Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 16 (1937)
- Issue
- 22 (3.6.1937)
- Date
- 1937-06-03
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite TO €>V.-Zefton$ Nr.22 * 3.Junn9»[ Die Breslauer Sängerin Ruth H e n n i g veranstaltete mit der Pianistin Lotte S c h o e p s (Rogosinski) einen Abend „Neue Musik aus Palästina". So dankenswert der Versuch an sich gewesen wäre, das Publikum mit den Arbeiten palästinensischer Musiker bekannt zu machen — hier musste er an der einfachen Tatsache scheitern, dass von vierzehn Werken nur zwei, ein von Dichtung und Landschaft stark inspiriertes Lied Michael David Lewys (nach Bialik) und eine Horrah für Klavier von Rosowski die' Bezeichnung ..Neue Musik aus Palästina" verdienten. Ferner hörte man eine Reihe von nicht gerade bedeutenden Gesängen und Klavierstücken, die in Deutschland entstanden sind, deren Komponisten. E. W. Sternberg und Paul Frankenburger, jedoch jetzt in Erez Israel leben, sowie einige sehr feine Bearbeitungen palästinensischer " Volksmelodien durch Rosowski, dessen Klaviergroteske „Badchan" ein paar originelle Wendungen aufweist. Die Wiedergabe aller Werke erforderte viel Liebe zur Sache und eine besondere Intelligenz. An beiden fehlte es nicht einen Augenblick, und so war denn der Applaus sehr herzlich. EIL In 'den Anschlussstädten 'des Kulturbundes für Ostwestfalen und angrenzende Qebiete (Sitz Herford) konnten Doris W i 1 a m o w s k a und Wolfgahg Rose aussergewöhnliche Erfolge feiern. Die vielfach noch unbekannte Sängerin verfügt über einen hochdramatischen Sopran von Fülle und Biegsamkeit, der gute Schulung verrät Wolfgang Rose zu hören, ist immer wieder ein* ungetrübter Genuss. Beide Künstler wurden ehrlich und stürmisch gefeiert. Der Kulturbund in Danzig kann auf eine ergiebige Jahrestätigkeit zurückblicken. Aus der Zahl der wertvollen Veranstaltungen seien einige hervorgehoben: Isa Kremers reife Vortragskunst zeigte sich in Chansons aller Herren Ländern. In Anneliese Landaus „Musikalischen Reisebildern", mit Wolfgang *R o s e (Klavier) und Walter Olitzki (Gesang), gefiel besonders der gegenwartsnahe Krenek-Zyklus. Die jüdische Tourneebühne gastierte zweimal mit steigendem Erfolg mit Shakespeares „Was ihr wollt", Hirschs „Grünen Feldern" mit der begabten Stefiie Rosenbaum in der Hauptrolle. Das einheimische jüdische" Theater hinterliess mit dem „Dybuk" nachhaltige Eindrücke. Joseph Schmidt feierte Triumphe seiner Sangeskunsl; einen nicht geringen Erfolgsanteil konnte der ausgezeichnete einheimische Pianist und Kapellmeister Günter B e r e n t für sich buchen. Freunde der Kammermusik kamen bei dem Trio-Abend voll auf ihre Kosten, der die hiesigen Künstler Henry Prins (Violine), Lotte Prins (Bassgeige) und Günter Bereut (Klavier) zu vorbildlichem Musizieren vereinigte. In einem Duo-Abend stellten Alfred Schenker (Violine) und Günter Bereut (Klavier) ihr hohes Können ' unter Beweis. Das einheimische kleine Streichorchester unter der Leitung von Henry Prins zeigte in Synagogenkonzerten ein beachtliches Niveau. Die Tänzerin Katia Bakalinekaja erwies sich' besonders in palästinensischen Tänzen als eine Künstlerin von starkem Eigenformat L. künstlern Frankfurts" Kompositionen für Violinß und Klavier vor; ein virtuoses Stück von Rachmaninow gab der Geigerin zuletzt Gelegenheit, ihre sichere und rasche Beherrschung technischer Schwierigkeiten zu erweisen. Der beifällig aufgenommene Abend wurde durch eine prächtige Sonate für Violine, Bratsche und Klavier von J. M. L e c 1 a i r, einem Barockmeister, eröffnet, bei der Aenni Rosenthal (Bratsche) ihre Kollegin vom Kulturbundorchester und die Pianistin mit kammermusikalischem Empfinden unterstützte. —tt. Ein Konzert einheimischer Künstler im Kulturbund Hannover bot durchweg abgerundete Leistungen. Der helle Koloratursopran von Else B e r k o w i t z brillierte in Liedern und Arien von Mahler und Verdi. Der Baritonist Werner K a u f f m a n n konnte in einer Arie von Haydn und Liedern von Wolf und Strauss sein vorgeschrittenes Können unter Beweis stellen, und der Geiger Isi A s c h h e i m zeigte aus Werken von Mendelssohn und Wieniawski echtes Musikantentum. Gerhard Berkowitz bewährte sich wieder als hervorragender Begleiter. Alfons Fink gab einen Vortragsabend, der wirklich von Humor erfüllt war. Ob er lustige Geschichten zum Besten gab oder mit selbstverfassten Anekdoten und Spässen aufwartete, immer hatte Fink die Lacher auf seiner Seite. Dass neben dem Humor auch die Besinnlichkeit zu ihrem Rechte kam, machte den Abend nur wertvoller. Zu einem glanzvollen Abschluss der Spielzeit des Jüdischen Kulturbundes Hannover gestaltete sich ein Konzert des Streichquartetts des Jüdischen Kulturbundes Rhein-Main. Geführt von Ernst Drucker spielten Theo R a t n e r , Richard K a r p und Dr. Heinz Edelstein Werke von Mendelssohn, Toch und Dvorak in musikalisch-geistiger und technischer Vollendung. Das Konzeri hinterliess nachhaltigen Eindruck. 0. Bstn. Die letzte Kulturveranstaltung der Gemeinde Zwickau war ein Liederabend, zu dem der Baritonist Santo Sonini (-Sonnabend). Leipzig, gewonnen worden war. Die Begleitung hatte Dr. S. R a b i n o w i t z , Leipzig, dem es gelang, wenig bekannte jiddische Lieder aufzuspüren, in Sätze zu bringen und gut einzuführen. Die Veranstaltung wurde besonders beifällig aufgenommen. Dr. Anneliese Landau vermochte in Mainz wiederum mit ihrer feinsinnigen, stilvollen Vortragsweise eine ansehnliche Zahl Musikfreunde zu begeistern. Sie gab einen Aufriss der Entwicklung der „Moderne" von Schönberg bis Toch. Walter Rose ergänzte die vorzüglichen Ausführungen der Vortragenden am Flügel mit bestechender Virtuosität. m—1. Im Kulturbund Halle sprach Dr. Erich L'ichtenstein, Berlin, über „Jüdische Dichter in dieser Zeit", durch erläuternde Rezitationen sehr wirksam unterstützt von Werner Bukofzer, Berlin. Dela Lipinskaja riss mit teilweise neuem Programm die zahlreich erschienenen Zuhörer zu Beifallstürmen hin. Am Flügel: Walter Lajtai-Lazarus. Anträge auf Nachsendang Beschwerden über das Ausbleiben der C.-V.- Zeitung, Umleiten?ansehe sind stets dem zuständigen Postamt (Zeitungsstelle) zu unterbreiten. Die Bezugsgebähren sind an den Briefträger zu zahlen seinem 142. Psalm aus Streichern und Harmonium eine satte Klangmischung, die man gleich in dem einleitenden Ostinato auskostet. Auch diese Musik ist in ein abendlich-verlorenes Licht getaucht; eine impulsive Steigerung leitet dann zu einem ekstatischen Schluss. Sander hat die Stücke mit spürbarer Hingabe einstudiert; Hilda Lind, Herbert C z e m p i n und Alfred Lehmann vereinigen ihre durchweg schönen und kultivierten Stimmen zu einem Terzett von vorbildlichem Ensemblegeist: Ansatz und Intonation erfreuen durch Weichheit und makellose Reinheit. — Der erste Teil enthält ein paar Meisterwerke alter Madrigalkunst von denen das entzückende Echolied Orlando di Lassos, wie zu erwarten, wiederholt werden muss. Das Expressive in diesen Stücken wird gut getroffen, freilich nicht ohne eine gewisse Üeberladenheit im Dynamischen; auch sollte das allzu strenge Legatosingen, besonders in den Läufen, zugunsten der Durchsichtigkeit und Klarheit des Klanggefüges etwas aufgelockert werden.— In den abschliessenden jüdischen' Gesängen kann der Chor sein ganzes Temperament ausleben, und so geht's denn von Erfolg zu Erfolg. Unter den Solisten ist hier der schmiegsame Sopran von Rose Steiner zu nennen, ferner das ansprechende Vortragstalent von Thea Bieber-Brandt: die Herren Kurt Kahn, Max Kuttner und Max Lexandrowitsch runden den überaus günstigen Eindruck, den man auch vom solistischen Können der einzelnen Chormitglieder empfangen darf. Max M a r g o 1 i n s k i untermalt diskret am Flügel. — Nach der hinreissenden Horra „Ssimchu" von Fried mann-Petruschka ruht der Beifall nicht, bis Sander mit einer anderen Horra Petruschkas, mit dem „En se feie*', dem Abend den wirbelnden Abschluss gibt. ' H. Fr. Ottlilie Metzger-Lattermann, ehemals gefeierte Altistin der Hamburger Oper, liess sich an einem Abend der . Kü n s 11 e r h i lf e hören. Die Höhe strahlt in ungebrochener Kraft, und die sonore Tiefe trägt fast tenoralen Charakter. Breit und gewichtig ist die Melodieführung, die Art des Gestaltens. Bei Erhard Wechselmann tritt stets die Bewusstheit, die Durchdachtheit zutage, mit der jedes Stück angelegt wird. So gerät seinem herb-männlichen Organ Jakob Schönbergs kraftvolles „Hawu rwenim" zum hämmernden Lobgesang auf die Arbeit. Den zweiten Teil des Programms füllten Negro spirituals, Kowalskis „Pierrot"- Lieder und Duette. Dr. Werner Liebenthal vervollkommnet sich als Begleiter in immer wachsendem Masse. H. Fr. Ein Abend bei Weil vermittelte die Bekanntschaft mit Hindemiths Bratschensonate op. II, 5. Das Frühwerk steht noch stark im Banne Regers, lässt aber bei aller spätromantischen Akkordik in der Art seines musikantischen Elans — besonders deutlich in der Fuge — die spätere Handschrift 'des Komponisten ahnen. Frieda Peters (Mosheim) besitzt für diese und — entsprechend — für alte Musik den rechten Instinkt; den blassen „Hebräischen Melodien" von Josef Joachim vermochte aber auch sie keinen Reiz abzugewinnen. Sigbert Steinfeld entwickelte sein dankbares Material recht günstig weiter. Durch Vermindern April-Programm von Eler.trola dirigiert Bruno Walter mit dem Wiener Philharmonischen Orchester die Leonoren-Ouvertüre Nr. 3. * His Masters Voice bringt Mozarts „Kleine Nachtmusik" und Schuberts „Unvollendete", gespielt von den Wiener Philharmonikern unter Bruno Walter (DB 3075-76, DB 2037-39). * Columbia bringt auf drei Platten eine Wiedergabe des c-moll-Quartetts Nr. 4 heraus, gespielt vom Lener-Quartett. x Mozarts Es-dur-Konzert sowie J. S. Bachs C-dur- Konzert, beide für zwei Klaviere, werden von A r t u r und Karl Ulrich S c Ii n a b p. 1 auf His Masters Voice-PIatten gespielt (DB 3033—35, DB 3041—43). Zwei Tanzabende Ilse Vordemberge, Künstlerhilfe Berlin Zum zweiten Male trat Ilse Vordemberge mit einer Anzahl Tänzerinnen, die sich mit ihr zu einer Tanzgruppe verbunden haben, vor die Oeffenilichkeit. Von der früheren Gruppe ist Lotte Auerbach geblieben: unter den übrigen ist Erika C z o 11 e k der wichtigste Gewinn. Im ganzen spürt man sorgsame Arbeit, die künstlerischen Zielen zustrebt. Man sieht eine Vereinigung von geschulten Tänzerinnen, denen es Freude macht, in gemeinsam studierten Tänzen ihre Fähigkeiten aneinander zu steigern und zusammenklingen zu lassen. Gleich im Anfang zeigen sie an einem hübschen, als „Thema und Variationen" bezeichneten Tanz (Musik von Komme), mit welcher Sauberkeit des gemeinsamen Vortrags sie imstande sind, einen anspruchslosen, aber auf lebhaften Gegensätzen abwechslungsreich aufgebauten Tanz zur Geltung zu bringen. Wie hier in dem dekorativen, langsamen Mittelteil, erreicht diese Zusammenarbeit auch in den feinlinigen Ornamenten, in denen sich das edle Schreiten des ..Largo" (Leclair) schlingt und löst, ihre schönsten Erfolge. Den stärksten Eindruck von einer durchgeformten Gruppengeste erhält man in dem Anfangteil des „Tango" (Antheil) mit den Motiven des langschrittigen Gleitens und der weiten Rückbeuge. Andere Tänze, die an Volksmässiges anknüpfen und darum zu urwüchsigem Schwung einladen, wie der russische Tanz oder der „Furiant" (Weinberger) halten sich merkrung des tremolo um einige kleine Schwingungen könnte er dem Ton noch etwas mehr Stabilität und Rundung veVleihen, jedoch steht der Sänger, namentlich im Belcanto, heute schon auf beachtlicher Höhe. Leo Taubmann versah die Begleitungen, wie gewöhnlich, mit Geschmack und Anpassung. H. Fr. Ein mit Sorgfalt zusammengestelltes Konzert im Hause Wachsmann — veranstaltet von der Künstlerhilfe der Berliner Gemeinde — ergab einen anregenden Abend, an dem Altes und Neues in geschmackvoller Interpretation zu hören war. Der Telemann-Kantate für Alt, Flöte und Klavier mit ihrer harmlosen heiteren Frömmigkeit begegnete man ebenso gern wie dem von der Pianistin Gertrud Schlesinger mit gesangvollem Ton gespielten Rondo von Mendelssohn, oder altitalienischen Arien. Die Altistin Else Wachs mann, die ihr grosses, sprödes Material durch kluge Ausdrucksweise zu veredeln weiss, setzte sich für einige neue Lieder (und Bearbeitungen neuhebräischer Stücke) von Walter Hirschberg ein, deren stimmungsstarke Ausmalung die schönen Texte gut unterstützt. Die tüchtige Flötistin war Irma" C. K r o n e r. Kai. Wolf Simonis vier "Canticas Sefardies. die in einer Veranstaltung bei Weil erstmalig erklangen, sind meist in zarte Farben getaucht und bieten fesselnde Harmonik. Die abschliessende Kowalski- Liedgruppe zeigte scharfumrissene Gebilde, überaus charakteristisch in der Zeichnung. Sigbert S t e i n f e 1 d sollte gerade solche Dinge unabhängiger vom Notenblatt zu gestslten suchen, um seinem schönen Bariton noch mehr als nur gepflegtes Singen abzugewinnen. Dr. Willi A r o n begleitete mit Einfühlung in die Art der Werke. Im Mittelpunkt des Abends stand Scholem Alechems köstlich-urwüchsiger „Haupttreffer", dem Herbert Grün bäum mit der Echtheit des sprachlichen Kolorits das Wesentliche gab. H. Fr. Dr. Arthur E1 o e s s e r sprach vor den Mitgliedern des Berliner Kulturbundes über „Heinrich Heine und die Frau". Der Redner beschränkte sich im wesentlichen darauf, aus dem biographischen Rahmen einige der markantesten Frauengestalten herauszulösen, die für das Leben und Schaffen des modernen Frauenlob eine erhöhte Bedeutung angenommen haben. H. L. Den Mitgliedern des Jüdischen Kulturbundes Rhein - Ruhr stellten sich Nicolai Graudan (Violoncello) und Hansi Graudan (Freudberg) in einem gemeinsam bestrittenen Konzert vor. Manhörte u. a. die Sonate D-dur op. 58 von Mendelssohn und Tessarinis Sonate F-dur — Leistungen von bezwingender seelisch - geistiger Uebereinstimmung. Solistisch bestrickte die anmutige Pianistin mehr durch kristallklare Technik und Lebendigkeit als durch grosszügige Gestaltung oder satten Anschlag, während der Cellist, was musikalischen Impuls und edlen Ton anbelangt, zu den erstrangigen Meistern seines Fachs gezählt werden darf. Die reiche Vortragsfolge musste mit einigen Zugaben beschlossen werden. Die Veranstaltung fand in allen, dem Rhein-Ruhr-Spielkreis zugehörigen Städten statt —yo— Kulturbund und Musikverein zu Breslau hatten ein Auftreten von Alexander Kipnis arrangiert. Es gestaltete sich, wie man erwartet hatte, zu einem künstlerischen Ereignis, dem an Bedeutung kein Solistenkonzert der nun fast beendeten Saison gleichzusetzen ist. Leider musste man ein sehr unklar gegliedertes Programm in Kauf nehmen; aber was auch Kipnis singt, erscheint immer als ein Vollendetes, als die höchstmögliche Steigerung des stimmlichen und seelischen Ausdrucks. Leo Taubmanns Begleitung bekam erst nach und nach die rechte Farbe. würdigerweise an die Charaktertanzlechnik und behalten darum den Beigeschmack des Schulmässigen. während die ..Mazurka", mit ihrer freieren Formgebung, sich ungezwungen durchsetzt. Umgekehrt erregte der etwas geheimnisvolle ,.Opfergang", der um neuen Gruppenausdruck ringt, hauptsächlich durch das persönliche Bewegungsspiel der einzelnen Darstellerinnen Interesse. Den stärksten, die Zuschauer zu immer neuem Beifall hinreissenden Eindruck rief der „Ritmo Dinamico" (Windisch) hervor: es sei nicht vergessen, dass dieser Tanz der maschinellrastlosen, stossenden, schlagenden, kreisenden Armrhythmen, der kurzen, tretenden Fussrhythmen seine suggestive Kraft in erster Linie der Vortänzerin Erika C z o 11 e k zu danken hatte. Verdienstvolle musikalische Hilfe leisteten Werner Baer (am Flügel) und Hildegard Lewin (am Schlagzeug). A. M. Milee-Schule, Hamburg Ein Tanzabend der Milee-Schule in Hamburg brachte der Leiterin Erika Michelson (Mileej und ihren mitwirkenden Schülerinnen, einen schönen Erfolg. Als Hauptdarbietung des Abends gab es eine von der Kindertanzgruppe aufgeführte pantomimische Kurzrevue „Ein Tag bei den Micky-Mäusen", entworfen und liebevoll einstudiert von Erika Michelson: 10 reizende Szenen, erfüllt von ausgelassener Fröhlichkeit und sprühender Lebendigkeit, reich an lustig3n, übermütigen Einfällen. Mit ihnen durfte sich auch Robert H e i 1 b u t h verneigen, der nicht nur für die Musik verantwortlich zeichnete, sondern auch die Bearbeitung für das mechanische Klavier, das die Begleitung lieferte, selbst ausgeführt hatte. Die Sicherheit, mit der er in seinen Musikstücken für jede Szene die charakteristische Note traf, stellte seinem künstlerischen Urteil und musikalischen Können das beste Zeugnis aus. Vor der Revue sah man — von Oswald Behrens am Flügel begleitet -- Gruppentänze der Kinder und der Ausbildungsklasse; mit zwei Solotänzen konnte überdies Erika Michelson einen Sonderfolg erzielen. Bei aller Anerkennung der technischen Leistungen in diesem Programmteil, ist doch festzustellen, dass der Gefahr der Monotonie nicht immer glücklich ausgewichen war, und dass der eine oder andere Tanz, in einen anderen Programmrahmen einge- Die Synagogengemeinde Kolberg veranstaltete in der ELaussynagoge des Jüdischen Kurhospitals eine religiöse Weihestunde. Dr. S c h o e n - f e 1 d t, Tilsit, sprach über „Die Messiasidee im Judentum". Alice Hanne s-C£ssirer brachte religiöse, hebräische und jiddische Lieder, begleitet von Herrn V c g e 1, sehr ausdrucksvoll zu Gehör. In gediegener musikalischer Ausführung und sorgsamem Zusammenspiel trugen Fränze Schmuckler (Violine) und Äenne Neuberg e r (Klavier) bei den „Jüdischen Tonfügt, vielleicht stärkere Wirkung hätte zeitigen können. J. A. Literatur über Musik Georg Kinsky. Die Originalausgaben der Werke Johann SebastianBachs. Ein Beitrag zur Musikbibliographie. Herbert Reichner Verlag, Wien—Leipzig—Zürich. Der namhafte jüdische Musikforscher bietet in dieser sehr gründlichen Arbeit einen Ueberblick über die wenigen zu des Meisters Lebzeiten erfolgten Veröffentlichungen seiner Werke, mit genauer Beschreibung der einzelnen Ausgaben, ferner mit eingehenden Studien zu ihrer Entstehungs- und weiteren Geschichte, die im einzelnen die bisherigen Forschungen ergänzen. Von besonderem Interesse ist das Kapitel über die „Kunst der Fuge", deren Gipfelstellung in der abendländischen Kunstgeschichte durch ihre heutige Erschliessung für die lebendige Musikpraxis auch weiteren Kreisen offenbar geworden ist. Kinsky bestreitet zwar die unmittelbare Mitwirkung Bachs oder seiner Söhne am Stich des Werkes, nimmt aber an, dass dieser nichtsdestoweniger dem Willen des Meisters entsprach, woraus die Ablehnung der Graeserschen und anderer umgruppierender Neuausgaben folgt. Das geringe Bemühen um Erhaltung und Verbreitung seiner Schöpfungen, wie es sich in der kleinen Anzahl der Originalausgaben dokumentiert, bildet einen der wesentlichsten Züge im Charakterbild des Meisters; das „Soli Deo Gloria" in seinen Handschriften gibt das Leitmotiv seines Schaffens an. H. Freyhan. * Im Ibneh-Verlag erschienen von Julius C h a j e s, -jetzt als Lehrer am Konservatorium in T e 1 - A v i v , neue palästinensische Lieder sowie Stücke für Violine oder Cello mit Klavierbegleitung. Kulturbundspielplan der Woche Theater in der Kommandantenstr. 57, 20 U#r 15 Min.: „Jean" 7. Juni (Abt. 6 und 16). 8. Juni (Abt. 7 und 17). 9. Juni (Abt. 9 und 19), 10. Juni (Abt. 22 und 32) und 13. Juni (Abt. 8 und 18). Brüderverein, Kurftfrstenstr. 115/16, 20 Ubr 15 Min.: 8. und 9. Juni Vortrag Dr. Joachim Prinz. Voranzeigen Berlin: 5. Juni, 20 Uhr 15 Min.: Künstlerhilfe. Uraufführungen lebender jüdischer Komponisten. Ausführende: Susanne Löwenstein und Wilhelm Gut;mann. Am Flügel: Leo Taubmann. Wohnung Weil, Fasanenstrasse 5. Frankfurt a. M.: 7. Juni: Jüdisches Lehrhaus. Beginn des Kurses von Hermann Weil „Die Elektrizität als Helferin der Hausfrau". 10. Juni: Jüdisches Lehrhau;. Besinn des Kurses von Heinrich. Lemle „Die Galuth im Weltbild des Judentums". yilMWMü^BMIIIIHlPIIIM^^^ Bei Preisausschreiben zu beachten Die Frage nach dem Wert von Preisausschreiben beschäftigt den Laien wohl oft genau so stark wie den Fachmann. Wettbewerbe, die von Jüdischen Institutionen in letzter Zeit ausgeschrieben wurden, haben die Diskussion hierüber wieder lebendig werden lassen. Die Gesichtspunkte, die für die Beurteilung in Frage kommen, sind u. a. in einer Zuschrift von Ernst Growald, einem allerseits anerkannten Fachmann des Werbewesens, in besonders prägnanter und sachlicher Weise zusammengefasst. Ernst Growald schreibt: Vor kurzem erschien ein „A u f r u f" an jüdische Künstler und Graphiker zur Einreichung von Entwürfen für ein Plakat in Grösse von etwa 60X90 Zentimetern. Als Fachmann fühle ich mich verpflichtet, hierzu einige Bemerkungen zu machen. Als Preise waren ausgesetzt: 100 RM, 50 RM, 25 RM und 5 Trostpreise in Form von Büchern — also in bar 175 RM, für die sechs Entwürfe erworben wurden. In welcher Notlage sich die jüdischen Künstler und Graphiker befinden, ist daraus zu ersehen, dass trotz dieser Bedingungen 34 Entwürfe eingegangen sind. Die Herstellung eines Plakatentwurfs In Grösse von 60X90 Zentimeter beansprucht — ausser künstlerischem und technischem Können — Zeit und Material. Die Aufwendungen an Arbeit und Material für jeden Entwurf sind mit 30 RM sehr gering bemessen — die eingereichten 34 Entwürfe repräsentieren also mindestens einen Wert von 1000 RM, während nur 175 RM ausgezahlt wurden. Wettbewerbe sollten mit Preisen veranstaltet werden, die zum mindesten den üblichen entsprechen. Wenn nicht mehr als 175 RM zur Verfügung stehen, sollte man von drei Künstlern je eine Skizze machen lassen, dafür je 25 RM zahlen und das zur Ausführung bestimmte Plakat mit weiteren 100 RM honorieren. Ernst Growald. Das Jüdische Seminar für Kindergärtnerinnen und Hortnerinnen befindet sich jetzt in Berlin- Grunewald, Wangenheimstrasse 36 (Tel.: 9712 29). Sprechstunden der Leiterin: Montag und Mittwoch, 15—17 Uhr, nach telephonischer Verabredung auch zu anderer Zeit.