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Central-Verein-Zeitung · 1937-06-10 · 23 (10.6.1937) · page 2

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
16 (1937)
Issue
23 (10.6.1937)
Date
1937-06-10
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 C.-V.-Zeitüng/ Nr.23*10.Juni1937i QmsOqz!hüm=Seeceism SiSSa Balmkarten, Fingkarten zu Originalpreisen. ALFRED ADLER ste^eg"^^^ Palestine & Orient Lloyd. 'dass damals die Haupteinwände gegen die Neugestaltung der Reichsvertretung auf Befürchtungen über bevorstehende Stärkung des zionistischen Einflusses innerhalb der Reichsvertretung beruhten? Inzwischen war fast ein Jahr Ruhe. Was ist geschehen, dass wieder eine Krise ausbrechen musste? III. Der berühmte Mann von der Strasse wird, wenn er nicht gerade ein Mann aus der Oranienburger Strasse ist, die weitere Frage stellen: Wer ist denn die Jüdische Gemeinde Berlin? Das sind doch du und ich und er und wir alle, wir Zehntausende, die wissen, dass es eine Reichsvertretung gibt, auf die man nicht weniger schimpft als auf alle anderen Stellen, von denen unendlich viel verlangt wird und die nach Lage der Sache nur beschränkt viel leisten können, deren Tatsache aber für jeden Berliner Juden eine begrüssenswerte und dankenswerte Selbstverständlichkeit ist. Wenn eine Gemeinschaft so jäh in eine so rasche Entwicklung gestellt wird, wie wir, dann muss es natürlich eintreten, dass Erfahrungen überholt werden rcad Unzulänglichkeiten mancher Art von Zeit zu Zeit sichtbar werden. Aber, so fragt der Mann von der Strasse, wer hat die Männer, die namens der Jüdischen Gemeinde Berlin für dich und mich und Zehntausende Berliner Juden auftreten, beauftragt, Konflikte mit der Reichsvertretung zu haben? Wir haben einen Gemeindevorstand. Gut. Er soll die Jüdische Gemeinde Berlin verwaltungsmässig anständig führen. Als er vor einem halben Jahre neu in sein Amt trat, haben wir ihm bestimmt nicht die Vollmacht erteilt, unsere Gemeinde in Gegensatz zu den Interessen der Gesamtheit der jüdischen Gemeinschaft zu stellen. Gewiss! sagt der Berliner Jude von der Strasse. Wir sind sehr einverstanden, dass Berlin möglichst viel aus dem grossen Topf für unsere Berliner jüdischen Zwecke herausholt, wir billigen es, dass man darüber wacht, dass die allgemeinen jüdischen Mittel an den zentralen Stellen möglichst sachgemäss und sparsam verwendet werden. Wir würden es sogar überaus begrüssen, wenn man einmal erführe, wie es nun eigentlich mit den Geldern steht, ob es wahr ist, dass die Berliner Gemeinde sozusagen die Reichsvertretung finanziert, oder ob es richtig ist, dass die Reichsvertretung dem reichen jüdischen Berlin noch aus ihren Mitteln beisteuert? Aber dass vier Jahre nach Gründung der Reichsvertretung solche Fragen zu einer Krise vorgetrieben werden, dazu haben wir, so sagen die zehntausende Juden Berlins, keine Vollmacht erteilt. Und sie fragen weiter, ob wenigstens vor der Repräsentanz der Jüdischen Gemeinde Berlins die Absichten des Vorstandes erörtert, seine Pläne ausgebreitet, Richtlinien entwickelt und den wenigen Männern des Gemeindevorstandes, die sich für diese Fragen so lebhaft interessieren, verbindliche Weisungen oder vertrauensvoll Vollmachten auf den Weg gegeben worden sind. Es sind eine Fülle von Fragen, die der Mann von der Strasse stellt.., IV. Versuchen wir einmal, einige der prak-» tischen Dinge knapp vorzutragen, die den Vorwand für den Angriff der wenigen Männer des Vorstandes der Berliner Gemeinde gegen die Reichsvertretung in der jetzigen Gestaltung bilden. Sie wünschen, dass einige ganz "bestimmte Männer aus dem Vorstand der Berliner Gemeinde stärker an die Führung kommen, und sie begründen es damit, dass Berlin die grösste, die steuerlich stärkste Gemeinde sei, die mit ihrem grossen Verwaltungsapparat mühelos den umfangreichen Reichsvertretungsapparat im wesentlichen überflüssig machen könnte. Man kann zunächst fragen, ob es nicht empfehlenswert gewesen wäre, gar nicht erst einen solchen zu grossen Berliner Jüdischen Gemeindeapparat zu schaffen; man könnte die sicherlich nicht sehr erfreuliche Frage nach Gründen und Zweckmässigkeit vieler Doppelbestzungen innerhalb ihrer Verwaltung stellen. Das kann ein andermal geschehen. Heute möchten wir nur grundsätzlich verneinen, dass es richtig sei, wenn über die Verwendung von Mitteln diejenigen beschliessen sollen, die die Mittel aufgebracht haben. Würde dieser Grundsatz gelten, dann gäbe es gar keine große Dikussion über die jüdische Führung. Dann mache man die sieben reichsten Männer von LONDON1 11 Adcmton Roed Mrs. L. B. BEN DHE IM Vornehm. tfeutsch-englischeFamilienpension Berlin zu Gemeindevorstehern und ein Dutzend der reiehsten Juden Deutschlands zur Reichsvertretung, und alles wäre in Ordnung. Der Sinn der Einrichtung unabhängiger Organe liegt ja gerade darin, dass die persönlichen Interessen der Geldgeber in die allgemeine finanzielle Notwendigkeit eingeordnet werden. Man stelle sich einmal vor, dass der Berliner Schuldezernent etwa identisch mit dem Schuldezernenten der Reichs Vertretung wäre. Die Berliner Schulverwaltung erhält Geld von der Reichsvertretung, und, wie ihr Schuldezernent pflichtgemäss argumentiert, immer zu wenig Geld. Nun tritt an ihn in seiner Eigenschaft als Reichsvertretungsdezernent etwa die Breslauer Jüdische Gemeinde mit Anträgen für ihr Schulwerk heran. Wie soll der Dezernent pflichtgemäss entscheiden? Es würde leicht sein, "allen Ansprüchen zu genügen, wenn ein Ueberfluss an Mitteln da ist. Es wird schwerer sein, bei zu wenig Mittel gerecht zu entscheiden. Die Dezernenten der Berliner Jüdischen Gemeinde sollten froh sein, wenn man die Entscheidung über solche und ähnliche Fragen in die Hand übergemeindlieher Instanzen legt. V. In einem Punkte freilich ist der Steuerzahler sehr interessiert, und um so interessierter, je mehr Geld er selbst in den allgemeinen Topf hineinlegt: in der Frage der Finanz a u f s i c h t. Es kann gar nicht genug kontrolliert, revidiert werden. Man kann gar nicht scharf genug fordern, dass die für die öffentlichen Mittel Verantwortlichen dafür geradezustehen haben, dass die Kostenabschlüsse, Etatspositionen nicht nur buchtechnisch stimmen, sondern auch moralisch, dass also nicht nur Addition und Subtraktion richtig sind, sondern die Kontenreihen auch innerlich dem entsprechen, was man dem Steuerzahler über die Verwendung der Mittel sagt. Wir glauben, dass die Reichsvertretung bereits jetzt in Hinsicht der Kontrolle alles getan hat, was man von ihr erwarten kann, und dass die Aufsichtsmöglichkeiten des Rates unbeschränkt sind. Aber vielleicht wäre noch mehr in dieser Hinsicht zu tun. Wir denken an die Schaffung eines. Ausschusses aus unabhängigen Fachleuten und Gemeindevertretern, der in sich die Funktion sowohl einer Oberrechnungskammer wie einer Haushaltsberatungsstelle für die Etats der Reichs Vertretung und für alle anderen öffentlichen jüdischen Verwaltungsstellen, vor allem der Gemeinden, vereinigen könnte. Im Interesse der sachlichen Vorbereitung der Besprechungen am 15. möchten wir aber den Wunsch zum Ausdruck bringen, dass eine Verstärkung der Einflussnahme Berlins auf die Reichsvertretung sich nicht etwa darin auswirken möge, die Etatsgewohnheiten der Reichsvertretung denen der Berliner Jüdischen Gemeinde anzupassen. Die zuständigen jüdischen Instanzen haben mit Befriedigung alljährlich sehr rechtzeitig die Reichsvertretungs-Etats vorgelegt erhalten, in diesem Jahre bereits im Januar. Gleichzeitig lag die Rechnungslegung mit dem Bericht eines Wirtschaftsprüfers bis November 1936 im Januar 1937 vor. Wenn wir recht unterrichtet sind, ist der 12K-Miliionen- Etat der Berliner Jüdischen Gemeinde für 1937 heute, d. h. am 9. Juni 1937, der Repräsentanz noch nicht zugegangen, also bereits ein halbes Jahr wird ohne Zustimmung der Repräsentanz gewirtschaftet. Ueber welches Jahr der Gemeindevorstand zuletzt ordnungsgemäss von den zuständigen Instanzen verantwortlich entlastet worden ist, entzieht sich unserem Gedächtnis. In dieser Hinsicht möge die Reichsvertretung in jedem Falle bei i h r e n Gewohnheiten bleiben. VI. Die oberste Aufgabe des 15. Juni ist, möglichste Klarheit zu schaffen: Klarheit über die Hintergründe der sich automatisch wiederholenden Angriffe gegen die Reichsvertretung, Klarheit über die sachliche Berechtigung dieser Kritik und über diejenigen kritischen Einwände, die auch von befreundeter Seite ihr gegenüber geäussert werden. Vor allem aber Klarheit darüber, wer hinter der Reichs Vertretung steht und wessen Vertrauen sie geniesst. Wir meinen das ganz so, wie die Worte hier stehen. Die "Antwort ist für alle Juden, die fühlen, dass ein einheitliches Schick-' sal in Deutschland zu formen ist, von höchster Wichtigkeit. Sie ist zugleich ein Dokument für die moralisch-politische Reife der Juden in Deutschland. Es ist häufig, dass Unzufriedenheit geäussert wird, seltener hört man den Ausdruck von Dankbarkeit und Genugtuung. Beide darf man nicht nach den Intensität beurteilen, mit der sie geäussert werden — sonst hätte der lauteste Schreier am meisten Recht — sondern nach ihre sachliche Begründung. Dazu wird und muss DocK rumänisches Ärbeitsschutzgesetz? Der rumänische Handelsminister Valer Pop hat in einer Pressekonferenz bekanntgegeben, dass das neue Gesetz zum Schutze der nationalen Arbeit — als dessen Urheber der Minister gilt — binnen weniger Tage im Verordnungswege erlassen und in Kraft gesetzt werden würde. Das. Gesetz, das auf diese Weise ohne Mitwirkung des Parlaments Gültigkeit erlangen wird, sieht bekanntlich vor, dass in den Unternehmungen der Wirtschaft höchstens 25 Prozent der Arbeiter¬ und Angestelltenschaft sich aus Angehörigen der nationalen Minderheiten zusammensetzen dürfen. Hierin liegt eine schwere Gefährdung auch der jüdischen "Bevölkerung, die, da sie aus dem Staatsdienst praktisch ausgeschlossen ist, sich gerade in diesen Berufen zusammendrängen. Minister Pop erklärte jedoch vor der Presse, die nationalen Minderheiten mit Einschluss der Juden hätten von dem Gesetz nichts zu befürchten, da es dessen Aufgabe sei, die Interessen der nationalen Elemente unter der arbeitenden Bevölkerung Rumäniens zu fördern. Die nationalen Minderheiten würden in Industrie und Handel Rumäniens künftig keine Vormachtstellung mehr einnehmen, ihre Stellung im Wirtschaftsleben werde ihrem zahlenmässigen Anteil an der Gesamtbevölkerung angepasst sein. Es sei nicht richtig, erklärte der Minister, dass Juden vom Staatsdienst, 'vom Richterberuf und von der Armee fast ausgeschlossen seien; auch hier gelte der Grundsatz der proportioneilen Vertretung der Minderheiten. Im Anschluss an die Mitteilungen des Ministers haben sich die Vertretungen der ungarischen und deutschen Minderheit entschlossen, eine Beschwerde an den Völkerbund zu richten, um gegen die Massnahme der Regierung Protest zu erheben. Der Zentralrat der Juden Rumäniens wird sich diesem Schritt nicht anschliessen, sondern seinen Appell an den König und an den Ministerpräsidenten erneuern. # Der Berufungsausschuss der Rechtsanwältekammer von Jassy hat sechs jüdische Rechtsanwälte ausgeschlossen. Als Grund ist ein Formalfehler angegeben, den die Betroffenen bei Ausfüllung eines Formulars gelegentlich der Aufnahme in die Kammer begangen hätten. Die ausgeschlossenen Anwälte haben beim Justizminister und dem Obersten Gerichtshof Verwahrung eingelegt. Man befürchtet, dass die Massnahme, den. Auftakt zu weiteren Ausschlüssen jüdischer' Rechtsanwälte geben wird. * Die Konferenz des Verbandes rumänischer Juden in Amerika hat sich in einer Resolution gegen die Laxheit der rumänischen Regierung gegenüber den judenfeindlichen Strömungen gewandt. .; - T ... Italiens Judenpolitik Der italienische Aussenminister Graf C i a n o hat dem Oberrabbiner von Rom Professor Davide P r a t o eine Audienz gewährt. Oberrabbiner Prato wies darauf hin, dass unter den .luden Italiens tiefe Verstimmung Platz gegriffen habe im Hinblick auf die judenfeindlichen Angriffe, die die italiensche Presse in letzter Zeit veröffentlicht hat. Bekanntlich hatten die italienischen Zeitungen jüdische Stimmen. ' die sich für Palästina' eingesetzt hatten, einer englandfreundlichen Parteinahme bezichtigt. Aussenminister Ciano versicherte, dass die italienische Regierung ihre bisherige Haltung gegenüber den Juden nicht ändern wrerde. die Ratstagung Gelegenheit bieten. Die Kritiker sollen ganz rückhaltlos ihre Gedanken zum Ausdruck bringen. Nur so wird es möglich sein, einer Gerüchtemacherei ein Ende zu bereiten, deren Sinnlosigkeit für jeden Einsichtigen klar liegt, die aber anfängt, das jüdische öffentliche Leben zu demoralisieren. Es gibt nur eine Stelle in Deutschland, die zur Schaffung der Klarheit legitimiert ist: Präsidialausschuss und Rat der Reichsvertretung. Sie sollen über alles dies und auch darüber, ob die Persönlichkeiten an der Spitze der Reichsvertretung die richtigen sind, und ob und wie sie zu ergänzen wären, am 15. entscheiden. VII. Es geht aber um mehr als um ein Vertrauensvotum für die Reichsvertretung, für die Männer, die um Leo Baeck und hinter ihm stehen. Es geht um die Einheit unserer jüdischen Gemeinschaft für den schwereren wichtigen Abschnitt ihrer jüngsten Geschichte, der ihr noch bevorsteht. Unsere Gemeinden überaltern, Nachwuchspersönlichkeiten werden immer seltener, die Mittel schrumpfen, die Lasten wachsen. Die Reichsvertretung muss sich dieser Tatsache bewusst sein, nicht ängstlich nach Vertrauensvoten spähen, sondern kraft ihrer geschichtlichen Verantwortung führen. Leo Baeck sage in aller Klarheit, wie er sich die Gestaltung des jüdischen Lebens sachlich und personell geordnet denkt, und verlange Vertrauen und Vollmachten für die Zeit, die er für erforderlich hält, um die Grundlagen hierfür zu schaffen. Ebenso stehe die Opposition auf, sage deutlich und rückhaltlos, was sie wünscht und was sie besser machen könne. Steht die Mehrheit ■ hinter Leo Baeck, so hat die Minderheit sich zu fügen, und wenn die Männer, die sie führen, glauben, sich nicht fügenzu -können^ Unterhaus-Debatte über den Kommissionsbericht vorgesehen •■-In der "Unterhaussitzung vom 2. Juni wurden wiederum Zeitpunkt und Handhabung der Parlamentsverhandlungen über den bevorstehenden Bericht der Königlichen Untersuchungskommission für Palästina erörtert. Es ergab sich daraus, dass der Bericht voraussichtlich in der dritten Juni-Woche unterzeichnet und noch vor Ende der Session an einem besonders dafür zu bestimmenden Tag im Unterhaus zur Debatte gestellt werden wird. In der gleichen Ünterhaussitzung wurde eine Anfrage des Abgeordneten Wedgwood, ob Emir Abdulla anlässlich seiner Anwesenheit in London mit dem Kolonienministerium oder der Regierung Verhandlungen über die Zulassung jüdischer Einwanderer nach Transjordanien geführt habe, von dem Kolonienministerium verneint. Organisatorische Beschlüsse im englischen Judentum Der Board of Deputies hat das Abkommen mit der Anglo-Jewish Association über die Zusammensetzung des Joint Foreign Committee bestätigt. Die Empfehlungen der vor einiger Zeit eingesetzten Untersuchungskommission wurden abgelehnt. Die bisherige Regelung, wonach die Präsidenten beider Organisationen Mitvorsitzende des Committee sind, bleibt bestehen. Zum Präsidenten des Board of Deputies wurde Neville Laski wiedergewählt, zu Vizepräsidenten Lionel L. Cohen und Sir Robert Waley Cohen. # Zwei englische Staatsmänner. Ein Leser unseres Blattes ergänzt unsere in der vorigen Nummer veröffentlichten Ausführungen durch die folgenden wissenswerten Angaben über die jüdische Wirksamkeit Sir Philipp "'S a s s o o n s : Die Familie Sassoon hat im Jahre 1922 auf den Namen eines Vorfahren Jecheskiel den Betrag von rund 31000 englischen Pfund für eine eigene Kolonie in Palästina gespendet. Auf dieser Siedlung .,K w a r J e c h e s s k e l" im Emek unweit En Charod leben heute etwa 400 Menschen. Portugals Haltung gegenüber den jüdischen Auswanderern Die portugiesische Regierung tritt in einer amtlichen Erklärung Gerüchten über eine Massenausweisung jüdischer Auswanderer aus Portugal entgegen. Zu solchen Ausweisungen sei1 es nicht gekommen, vielmehr seien lediglich solche Personen ausgewiesen worden, die in allen Ländern -als unerwünscht angesehen worden wären. Ausländische Juden in Portugal unterlägen den allgemeinen Bestimmungen über Einreise und Aufenthalt von Ausländern. Es sei daher für Portugal unnötis, den von dem Völkerbundskommissar für die jüdische Auswanderung beschlossenen Abkommen beizutreten, da die jüdischen Auswanderer hierdurch fast die gleichen Privilegien erhalten würden wie die einheimische Bevölkerung. Professor Dr. Friedrich Wohlwill, früher pathologischer Anatom im Krankenhaus St. Georg, Hamburg, jetzt Professor an dem Universitäts- Krankenhaus Santa Marta in Lissabon, ist zum korrespondierenden Mitglied der „Academia das sciencias, Lissabon" ernannt worden. dann mögen sie ihre persönlichen Konsequenzen ziehen, nicht aber ihre Konsequenzen der jüdischen Gesamtheit aufladen. In der Form, wie Menschen oder Gemeinschaften in geschichtlichen Augenblicken sich verhalten, drückt sich ihr eigentlicher Charakter aus. Der 15. Juni kann für unser Jüdisches Schicksal hier von geschichtlicher Bedeutung werden, wenn die Versammlung jüdischen Charakter zeigt. Die Ratstagung möge alle die Dinge, die seit Monaten im Zwielicht jüdischen Couloirgeredes bewispert werden, in die helle Oeffentlichkeit rücken. Man wird ihr danken, innerhalb und ausserhalb Berlins. Der Kraft, mit der der Rat die Sache der jüdischen Allgemeinheit vertritt, wird das Vertrauen entsprechen, auf das gestützt die Reichsvertretung ihre Arbeit in Zukunft durchführen kann. Vertrauenskundgebung des Sächsischen Landesverbandes Auf einer Tagung des Sächsischen Landesverbandes am 6. Juni in Dresden wurde folgende Entschliessung einstimmig angenomen: „Der Sächsische Israelitische Gemeindeverband bedauert die Angriffe, die gegen die Reichsvertretung der Juden in Deutschland und ihre Tätigkeit gerichtet worden sind. Er versichert die Reichsvertretung seines Vertrauens und seiner weiteren tat- - kräftigen Mitarbeit." Hauptschriflleiter Dr. Alfred H'i r s c h b e r g; Stellvertreter und verantwortlich für die Aufnahme von Bildern: Dr. Margarete Edelheim Verantwortlich für Sp.ort: Dr. Ernst G. Löwe n.tfa a 1. sämtlich in Berlin. Für Rücksendung unverlangter Einsendungen ist Freiumschlag beizufügen. Leiter der Anzeigen-Abteilung und verantwortlich für. den Inhalt der Anzeigen: Friedrich Nathan, Berlin. DA I. Vi. 40 000. PI. 5. Verlag: Jüdischer Centrai-Verein e. V^. Berlin W 15, Emser Strasse 42. Druck der Buch- und Tiefdruck GeseU- - schaft mbH., Berlin SW 19......

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