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Central-Verein-Zeitung · 1937-05-13 · 19 (13.5.1937) · page 15

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
16 (1937)
Issue
19 (13.5.1937)
Date
1937-05-13
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Palästina-Umschau der C.-V.-Zeitung Nachrichten der Woche Während die Königliche Untersuchungskommission ihre Arbeiten noch immer fortsetzt — es wurden in der letzten Woche in geschlossenen Sitzungen Bekundungen des Earl ofLytton, Lord Lloyd und Lord George entgegengenommen . — mehren sich immer weiter die Kombinationen über ihre mutmasslichen Ergebnisse. Der Londoner Berichterstatter der "Jerusalemer arabischen Zeitung „E 1 Li w a a" meldet, dass gleichzeitig mit der Veröffentlichung des Berichts ein neues Weissbuch über die britische Palästinapolitik erscheinen werde. Als Zeitpunkt sei Ende Juli in Aussicht genommen. Weder Araber noch •Tuden noch das englische Parlament würden Gelegenheit erhalten, vor der Veröffentlichung des Weissbuches dazu Stellung zu nehmen, so dass nur im Falle eines Kabinettsturzes noch Aenderungen oder Ergänzungen möglich sein würden. Der Londoner ,",S unday Expres s* trägt zu den schon bekannten Vermutungen noch die Einzelheit nach, dass Jerusalem, Bethlehem und Nazaret, also diejenigen Stätten, die den Christen der ganzen Welt heilig sind, der unmittelbaren Obhut Gross-Britanniens unterstellt werden sollen. Während so die schwebenden Pläne schon Transfer - Beschleunigung für 75 Siedlerfamilien Es besteht die Möglichkeit, im Anschluß an die Beschleunigungsaktion etwa fünfundsiebzig Familien, die zur landwirtschaftlichen Siedl-.mg in Palästina entschlossen sind, sofort den Transfer ihres Vorzeigegeldes und damit die Einwanderungserlaubnis zu beschaffen. Beteiligen können sich alle Personen, die a) eine Vormerkung zum Erwerb des Vorzeigegeldes besitzen (ohne Rücksicht auf die Höhe der Xummer), b) noch nicht in Palästina eingewandert sind. c) über mindestens 25 ÖÜO RM verfügen. Interessenten wird empfohlen, sich möglichst bald mit dem Palästina-Amt, Berlin W 15. Meinekestrasse 10, in Verbindung zu setzen. Auskünfte erteilen ferner die Zweigstellen des Palästina-Amtes im Reich, die Palästina- Treuhand-Stelle zur Beratung deutscher Juden G. m. b. H.. Berlin W 35, Potsdamer Strasse 28, und die Devisenberater. In Ergänzung dieser Bekanntmachung wird der Jüdischen Telegraphen-Agentur von Dr. Foerder, der zur Durchführung dieser Aktion im Auftrag der Gesellschaft „Rassco" in Berlin eingetroffen ist, mitgeteilt, dass für diese fünfundsiebzig Familien zehn Siedlerstellen in Naharia und zehn in Herzlia, hier durch die ..Rassco" zur Verfügung stehen. Weitere dreissig Familien kommen für die Ansiedlung auf Bodenkomplexen in Betracht,- die vom Keren Kajemet für Mittelstandssiedlung zur Verfügung, gestellt wurden. Die Ansiedlungskosten würden sich hier, da dis Kosten des Bodenerwerbs fortfallen, auf 1200 Pfund ermässigen. Die Ansiedlung soll entweder in Gan Schomron bei Kerkur erfolgen, wo bereits dreissig Mittelstandsfamilien aus Deutschland angesiedelt sind, oder auf einem neuen Siedlungspunkt bei Gan Chajim, 45 Autominuten von Tel-Aviv. Schliesslich besteht noch für fünfundzwanzig Familien die Möglichkeit, sich nach freier Wahl irgendwo im Lande landwirtschaftlich anzusiedeln. Die Auszahlung des Vorzeigegeldes ist von der Kontrolle der Jewish Agency über die tatsächlich vorgenommene landwirtschaftliche Ansiedlung abhängig. bis in Einzelheiten festgelegt sind, bringt jeder neue Tag von allen beteiligten Seiten noch weitere Proteste gegen das Teilungsprojekt. Die orthodoxen Rabbiner Amerikas bezeichnen die Teilung als eine Gefährdung der religiösen Rechte der Juden: der Präsident der Weltorganisation Agudas Jisroel, Jakob Rosenheim, hat im Londoner Kolonienministerium den schon bekannten Standpunkt der orthodoxen Judenheit erneut zum .Ausdruck gebracht. Die New- Yorker Landeskonferenz des amerikanischen Misrachi zeigt durchgehend die gleiche ablehnende Stimmung. Der frühere Einwanderungskommissar der Palästinaregierung, Hyamson, verteidigt in einer Zuschrift an die ..Times" die Idee eines ungeteilten jüdischarabischen Palästinas, und schliesslich hat auch das Oberste Arabische Comite nach mehrtägigen Beratungen die Teilung des Landes nochmals auf das entschiedenste abgelehnt. Dagegen werden die Forderungen nach Einstellung der jüdischen Einwanderung, Abschaffung der Balfour-Deklaration und Einsetzung einer arabischen Nationalregierung weiter aufrechterhalten. Der Polnische Botschafter in London, Graf Raczynski, hat bei einem Besuch im Britischen Aussenministerium nochmals das Interesse der polnischen Regierung an dem Problem des Palästinamandats und der Möglichkeit jüdischer Einwanderung nach Palästina beiont. Die Unsicherheit in Palästina hat sich in der vergangenen Woche bedauerlicherweise wieder verschärft. Am 7. Mai wurde in der Altstadt von. Jerusalem der 15jährige Johoschua C h a i m s o h n überfallen und verwundet. Ein jüdischer Arbeiter aus Petach Tikwa wurde von Arabern schwer misshandelt. Der jemenitische Arbeiter Schlomo Maanim, der im Emek Chefer beschäftigt war, ist verschwunden. Man vermutet, dass er ermordet wurde. In der Nähe von Chedera entwickelte sich zwischen Polizeipatrouillen und einer bewaffneten Araberbande ein längerer Feuerwechsel. Tn den Pflanzungen der Gesellschaft „Jachin" bei Chedera wurden 150 junge Orangenbäume ausgerissen. Nach dem Besuch des neuen Chefsekretärs der Palästinaregierung, Battershild, in Safed, der vor einem Besuch von Tel-Aviv und Jaffa stattfand, ist ein jüdischer Polizeiinspektor durch einen Schuss verwundet worden. Ueber" das Gebiet von Tulkerem, wo die Araber einen Generalstreik begonnen hatten, der aber wieder abgebrochen wurde, wurde der Ausnahmezustand verhängt. * Einem Dorf in der Gegend von Tulkerem wurde eine Kollektivstrafe von 150 Pfund Sterling auferlegt, nachdem jüdische Autos beschossen worden waren. Die die Gegend passierenden jüdischen Autos werden jetzt gruppenweise von einer Polizeieskorte begleitet. In den Distrikten Tulkerem und Kalkilie sind weitere 60 Araber verhaftet worden. Viele Araber haben Geldstrafen erhalten. * Der Oberkommandierende der britischen Streitkräfte in Palästina, Generaleutnant Dill, ist aus Palästina abberufen worden. Er ist wieder zum Kommandanten der ersten Division in Aldershot ernannt worden. * Eine Expertenkommission, die aus Vertretern der bedeutendsten Kolonisationsinstitutionen besteht, hat sich nach einem für neue Kolonisation in Aussicht genommenen Gebiet begeben, in dem in den nächsten sechs Monaten fünf neue Siedlungen für mindestens 1000 Einwohner errichtet werden soll. Es ist noch nicht bekannt, wo das neue Siedlungsgebiet liegt. * Am Rosch-Haschana 5698 beginnt ein sogenanntes Sabbatjahr, in dem nach der Vorschrift der Bibel im Heiligen Lande die Bestellung der Felder ausgesetzt wird. Der Waad Hapoel der Agudas - Jisroel - Weltorganisation hat mit Zustimmung des rabbinischen Rats den Beschluss gefasst. denjenigen jüdischen Kolonisten und landwirtschaftlichen Arbeitern, die das Sabbatjahr in Palästina einhalten, durch Errichtung eines Schmitto - Fonds die Begehung des Schmitto-Jahres (Sabbatjahres) zu ermöglichen. * Der Rektor der Hebräischen Universität in Jerusalem, Professor Dr. Hugo Bergmann, der sich bekanntlich zurzeit in Amerika befindet, hat in einer Ansprache vor den Hörern und Professoren der Hochschule für jüdische Sozialarbeit die Schaffung eines „Jüdischen Erziehungsministeriums" angeregt, dessen Ziel die Vereinheit- Wenn man einen palästinensieben Juden fragen würde: „Auf welche der letzten Schöpfungen unseres Neuaufbaues bist du am meisten stolz*', so würde man wohl in" achtzig von hundert Fällen hören „Unser Hafen*'. Jeden Schabat sieht man eine Schar von jüdischen Menschen den Elieser ben Jehuda Road hinunterpilgern, um in Augenschau zu nehmen, was unser Hafen für weitere Fortschritte gemacht hat. Da stehen dann die Menschen auf der Terrasse des grossen Restaurants auf dem Messegelände, von wo aus man einen ganz guten Ueberblick über den Hafen bat. In den Hafen selbst aber kommet nur Auserwählte hinein. Zweiundzwanzig Wächter mit vierundvierzig Argusaugen bewachen Tag und Nacht das Heiligtum des" jüdischen Jischuw. John de Vries, ein holländischer Ingenieur, ist der Erbauer und technische Direktor des Hafens. Es ist nicht der erste Beste, den man zur Bauleitung herangezogen hat. De Vries hat einen grossen Namen als Hafenbauingenieur. Er arbeitete in Holland an der Trockenlegung des Zuidersees, erbaute Häfen in China bei Si-lien- Toa. in Marokko bei Mazagan und Mogador und arbeitete in Spanien in Valencia und Algericas. Er wurde' für Bewässerungswerke nach Aegypten gerufen und später von 1930—34 leitete er auf Einladung der abessinischen Regierung die Markierungsarbeiten an der Grenze zwischen Abessinien und BritischSomaliland. Während des italienisch-abessinischen Krieges war er technischer Leiter des holländischen Roten Kreuzes. Auf einer kleinen Gesellschaft hatten wir de Vries kennengelernt und waren seiner Einladung, uns die Hafenwerke selbst zu zeigen, gern gefolgt. Unter seiner Führung sahen und hörten wir mehr, als wohl der gewöhnlich Sterbliche hier zu sehen und zu hören bekommt. Wir wurden in die Werft geführt, in der die Leicbterboote gebaut werden. Das sind die ersten jüdischen Bootsbauer, erklärte uns de Vries ausführlich. Es sind Zimmerleute, die vor einem Jahr noch nichts vom Bootsbau wussten. Für das erste Boot brauchten sie ziemlich lange Zeit, bis sie den richtigen Schwung heraushatten, jetzt geht es bereits in einem Tempo, das mit den geübtesten Bootsbauern Schritt hält. „Sehen Sie dort die kleinen Schleppboote?" Es sind holländische Kromhoutmotoren, die Manövrierfähigkeit und Schleppkraft ist unübertroffen. Die Engländer haben bereits den Plan, diesen Typ der Schleppboote auch für Haifa und Jaffa anzuschaffen. Es ist übrigens sicher nicht das einzige, was man uns später nachmachen wird", meinte de Vries mit einem Lächeln. „Diese riesige Stahlhalle, in der 6000 Citruskisten Platz haben, wurde in drei Wochen erbaut. Und alles mit ungelernten Arbeitern", fügte er voll Stolz hinzu. Die Stahlhalle schliesst direkt an den Leichterhafen an. Der Bau dieses Hafenteils begann am 2. Oktober 1936 und der erste Teil war bereits Ende Dezember fertiggestellt. Im augenblicklichen Stadium bietet lichung des jüdischen ErzieHungswesens 'ist. Zur Durchführung dieses Plans solle ein Weltkongress jüdischer Schulen einberufen werden. Die von diesem Kongress einzurichtende zentrale Institution hätte einheitliche Lehrpläne auszuarbeiten, und einen Austausch von Schülern und Lehrern zu organisieren. * . Aus A 1 e p p o wird gemeldet, dass der französische Oberkommissar ein Abkommen über die Zulassung individueller Einwanderung von Juden mit einem Mindestkapital von 100 000 Francs nach dem Libanon genehmigt habe. # Der Vertreter 'der Jewish Agency in Genf, Dr. Gold mann, hat am 4. Mai in einer längeren Unterredung mit dem italienischen Aussenminister, Graf Ciano, dem Schwiegersohn des Ministerpräsidenten Mussolini, aktuelle zionistische Probleme und die Förderung der zionistischen Bewegung in Italien besprochen. * Von den im Jahre 1936 nach Palästina eingewanderten 29 387 Personen waren 27 910 Juden. Einschliesslich.. der bereits im Lande weilenden Touristen, die im Jahre .1936 als Einwanderer registriert Wurden, ergibt sich eine Zahl von 31*671 Einwanderern, davon 29 729 Juden. 3014 Personen waren Einwanderer mit einem Vorzeigegeld von 1000 Pfund; unter ihnen befanden sich 2970 Juden. 2833 Personen, davon 2810 Juden, kamen auf Anforderung ihrer Angehörigen ins Land. Von den Einwanderern kamen 11594 oder 41 Prozent aus Polen; davon waren 11588 Juden. Aus Deutschland kamen 8265 gleich 27 Prozent, unter ihnen 8180 Juden. Rumänien stellte 1455 Einwanderer, darunter 1444 Juden, die Tschechoslowakei 652, Litauen 785, von denen sämtliche Einwanderer Juden waren, Lettland 507, gleichfalls alles Juden, Frankreich 621, darunter 544 Juden. Grossbritannien 751. darunter 223 Juden. Aus dem Jemen kamen 754 Juden. Die Vereinigten -Staaten stellten 395 Einwanderer, darunter 357 Juden. # Zu dem bevorstehenden 20. Zionistenkongress veröffentlicht die Zionistische Vereinigung für Deutschland einen Aufruf zur Schekel-Aktion, in dem sie auf die besondere Bedeutung des diesjährigen Kongresses für die Entwicklung der Palästina-Politik hinweist. Sie ruft die Juden in Deutschland auf, durch Zahlung des Schekels ihre enge Anteilnahme an dem Aufbauwerk in Palästina zu bekunden und dadurch die Voraussetzung für eine angemessene Vertretung der Juden in Deutschland "auf dem 20. Zionistenkongress zu schaffen. der Leichterhafen 25 Leichtern von verschiedener Grösse, drei schwimmenden Kränen und Baggermaschinen Platz. Das Bassin wird in Kürze vergrössert und wird nach seiner Fertigstellung für 80 grosse Leichter Raum haben. Der Leichterhafen hat augenblicklich einen Flächeninhalt von 2100 qm und wird bis Ende des Sommer verdoppelt sein. Am meisten begeistert aber ist de Vries, der N i c h t j u d e von der Qualität der jüdischen Arbeiter. Während in den anderen Häfen und besonders denen des Orients nicht gerade die besten Elemente unter den Hafenarbeitern zu finden sind, arbeitet im Hafen von Tel-Aviv die Elite der jüdischen Arbeiterschaft. Hier gibt es keine Betrunkenen, keine Schlägereien" und Messerstechereien, und alles wird aufs Pünktlichste und Sorgfältigste erledigt. Dies sei einer der grössten Reize für die Kapitäne, im Tel-Aviver-Hafen auszubooten, meint de Vries. Diese Ansicht hätte er schon viele Male gehört. Der Enthusiasmus, mit dem hier alles geschähe, sei ein starker Eindruck in seinem" Leben. Die ersten Tage im Bestehen des Hafens sind für. Ben Jischuw unvergesslich. Die jüdischen Arbeiter trugen damals die Lasten auf den Schultern durchs Wasser; ein kleiner Holzsteg, der jetzt zu der imposanten Landungsbrücke gewachsen ist, wurde zur gleichen Zeit angelegt. Und als man die Arbeiter bezahlen wollte, da lehnten sie jede Bezahlung ab. Der erste Tag sei für sie ein Festtag gewesen, meinten sie. Und in diesem Geiste erwuchs der Hafen. Auch bei der Finanzierung des Werkes hatte man einige Wunder erlebt meinte de Vries. Im Mai vorigen Jahres wurde die Ausbootungserlaubnis von der Regierung erteilt und „The Marine Trust Ltd" gegründet. Die Aktien waren sofort überzeichnet. Aus dem Landungssteg wurde ein richtiger Hafen, nnd man brauchte weiteres Geld. Man glaubte nicht, dass der arme Jischuw selbst bei allem Idealismus nochmals eine derartige Summe aufbringen konnte. Man ging nicht mit allzu grossem Optimismus ans Werk. Und diesmal brachte man in kurzer Zeit eine Summe auf, die die kühnsten Erwartungen übertraf. Jeminitische Juden, die nicht schreiben konnten, setzten ihren Fingerabdruck als Unterschrift für die freiwillige" Steuer zum Bau ihres Hafens. „Wir sind wohl mit der grösste Trust der Welt", erzählte de Vries lachend, „aber nur was die Zahl der Anteilbesitzer beträgt, nämlich 34 000." . 594 Tonnen wurden im März dieses Jahres bewältigt, gegen 63 Tonnen im Mai vorigen Jahres, 190 im September und 347 Tonnen im Dezember vorigen Jahres. Am Rekordtag vom 28. Februar wurden 18 399 Zitruskisten verladen, bis Ende Februar haben bereits 165 Schiffe aus aller Herren Länder den Tel- Aviver Hafen angelaufen. „Grosse Zukunft werden wir haben", sagte John de Vries, „wenn wrir unseren Tiefwasserhaben bauen. Ein derartiger Bau ist im Mittelmeer viel weniger kostspielig und technisch' einfacher als an anderen Küste». Das Fehlen von Ebbe und Flut erspart nicht nur technische Schwierigkeiten, sondern macht den Hafenbetrieb auch produktiver, da die Schiffe keinen Zeitverlust beim Anlegen und Warten auf günstige Wasserverhältnisse haben." Im Gegenteil zu Tel-Aviv ist der Strand von Jaffa besonders ungeeignet zum Bau eines Tiefwasserhafens, da dort gefährliche Klippen vorgelagert sind. Der gegenwärtige Jaffaer Leichterhafen dagegen ist von der alten Stadt mit ihren schmalen Strassen umgeben, wodurch die Abtransporte der Güter einen grossen Zeitverlust erleiden. Dies wird in Tel-Aviv von vornherein vermieden. Grosse Ausfallstrassen sorgen für einen aufenthaltlosen und unbehinderten Abtransport ins Hinterland. Am 19. Mai 1937 besteht unser Hafen ein Jahr. Dieser Tag soll wieder ein Feiertag werden. Das gleiche Boot wie vor einem Jahr wird im Hafen gelöscht werden und die Löschzeiten werden verglichen. In gleicher Stunde wird am Fahnenmast die neue Fahne des Hafens von Tel-Aviv wehen. „Wir sind stolz auf das, was wir in einem Jahr schufen", das waren die Worte, die der Holländer John de Vries uns beim Abschied mitgab. Hans Ehrlich, Kiriatli Motekin. * Die Gesellschaft für den Ausbau des Hafens von Tel-Aviv hat ihre Generalversammlung für den 13. Mai einberufen, um das Gesellschaftskapital durch Ausgabe neuer Aktien im Betrage von 150 000 Pfund auf eine Viertelmillion Pfund zu erhöhen. Dem soeben veröffentlichten Bericht der Gesellschaft ist zu entnehmen, dass ausser Aufwendungen für verschiedene Nebenarbeiten für den Ausbau der Hauptanlagen des Hafens bisher Investitionen in der Höhe von 68 000 Pfund gemacht worden sind. 770 Einwanderungszertifikate für vier Monate Der High Commissioner hat für die vier Monate April bis Juli 1937 770 Einwanderungszertifikate bewilligt. Hiervon erhält die Jewish Agency 620. das Einwanderungsdepartement der Regierung 150. Der High Commissioner ist ermächtigt worden, Einwanderungsschedulen für weniger als ein halbes Jahr auszugeben. Diese Meldung hat sowohl in jüdischen wie in arabischen Kreisen lebhaftes Befremden hervorgerufen. Die jüdische Presse bezeichnet diese Zahl bei der tatsächlichen Aufnahmefähigkeit Palästinas als viel zu niedrig, während die arabischen Blätter den Standpunkt vertreten, dass bis zur Veröffentlichung des Berichts der Palästina-Kommission die jüdische Einwanderung gesperrt werden müsste. Im Zusammenhang mit der Veröffentlichung der Einwanderungszahlen kam es erneut zu Zusammenstössen zwischen Juden und Arabern. Dabei wurden bei der neuen Siedlung Beith Joseph im Beisam-Bezirk jüdische Siedler bei der Bestellung ihrer Felder von einer Bande Araber überfallen. In einem Feuergefecht wurde ein Araber getötet. Dem „Weltzentrum für jüdische Musik in Erez Israel'* (Anschrift: Dr. Salli Levi, Jerusalem, House Halbreich, King Georg Ave.) haben sich, wie das Initiativkomitee "mitteilt, Joachim Stutschewsky, Darius Milh a u d, Ernest Bloch, Karol Rathaus, Jakob Weinberg, Ernst T o c h , Heinrich S c h a 1 i t, Max E"t t i n g e r, Hugo Adler, Paul Dessau, Herbert Fromm u. a. als Mitarbeiter zur Verfügung gestellt. Die Gründung von „Länderkomitees zur Pflege und Förderung der jüdischen Musik" ist in die Wege geleitet von den Vereinigten Staaten, England, Frankreich, Deutschland, Oesterreich, Polen, Tschechoslowakei, Litauen, Jugoslawien, Dänemark, Schweiz, Italien,; Aegypten, Syrien, Indien, Niederländisch-Indien, Südafrika. Für die jüdischen Musiker in Deutschland hat Dr. Oskar Guttmann, Berlin-Charlottenburg, Grolmanstrasse 42/43. die Organisation übernommen. Alle in Deutschland lebenden jüdischen Musiker und Musikschriftsteller werden gebeten, sich mit ihm in Verbindung zu setzen. Gerhard Hermann: Der Suez-Kanal. Wilhelm Goldmann Verlag, Leipzig. In der Sammlung kurzer Schriften zum „Weltgeschehen" ist ein schmales Bändchen über den Suez-Kanal erschienen, das unser besonderes Interesse beansprucht. Man kann sagen, dass der Suez-Kanal von Anfang an im Scheitelpunkt der Weltpolitik errichtet ist. Englische, französische, türkische Intrigen haben bei seiner Entstehung gegeneinandergewirkt, Disraeli hat den Kampf zu Englands Gunsten entschieden. Sein Name ist neben dem von Lesseps und Said Pascha mit der Gründung und dem Ausbau dieses weltgeschichtlichen Werkes verbunden. Der Abessinienkrieg und sein Nachspiel, die Unruhen in Palästina, haben in unseren Tagen die schmale Wasserstrasse, die drei Kontinente verknüpft, erneut in den Mittelpunkt politischer Berechnungen gerückt. England hat in Aesypten die Zügel gelockert, aber dafür den Schenkeldruck am Kanal verstärkt; alles, was um ihn vorgeht, hat die schärfsten Rückwirkungen auf Palästina. Das Palästina-Aufbauwerk kann nur dann mit Aussicht auf Erfolg weitergeführt werden, wenn wir Tag für Tag die Bedingungen prüfen und uns nach ihnen einrichten, von denen es abhängig ist. Ca. Das Flugzeug der italienischen Luftlinie Brindisi- Haifa startet nicht, wie wir irrtümlich berichtet hatten, Donnerstags, sondern bereits Mittwochs uni 10 Uhr in Brindisi und trifft an jedem Donnerstag um 10 Uhr 15 Min. in Haifa ein. Am 6. Mai ist zum erstenmal ein Schiff der französischen Staats-Rec-derei Compagnie des Messagreries Maritimes von Konstann nach Haifa gefahren. Die neue Linie verbindet Deutschland mit l'alästina in drei Tagen. Ein Jahr Hafen Tel-Aviv Eine Unterredung mit John de Vries

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