Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 16 (1937)
- Issue
- 26 (1.7.1937)
- Date
- 1937-07-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seife 2 C.-V.-Zeifung Nr. 26 »T.Juli 1937 und psychischen Zukunitsaufgaben unserer Gemeinschaft in den letzten Jahren in starkem Masse mechanisiert und schematisiert worden. Gegenüber den Tatsachen, die der Peel-Bericht schaffen wird, werden sich der jüdische Geist, die jüdische Kraft, und — in diesem Zusammenhang auch mit gutem Recht — die jüdische Phantasie zu neuer Anstrengung erheben müssen. Wie die Ereignisse auch verlaufen mögen, sie dürfen nicht ihre Verschärfung durch eine Pause der Resignation oder des Erschreckens in unseren eigenen Reihen finden. Mit der Nähe zu den Ereignissen muss sich die Nähe zu den echten, tiefen jüdischen Kräften unserer Gemeinschaft verknüpfen. Auf engerem Raum eine tiefere jüdische Erfassung erscheint uns jüdischer als eine flache Breitenwirkung. A uslands-Nachrich ten Joachim Prinz' Abschiedsabend Es waren nicht nur die Anhänger von Joachim Prinz am Sonnabend abend im grossen Saale des Brüdervereinshauses dichtgedrängt vereint — viele Hunderte, und dennoch nur ein Bruchteil der zahllosen Menschen, die er als Rabbiner, als Redner, als Schriftsteller an sich gebunden hatte. Man sah auch manche, die mit ihm in Wort und Schrift gekämpft Empfehle jüdischen Grundbesitzern in Berlin und grösseren Provinzstädten unkündbare Annuitäten-Hypotheken günstigste Bearbeitung durch JOSEF SIMON Berlin W 8, Unter den Linden 43/45 -Grundstücksu. Hypotheken-Maklerhatten, gegen sein Wirken aufgetreten waren, und die nun zu diesem Abend gekommen waren, um ihn zu hören und ihn zu ehren und damit zugleich zu bekennen, dass sie, wenn überhaupt notwendig, dann jedenfalls eine innerjüdisch-politische Gegnerschaft wünschten, die ohne Gehässigkeit, ohne Würdelosigkeit, vor allem ohne Niveaulosigkeit sei, wie Prinz sie dargestellt hat Die engsten Freunde von Joachim Prinz aus der Führung der Zionistischen Vereinigung sprachen zu ihm und über LONDON N w 3, 11 Adamson Road Mrs. L B. BENDHEfM rornehm. deutsch-englische Familienpension Polßfi Bulgarien Das Innenministerium hat die Statuten einer von Professor Kalaedjiev gegründeten neuen judenfeindlichen Organisation nicht genehmigt. Eine Propagandabroschüre von Seiten einer anderen judengegnerischen Vereinigung wurde beschlagnahmt. Eine Abordnung des Zentralkonsistoriums der Juden Bulgariens hat dem Innenminister eine Denkschrift über die jüngsten Vorfälle in Varna überreicht, wo Bombenanschläge gegen Häuser von Juden verübt worden waren. In der Denkschrift wurde auch auf die Tätigkeit neugegründeter judenfeindlicher Organisationen aufmerksam gemacht. Der Minister erwiderte der Abordnung, dass die Polizei scharf vorgehen und nicht dulden werde, dass Organisationen einen Teil der Bevölkerung gegen einen anderen aufreizten. Ecuador Wie HICEM berichtet, sind im ersten Vierteljahr 1937 272 Juden, unter ihnen 237 aus Europa, nach Ecuador eingewandert. 32 kehrten nach Europa, 17 in südamerikanische Länder zurück. Die Regierung hat die von jedem Einwanderer zu erlegende Kaution von 50 auf 250 Dollars erhöht. England In Cheltenham wurde bei den Nachwahlen zum Unterhaus der jüdische Bürgermeister der Stadt. Daniel L. L i p s o n, als Kandidat der Unabhängigen Konservativen gewählt. Lipson, der 18S6 in Sheffield geboren wurde, ist bereits zum zweiten Male Bürgermeister von Cheltenham, und damit der erste Jude in diesem Amt. Griechenland An der Sammelaktion für den Aufbau einer griechischen Luftflotte nimmt die jüdische Bevölkerung des Landes lebhaften Anteil. Jüdische Unternehmungen haben grössere Spenden überwiesen, jüdische Arbeiter und Angestellte stellten den Lohn eines vollen Arbeitstages zur Verfügung. Die Tabakfirma Hermann Spirer hat eine Million Drachmen bereitgestellt. Der Ministerpräsident hat der Firma ein Dankschreiben übermittelt. Der jüdische Soldat Elijahu Schern Tow Nachmias hat den Sold mehrerer Monate gespendet und fand im Tagesbefehl der Obersten Heeresleitung lobende Erwähnung. Italien Der italienische Botschafter in Washington, Minister Fulvio S u v i c h , hat in Uebereinstimmung mit den aus Rom gemeldeten amtlichen Feststellungen erklärt, dass in der Haltung der italienischen Regierung gegenüber der jüdischen Bevölkerung keine Aenderung eingetreten sei. Oesterreich Der Verein blinder Musiker hat sich auf Grund des energischen Einschreitens des Gesamtverbandes der Blindenvereine zur Aufhebung seines Beschlusses, in die Vereinssatzung den Arierparagraphen' einzufügen, enN schlössen. für die Annäherung von Christen und Juden In Amerika, Dr. Konrad Hoffmann, den wirtschaftlichen und politischen Zusammenbruch der jüdischen Bevölkerung Polens. Eine Lösung der Judenfrage sei dort nur mit internationaler Hilfe möglich. Tschechoslowakei Die Verfassung der jüdischen Kultusgemeinde-Verbände der Tschechoslowakei ist von dem Plenum des Obersten Rates genehmigt worden und wird nunmehr der Regierung auf Grund des kürzlich erlassenen Gesetzes über die jüdischen Kultusgemeinde-Verbände zur Be- Schlussfassung vorgelegt werden. Der Oberste Rat hat an Dr. Benesch, den Präsidenten der Republik, ein Ergebenheitstelegramm gerichtet. Dem gegenwärtig in Bratislava stattfindenden Internationalen Kongress der Völkerbundligen ist von der österreichischen Abordnung ein Antrag zur Begründung einer ständigen Minderheiten-Kommission beim Völkerbund unterbreitet worden. Der Rat der Völkerbundligen soll Erhebungen über die rassischen, sprachlichen und religiösen Minderheiten in Europa vorbereiten und das Ergebnis der nächstjährigen Sitzung der Union mitteilen. ihn zu den anderen. Unter Leitung von Benno Cohn wahrten sie fast ausnahmslos Takt und Geschmack, wie es der Stunde gemäss war: Michael Traub, Franz Meyer und Robert W e 11 s c h. Sie bemühten sich, Entwicklungsbild, Werdegang und geistig-politische Hauptzüge im Wesen Prinz' aufzuzeigen und die Möglichkeiten zu prüfen, die dieser grosse Agitator für ein jüdisches Volk als Nation und ein jüdisches Palästina in seinen neuen grossen Wirkungskreis nach Amerika mitnähme. Sie unterstrichen den trotz der vielen hundert Teilnehmer privaten Charakter des Abends, für den bezeichnender als die. die man sähe, die seien, die man nicht im Saale erblicke. Dann sprach Prinz zum letzten Male in Deutschland. Es war weniger ein Vermächtnis an die Zurückbleibenden als ein Bekenntnis des Gehenden. Er bekannte sich zu den Kräften, die in der Sprache in ihrem ganzen Bereiche ruhen, aus der er nun herausgehe, und er fasste seine Wirksamkeit in zwei Forderungen an die Juden zusammen: die Juden mögen einander lieben, und sie mögen lernen, in ihren Reihen zwischen Reinem und Unreinem zu unterscheiden. Die ergriffenen Hörer dankten dem ergriffenen Redner. Das Zentralkomitee der zionistischen Organisation Polens teilt mit, dass Lord Melcbett telegraphisch den Wunsch geäussert hat, in Polen zum Zionistenkongress zu kandidieren. Im polnischen Senat hat sich unter der Leitung des ehemaligen Woywoden von Lemberg, Goluchowski, eine parlamentarische Gruppe „Für jüdische Auswanderung aus Polen" gebildet. In einem Vortrag in Wien schilderte der Generalsekretär des Internationalen Komitees Sorgen in Rumänien Der Ausserordentliche Kongress der Jüdischen Reichspartei Rumäniens, über dessen Zusammentreten wir in der vorigen Nummer berichtet haben, hat eine Entschliessung gefasst, in der er die tiefe Besorgnis über die gegenwärtige ernste Situation der Juden in Rumänien zum Ausdruck bringt, die durch die auf den Ausschluss der Juden aus der Wirtschaft gerichteten Bestrebungen herbeigeführt sei. Die Erklärung protestiert energisch gegen die von den judenfeindlichen Parteien getriebene Propaganda, die die heiligsten Gefühle des jüdischen Volkes verletze. Die Juden seien entschlossen, mit allen Mitteln ihr Recht darauf, ihren Lebensunterhalt auf anständige Weise zu verdienen, zu verteidigen. Die Regierung müsse alle erforderlichen Massnahmen zum Schutz der iüdischen Bevölkerung treffen. In Bukarest verlautet, dass der Gesetzesentwuri ,.zum Schutz der nationalen Arbeit', der eine Beschränkung der Angehörigen nationaler Minderheiten auf höchstens 25 Prozent der Belegschaft aller Wirtschaftsbetriebe vorsieht, seitens der Regierung zunächst zurückgezogen werden soll, augenscheinlich mit Rücksicht auf Parlamentsneuwahlen. Auch der Vorsitzende der liberalen Regierungspartei, Bratianu, hat sich gegen den Entwurf gewandt, weil er die Minderheiten für einen wichtigen Faktor der nationalen Wirtschaft hält. Politisch bemerkenswert ist, dass der stellvertretende Vorsitzende der Nationalen Bauernpartei, Dr. Lupu, auf einem Kongress in Kischinew vor den Gefahren der antisemitischen Propaganda der Cuzisten gewarnt hat. Die Liberalen hätten erst zu spät gegen die Extremisten Partei genommen. Die Bauernpartei wisse Arbeit im Lande für alle Intellektuellen ohne Unterschied ihrer Herkunft und habe es nicht nötig, chauvinistisch zu sein, am wenigsten gegenüber den Juden, die die den Rumänen am nächsten stehende Minderheit seien. Die Neuwahl der Leitung der Bukarester Anwaltskammer hat nicht stattfinden können, weil die Anhänger des Ausschlusses der Juden aus der Anwaltschaft eich von der Wahl ferngehalten hatten. Im Vorjahre hatten sie die Mehrheit erlangt, weil sie mit Hilfe aus=enst eh ender Elemente ihre Gegner von der Wahl ferngehalten hatten. Diesmal hatte die Regierung den Justizpalast ausreichend bewachen lassen. 'dieses Jahres dem Präsidenten der Reichsvertretung, dem Präsidialausschuss, Herrn Dr. Otto Hirsch und seinen Mitarbeitern ausgesprochen hat, anzuschliessen." ' HICEM-Bericht 1936 Ueber die Generalversammlung der Hias Ica Emigration Association (HICEM), die am20. Juni in London stattfand, veröffentlicht die Leitung der HICEM einen Bericht. An den Beratungen haben Delegierte der Vereinigten Staaten, Englands, Frankreichs, Belgiens, Polens, Rumäniens und Lettlands teilgenommen. Trotz aller Schwierigkeiten, die sicn der jüdischen Auswanderung in den Weg stellten, konnte die Ueberseewanderung mit Ausnahme von Palästina gegenüber dem vorangegangenen Jahr in gewissen Umfang verstärkt werden. Diese Ergebnisse wurden durch die angestrengte Tätigkeit der 41 der HICEM angeschlossenen Komitees in 25 Ländern der Aus-, Durch- und Einwanderung ermöglicht. In ihrer Arbeit legte die HICEM das Schwergewicht einerseits auf strenge berufliche Auslese der Auswanderer, die in neue Länder gesandt wurden, andererseits auf die Erleichterung der Wiedervereinigung von Familienangehörigen. In den Einwanderungsländern war man vor allem bemüht, den Neueingewanderten Arbeit zu beschaffen und sie in Uebereinstimmung mit der offiziellen Einwanderungspolitik der Länder gleichmässig über das ganze Land zu verteilen, um eine Ansammlung in den Grossstädten zu vermeiden. Üm neue Einwanderungsmöglichkeiten zu schaffen und die bestehenden zu erweitern haben die Vertreter der HICEM im Laufe des vergangenen Jahres und Anfang dieses Jahres eine Anzahl von Ländern besucht, wie z. B. Columbien, Venezuela, Peru, Ecuador, Panama, Guatemala und Mexiko; daneben wurden zahlreiche Reisen in das Innere der Länder unternommen, wo die Komitees der HICEM bereits seit langem tätig sind, z. B. Argentinien, Brasilien, Uruguay, Chile usw. Die Arbeit der HICEM erfasste 7600 aus Osteuropa und 2400 aus Deutschland Ausgewanderte; die Gesamtzahl der von den Komitees der HICEM in den Einwanderungsländern betreuten Auswanderer beträgt etwa 16 000. Die Komitees in den Einwanderungsländern empfingen alle diejenigen, die unmittelbar aus den Auswanderungsländern kamen, unter ihnen 5500 Auswanderer, die von den jüdischen Organisationen in Deutschland abgefertigt worden waren. Die Gesamtzahl der Auswanderer aus Deutschland, die unter Aufsicht der HICEM durch die ihr angeschlossenen und durch die speziell gegründeten Hilfskomitees bis zum 31. Mai 1937 weiterbefördert wurden, beträgt' 16 462. Die für diese spezielle Aktion notwendigen Mittel wurden der HICEM durch die JCA, den Joint, den Central British Fund, den Council, for German Jewry und die Refugee Economic Corporation zur Verfügung gestellt. In der Generalversammlung wurde der neue Verwaltungsrat der HICEM gewählt. Einigungsbestrebungen im Weltzionismus? Die Kriegsopferabteilung des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten veranstaltet im Laufe dieses Sommers in grösseren jüdischen Gemeinden Haussammlungen zugunsten der jüdischen Kriegsbeschädigten, Kriegerwitwen und Kriegerwaisen, die allen Kreisen der jüdischen Gemeinschaft. -angehören. Die Sammlungen entsprechen den Haussammlungen der jüdischen Winterhilfe. •, . Wie wir bereits vor einiger Zeit berichteten, ist die Zionistische Föderation Südafrikas besonders darum bemüht, einer Einigung zwischen der zionistischen und der neuzionistischen Organisation den Weg zu bahnen. Sie ist im Anschluss an eine im April dieses Jahres erfolgte Besprechung mit Wladimir Jabotinsky mit der Exekutive der zionistischen Organisation in einen Briefwechsel eingetreten, innerhalb dessen die zionistische Exekutive ihre Bereitschaft erklärt hat, mit Jabotinsky und seinen Freunden eine Round-Table-Konferenz abzuhalten, um zu besprechen, wie wirkliche Einigkeit und Frieden innerhalb einer einheitlichen zionistischen Organisation gesichert werden könne. Auf das Schreiben des Vorsitzenden der Zionistischen Föderation Südafrikas, in dem Jabotinsky von dieser grundsätzlichen Bereitschaftserklärung der Exekutive Mitteilung gemacht wurde, hat Jabotinsky nunmehr eine Antwort erteilt, in der es u. a. folgendermassen heisst: „Sie schreiben: ,Die Exekutive der Zionistischen Weltorganisation ist bereit, mit Ihnen und Ihren Freunden auf einer Round-Table-Konferenz zu besprechen, wie am besten wirkliche Einigkeit und Frieden innerhalb einer vereinigten zionistischen Organisation zu erreichen sei.' Was wir vorgeschlagen haben, war eine Konterenz nicht zwischen einzelnen Personen, sondern zwischen Organisationen, und was wir zu besprechen vorschlugen, war nicht lediglich die Frage einer vereinigten zionistischen 'Organisation (obgleich dieser Punkt auch inbegriffen werden kann), sondern das viel weitergreifende Problem, das ganze pro-palästinensische Weltjudentum durch eine Nationalversammlung, die durch allgemeines Wahlrecht zu wählen ist, zu vereinigen. Dies scheint Ihre Fassung auszuschliessen." Vorbehaltlich seines Wunsches nach einer authentischen und direkten Mitteilung vom Hauptbüro der Zionistischen Organisation stellt dann Jabotinsky an die Südafrikanische Organisation die Fragen, 1. Ob die Zionistische Exekutive grundsätzlich einer Round-Table-Konferenz mit der Neuzionistischen Organisation zugestimmt habe, 2. ob sie damit einverstanden sei^dass auf dieser Konferenz unter anderem auch über die Umlegung der Jewish Agency auf eine durch allgemeines Wahlrecht zu wählende Nationalversammlung verhandelt werde. Auf diese Erörterungen bezieht sich offenbar eine Information der Londoner Abendzeitung „Star", nach der „zwischen der gemässigten zionistischen Gruppe unter der Führung "von Dr. Weizmann und dem revisionistischen Flüsel unter Führung von Jabotinsky zurzeit Verhandlungen stattfinden, die auf die Bildung einer gemeinsamen Abwehrfront gegen die Aufteilung Palästinas abzielen". Vertrauen zur Reichsvertretung Der Vorsitzende des Oberrates der * Israeliten Badens,ProfesserDr.Nathan Stein, hat am 23. Juni folgendes Schreiben an die Reichsvertretung der Juden in Deutschland z. Hd. des Herrn Präsidenten Dr. Leo Baeck gerichtet: „Der Öberrat der Israeliten Badens hat heute in. seiner Vollsitzung einmütig beschlossen, sich der Vertrauenskundgebung, die der Rat der Reichsvertretung in seiner Tagung vom 15. Juni Ausgleich bürgerlich-rechtlicher Ansprüche Die Frist zur Geltendmachung von Ansprüchen auf Grund des Gesetzes über den Ausgleich bürgerlich-rechtlicher Ansprüche ist durch eine neue Verordnung des Reichsministers des Innern bis zum 31. Dezember 1937 verlängert worden. Beiordnung eines jüdischen Anwalts vor dem Arbeitsgericht Ein jüdischer Kläger hat vor dem Arbeitsgericht Fürstenwalde beantragt, ihm einen jüdischen Anwalt beizuordnen. Das Arbeitsbericht wies den Antrag zurück. Auf Beschwerde hin gab ihm jedoch das Landesarbeitssericht Frankfurt a. O. statt (2 Ta/5/37). In den Gründen wurde gesagt, dass der Kläger, der seiner Berufsausbildung nach zur selbständigen Führung von Rechtsstreitigkeiten nicht befähigt sei, eines Anwalts bedürfe. Er könne aber~auch beanspruchen, einen jüdischen Anwalt zu erhalten. Er habe zutreffend angegeben, dass die am Orte des Arbeitsgerichts ansässigen Rechtsanwälte seine Vertretung abgelehnt hätten. Da er selber Jude sei, müsse man ihm zugestehen, einen an sich zur Ausübung der Rechtsanwaltschaft zugelassenen Juden zum Vertreter zu wählen. Die bestehenden gesetzlichen Vorschriften erhielten keine Festsetzung, dass Juden von einer Parteivertretung vor den Arbeitsgerichten ausgeschlossen seien. Auch die zu § 11 Absatz 1, Satz 2 des Arbeitsgerichtsgesetzes in der Fassung vom 20. März 1936 vom Reichsarbeitsminister' unter dem 13. Juni 1935 erlassenen Richtlinien enthielten keine derartige Einschränkung. In der Rechtsprechung sei die Zulassung nichtarischer Anwälte als Vertreter nichtarischer Parteien anerkannt, z. B. vom Landesarbeitsgericht Berlin durch Beschluss vom 21. September 1935 in Sachen 103. Ta/13935. Hauptschriftleiter Dr. Alfred Hirschber?; Stellvertreter und verantwortlich für die Aufnahme von Bildern:' Dr. Margarete E d e 1 h e i m. Verantwortlich für Fport: Dr Ernst G. L ö w e n t h a. 1sämtlich, in Berlin. Für Rücksendung unverlangter Einsendungen ist Frciumschlag. beizufügen: Leiter der Anzeigen-Abteilung und verantwortlich für' den Inhalt der Anzeigen: Friedrich Nathan. Berlin. DA II. V.i. 38 236. Fl. 5. Verlag: Jüdischer Central-Verein e. V.. Berlin W 15, Lmser Strasse 42. Druck der Buch- und Tiefdruck Gesellschaft mbH., Berlin SVv 19. M7"g ÄL ff/»« B In allen führenden Wäschegeschäften Mk§aiBi9Gw9m wWaSCnC Damenwäschefabrik Rasa Klauber / München Mlauber» "Wiksehe