Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 16 (1937)
- Issue
- 16 (22.4.1937)
- Date
- 1937-04-22
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 16 — 22. April 1937 C.-V.-Zefajng Seite 7 Zigarren-Wolf Zigarren, Zigaretten en gros en detail 49 Seää 49 richtung und Fortführung der -Grundlehre (zur Vorbereitung der Auswanderung) erfordert,. Die Gemeinde hat zu diesem Zweck ein Haus in der Fischerfeldstrasse gemietet, das aber erst durch völligen inneren Umbau für seine neuen Zwecke geeignet gemacht werden musste. Hier werden zurzeit etwa 126 Jungens und 70 Mädels in einem einjährigen Kurs handwerklich bzw. hauswirtschaftlich ausgebildet. Zurzeit wohnen 70 Jungens im Wohnheim und 30 Mädels im Mädchenheim am Taunusplatz. Die geistige Leitung der Jungens-Grundlehre ist Dr. Hans Epstein (früher am Philantropin) übertragen, während die Mädels von Dr. Gertrud Hallo betreut werden. Neben der Hauswirtschaft Hj ICraftkess^arssslseruBisg S j|fg | Aufnahme bis 70 Jahre ohne Untersuchung \ Hsirss Schwsrz g^1^^»^!?^^,'. und der Schneiderei (beides nur für Uüdels) werden drei Grundberufe gelehrt: Metallbearbeitung als erstes Ausbildungsiahr für Bauschlosser, Maschinenschlosser, Mehaniker, Dreher u. a. m.: Holzbearbeitung als?rstes Ausbildungsjahr für Bauschreiner, Möbel- Schreiner, Zimmerleute und schliesslich (auch für Uädel) Gärtnerei (Gemüsebau) als Vorbildung iür Gärtner und Landwirte. Neben die prakische Ausbildung (täglich 4>j Stunden) und den heoretischen Fachunterricht tritt die geistige Fortbildung in Hebräisch, Judentumskunde, Le- )enskunde, Deutsch, Fremdsprachen und Geschichte. Gemeinsame tägliche Gymnastik, geneinsame Aussprachen, Musik und Feiern sollen las Gemeinschaftsbewusstsein stärken. Für einen Teil der Jugendlichen soll vielleicht später noch nn zweites und drittes Ausbildungsjahr geschaffen werden. An neuen Plänen seien ermahnt, dass das Internat aus den Räumen in der Fischerfeldstrasse hinaus verlegt werden soll, weil die Werkstatt für die Aufnahme eines neuen Jahrganges der Grundlehre (etwa 120 Jungen) bereitgestellt werden muss. Das Internat soll möglichst so untergebracht werden, dass etwas Grünfläche vorhanden ist, damit die Jungen auch die nötige Bewegungsfreiheit haben. Es wird ferner ein weiteres Heim für die Neuaufzunehmenden des neuen Schuljahres vorbereitet, das ebenfalls wieder 60 Schüler umfassen soll. Für das zweite Lehrjahr der Grundlehre ist eine Spezialisierung der Metallklasse in Mechanik, Spenglerei und Elektromechanik geplant. Innerhalb der Grundlehre läuft, räumlich getrennt, eine Anlernwerkstatt für Umschichtler. Fürsorge für die Kranken Ein Bericht über die jüdische Arbeit in Frankfurt wäre auch in grossen Zügen unvollständig, wenn wir nicht des jüdischen Krankenhauses gedächten, neben dem, als zweites jüdisches Krankenheim, noch das Rothschildspital besteht, Weit draussen, entfert vom Getriebe der Grossstadt, in landschaftlich schöner Lage, liegen die 1914 erbauten Gebäude. 200 Betten umfasst das aufs modernste eingerichtete Haus, die durchschnittlich zu 70 Prozent belegt sind. Sieben Aerzte, ein Internist, der zugleich der ärztliche Leiter des Krankenhauses ist, ein Chirurg, ein Gynäkologe, ein Röntgenologe, ein Urologe, ein Hals-, Nasen- und Ohrenarzt und ein Augenarzt sind vorhanden, zu denen noch vier fest angestellte Assistenzärzte sowie die vorgeschriebene Zahl von Medizinal praktikanten treten. 50 bis 55 Schwestern sind zur Betreuung der Kranken verfügbar, dazu kommt noch das unerläßliche technische Personal in Küche, Verwaltung und Haus. Das Krankenhaus ist ein Zierstück der jüdischen Gemeinde in Frankfurt, und es ist verständlich, dass sie bestrebt ist, es trotz aller finanziellen Schwierigkeiten in seiner alten Güte und Bewährung durchzuhalten. Für die Alten und Schwachen besteht neben den beiden Krankenhäusern das Gumpertzsche Siechenhaus, das ihnen draussen am Röderbergweg in ruhiger und luftiger Lage einen geruhsamen, sorgenfreien Lebensabend ermöglicht. Die jüdischen Organisationen Unser Streifzug durch das jüdische Leben in Frankfurt kann nicht beendet werden, ohne noch der wichtigsten Organisationen zu gedenken, die neben der"Gemeinde, aber in vielem gemeinsam mit ihr, an seiner Gestaltung mitwirken, oder die andere wichtige Aufgaben im Rahmen der jüdischen Arbeit zu erfüllen haben. Das sind in erster Linie die beiden Stellen, die die Fragen der Auswanderung bearbeiten. Sowohl der Hilfsverein der Juden in Deutschland als auch das Palästina-Amt haben in Frankfurt Geschäftsstellen. Der Kulturbund für das Rhein-Main- Gebiet wird von Sanitätsrat Dr. E 111 i n g e r geleitet. Seine besondere Bedeutung für die Juden im Reich liegt darin, dass Frankfurt auch gleichzeitig der Sitz des Reiseorchesters des Reichsverbandes der jüdischen Kulturbünde unter Leitung von Professor Julius Prüwer ist. Dieses Orchester, wie überhaupt die ganze Organisation des Kulturbundes Rhein-Main, wird finanziell zu einem erheblichen Teil von der Jüdischen Gemeinde Frankfurt am Main getragen. Für das kulturelle und künstlerische Leben in Frankfurt ist schliesslich das Vereins haus in der Eschersheimer Landstrasse von grosser Bedeutung, da es den einzigen grösseren jüdischen Konzer träum enthält, und er eine Zentrale der geistigen und privaten sozialen Arbeit wie auch der Unterhaltung und Belehrung ist. Eine auch für andere Gemeinden vorbildlichen Einrichtung besieht in Frankfurt in dem Prüfungsausschuß für jüdische Veram.'altungen der nicht nur ihre Ueberschneidung verhindern, sondern auch auf ihre würdige Ausgestaltung hinwirken soll. Und schliesslich, last not least, soll des Jüdischen Central -Verein gedacht werden, dessen Landesverband Hessen-Nassau in Frankfurt seinen Sitz hat und der dort unter der bewährten Leitung von Dr. Max Mainzer und der Geschäftsführung von Syndikus Dr. Wolf gang S. Matzdorf steht. Beide Herren sind auch in der Gemeindevertretung tätig, Dr. Mainzer als Vorsitzender der liberalen Gemeindefraktion. Der Jüdischer Central-Verein e.V. Landesverband Hessen-Nassau und Hessen sowie Ortsgruppe Frankfurt a. M. Vorsitzender: Dr. Max Mainzer Syndikus: Dr. Wolfgang S. Matzdorff Büro: Frankfurt a. M. Steinweg 9 Zimmer 75—77 Tel. 25 403 C.-V. hat die Bedeutung Frankfurts für das jüdische Leben ferner dadurch anerkannt und unterstrichen, dass einer der stellvertretenden Vorsitzenden des Gesamtvereins, Dr. Rudolf Geiger, einer alten jüdischen Frankfurter Familie entstammt, und heute dort als Rechtskonsulent der Gemeinde wirkt. Der C.-V. steht in Frankfurt in bester und freundschaftlichster Zusammenarbeit mit allen anderen jüdischen Organisationen, er wirkt befruchtend und unterstützend auf die Gemeindearbeit, im Verein mit den zuständigen Stellen für die Sozialarbeit und die Wirtschaftshilfe leistet er aus Eigenem heraus FRANKFURTER UNTERNEHMUNGEN 'Schiffskarten1 Bahnkarten Flugkarten nach allen Ländern der Welt PALESTINE & OS1ENT LLOYD I Vertretung Frankfurt a. M. Aifred Adtef I Steinwes 9 Telefon 24961 3_ ' gMlllll^ /. ADLER junior FRANKFURT A. M. 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