Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 16 (1937)
- Issue
- 24 (17.6.1937)
- Date
- 1937-06-17
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2277379-2277516-2277540--11974-2281547- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 4 C-V.-r^ffmrg Nr. 24 * 17. Juni 1937 S€iHlÄ€IKi'li€l&E Schachaufgabe Nr. 100 - ., tod Paul Rosenblatt (Berlin). m.. fm fei vlm Sä .tSl §1*? _ Jü . « i i*M«LB .....I ■ 8&B 1Ii1M| §f ^ä ä i :m*m Matt in zwei Zügen. Weiss: Ke7, Dh8, Tc7.. Tf4. Le5. Sg4. Bd2 (7) Schwarz: Kd5, Dal, Tb3, Tc2, Sb2, SfT.Bbo, cö, e3 (9) * Schachaufgabe Nr. 101 ron Paul Rosenblatt (Berlin). jmj&.„M^M I Ii ft^Ü 'W/WA i 'j?*ff^ ■ Pf 6 f^Ä m>,'iM..,,,,,,, §Ü JL Ä * ü r# i w& w» -'^Jm.....Jü « Sl I n -Ä. ■'/A : 1 : Ü ,., Matt in . drei Zügen. Weiss: Ke" Td2. Td4, Sf7, Bf2, g3, ho (7) Schwarz: Kf5, Lf3, Lgl, Sh3, Bd7, gi (6) ■ * Lösung der Aufgabe Nr. 98: 1. Deö—h8. (drohend 2. DhS—hl matt) . . . Dc7—s3f, 2. Lc3—g7 matt ... Dc7—Ü, 2. Lc3—di , „ . . . e3Xd2. 2. Lc3Xd2 „ . . . Sb3Xd2, 2. Lc3Xd2 „ 1. Deö—f6, drohend Dfl matt, scheitert an Dc7—g3f, die Dame muss bis h8 gehen, um dem Lc3 die Diagonale bis g7 frei zu machen. 1. De5Xe3 scheitert an Dc7—cö! Auf 1. Deö—Ii folgt e3Xd2! .. * Lösung der Aufgabe Nr. 99: 1. Lc4—d3, gö—g4; 2. Dc2—c7. z4—g3: 3. Dc7Xs3, Ka3Xb3: 4. Ld3-bo matt, i , . göXh4: 2. Dc2—c8, h4—h3; . 3. DcSXh3 usw. Auf 2. . \ . Ka3Xb3: 3. De" (c8)—ckf ' und i. Dc4—a2 matt. Richtige Lösungen von Nr. 98 und 99 gingen ein von: Michael Levy.(Krefeld), Justizrat M. Höflein (Bamberg), Rechtsanwalt Dr. Ernst Boehm (Brieg), Bernhard Loeb (Bingen), Gottfried Gumbel (Stuttgart), Julius Cahn (Neuwied), Karl Nussbaum (Rheydt), Tierarzt Max Koschminski (Landsberg), Karl Bechhöfer (Nürnberg), Landgerichtsrat a. D. Dr. Karl Ulrich (München). Herbert Heimann (Ratibor), Dr. med. Herbert Picard, Reg.-Bmstr. a. D. L. Hirschfeld, Gustav Lewi, Joachim Neumark (Berlin), H. Lindner (Burgkunstadt). Council for German. Jewry gibt Rechenschaft Der Council for German Jewry veröffentlicht soeben einenzusammenfassenden Bericht über das erste Jahr seiner Tätigkeit. Der Bericht, der von dem Vorsitzenden, Lord Samuel, unterzeichnet ist, weist darauf hin, dass es dank der Zusammenarbeit der beteiligten Körperschalten gelungen sei, das Programm des Council, das auf die Förderung der Auswanderung aus Deutschland und die Berufsschulung jüdischer Menschen innerhalb und ausserhalb Deutschlands abgezielt habe, zu verwirklichen. Die geleistete Arbeit werde nach den gewonnenen Erfahrungen fortgeführt werden. Vor allem werde sich der Council um die Erweiterung des Berufsausbildungswerkes und die Festigung der in Palästina bestehenden landwirtschaftlichen Gruppen Jugendlicher bemühen. Weiterhin müsse für die Ansiedlung neuer Gruppen Sorge getragen und die Bereitstellung von Krediten für Einwanderer in den amerikanischen Ländern erleichtert werden. Die ursprünglich projektierte Summe von jährlich 750 000 Pfund für die Dauer der auf vier Jahre geplanten Council-Arbeit sei als ein Mindestbetrag anzusehen. 1936 seien 655 000 Pfund aufgebracht worden, und zwar 302 000 Pfund von der briti- - sehen Sektion des Councils, 210 000 Pfund vom American Joint Distribution Committe, 50 000 Pfund vom United Palestine Appeal und 25 000 Pfund vom Keren Hajessod. Hiervon seien 176 000 Pfund für die sozialen Aufgaben in Deutschland. 275 000 Pfund für Ansiedlung in Palästina, 204 000 Pfund für die Unterstützung jüdischer Auswanderer aus Deutschland im Ausland verausgabt worden. Der Bericht schildert dann die Zusammenarbeit des Council mit dem Oberkommissar des ' Völkerbundes für Auswandererfürsorge und über dessen Bemühungen um das Zustandekommen einer internationalen Konvention über die Lage . der Auswanderer. Die Zahl der 1936 aus Deutschland ausgewanderten Juden schätzt der Bericht auf 24 000; hiervon gingen 9000 nach Palästina, -10 000 nach Uebersee, 1500 nach europäischen Ländern. 3800 wanderten in ihre Heimatländer zurück. Der Bericht verzeichnet dann die Aufwendungen, die für die einzelnen Auswandererkategorien bewilligt worden siud, und schildert abschliessend die Stärke der Wanderungsbewegung nach den einzelnen Ländern und Kontinenten auf ■Grund der allgemeinen politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse inder Welt. ii!ii!!!ii:i!!liliii!fi!!i!!!!!!ll!;ii!li!ii C.-W»$prechstunden in Bonn und Koblenz Die Sprechstunden in Bonn finden von jetzt ab an jedem 1. und 3. Mittwoch des Monats im Büro von Rechtsanwalt Dr. Ernst Herrmann s, Meckenheimerstr. 64 (also nicht mehr im Gemeindehaus) von 17 bis 18.30 Uhr statt Nächste Sprechstunden: 7. und 21. Juli. Die Sprechstunden in Koblenz finden von jetzt ab an jedem 1. und 3. Dienstag im Gemeindehaus, Florinsmarkt 11 (also nicht mehr im Hotel Continental) von 16 bis-17.30 Uhr statt. Nächste Sprechstunden: 6. und 20. Juli. Apprcndam brasileiro (Fortsetzung) representante m. Vertreter rio m. Fluss instrumento m. Instrument freguez, diente m. Kunde freguezia, clicntela /. Kundschaft rico. '-a reich intelligente intelligent alto, -a hoch, gross (Körperhöhe) velho, -a alt doente krank (nur mit estar) bom m., boa f. gut (nur mit ser), gesund (mit estar) espacoso, -a geräumig completo vollständig, besetzt (Wagen, Abteil) aberto, -tt offen fechado, -a geschlossen occupado, -a besetzt, beschäftigt usado, -a gebraucht estes esta, dieser, diese esse, essa, dieser, jener; diese, jene aquelle, aquella, jener, jene uns, umas; alguns, algumas einige tem es gibt, es existiert, existieren dar (Perf.) er, sie gab apresentou (Perf.) er, sie legte vor e, sim, Scnhor ja, mein Herr (steht aber „esta" in der Frage, so wiederholt die Antwort „esta") nao nein, nicht (vor Verbalform ja schon mas aber aqui hier Pbrases i. Esse hörnern e rico. — 2. Estes meninos sao pequenos e os adultos sao altos. — 5. O Scnhor Figueiredo esta em casa? (In Fragesätzen wird nicht umgedreht.) — Esta, Senhor, mas esta occupado. — 4. A porta esta feebada, mas as janellas estao abertas. — Aquelle hörnern e intelligente. — 6. Tivcmos mukös Ihr os, mas uns de lies jasao usados. — 7. A casa de meu avö.e velha. — 5. Umas cidades do paiz sao grandes. — 9- O commerciante den um pedido aquelle viajante. — 10. O filho do meu vizinho teve dois cachorros. — 11. Minha mae esta em Sao Paulo. — 12. Algumas ruas da nossa cidade sao estreitas. — 13. O jardim do Senhor Carvalho e bonito. — 14. Tem cas&s alias e espacosas a mar gern do rio. 1$. Onde estao os instrumentos do medico? — Estao no (in dem) armario preto desta sala. — 16. Meu filho esta aqui? — Esta. — 17. Minha tia esta doente? — Nao, Senhor, esta boa. — 18. Os limoes destes commerciantes sao muito caros. — 19. O representante apresentou as amostras a fraguezia. — 20. O bonde esta -completo. r. In Sao Paulo gibt es viele geschickte8 Goldarbeiter1. — 2. Die Bleistifte sind hier, mein Herr. — 3. Wo ist das Löschblatt? — (Es), ist in der (na) Schublade dieses Tisches. — 4. "Wir hatten die Tinte in diesem (neste) Schrank. — 5. Ist dieses Zimmer geschlossen? — Nein, mein Herr, (es) ist offen, aber besetzt. — 6. Hatte der Vertreter viele Muster? — 7. Der Garten der Frau Costa ist gross. — 8. Diese Strassen sind breit und schön. — 9. Ist Ihr (do Senhor) Bruder sehr reich? — Ja, meine. Dame, (er) ist (es). — 10. Diese Schreibfedern sind gut. — 11. Der Reisende legte dem Kaufmann* die Muster1 vor. — 12. Der Kunde gab dem Reisenden5 einen Auftrag1. — 13. Am Ufer des Flusses sind (gibt es) viele Gärten. — 14. Der Vater gab seinem Sohn* einen Apfel1. — ij. In dem (na) Haus unseres Nachbarn gibt es viele geräumige1 Zimmer1. — 16. Meine Grossmutter ist* schon1 sehr alt, und (sie) ist krank. — 17. Diese Strassenbahn ist besetzt. Bemerkung: Die eingeklammerten Worte werden nicht übersetzt. Lektion 4 § 7 Präpositionen Es gibt eigentliche Präpositionen, d. h. Präpositionen, die aus einem Wort bestehen; diese regieren alle den Akkusativ. Die Zahl der eigentlichen Präpositionen ist verhästnismässig gering. Uneigentliche Präpositionen, die hier im allgemeinen noch nicht behandelt werden sollen, sind Zusammensetzungen aus' einem Adverb — eine oder zwei Präpositionen (wie im Deutschen z. B. „oberhalb von"). Eigentliche Präpositionen a 1. wird nur gebraucht zur Bezeichnung des Dativs (s. Lektion 3); 2. bei Preisangaben, z. B. a 2 % 000 (zu lesen dois mil reis) por metro (s. auch „por"); 3. bei Uhr angaben, z. B. as (aus a — as) dez (horas, dies Wort kann weggelassen werden) -umio Uhr; 4. in Redensarten, z. B. a porta — vor der Tür, an der Tür, bei der Tür; a pedido — auf Bitten; a instancias auf dringende Bitten; a forca — mit Gewalt; a sangue frio kaltblütig; d brasileira =: auf brasilianische Art, usw. . de 1. dient zur Bezeichnung des Gcnitivs (s. L. 3). Hierhin gehören auch Bezeichnungen wie „d cidade de Säo Paulo" die Stadt S. Paulo, „o mez de Janeiro" der Monat Januar, ,,o titulo de conde" der Titel eines Grafen, „6 (seis) de altura" — 6 Meter Höhe u. a. Bei Gebirgen und Flüssen wird „de" nur gesetzt vor Personen- oder Gattungsnamen, z. B. „o rio de Sao Laurcnco'1 der St.- Lorcnz-Fluss, „0 rio da Prata" der Fluss La Plata. Im gegenteiligen Falle steht kein „de", z. B. o rio Amazonas. Stoff- und Herkunftsbezeichnungen, die im Deutschen stets durch Adjektiv ausgedrückt werden, sind immer durch das entsprechende Substantiv — vorgesetztes „de" — wiederzugeben, z. B. uma mesa de madeira — ein hölzerner Tisch, um vestido de seda ein seidenes Kleid, um relogio de ouro — eine goldene Uhr. vinhos da Franca — französische Weine, laranjas da Hespanha — spanische Apfelsinen. Auffällig für den Anfänger, aber dennoch zum Genitiv gehörig, weil auf anderer Auffassung beruhend, ist die Ausdrucksweise von unterscheidenden, charakteristischen Merkmalen, die im Genitiv auftreten, z. B. a menina de (oder dos) olhos azues das Mädchen mit den blauen Augen, o hörnern dos sapatos pretos der Mann mit den schwarzen Schuhen. (Fortsetzung folgt.) Autk Jfoe heünde iiif iiiiiiiiiff iiiiiiiiiifiif iiiiiiiaiiiiiiiisiiiif iiiimiiii sollten Sie auf unseren Sprachkursus hinweisen. Wir liefern neuen Abonnenten 'den Beginn des Kurses nach. Beteiligen Sie sich an unserem Fernunterricht. "versunkenen Hacker und Schipper, eine Pfeife im Mund, Shorts, verrotteten Schuhen, einem grünen Khakihemd, verschwitzt, dreckig, verbrannt zur Unglücksstelle, hinter mit trotteln die Schipper des Trollies, einige hilfsbereite Leute, geschoben gewissennassen durch die gewaltige Figur Ramasans. Es folgt eine shauri (Gespräch, Erörterung, Diskussion) über die Quelle des Unheils. Nachdem alles geklärt ist, ein Balken und eine Brechstange zur Stelle sind, beginnt das Spiel: Ramasan; „Rrrrrrmatachmatachachaaa" — Chorus: „Chaaaaaaa (Wiederholung)" — Ramasan: Ahaaaaaaa ..." — Chorus: ..Ahaaaaaaa .. — Ramasan: „Chaaaaruck" — Chorus: „Rrrrrck". — Kraftpunkt, höchste Anspannung, die Räder liegen auf den Schienen und grosses Glück auf allen Gesichtern. Ich rufe: ".Tayari (in Ordnung — Chorus: „Tayari." Bis zum nächsten Malheur. Wem Gott will rechte Gunst erweisen, nur zum Strassenbau nach Afrika! Und die Neger infantil im Seelischen, pueril in der Arbeit, manchmal zur Qual, manchmal zur Freude. IV. Auf dem Felde, 200 ha weit umrandet vom Busch. Fünf Schwarze um einen Traktor, der nicht geht. Zwei Weisse hocken wie Magier auf diesem toten Tier und kitzeln es mit ihren Zauberstäben, den Schraubenschlüsseln. Der eine ein witziger Hamburger, 0 seltenes Exemplar, und ich. ^Plötzlich Surren, ein Flugzeug: „Xdegeya Ulaya", Vogel aus Europa. Grosse Diskussion. Ndidi. der Traktorführer sagt: „Alles könnt ihr, Europäer, ihr habt Dampfboote, Flieger, Maschinen für alles, und alles versteht ihr, nur gerade sterben, sterben müsst ihr auch." Der witzige Ham- - burger übersetzt es mir und fügt hinzu: „Mit dem Sterben -hat er recht", und mit stiller Resignation nunmehr: „Aber mit dem ersteren meint er bestimmt nicht uns! Da hat er nun wieder recht." Das erste Trolly entgleist. Da sagt der Fundi Reli, der Meister der Rails (Schienen): „Allah, ach das ist die Schuld der Bremsen, dies Unglück." Also werden die Bremsen geändert. Das zweite Trolly entgleist: „Sasa", Unglück die Schienen jetzt. Die Schienen werden ausgewechselt. Das dritte Trolly entgleist: Unheil aus dem vom Regen aufgeweichten Boden.. Also wird gute kiesige Erde aufgeschüttet. Das vierte .Trolly entgleist: „Allah, Allah", hoch und spitz, etwas kehlig, den Ton auf der zweiten Silbe, ein beleidigter Schmerzensschrei geradezu: Jetzt ist es die Sache des lieben Gott. Da gibt es keine meuschliche Instanz, also setzt er sich beruhigt in den Schatten. V. Zwei Dinge erhält ein Europäer früher oder später ausser Malaria und einem der Dummheit direkt proportionalem Grössenwahn, das sind: ■einen Spitznamen und einen geschnitzten Stock, den er meistens käuflich erwirbt, machmal aber auch gescheckt bekommt. Ich habe, 0 Stolz, 0 Eitelkeit, in der dritten Woche von Karani, dem Schreiber und Mittelsmann zwischen Weissen und Schwarzen, einen wunderschönen geschnitzten Stock geschenkt bekommen, und mein Spitzname ist Kisosi (das ,.s" ist ganz scharf zu sprechen), das ist ein Buschvogel, der wild und mit gesträubten Haaren unruhig hin und her fliegt, im übertragenen Sinne ein Mensch, der zum Schicketanz gemacht wird, viel Arbeit hat und ausserdem unbedingt nach hinten gelegte Haare hat. Ich erhielt den Namen bei folgender Gelegenheit: Ich musste einen der Negerboys, die getreuen Sklaven des Traktors gleich mir waren, zum xsten Male mit nicht gerade angenehmen Befehlen nach irgendwelchen Ersatzteilen, Wasser, Betriebsstoff usw. schicken, und er seufzte stöhnend: „Ich bin kwele (wahrhaftig) ein Kisosi." Ich antwortete: „Das ist deine Arbeit, Kisosi, und ich bin ja auch ein ebensolcher Kisosi." Diese Antwort rief einen Freudensturm hervor und trug mir den Namen ein, der jetzt dauernd mit mir wandelt, weil von jedem Weissen alles bekannt wird. Uebrigens steigt alles ins Ueberdimensionale durch Üebertreibung, aber ehe Du eine neue Arbeit machst, wissen alle Schwarzen Dein Vorleben, zumindest in Afrika. Die brauchen keine Polizei. Nun wirklich zur Sache: Auf meinem Abschnitt wird der letzte „Stack" beendet.' Es war dort meine Arbeit, wohlgeformte Erdstösse feinen Kies, 1000 cbf. fassend, genannt „Stack", aufzubauen. Die Arbeit schleppt sich durch die Entgleiserei, aber langsam wird es. Die letzten sechs Trollies sind weg. Ich rechne ' mir aus, ein Trolly brauche ich noch, dann ist alles überstanden. Also nehme ich mir die Aufseher, zwei Mann, die Fundi_ Reli mit Begleitung, vier Mann, den Tischlermeister, ein Mann, den Kurvenhelfer und mich selbst und halte eine Rede, die darin gipfelt, jetzt werden wir denen mal zeigen, wie man arbeitet, wir werden uns stark machen, wie 50 Löwen. (Ein Suaheli- Sprichwort sagt: Er macht sich stark wie 40 Löwen). Gemacht! Wir nehmen ein viertes Trolly, schaufeln ein, ziehen los, und nun beginnt eine kleine Ngoma, ein Tanz: „Sisi watya kisosi" (wir, die Jungens des Kisosi), rhythmisch brüllend ziehen sie los. ich immer mitten drin, im Galopp, die 50 Boys von den abgefertigten Trollies und alles, was so herumsteht, und es .steht immer viel herum, fangen an, mitzubrüllen. Bananenwedel schwenkend kommen sie uns entgegengehüpft, und bis wir gelandet sind, brüllt alles, begeistert: „Wir, die Boys des Kisosi!" Robertchen schwitzt und strahlt. Und abends fahre ich manchmal bewundernd über meine Muskeln, wie über die eines fremden Mannes. Während ich das schreibe, steht eine in knallrotes Japantuch gekleidete Negerfrau vor meiner Barasa, und wir sind in eine schwere sbauri (Gespräch) verwickelt, ob nächsten Mittwoch Pombe, Negerbier, gebraut werden soll. Es soll gebraut werden, sie ist die Sachverständige des ganzen Wamibezirkes dafür. Nun schreibe ich dabei Schreibmaschine, und sie verliert ihre Augen aus dem Kopfe, als sie sieht, dass fertige Buchstaben auf das Papier gesetzt werden. Jetzt lasse ich das Grammophon einen unheimlichen amerikanischen Jazz spielen, und als gar eine Stimme zu singen anfängt, da bleibt ihr der Mund offen stehen, und ein so grosses, dummes, weisszähniges Grinsen geht auf, zum Neidischwerden, Ihr schlechtzähnigen, falschgebissigen Europäer. Robert Ollendorf. Panarabische Studentenbewegung In der Frankfurter Zeitung" ist vor kurzem ein sehr instruktiver, von J. K. signierter Aufsatz über das „W e s e n der arabischen Studentenschaft" erschienen. Es wird darin zunächst auf den Unterschied zwischen dem europäischen und dem arabischen Begriff des Studenten hingewiesen. Nicht jeder arabische Student sei Hörer an einer arabischen Hochschule. Aber auch nicht jeder Hörer einer arabischen Hochschule gelte gemeinhin als ein arabischer Student: das seien nur solche, die sich in jüngster Zeit zu einer ständig wachsenden Bewegung zusammengeschlossen hätten, um — wie sie sich selbst nennen — „Wiedererwecker der volks- und bodenständigen arabischen Kultur" zu werden. Die überwiegende Mehrzahl der Angehörigen der einflussreichen Vereinigung hat aber sein Wissen nicht auf einheimischen, sondern auf ausländischen Universitäten erworben. Das im Auslande erworbene Wissen soll aber nicht in erster Linie dazu dienen, zu einem guten Fortkommen und Erwerb zu gelangen, sondern es soll im Sinne der kultu- . rellen Ziele der Vereinigung der Allgemeinheit : zugute kommen. Der Orient kennt einen erweiterten Begriff des Studierens, der ungefähr der europäischen Einrichtung der „Volkshochschule" entspricht. In vielen Kaffeehäusern des Orients bilden sich Debattierklubs, in denen ein mannigfacher Wissensstoff vor zahlreichen Zuhörern ausgebreitet wird. Die Teilnehmer an den Diskussionen heissen Studenten. Keine geringe Anzahl solcher Studenten, die vielfach erst im späteren Mannesalter die . arabische Hochschule in Kairo beziehen, sind aus diesen Zirkeln hervorgegangen, indem sie entweder — wie das im Irak jetzt besonders häufig der Fall ist — vom Staat die Mittel für das Hochschulstudium in Aegypten bekamen, oder aber — wie sehr häufig in Syrien und Saudi-Arabien — von reichen Leuten, die an den Dabattierzirkeln teilnahmen, eine bestimmte Summe zur Weiterbildung ausgesetzt erhielten. Ueber die Stellung dieser akademischen Jugend zur panarabischen Idee erfahren wir noch folgendes: Panarabisch lediglieh im kulturellen Sinne ist der Plan, der jetzt ausgeführt wird, nämlich die gesamte arabische Studentenschaft, also auch die nicht inskribierten „Selbststudenten" in einem grossen Verbände zusammenzufassen. Jedem Angehörigen des Verbandes wird es freistehen, sich an den nationalen Bewegungen innerhalb der politischen Grenzen seines Heimatlandes zu beteiligen. Da Panarabien als politisches Ziel erst die Folge des kulturellen Panarabiens sein soll, wurde davon (auf dem letzten arabischen Studentenkongress in Kairo im Februar dieses Jahres) gar nicht gesprochen. Die Studentenbewegung gibt sozialen und kulturfördernden Massnahmen den Vorzug: alljährlich sollen Auslesen aus der arabischen Jugend eines jeden Landes getroffen werden, um ihr das Studium zu erleichtern und sie auch zu beraten, welchem Fach sie sich widmen soll. F. y.