Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 16 (1937)
- Issue
- 25 (24.6.1937)
- Date
- 1937-06-24
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Hr. 25 * Beiblatt 24.Jvni 1$3Z * Seite 35 CMrZeiiung Meisterschaftsfavoriten gestürzt ISG 33 Berlin und M.-GIadbach im Handball-Endspiel Fussball: Schild Frankfurt a. M. und Bochum ausgeschaltet Der 20. Juni brachte im Bereich des „Schild"- Sportbundes wichtige Vorentscheidungen zu den diesjährigen Reichsmeisterschaften im Handball und' Fussball. Ueberraschungen waren an der Tagesordnung. Ueberhaupt — die bisherige Form, nach der man der einen oder der anderen-Mannschaft die grössere Chance zuzubilligen glaubte, stand Kopf. Schild Frankfurt a. M., der Fussballreichsmeister von 1935, wurde in Karlsruhe aus dem Rennen geworfen, dem westdeutschen Meister Bochum erging es in Hamburg nicht besser, Wiesbadens Schild-Handbaiier mussten in M.- Gladbach die Waffen strecken, und selbst die ISG 33 Berlin, der Handballtitelverteidiger, stand in B r e s 1 a u am Rande einer sensationellen Niederlage, die nach dramatischem Kampfverlauf erst im letzten Moment abgewendet werden konnte. Vielleicht haben diejenigen Recht, die die Vor- bzw. Zwischenrundentermine als zu früh nach der langen Trainingspause angesetzt bezeichneten und das als Entschuldigung für manchen „Sckild"-leicktathletsn in Frankfurt a. M, Die südwestdeutschen Leichathletikmeisterschaften des ,.Schild"-Sportbundes, die in diesem Jahr reichsoffen ausgeschrieben worden sind, werden am 27. Juni durch den TSV Schild-Frankfurt a. M. auf dessen Platz am BuchT-ainweiher durchgeführt. Eine besondere Note erhält die Veranstaltung durch die Teilnahme starker Mannschaften der ISG 33 Berlin und des Schild Stuttgart, die im Kampf gegen die Besten Süd Westdeutschlands sicher zu guten Leistungen kommen sollten; auch zahlreiche Berliner Jugendliche sind gemeldet. Man wird auf die Ergebnisse gespannt sein dürfen, zumal es sich um das erste grosse diesjährige Leichtathletikfest des Sportbundes handelt. Beginn der Vorkämpfe 9 Uhr, der Hauptkämpfe 14.30 Uhr._ issak bereits bei 70,48 Meter Der estländische Speerwerfer Issak, dessen Leistungen im Vorjahr die 60-Meter-Grenze nur unwesentlich überschritten, hat sich in überragendem Masse verbessert. Nachdem wir kürzlich seinen 6S-Meter-Wurf melden konnten, gelang es ihm am 20. Juni in Helsingfors, im Rahmen eines Länderkampfes Estland gegen Finnland, den die Finnen nur knapp gewannen, auf 70,48 Meter zu kommen und mit dieser Weite den ersten Platz im Wettbewerb zu belegen. In der augenblicklichen Weltrangliste würde er den dritten Rang einnehmen. Versager in Rechnung gestellt wissen wollen, vielleicht waren es auch andere Gründe? Man muss in jedem Fall mit den Tatsachen rechnen und die lassen folgendes Fazit zu: In den Handball Zwischenrunden der Männer haben sich demnach die ISG 33 Berlin, der Meister von 1935 und 1936, und als dessen keineswegs zu unterschätzender Gegner die erstmalig an einem Endspiel teilnehmende M.-Gladbacher Schild-Elf qualifiziert. Bei den Frauen ergibt sich die gleiche Schlusspaarung wie beim vormaligen Endspiel, nämlich die Gegnerschaft zwischen den weiter verbesserten Frankfurter Schild- Damen und dem Meister ISG 33 Berlin. Termin und Ort der Austragung dieser Spiele stehen noch nicht fest, doch scheint die vernünftige Absicht vorzuliegen, beide Entscheidungen am 18. Juli wahrscheinlich in Frankfurt a. M. gemeinsam durchzuführen. Und wie steht es um die F u s s b a 11 meisterschaft? Nach Beendigung der Vorrunden ist weiterhin mit fünf Mannschaften zu rechnen, deren ausgeglichene Spielstärke noch viel Interessantes bringen könnte. Wer wird sich in den kommenden "schweren Kämpfen behaupten können, die. ISG 33 Berlin, von der man. bisher wenig hielt, Schild Hamburg mit seinem schussgewaltigen Sturm, Schild Breslaus routinierte und tüchtige Einheit, TC Karlsruhes Ueberraschungself mit dem 47jährigen Internationalen Julius Hirsch an der Spitze" oder der Titelverteidiger SchildStuttgart, dem man eine Wiederholung des Vorjahrserfolges durchaus zutraut? Nach Veröffentlichung der Zwischenrundenpaarungen wird man weitersetien können. Frankfurts Fussballer verloren 1 :5 In Karlsruhe standen sich in der Vorrunde der Badenmeister TC Karlsruhe 03 und der Mainmeister Schild Frankfurt a. M. gegenüber. In Anbetracht der Wichtigkeit des Kampfes erschienen beide Mannschaften in stärkster Aufstellung. Zu Beginn setzt sich <3er Karlsruher Sturm sofort in des Gegners Hälfte fest. Nach ungefähr 10 Minuten Spieldauer wuchtet der Halbrechte eine mächtige Bombe in das Gehäuse des Frankfurter Torstehers zum ersten Tor. Frankfurt kommt vorübergehend auf, aber seine Angriffe bleiben an der guten Karlsruher Hintermannschaft hängen. Wieder ist es der Halbrechte, der nach Umspielen von nicht weniger als drei Gegnern „Nr. 2" unhaltbar einsendet. Gleich nach der Pause gelingt Frankfurt im Anschluss an eine Ecke das Ehrentor. Doch setzt Karlsruhe bald wieder mit forschen Angriffen ein, die zwei weitere Erfolge mit sich bringen. Kurz vor Schluss führt eine wundervolle Flanke des wieder in alter Frische spielenden Karlsruher -Altinternationalen „Julier"' Hirsch durch den Halbrechten zum 5. und letzten Treffer. Beim Sieger stachen die Leistungen des Mittelläufers, des Halbrechten und des Linksaassen Julius Hirsch besonders hervor. ' Frankfurt hatte seine Stärken im Torwart, in der Verteidigung und den beiden Aussenstürmern. K. W. In Hamburg: 6 : 2 für die Gastgeber Das mit Spannung erwartete Spiel zwischen dem nordwestdeutschen Fuss ball meister Schild Hamburg und dem westdeutschen Meister Schild Bochum fand auf dem trotz des strömenden Regens gut bespielbaren Lokstedter Platz statt und endete mit einem in dieser Höhe dem Spielverlauf nicht ganz entsprechenden 6 :2- (2:0-) Sieg der Hamburger. Die Bochumer stellten eine schnelle Mannschaft, die auf dem schweren Boden den „gewichtigeren", älteren Hamburgern an sich im Vorteil war. Die Hintermannschaft der Hamburger, der beste Mannschaftsteil der Gastgeber, vereitelte jedoch alle Bemühungen der Westdeutschen. Nach verteiltem Feldspiel gelang es den Hamburgern in der 1. Halbzeit, zu zwei Torerfolgen zu kommen; Heilbuth war der Torschütze, der in'beiden Fällen gute Flanken unhaltbar verwandelte. Auch •nach der Pause blieb das Spiel durchaus verteilt: das Zusammenspiel der Gäste, insbesondere des Sturms, erschien zeitweise sogar flüssiger als das der Hamburger, bei denen die Flügel fast vollkommen ausfielen. In dieser Periode kamen die Gäste zum ersten und auch zum Ausgleichstor. Man glaubte allgemein an einen Umschwung, aber die Hamburger rissen sich noch einmal zusammen, und wiederum war es Heilbuth, der das 3. und kurz danach das 4. Tor einsendet. Mühelos steuerte Hamburg nunmehr dem 6 : 2-Endresultat zu. Das Spiel hinterliess einen guten Eindruck. Auf beiden Seiten wurde mit vorbildlicher Fairness gekämpft und dem ausgezeichneten Schiedsrichter Schmulewitz (Leipzig) sein Amt nicht schwer gemacht. P. H. ISG-Händballsieg erst nach Verlängerung In der Handballzwischenrunde trat in Breslau die ISG 33 Berlin gegen die Sportgruppe Breslau an. Die favorisierten Titelverteidiger trafen auf einen schweren Gegner und mussten lange bangen, ehe sie nach Verlängerung der regulären Spielzeit, die ein unentschiedenes 5:5 (3:3) zeigte, in schönem Endspurt die Breslauer 9 :5 schlagen konnten. Die Berliner Mannschaft, die, ebenso wie die Breslauer nicht in stärkster Aufstellung antreten konnte, schien nicht in bester Form und bewies lediglich in den ersten Minuten und in der entscheidenden Verlängerung die alte Kampfstärke. Den Löwenanteil an den Berliner Erfolgen hatte mit fünf teilweise herrlichen Toren wieder der sehr schusskräftige Weinstock auf Halbrechts, auch Pförtner und Chaim im Sturm konnten gut gefallen. Der Breslauer Elf merkte man die lange Spielpause an und sowohl an Schnelligkeit wie an Fang-- sicherheit und Genauigkeit im Zuspiel war sie schwächer als die der Gäste. Die Mannschaft zeigte jedoch grossen Kampfgeist, so dass es bei etwas mehr Glück und weniger Eigennützigkeit im Sturm zu einem Ueberraschüngssieg beinahe gelangt hätte. Das Spiel verlief schnell und abwechslungsreich. Gleich nach dem Anpfiff ging Berlin durch Chaim in Führung, aber bald glichen die anfangs noch nervös spielenden Breslauer aus. Bis zur Pause erzielte ISG noch zwei Führungstore, doch jedesmal konnten die Gastgeber gleichziehen. Nach dem 3 :3-Halbzeitstand _ änderte sich das Bild und die jetzt weitmaschiger spielenden Breslauer^ konnten ihrerseits durch den Mittelstürmer die Führung erzielen, die aber Weinstock bald ausglich. Noch einmal kamen die Gastgeber zu einer 5 :4-Führung, doch wieder war es Weinstock, der für Berlin den Ausgleich erkämpfte. In der folgenden Verlängerung vermochten die ISGer durch Weinstock den entscheidenden Führungstreffer zu erzielen. Damit war der Widerstand der Breslauer gebrochen, so dass die Berliner durch drei weitere Erfolge den Sieg auf 9:5 schrauben konnten. jy^i M.-GIadbach nach heissem Kampf In M. - G1 a d b a c h standen sich im Handball die Meistermannschaften von Südwest- und Westdeutschland gegenüber. Die Frauen des Schild Frankfurt a.M. erwiesen sich der Einheit von Krefeld glatt überlegen. Wohl hatten die Krefelderinnen einen guten Start, doch zeigte sich bald, dass die einseitig auf die Halbrechte Willner zugeschnittenen Angriffe der notwendigen Stosskraft entbehrten und von der an sich gar nicht guten Verteidigung der Frankfurterinnen leicht zu stoppen waren. Dagegen spielte der Frankfurter Sturm unter der ausgezeichneten Führung der Mittelstürmerin zügig und raumgreifend und stellte in überlegener Haltung den 5:0 (3 : 0) - Sieg sicher. Nicht so glatt lief das Männer spiel zwischen Schild Wiesbaden und Sportgruppe M.-Gladbacih ab. In der 1. Halbzeit war das Treffen noch annehmbar fair, da Schiedsrichter Marx (Remagen) allen Härten gegenüber die richtige Einstellung fand. Wenn die Gladbacher diese erste Halbzeit mit einer 3:1-Führung abschlössen, so verdanken sie dies einer geschlosseneren Mannschaftsleistung einerseits und der unverständlichen „rednerischen" Einstellung des Wiesbadener Halblinken andererseits. Als dieser dann nach der Pause beim Stand von 4 :3 verletzt ausschied, wurden die _Wiesbadener auch besser. Sie kamen sogar zum Gleichstand, und zwar mit neun Leuten gegen zehn, da vorher von jeder Partei ein Spieler ausgeschlossen werden musste. Kurz nachher ereignete sich ein weiterer Zwischenfall, dem wieder von jeder Partei ein Spieler „zum Opfer fiel". Man war sogar dem Abbruch nahe, doch behielt Schiedsrichter Marx die Nerven, und im letzten Abschnitt des unerfreulichen Treffens beruhigten sich die Gemüter wieder. Der M.-Gladbacher Stern II warf noch zweimal unhaltbar ein. womit er von den sechs Treffern allein fünf erzielt hatte. Endergebnis: 6:4 für Gladbach. I. G. ffiiiiiiiiniiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiim Itoe Stßd md Sief Sonntag, 27. Juni Berlin Leichtathletik: Eröffnungssportfest des Bar Kochba Hakoah, Grunewaldsportplatz, 15 Uhr. Fussball: Beginn der Pokalspiele des Spielausschusses. Hauptspiel: ISG 33 I—Hagibor I, Sportplatz am Schäfersee, 16K> Uhr. Rheinland-Westfalen Fussball: Gesellschaftsspiele ISG Dortmund Ia— Hakoah Essen I (westdeutscher Makkabimeister 1937), ISG Dortmund Ib—Schild Gelsenkirchen I, ISG Dortmund 1. Jugend—Hakoah Essen 1. Jugend; Schildplatz, Gelsenkirchen, Hohenfriedberger Str. Blitzturnier um den Fritz-Windmüller-Wanderpreis, beteiligt u. a. Schild Münster i. W., Schild Bielefeld, Schild Wiedenbrückl und II, Wiedenbrück, Schildplatz. Leichtathletik: Internes Sportfest der ISG Dortmund, Gelsenkirchen, Hohenfriedberger Str. Vereinsmeisterschaften des ITV 02 Köln, Köln, Platz am Fort Deckstein, 15 Uhr. Mitteldeutschland Handball: Bar Kochba Leipzig—Makkabi Petach Tikwa; vorher Fussball, leichtathletische Wettkämpfe, Leipzig, Sportplatz Dübener Landstr., 17 Uhr. Fussball: Sportgruppe Meiningen I—Bar Kochba Kassel I, vorher 2. Mannschaften, M e i n i n g e n, Schildplatz. Schlesien Tennis: Klubkampf Blau-Weiss-Gold Breslau— Tennisklub Grunewald, Breslau, Lohestr. 1, Kirschallee, vor- und nachmittags. Vorkämpfe bereits am Sonnabend. Nordwestdeutschland Tennis: Internes Mixed-Turnier des Schild Hamburg, Hamburg - Hoheluft. Dienstag, 29. Juni Siidwestdeutschland Handhall: Bar Kochba Frankfurt a. M.—Makkabi Petach Tikwa, Frankfurt a. M., Sondershausener Strasse, 19% Uhr. Der IBC „Maccabi"-Berlin veranstaltet am 28. Juni in der Sportschule Sand, Berlin KW 87, Cuxhavener Strasse 17a einen Box kampfnachmittag, der vornehmlich der Jugend vorbehalten ist. Beginn: 19 Uhr. Der Wolfgang-Kaufmann-Pokal, die offizielle Mannschafts-Tennismeisterschaft des .,Scfaild"- Sportbundes, wird in diesem Jahr infolge Terminschwierigkeiten nicht ausgetragen. Ein Fritz-Windmüller-Wanderp reis wurde im Bezirk Westfalen des Landesverbandes Westdeutschland des „Schild"-Sportbundes gestiftet. Er wird alljährlich in Form eines F us sb al 1-Blitzturniers ausgespielt. Sportbetrieb überall Südwestd eutschland Schild Stuttgart gewann Gemeinde- Pokal Die Jüdische Gemeindezeitung Stuttgart hatte einen Pokal gestiftet, um den sich' die beiden 1. Mannschaften von Hakoah und Schild Stuttgart am 20. Juni stritten. Die Hakoah- Mannsehaft hat durch Zuzug einiger bekannter Fussballer wie Hersch (Frankfurt), Rothschild (Würzburg), Eichler und Ackermann (Duisburg) sehr an Spielstärke gewonnen. Es war eines der schönsten Spiele, das jüdische Mannschaften bisher in Stuttgart zeigten. Unter der sicheren Leitung von Burckhard (Heilbronn) entwickelte sich ein fairer, flotter und stets spannender Kampf. Hakoahs Sturm kombinierte ausgezeichnet und konnte sofort nach Beginn den Ball ins Tor setzen. Was der Hakoah-Mannschaft an Harte fehlte, steckte in der Schild-Mannschaft, die einen ausgesprochenen Kick - and-rush-Stil zeigte. Diese Härte führte dazu, dass Schild nach der Pause drei Tore einsenden konnte, denen Hakoah nichts entgegenzusetzen vermochte. Ergebnis: 3:1 für Stuttgart. Hakoah II—Schild II 3 :1. E. H. Bayern Vereinsmeisterschaften des ISC Fürth Die erste leichtathletische Leistungsprüfung dieser Saison führte der ISC Fürth am 20. Juni in Form seiner Vereinsmeisterschaften durch. Die Platzanlage war trotz des ununterbrochenen Regens der vorhergehenden Nacht in bester Verfassung. Spannende Kämpfe am Vor- und Nachmittag hielten die Zuschauer dauernd in Bann. Da der Verein nicht in der Heranziehung einzelner Spitzenkönner, sondern in der vielseitigen Ausbildung seiner Sportler" die ■ Hauptaufgabe sieht, war die Meisterschaft als Mehrkampf der verschiedenen Altersklassen ausgeschrieben. Trotz der recht kurzen Trainingszeit wurden schon recht beachtliche Leistungen erzielt. Sowohl in den Laufkonkurrenzen als auch bei den technischen Uebungen und Sprüngen konnte eine ziemlich« Leistungssteigerung gegenüber der letzten Saison festgestellt werden. S. St. Wimbledon Die Centre-Courts von Wimbledon, jene klassische Kampfstätte internationalen Tennissports, haben ihre Pforten zur diesjährigen Saisonveranstaltung geöffnet. Wimbledon-Turniere, seit 1877 vom „All England Lawn-Tennis Turnier-Club" durchgeführt, und seither -ununterbrochen der alljährliche Treffpunkt aller derjenigen, die im tennissportlichen Leben der Welt einen Namen haben, galten bis 1923 sogar als anerkannte Weltmeisterschaften. Dann erkannte man ihnen aus irgendwelchen Gründen ihren offiziellen Charakter ab, änderte jedoch damit an der Bedeutung und dem traditionellen Interesse des Turniers nicht das geringste. Zu den Wimbledon-Besten zu gehören, hedsst nach wie vor, in der vordersten Linie der Tennismeister zu stehen, ja — selbst in Wimbledon überhaupt nur teilnehmen zu dürfen, ist bereits eine ^besondere Ehre, die lediglich einer ausgewählt geringen Anzahl von würdigen Repräsentanten der Tennisgilde beschieden ist. Die Chronik Wimbledons ist mit wertvollen Erfolgen jüdischer Sportler eng verbunden. Wer erinnert sich nicht der grossartigen, in neuerer Zeit unerreichten Siegesserie der Französin Suzanne L e n g 1 e n , die allein fünf Einzelsiege, fünf Erfolge im Damendoppel und zw^ei Meisterschaften im gemischten Doppel unangefochten zu erringen vermochte? Und wer kennt nicht den Namen des eleganten „Musketiers" Rene Lacoste, der in den Jahren um 1925 auf insgesamt drei Siege kam und dazu viele ehrenvolle zweite und dritte Plätze belegte? Auch Daniel Prenn, der ehemalige deutsche Meister und Ranglistenerste, war zur Zeit seiner Hochform, als ihm nacheinander jene unvergessenen Davis- Cup-Siege über die Engländer Austin und Perry und den Amerikaner Snields gelangen, eine der bekanntesten und stärksten Erscheinungen in Wimbledon. Die Hochachtung, die Prenn sich damals, trotzdem er nie zu Siegeslorbeeren kommen konnte, dank seiner vornehmen und stets fairen Sportliehkeit erstritt, verschafft ihm heute noch die ständige Teilnahmeberechtigung am Turnier. Aehnliches gilt u. a. für Hubert de Mopurgo, Italiens grössten Tennisheros. * ■ Auch in diesem Jahr sind es wieder eine Anzahl jüdischer Spitzenspieler aus den verschiedensten Ländern, die zu den Wimbledon-Meisterschaften zugelassen sind — ohne dass ihnen allerdings ernsthafte Erfolgsaussichten zuzubilligen Avären. Der stärkste der uns bekannten diesmaligen jüdischen Teilnehmer dürfte der in letzter Zeit durch seine Davis-Cup-Erfolge vielgenannte Tscheche Ladislaus Hecht sein. Während Hecht im Einzel kaum weit kommen dürfte, da er in das Achtel des amerikanischen Favoriten Donald Budge gelost ist, sollte er mit seinem Partner Roderich Menzel im Herrendoppel eine gewisse Chance besitzen, w-enn, was den bisherigen Ergebnissen nach durchaus im Bereich des Möglichen liegt, die erste und vorerst schwerste Klippe, das australische Meisterpaar Crawford—Mc Grath überstanden ist. Prenn, dem seine berufliche Inanspruchnahme als Ingenieur in London wenig Zeit zu systematischem Training lässt, kann technisch zwar noch immer ungemein viel, hält aber mit seinen Kräften das Tempo eines langen Spiels nicht mehr ganz durch, so dass man bedeutende Erfolge von ihm kaum wird erwarten können. Er steht im Achtel des „gesetzten" Amerikaners Frank Parker und hat im gemischten Doppel die Engländerin Miss Dearman zur Partnerin, mit der er einige Runden weiterkommen könnte. Daneben wären noch zu erwähnen: der junge französische Nachwuchspieler G o 1 d sch m i dt, der allerdings schon in der zweiten Runde auf den für ihn nicht zu schlagenden „Bunny" Austin trifft, und bei den Damen die Engländerin Miss Samuel s o h n und die von Suzanne Lenglen besonders vorbereitete Mme. Bögner-Rosemb e r t, die das gemischte Doppel mit Borotra und das Damendoppel mit der spielstarken Gräfin de la Valdene, der früheren Lilly d'Alvarez, bestreitet. Die Spiele auf den riesigen, in der Nähe Londons gelegenen Wimbledon-Anlagen haben indes eingesetzt. Wir werden von den Kämpfen jüdischer Teilnehmer, von ihren Erfolgen und Misserfolgen, berichten._ M. F. Geänderte Fussballregeln Der „International Board", die internationale Kommission für Fussballregeln, hielt kürzlich seine Jahrestagung ab, auf der u. a. einige recht wichtige"" Regeländerungen beschlossen wrurden. Es heisst demnach in § 7 des Regelwerks, dass Freistösse der verteidigenden Partei innerhalb des Strafraums nur noch direkt und nicht mehr durch Zurückpassen des Balles zum Torhüter ausgeführt werden dürfen. Zum § 1, der die Ausführung des Elfmeterstos s e s behandelt, wurde ein Zusatz folgenden Wortlauts beschlossen: Um den Elfmeter-Punkt soll in Zukunft ein Halbkreis mit einem Radius von 10 Yards (= 9,14 Meter) gezogen werden, in dem sich nur der den Strafstoss ausführende Spieler befinden darf. Unwesentlicher, aber immerhin erwähnenswert erscheint die Gewichtserhöhung des'Spiel8 b a 11 s. An Stelle der bisher verlangten Spanne von 370 bis 425 Gramm wird das Gewicht von nun an zwischen 398 und 454 Gramm liegen. Bar Kochba Hakoah-Berlin hat in seiner kürzlich abgehaltenen Generalversammlung den bisherigen langjährigen Vorsitzenden Dr. Hans Friede n t h a 1 zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Zum neuen Vorsitzenden wurde Rechtsanwalt Martin E x i n e r gewählt,