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Central-Verein-Zeitung · 1937-04-15 · 15 (15.4.1937) · page 14

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
16 (1937)
Issue
15 (15.4.1937)
Date
1937-04-15
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Äi Palästina-Umschau der C.-V.-Zeitmig ä Der Teilungsplan Im Brennpunkt 'der Palästina-Ereignisse stehen verständlicherweise die Gerüchte über eine bevorstehende Teilung des Landes, von denen an dieser Stelle schon ausführlich berichtet wurde. Die dem Kolonienministerium nahestehende Londoner Zeitschrift „Great Britain and the East" weist zwar darauf hin, dass die in die Oeffentlichkeit gedrungenen Nachrichten mit Vorsicht aufzunehmen seien, da sie sich nur auf Vermutungen und nicht auf tatsächliche Informationen stützen. In Wirklichkeit sei aus den Beratungen der Kommission, die mit bewunderungswürdiger Verschwiegenheit geführt worden seien, nichts durchgesickert. Es sei zwar ziemlich gewiss, dass die Königliche Kömmission etwas Einschneidendes und Nützliches vorschlagen werde, aber im Augenblick sei es am wichtigsten, Ruhe zu bewahren. Trotz dieser begründeten Ermahnungen sind 'die aufgetauchten Mutmassungen viel zu aufregend, als dass die Oeffentlichkeit schweigend weiter abwarten könnte. In England selbst äussert sieh die einflussreiche „Liverpool D a i 1 y P o s t" in einem Leitartikel dahin, dass es verständlich sei, wenn die Zionisten dem Gedanken einer Teilung Palästinas ungünstig gegenüberständen. ,,Es könnte jedoch sein", schreibt das Blatt weiter, „dass die Führer der Judenheit bei einem zweiten Ueberdenken einsehen werden, welche Vorteile ein unabhängiger jüdischer Staat, wie gross immer er sein möge, als ein sich selbst verwaltendes Dominion innerhalb des British Commonwealth mit eigener Vertretung der jüdischen Nationalität in Genf ihrem Volk bieten würde." Auch der „Scoisman" zeigt Verständnis für die auf jüdischer Seite bestehenden Befürchtungen und weist darauf hin, dass ein jüdischer Staat, zu dem Jerusalem nicht gehört, keinen wesentlichen Anreiz auf die Judenheit ausüben würde. „Manchester Guardian" schliesslich, der der Haltung der Zionisten einen längeren Aufsatz widmet, erwartet von der bevorstehenden Tagung des Zionistischen Aktions-Comites eine grundsätzliche Stellungnahme. Das Blatt ist der Ansicht, dass entscheidend dafür die Art der Grenzziehung und die Verfassung des geplanten jüdischen Staates sein werde. Colonel Wedgwood, der vielfach energisch im Britischen Unterhaus für die jüdischen Interessen in Palästina hervorgetreten ist, äusserte sich in einem der Jüdischen Telegraphen-Agentur gewährten Interview gleichfalls scharf ablehnend über die Teilungspläne. Er lädt die Hauptverantwortung für das"~Misslmgen der bisherigen Mandatsverwaltung den britischen Beamten auf, von denen er behauptet, dass sie zeigen wollten, dass das Mandat undurchführbar wäre. Damit aber gefährden sie das britische Ansehen im Nahen "Osten. Wenn der jüdische Teil Palästinas ein Dominion des Britischen Reiches werden könne, dann könne auch ganz Palästina in ein solches Dominion umgewandelt werden. Das würde nach Colonel Wedgwoods Ansicht eine für das britische Empire weit ehrenhaftere Lösung sein. Auf jüdischer Seite machen sich als Wortführer im Kampf gegen die angeblichen britischen Pläne vor allem die ^palästinensische Presse selbst und die Vertreter der radikalen Richtungen innerhalb des Zionismus vernehmbar. „P a 1 e s t i n e Post" erklärt eine derartige Lösung für eine „Tat der Verzweiflung". „Haarez" bezeichnet sie als ein Zeichen „der Unfähigkeit des britischen politischen Denkens"; man werde sich den Zionismus nicht für ein „Judenstaat genanntes Spielzeug abkaufen lassen, das alles besitze ausser Boden". Der Vorsitzende der Judenstaatspartei, also des radikalsten Flügels innerhalb der zionistischen Weltorganisation, Meir Grossmann, äusserte sich Vertretern der Presse gegenüber dahin, dass eine Teilung Palästinas die Judenheit der Welt in Verzweiflung stürzen werde. Sie würde aus Palästina einen neuen Ansiedlungsrayon machen, anstatt eine Heimstätte für die Mehrheit des jüdischen Volkes. Als Beitrag zü einer wirklichen Lösung des Palästinaproblems empfiehlt er eine vom Geiste des Mandats getragene Verwaltung, ein richtiges Sicherheitssystem, eine durchgreifende Agrarform, die Schaffung von Bodenreserven für jüdische Einwanderer, Schutz der einheimischen Industrie, ein Handelsabkommen mit dem britischen Reich und freiwilligen Bevölkerungsaustausch mit den Nachbarländern. In ähnlicher Weise äusserte sich der gleiche Redner in einem Vortrag im englisch-palästinensischen Klub. Dort ging er auch besonders auf den möglicherweise im Anschluss an die neuen Ideen sich vorbereitenden Kampf innerhalb des zionistischen Lagers ein. Er warnte davor, für kleine Erfolge die Verwirklichung eines grossen Ideals aufzugeben, und wandte sich in dem Schlussteil seiner Ausführungen gegen die Vorherrschaft der palästinensischen Arbeiterschaft der Organisationen und der finanziellen Einrichtungen des Landes. Die ausserhalb der zionistischen Weltorganisation stehende Neuzionistische Organisation lässt es an Schärfe der Ablehnung verständlicherweise gleichfalls nicht fehlen. In einer Verlautbarung ihrer Exekutive wiederholt sie ihre Parole, einen Judenstaat zu beiden Seiten des Jordans zu errichten, und erklärt, dass dementsprechend ein Judenstaat ohne Gebiet und ohne das wirtschaftliche und strategische Rüstzeug für ökonomische Entwicklung und Sicherheit als eine Travestie der Staatlichkeit angesehen werden müsste. Für den Fall, dass die Königliche Kommission in der Tat die gerüchtweise bekannt gewordenen Vorschläge machen werde, stellt die^Exekutive der NZO ihre scharfe Kampfansage in Aussicht. In Warschau wurde eine Abordnung "der polnischen NZO vom Vizeminister für auswärtige Angelegenheiten, S z e m b e k, empfangen. Sie protestierte gegen die weitere Einschränkung der jüdischen "Einwanderung nach Palästina durch Verkleinerung des Siedlungsgebietes und bat den Minister, eine Intervention der polnischen Regierung bei der Mandatarmacht zu veranlassen. Auch im arabischen Lager ist die Ablehnung der Teilungspläne weiter einheitlich und scharf. Neben der palästinensisch-arabischen Presse äussert "sich der Grossmufti von Jerusalem dahin, dass die Araber die Abschaffung des Mandats anstreben. An seine Stelle müsse ein Abkommen zwischen England und den palästinensischen Arabern treten. Der Teilungsplan Verstösse gegen Artikel 22 des Völkerbundsstatutes, der die Unabhängigkeit der Teile des ehemaligen Ottomanischen Reiches gewährleiste. Die in Jerusalem erscheinende „Agence d'Orient" weiss zu melden, dass im Zusammenhang mit der geplanten Aufteilung Palästinas eine jüdisch-arabische Konferenz unter britischem Vorsitz einberufen werden solle, um ein Einvernehmen über die Möglichkeit der zu bildenden Kantone zu erzielen. Weiter berichtet sie, dass ein Legislativ-Council mit arabischer Mehrheit eingesetzt werden solle. Diese Meldung dürfte wohl mit Recht in das Reich der Nachdem in der Unterhaussitzung vom 6. April von einem Vertreter des Kolonienministers mit Recht festgestellt werden konnte, dass in der letzten Zeit eine Besserung der Sicherheitsverhältnisse in Palästina zu bemerken sei, zeigte sich gegen Ende der vorigen Woche wieder ein Aufleben des Araberterrors. Am Sonnabend, dem 10. April, wurde in der am Jarkonfluss gelegenen Siedlung Jarkona. nördlich von Petach-Tikwa, die 38jährige Kolonistin Mali Engelhardt, als sie zum Stall ging, um das Vieh zu füttern, durch einen Schuss schwer verletzt. Nach wenigen Stunden erlag sie ihren Verletzungen. Mali Engelhardt stammte aus Deutschland. Der Mord hat ungeheure Erregung hervorgeru- Politische Nachrichten In einem neuen Siedlungsgebiet bei Beisan wurden zwei neue Siedlungspunkte besetzt, in denen 220 Arbeiterfamilien, die zum grössten Teil aus Polen und Litauen, zum kleinen aus Deutschland und der Tschechoslowakei stammen, angesiedelt werden sollen. Zur Gründungsfeier waren ausser Vertretern der Jewish Agency und der nationalen Fonds auch Notabein der benachbarten arabischen Dörfer erschienen, die erklärten, mit den neuen Siedlern in Frieden leben zu wollen. Die Siedlungen wurden durch Einfassungsmauern und einen in der Mitte befindlichen Beobachtungsturm gegen Ueberfälle gesichert. Die Einwanderungsabteilung der Palästina- Regierung veröffentlicht jetzt ihren Bericht über das Jahr 1936. Danach sind in diesem Jahre 29 727 Einwanderer nach Palästina gekommen gegenüber 61854 im vorvergangenen Jahre. Unter den im Jahre 1936 Eingewanderten waren 2970 sogenannte Kapitalisten, das heisst solche Personen, die über ein Mindestkapital von 1000 Pfund verfügen (1935: 6309). Die Zahl der eingewanderten Handwerker mit einem Eigenkapital von mindestens 250 Pfund ist von 301 im Jahre 1935 auf 170 zurückgegangen. Die Arbeitereinwanderung betrug 6981 Juden und 221 Nichtjuden. Als Angehörige von Palästina- Einwanderern sind 17 658 gegenüber 37 739 im Jahre 1935 eingewandert. Von interessanten Einzelheiten sind noch folgende zu erwähnen: von den 411 Geistlichen aller Bekenntnisse, die 1936 nach Palästina gegangen sind, waren 234 Juden. Im Jahre 1935 waren 743 jüdische religiöse Funktionäre und 313 nichtjüdische Geistliche eingewandert. Die Zahl der jüdischen Touristen ist 1936 um 600 gefallen, die der arabischen um 3200 gestiegen. Diesen Zahlen für das vorige Jahr schlfessen sich die folgenden für das erste Vierteljahr 1937 an: es kamen vom 1. Januar bis 31. März 3250 Juden nach Palästina, gegenüber 8013 im gleichen Zeitraum des Jahres 1936 und 15 220 im entsprechenden Vierteljahr des Jahres 1935. Die jüdische Presse Palästinas hebt dementsprechend hervor, dass die so stark zurückgegangene Einwanderung hinter der wirtschaftlichen Aufnahmefähigkeit des Jiscbuw stark zurückbleibe. Der wirtschaftliche Aufstieg des Landes werde durch einen Arbeitermangel in Landwirtschaft und Industrie bereits empfindlich beeinträchtigt. Im vorigen Jahr sind 9000' Einbürgerungen durchgeführt worden. Von den neu eingebürgerten Juden besassen 1202 früher die deutsche Staatsangehörigkeit. Das Einbürgerungsbedürfnis ist weiter im Steigen begriffen, wie schon daraus hervorgeht, dass allein im vorigen Monat 10 000 neue Anträge auf Einbürgerung gestellt wurden. * Die bereits vor einiger Zeit angekündigte Abfahrt einer arabischen Abordnung nach London, die dort in englischen Regierungskreisen eine proarabische und antizionistische Propaganda machen soll, ist erfolgt. Die Abordnung hat Palästina bereits verlassen. Sie besteht aus Dschemal el Husseini, Dr. Tannaus und der Vorsitzenden des Verbandes arabischer Frauen. unsubstantiierten Kombinationen verwiesen werden. Vielleicht wird eine für den 14. April vorbereitete Befragung des britischen Parlaments über die geplanten Massnahmen etwas mehr Klarheit - über den gegenwärtigen Stand der Frage herbeiführen. Das ist um so wünschenswerter, als die Gerüchtemacherei von Tag zu Tag wunderlichere Blüten treibt. Die arabische Presse veröffentlicht an auffallender Stelle Meldungen, dass Verhandlungen zwischen Weizmann, Mosche S h e r t o k und einer einflussreichen arabischen Persönlichkeit stattgefunden haben. Die zionistischen Vertreter sollen angeblich einen arabisch-jüdischen Friedenspakt auf die Dauer von zehn Jahren vorgeschlagen haben. Innerhalb dieses Zeitraumes sollen insgesamt 400 000 Juden nach Palästina einwandern. Dafür seien die Juden .zu verschiedenen Kompensationen bereit, in Londoner zionistischen Kreisen werden diese Meldungen, die übrigens zu keinem positiven Ergebnis geführt haben sollen, kategorisch in Abrede gestellt. Der politische Korrespondent des „Evening Standard" behauptet, Informationen darüber zu besitzen, dass der Bericht der Königlichen Kommission in der Woche um den 20T Mai veröffentlicht werden wird. Er erklärt u. a„ Dr. Chaim Weizmann rechne damit, dass die Kommission nicht eine Teilung des Landes, sondern eine Kantonisierung vorschlagen werde. Er teilt ferner mit, dass auch die französische Regierung an der gegenwärtigen Konstellation in Palästina starken Anteil nehme. fen. Die Nachforschungen nach dem Täter wurden sofort aufgenommen. Auch der Terror gegen die gemässigten Teile der arabischen Bevölkerung Palästinas hält unvermindert an. An dem gleichen Tage, an dem Frau Engelhardt ihren Verletzungen erlag, wurde der Vizebürgermeister von Tiberias, Ibrahim J u s s u f, im arabischen Dorf Schafraam erschossen. Ein zweiter Araber wurde am 11. April zwischen den Siedlungen Jarkona und Petach Tikwa tot aufgefunden. Vier weitere Araber, unter ihnen zwei Führer von Streikkomitees, wurden beim Verlassen der Omar-Moschee angeschossen. Zwei von ihnen sind schwer verletzt worden. Im Zusammenhang mit den Ueberfällen verhaftete Juden wurden wieder freigelassen, als sich keine Verdachtsmomente gegen sie ergaben. Einwanderung und Arbeitsmarkt Von unserem ^Palästina- Berichterstatter Tel-Aviv, 7. April. Die Arbeiterschedule, die alle Semester von der Regierung neu festgesetzt werden muss, ist schon überfällig. Die jüdische Presse weist darauf hin, dass politische Gründe bei der Zertifikatsverteilung nicht mitsprechen dürften und wirtschaftliche Gründe für eine Verzögerung der Bekanntgabe schlechterdings nicht einzusehen seien. Im Gegenteil. Infolge der stark gedrosselten Zuteilung im vergangenen Jahr beginnt sieh schon ein gewisser Arbeitermangel fühlbar zu machen. Von der Rekordeinwanderung des Jahres 1935 entfielen 50 Prozent auf junge Menschen, die — auch wenn sie nicht unmittelbar auf „C"-Zertifikat ins Land kamen — als Arbeiter oder Arbeiterinnen gezählt werden können. Von der wesentlich geringeren Einwanderung des Jahres 1936 bestritt diese Kategorie aber nur noch 39 Prozent. Dabei ist bemerkenswert, dass nach der „Landflucht", die während der Prosperity teilweise zu beobachten war, wieder eine umgekehrte Bewegung begonnen hat. Von der gesamten Einwanderung, die in der zweiten Hälfte des letzten Jahres nach Palästina gekommen ist, sind 70 Prozent aufs Land gegangen. Das Einbringen und Verschicken einer Orangenernte von mehr als zehn Millionen Kisten, wie wir sie dieses Jahr hatten, erfordert naturgemäss mehr Hände, als im Vorjahr die Ernte von nur VA Millionen Kisten. Und in den kommenden Jahren wird, wenn das Wetter nur einigermassen günstig ist, die Ernte weiter steigen. Auch in anderen Zweigen der Landwirtschaft ist die Produktion, zum Teil infolge der Unruhen, erheblich ausgedehnt, stellenweise sogar verdoppelt worden. Weiterhin ist zwar die städtische Bautätigkeit ruhiger geworden, die ländliche Siedlungstätigkeit aber, einschliesslich des Strassen- und Hausbaus, der Bewässerung und Urbarmachung, lebhafter. Endlich hat sich die Industriekonjunktur entscheidend gebessert, und der Jahresbericht der Haifaer Handelskammer z.B. lässt erkennen, dass die wichtigsten Werke dieses Industriezentrums gut beschäftigt sind, manche Textilfabriken sogar mit drei Schichten arbeiten. Es besteht also ein Bedarf an Arbeitskräften, und man hofft daher, dass die Regierung, die schliesslich sogar während der Unruhen die Verteilung der Zertifikate wenigstens nicht grundsätzlich unterbrochen hat, auch diesmal bald die neue Schedule herausgeben wird. Denn eine weitere Verzögerung wäre ein Schaden für die Wirtschaft. „Assis" in Zahlungsschwierigkeiten Die bekannte Fruchtsaft- und Marmeladenfabrik „Assis" ist in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Bemühungen um eine Rekonstruktion sind im Gange. Der Betrieb erleidet keine Unterbrechung. In einer Versammlung der Aktionäre wurde s charfe Kritik an der kaufmännischen Leitung geübt, die man dafür verantwortlich machte, dass trotz einer anhaltenden Umsatzsteigerung — der Umsatz betrug im letzten Jahre 3S 400 LP — auch der Spesensatz ständig gestiegen sei. Der technischen Leitung des Mitgründers Schapiro wurde dagegen das Vertrauen Frwh Krane! Malermeister. BERLIN W 50 tl lblB maUCl Marburger Str. 2, Tel.: 24 0830. der Aktionäre ausgesprochen und darauf hingewiesen, dass die gute Einrichtung der Fabrik und der Ruf der Fabrikate eine wichtige Vor1 aussetzung für das Gelingen des Sanierungswerkes bilde. Es wurde die Erwartung ausgesprochen, dass die Aktionäre durch entsprechendes Einschreiten der Banken und nötigenfalls auch der nationalen Institutionen vor unbilligen Verlusten geschützt werden. Auch handele es sich hierbei nicht nur um Geld, sondern um Erhaltung eines Werkes, das für das Prestige der jungen jüdischen Industrie schon Bedeutung erlangt habe. Nach einer von den Buchprüfern vorsichtig aufgestellten Bilanz beträgt der Ueberschuss der Aktiven über die schwebenden Schulden rund 11000 LP. Das Aktienkapital von 30 000 LP muss teilweise als verloren gelten. Man erstrebt ein Abkommen mit den Gläubigern. Die Assis-Aktie war nicht an der Tel-Aviver Börse eingeführt. D. Horowitz: ,,Der wirtschaftliche Aul» bau Palästinas 1919—1936." Bilanz eine* nationalen Kolonisation. Herausgegeben von der Hitachduth Olei Germania, Tel- Aviv 1936. Mit grosser Sorgfalt ist in der Broschüre das Material aus palästinensischen, englischen und anderen Berichten und Veröffentlichungen zusammengetragen und in aufschlussreicher Form mit den entsprechenden Entwicklungen in den Nachbarländern, insbesondere dem früheren Mandatsland Syrien, dem Irak und Aegypten gegenübergestellt. Das Buch vermittelt ein imponierendes Bild von der erfolgreichen jüdischen Aufbauarbeit in Palästina, wobei alle Teile des wirtschaftlichen Lebens gebührende Berücksichtigung finden. Diese Bilanz einer nationalen Kolonisation ist wohl als wichtiger Beitrag zu den Unterlagen entstanden, die der Königlichen Kommission bei ihren Untersuchungen von der Jewish Agency vorgelegt worden sind. Die sorgfältige Durchprüfung und Verarbeitung allen erreichbaren einschlägigen Materials wird auf die wirtschaftlichen Sachverständigen zweifellos Eindruck machen können. Wir wissen aber gerade aus der jüngsten politischen Entwicklung, dass die Hinweise auf den wirtschaftlichen Auftrieb, den Palästina durch die jüdische Kolonisation erhalten hat, nur noch in geringem Ausmass als Argument in dem politischen Kampfe, der sich in Palästina zurzeit abspielt, zu werten ist. Auch wenn diese Absicht des Verfassers nicht den erhofften und zu wünschenden Erfolg zeitigt, behält die Arbeit als knappe und instruktive Darstellung einer 17jährigen Kolonisationsarbeit ihren Wert F. g. 25 Jahre Technikum in Haifa Anlässlich des 25jährigen Jubiläums der Grundsteinlegung des hebräischen Technikums in Haifa hielt der "Rektor des Technikums, Ingenieur Salomon Kaplansky, eine Ansprache, in der er einen Ueberblick über die Entwicklung des Technikums gab. Das Technikum, das die Entwicklung aus der kleinen Stadt von 20 000 Einwohnern bis zur heutigen grossen Hafenstadt mitgemacht hat, habe in den letzten Jahren sowohl an Zahl der Lehrer wie der Schüler enormen Aufschwung genommen. Der Lehrkörper beschäftigt neun Wissenschaftler und Techniker aus Deutschland. Die Zahl der Laboratorien wird auf acht erhöht, ein Laboratorium für Metallographie und eins für industrielle Chemie sind soeben entstanden, ein drittes für Bodenmechanik ist im Aufbau. Auch die dem Technikum angegliederte Gewerbe- und technische Mittelschule •wird ständig verbessert. High Commissioner SirArthurWauchope nahm an der Feier am 5. April teil und enthüllte dabei eine Gedenktafel für Shmarjahu Lewin, dessen Verdienste er in einer herzlichen Ansprache pries. Auf dem Karmel wurde zum Andenken an den verstorbenen Architekten Alexander Baerwald, dem Erbauer des Haifaer Technikums, ein öffentlicher Garten gepflanzt, der unmittelbar nach Pessach von dem Distriktskommissar für den Norddistrikt, Eduard Keith Roach, der allgemeinen Benutzung übergeben wurde. Alexander Baerwald, der aus Berlin stammte, wo er als Regierungsbaumeister gewirkt hatte, starb vor mehr als sechs Jahren in Palästina und wurde auf dem Friedhof in Kidrontai bei Jerusalem beigesetzt. Er würde in diesen Tagen 60 Jahre alt geworden sein. Seine Gattin, die auch unseren Lesern bekannte Schriftstellerin Lotte Baerwald, hzt die Pflanzung dieses Gartens in Haifa ermöglicht Die Leitung der Hebräischen Unversität hat die Errichtung eines Archäologischen Museums beschlossen, in dem die Archäologischen Sammlungen der Universität untergebracht werden sollen. Der Bau wird aus Mitteln eines 45 000 Pfund betragenden Legates bestritten, das ein südafrikanischer Jude der Universität für archäologische Forschungen hinterlassen hat. Lebt der Terror wieder auf?

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