Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 16 (1937)
- Issue
- 19 (13.5.1937)
- Date
- 1937-05-13
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 19* 13. Mai 1937 CrV.-Zeltung Seite 15 Das Preisausschreiben der Kulturbünde Von Karl Wiener, Generalsekretär des Preisausschreibens Nachdem zwölf Prüfer, ihre mühevolle Arbeit beendet hatten, fand am 28. April unter Vorsitz von Intendant Dr. Kurt Singer und in Anwesenheit der Justizräte Dr. Schlesinger und Dr. Rosenberger die abschliessende Besprechung und die Eröffnung der verschlossenen Umschläge statt. Preisträger sind in Gruppe 1 (Feierliches Vorspiel für Orchester) : Werner Seelig-Bass, Berlin (35 Punkte); Gruppe 2 (Chorwerk mit Orchesterbegleitung) : Dr. Richard Fuchs, Karlsruhe (4(f Punkte) für das Chorwerk „Vom jüdischen Schicksal"; Gruppe 4a (A-cappella-Chöre): Hugo Adler, Mannheim (35 Punkte) für sechs hebräische Volkslieder. In den beiden Gruppen 3 (Chöre für Jugendbünde) und 4 (Lieder-Zyklus) kamen keine Preise zur Verteilung, weil keines der eingereichten Werke die hierzu nötige Punktzahl erreichte. Nach dem Punktsystem entfielen auf das Chorwerk (Fuchs) 200,— RM, auf die beiden anderen Werke (Seelig-Bass und Adler) je 175,— RxM. Zur Aufführung empfohlen wurden: ein Vorspiel für Orchester von Walther Hirschberg, Berlin, ein Chorwerk von Julius C h a j e s, Wien, ein Liederzyklus von Max Kowalski, Frankfurt a. M., und ein Chorwerk a cappella von Erich K a t z, Freiburg i. Br. Um den zuletzt genannten Komponisten neben der ehrenden Anerkennung eine finanzielle Beihilfe zu gewähren, übernimmt der Reichsverband die Herstellung des Materials und lässt es in den Kulturbünden zirkulieren. Ausser den bereits genannten Werken fanden lobende Erwähnung: Dr. Oskar Gu11mann, Berlin (Chorwerk mit Orchesterbegleitung), Arno Nadel, Berlin (Chorwerk für Schulen und Jugendbünde), Herbert Fromm, Bingen (Zyklus von 10 Liedern), Julius C h a j e s, Wien (sechs palästinensische Volkslieder). Das Ergebnis ist sehr befriedigend und durchaus geeignet, das Bewusstsein der jüdischen Tonsetzer zu stärken. Die in der nächsten Zeit bevorstehenden Aufführungen der preisgekrönten und der empfohlenen Werke wird die schöpferische Kraft der jüdischen Komponisten besonders hervortreten lassen. Bahnhof Brüdervereinshaus Max Ehrlich ruft „Bitte umsteigen" — und schon geht die lustige Fahrt der Kleinkunstbühne mit ihrer Revue „Bitte einsteigen" vom neuen Bahnhof aus los. Alles ist unverändert, wie bei der Premiere, sogar die Stimmung auf den Bahnsteigen bei den Passagieren. Man vertraut sich beruhigt und zugleich gespannt dem Bahnhofsvorstand und seinen Mitarbeitern an, von denen man weiss, dass es bei ihnen meist sicher antreffende, kaum verkehrt und allenfalls einmal leicht entgleiste Züge gibt. Sie verstehen die Weichenstellung über Witz, Ironie, Satire und tiefere Bedeutung hin zur Endstation, an der man zögernd den Zug verlässt — man hätte doch gern noch stundenlang weiterfahren mögen... Wir wünschen gesteigerten Pfingstverkehr! Konzerte und Vorträge Die Jüdische private Musikschule Holländer hatte — nach einjährigem Bestehen — ■'.u einem ersten Schüler-Vorspielabend geladen. £ine solche Veranstaltung hat ihren instruktiven Wert für die Oeffentlichkeit, indem sie ein Bild von der Arbeitsweise der Schule gibt, sie ist aber nicht minder instruktiv für die Schüler -eibst, denen sie die Sicherheit des Vorspielens '■•u schaffen sucht. Es waren daher (was die Uiterin, Susanne Landsberg-Hollän- ■ler, in ihren Begrüssungsworten unterstrich) alle Fortschrittsgrade vertreten. Wie schon die Leistungen der Anfänger bekundeten, wird eine -orgfältige technische Grundlage vermittelt vielleicht Hessen sich die Aufgaben bisweilen noch mehr auf das kindliehe Verständnis hin ausrichten; so dürfte z.B. die Ausdruckswelt Niner „Elias"-Arie — für Violine bearbeitet — inem allenfalls zehnjährigen Jungen nicht zugänglich sein. Unter reiferen Schülern gab der;mge Manfred Aronsohn (Theorieklasse Dr. )>kar Guttmann, Klavierklasse Theodor Schönberger) mit seiner g-dur-Sonate wohl die stärkste Talentprobe: er durchstösst in dem '-weisätzigen Werk die verschiedensten stilistischen Entwicklungsstufen und findet in einigen 'ier Variationen "zu einer überzeugten, nicht 'Hwa äusserlich angeeigneten Modernität, wobei 7-u beachten ist, dass er gerade in langsamen Bitzen etwas zu sagen hat; diese Tatsache und ier Weg, der bereits durchmessen wurde, erweckt die Hoffnung, dass hier etwas Eigenes I'eranwächst. Der auffallend schöne und schlanke Tenor Fritz Engels (Klasse Susanne Lands-!ierg-Holländer) verrät in der leichten Linienführung eine vorzügliche Schulung, so dass eine *ehr günstige Prognose zu stellen ist. Alfred N" e u m a r k (Klavierklasse Theodor Schönberger) zeigt fruchtbare Ansätze zu pianistischiarbiger Gestaltung. Die Darbietungen alter Musik durch das collegium musicum, die besser auch unter der äusseren Leitung Gertrud Wertheims gestanden hätten, Hessen Verständnis der stilistischen Anforderungen spüren. H. Fr. Einen Abend unbeschwerten Frohsinns spendete das Orchester der Künstlerhilfe unter Leitung von Fritz Berend mit einer Reihe von Operettennummern. ' Die wohlbekannten Weisen von Lehar, Kaiman, Fall u. a., mit dem rechten Schmiss und doch mit klanglicher Ausfeilung serviert, fanden ungeteilten Anklang und animierten sogar zu tätiger Mitwirkung^ was den besten Beweis für das Wohlbehagen der Hörerschaft gibt. Hildegard Lippstad.ts Begabung deutet eigentlich mehr auf das ernste Genre. Sie weiss ihren kräftigen Sopran sicher zu führen. Bezüglich des Faches gilt ähnliches von Adolf Schwersenz, der über sehr schönes, edles Tenormaterial verfügt, dazu über ungewöhnlich weiche und volle Kopftöne. Trude M i r a u e r setzt ihren hübschen Sopran mit ansprechendem Vortragstalent ein. H. Fr. Ein grosses, äusserst abwechslungsreiches Pregramm bot eine Veranstaltung der Stuttgarter Jüdischen Kunstgemeinschaft mit Chor, Orchester und Solisten. Der grosse Saal des Siegle-Hauses war stark besetzt. Die aufgeführten Werke gehörten durchweg dem 17. und 18. Jahrhundert an. Der Abend wurde mit einem Joseph-Lehmann-Schule, Joachimsthaler Str. 12. 20. Mai, 20 Uhr 15 Min.: Vortrag Rahel W i schnitz e r. Der Jüdische Kulturbund Berlin eröffnet seine Sommerspielzeit im Juni mit der Aufführung des Lustspiels „J e a n" von Bus-Fekete, das kürzlich seine sehr erfolgreiche Uraufführung in Wien erlebte. Dann gelangt „H o f f - nung" von Henri- Bernstein zur Aufführung, das in den letzten Jahren meistgespielte Drama der Pariser Bühnen. Hierauf folgt Emmerich Kaimans berühmte Operette ,.D i e C z a r d a s f ü r s t i n" und im September das erste und theaterstärkste der modernen Gesellschaftsdramen Henrik Ibsens „Stützen der Gesellschaft". Wichtige Neuerscheinung! Joachim Prinz Das Leben im Ghetto Jüdisches Schicksal in 5 Städten Alexandria. Cordova, Amsterdam, Frankfurt. Prag: 272 Seiten Ganzleinen Hk 4,80 Durch alle Buchhandlungen und VERLAG ERWIN LÖWE, BERLIN W 50 Concerto grosso mit Solostreichquartett des Italieners Geminiani eröffnet. Die Solopartien bestritten Ruth Hamburg, Karl Haas, Mari- Elisa Thalmessinger, Gerhard Low e, den Generalbass . ebenso gut Fritz Rothschild. ..Die Augen des Herren" von Rosenmüller muten den Berichterstatter etwas „kurzsichtig" an. Die Kantate ist zwar sauber gearbeitet, wirkt aber, gemessen an der den Abend beschliessenden Kantate von Weckmann, für unser modernes Ohr etwas trocken. Dasvon Karl Adler liebevoll einstudierte Werk hatte seinen Erfolg in erster Linie der Einsatzbereitschaft der Ausführenden zu verdanken. Ein heiteres und unbeschwertes, aber recht schwieriges Divertimento von Dittersdorf brachte den Ausführenden (Mari-Elisa Thalmessinger. Karl Haas und Gerhard Löwe) stürmischen Applaus. Poldy Sperling-Donath bot in Bachs Klavierkonzert d-moll eine über alles Lob erhabene Leistung; das bewies am besten der jubelnde Beifall. Mit der Interpretation der Kantate von Weckmann „Wenn der Herr der Gefangnen zu Zion erlösen wird" hat Adler sich selbst übertroffen. Der Continuopart lag bei den Kantaten in besten Händen: Hansi Einstein und Helene Z i p p e r t stützten den Gesamtklang einfühlend und präzise. Ein Tanzabend, den der Kulturbund Rhein- Main in Frankfurt a. M. veranstaltete, brachte eine;. erfreuliche Abwechslung in der Reihe der gebotenen Programme. Ruth C o n d e 11 und Nelly Hirsch vom Berliner Kulturbundensemble liegen zweifellos schwere "Werke mit rhythmischen Ausdrucksmöglichkeiten am besten. Besonders zu erwähnen ist ein Balischer Tempeltanz „Trance", der von Ruth Condell, von der wohl die grössere Wirkung ausgeht, meisterhaft dargestellt wurde. An dem Erfolg hatte Werner S e e 1 i g - B a s 6 als Begleiter keinen geringen Auteil. A. H. J. Dem Jüdischen Musikverein Breslau verdanken wir ein hochwertiges Kammerkonzert mit Werken alter Meister, dessen Ausführende Gertrud Wertheim (Cembalo) und Hermann Schey (Bariton) waren; zwei Künstler also, die seit langem zu den bedeutendsten ihres Faches zählen, und deren gemeinsames Wirken nun zu einem nicht alltäglichen künstlerischen Erlebnis wurde. Die Cembalistin vermochte durch ihr feines, ungemein reizvoll registriertes Spiel wohl alle, auch die Gegner dieses vom modernen Klavier verdrängten Instruments, von seiner Daseinsberechtigung bei der Wiedergabe alter Musik zu überzeugen, und Schey, der vielbewunderte Oratoriensänger, erwies sich hier, vorwiegend in zarten Gesängen aus dem 17. Jahrhundert, stimmlich und geistig als ein Liederinterpret von ganz besonderen Qualitäten. Das stilistisch interessante Konzert, das zu alledem noch in einem privaten Barocksaal veranstaltet wurde, fand beim Publikum mit Recht lebhafteste Zustimmung. Hff. Vor einem dichtbesetzten Haus, wie man es leider sonst im Hamburger Kulturbund nicht gewöhnt ist, gastierte Max Ehrlich mit seiner Revue „Herr Direktor — bitte Vorschuss!" und fand reichen Beifall. H. G. Im Jüdischen Kulturbund Düsseldorf führten die vereinigten Jüdischen Kulturbünde Hamburg und Rhein-Ruhr Oskar Wildes Komödie „Bunbury" auf. Unter der sorgsamen Regie von Dr. Hans Buxbaum wurde in ausgezeichneter Besetzung ein flottes und amüsantes Spiel auf die Bühne gestellt. J. C. Der im Jüdischen Kulturbund Königsberg i. Pr. gastierende „Bunte Karren", Leipzig, bot eine in sich ungleichwertige Spielfolge von Kleinkunst. Der erfolgreichen Darstellung einzelner ostjüdischer Volkslieder standen Darbietungen gegenüber, die bei dem Publikum nur schwachen "Widerhall fanden. . M. A. In einem Konzert in Dortmund zeigten Michael M e r s o n (Violoncello), Trude Cohnhoff (Sopran) und Max R o s e n t h a 1 (Klavier) gediegenes Können. Kulturbund-Spielplan der Woche Theater in der Kommandantenstrasse 57, 20 Uhr 15 Min.: „Don Pas quäle" 17. Mai: Abt. 2 und 12; 18. Mai: Abt. 22 und 32; 19. Mai: Abt. 24 und 34; 20. Mai: Abt. 25 und 35; 22. Mai: Abt. 23 und 33; 23. Mai: Abt. 27 und 37. Brüdervereinshaus, Karfürstenstr. 115/16, 18. Mai, 20 Uhr 15 Min.: Vortrag Dr. Eloesser: 22. und 23. Mai, 20 Uhr 30 Min.: Kleinkunstbühne „Bitte einsteigen!" Theater, Musik, Film Franz Werf eis Drama „Der Spiegelmenseh" ■wird in der nächsten Spielzeit am Burgtheater in Wien neu zur Aufführung gelangen. * Arnold H ö 11 r i e g e l hat im Nachlass Arthur Schnitzlers das Fragment eines Stückes gefunden, das Kaiser Josef zum Helden hat. Das Drama soll eventuell von Höllriegel vollendet werden. # Der bekannte jüdische Regisseur David H e r - man ist im Alter von 61 Jahren in New-York einem Herzschlag erlegen. Herman, der aus Warschau stammte, hatte seine Studien an der polnischen Akademie für darstellende Kunst absolviert. Internationalen Ruf erlangte er durch die Inszenierung von Anskis „Dybuk" im Lodzer Jüdischen Schauspielhaus. * Mario Castelnuovo-Tedesco hat zu Pirandellos nachgelassenem Bühnenwerk „Die Riesen vom Berg" die Begleitmusik geschrieben. Das Werk ■wird im Rahmen des Maggio Musicale Florentino unter der Regie von Renato S i m o n i als Freilichtaufführung in Florenz in Szene gehen. * Bruno Walter leitete im ausserordentlichen Konzert der Wiener Philharmoniker am 9. Mai Mozarts D-moll-Klavierkonzert vom Flügel aus, er dirigierte ferner Cherubini und die 7. Sinfonie von Bruckner. * Fritz K r e i s 1 e r tritt im September eine viermonatige Tournee durch -die Vereinigten Staaten und K a n a d a an. * Am 18. Mai. 20y2 Ubr, findet im Pariser Sender eine Gedenkfeier für Paul D u k a s statt. * Die Cembalistin Gertrud Wertheim ist vom Holländischen Rundfunk zum 25. Mai für die Aufführung einer Programm-Musik von H. J. F. Biber (1644 bis 1704) verpflichtet worden. * Der bisherige Leiter des Amsterdamer Konservatoriums, der jüdische Komponist Sem Dresden, ist zum Direktor des königl. niederländischen Konservatoriums im Haag ernannt worden. * Als Premiere der Wiener Staatsoper ist für die kommende Spielzeit u. a. „Wallenstein" von Jaromir Weinberger, Text in enger Anlehnung an Schiller von Milos Kares, vorgesehen. Ausserdem ist eine Oper von Oscar Strans in Aussicht genommen. - * Erich Wolfgang K o r ng o1d schrieb in H o 11 Jw o o d die Musik zu dem Mark-Twain-Film „The Prince and the Pauper". - # Samson Raphaelson, der bekannte französische Dramatiker und Regisseur, inszeniert den neuesten Film der Mcrvyn-Leroy-Produktion „The Great Garrick". JtoUstiMm mtk Metsee Erscheint wöchentlich ohne Gewähr. Postschlass für Luftpostsendungen bei folgenden Postämtern: Berlin C2, Frankfurt/Main Bahnpostamt 19 und Flughafen, München Bahnpostamt 1 und 2 (Flughafen), Köln (Flughafen)). Einwurf bei anderen Postämtern oder in anderen Orten bis zu 1 Tag früher. Abkürzungen: B. A. Buenos Aires: Boul. Boulogne: Cherb. — Cherbonrg; Mars. Marseille; South. Southampton. Ziffern in Klammern — Postschlusszeiten. Ab Seeweg nach Nordamerika An Berlin Hamburg Bremen Cherb. N.-York 17. 5. 17. 5. (19) „Queen Mary" 19. 5. 24.3. 19. 5. 20. 5. (S) „New-York" 20. 5. 21. 5. 28. 5. 24. 5. 24. 5. (19) „Europa" 25.5. 26. 5. 31. 5. Luftweg: Zurzeit nur Nachbringeflüge Köln—Cherb. („Mit Luftpost ab Köln zum Dampfer"). Zuschl. 15 Pf. für ja 20 g Berlin Köln Cherb. N.-York 14. 5. (18) 15. 5. (9) Flug zur „Bremen" 15. 5. 20.5. Seeweg nach Südamerika Berlin Hamb. Frankf. Hamb. Bonl. Rio B. A. 19. 5. (16) 20. 5. (6) 20. 5. (18) 2..6. 5. 6. 20. 5. (16) . 21. 5. (8) 22. 5. 7. 6. 11. 6. Luftweg: Zuschl. f. je 5 g 1,50 RM (1,25 Brasil.) Berlin Frankfurt Rio B. A. 15. 5. (13) 15. 5. (15) Franz. Luftpost 18. 5. 19.5. 19. 5. (21) 19. 5. (24) Deutsche „ 22. 5. 23. 5. Seeweg nach Südafrika Berlin Frankf. Köln Mars. Sonth. Kapst 18.5.(19) 19.5.(19) . 21.5. 5.6. 19.5.(16) 19.5.(21) 21.5. 7.6. Luftweg: Zuschlag 35 Pf. für je 5 g Berlin München Brind. Athen ) 14.5.(9) 14.5.(18) 16.5.(7) . . 15. 5. (6) 16. 5. (6) \ *^eit 18. 5. (9) 18. 5. (18) 20. 5. (7) 8~9 Ta?e 19. 5. (6) 20. 5. (6) J See- und Landweg nach Palästina Berlin München JaSa Haifa 14. 5. (16) 15. 5. (9) via Belgrad-Istanbul 19. 5. 15. 5. (16) 16. 5. (9) 18.5. Schiff ab Piräus 21. 5. 16. 5. (14) 17. 5. (9) via Belgrad-Istanbul 22. 5. 18. 5. (16) 19. 5. (9) 20.5. Schiff ab Brind. 24. 5. 19. 5. (16) 20. 5. (9) via Belgrad-Istanbul 25. 5. Luftweg: Zuschlag-10 Pf. für je 5 g, mind. 15 Pf. Berlin München Athen Brindisi) 15.5.(3) 16.5.(5) 15.5.(9) 15.5.(18) 17.5.(7) Tanfr(>,# 17.5.(6) 18.5.(11) y- Laafzeit 19.5.(3) <" - - 19.5.(9) 19.5.(18) 21. 5. (6) -22. 5. (11) 18.5.(11) ' ' } 20. 5. (8) M*" JA 21. 5.(7) '22. 5. (11) ) Tage Jmfportblander Clfi Kurzberichte aus aller Welt Im Spiegel international durchaus bedeutender und interessierender Leistungen sind es wieder die Kamen einiger jüdischer Sportler, die in den .verschiedensten Disziplinen schon zu Beginn der Saison mit schönem Können von sich reden machten. In der Leichtathletik interessieren vor allem die südafrikanischen Meisterschaften in Johannisburg, bei denen der junge jüdische Sprinter van der Car den Titel über 100- Yards errang und über 220 Yards knapp geschlagen Zweiter wurde. Seine weit verbesserungsfähigen Zeiten waren bisher: 100 Yards in 9,8, 220 Yards in 21,8 und 440 Yards in 49,0 Sekunden. Auf der gleichen Veranstaltung musste sich der Makkabisieger Dr.Hurwitz im Lauf über 4 Meilen, dessen Titel er aus dem Vorjahr zu verteidigen hatte, mit dem 2. Platz begnügen. Südafrikas bester Hürdenläufer Sid Kiel muss zurzeit infolge einer Sehnenzerrung pausieren und konnte an den Meisterschaften nicht teilnehmen. Bei den brasilianischen Landesmeisterschaften, die in S a o Paulo durchgeführt wurden, gelang es dem jüdischen Athleten Egon Falkenberg, im Speerwerfen den Titel zu erobern und mit 62,21 m einen neuen Rekord aufzustellen. Er ist damit der zweite jüdische Sportier, der den Speer über die 60-Meter-Grenze schleuderte. Aus den Vereinigten Staaten war bisher lediglich zu hören, dass Phil L e v y mit dem Diskus bereits wieder bei 47,04 m angelangt ist und Sam S t o 11 e r nach seinen grossartigen Hallenerfolgen auch im Freien zu den besten diesjährigen amerikanischen Sprintern gehört. In Kalifornien lief er kürzlich die 100 Yards als Bester in 9,8 Sekunden leicht. AuchHakoahWiens Leichtathleten empfahlen sich durch annehmbare Resultate. Beim Meeting des WAC Wien lief B 1 ödy die 3000 m als Zweitbester in 9.10,0 und Beck als Vierter in 9.18,0. Im 100-m-VorgabeIaufen behielt der junge Kalb, der mit 3 Metern Vorgabe bedacht war, in 11,1 die Oberhand. Im 100-m-Lauf der Frauen siegte Gerda Gottlieb. Im Vordergrund des Boxsports stand nach den Niederlagen Max Baers, der übrigens am 26. Mai gegen Englands Exmeister Ben Foord nun doch noch einmal in den Ring steigen wird, und „King" Levinskys, die Begegnung zwischen „B u d d y" Baer, -dem jüngeren Bruder des früheren Weltmeisters, und dem Engländer Jim Wilde in L o n d o n. ,,Buddy", der körperlich dem Riesen Camera ähnelt, überraschte nach der angenehmen Seite. In der 4. Runde hatte er seinen Gegner bereits so schwer angeschlagen, dass der Ringrichter nach fünfmaligem Niederschlag den Kampf zugunsten des Amerikaners ' abbrach.. Der junge Baer verfügt über eine ungeheure Schlagkraft, über mehr vorerst nicht. Man wird weitere Kämpfe abwarten müssen, ehe man sich über ihn ein Urteil bildet. Am gleichen Abend siegten nach Punkten: Harry M i z 1 e r gegen Dave Finn, „Kid" Berg gegen Alby Day und Harry. Silver gegen Jimmy Kelly, Der Europameister im Federgewicht, Maurice Ho Itzer (Frankreich), absolvierte seinen letzten Kampf in Maubeuge gegen den belgischen Meister Dolhem und erfocht einen knappen Punktsieg. Bei den Europameisterschaften der Amateurboxer in Mailand musste sich M a n d i, der ungarische Meister im Weltergewicht, in seiner Gewichtsklasse trotz bester Gegnerschaft mit einem ehrenvollen 2. Platz genügen. Er siegte u. a. gegen die polnischen und tschechischen Meister und verlor erst in der Schlussrunde knapp gegen Murach. Polnischer Amateurmeister im Federgewicht wurde in Krakau der junge Rundstein vom Makkabi Warschau. Im Tennis kam bei den tschechoslowakischen Meisterschaften in Prag Laszi Hecht zu doppelten Meisterehren. Nachdem er im Herreneinzel in der Vorschlussrunde knapp von Italiens Meister Palmieri in fünf Sätzen geschlagen worden war, siegte er im Herrendoppel mit Caska als Partner 6:4, 8 :6, 6:4 gegen Menzt/Stingl und im Gemischten Doppel mit Frau Deutsch 3:6, 6:3, 6:1 gegen Blana/Caska. Er wurde in die tschechische Davis-Cup-Mannscbaft eingereiht. Suzanne L e n g 1 e n , die ungeschlagene jüdische WeUmeisterin, die jetzt als Berufsspielerin und Trainerin tätig ist, hat vom französischen Tennisverband die ehrenvolle Aufgabe erhalten, Frankreichs Damen im Spezialtraining auf die kommenden internationalen Ereignisse vorzubereiten. Zu den von ihr Betreuten zählen u. a. auch die beiden jüdischen Spielerinnen Mlle Goldschmidt und Mlle Rosembert. Daniel Prenn beteiligte sich in London an den englischen Tennismeisterschaften auf Hartplätzen. Im Einzel traf er bereits in der 2. Runde auf Lee, den derzeitig zweitbesten Engländer, und musste sich trotz Gewinn der ersten beiden Sätze nach stundenlangem Kampf doch noch geschlagen geben. Im Gemischten Doppel, das er mit Miss Dearman bestritt, Fahrschule Kimelman Nürnberger Platz 6 Ruf: 24 5106 hatte er einen überraschenden Sieg gegen das Favoritenpaar Miss Thomas/Austin zu verzeichnen. Trotzdem hat Prenns Form, besonders sein Stehvermögen, unter dem Mangel an ausreichendem Training fühlbar gelitten. Bei den Autorennen, die am 9. Mai in T r i p o 1 i s zur Durchführung kamen, gelang es dem jüdischen Rennfahrer Ernest D r e y f u s auf Maserati, in der Klasse der Wagen nicht über 1500 cem bei einem Stundenmittel von 173,726 km überlegen den ersten Platz zu belegen. Bei den amerikanischen Fechtmeisterschaften siegte in New-York der Olympiazweite von Los Angeles.^ Joseph L. Levis, im Florett, nachdem er in dieser Waffe auch schon in den drei letzten Jahren siegreich bleiben konnte. Im Säbel kam Irving C a n t o r zwar in die Endrunde, musste sich hier jedoch mit dem 4. Platz begnügen.