer gestiegen. Dass sie bisher mit Hilfe der zentralen Stellen im Rahmen des Möglichen noch geleistet werden, dass auch der vortreffliche Gemeindevorsitzende, Rechtsanwalt Dr. Kaufmann, die ihm anvertrauten 275 Winterhilfsempfänger ordnungsmässig versorgen konnte, war neben der Opferbereitschaft der wenigen Besitzenden vor allem dem Umstand zu verdanken, dass einige im Jahre 1936 erfolgte Verkäufe grösserer Geschäfte ein gewisses Ansteigen des Steueraufkommens zur Folge hatten: eine trügerische Scheinblüte, über deren Einmaligkeit bei den Verantwortlichen kein Zweifel obwaltet. Trotz dieser unüberhörbaren Sprache der Zahlen wird der Besuch in Duisburg zur Freude. Dafür sorgen neben dem bereits erwähnten Gemeindevorsitzenden Dr. Kaufmann und dem prächtigen C.-V.-Vorsitzenden, Hauptlehrer Kaiser, der seit 1905 in Duisburg wirkende Gemeinderabbiner Dr. N e u m a r k. Ob er von der Vergangenheit erzählt, die er durchforscht und beschrieben hat, ob er von den Sorgen der Gegenwart berichtet — mit allen seinen Worten erweist er sich wahrhaft als Seelsorger. Seine Liebe zu dieser Gemeinde, die absinkt, zu diesen Menschen, die er wandern sieht, befähigt ihn zu einem edlen, fast heiteren Gleichmut, der die Trauer des Sprechers und des Hörers milde umfängt. Man erfährt von der Schule, die vor nunmehr zehn Jahren, sozusagen gegen den Willen der Duisburger aus Ruhrort, wo sie einzugehen drohte, hierher verlegt wurde. Heute ist man froh, sie zu haben, wenn auch natürlich die Zahl der Entlassenen die der neu Eingeschulten weit hinter sich lässt. Ihr Leiter ist Lehrer Frank. Man freut sich, dass auch hier die Gemeinde einen Fortbildungskursus für Schulentlassene geschaffen hat, in dessen Rahmen theoretischer und Werkunterricht erteilt werden. Man besichtigt das Gemeindehaus mit Büros, Bibliothek und Sitzungssaal, und das Theodor-Lauter-Haus, das der Gemeinde von der Familie dieses Namens zur Verfügung gestellt und mit seiner Gaststätte, einem grossen Saal und etlichen andern rege benutzten Räumen zum unentbehrlichen Mittelpunkt wurde. Schliesslich steht man in der Synagoge, die jetzt 62 Jahre alt, ehrwürdig und schön ist. Und weil einen Menschen begleiten, deren Verbundenheit zu diesen Stätten wortlos tief ist wie die Wurzelkraft des sturmgepeitschten Baumes, gewinnt man Anteil an ihrer inneren Sicherheit. Es ist, als hörte man am Grabe eines geliebten Menschen die strengen, unbeweglichen Gebelsformeln. Mit der lebenslangen Gewohnheit ihres Klanges fügen sie den vereinzelten Schmerz ein in das grosse Schicksalslied der Gemeinschaft. Noch am sinkenden Abend besichtigt man den Hafen und die gewaltige Ruhrorter Rheinbrücke. In der weichen Dämmerung löst sich alle krasse Zweckhaftigkeit zu einem Licht- und Schattenbild von unerhörter Schönheit. Ganz in der Nähe, zwischen hohen Häuser- . mauern kaum zu entdecken, liegt ein alter, längst nicht mehr benutzter jüdischer Friedhof. Am Tage würde man sich vielleicht wundern, warum das brausende Leben ringsum ihn verschont hat. Das Dunkel der Nacht aber schliesst Leben und Tod in einer grossen, lautlosen Einheit zusammen. Dinslaken Hinter Duisburg, nach Nordwesten zu, dort, wo die Industrielandschaft langsam in die flache holländische Tiefebene übergeht, liegt die Stadt Dinslaken. Ihr Name hat im ganzen Bezirk einen guten Klang, denn hier liegt das Israelitische Waisenhaus, das unter seinem jetzt 24 Jahre im Amt befindlichen Leiter Dr. Rothschild zu einer Art Sehenswürdigkeit geworden ist. Es besteht jetzt 52 Jahre und bietet 37 Jungen und Mädchen, Waisen, Halbwaisen oder Kindern aus zerrütteten Ehen eine neue Heimat. Wenn man, von der Hauptstrasse kommend, das hohe Patrizierhaus betritt, ist man zunächst überrascht, an 6einer Rückfront so etwas wie Landwirtschaft vorzufinden: Hof, Obst- und Gemüsegarten und überall Kinder im Freien, bei Spiel und Arbeit. Es geht sehr vergnügt zu, aber auch sehr zielbewusst. Eben sind ein paar grössere Jungen dabei, einen unbrauchbar gewordenen Schuppen abzureissen. Sie sind trotz der Sommerhitze mit riesigem Eifer am Werk, und als wir nach einer kurzen Kaffeepause die Stätte ihrer Tätigkeit wieder passieren, ist von Brettern und. Balken kaum noch eine Spur zu sehen. In einem der von Fritz Kass, Düsseldorf, in stilvoll schlichter Gediegenheit eingerichteten Innenräume lernt eine Jüngerengruppe mit Dr. Rothschild | u n. hebräisch. Man hält bei den zehn Geboten, die mit grossem Ernst gesprochen und erklärt werden. Als Dr. Rothschild als Anerkennung für die trotz Hitze unverdrossen Arbeitenden plötzlich Eis verteilen lässt, wünscht mancher von den Draussengebliebenen, er wäre auch fleissig gewesen ... Im allgemeinen aber bedarf die Pflicht hier keiner süssen Lockungen, um ihre Anziehung auszu- üben. Es herrscht eine auf Freiwilligkeit gegründete Disziplin, die als ein pädagogischer Erfolg von hohem Rang angesehen werden muss. Das ist besonders beachtlich, weil das Haus, in dem Kinder aller jüdischen Kreise zusammenkommen, streng religiös geführt wird. „Die Orthodoxie wird nicht gepredigt, sondern gelebt", sagt Dr. Rothschild. Und er setzt hinzu: „Die Kinder werden zum Halten der Gesetze nicht gezwungen, aber noch nie hat eines von ihnen ihre Ausübung verweigert." In den Wänden des monumentalen Betsaales sind 2000 Namen eingemeisselt, für die hier Kaddisch gesagt wird. Hier ist jeden Tag Minjan. Auch für die kleine Gemeinde des Ortes, die noch 30 Familien umfasst, ist so neben der schönen alten Synagoge ein religiöser Mittelpunkt entstanden. Die hellen und luftigen Schlaf- und Arbeitszimmer, die erstklassig hygienischen Einrichtungen, die zweckmässigen Wirtschaftsräume, die überlegene Führung und die glücklichen. Kinder — alles vervollkommnet den Eindruck Dinslakens zu einem würdigen Höhepunkt und Abschluss der Reise. Sie war reich und vielfältig wie das Gebiet, dem sie gewidmet war. Es ist unmöglich, ihre Ergebnisse abschliessend zu vereinheitlichen. Wenn trotzdem alles, was man gesehen hat, schliesslich in ein starkes und gutes Gefühl mündet, mit dem man heimfährt und an die Sichtung seiner Erlebnisse herangeht, so liegt in dieser Stimmung ganz gewiss keine Antwort auf die tausenderlei ungelösten Fragen, mit denen einem die Wirklichkeit entgegentrat. Aber es liegt darin eine Antwort an die Menschen, die mit dieser Wirklichkeit ringen. Die Antwort heisst: Dank! Um n n uks findet die Sprechstunde der Beratungsstelle des Jüdischen Centrai- Vereins, Berlin W15, Emser Straße 42, IV, statt. Sprechtage sind Montag bis Freitag, für Mitglieder des Centrai-Vereins auch ausserhalb der angegebenen Sprechstunde nach vorheriger telefonischer 'Vereinbarung. Wann und wo finden Sie Rat? ©berschlesien Bcuthen Dienftag bis Freitag von 10 bis 12 Uhr, Virchowstr. 11, II r. (Tel.: 3527). R atibor CUciwitz Oppeln ISindenburg- Ausserhalb, der angegel nur nach vorheriger Vere büro, Beulhen, Virchcnvst Jeden Montag, 15.30—17 Uhr, Gemeindehaus. Niederzborstr. 3 (Tel.: 2483). Jeden Dienstag, 15.30—17 ühr, Gemeindehaus, Niederwallstr. 9 (Tel.: 4078). Jeden Mittwoch. 15.45-17.30 Uhr,- Gemeindehaus, Gartenstr. 21. Jeden Donnerstag, 16-17.30 Uhr, tlemeindehaus, Schechestr. 14 (Tel.: 2561). lenen Zeiten finden Sprechstunden nbarung mit dem Landesverbandsr. 11. H r. (Tel.: 3527) statt. Mitteldeutschland. Dresden 14. Juli, IG—19 Uhr. Jüdische Wirtschaftshilfe, Zeughausstr. 3. Yorddcutschland Hannover 20. Juli. 12—14 und 16—17 ühr, Georgstr. 14, II.