Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 16 (1937)
- Issue
- 22 (3.6.1937)
- Date
- 1937-06-03
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 22 * 1. Beiblatt CYZeitung 3. Juni 1937 — Seite 3 pprendam f braSileirof Von Professor Dr. H. Reichmann, Sao Paulo Die Schriftleitung korrigiert die Uebungsaufgaben und beantwortet zusätzliche Fragen im Rahmen des Möglichen. — Die Einsendungen mit der Anschrift: An die C.-V.-Zeitung, Abtlg. Sprachkurs, Berlin Wij, Emser Strasse 42, müssen bis spätestens Dienstag früh nach dem Erscheinen der betreffenden Aufgabe, eingegangen und deutlich, einseitig mit breitem Rand, geschrieben sein; ein adressierter Freiumschlag ist beizufügen. 4. Einige wenige Worte erscheinen begreiflicherweise nur in der Pluralform, da sie nur Sammelbegriffe (Kollektivbegriffe) darstellen, z. B. os alimenticios die Lebensmittel, os arredores die Umgegend. Anmerkung 1: Die in den meisten Grammatiken angeführten Pluralformen von Worten -wie as caicas — die Hose, as tesouras die Schere u. a. gelten in Brasilien als wirkliche Pluralformen, also die Hosen, die Scheren. Für das einzelne Objekt wird die Singuiarform a calqa, a tesoura gebraucht. Anmerkung 2: Eine andere Reihe von Substantiven hat verschiedene Bedeutung je nach Singular¬ oder Plural form: Sg.: _ _ PL: a arma die Waffe as armas die Waffen und das Wappen cl bexiga die Blase as bexigas die Blasen und die Blattern 0 genero das gramm. os generös die Geschlechter und Geschlecht die Waren o oculo Fernrohr os oculos Fernrohre und Brille (Sg. und PI. ist das u stumm) Anmerkung 3: Hierhin gehören auch Verwandtschafts- und Personenbezeichnungen, z. B.: Sg.: PL: . o pae Vater os paes Väter und Eltern 0 tio Onkel os dos die Onkel sowie Onkel und Tante 0 rel König 0 reis, Könige, Königspaar, u. a. Merkregel: Das Adjektiv stimmt immer mit dem zugehörigen Substantiv überein, z. B. 0 livro e novo; os livros sao novos; a casa e nova; as casas sao novas. 5. Worte auf -ao: a) Die meisten haben im Plural -oes, z. B. a. nagao die Nation — as nacöes; 0 limao — die Zitrone — os limocs. b) Einige haben im -"Plural, -a.es, 2. B. 0 pao das Brot — os paes; o allemao der Deutsche — os allema.es; o capitao — der Kapitän — os capitaes; o^ cao der Hund — os cacs. c) Eine andere kleine Gruppe setzt nur -s an, behält also -aounverändert bei, z. B.: Sg.:^ . PL: a mao die Hand as maos 0 grao das (einzelne) os graos Korn 0 irmao der Bruder os irmaos Brüder und Geschwister vao eitel vaos anciao alt, ehemalig anciaos * Presente (Gegenwart) Perfeito (Vergangenheit) Sg. 1. (eu) tenbo ich habe (eu) tive ich hatte (habe gehabt) 2. (voce) tem du hast (voce) teve du hattest 3-m. (eile) tem .er hat (eile) teve er hatte f. (ella) tem sie hat (ella) teve sie hatte PL 1. (nos) temos wir (nos) tivemos wir hatten haben 2. (voces)tem(tcem) (voces) tiveram ihr hattet ihr habt 3-m. (ellcs) tem (teem) (elles) tiveram sie hatten sie haben f. (ellas) tem (teem) (ellas) tiveram sie hatten sie haben Die ursprünglich vorhanden gewesenen zweiten Personen des Sg. und PI. sind in der Umgangssprache Brasiliens ausser Gebrauch. (Sie kommen nur noch vor in der Kirchensprache, in der Poesie und in gehobener Rede.) Die zweiten Personen werden ersetzt durch die dritten Personen mit voce für Sg. und voecs für PL (entstanden aus vossa merce — Euer Gnaden bzw. vossas merces), doch dürfen diese beiden nur im Verkehr mit Nicht-Erwachsenen oder Untergebenen gebraucht werden; unter Erwachsenen gelten sie als vertrauliche oder intime Anrede. Sie sind auf keinen Fall fremden Personen gegenüber zu gebrauchen, da sie sonst leicht beleidigend wirken können. Für Fremde ist stets zulässig und gebräuchlich „0 Senhor'\ „o amigo" (je nach dem Grad der Bekanntschaft, obwohl in Brasilien auch der häufige Gebrauch von „amigo" nichts bedeutet), bzw. „a Senhora" mit der dritten Person; ebenso „os Senhores", „os amigos' oder „as Senhoras" mit dem Plural. Palav; cidade f. Stadt capital f. Hauptstadt ourives m. Goldschmied, Goldarbeiter rua f. Strasse medico m. Arzt bospital m. Krankenhaus carne f. Fleisch carnicciro, acougueiro m. Schlachter acougue m. Schlachterladen garcao m. Kellner corpo m. Körper cabeca f. Kopf braqo m. Arm (Körperteil) mao f. Hand perna f. Bein cavallo m. Pferd animal m. Tier nacao f. Nation sapato m. Halbschuh botao m. Knopf cerveja f. Bier vagens j. pl. grüne Bohnen limao m. Zitrone mellao m. Melone maga f. Apfel pbrase, fräse f. Satz (aus Worten) canal m. Kanal phosphoro m. Streichholz pires m. Untertasse funil m. Trichter quadro m. Bild balcao m, Ladentisch, Tresen armario m. Schrank mesa f. Tisch cadeira f. Stuhl escrevaninha f. Schreibtisch gaveta f. Schublade cor f. Farbe vinho rn. Wein Max Warburg zum 70. Geburtstag Der Präsident des Hilfsvereins Max Warburg trat 1927 in die engere Leitung des Hilfsverei.ns der Juden in Deutschland. Seit seiner Jugend war er dem Hilfsverein verbunden, schon durch das Wirken seines Vaters Moritz Warburg. Seit jeher war ihm der Problemkreis der jüdischen Wanderbewegung vertraut, den er gerade in Hamburg, dem Ausfalltor der Ueberseewanderung, besser als an manch anderer Stelle, in seinem Umfang übersehen und studieren konnte. Als Paul Nathan starb. Tief James Simon Max Warburg an seine Seite. Er brauchte den Mann der lebendigen Initiative und der verantwortungsfreudigen Bereitschaft in einem Augenblick, da der Hilfsverein, durch die Inflationsjahre geschwächt, sich zu neuer Aufbauarbeit emporzuschwingen begann. Durch die rege Zusammenarbeit mit Warburg fühlte sich James Simon beglückt und verjüngt. Ohne Zweifel verdankte er dem Kontakt mit dem Jüngeren jene von allen bewunderte Vitalität, die er im letzten Jahrfünft seines Lebens entfaltete. Der Hilfsverein nahm sein grosses konstruktives Hilfswerk wieder auf, das der Weltkrieg unterbrochen hatte. In Litauen und Polen, in Rumänien und in Bulgarien, in dem weiten Becken jüdischer Siedlung von der Ostsee herunter bis zum Schwarzen Meer und weiterhin in Palästina selbst entstanden Schulen. Sanatorien, Heime, die der Hilfsverein ins Leben gerufen oder durch seine Förderung lebensfähig gemacht hatte. Warburgs Tatkraft ist es gelungen, noch zu Lebzeiten James Simons die Verwirklichung des James-Simon-Fonds in die Wege zu leiten, aus dem eine Reihe palästinensischer Einrichtungen gespeist wurden, die der, handwerklichen und landwirtschaftlichen Ausbildung Jugendlicher, namentlich aus Deutschland, dienen. Auf Warburgs Initiative ist auch der Paul-Nathan-Fonds geschaffen worden. Es würde Max Warburg gewiss ganz besonders erfreuen, wenn die von ihm ins Leben gerufenen Fonds im Hinblick auf die Dringlichkeit der Aufgaben, die sie stark in Anspruch nehmen, wieder aufgefüllt werden würden. Die Ereignisse von 1933 geboten dem Hilfsverein Beschränkung auf den engeren Aufgabenkreis: das Auswanderungshilfswerk. James Simon war nicht mehr. Der Altersgenosse Simons, Eugen Landau, sprang pflichtgetreu in die Bresche, aller Augen waren aber auf Max Warburg gerichtet, man sah in ihm den Führer des Flilfsvereins. In seiner Abneigung für Titel und Aemter übernahm er nicht ohne Zögern die Leitung des Hi Iis Vereins, dessen treibende Kraft er ohnehin seit langem war. Die besonderen Aufgaben der Gegenwart, die eine stärkere Anlehnung an die grossen jüdischen Hilfsorganisationen erforderten, fanden in ihm einen tatkräftigen und beredten Vertreter. Den Bück auf die bevölkerungspolitischen Zusammenhänge gerichtet, die eine Auseinandersetzung mit dem Fragenkreis der jüdischen Massensiedlung erfordern, -unterschätzt Max Warburg keinen Augenblick die Bedeutung des einzelnen Pioniers, des einzelnen Auswanderers. Er kann sich über jede Familie, der es gelungen ist, auf neuem Boden Fuss zu fassen, herzlich, freuen. Auf ihn geht das geflügelte Wort von der ..Tropfenwanderung" zurück, die — nebenbei gesagt — in den letzten vier Jahren nahezu 40 000 Juden aus Deutschland nach üebersee gebracht hat. Dass aber die Entwurzelung und Verpflanzung in eine fremde Umwelt gerade für den Einzelwanderer grosse seelische Gefahren bedeuten kann, hat wohl niemand so deutlich gesehen, wie Warburg, der nicht müde wird, sie immer aufs Neue aufzuzeigen. Es genügt nicht, dass dem Auswanderer durch noch so gründliche Ausbildung die sprachliche und berufliche Eingliederung in das neue Land erleichtert wird. Sein Zusammengehörigkeitssinn muss gestärkt werden, damit er die schwere Belastungsprobe besteht. Wenn dann die Ausgewanderten draussen die Verbindung mit dem Hilfsverein auch weiter aufrechterhalten und sich im Bewusstsein der Verlorenheit des Einzelnen fester zusammenschliessen — man kann das immer wieder beobachten — 60 bekennen diese Männer und Frauen eben das, was Max Warburg so sehr am Herzen liegt: die Treue zum Judentum. Max Warburg -ist es gegeben, die Menschen mitzureissen, sie folgen ihm freudig in der Arbeit. Sie kommen zu ihm aber auch mit ihren eigenen Schwierigkeiten und Sorgen. Es ist ihm gegeben, sich in das Allzumenschliche hineinzufühlen. Mancher wird dieser beglückenden Gaben heute dankbar gedenken. Im Namen aller Mitarbeiter des Hilfsvereins in Berlin und im Reich sei es mir gestattet, unserem Präsidenten Max Warburg zu seinem siebzigsten Geburtstag zuzurufen: Bleiben Sie stark und gesund, erhalten Sie Ihre jugendliche Frische für all die Aufgaben, die Ihrer noch harren. Chasak weemaz! Mark Wischnitzer. Dank der Hamburger Juden Glückwünsche aus allen jüdischen Reihen grüssen Max M. Warburg an der Schwelle der Siebzig. Der Wirkungsbereich dieses tatkräftigen, zielstrebigen Mannes, umfasst uns Juden alle. Die Wurzeln seiner Persönlichkeit und damit seines fruchtbaren Wirkens für die jüdische Allgemeinheit ruhen in seinem Verbundens-ein mit urjüdischer Tradition, in seinem vorbildlichen Verantwortungsbewußtsein, das ihm als unveräusserliches Erbe seiner frommen Ahnen, heilig ist. Entschlossen steht er — besonders in seiner Vaterstadt Hamburg — in vorderster Reihe, wenn es gilt, für Wahrung und Verbreitung der Güter und Werte des überlieferten Judentums praktisch einzutreten. Im Vorstand der Talmud-Tora-Schule (Volks- und Oberreal- Zwei englische Staatsmänner Leslie Hore-Belisha, der neue Kriegsminister des Kabinetts Neville Chamberlain, ist im Jahre 1S9S geboren, hat also noch nicht sein vierzigstes Lebensjahr vollendet. Und doch sieht er bereits auf eine vierzehnjährige parlamentarische Tätigkeit zurück, denn er wurde schon 1923 als liberaler Abgeordneter ins Unterhaus gewählt. Von früher Jugend an fiel er durch seine reiche Begabung auf. Auf der Universität Oxford wurde er zum Präsidenten der Union, des berühmten Debattierklubs, gewählt, aus dem seit Gladstone eine Reihe der glänzendsten englischen Staatsmänner hervorgegangen ist. Ausser auf der berühmten englischen Universität hat er nicht nur in Paris, sondern auch in Heidelberg studiert. In seine Studienzeit fiel der Krieg, an dem er mit Auszeichnung teilgenommen hat; er wurde in den Depeschen ehrenvoll erwähnt und zum Major befördert. Im Parlament lenkte er durch seine Rednergabe, seinen Witz und seine Sachkunde die Aufmerksamkeit auf sich, so dass "er, der sich der nationalliberalen Gruppe Sir John Simons angeschlossen hatte, bei der Gründung der „nationalen Regierung" 1931 auf einen der Posten berufen wurde, mit dem die amtliche Laufbahn eines englischen Staatsmanns zu beginnen pflegt. Nachdem er zwei derartige Aemter mit Erfolg bekleidet hatte, wurde er 1934 an die Spitze des Transportministeriums gestellt, und hier zeigte er alsbald, dass er ein Mann von ungewöhnlicher Initiative und Tatkraft ist. Die wichtigste Aufgabe dieses. Ministeriums ist, für die Sicherheit des Strassenverkehrs zu sorgen und die überhandnehmenden Automobilunfälle zu bekämpfen. Diesen Kampf nahm er energisch auf mit Massregeln, die zwar im Anfang von den betroffenen Kreisen lebhaft kritisiert wurden, die sich aber durchgesetzt und als erspriesslich erwiesen haben. In Anerkennung seiner Leistungen berief Baldwin ihn im November 1936 in das Kabinett. Wie sehr er hier die Wertschätzung seiner Kollegen errungen hat, beweist die Tatsache, dass der bisherige Schatzkanzler bei seiner Ernennung zum Regierungschef ihm einen politisch so wichtigen Posten wie das Kriegsministerium angeboten hat. Sir Philipp Sassoon, der neue „First Commissioner of Works" (Kommissar der öffentlichen Bauten) ist zwar nicht in das Kabinett aufgenommen worden, darf aber diese Ernennung als Anerkennung seiner langjährigen Dienste als Unterstaalssekretär des Luftfahrwesens ansehen. Ihm wird damit eine Aufgabe übertragen, für die er durch sein hohes Kunstverständnis besonders geeignet erscheint. Er gehört seit Jahren der Verwaltung der grossen Londoner Museen an, wie det Nationaigalerie. an deren Spitze er seit 1933 steht, und der Wallace Collection. Auch Sassoon hat sich im Krieg wiederholt ausgezeichnet; er war Privatsekretär des englischen Oberstkommandierenden Lord Haig. Er entstammt einer hochangesehenen jüdischen' Familie. Sein Grossvater, der erste Baronet, Sir Albert Abdullah David Sassoon, war ein Philanthrop, dessen grosszügige Stiftungen namentlich seiner Vaterstadt Bombay zugute gekommen sind. Sein Vater hat denselben Wahlkreis, der Sir Philipp ins Unterhaus schickt, bereits mehr als ein Jahrzehnt ebenfalls als konservativer Abgeordneter vertreten. Ein anderes Mitglied der Familie ist der Dichter Siegfried Sassoon. Sir Philipp Sassoon tet^ ebenso wie Hore-Belisha, Junggeselle. E-ck. Balföur Von Erich Eyck Der Name Balfours wird für jüdische Kreise stets in erster Linie mit der nach ihm benannten Deklaration vom November 1917 verbunden sein, in der die Regierung Grossbritanniens die Errichtung einer „nationalen Heimat für das jüdische Volk in Palästina" als wünschenswert bezeichnete, und so werden jüdische Lehrer seiner Biographie, die seine Nichte Mrs. Blanche Dugdale mit Liebe und mit intimer Kenntnis seiner Persönlichkeit geschrieben hat (Arthur James B a 1 f o u r , First Earl o f B a 1 - four, by Iiis Niece Blanche E. A. Dugdale, London, Hutchinson & Co, 2 Bände) mit besonderem Interesse bei den Kapiteln verweilen, die Balfours allmähliche Annäherung an zionistische Ideen und die Entstehung der Deklaration behandelte. Aber die menschliche und staatsmännische Eigenart Balfours ist so gross, dass es sich auch sonst lohnt, bei dem Bilde zu verweilen, das sie von ihm und seinem mehr als achtzig Jahre umfassenden Leben entworfen hat. Balfour ist der letzte vollendete Vertreter jenes Typus, der auch im England der Gegenwart selten geworden ist, des Politikers, der mit der ganzen Bildung seiner Zeit ausgerüstet ist und den Geist, Kenntnis und Neigung befähigt, von den Kämpfen des Tages sich durch die Versenkung in die letzten Fragen des Daseins oder durch die Erhebung in wissenschaftliche oder künstlerische Studien zu erholen. Wie der alte Gladstone immer wieder zu Homer und zur Bibel zurückkehrte, so verweilte Balfour von Jugend an bei den Beziehungen zwischen Wissenschaft und Religion, denen er schon vor dem Eintritt ins Parlament seine Schrift „Verteidigung des philosophischen Zweifels" und später „Die Grundlagen des Glaubens" gewidmet hat. Sein Skeptizismus richtet sich nicht gegen den religiösen Glauben, sondern gegen die ihre Grenzen missachtende Wissenschaft. Dem festen Glauben an Gott verband sich bei ihm die unerschütterliche Ueberzeugung von einem ewigen Leben, die ihn in einem Trostbrief an die Mutter eines im Kriege gefallenen Soldaten ergreifende und zu Herzen gehende Worte finden lässt. Der Reichtum und die Feinheit seines Geistes drückte ihm so unverkennbar den Stempel auf, dass auch die erbittertsten politischen Gegner, denen er im Kampf wahrhaftig nichts schenkte, in ruhigen Stunden den Zauber seiner Persönlichkeit mit Freude anerkannten. Freilich gehört es zu den glücklichen Vorzügen des englischen politischen Lebens, dass politische Gegner persönliche Freunde sein können. So war Balfour, der Führer der konservativen Partei, befreundet mit Asquith, dem Führer der Liberalen, und in seiner Jugend erfreute er sich sogar der Zuneigung Gladstones, obwohl er sich dadurch nicht abhalten Hess, ihm in öffentlicher Parlamentssitzung „Infamie'' vorzuwerfen. Das war freilich jugendlicher Ungestüm in den Tagen, da die englische Innenpolitik von den Kämpfen um Irland beherrscht wurde. Balfour als Konservativer war ein Gegner der irischen Selbständigkeit. Er stand in seinem 54. Lebensjahr und im 28. Jahr seiner parlamentarischen Tätigkeit, als er seinem Onkel Lord Salisbury im Ministerpräsidium 1902 folgte. Am Tage nach seinem Rücktritt im Jahre 1906 feierte ihn der siegreiche Führer der Liberalen. Asquith, als eine „Persönlichkeit, unschätzbar für seine Freunde, furchtbar für seine Gegner, gleich interessant und anziehend für feäet £eset sei m, WuUt I für die C.-V.-Zeitung. Werben Sie für uns bei Ihren Freunden. Geben Sie diesen Bestellzettel weiter. Senden Sie mir bis auf Widerruf die C.-V.-Zeitung 33 Pfennig zahle ich für den Monat Juni bei Vorlage der Postquittung an den Briefträger. Name: Ort:_ Strasse:. Datum:. 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