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Central-Verein-Zeitung · 1937-06-24 · 25 (24.6.1937) · page 14

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
16 (1937)
Issue
25 (24.6.1937)
Date
1937-06-24
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Palästina-Umschau der C.-V.-Zeitimg In Ungewissheit Teilungsplan und Kongressvorbereitung Die Schekel-Aktion ist zwar mit einem erwarteten Gesamtverkauf von 1250 000 Schekalim erfolgreich zu Ende gegangen, aber die Undurchsichtigkeit der politischen "Verhältnisse lässt es trotzdem noch nicht als ganz feststehend ergeheinen, dass der XX. Zionistenkongress wie beabsichtigt, am 3. August in Basel eröffnet werden kann. Ohne Rücksicht auf die neuerdings in dieser Richtung aufgetauchten Zweifel haben die zionistischen Parteien bereits begonnen, ihre auf dem Kongress zu vertretende Politik festzulegen. Dabei zeigt sich schon jetzt, dass, wie meistens in politisch besonders bewegten Zeitläuften, mit einer beachtlichen Opposition gegen die derzeitige zionistische Leitung gerechnet werden muss. Der Führer der Judenstaatspartei. Meir Gross mann, hat in einer in Wien abgehaltenen Massenversammlung kurz und bündig den Rücktritt der Leitung verlangt, da ihre Politik Schiffbruch gelitten habe. Etwas massvoller aber auch scharf kritisch fiel die Stellungnahme der Konferenz der Allgemeinen Zionisten Palästinas (Gruppe A) und vor allem ihres Führers Ussischkin aus. Er griff die Politik Weizmanns an und propagierte auf der Konferenz sowohl wie auf einer Reise durch alle jüdischen Siedlungen des Landes mit stärkstem Nachdruck Widerstand gegen alle Pläne einer Zerreissung Palästinas. Gleichsam in letzter Minute wird dieser Standpunkt auch noch einmal in einem Aufruf unerstrichen, den die Oberrabbiner Palästinas und eine grosse Reihe anderer führender Persönlichkeiten an die Welt und an die Judenheit aller Länder richten. ..Wir verkünden nachdrücklich"', heisst es in diesem Aufruf. ..die vollen ewigen Rechte des jüdischen Volkes auf sein Vaterland in seinen historischen Grenzen und lehnen jede Zustimmung zu einer Teilung oder anderen unsere Rechte beeinträchtigenden Vorschlägen ab." In einer Sitzung des Kleinen Aktionskomitees in Jerusalem wurden gleichfalls von Vertretern der Poale Misrachi scharfe Resolutionen gegen den Teilungsplan eingebracht. — und die Engländer Die für den 17. Juni festgesetzte Reise des High Commissioner, Sir Arthur Wauchope, die offenbar mit der endgültigen Formulierung des Berichtes der Königlichen Kommission in Zusammenhang steht, ist auf den 21. Juni verschoben worden. Sir Arthur Wauchope hat sich gemeinsam mit dem Generalinspektor der Polizei und der Gefängnisse Palästinas, Roy G. S p i c e r, im Flugzeug nach London begeben. Vor seiner Abreise empfing er den Mufti von Jerusalem zu einer langen Unterredung. In der Sitzung des Britischen Unterhauses vom IG. Juni gab es wieder einmal eine längere Palästinadebatte, bei der die folgenden wichtigen Fragen berührt wurden: im Zusammenhang mit der Erörterung der ausserordentlich geringen letzten Schedule, die nach der Auffassung des Abgeordneten Adams in Widerspruch zu der wirtschaftlichen Aufnahmefähigkeit des Landes stehe, erwiderte Minister Ormsby-Gore, dass von einem Mangel an Arbeitskräften in Palästina nicht gesprochen werden könne. Es sei vielmehr unter Juden wie unter Arabern Arbeitslosigkeit in erheblichem Masse vorhanden. Auf eine Anfrage des Abgeordneten M a n d e r, ob geplant sei, sich über die zukünftige Palästinapolitik auch mit den Dominions als Unterzeichner des Friedensvertrages und insbesondere mit der Südafrikanischen Union zu beraten, erklärte der Minister, dass die Regierung des Vereinigten Königreiches als Mandatsregierung die alleinige Verantwortung trage. Im Zusammenhang mit dem missglückten Anschlag auf den Generalinspektor der Palästinapolizei, Roy G. Spicer, und einem Mordversuch an einem palästinensischen Unterinspektor stellte der Minister fest, dass abgesehen von diesen beiden Zwischenfällen die Lage im Lande gebessert sei und dass die Polizeikräfte als ausreichend angesehen werden könnten. Auf eine Frage des Abgeordneten Wedgood über Schwierigkeiten, die die Palästinaregierung der PICA bei ihren Bemühungen um intensivere Kultivierung von Grosspachtbetrieben bereitet habe, erwiderte der Minister, dass nach Mitteilungen des High Commissioner von solchen Schwierigkeiten nichts bekannt sei. Vor der Entscheidung Ein Referat von Michael Traub In einem instruktiven Vortrag behandelte Dr. Michael Traub, der soeben von einer Palästinareise zurückgekehrt ist, die politische Situation Palästinas. Mittelpunkt aller Pläne und Erwägungen in Palästina ist der Bericht der P e e f- Kommission, dessen Erscheinen für Mitte Juli erwartet wird. Traub berichtigte den weit verbreiteten Irrtum, dass dieser Bericht sogleich ein Definitivum schaffe: zunächst werden sich der Reihe nach die Mandatskommission des Völkerbundes, der Völkerbundsrat und schliesslich die Vollversammlung des Völkerbundes mit dem Bericht befassen, so dass eine endgültige Neuregelung der politischen Verhältnisse Palästinas keinesfalls vor Ende dieses Jahres zu erwarten ist. Von den drei an Palästina interessierten Parteien — Engländern, Arabern, Juden — sind die Engländer diejenigen, aus deren Reihen der Gedanke einer Teilung Palästinas unter gleichzeitiger Schaffung eines selbständigen jüdischen Staates noch am ehesten befürwortet wird. Die Araber sind geschlossen gegen die Teilung, weil sie auf jeden Fall die Küstenzone, die Orangenzone, die Industriezone, kurzum den ertragreichsten Teil Palästinas \erlieren würden. Die Juden schliesslich haben sich ebenfalls klar und eindeutig gegen eine Teilung ausgesprochen. Die wenigen Teilungsfreunde lockt nur die Aussicht auf einen eigenen jüdischen Staat. Diesem Vorteil würden aber folgend« Nachteile gegenüberstehen: Im jüdischen Gebiet würden etwa 340 000 Juden, aber beinahe ebensoviele Araber (etwa 300 000) wohnen; mindestens achtzig Prozent des Bodens würden auch in dem jüdischen Staat in arabischem Besitz sein; der jüdische Staat würde durch seine schnellere wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung bei der arabischen Bevölkerung der anliegenden Staaten starke Imigrationstendenzen hervorrufen, die nur schwer zu unterbinden wären; und schliesslich würde Jerusalem nicht zum jüdischen Staate gehören — eine für jeden Juden undenkbare Vorstellung! Mit Recht hat daher Ussischkin eine Einwanderungsbeschränkung als das kleinere Uebel bezeichnet: Einwanderungsbeschränkungen sind etwas Vorübergehendes — eine Teilung ist nicht mehr rückgängig zu machen. Bei dieser Sachlage ist es notwendig, die verschiedenen Kräfte und Tendenzen zu erkennen, die sich teils zum Vorteil, teils zum Nachteil der Juden auswirken. Gegen die jüdischen Bestrebungen wirkt in erster Linie Englands Befürchtung, die palästinensischen Unruhen könnten auf andere arabische Staaten übergreifen. Gegen die Juden wirkt weiter die in englischen Kreisen vielfach vorhandene Ansicht, dass das Mandat an einem inneren Widerspruch leide, weil eine uneingesclränkte jüdische Einwanderung zu einer jüdischen Mehrheit iühren könne, während den Juden doch nur eine .»Heimstätte" versprochen sei. Demgegenüber spricht folgendes für die jüdische Sache: die Krise im Panarabismus; die ausweglose Situation der Juden in vielen europäischen Ländern; die Tatsache, dass das Mandat sich noch stets als durchführbar erwiesen hat, wenn es der Regierung nur Ernst damit war; schliesslich die Erwägung, dass die nationale Heimstätte nicht den jeweils im Lande lebenden Juden, sondern allen Juden zugesichert worden ist. Entscheidender als alle Versprechungen und Zusagen bleibt letzten Endes das Werk, das in zwanzig Jahren geschaffen worden und dessen Bedeutung nicht abzuleugnen und nicht wegzudiskutiern ist. "Gü. Lo. Kurze Nachrichten Der Rat des palästinensischen Oberrabbinats hat in Tel-Aviv eine Sitzung abgehalten, an der auch die Oberrabbiner von^Tel-Aviv, Jaffa und Petach Tikwa teilnahmen. Es wurde beschlossen, an alle Gemeinden den Aufruf zu richten, gewisse Aenderungen reformistischen Charakters in den Synagogen, wie sie in einigen neuen Kolonien eingeführt worden sind, zu bekämpfen. Nach einer aus Jerusalem datierten Meldung der ..Nachrichten für Aussenhandel" hat die palästinensische Mandatsregierung einen Ausschluss zur Prüfung der Entschädigungsansprüche der Opfer der 1936-Unruhen eingesetzt. Entschädigt werden nur Angehörige getöteter oder verletzter Personen, während ein Ausgleich für Vermögensschäden nicht vorgesehen ist. Die Regierung soll für Entschädigungen 30 000 LP zur Verfügung gestellt haben. Die ständige Mandatskommission des Völkerbundes hat bekanntgegeben, dass die ausserordentliche Tagung der Mandatskommission, die ausschliesslich Palästinafragen gewidmet sein soll, am 30. Juli eröffnet werden~soll. Französische Stiftung für die Hebräische Universität Der französische Generalkonsul in Jerusalem hat dem Rektor der Hebräischen Universität, Professor Dr. Hugo Bergmann, bei einem Besuch mitgeteilt, dass die französische Regierung 100 0Ö0 Francs für die Errichtung eines Lehrstuhls für französische Literatur an der Hebräischen Universität zur Verfügung gestellt hat. Palästinas neues Strafrecht Von Rechtsanwalt Dr. Hans Kaiisch (Berlin) j III. (Fortsetzung.) *) Ein besonderes Vergehen ist auch das sogen. Scandalizing a Court. Darunter wird jeder. Angriff auf einen Richter (gleichviel ob eine3 staatlichen oder religiösen Gerichts) verstanden, der ihn mit Rücksicht auf seine Tätigkeit herabsetzt. Es wird hinzugefügt, dass eine „offene und anständige Erörterung" (wilh Candour and Decency) der Entscheidung, eines Richters in einer Angelegenheit von öffentlichem Interesse damit nicht getroffen werden soll (sec. 131). Neben dieser Strafbestimmung besteht noch weiter ein besonderes Gesetz, wonach Frifh gfr£lSI0i Malermeister, BERUHW50 LS 31*13 BlIfStIGs Marburger Str. 2. Tel.: 240830. Contempt of Court strafbar ist. Englische (und noch mehr palästinensische) Gerichte sind sehr empfindlich bei der Wahrung ihrer Stellung und leicht geneigt, eine Kritik schwer zu nehmen. Wenn man bedenkt, dass der Code auf der einen Seite jede Herabsetzung eines Richters in seiner amtlichen Eigenschaft bestraft, und auf der anderen Seite gegenüber Urteilen, die ein öffentliches Interesse berühren, der Kritik, wenn sie sozusagen bescheiden erfolgt, Raum lässt, so fragt sich, wie das wissenschaftlich-juristische Interesse zu Worte kommen soll, wenn eine Entscheidung für fehlgehend gehalten wird, die nicht rerade unmittelbar öffentliches Interesse hat. Man versteht, dass über diese Dinge in Palästina Klage geführt wird. Auch in Division III, Vergehen, die das Publikum im allgemeinen beeinträchtigen (injurious to ihe Public in gencrol) — Chap. 16 — 21 sec. 146 — 211 — finden wir Straftaten recht verschiedener Art. Chap. 16 (146 bis 150) behandelt die Vergehen gegen Religion, und öffentliche Denkmäler." Wer eiue Kultstätte {'Place of Wnrship) oder einen Gegenstand, der von einer Klasse der Bevölkerung heilig gehalten wird mit der Absicht, die Religion dieser Klasse damit zu beleidigen, zerstört, beschädigt oder besudelt, ist eines Misdemea nour schuldig (146). Strafbar ist ebenso die ohne Berechtigung oder Entschuldigung (wofür der Täter die Bewe'islast hat) erfolgte Störung einer rechtmässig zum Zweck religiöser Verehrung zusammengetretenen Versammlung oder der körperliche Angriff auf Personen, die bei dem Gottesdienst fungieren oder anwesend sind (147). Diese Bestimmung wird bei Vorgängen an der Klagemauer des öfteren zur Anwendung kommen. Strafrechtlichen Schutz gemessen auch die Friedhöfe. Sec. 149 bestraft mit Gefängnis bis zu einem Jahr jeden, der durch Druck, Schrift, Zeichen oder Bild die religiösen Gefühle oder den Glauben anderer verletzt oder in der Oeffentlichkeit und so, dass es ein anderer wahrnehmen kann, Worte braucht oder Laute von sich gibt, die darauf berechnet oder dazu geeignet sind, die religiösen Gefühle oder den Glauben des anderen zu verletzen. (Fortsetzung folgt.) *) Vergleiche die Aufsätze zum gleichen Thema in „C.-V.-Ztg.;i Nr. 17 vom 29. April, S. 9, Nr. 21 vom 27. Mai, S. 11, Nr. 22 vom 3. Juni, S. 14 und Nr. 24 vom 17. Juni, S. 17. Ueber das Pach Von Hans Ehrlich Kirjath Benjamin. Mitte Juni 1937. Was ist das. ein Pach — werden sich viele überlegen, die diese Ueberschrift lesen. Ja, da müssen Sie einmal einen Palästinenser fragen, was er unter ..Pach*' versteht, und der wird dann gar nicht aufhören wollen mit seinen Erläuterungen. Man kann beinahe sagen, dass das ..Pach"' der wichtigste Gebrauchsgegenstand des Palästinensers ist, beinahe so wichtig wie für uns Landleute die T u r i a h. Was das ist. das wissen Sie natürlich, es ist das Werkzeug des Landmannes, eine Art Hackschaufel. Die Schaufel sitzt ungefähr in einem Winkel von 80 Grad zum Schaft des Werkzeuges. Man macht damit alles, Schippen, Hacken. Graben. Je geschickter einer mit seiner Turiah umzugehen weiss, um so mehr kann er damit tun. Die Arbeit damit ist allerdings nicht leicht, sie greift auf die Dauer sehr das Herz an. In allen anderen Erdteilen ist die Arbeit mit diesem Gerät als gesundheitsschädlich verboten. Aber Palästina ohne Turiah ist gar nicht mehr denkbar. So! Und ohne unser Pach können wir uns unsere Arbeit hier bestimmt auch nicht mehr vorstellen. Pach heisst eigentlich Blech, und wenn der Palästinenser von einem Pach spricht, dann meint er meistens einen Benzinbehälter aus Blech. Im Benzinbehälter braucht nicht immer Benzin zu sein, denn der Inhalt des Pach es ist hier zu einer Masseinheit geworden. Man kann hier auch ein Pach mit Öel. Petroleum, Seife, Mehl, Gemüse oder ähnliches bekommen. Es ist hier allgemeiner Brauch, dass man die meisten Flüssigkeiten im Pach geliefert bekommt. Es wird einem ein Pach hingestellt auf dem eingeprägt steht ..Shell-Benzine", aber der aufgeklebte Zettel belehrt, dass. etwas anderes darin ist. Selten ist der Inhalt wirklich Benzin, aber die Pachen sind alle geborene Shells, andere Pachhersteller gibt es nicht. Da hier in Erez Sparen eine äusserst wichtige Angelegenheit ist, wird alles, was man in anderen" Ländern vielleicht achtlos zum Abfall schiebt, noch verwertet. Wenn sich der jüdische Bauer einen Pach mit x-beliebigem Inhalt kauft, muss er allein für das Pach zwei Piaster bezahlen, wenn er es nach dem Aufbrauchen des Inhaltes zurückbringt, erhält er nur noch einen Piaster zurück. "Also ein Verlustgeschäft. Darum verwertet man lieber das Pach und der findige Kopf kann allerhand damit anfangen. Gehen wir einmal durch einen Hühnerhof und achten wir genau auf die Pachim. Da sehen wir halbierte Pachim, aus denen die Hühner fressen, die scharfen Kanten sind geschickt umgebogen^ damit sich die Tiere nicht verletzen. Ünd aui der anderen "Seite halbe Pachim. aus denen die Tiere trinken. Im Hühnerstall selbst sind sie als Legenester, in die sich die Hennen verkriechen, wenn sie legen wollen. Pachim auf ein Holzgestell gelegt. Man schnitt einfach den Deckel herunter und legte das Gefäss längs auf das Gestell und streute auf den Boden des Blech?s Stroh. Die Hühner haben sich bereits des öfteren geäussert, dass ihnen dies ebenso lieb sei, wie die teuren Holzgestelle. Ja, es gibt nicht nur verrückte Hühner. Bevor man sich hier eine Brottrommel leistet, überlegt man sich das zehnmal. Dabei ist das hier in der glühenden Hitze sehr nötig, denn das Brot ist innerhalb weniger Stunden ausgetrocknet. Wozu die Geldausgabe, lieber Palästinenser, nimm einfach ein Pach! Schneide ein Seitenstück heraus und befestige es mit zwei Scharnieren. Dann hast du einen Deckel zum auf- und zuklappen. Das ist sehr praktisch und kostet nichts. Hast du Sorgen, weil es in deiner Siedlung nur einen Wasserhahn oder Brunnen gibt, dann rege dich nicht auf, bitte. Nimm ein Pach. Bohre direkt über dem Boden deines Pachs ein Loch und setze einen kleinen Hahn rein. Du musst es natürlich mit Hanf abdichten. Hiermit hast du einen feinen Wasserreservoir. Du brauchst es ja nicht immer in diesem Pach von der Wasserstelle zu holen. Belade deinen Esel mit einigen gefüllten Pachim Wasser und giesse das dann in deinen Reservoir nach. Deine Frau hat dir schon oft erzählt, dass sie ängstlich sei, ihr Primuskocher könne eines Tages das ganze Haus in Brand stecken. Beuge vor und gib deiner Frau ihre Ruhe wieder. Nimm ein Pach. Schneide eine Längsseite und den Oberteil heraus. Du kannst dann den Primus auf den Boden des Paches stellen und dieser ist dann auf drei Seiten von Blech umgeben. Die flackernden Flammen können kein Unheil mehr anrichten. Mache ihr noch eine Freude, dafür sind doch die Frauen empfänglich. Schneide ein Pach in der Mitte durch und befestige an jeder der Hälften einen Drahthänkel. Gib ihr dies als Wascheimer und du wirst deine Freude haben an ihrem strahlenden Gesicht. Primitive Araber können das Pach noch intensiver verwerten als wir. Sie sammeln und stehlen überall alte Pachim zusammen und zerschneiden sie in die einzelnen Teile. Vier Seitenstücke, Boden und Deckel. Und daraus bauen sie sich ihre Häuser. Das klingt wohl unglaubhaft. Aber wenn Sie auf einer Reise durch Palästina auf dem Wege von Haifanach der grossen Zementfabrik Nesher darauf achtgeben, dann können sie arabische Dörfer mit hunderten solcher primitiver Häuser sehen. Auch die öffentliche Hand in Palästina verwertet unserri ..Nationalpach''. Plötzlich sehen Sie auf einer Autochaussee in einer Kurve zur Warnung abwechselnd schwarze und weisse Steine. Wenn Sie genau hinsehen, sind es halbierte Pachim. die mit gefärbtem Zement ausgegossen sind. Und bei Ihrer Ankunft auf dem alten Hauptbahnhof in Haifa achten Sie auf die kleinen Palmen, die in Pachim eingepflanzt worden sind. Fragen Sie einen Palästinenser einmal über das Pach! Musikstudenten für das Konservatorium in Jerusalem Auch in diesem Jahr ist es der Künstlerhilfe der Jüdischen Gemeinde in Berlin, in Verbindung mit dem Konservatorium in Jerusalem und in Zusammenarbeit mit der Reichsvertretung der Juden in Deutschland und dem Paliistina-Amt möglich, etwa 20 Musikern im Alter von 14 bis zu 25 Jahren Studienmöglichkeiten am Konservatorium in Jerusalem („The Palcstine Conservatoire of Music and Dramatic Art") unter vorteilhaften Bedingungen zu ermöglichen. Die Aufnahmeprüfung wird voraussichtlich Anfang Juli in Berlin durch die Musikkommission der Künstlerhilfe in Anwesenheit des Leiters des Konservatoriums Jerusalem, Prof. Hauser, stattfinden. Reisekosten werden nicht erstattet. Interessenten wollen sich nur schriftlich unter Beifügung eines Lehenslaufes, einer ausführlichen Darstellung des bisherigen Studienganges und fachmännischer Referenzen bei der Künstlerhilfe der Jüdischen Gemeinde, Berlin, Charlottenburg 2, Kantstrasse 15S, melden. Ein Ereignis der Palästina-Archäologie Am 29. April wurde in London das neue Archäologische Institut der Universität vom Universitätskanzler, dem Earl von A 11 h 1 o n e, eröffnet. Dieses Institut wurde 192S gegründet, aber 1932 wurde erst ein Komitee ins Leben gerufen, das diese Angelegenheit, die kulturell so bedeutend ist, jetzt" endlich nach mühsamen Vorarbeiten zum glücklichen Endziel durchgeführt hat. Der erste und wichtigste Fonds der Anstalt war die wundervolle Palästina-Sammlung von Sir Flinders Petrie. wohl die grossartigste dieser Art in der Welt. Der grosse Name Flinders Petrie sagt alles; dieser Gelehrte von internationalem Ruhfn bedeutet eine Epoche bahnbrechender Ausgrabungsarbeit in Aegypten und Palästina; die jüdische Archäologie, in deren Zentrum die Bibel steht, ist ihr tief verpflichtet, als dem Entdecker (1896) der ägyptischen Israel- Stele, durch die die Moses-Geschichte einen ganz neuartigen, überraschenden Glanz gewonnen hat. Diese Palästina-Sammlung, die nunmehr in dem neuen Universitätsinstitut ausgestellt wird, wurde überdies durch Gaben der „Britischen Schule für ägyptische Archäologie" bereichert, so dass eine reiche, repräsentable Sammlung zustande gekommen ist, ohne die man künftig kaum mehr Palästina-Archäologie wird treiben können. Der Erzbischof von Canterbury, der höchste Geistliche des Britischen Reiches, ist augenblicklich damit beschäftigt, einen Lehrstuhl für Palästina- und Bibelarchäologie in London zu begründen, wozu die finanzielle Beihilfe des alten Freundes der Bibelarchäologie, Sir Charles Marston, bereits gesichert ist. Das bedeutet einen immensen Fortschritt auf diesem Gebiete, auf dem noch so viel methodisch und praktisch zu leisten ist. Ungemeine Hoffnungen werden rege, da das Institut direkte Expeditionen nach Syrien und Palästina unternehmen will. Nur eines bleibt ernstlich zu wünschen: dass auch unsere jüdischen Forscher, besonders die Universität auf dem Skopusberg, ihre Arbeiten im Bunde mit den Londonern planmässig fortsetzten. Dr. phil. Siegfried Aschner

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