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Central-Verein-Zeitung · 1937-07-08 · 27 (8.7.1937) · page 7

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
16 (1937)
Issue
27 (8.7.1937)
Date
1937-07-08
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Mr. 27* 8. Juli 1937 C.-V.-Zeftung Seite 7 Auch die Düsseldorfer zeigen mit besonderem Stolz ihre Synagoge, einen von Professor Kleesattel aufgeführten, im Jahre 1904 vollendeten romanischen Prachtbau. Stilstreng wie seine Architektur ist auch seine Innenausstattung, die nur wenige, meist gestiftete Schmuckstücke aufweist. Eines der bedeutsamsten davon ist ein Lulavständer aus Silber und Ebenholz, ein besonders gelungenes Werk synagogalen Kunstgewerbes. Auch in Düsseldorf ist, ähnlich wie in Essen, das Synagogengebäude zu «einem Mittelpunkt des Gemeindelebens geworden: ihr Nebengebäude, in dem früher Bür^ und Dienstwohnungen untergebracht waren wird nun vollständig von der jüdischen Volksschule eingenommen. Sie ist noch sehr jung — sie wurde erst 1935 gegründet —, und in ihr ist die Jugend zu einem bewussten Wert gestaltet worden. Jung ist der Schulleiter, Dr. Hertz, der auch den Ortsring der jüdischen Jugendbünde leitet, jung sind die 14 Lehrer, von denen 10 hauptamtlich tätig sind. Jung ist aber vor allem der Geist der Schule, der einen überall anweht, im Lehrplan, im Unterricht, im Oneg Schabbat, in den Schüleraufführungen und in dem Ringen um die menschlichen Beziehungen zwischen Kindern, Lehrern und Eltern. ""Die Schule vereint 3S5 Schüler, das sind fast alle schulpflichtigen jüdischen Kinder der Stadt. Sie hat zwei Aufbauklassen, die in guter Verteilung praktischen und theoretischen Unterricht pflegen. Vom Keller bis zum Dach ist kein Plätzchen ^ausgenutzt geblieben. Die Gemeindebüros, sind in zwei Häusern untergebracht, die räumlich gleichfalls aufs geschickteste eingeteilt sind. Der Repräsentantensitzungssaal in der Bilkerstrasse ist, obgleich geschmückt mit Fleischhacker-Reliefs aus der jüdischen Abteilung der Gesolei, nicht zu stolz, um viele verschiedene Geschäftsstellen in sich aufzunehmen. Hier arbeitet u. a. der Kulturbund, der in Düsseldorf in bezug auf Organisation und musikalische Leistungen selbständig entstanden und geblieben ist und der nur seine Theatervorstellungen von Köln bezieht. Die ihm für Aufführungen zur Verfügung stehenden Räume sind unzureichend — das schöne Gemeindehaus in der Grafenberger Allee mit seinem Jugendheim, der Bibliothek und dem Kindergarten hat leider keinen grossen Saal — aber sein Eifer ist gross. Noch heute findet die Kunstbegeisterung der Umwelt, von der man so lange mit getragen war, dass sie noch im Sonderbe reiche fortschwingt, ihren Ausdruck in einem Bühnenstudio, in dem junge Menschen unter Leitung von Kurt Friedmann sich teilweise an selbstverfassten Stücken künstlerisch versuchen. Diese besondere kunststädtische Tradition begegnet einem noch in einer anderen charakteristischen Einrichtung, in dem Gemischten Chor unter der verdienstvollen Leitung von Erwin Palm. Dieser Chor ist 1933 aus einem spontanen Bedürfnis entstanden. Ein Orchester war nicht da, seine Zusammensetzung schien schwierig und kostspielig. Da nutzte Palm die natürlichen musikalischen Kräfte, die keiner Instrumente zu ihrer Darbietung bedurften, und schuf einen SÖköpiigen Chor, Marguüuss Weinberg Düsseldorf SpezialfabrikaHon von Damenberufsmä nteln Hausu.Servier-Kleidern i DÜSSELDORF; Schiff skürtcn nach aüen Ländern für sämtliche Schiffe Be.sorgung..'der. Visen, und Reisemittel durch Fritz Heyerhof ff Düsse Ed orf, Ado!?-Hitier-Strasse 3 Ruf 239 45 — (Vertretung des jüdischen Reisebüros Atlantic - Express) SCHIFFSICAiTifi nach aSien Ländern durch das D.P.V„-SigSi@Ülg© Dres. Mendel - Hellberger, SÜSSE S.¬ DORF, Schadowstr. 25 Ruf 21304 Hlodeme 5xtsdhea ♦ Apadm Jhhmuck preiswert und in grosser Auswahl FR. 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Die Leiter gehen in der Programmgestaltung teilweise sehr selbständige Wege und fühlen sich besonders dem Werke Heinrich S c h a l i t s verpflichtet, dessen Kompositionen sie vielfach gepflegt und dessen „Chassidische Tänze" sie uraufgeführt haben. Dass neben dieser künstlerischen Linie auch Verwaltungs- und soziale Arbeit nicht zu kurz kommen, dafür bürgen neben den drei bereits genannten Gemeindevätern die Namen von Oberlandesgerichtsrat i. R. Franken, dem juristischen Dezernenten und kulturellen Betreuer der klein gewordenen Gemeinden der Rheinprovinz, von Herrn Elkan, durch dessen Hände die Winterhilfe trotz verstärkter Inanspruchnahme und wesentlich verminderten Aufkommens zu gutem Erfolg geführt worden ist, die Gemeindeschwester Ella Bial und die WohlfahrtspflegerinnenL e v i s s o h n und Dr. Meyerhoff. Das Wohlfahrtswesen ist besonders glücklich durchorganisiert. Die einzelnen Vereine sind in einer „Wohlfahrtskonferenz" zusammengefasst. Mittelstandsküche, Kleiderkammer, Kindergarten. Kinderspeisung, Altersheim und Erholungsfürsorge arbeiten vorbildlich. Und damit zum Schluss noch einmal die kulturelle Arbeit zum Wort kommt, sei die Versandbibliothek des Provinzialverbandes desJüdischenFrauenbundes erwähnt, die von Düsseldorf aus die kleinen und kleinsten Gemeinden der Umgebung mit Büchern versorgt. Wenn man die gut zusammengestellten Bücherpakete sieht, kann man sich vorstellen, wieviel Freude, Erholung und Stärkung sie in die abgelegenen Orte in Eifel und Westerwald tragen mögen. Dort, wo der Rückhalt an jüdischen Gemeinden, wo Anregung und Abwechslung ganz fehlen, muss das Buch oft alles zugleich ersetzen. Es ist schön, wenn die Menschen und Menschengruppen, die noch geben können, ihre Verpflichtung so erkennen und erfüllen. Auch Düsseldorfs Judenschaft hat einen starken ostjüdischen Einschlag. Am Sabbat ist an sechs Stellen Gottesdienst, da verschiedene ostjüdische Minjanim ihren eigenen Kultus pflegen. Die seit 15 Jahren besiehende Trennungsgemeinde zählt etwa 30 Familien. In dem besonders regen, zum Teil auf eine langjährige Tradition zurückblickenden Vereinsleben — Vorsitzender der Ortsgruppe des Jüdischen Centrai-Vereins ist Philipp Preuss — hat der früher neutrale Jüdische Jugendverein eine besondere Rolle gespielt. Hier war von 1919—1924 der Sitz des westdeutschen Landesverbandes und von 1922—1925 stand die Leitung des ganzen Verbandes unter dem Vorsitz von Dr. Klein. Dass die Gemeinde Düsseldorf in den letzten Jahren stark — von 5500 auf 4300 Seelen — zurückgegangen ist, bedarf kaum besonderer Erwähnung. Die zahlenmässig noch weit stärkere Auswanderung ist zu einem Teil durch Binnenwanderung ausgeglichen worden. Der Verlust an Steuerzahlern ist durch den Verkauf fast aller grossen Einzelhandelshäuser besonders beträchtlich. Wir wenden uns vom Rhein zurück an die Ruhr und begegnen dort, auf dem Pastoratsberg Bei Mosbach GELSEN KIRCHEN kauft man gut B O C H U/M Textll-u SCsarzwaren- (ärossharsdiuns G. u. H. Sfumenthal BOCHUM Bongardstrasse 39 K — Fernruf 6 3133 E. M. Levisohn Bochum, Bongardsfr. 19 Damen-Hüte Julius Michels Ledersrosshandluns Bochum, Heltweg 5 Gebr. Älsberi Bochum-Langendreer DAS HAUS DER GUTEN QUALITÄTEN Selrjactaiisi lällliHllllilillilllllilllllf BOCK! UIM GRQSSHAHQLUKG Kurz-, Textil-, Bürstenwaren Echt silberne Bestecke Max Pander Bochtun. BongardsCrasse 14 Elsenn. Rohstoff - G rosshandlang: filberi Baer BÖCJfOM Lager: Finkenstr. 20, Ruf 66761 c^>o<><>c>ooh>c><>o<xxxxxxxx; Jean Meyer fnh. LEO MÖLLER / Metzgerei Gegr. 1825. Bochum, Kostumstrasse 125 M. 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