Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 16 (1937)
- Issue
- 24 (17.6.1937)
- Date
- 1937-06-17
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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C.-V.-Zeltung * 17J\)n\\m Abrabanel -Ausstellung in Berlin Vor zahlreichen Gasten fand am 13. Juni die Eröffnung der Abrabanel-Ausstellung im Berliner Gemeindemuseum statt. Die Ansprachen von Direktor Heinrich Stahl, Dr. Rahel Wischnitzer-Bern stein und Rabbiner Dr. Max Wiener betonten die künstlerische und die menschliche Weite dieses führenden Geistes, dessen humanistische, allem Musischen und Toratreuen aufgetane Gesinnung den Weg in unsere Gegenwart hinein gefunden hat. So ist diese Ausstellung mehr als eine Jubiläumsfeier, sie ist Rückblick und Ausblick zugleich, Ehrung des Gelehrten und des Menschen Abrabanel, dessen Initiative die Zeitgenossen zu Dank verpflichtet waren. In enger Zusammenarbeit mit der Bibliothek der Jüdischen Gemeinde hat Rahel Wischnitzer-Bernstein diese Schau organisiert. Denen, die sie mit Rat und Tat unterstützten, Dr. P e s s e n , Professor Dr. Irmar E1 b o g e n , Dr. Arthur Spanier und Dr. Josef Fried, muss an dieser Stelle gedankt werden. Das Gezeigte gibt im Verein mit der klaren Beschriftung, der historischen wie künstlerischen Pointierung der ausgestellten Photos, Bildnisstiche, bibliophilen Werke einen wirklichen Ueberblick über das Wirken dieses humanistischen Geistes. Beim Durchwandern stellt man die vielen Verbindungen fest, die das Leben jener vornehmen jüdischen Familie mit der Umwelt in Spanien. Portugal. Holland, Italien verknüpfen. Don Jizchaq Abrabanel und sein Sohn, der unter dem Namen Leone Ebreo in der Geschichte der jüdischen Literatur fortlebt, sehen in heute noch in Deutschland lebenden Familienmitgliedern ihre Linie weitergezogen. Die Philantfopin Jeanette Schwerin war eine geborene Abarbanell (die Schreibart hat jetzt sich verändert), ■und unter den Gäsien bei der Eröffnungsfeier sah man verschiedene jüdische Menschen, die ihren Stambaum bis in das Mittelalter hinein verfolgen. Der interessanteste Teil der Schau bringt kostbare Bücher, zeigt den Kommentator und den Forscher Abrabanell. Das Breslauer Jüdisch- Theologische Seminar trennte sich für die Dauer der Ausstellung von jener Maschmia Jeschua, der Schrift über die Erlösung, einem im Jahre 1526 in Saloniki gedruckten Buch. Die Berliner Gemeindebibliothek lieh den Kommentar zu den ersten Propheten, gedruckt in Pesaro 1511. die Dialoge über die Liebe aus der Feder des Sohnes Leone" Ebreo, in der Uebersetzung der Nachfahrin Jeanette Sehwerin-Abrabanell. Von dieser vielseitigen Frau ist auch das von Helene Lange herausgegebene Gedächtnisbuch im Museum zu sehen. Ungeheuer aufschlussreich für die Fäden, die 'das Leben Abrabanels mit seiner Zeit verbinden, ist die Zahl der Bilder. Man sieht Ferdinand den Katholischen, in dessen Dienst der Jude Abrabanel gestanden; Ercole I.: d'Este, der Samuel Abrabanel 1540 das Niederlassungsrecht in Ferrara erteilte, unter dessen Regierung die seiardische Gemeinde begründet wurde: Maiiasse ben Israel, der mit der Grossnichte Leone Ebreos. des Onkels Jona Abrabanels. verheiratet war. Rembrandt hat diesen Juden radiert, der vielleicht der Schwager des David Abrabanel Dormido gewesen, jenes Gemeindeältesten der Londoner Sefardengemeinde, der vor Manasse bereits eine Petition an Cromwell wegen der Zulassung der Juden nach England einreichte. Das Kind (5. Fortsetzung) ' Sie forschte ihm nicht nach. Erst wenn seine Schritte verhallt waren, trat sie noch in die grosse Abendpracht hinaus und sah in die glühende Ferne, den geheimnisvollen Horizont, der ihr Liebstes aufgenommen. Sie wusste nicht, wo er war. Sie ahnte nur, dass ihr immer mehr von ihm genommen wurde. Plötzlich stand es deutlich vor ihr, eine Erkenntnis, die sie schon lange nicht mehr zu suchen brauchte: Nur die Eine, die Feindliche von Anbeginn konnte sich Gebers bemächtigt haben. „Hagit, Hagit", flüsterte Diblaim in das dämmernde Land hinaus. „Hast du doch nicht vergeben? Vollendest du jetzt erst dein Rachewerk? Denkst du des Königs Urteil noch widerrufen zu können? Verderben nur kann es werden, was du erreichst." Gebrochen trat Diblaim in das Haus zurück und legte sich nieder. Nie entschlief sie, bevor ihr Sohn zurückgekehrt war. Wenige Stunden fand sie dann Ruhe, nicht länger als er. Sie versorgte und entliess ihn wieder. Sie verbrachte gejagt den neuen Tag. Die Erkenntnis wuchs in ihr, *" dass dies Leben kein Leben mehr war. Eine Entscheidung musste kommen. In einer heissen Gewitternacht, als fahle Blitze den Himmel umzuckten und Gottes Drohung über dem abtrünnigen Menschengeschlecht sich zu entladen schien, als endlich Regen stürzte und den Garten aufwühlte, treuen Tagesfleiss zerstörend, kehrte Geber nicht mehr Neben den Porträts bringt die Ausstellung, die mit soviel Kenntnis und soviel Fleiss organisiert ist, alle die Dokumente, die zum Leben und der Zeit Abrabanels in enger Verbindung stehen. Sie zeigt die hebräische Inschrift auf dem Grabstein König Ferdinands III. von Kastilien, das Druckerzeichen des Antonio Blado d Assola Rom 1535 in Vergrösserung nach dem Holzschnitt aus der Erstausgabe der Dialoghi d'Amore di Maestro Leone Medieo Ebreo, das Ghetto in Rom und in Florenz, das Wappen der Abrabanel in Holland, eine aquarellierte Estherrolle mit dem Druckerzeichen des Tobija Foa und Kultgerät der Abrabanelzeit aus den Beständen des Berliner Jüdischen Museums. Dr. Olgo Bloch. Haggada für Pessach mit Kommentaren von Abrabanel Fot. Earplus Französische Kunst der Gegenwart Die französische Regierung veranstaltet in Gemeinschaft mit der Preussischen Akademie der Künste in Berlin am Pariser Platz eine umfangreiche Kunstausstellung. Sie wurde angeregt durch den französischen Botschafter, Excellenz Francois-Poncet, und vereinigt Arbeiten der meisten jetzt -lebenden Künstler und Künstlerinnen Frankreichs. Man beginnt mit den Malerpersönlichkeiten, die schon immer in Deutschland geschätzt, ja vielfach erst in der Fremde in den Sattel gehoben und gefördert wurden. Alfred F 1 e c h t - heim, der unlängst verstorbene Kunsthändler und Kunstfreund, interessierte sich für Georges Braque. für dessen Gemälde zuallererst das Wort Kubismus geprägt wurde und von dem die jetzt eröffnete Berliner Ausstellung ein Bild ..Mandoline und Vase" bringt, dumpf in der Farbigkeit und formal sehr interessant. Auch Matisse, der in Flechtheims Galerien einen bekannten Klang hatte, ist nut drei Gemälden vertreten. Ferner die älteren Meister Derain, Vlaminck, Utrillo. Unter den Modernen fällt Andre Strauss, der in Paris geboren ist, ein Schüler von Humbert und Ernesi Laurent: mit drei Landschaften auf, etwas düstere Palette, aber eindrucksvolle Darstellungen französischer dörflicher Stimmung. Auch die Landschaften von Jeanne Simon, von der der Katalog leider nichts näheres über Ausbildung und Lebenslauf berichtet, malt im Grunde sachlich, wenn sie ein Knaben- und ein Mädchenbildnis in Hellblau und Rosa hält, wenn sie das Rosa des Inkarnats gleichsam der pastellenen Farbigkeit des Kleides dieses Mädchens anzupassen sucht. Marie- Louise Simeon, 1883 in Paris geboren, grazurück. Es wurde wieder Licht, die Erde war erquickt — Geber blieb aus. Diblaim schleppte sich verzweifelt zu ihrer Arbeit. Was blieb nun noch? Ohne Recht,- ohne Schutz, ohne Liebe? Plötzlich, gegen Abend stand Geber wieder vor ihr. Er wollte sprechen und sie wollte fragen, doch beide blieben stumm. Es stand drohend zwischen ihnen, unüberwindlicher Vorwurf — sie fanden keine Worte, aber Diblaims Entschluss waT nun gefasst. Noch war sie seine Mutter und konnte ihn behüten. Sie fühlte sich zu grosser Pflicht entflammt. Als Geber wieder hinausging, wartete sie nur solange, als er die Verfolgung nicht spüren konnte. Dann glitt sie ihm nach, auf Umwegen bis zur Hebronstrasse. Jetzt entschied es sich. Wenn er dorthin strebte, konnte sie um ihn kämpfen. Sie versteckte sich. Er kam. Er war nahe dem Hause, das Diblaim kannte. Nach siebzehn Jahren sah sie es wieder. Geber ging zögernd, als ob eine Ahnung über ihn käme, welche Augen ihm folgten. Noch wenige Schritte — dann blickte er vorsichtig umher und pochte an Hagits Tür. Die Dirne öffnete. Sie nahm seinen Kopf in ihre Hände und küsste ihn. Es war ein langer, inbrünstiger Kuss, anders als er sonst wohl hier gegeben wurde. Tief traf es Diblaim. Sie wankte zurück. Sie suchte Fassung, aber was sie eben noch gewollt hatte, war unmöglich. Sie konnten den Kampf nicht ausfechten. Den Schritt über die Strasse tat sie nicht, in ein Haus, das sie einst mit ihrem Säugling verlassen hatte, mit dem lebendigen Kinde! Wo war jetzt der Richter? Er baute einen Tempel. Wußte Gott, was Menschen litten?, Diblaim wandte sich ab. Sie durfte ihn nicht erschrecken, nicht sein Heimlichstes beschämen. Auch um den Preis nicht, die Verderberin zu strafen. Noch sah sie ihn vor sich, wie er die Mutter verlassen hatte mit wehendem Haar. Aber als sie schweren Fusses, unter der Mondsichel, von Grillen umsungen, wieder auf ihren Garten zuschritt, erkannte sie. was zu tun war. Nur eines blieb recht und kühn und ihrer würdig. Den Sohn der Dirne lassen — nein — wenn sie aufrecht blieb, durfte er keinen Schaden phische Mitarbeiterin und Witwe des Illustrators Simeon, findet in der Landschaft das eigentliche Arbeitsfeld. Während Lucien Simon, ein Schüler von Jules Didier, Mitglied des Instituts de France und Professor an der Ecole des Beaux Arts, ein ebenso guter Maler wie Zeichner ist. — Unter den Bildhauerwerken, die die Ausstellung vorführt, interessiert die Bronzegifur des Boxers Georges Carpentier, die Paul Landowski, der Bruder des in Paris sehr bekannten Mediziners, geschaffen hat. Landowski ist Schüler von Barrues, Mitglied des Institut de France und Direktor der Ecole des Beaux Arts. Er wurde bekannt durch seine Skulpturen für das Reformationsdenkmal in Genf. O.B. Kunstnachrichten Die „Coronation-Number" der Kunstzeittsehrift „The Burlington Magazine" in London bringt u. a. Aufsätze von Professor Dr. Gustav Glück (Wien), Alfred Jones (London). Isnaz Schlosser. Die vielseitigen Artikel behandeln Kunstwerke hoher Qualität aus dem Besitz der Königlichen Sammlungen in den Schlössern, aber auch anerkanntes Material aus Privatbesitz. Abgebildet werden u. a. Kunstwerke aus der Sammlung Mr. Norbert Fischmann (London), von Mr. S. H. W h i t b r e a d in Southhill, Bedfordshire, aus dem Besitz von Mr. Edward K n o b 1 o c k , Professor A. E. Richardson und aus der hochberühmten Sammlung R u h m a n n. Die Londoner Galerie Dr. Walter Gernsh e i m ~ veransatltet eine umfangreiche Ausstellung von Werken der Bologneser Malerei, des 16. bis 18. Jahrhunderts. Im Tuileriengarten in Paris wurde von Hofrat Dr. Stix und Kustos Dr. Buschbeck im Verein mit der Werbeleitung von Dr. M a r g u 1 i e s eine Ausstellung österreichischer Kunst eröffnet. Man sieht u. a. die köstlichen antiken Gläser aus Wien neben dem du Pacquier-Porzellan der Sammlung Redlich (Wien). Daneben Oesterreichs Romantiker-Maler Y/aldmüller mit den berühmten Werken aus den Sammlungen Bloch-Bauer, Dr. Eisler, Baron Dräsche, das eindrucksvolle Porträt der Sammlung A 11 m a n n. Aus der Sammlung B o n d y das Bikinis der Gräfin Hoyos-Lichtenstein von Arthaber und vieles andere Schöne. Im zweiten Stockwerk des Museum Jeu de Paume ist die Moderne zu sehen: Von Klimt bis zur Gegenwart, aus den Sammlungen L e d e r e r und Bloch-Bau er späte Arbeiten dieses Oesterreichers, Zeichnungen von Oskar Kokoschka, Arbeiten von Mopp, vor allem ein Herrenbildnis und das Porträt der Tilla Durieux. Auch Victor Tischler und D o - browski aus Wien sind in dieser bemerkenswerten Pariser Ausstellung vertreten, um deren Zustandekommen sich der Maler Mopp besonders verdient gemacht hat. In der Galerie Gerbo in Paris stellen acht palästinensische Künstler aus, sieben Maler und ein Bildhauer. Sie alle sind ehemalige Schüler der Bezalel-Schule in Jerusalem, die vor etwa dreissig Jahren durch Professor Schatz gegründet wurde. In Paris sieht man Gemälde, Aquarelle, Plastiken von Antcher, Tamari, Zorodiansky, Mayani, L. Schatz, Moussia Toulman, Zehara Schatz. Aus Anlass des 200. Todestages von John Constablc werden in London zwei grosse Ausstellungen organisiert. Die eine findet in der Täte Galle r y , die andere bei W i 1 d e n s t e i n & Co statt. In der ,.G a z e 11 e Des Beaux Arts" (April veröffentlicht Max Friedländer einen Aufsatz über den Meister von Saint-Gilles mit vielen Abbildungen aus Museen und Privatsaramlungen und Charles Picard. Professor an der Sorbonne, eine Arbeit über antike Kunst. ,.A p o 11 o1' bringt Gedanken aus der Feder von Herbert Fürst über Reynolds im Andenken an die von Sir Philip Sassoon und Mme David Gubbay in London organisierte Ausstellung zu Ehren von Gainsborough. ,,0 u d H o I 1 a n d" bringt im letzten Heft einen Aufsatz von Vitale Bloch (London) über die Bedeutung der Musik im Hause Rembrandts an der Seele leiden. Rein musste er bleiben, wie sie ihn ins Leben geführt hatte. Als Geber am nächsten Morgen im Arbeitslager war, verschloss Diblaim Haus und Garten und ging noch einmal den Weg zur Hebronstrasse. Sie fürchtete sich nicht. Es gab nur diese Lösung. Fremde Hilfe verwarf sie. Sie hatte an den Propheten gedacht, der Geber liebte. Er konnte seiner Mutter sogar das Wort des Königs schaffen und ein neues Urteil über die Hure. Aber Diblaim war vom eigenen Herzen gewarnt. Um des Mittels willen konnte der Zweck verlorengehen. Sie wusste nicht, wie teuer und wie unverstanden das Weib für Geber war. Sie kannte seine leidenschaftliche Seele. Wehe, wenn sie ihn im Innersten verwirrte. Wenn sie sein Gefühl von dem Lehrer, von dem König gar entweihte. Nur zwischen ihr, der Mutter, und ihm und dem Weibe durfte es bleiben. Sie stand nun vor dem Hause. Noch hässlicher und brüchiger erschien es ihr. Schreckte Geber nicht davor zurück? Wusste er überhaupt, was solches Haus bedeutete? Ein letzter Kampf — dann pochte Diblaim. Alles schwieg. Aufgetan wurde nicht. Sie pochte wieder und wieder. Heftig stiess sie schliesslich gegen das Holz, als wollte sie den ganzen Bau zertrümmern. Nichts regte sich. War Hagit um diese Zeit draussen? War sie krank? Gestorben? Armer Geber —- dieser Gedanke befiel Diblaim. Dann drückte sie die Klinke herunter. Die Tür war nicht verriegelt. Gebers Mutter stand wieder in dem Raum ihrer jungen Leiden. Sie näherte sich dem Bett. Ihre Finger krallten sich, sie stöhnte, aber sie musste jetzt standhalten. Hagit lag'vor ihr. Lebloser Schlaf. Nur Schlaf — nichts anderes. Der Atem kam ruhig aus dem geöffneten Munde. Lange konnte Diblaim die Schlummernde betrachten. Vergangenheit wurde greifbar, einst war wieder beute. „Bin ich anders geworden?" fragte Diblaim. „Wirklich anders? Damals lag Geber an meiner Brust. Ich nahm ihn mit und er blieb leben — jetzt lasse ich ihn nicht an diesen Ort." „Burlington Magazine'4 veröffentlich! wichtige Anmerkungen von James S. Plaut über die italienische Malerei. Die Rothschild-Auktion Unter grösster Teilnahme der internationalen Kunstwelt ging in London die Auktion der Rothschild Collection vor sich. Am ersten Versteigerungstag, der 41 252 Pfund erbrachte, kamen die anerkannten Gemälde der Sammlung unter den Hammer. Es gab 17 500 Pfund für Pieter de Hoochs „Holländischen Bauernhof", der mit 1000 Pfund angeboten und von Tancred Borenius im Auftrag der Museen ersteigert werden sollte. Sehr bald aber ging dieses schöne Bild in die Höhe, auf lOOOOl'fund war man gekommen, als es schliesslich einen Wettstreit im ^Bieten gab, in dem Rosenberg (Amsterdam), Van Benoringen (Rotterdam) und Mrs. Agnew (Bond Street) sich gegenseitig überboten. Die beiden letzteren ersteigerten schliesslich das wertvolle holländische Bild. Um sich zu trösten kaufte Rosenberg sofort danach den „Nicolaes Maes" der Rothschild-Sammlung; er zahlte für dieses Marktbild des Rembrandt-Schülers 100 Pfund, während im Jahre 1882 76 Pfund dafür gegeben wurden. — Der Verkauf der Möbel war ebenfalls sensationell. Eine Garnitur italienischer Walnussstühle aus dem späten 16. Jahrhundert wurde mit 30 Pfund angeboten, aber es ging nur mit 20 Pfund langsam voran. Schliesslich aber zahlten Londoner Kunsthändler den Preis von 300 Pfund, die noch ganz zuletzt durch das holländische Angebot (Rosenberg, Amsterdam) von 650 Pfund überboten wurden. Hauptanziehungspunkte der Versteigerung waren ausserdem die französischen Möbel. Jenes kostbare Mobiliar von Andre Charles Boulle, aus der Zeit Ludwig XIV., kaufte der Pariser Kunsthändler M. Helft für 670 Pfund. Die Preise für Broncen und Silbergeräte waren ebenfalls sehr hoch. O. B. „Das jüdische Antlitz" „Das jüdische Antlitz in der bildenden Kunst*' war das Thema eines gutbesuchten Lichtbildervortrags, den Dr. Lotte Pulvermacher im Rahmen der Münchener Lehrhausvorträge hielt. Der Vortrag war aus ungleichen Teilen zusammengesetzt: Biblischen Szenen, vor allem aus dem Rembrandtschen Werk, folgten einzelne jüdische Porträts aus älterer und^neuerer Zeit, gipfelnd in den Selbstbildnissen Liebermanns; den Schluss wiederum bildeten dann die Liebermannschen Tobias-Bilder. Das gesamte Bildmaterial war sehr schön, aber sie bot keineswegs den Abriss einer systematisch geordneten jüdischen Physiognomik. Vielleicht bekommen wir sie das nächstemal zu sehen. Ca. Professor Elbogen Ehrendoktor des Je wishTheological Seminary of America Anlässlich der Schlussfeier zum Jubiläum des Jewish Theological Seminary of America am 6. April ist neben anderen Gelehrten Professor Dr. Elbogen von der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums, Berlin, zum Ehrendoktor der jüdischen Literatur ernannt worden. Bereits im vorigen Jahre wurde die gleiche Auszeichnung Herrn Rabbiner Dr. Leo Baeck, der an derselben Anstalt doziert, zuteil. Beide Herren sind auch Ehrendoktoren des Hebrew Union College in Cincinnatti. Wir gratulieren dem verehrten Gelehrten, den wir mit Stolz zu unseren Mitarbeitern rechnen, herzlich zu dieser seltenen Auszeichnung. Da fuhr Hagit plötzlich empor. Sie war erwacht, es hatte sie aus einer Urtiefe gerufen. „Wer bist du?" ..Kennst du mich nicht?" In ungeheurem Begreifen starrte das Weib. Sie flog aus dem Bett. „Willst du mich umbringen? Hilfe!" „Sei ruhig, Hagit. Ich tue dir kein Leid. Du hast es mir getan." „Ich? Dir? Wenn Geber mir genommen wurde? Einst? Jetzt habe ich ihn wieder." „Niemals, Hagit, hast du ihn wieder. Diesen Irrtum muss ich dir nehmen. Der Richterspruch gilt. Des Königs Urteil ist ewig. Mein Eigentum ist Geber, mein Sohn, mein heiligster Besitz. Du und dein Leben und alles an dir ist Geber fremd. Du hast ihn belauert und belauscht. Du ruhtest nicht, als' bis du ihn erreicht hast gegen des Königs Verbot. Du lachst?" „Gellend lache ich, weil du so weise geworden, wie er! O, Diblaim! Du bist noch ebenso töricht wie als Mädchen mit dem Kraushaar! Jetzt kenne ich dich wieder! Wen traf des Königs Verbot? Einen Säugling! Du vergisst, dass er leben blieb und mannbar wurde! 0, süsse Frucht, die der Gärtner faulen lässt in Ehren! Wie hat mir der Knabe sein Leid geklagt! Wie hat der schöne Jüngling geweint um seine liebevolle, grausame Mutter!" „Das ist nicht wahr." Diblaim stand mit erhobener Faust. „Schlage zu! Töte mich! Du kannst ja nichts anderes! Früchte pflegen. Menschen verdorron lassen!" Fortsetzung folgt.) Anträge auf Nachsendung Beschwerden über das Ausbleiben der C.-V-.n Zeitung, Umleitewünsche sind stets dem zuständigen Postamt (Zeitungsstelle) zu unterbreiten. Die Bezugsgebühren sind an den Briefträger zu zahlen s