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Central-Verein-Zeitung · 1937-06-10 · 23 (10.6.1937) · page 12

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
16 (1937)
Issue
23 (10.6.1937)
Date
1937-06-10
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seife 12 C-V.-Zeifung Nr. 23* TO. Juni 1937 Artikels 22 über die A-Mandate. Fraglich kann es hingegen scheinen, ob die Umwandlung eines Teiles eines Mandatsgebietes in ein Dominion als rechtmässig anzusehen wäre. Für eine Bejahung spricht die Tatsache, dass die britischen Dominions seit dem Westminster-Statut als souveräne Staaten anzusehen sind. Das in Artikel 22 gewiesene Ziel würde also auch hier erreicht werden. Offen blieben freilich zwei politisch sehr interessante Fragen, nämlich erstens, ob die in sich durchaus nicht einheitliche jüdische Bevölkerung Palästinas imstande sein wird, einen Staat zu bilden und zu erhalten, und zweitens, welche Rolle ein jüdisches Dominion im Rahmen des britischen Weltreiches spielen w:ürde. Diese zweite Frage ist übrigens wohl noch interessanter als die erste, und man kann nur schwer Zweifel daran unterdrücken, ob das Empire, wenn es sich wirklich zu dieser Lösung entschließen sollte, Grund haben wird, damit zufrieden zu sein." F. F. Letzte Nachrichten Im ersten Vierteljahr 1937 sind 3643 Personen, davon 3166 Juden, nach Palästina eingewandert gegenüber 9605 Personen (9082 Juden) in der gleichen Zeit des Vorjahres. Fast ein Drittel der im ersten Vierteljahr einwandernden Per- In jeder modernen, kapitalistisch autgebauten Wirtschaft ist das Bankwesen als Ganzes der Spiegel der Volkswirtschaft, es gibt das Bild der lebendigen Kapitalkraft, die einem Lande innewohnt, wieder. Einer der grundlegendsten ökonomischen Ursachen, die Palästina als Einwanderungsland von anderen Immigrationsgebieten unterscheiden, ist, dass gleichzeitig mit Einwanderung — der europäischen Juden in erster Linie — auch ein grosser Kapitalzufluss erfolgte, ja dass sogar kraft Gesetzes eine Relation zwischen diesen beiden Faktoren besteht, deren ökonomisches Produkt die Fassungskraft ergibt, von der die Mandatsregierung bei Festsetzung der jeweiligen Zahl der Einwanderungszertifikate auszugehen hat. Die starke jüdische Einwanderung des letzten Jahrfünfts brachte direkt und indirekt durch das gleichzeitig steigende Volumen ausländischer Kredite beachtliche Kapitalbeträge ins Land, die die Gestaltung der gesamten Wirtschaft entscheidend beeinflusst haben. Leider gibt es keine genauen Ziffern, um diese wichtige Tatsache zu belegen, aber man kann wenigstens mit Schätzungen aus sachverständiger Quelle arbeiten, die teilweise auf dem festen Grunde statistischen Materials beruhen. Die grösste englisch-palästinensische Bank des jüdischen Wirtschaftssektors bemisst die Kapitalinvestitionen der drei Jahre 1933, 1934 und 1935 auf rund 27 Millionen Pfund Sterling, die den Aufbau der Zitruswirtschaft, des Orangen- und Grapefruchtexportes, des Baugewerbes, des wachsenden Transportwesens — um die wichtigsten produktiven Kategorien zu nennen — und einzelner spezieller Industrien finanziell ermöglicht haben. Neben diesem Betrag, der in grösstem Umfange der privaten Wirtschaft zugeflossen ist, steht ein weiterer, der durch die öffentlichen jüdischen Fonds dem palästinensischen Wirtschaftskörper zugeführt wurden. Juden aus allen Ländern der Erde brachten durch Spenden innerhalb der letzten 15 Jahre eine Summe von etwa 8 bis 9 Millionen Pfund Sterling auf, die in Landkäufen, in der Errichtung landwirtschaftlicher Siedlungen, auf Gebieten der Verbesserung der Hygiene usw. ausgegeben wurden. Dass unter diesen Umständen, bei einer in diesem Ausmass gesteigerten Produktions- und Konsumwirtschaft der Geldumlauf von Anfang 1933 bis zur Gegenwart um über 100 Prozent gestiegen ist, kann nicht verwundern. Die selbstverständliche Begleiterscheinung dieser Entwicklung war eine Ausdehnung des Bankgewerbes, die ihren sichtbaren Niederschlag nicht nur in einem Ausbau schon bestehender Institute fand, sondern auch in einer steigenden Zahl neuer Bankgeschäfte. Auch hier ist es wiederum nicht möglich, Entwicklungszahlen anzugeben, aber der Tatbestand, dass gegenwärtig nahezu 100 Banken in Palästina bestehen — und zwar Aktienbanken, Privatbankiers und Genossenschaftsbanken zusammen — zeigt deutlich, in welchem Umfange das Bankgewerbe sich erweitert hat. Die ökonomisch-politische Krise, die im Herbst 1935 bekanntlich einsetzte, rückte die Problematik dieser schnellen Entwicklung rascher in den Vordergrund, als dies sonst vielleicht der Fall gewesen wäre. Es zeigte sich die Notwendigkeit für die Mandatsregierung, die Konstruktion des palästinensischen Bankgewerbes einer eingehenden Untersuchung zu unterziehen und insoweit bald einzugreifen, als sofort eine weitere Inflationierung verhindert werden musste. Dazu kam, dass mit Rücksicht auf eine Wiederholung oder auf ein noch verstärktes Wiederaufleben der Krise eine allgemeine Ueberwachung der Kredit- und Liquiditätsverhältnisse in Verbindung mit der Eigenkapitalkraft wünschenswert und notwendig erschien. Diesem Ziel, das Bankengerüst der palästinensischen Wirtschaft zu festigen, dienten die grundsätzlichen Massnahmen, die die Regierung durch eine Banken-Verordnung vom März 1936 in Kraft setzte (Banking-Amendment and further provisions-Ordinance, No. 9 of 1936). Durch diese Verordnung wurde zunächst die Neugründung von. Banken bzw. Bankgeschäften von einer G e n e h m i - gungspflicht abhängig gemacht, und zwar mit sofortiger Wirkung, das heisst vom 11. März 1936 an. Der dieser Bestimmung innewohnende sonen nämlich 1035 .(1027 Juden) kamen aus Polen. Aus Deutschland kamen 852 Personen (845 Juden). Der Anteil der Kapitalisten-Einwanderer mit einem Vorzeiggeld von 1000 Pfund hat sich auch innerhalb dieser stark verringerten Gesamteinwanderung etwa auf der gleichen Höhe wie im ersten Quartal des vergangenen Jahres, nämlich auf 10 Prozent gehalten. * Einer soeben veröffentlichten Statistik über den Anteil der Juden in der palästinensischen Polizei ist zu entnehmen, dass von den 24 höheren Polizeiinspektoren nur zwei Juden sind. Von den 35 Polizeiinspektoren zweiten Ranges sind. 11 Juden, von den 65 Hilfsinspektoren 16, davon acht in Tel-Aviv. Von 85 Sergeanten sind 12 Juden, davon vier in Tel-Aviv. Unter 140 Polizeikorporaien sind 21 Juden, von 600 Mann der Polizeimannschaft 200. In einem erfreulichen Gegensatz zu diesen ausserordentlich niedrigen Ziffern steht die Tatsache, dass die Zahl der Mitglieder des Jerusalemer Vereins jüdischer Beamter sich von 1934 bis 1936 von 478 auf 983 vermehrt hat. Davon arbeiten allerdings in der Stadtverwaltung und in öffentlichen Institutionen nur 133, während die anderen in jüdischen bzw. privaten Büros beschäftigt sind. Sinn wird dadurch noch unterstrichen, dass die Verordnung in einem besonderen Satz zum Ausdruck bringt, dass der für die Genehmigung zuständige High Commissioner ohne Angabe von Gründen entsprechende Anträge zurückweisen kann. Weiter wurde eine nicht weniger bedeutsame Massnahme durch Einsetzung eines Banken-Kommissars (Examiner of Banks) ergriffen, dem weitgehende Rechte eingeräumt wurden. Erfreulicherweise erlaubt die amtlichen Statistik einen Ueberblick über das palästinensische Bankengerippe, dessen äusserer Aufbau etwa folgender ist: Zwei Instituten kommt im international üblichen Sprachgebrauch wohl die Bezeichnung „Grossbanken" zu: einmal Barel a y s Bank und dann der A n g 1 o - Palestine Bank, die beide ihr Filia'lnetz über das ganze Land ausgedehnt haben. Diese beiden Grossbanken zusammen mit der, aus türkischen Zeiten her noch bestehenden Ottoraan-Bank, mit der italienischen B a n c o d i Roma, mit der Vertretung des holländischen Kapitals in der Holland Bank Union und schliesslich der polnischen Bank Polska K as a Op i e c ki werden als die „Ausländischen Banken" zusammengefasst, die zusammen mehr als drei Viertel aller Bank- " geschäfte des Landes durchführen dürften. Die z w e i t e S ä u 1 e des palästinensischen Bankgebäudes bilden etwa 70 einheimische Banken und Bankgeschäfte, die ihrerseits zusammen an Eigenkapital und eigenen Reserven einen Betrag in der Grössenordnung von etwa eineinhalb Millionen Pfund Sterling repräsentieren. Berechnet man für jede dieser einheimischen Institute das durchschnittliche Eigenkapital unter Hinzufügung der Reserven, so ergibt sich ein Betrag in Höhe von nur etwa 21 000 Pfund Sterling, der erkennen lässt, wieviele kleine und kleinste Firmen darunter 6ein müssen. Den dritten Sektor des Bankgewerbes stellen etwa 17 Genossenschaftsbanken dar, die aus einem Kreise von etwa 100 Kreditgenossenschaften heraus sich den allgemeinen bankgeschäftlichen Transaktionen zugewandt haben. Ihre Einbeziehung in das gesamte Bankensystem bedarf natürlich besonders sorgfältiger Betrachtung, wenn die genossenschaftlich zusammengeschlossenen Mitglieder dieser Genossenschaftsbanken vor den Wellenbewegungen der Konjunktur und vor Verlusten in Perioden einer Krise so weit geschützt werden sollen, als dies für die Erhaltung der Existenz des einzelnen Handwerkers und Kleingewerbetreibenden dringend notwendig erscheint. Wie gross ist nun das dem palästinensischen Bankkörper zur Verfügung stehende Kreditvolumen? Sämtliche Institute zusammen haben einen Bestand kurzfristiger und langfristiger Einlagen in Höhe von gegenwärtig etwa 15 Millionen Pfund Sterling. Wäre das den „ausländischen" Banken zur Verfügung stehende Kapital und ihre Reserven bekannt — was jedoch nicht der Fall ist — dann könnte man mit dieser Zahl den Inhalt des Kredittopfes berechnen, aus dem die Kredite der palästinensischen Wirtschaft geschöpft werden können. So muss man sich mit der Feststellung des Tatbestandes begnügen, dass der tatsächliche Umfang der von den Banken gewährten Kredite im gegenwärtigen Zeitpunkt etwa der folgende ist: 2y2 Millionen Pfund Sterling sind durch Diskontierung von Warenwechseln in die Wirtschaft geflossen, 6 Millionen Pfund Sterling laufen an mittelfristigen Krediten mit einer Laufzeit bis zu einem Jahre und etwa VA Millionen Pfund Sterling sind für eine Dauer von über einem Jahre an die Kundschaft gegeben worden, insgesamt etwa d% bis 10 Millionen Pfund Sterling an Bankkrediten. Interessant ist die Verteilung dieser Kreditsumme auf die einzelnen Industriegruppen. Von den rund 9>£ Millionen Pfund Sterling, die Ende September 1936 von den palästinensischen Banken ausgeliehen waren, wurde absolut die grösste" Summe von fast 1% Millionen Pfund Sterling von der Citruspflanzungsindustrie beansprucht; das sind 17 Prozent aller in Anspruch genommenen Bankkredite. An zweiter Stelle rangiert als Kreditnehmer der Grosshandel, der über V/2 Millionen Pfund Sterling in Anspruch nahm, über 800 000 Pfund Sterling gingen an Landwirte, über 600 000 Pfund Sterling an den K1 e i n h a n d e 1." Berechnet man für die einzelnen Wirtschaftsgruppen den Durchschnitts-Kredilbetrag, der auf jeden Kunden entfällt, so ergibt sich die höchste Zahl, nämlich ein Kredit von rund 800 Pfund Sterling für jeden Kunden, aus der Industrie der Seifen- und Oelbranche. Es folgen die Pardessbesitzer mit einem Durchschnittskredit von 750 Pfund Sterling, dann in weitem Abstand der Grosshandel mit 450 Pfund Sterling, roährend er im Kleinhandel natürlich viel niedriger, bei etwa 100 Pfund Sterling, sich bewegt Auf jeden Bauunternehmer entfällt ein durchschnittlicher Leihbetrag von knapp 400 Pfund Sterling, fast ebensoviel auf die Metallindustrie. Dieser knappe Ueberblick zeigt — von Einzelheiten abgesehen — in der allgemeinen Linie ein für das Volumen der Wirtschaft sehr ausgedehntes Kreditwesen, das allerdings in den Bankziffern nicht vollständig gespiegelt wird. Aber nicht gegen den Umfang der Kreditfinanzierung der Wirtschaft richten sich gerechtfertigte Bedenken als vielmehr gegen die Proportionen, in denen Eigenkapitalkraft und Kreditausmass zueinander stehen, gegen die mangelnde Uebereinstimmung zwischen den Fristen der fremden Gelder auf der Aktiv- und der Passivseite der Bilanzen und schliesslich auch nicht zuletzt gegen die Risiken, die das überspitzte Wechselsystem für die diskontierenden Banken zwangsläufig mit sich bringt. Es genügt bei diesem letzten Punkt auf die Missstände hinzuweisen, die z. B. in der Diskontierung von Mietwechseln oder von Wechseln mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahre bestehen, von reinen Finanzwechseln ganz zu schweigen. Ob die Kapitaldecke der kleinere n Banken im Verhältnis zu den von ihnen ausgeliehenen Geldern immer gross genug ist, vermag aus der Bankenstatistik nicht abgelesen zu werden; aber der niedrige Durchschnitt des Eigenkapitals der einheimischen Banken lässt bei dem Umfang der Kredite im Lande doch vermuten, dass da oder dort relativ grossen Risiken eine zu kleine eigene Kapitalkraft gegenüberstehen könnte. — Eine wesentliche Ursache für die Besorgnisse, die die Mandatsregierung durch Einsetzung ihres Bankenkommissars zum Ausdruck gebracht hat, ist wohl auch in dem etwas unklaren Aufbau zu suchen, der eigentlich von einem Bankensystem nicht sprechen lässt. Wenn man von den Hypothekenbanken absieht, so betreiben die meisten einheimischen Banken — mit Ausnahmen natürlich — sowohl das Geschäft langfristiger wie kurzfristiger Finanzierung nebeneinander; diese beiden so verschiedenen Aufgaben können aber in einer Hand nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen gelöst werden, deren Vorhandensein nach den publizierten Zahlen nicht bei allen Instituten vorausgesetzt werden kann. Die Erklärung für diesen Einwand ist verhältnismässig einfach. Viele einheimische Banken sind in den Haussejahren von 1933 bis zum Herbst 1935 entstanden, durch die Sprunghaftigkeit der Entwicklung mögen auch personeile Mängel unterlaufen 6ein. Nicht jeder Industrielle kann über Nacht ein guter Bankier werden. So können sich Fehler elementarster Art wiederholen, die anderwärts als längst überwunden gelten. Aber die Schwierigkeit, hier zu einer Korrektur zu kommen — sei es durch eine Selbstkorrektur, die jede Wirtschaft mit mehr oder weniger grossen Verlusten von sich aus vollzieht, sei es durch eine erneuerte Gesetzgebung der Staatsgewalt, die damit der Wirtschaft zu Hilfe kommen will — liegt nicht zuletzt auch darin, Von unsern Neulingen auf dem Lande Von Hans Ehrlich Kwuzath Haganim. im Mai. Umstellen mussten sich alle, und zwar von Grund auf. Die Lebensgewohnheiten, Lebensanschauungen und die Art der Arbeit. Ist wirklich der aufrechte Wille dafür da, dann geht das rasch. Die erste Zeit in der neuen Arbeitssphäre ist zwar schwierig. Es ist ein Zusammenprallen der alten Gewohnheiten und der neuen Notwendigkeit. Aber Zähne aufeinander und durchhalten, selbst wenn die Arbeit zu schwer erscheint. Da ist ein junger Arbeiter ins Dorf gekommen. Er ist schon zwei Jahre im Land und lebte bisher in der Stadt. Er hatte sich mit allerlei Arbeiten durchgeschlagen. Im Anfang war er Laufjunge bei einer Speditionsfirma, verbesserte sich und wurde selbständiger Schaufensterwascher. Nach einigen Monaten beschäftigte er schon zwei weitere junge Menschen, soviel hatte er zu tun. Er hatte sein bescheidenes Auskommen; seine junge Frau, die als Kellnerin in einem Restaurant arbeitete, unterstützte ihn dabei. In Deutschland waren beide Medizinstudenten gewesen und er stand kurz vor seiner Doktorarbeit. Er liebte Erez und glaubte nicht nur für sich, sondern auch für seine neue Heimat zu arbeiten. Die Unruhen kamen. Die Landbewohner mussten ihre äussersten Energien anspannen, um physisch durchzuhalten; mehrere Male in der Woche nachts draussen auf Wache stehen und tagsüber danach durcharbeiten. Die Bewohner der grossen Stadt erlebten die Unruhen aus Zeitungsberichten, Teuerung der Lebensmittelpreise und entsprechender Stockung des Geschäftsverkehrs, psychisch litten sie genau so wie alle auf dem Lande. — Damals reifte in ihm der Entscbluss, aufs Land zu gehen und den Wischlappen mit der Turiah zu vertauschen. Es verzögerte sich durch eine langwierige Krankheit. Jetzt ist er hier draussen. Die Zeit der Orangenernte ist schon fast vorbei, die Erdarbeiten in den Pardessim haben wieder begonnen. Simon hat auf dem Arbeitsamt die Adresse eines Orangenhaines bekommen, wo er mit anderen Arbeitern zusammen Idur machen soll. Er soll mit der Turiah das Gestrüpp aushacken, den Boden um jeden Baum herum auf- Ht99?4ef*i9Ms1.0kt6toe Geben Sie diesen Bestellzettel ihren Bekannten, die die C.-V.-Zeitung noch nicht lesen! Senden Sie mir bis auf Widerruf die C-V.-Zeitung 99 Pf e n n? g für Juli, August, September zahle ich bei Vorlage der Postquittung an den Briefträger. Die beiden letzten Juni-Nummern gehen mir kostenlos zu Name:__- Ort:_ Strasse:_:-— Datum:_____- Ausschneiden und mit 3 Pfg. frankiert (oder auch unfrankiert) senden an: C.-V.-Zoitung, Vortrieb, Berlin W15, Emser Strasse 42. Fernsprecher: 92 81 41. dass in der palästinensischen Finanzierungswirtschaft zwei Bankensysteme noch miteinander kämpfen, das englische und das kontinentale. Der entscheidende Unterschied, der für ein kapital-intensives Einwanderungsaufbauland erster Ordnung, wie es Palästina ist, von lebenswichtiger Bedeutung ist, besteht bekanntlich darin, dass nach den englischen Grundsätzen des Bankgeschäftes die Gründung von Unternehmungen ebenso wie die Emissionstätigkeit bei ..Kapitalerweiterungen durch Aktien oder Obligationsausgaben nicht in das Gebiet der Banktätigkeit fällt, während bekanntlich die kontinentale Entwicklung des Bankwesens — und insbesondere die in Deutschland — die engste Verbindung von industrieller und kommerzieller Gründungstätigkeit mit dem Aktien- und Privatbankwesen darstellt. Das vorhandene Nebeneinander langfristiger und kurzfristiger Finanzierung der Industrier insbesondere des Baugewerbes und der Citruswirtschaft in seiner sprunghaften Entwicklung lässt natürlich eine gesunde mittlere Linie nur" allmählich beschreiten, eine mittlere Linie, die in der Praxis zwischen dem kontinentalen und dem englischen Bankensystem dann möglich erscheint, wenn sich das Bankengewerbe entweder an vom Staat vorgeschriebene oder an ungeschriebene Gesetze der Risikobegrenzung und des Grades der Liquidität hält, die zwar nicht zu einer klaren Scheidung zwischen der Bank als Depositen-und kurzfristiger Kreditinstitution auf der einen Seite und als^langfristiges Industrie- Finanzierungs-Institut auf der anderen Seite führen kann, die aber immerhin zur allmählichen Festigung des Aufbaues des palästinensischen Bankwesens weitgehend beitragen würde. Zur Stärkung seiner wirtschaftlichen Kraft würde es zweifellos beitragen, wenn Bankgeschäfte ohne eine gewisse eigene Kapitalbasis Mittel und Wege * finden würden, sich nach dem Vorbild anderer Länder entweder zusammenzuschliessen oder aber ihre Dauerberechtigung als Glieder im palästinensischen Bankwesen durch Erhöhung ihrer haftbaren Kapitelbasis zu begründen. lockern und in einem grossen Quadrat um den Baum herum einen Wall aufwerfen, innerhalb dessen sich das Wasser sammeln soll, das hereingeleitet wird. Eine sehr schwere Arbeit ist das; von der Arbeiterorganisation ist vorgeschrieben, dass sich der Turiaharbeiter jede Stunde 15 Minuten ausruhen soll. Ein Kamerad zeigt ihm die Arbeit und bearbeitet als Muster den ersten Baum seiner Reihe. Jeder der Jungen hat eine Baumreihe zu bearbeiten und keiner, will hinter dem anderen zurückbleiben, so dass alle nebeneinander herarbeiten. Simon hat weiche Hände. Wie er mit der Turiah umzugehen hat, das hat er bald raus. Aber die Uebung fehlt. Mit drei Schlägen lockert er kaum soviel Boden, wie die Kameraden mit einem Schlag. Nach zwei Stunden Arbeit sind die Hände rot und angeschwollen. Um die Mittagszeit sind sie voller Blasen. Er hat aber das angegebene Tempo eingehalten und ist nur einen Baum hinter seinen Kameraden zurück. Die Mittagspause durchschläft er erschöpft. — Die Arbeit beginnt wieder. Die Blasen an seinen Händen springen auf, seine rechte Hand ist durchgescheuert und fängt an zu bluten. Einer der Jungen hat zufällig einen Verband um das Knie. Die Wunde ist aber fast geheilt und so macht er Simon den Verband um die Hand. Seine verbissene Energie imponiert den andern. Jetzt kann er aber nicht mehr Schritt halten, die Hand schmerzt zu sehr. Zwei Kameraden, die ihre Reihen fertig gemacht haben, helfen ihm. Um 4 Uhr ist die Arbeit fertig, er ist so erschöpft, dass er kaum nach Hause gehen kann. Auf dem Weg hört er, im Nachbarort fehlen Arbeiter zum Verladen der Kisten auf die Frachtautos und es könne wohl nicht vermieden werden, Araber zur Hilfe heranzuziehen, wenn die Orangen nicht verderben sollen. Nach dem Essen geht Simon zu den Arbeitskameraden und erzählt ihnen, was er zufällig hörte. In der Abenddämmerung sieht man einen Trupp junger Menschen zum nächsten Dorf ziehen. Zwar ist die Hand noch verbunden, zwar schmerzt noch der Körper von der gestrigen ungewohnten ' Turiaharbeit. Mit nacktem Oberkörper steht er da, hebt Zentnerkisten auf die Schulter und trägt sie ans Auto. Er braucht alle Kräfte, um durchzuhalten. Nach drei Tagen ist es bereits Gewohnheit, und wer ihn nach einer Woche sieht, der muss denken, Simon sei immer Lastenträger gewesen. Und es arbeiten Zehntausende von Simons auf dem Land. Das Bankengerüst Palästinas Von unserem Dr. E. R—z-Berichterstatter

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