Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 16 (1937)
- Issue
- 24 (17.6.1937)
- Date
- 1937-06-17
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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ucH-Mnwiror Neue Romane D. H. Lawrence: Todgeweihtes Herz. Höger Verlag, Wien 1937. Dieser Roman ist ein Frühwerk des vor «inigen Jahren gestorbenen D. H. Lawrence, der ebenso weltberühmt wurde wie sein abenteuerlicher Namensvetter T. E. Lawrence, „Lawrence von Arabien". Bereits zu einer Zeit, als noch die englische Literatur sehr zahm und prüde sich gab. zwischen 1910 und 1920, und später noch entfesselter, schrieb Lawrence, ein lungenkranker Mensch, die leidenschaftlichsten Erzählungen zur Verherrlichung ungebrochener Sinnlichkeit, stets den „tiefen, wilden, namenlosen Gegensatz der Geschlechter" analysierend. D. H. Lawrence kommt von Nietzsche her und darf Stendahl-Beyle seinen Vorfahren nennen. Der künftige Geschichtsschreiber des psychologischen Romans wird eine grosse Linie von Stendahl zu Lawrence zu ziehen haben. Der „Trespasser" (so der englische Titel des Romans), der Sünder, ist ein Künstler ohne Genie, ein Orchestergeiger, ein schöner Mann von Anfang vierzig, der einer zu früh geschlossenen, kleinbürgerlichen Ehe und ärmlichem, kinderreichen Hausstand aus London .entflieht, um fünf Tage der Freiheit, Liebe und Schönheit auf einer Insel mit einem jungen Mädchen zu verleben. Im völligen Einander-Erschli essen leiden die beiden dennoch an jenem unversöhnlichen Gegensatz der Geschlechter, hin- und hergeschleudert zwischen jauchzenden und verzweifelten Stimmungen. Der Mann findet aus diesem erhöhten Leben nicht wieder zurück in sein gewöhnliches Alltagsleben, er erhängt sich. Das Liebesidyll auf der Insel umfasst, sehr dichterisch, etwa zwei Drittel des Büchs, umsponnen von Meer und Sonne und Musik, denn Lawrence und sein Held ist — wie Shaw — ein grosser Liebhaber Wagners. Beginn und Schluss aber geben Schilderungen kleinbürgerlichen Lehens voll lastender Tatsächlichkeit und sachter Ironie. Sicherlich ist dieser Roman nicht einheitlich" m Stil und Menschendarstellung, . . . will es wahrscheinlich nicht sein, um den Kontrast zwischen freiem Kraftgefühl und zermürbendem Alltag um so stärker wirken zu lassen. Lawrence klagt nicht an, er stellt objektiv dar, Hochgefühl wie Armseligkeit, — unentrinnbar erscheint ihm beides, wie er es in seinen späteren Werken noch stärker und grossartiger darstellte. Kurt Pinthus. P. G. Wodehouse: Billie, welchen meinst Du? Verlag Julius Kittls Nachfolger, Leipzig-M.-Ostrau 1937. Der Titel der englischen Originalausgabe lautet „The girl on the boat", denn auf dem Boot zwischen Amerika und England spielt sich ein Teil dieser überaus humorvollen Erzählung ab. Billie. die Millionärstochter, verlobt sich gewissermassen am laufenden Band, und es ist uns gar nicht so sehr interessant, welchen Mann sie nun wirklich meint, sondern viel wichtiger als das Ob ist, wie die ganze Geschichte erzählt wird. Es ist das humorvollste Buch, das man seit Jahren gelesen hat. Humorvoll sowohl in der Situation wie vor allem in der bilderreichen Sprache und den Vergleichen, die uns auf jeder" Seite zum Lachen bringen. Es ist für den heissen Sommer eine wahre"Dusche an Fröhlichkeit. Ed- Julius Vogel: Der ewige Wind. Bermann-Fischer Verlag, Wien 1937. Dies ist die Geschichte des Mannes Kristian, der vom fernen Meere kommt, dem seine Vorfahren weichen mussten, der die windgepeitschten Berge und die regenschweren Wälder durchwandert und der ein Dach über dem Kopf haben möchte wie jeder andere auch. Als Knecht findet er ein Unterkommen bei einem Bauern, der den Herrn spielt, aber Sklave seiner Begierden ist. In der Gebundenheit eines kargen Daseins erfüllt Kristian seine Pflicht. Er verrichtet seine Arbeit, ohne sich viel um das Getriebe der Menschen zu kümmern. Ehe er sich recht umgesehen, steht er mittendrin in seinem Schicksal. Ihm begegnet das Mädchen Marie, das in die ländliche Einsamkeit verschlagen, mit dem Herzen an der Stadt hängt, ihren Geräuschen, ihrer Buntheit, ihren Gefahren. Marie liebt ihn und das Kind, das sie ihm schenkt, aber noch mehr liebt sie die Stadt. Sie kann einem Versucher, der ihr die Stadt bedeutet, nicht widerstehen. In Kristian zerbricht das Stück Welt, das er sich geschaffen. Der Dämon der Vernichtung wuchtet in seiner Seele auf. Aber die Gnade der Vorsehung lässt ihn nicht zum Mörder werden. Noch in höherem Masse als ein anderes Buch ist ein Lexikon das, was der Geist, der sich seiner bedient, aus ihm macht. Dem einen ist es ein praktisches Instrument bei der eigenen Arbeit, dem anderen ist es ein Buch mit sieben Siegeln, ein unheimlicher Irrgarten, seinem Liebhaber aber ist es die Schau durch die Epochen der Geschichte, der Ueberblick über die Fragen der Gegenwart, die nie ermüdende Promenade durch Gottes Schöpfung mit ihrem Gewimmel von Menschen und Dingen. Was lediglich als Aneinanderreihung von Namen und Tatbeständen erscheint, ist in Wahrheit eine faszinierende Bilderfolge vom Sündenfall des ersten Menschenpaares bis zum Geschehen der allerjüngsten Vergangenheit. Ein Lexikon, so sachlich wie der Fahrplan oder der Baedeker, ist der Tummelplatz der Phantasie, wie man sich ihn ausgedehnter und verlockender nicht denken könnte. Grösse und Glanz, Geheimnis und Abenteuer, Niederlage und Si g der Menschheit enthält das merkwürdige Gebilde, das wir Lexikon nennen. Die Fülle der Gestalten verschlägt uns den Sinn, die Buntheit der Ereignisse hält uns in Bann, wir lernen uns zu wundern, wie ein ins Zimmerdunkel Verbannter, der wieder das Licht der Sterne aufglänzen sieht. Der Vielwisser ahnt, dass sein Wissen Stückwerk, dem Bildungsstolzen wird vor seiner Gottähnlichkeit bange. Das Lexikon, und das ist vielleicht seine ethische Rechtfertigung, macht demütig. Der Segen der Erde ist in den letzten Jahrzehnten oft gepriesen worden, und unkomplizierte Menschen hat die epische Kunst nicht selten zum Gegenstand ihrer Darstellung gemacht. „Der ewige Wind*' aber hat seine eigene Tonstärke. Die Menschen, die in seinen Wirbel geraten, sind einfach, aber nicht simpel, sie sind ungebrochen, aber nicht stur. Ihr Charakter ist ihr Schicksal, und ihr Schicksal ist ihr Charakter. Kristian gehört zu den Kreaturen, die mit versiegelter Zunge durchs Leben gehen, denen kein Gott zu sagen gab, was sie leiden. Kein Wort, kein Aufschrei befreit ihn: ihm geht es wie Büchners „Wozzek" oder Hauptmanns „Fuhrmann Henschel". Marie ist keineswegs ein Weibsteufel, sondern ein Weib. Es geht gerecht zu in diesem Buch. Die Gerechtigkeit in der sittlichen Sphäre wird zur Wahrheit in der künstlerischen. P. M. Jolan Földes: Ich heirate. Verlag Julius Kittls Nachfolger, Leipzig-M.-Ostrau 1937. Die Verfasserin ist Ungarin und hat sich mit anderen Büchern sogar einen Literaturpreis erschrieben. Dieses Buch, offenbar eins ihrer ersten, läuft noch etwas schwer an, wird aber ungeheuer spannend in der Art, wie es den Werdegang begabter Kunsthandwerkerinnen zeigt. Der Schauplatz ist Ungarn, Aegypten, das Mittelmeer. Die Menschen sind sympathisch und der sachliche Stoff ist mit einem interessanten seelischen Konflikt verknüpft. Das ganze Buch sprüht, ebenso wie die Heldin Suse, Energie und Zielbewu6stheit. —ei— kWas von lexikalischen Werken im allgemeinen, gilt vom „Philo-Lexikon" im besonderen. Die jüdische Welt, die sich hier erschliesst, war und ist ja vielen Juden eine Terra incognita. Wenn dies „Handbuch des Jüdischen Wissens" bereits in vierter vermehrter und verbesserter Auflage erschienen ist, so ist wohl der Schluss erlaubt, dass dies kurz gefasste Inventarium unserer, der jüdischen Welt schon zum eisernen Bestand vieler Bibliotheken gehört. Und wirklich, wo man?s aufschlägt, ist es interessant. Seine Stichworte durchstechen den Nebel Unserer Ignoranz auf einem Lebensgebiet, das in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft das unsere und uns eigentümlich ist. Das Handbuch ist ein wahrhaftes Hausbuch, nicht mehr fortzudenken aus der Sphäre, in der wir atmen und sind. Es ist viel mehr als ein Nachschlagewerk, es ist dem, der es zu nutzen weiss, eine Quelle zum eigenen Denken und Forschen. Wenn man z. B. von einem Juda Philipp Benjamin liest, der auf den Kleinen Antillen geboren und in Paris gestorben ist, in Amerika Senator und Generalstaatsanwalt war, fliehen musste und später ein hohes Amt in England bekleidete, so möchte man wissen, ob genauere Kenntnis dieses Lebenslaufes die Romantik, die sich in ihn hineininterpretieren lässt, bestätigen wird. Aber vielleicht ist das Leben eines in Budapest geborenen Paschas mit dem bürgerlichen Namen Julius Blum, der elf Jahre lang ägyptischer Finanzminister und somit ein etwas ferner Amtsnachfolger des biblischen Joseph gewesen ist, noch abenteuerlicher? Gleich das erste Stichwort „Aachen" ist eine Einladung zum Träumen: Wir erfahren von Isaak aus Aachen, dem ersten dem Namen nach bekannten Juden in Deutschland, der als Dolmetscher die Gesandtschaft Karls des Grossen bei Harun al Raschid begleitete. Gottes ist der Orient, Gottes ist der Okzident! Wer aber nicht träumen, sondern sich aus Statistiken über das Auf und Ab jüdischen Schicksals unterrichten will, sucht nicht vergebens. Wer hätte vermutet, class Chicago die drittgrösste jüdische Gemeinde der Welt beherbergt und nur von New-York und Warschau übertreffen wird? Und wer wäre auf den Gedanken gekommen, dass der Name des legendären Flusses Sambation, der werktags fliesst und am Sabbat ruht, auch ein ungebärdiges Kind bezeichnet? Aber das Philo-Lexikon soll hier ja nicht geplündert, sondern gewürdigt werden. Und da bleibt festzustellen: die notwendige Kürze der Angaben beeinträchtigt nicht ihre Wissenschaftlichkeit. Die selb&tverleugnende Arbeit, die in einer Notiz von zehn Zeilen steckt, versteht sich wie alles Moralische von selbst. Nicht selbstverständlich, sondern ganz einmalig ist die Sachkenntnis und der Geschmack, mit der die Auswahl der Bilder vorgenommen wurde. Sie illustrieren nicht nur den Text, sie sind selbst, ohne dass ein Kommentar nötig wäre, ein Querschnitt durch die jüdische Kunstgeschichte. Da finden wir nicht nur Werke von Max Liebermann und Israels, sondern auch ein Goethe- Bildnis des jüdischen Stechers I. Schnapper aus dem Jahre 1776 und eine Wandmalerei eines jüdischen Künstlers aus Mohilew, die Stadt Worms darstellend. Die Abbildung der Münze, die Roms Kaiser nach der Zerstörung Jerusalems schlagen liess, empfinden wir ebenso als uns zugehörig wie das Photo von der neuen Universität auf dem Hügel bei der heiligen Stadt. Ein Weg ohne Ende, auf dem uns das Philo- Lexikon eine lange Wegstrecke begleitet. Kulturbund-Spielplan der Woche Theater in der Kommandantensrr. 57, 20 Uhr 15 Min.: „Jean" 21. Juni (Abt. 26 und 36). 22. Juni (Abt. 27 und 37), 23. Juni (Abt. 28 und 38). 24. Juni (Abt. 29 und 39), 27. Juni (Abt. 41 und 51). Die Lessler -Schule feiert im August ihr 25 jährig es Bestehen. Die Schulleitung bittet alle „Ehemaligen" um ihre Adresse, um ihnen eine Einladung und die Festschrift zukommen zu lassen. Der Circolo Librario in Mailand bestand am 20. Mai drei Jahre. Einem Prospekt, der aus diesem Anlass erschienen ist, entnehmen wir, dass sich um die Buchhandlung mit ihrer viersprachigen Leihbücherei ein fester Kreis von Menschen gesammelt hat, der sich auch zu geselligen Zusammenkünften vereint. Ein Inventarium der jüdischen Welt Von Paul Mayer Theater und Konzerte im Reich Im Jüdischen Kulturbund Düsseldorf fand die Aufführung des Lustspiels „J e a n" von Bus- Fekete durch die Bühnenvereinigung des Jüdischen Kulturbundes Rhein-Ruhr eine äusserst beifallsfreudige Aufnahme. Man muss dem Regisseur Ben Spanier, der in Berlin die Rolle des gestürzten Premierministers spielt, hohe Anerkennung zollen für die liebevolle Einstudierung des Stückes und den Schliff, mit dem er die Aufführung herausbrachte. Es gab schauspielerische Leistungen, die selbst höchsten Ansprüchen genügten. . J. C. „Geistliche und synagogale Musik" von Felix Mendelssohn bis zur Gegenwart trugen Annelise Bender, deren voluminöser und umfangreicher Mezzosopran noch durch gelegentlich freiere Tongebung gewinnen würde, und Janko K a u f fm a n n mit seinem besonders in einem hebräischen Stück wirksam angewandten Bass bei den „Jüdischen Tonkünstlern Frankfurts" vor. Siegfied Würzburger begleitete und steuerte noch zwei eigene, in den Bahnen Bachs und Regers schreitende, gut gesetzte Tonschöpfungen zu „Kol Nidrei" und „Moaus zur" bei. Danach gelangten durch ein Vokalquintett (das Lisel Hirsch mit hellem Sopran führte und in dem neben Annelise Bender noch der Tenor Nathan Saretzky grössere Soli inne hatte und durch ein Streichquartett Fragmente aus Heinrich Fabischs Vertonung des „hohen Liedes" zu Gehör; das kleine, von Dr. Willy Salomon am Flügel begleitete Ensemble wurde vom Komponisten dirigiert. — Es ist, bis auf einige befremdende Dissonanzen in der Instrumentaleinleitung, eine gefällige, wohlklingende und eine sehr durchsichtige Musik. Freilich sind Reminiszenzen an bekannte Weisen häufig hörbar, und der Gefahr einer Verniedlichung gegenüber dem berühmten Original ist Heinrich ^Fabisch nicht durchweg entgangen. Anerkennender Beifall dankte ihm und allen Mitwirkenden des Abends. —tt. Das Orchester des Breslauer Jüdischen Musikvereins gab ein Konzert mit Operettenmelodien und Tänzen aus einem Zeitraum von annähernd sechs Jahrzehnten. Um das ganz Besondere dieser oft ein wenig unterschätzten Kunstgattung intuitiv zu erfassen und dem Zuhörer mit aller nur denkbaren Feinheit und Ursprünglichkeit vermitteln zu können, wäre ein noch engeres Vertrautsein mit dem hierfür gültigen Darstellungsstil erforderlich gewesen/ Immerhin überwog das Positive, und man erlebte, vor allem dank der sehr sorgfälligen Führung des Orchesters durch Dr. Fritz B e h r e n d, eine gut ausgefeilte und wirklich schwungvolle Wiedergabe der Walzer aus Leo Falls „Geschiedene Frau" sowie der Pizzicato-Polka und des Persischen Marsches von Johann Strauss. Für die das Programm füllenden Soli und Duette hatten die Breslauer Sopranistin Trude Neustadt (Behr) und der Berliner Tenor Adolf Schwersenz hübsche, wohlklingende Stimmen einzusetzen. Als Orchester-Dirigent des Breslauer Jüdischen Musikvereins wurde nun endgültig Dr. Fritz B ehrend verpflichtet Er war ein Schüler Felix Mottls und kam 1913, als 24jähriger, in den Bannkreis des Theaters, dem er, mit einer Unterbrechung von drei Kriegsjahren, bis zum Juli 1936 verbunden war. Dann holte ihn der Berliner Kulturbund, und im Januar 1937 wurde ihm das Orchester der dortigen Künstlerhilfe anvertraut. Während der Krankheit Havellands leitete er erstmalig ein Konzert unseres Musikvereins; der Erfolg, den er damals und auch bei späterer Gelegenheit davontrug, beruhte ebenso sehr auf reichem" Können wie auf Erfahrung, und wir erhoffen viel von seiner Breslauer Wirksamkeit. Hff. Theater, Musik, Film Radio Strassburg sendet am 20. Juni 20.35 Uhr Leo Falls Operette „Die Dollarprinzessin". * Arnold Schönbergs Streichsextett „Verklärte Nacht" ist am 21. Juni, 21.20 ühr über den Sender Prag zu hören. * Der tschechische Sender M. - O s t r a u bringt am 23. Juni, 21 Uhr, eine Darbietung „Hebräische Lieder". Der M.-Ostrauer jüdische Gesangverein singt hebräische Gesänge von Bruch, den Psalm 137 „AI naharot bawel", den Psalm 92 „Tow lehodot" und zum Abschluss einen Psalm aus dem Hallel-Gebet. * Szenen aus Arthur Schnitzlers „Liebelei" bringt am 25. Juni, 20.40 Uhr, der Sender Brüssel, Der Sender Prag bringt am 27. Juni ein Hörspiel „Rendez-Vous" von Max Ludwig Berg er, Hamburg (jetzt Shanghai). * Leopold Jessner wird im kommenden Jahr an der vom Regisseur Carl Heinz Roth geleiteten Schauspielschule in der Neuen Galerie in Wien als Gastdozent längere Zeit tätig sein. Bei den Festspielen, die Dr. Paul E g e r am Neuen Deutschen Theater in Prag veranstaltet, kam die komische Oper „Die schweigsame Frau" von Rieh. Strauss. Buch von Stefan Zweig unter der Regie von Gustav Härtung und mit Georg S z e 11 als Dirigent erfolgreich heraus. * Im Rahmen der Pariser Weltausstellung wird Kurt K a t s c h , der zurzeit in Polen in einem jiddischen Tonfilm mitwirkt, gemeinsam mit der jungen Schauspielerin Roma Lerer, ein Gastspiel geben. * Im Schönbrunner Schlosstheater in Wien veranstaltet das Reinhardt-Seminar Einakter- Abende unter Leitung von Emil Geyer. # Der österreichische Gesandte in London gab am 5. Juni eine musikalische Soiree, auf der Hans Oppenheim das Orchester dirigierte und Eva Heinitz altenglische Musik zum Vortrag brachte. Bronislaw Huberraann hat soeben von Kalifornien aus, wo er in einer Reihe von Konzerten Triumphe feierte, eine Weltreise angetreten und sich zunächst nach Australien begeben, um dort die Wintersaison zu verbringen. Erst" 1938 wird er über Palästina, wo er das von ihm gegründete Sinfonie- Orchester dirigieren wird, nach Europa zurückkehren. * Alexander K i p n i s veranstaltete im Mozart-Saal in Wien seinen 3. Konzertabend in dieser Saison, bei dem er von Rudolf Schwarz begleitet wurde. Das Programm enthielt Arien, Lieder und russische "Volkslieder. * Die Kgl. Oper in R o m hat für die nächste Spielzeit Erich Wolfgang Korngolds Oper „Tote Stadt" erworben. * In einem Konzert der Brünner Philharmoniker brachte die 13jährige Pianistin Thea S u s s - mann Beethovens Es-dur-Klavierkonzert zu Gehör. H> 'Aus Anlass der Budapester Juni-Festwochen gelangt der erste amerikanische Film von Fritz Lang „Fury" zur Vorführung. Dela Lipinskaja bringt zur Zeit am Apollo- Theater in Wien in der Bühnenschau, die dem grossen Ausstattungsfilm der Serner Bros „Golddiggers 1937" vorangeht, allabendlich neue Lieder und Chansons zum Vortrair. * Der _ bekannte französische Filmregisseur Jean Benoit-Levy inszeniert demnächst'einen neuen Film „La Mort du Cygne", nach einer Novelle von Paul Morand. t Ladislaus Bus-Fekete, der Autor der zur Zeit von _ der Berliner Kulturbundbiihne gespielten Komödie ..Jean", hat sein erfolgreiches Lustspiel „Liebe — nichtgenügend" soeben verfilmen lassen. Die Premiere des Films findet in Wien statt Erlesenes . . . „Es gehörte zu seiner Art der Frömmigkeit, dass er das Böse ebenso willig wie das Gute hinnahm, von vornherein überzeugt, dass es berechtigt sein müsse, und befriedigt, wenn er seinen notwendigen Zusammenhang mit seinem Leben eingesehen hatte. Ich kenne dich, o Unglück, ganz und gar, ich sehe jedes Glied an deiner Kette, du bist vernünftig, zum Bewundern klar, als ob ein Denker dich geordnet hätte. Wer entzöge sich nicht gern dem Uebel und klagte Gott, Schicksal oder Menschen an, es veranlasst zu haben? Für Keller war es in Wahrheit ebenso heilig wie das Gute, als etwas Gegebenes und irgendwie von anderen Menschen, besonders von ihm selbst folgerichtig Hervorgebrachtes; er kostete es nicht ^weniger gründlich aus wie die Genüsse, und anstatt zu klagen, befliss er sich einzig, sein Unglück zu verstehen und davon zu lernen." Ricarda Huch, Gottfried Keller. __(Insel-Bächerei Nr. 113, Seite 27.) Alle Ihre Bücher von der Buchhandlung am Zoo Fritz Ring Charlottenhurg, Joachimsihaler Sir. 43-44 Miiglied der jüdischen Gemeinde Telefon: 91 6506 Zusendung nach allen Stadtteilen