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Central-Verein-Zeitung · 1937-05-13 · 19 (13.5.1937) · page 13

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
16 (1937)
Issue
19 (13.5.1937)
Date
1937-05-13
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Seife 12 C-V--Zefamg Nr. 19* 13. Mail 937 sah und schaute David an, verachtete er ihn, denn er war ein Knabe, bräunlich und schön.*' Der Barock steigert dieses Motiv des Wunders, indem' er den Knaben nahezu kindlich darstellt. Michelangelos David ist kein Knabe und ist auch nicht schön, er ist ein herber Jüngling. Es ist auch kein bestimmter Augenblick der Kampfbereitschalt illustriert. Die --Schleuder ist pur Attribut und die scharfe Kopfwendung ein allgemeines Charakteristikum der Stimmung. Der Künstler gibt das ideale Bild nicht so sehr des Gott Gesandten als des Heros aus eigener Kraft. Es ist ein Ausnahmemensch, körperlich — auch psychisch, denn zielbewusst und sachkundig mit äusserster Spannung in Auge, Stirn und Mund geht er an den überlegenen Gegner heran. Er ist getrieben von dem Zorn des Gerechten, den das Renaissancegefühl für eine Um 'die Mitte des zweiten nachchristlichen Jahrhunderts sah sich das Rabbinat genötigt, gegen die andrängende griechische Spekulation aufzutreten: „Wer über vier Dinge spekuliert, dem wäre besser, nicht zur Welt gekommen zu sein: was oberhalb ist, was unterhalb ist, was vorher war und nachher sein wird." Ueber dieses Verbot aber setzten sich zwei Jahrhunderte später manche Lehrer hinweg, deren Spekulationen wir in Talmud und Midrasch finden. Darauf kann auch zur Rechtfertigung von Kabbala und Chassidismus hingewiesen werden. Diese Rechtfertigung ist und bleibt eine relative. Das Judentum ist in seinem echten Hauptstrom Tradition. Ueberlieferung. Ueberiieferung heisst auf hebräisch — Kabbala, und es ist das Paradox, dass die mystische Richtung des Judentums unter dem Namen Kabbala auftritt. Das hat seinen Grund. Die Intuition, die als rein subjektives Erlebnis aus der Geschichte herausführt, sucht ihre jüdische Rechtfertigung, indem sie sich in Uebereinstimmung mit der Ueberlieferung erklärt. Es ist die Aufgabe der jüdischen Wissenschaft, nachzuweisen, inwieweit einzelne mystische Systeme noch als Ausdruck jüdischer Religiosität gelten können. Diese Aufgabe setzt eine andere voraus, und das ist die Darstellung des betreffenden mystischen Systems. Von beiden Aufgaben, die als solche echte Aufgaben der Wissenschaft des Judentums sind, hält sich Elie Münk fern. (Elie Münk: Orolam — das Licht der Ewigkeit. Hermon Verlag, Frankfurt a. M.) Er stürzt sich kopfüber in die Werke der beiden von ihm gewählten Autoren. Es sind Josef Gikatila (1248 bis 1305), der durch einen mystischen Symbolismus charakterisiert ist, und Mose CordoveYo (1522 bis 1570), der die göttliche Offenbarung als echten Organismus systematisch darstellt. Wir wissen nie, wann Münk selbst spricht und wann er zitiert. Wir wissen nicht, was Münk veranlasste, gerade diese Vertreter der Kabbala zu wählen. Münk gibt seinem Buch den Titel: „Einführung in das Weltbild der jüdischen Ueberlieferung." Jeder liberale Jude und jeder orthodoxe Jude werden aber feststellen dürfen, dass Münk, nimmt man ihn als Autor beim Wort, damit einen Weg geht, der ihn sowohl vom Uebeiiieferungsbild der westjüdischen Orthodoxie Lebensberuf zu erwählen. Nachdem er in Leipzig und in Göttingen seine Studien vervollständigt hatte, Hess er sich 1855 als Privatdozent für deutsches Recht an seiner Heimatuniversität nieder, wo er bereits im folgenden Jahre zum ordentlichen Professor ernannt wurde. Drei Jahre später wurde er an die Breslauer Universität berufen, wo er bis zum Jahre 1872 tätig war. Dann wirkte er bis zu seinem allzu frühen Tode an der Universität Leipzig, an der seine akademische Lehrtätigkeit ihren Höhepunkt erreichte. Durch das Studium der deutschen Rechtsquellen, deren Erforschung er sich angelegen sein Hess, wurde der junge Stobbe schon in seinen Studentenjahren auf die Geschichte der Juden in Deutschland aufmerksam. Einer seiner akademischen Lehrer, der sein Interesse bemerkte, verstärkte seinen Eifer durch den Hinweis, dass es an einer befriedigenden historischen Darstellung der Rechtsverhältnisse der Juden in Deutschland fehle. Stobbe begann nun alles, was er bei seinen Studien der deutschen Gesch ichts- und Rechtsquellen über dieses Thema fand, systematisch zu sammein. Während seines Aufenthaltes in Königsberg hielt er in der dortigen deutschen Gesellschaft einen Vortrag über das Thema, den er 1859 in der Zeitschrift ..Grenzboten" veröffentlichte. Das vorläufige Ergebnis befriedigte ihn nicht; er sammelte weiter, und als er nach Breslau kam, schien ihm die Stunde für eine abschliessende Zusammenfassung seiner diesbezüglichen Studien gekommen. Breslau war damals wie heute ein Mittelpunkt der Wissenschaft des Judentums. Bei den führenden jüdischen Gelehrten der Stadt fanden Stobbes Bestrebungen verständnisvolle Förderung. Zacharias Frankel, der grosse Theologe, stellte ihm die reichen Bücherschätze des Jüdischtheologischen Seminars zur Verfügung. Heinrich Graetz, der allbekannte Geschichtsschreiber, lieh ihm jederzeit seine Unterstützung. So entstand 1S66 Stobbes hervorragendes Buch „Die Juden in Deutschland während des Mittelalters in politischer, sozialer und rechtlicher Beziehung". positive Eigenschaft hält, den der Barock bei seiner Steigerung aller Affekte in eine hemmungslose Wut verwandelt. Michelangelos' David ist Symbol geworden für den Heldenbegriff schlechthin, ein Symbol für den Künstler, dei hier zum ersten Male seinen Willen zur Macht, zum sich Durchsetzen dokumentierte, ein Symbol für die Stadt Florenz. 1875 hat man auf einem Hügel oberhalb der Stadt eine Kopie aufgestellt, zwar mit einem unkünstlerischen Sockel und auch sonst nicht im Sinne des Künstlers, der nachdrücklich eine feste Hinterwand für die nur für eine Hauptansicht gedachte Figur verlangte. Aber was dieser David für seine Zeitgenossen bedeutete, findet bier seinen poetisch-stimmungsvollen Nachhall: der kampfbereite Hüter bewacht die marmorschimmernde Stadt. wie auch vom konservativem Judentum östlicher Prägung entfernt. Es ist-nicht mehr Ueberlieferungstreue, die seitenblicklos. gegenüber allen Zeitströmungen mutig und stark den Weg durch die Zeit geht, es ist jene Müdigkeitserscheinung, die den Irrationalismus hochkommen Hess. Ihm verfällt Elie Münk. Er tritt also als Autor seines Buches, nicht als orthodoxer Repräsentant in Erscheinung, sondern als Zeitgenossen, dem gegenüber orthodoxe und liberale Juden schwere Bedenken äussern werden. Das muss Münk vielleicht noch mehr mit Nachdruck .entgegengehalten werden als die Preisgabe der Wissenschaftsmethode, die in der Geschichte der Wissenschaft des Judentums bisher ihre begeisterten : und bewährten Anhänger in liberalen und orthodoxen Kreisen hatte. Wir kennen orthodoxe Autoren, deren wissenschaftliche Arbeiten von liberalen Kreisen anerkannt und geschützt werden. Denn was von diesen orthodoxen Männern gegeben wurde, war Wissenschaft. Wird das jetzt in der jüdischen Orthodoxie anders? Diese Frage stellen wir auch gegenüber einem zweiten Buch: Es handelt sich um Josef Carlebachs ,,D a s Buch Kohele t", das ebenfalls im Her m o n - Verlag erschien. Gewiss muss Carlebach zugebilligt werden, dass er die Momente, die das Buch Kohelet zu einem jüdischen machen, erfolgreich herausstellt. Aber in diesem Bemühen ist seine Kritik an Vertretern der Bibel Wissenschaft, die auf die griechischen Elemente von Koholet hinweisen, auf einen merkwürdigen Ton gestimmt. Das Resultat seiner bibelwissenschaftlichen Gegner darf Carlebach kritisieren, und der Leser des Carlebachschen Buches muss entscheiden, welcher Seite er folgen kann. Aber wenn Carlebach nicht zugibt, dass er auf demselben methodischen Boden steht wie die von ihm kritisierten Gegner, sägt er sich den Ast ab, auf dem er selbst sitzt. Carlebaeh lässt seinen Leser darüber in Unklarheit, dass das Resultat seiner Untersuchung — ein wissenschaftliches ist. Damit ist es dem Bereich entzogen, der mit dem Attribut liberal oder orthodox bezeichnet werden dürfte. Die Resultate der Bibelwissenschaft ist niemand verpflichtet, in Bausch und Bogen zu akzeptieren. Aber Carlebachs Haltung erweckt Misstrauen gegen die Methode Mit diesem Werke durfte Stobbe das Verdienst für sich in Anspruch nehmen, zum erstenmal die Rechts-, Sozial- und teilweise auch die Wirtschaftsgebiete der Juden im deutschen Staat des Mittelalters in ihrem Grundriss klargelegt zu haben. Denn die bereits vorliegenden, zumeist von jüdischen Autoren unternommenen historischen Untersuchungen hatten die Rechts- und Sozialgeschichte zugunsten der Religions-, Geistes- und Kulturgeschichte (im engeren Sinne) vernachlässigt. Stobbe trat an die Probleme mit der Unbefangenheit des profanen Historikers und Rechtsforschers heran. Ausgehend von einer Betrachtung über die Lage der Juden im römischen und im fränkischen Reiche beschrieb er nicht nur die staatsrechtlichen, kommerziellen, kommunalen und sozialen Verhältnisse, sondern auch die geschichtlichen Schicksale der wichtigsten Grossgemeinden der Judenheit im Deutschland des Mittelalters. Sein Buch, von dem eine dritte Auflage als anastatiseber Neudruck 1923 im Philo-Verlag erschien, bildete die Grundlage für alle weiteren Forschungen auf dem einschlägigen Gebiete. Wenn die Erforschung der mittelalterlichen Vergangenheit der Juden in Deutschland auch seitdem bedeutende Fortschritte gemacht hat, so wird doch Otto Stobbes stets gedacht werden müssen als des Mannes, der einen zuverlässigen Grund legte, auf dem die Nachfolgenden weiterbauen konnten. Dr. Fritz Friedlaender. Dr. Hans Sachs: „Tänzer und Graphiker." Aus der Fülle der vielen interessanten Plakate seiner Sammlung wählte Dr. Hans Sachs diesmal ein Einzelgebiet aus und bewies an zahlreichen Originalplakaten, nicht etwa an Drucken, die Veredlung der Tanzkunst durch die Gebrauchsgraphik," wie sie sich im Tanzplakat äussert. Toulouse L/Autrec, um den die Legende einen Kranz geflochten, hat die Tänzerinnen vom Variete und der Bühne überaus beweglich, nicht allein dekorativ, festgehalten: La Goulue, die von Yvette Guilbert Besungene, Jane Avril oder May Milton. Und daneben sah man die Saharet, von mehreren Künstlern plakader Bibelwissenschaft Diese Methode betrifft die Logik jeder Wissenschaft. Wir haben nicht nötig, ängstlich zu sein, denn die ganze Arbeit eines Jahrhunderts von wissenschaftlicher Erforschung der Bibel hat den Glanz der heiligen Schrift nicht trüben können. Im Gegenteil. Wir haben oft Grund, dankbar dafür zu sein, dass die wissenschaftliche Behandlung des Textes oft wieder klargemacht hat, was manchmal schon vergessen war. Münk setzt seinem Buch folgendes Motto voraus: „Das Herz der früheren Alten war wie Halientore so wreit, das der späteren Alten wie Saaltüren, aber das unsere' ist wie Nähnadelöhren." Aus diesem Talmudwort darf nichts anderes herausgelesen werden als die Demut dessen, der es spricht. Nicht darf aus diesem Wort eine intellektuelle Selbstaufgabe herausgelesen werden. Die Demut, die die Ueberlieferungstreue charakterisiert und die ehrfurchtsvoll zurückschaut, kann gepaart sein mit einer intellektuellen Selbständigkeit, die den Juden, ihn, den Erben eines grossen Zeitraums, nie zum Epigonen werden lässt. Mit der Ueberlieferungstreue darf der Jude verknüpfen ein Bekenntnis, das „Vernunft und Wissenschaft, des Menschen allerhöchste Kraft", festhält. Die Aengstlichen, die bei diesem jüdischen Bekenntnis zur rationalen Haltung Befürchtungen hegen, trösten wir mit dem alten Wort: ,,Was immer ein scharfsinniger Schüler einst vor seinem Lehrer vortragen wird, ist schon dem Moses am Sinai gesagt worden." Martin Buber: Die Frage an den Einzelnen. Schocken-Verlag, Berlin 1936. Das schmale Buch stellt die Ausarbeitung eines Vortrags dar, den Martin Buber in dem letzten Jahr vor Schweizer Studenten gehalten hat. Der Einzelne, an den er sich wendet, das ist ein keineswegs selbstverständlicher Begriff; er muss erst gewonnen werden in der Auseinandersetzung mit zwei Formulierungen des vorigen Jahrhunderts: dem „Einzigen", wie Stirner ihn sah, dessen Eigentum, ja Schöpfung die Welt sein soll und der also in der Welt nichts sieht als sich, — kein Du, kein Wir; und dem „Einzelnen" Riekegaards. der, um zur Tiefe persönlichen Glaubens, zur eigentlichen Beziehung mit Gott zu gelangen, sich der Welt und, beispielhaft als ihrer letzten Keimzelle, auch der Ehe entzieht Durch den Grundbegriff „Verantwortung" rettet Buber den Einzelnen, den er meint, vor jeder dieser Isolierungen und hält ihn der Einwirkung des Sozialen, das Soziale seiner Wirksamkeit offen unter gleichzeitiger Grenzziehung gegen relativistische Verdünnung und kollektivistischen Anspruch: „damit der Mensch nicht verloren gehe, tun Personen not, die nicht kollektiviert sind, und Wahrheit, die nicht politisiert ist . . . Not tut der Glaube des Menschen an die "Wahrheit als an ein von ihm Unabhängiges, das er nicht innehaben kann, zu dem er aber in ein lebensmässiges Realverhältnis zu treten vermag ... Der Einzelne tut not, der dem ganzen ihm gegenwärtigen Sein, also auch dem öffentlichen Wesen standhält und für das ganze ihm gegenwärtigen Sein, also auch für das öffentliche Wesen, einsteht." Der Anhang bringt in einem prachtvollen Aufsatz das konkrete Beispiel dazu in einer Prüfung des Verhältnisses von Religion und Politik an Gandhis tiert, oder Loie Füller, die. Jules Cheret allein 15-mal zeichnete. Hans Sachs brachte in seinem gut angelegten, von allerhand scharmanten Anekdoten durchzogenen Vortrag den Einzeltanz und den Gruppentanz, eine Erscheinung wie das Russische Kaiserliche Ballett, Max Reinhardts Inszenierungen der „Grünen Flöte" mit Ernst Matray und Kata Sterna, die Wigman und die Kieselhausen, das Cbarellsche Ballett und vieles, vieles andere auf dem Gebiet des Tanzplakats und der Tanzkunst in die Erinnerung. 0. B. Um die 10-Gebote- Tafeln Nach der Eroberung Abessiniens durch die Italiener begab sich eine päpstliche Kommission nach Aksum, um die Geschichte der koptischen Kirche zu studieren. Es ging in der Hauptsache darum, die im Kloster von Aksum verborgen gehaltenen angeblichen Originaltafeln der biblischen „Zehn Gebote" auf ihre Echtheit hin zu untersuchen. Jahrhundertelang waren die Tafeln im Kloster eingeschlossen gewesen imd nur der Oberpriester hatte Zutritt in das geheimste und heiligste Gemach. Niemand hatte die Tafeln beschrieben ausser einigen christlichen Missionaren, die sie im 17. Jahrhundert gesehen und als die „echten Tafeln" bestätigt haben sollen. Die Tafeln sind nach der abessinischen Legende anlässlich des Besuches der Königin von Saba bei König Salomo in Jerusalem von ihren Dienern gestohlen worden. Die Abessinier hielten ja überhaupt ihr Herrscherhaus für Nachkommen der Enkel des Königs Salomon und der Königin von Saba und haben deshalb auch die Tafeln als heilig bezeichnet und verehrt Die päpstliche Untersuchungskommission bestreitet, dass historische Tatsachen vorliegen, nach denen die Königin Assab, die damals in Jerusalem gewesen wäre,- mit der Königin von Saba identisch sei. Ferner werde aber im Neuen Testament erzählt, der Prophet Jeremias habe bei der Zerstörung des Tempels die Tafeln gerettet und verborgen. Die Tafeln könnten daher nicht schon vorher gestohlen und nach Verhalten innerhalb der indischen Freiheitsbewegung. * Von Bubers „Königtum Gottes' erscheint bereits die zweite Auflage, noch ehe die beiden weiteren Bände der geplanten Trilogie vorliegen, die den Titel „Das Kommende, Untersuchungen zur Entstehungsgeschichte des messianischen Glaubens" führt. Ihr erster Band würdigt jenen einzigartigen Versuch des frühen Judentums, sich allein und unmittelbar Gottes Herrschaft Untertan zu fühlen. Die Darstellung, bei strenger Wissenschaftlichkeit einfach gehalten, erfordert mannigfache Interpretation, philologische Deutung, Datierung des biblischen Textes, Heranziehung von Vergleichen und Belegen der Zeugnisse der innewohnender Völker und der vergleichenden Religionsgeschichte. So dienen die Anmerkungen meist wissenschaftlicher Diskussion und Polemik. Dem äusseren Gewände nach sind beide Publikationen so vorbildlich, wie wir es an .Werken dieses Verlages gewohnt sind. —a—. Neue Lyrik Anna Joachimsthal-Schwabe: Gedichte. Philo-Verlag, Berlin — Amsterdam. 1937. Man liest diese Bekenntnisse einer zu früh Heimgegangenen mit tiefer Bewegtheit, durchzitterf doch die Sehnsucht nach dem Tod manche Zeile melodischer Schwebe und Anschlüssigkeit zwischen Verheissungen und ersten Erfüllungen einer wesentlichen Begabung. Die Ungleichwertigkeit der Verse als natürlicher Entwicklungsstufen ist ebenso verständlich wie aufschlussreich für das künstlerische Wachstum einer Gefühlsharfenistin, deren Saitenspielen Lautenstimmer Schmerz den elegischen Grundton lieh. Das persönliche Schicksal einer mimosenzarten Frauenseele gewann hier durch seelische Schwingungen lyrische Verzauberung, auch wenn die Sprache nicht immer einen so unantastbaren Adel wie die Dulderinhaltung der durch Leid zu Lebensweisheiten gereiften Dichterin offenbart, und auch wenn zuweilen die Hauptstrassen der Empfindungen durch zu viele Seitenwege gedanklicher Betrachtungen unterbrochen werden. Manche Strophe von Liebe, Traumsüsse, Einsamkeit und Tod erinnert an die schwermutvollen Inbrunsttiefen Rainer Maria Rilkes, dem Anna Joachimsthal-Schwabe wohl aus Erkenntnis innerer Verwandtschaft eines ihrer ätherischsten Gedichte widmete: „Unwirklich leicht — so haben deine Füsse Mit jedem Schritt die Erde nur berührt"-- Unwirklich leicht — so hiessen auch die Erlösungsworte dieser von schwerer Wirklichkeit lange gequälten Gottessucherin, deren Gesänge zuweilen innigen Gebeten gleichen. Die Dichterin beantwortete ihre Frage: „Wer — nach dem Tod — hält unser Antlitz noch fest?" Durch dieses Büchlein, das ein Leben ewiger Sehnsucht in Liedern auferstehen lässt. — Das Bändchen erschien soeben als Nr. 7/8 der Philo-Bücherei. A. S. 'An der repräsentativen Ausstellung litauischer Künstler, die von dem Komitee für litauisch-estländische Annäherung in Tallinn veranstaltet wurde, haben sich auch jüdische Maler aus Litauen beteiligt. Ein Bild des litauisch-jüdischen Künstlers B ecker wurde von der estländischen Regierung erworben. Abessinien gebracht worden sein. Nach biblischen. Quellen waren die Originaltafeln des Moses 24 Zentimeter lang, 22 Zentimeter breit und 3 Zentimeter dick, mit Marmorblumen verziert, in der Mitte durch einen tiefen Abschnitt eingeteilt, so dass auf jeder der beiden Seiten je fünf Gebote verzeichnet waren. Die Tafeln in Aksum sind jedoch in der amharischen Sprache geschrieben, die mit der hebräischen überhaupt nicht verwandt sei. Ferner sind alle Gebote fortlaufend auf einer einzigen Seite angeordnet und nicht doppelseitig. Schliesslich enthalten sie die drei griechischen Buchstaben Jota, Eta und Sigma, die erst viele Jahrhunderte nach dem Tode Moses' verwendet wurden. Es ist ausgeschlossen, so meint mau, dass er sie schon zu seinen Lebzeiten kannte. Die Forscher aus Rom kamen zu dem Schluss, dass es. pich hier um eine Fälschung handelt, die nur so lange Zeit hindurch aufrecht erhalten werden konnte, weil die Tafeln niemals der Oeffentlichkeit gezeigt worden waren. fßt 33 üfefatty Ms hjtdi IGeben Sie diesen Bestellzettel ihren Bekannten, die die C.-V.-Zeitung noch nicht lesen! Senden Sie mir bis auf Widerruf die G-V.-Zeitung 33 Pfennig für den Monat Juni zahle ich bei Vorlage der Postquittung an den Briefträger. Die beiden letzten Mainummern gehen mir kostenlos zu. Name:__. Ort:_______ Strasse:____ Ausschneiden und mit 3 Pfg. frankiert (oder auch unfrankiert) senden* an: C.-V.-Zeitung, Vertrieb, Berlin W 15, Emser Strasse 42. Tel. 92 81 41. Mystik oder Wissenschaftsverfall? Von Ignaz Maybaum

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