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Central-Verein-Zeitung · 1937-04-15 · 15 (15.4.1937) · page 12

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
16 (1937)
Issue
15 (15.4.1937)
Date
1937-04-15
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Nr. 15 —Seite 12 C-V.-Zeitung Donnerstag, 15. April! 937j Blick auf die Frauenarbeit in der Welt Das griechische Gesundheitsini n i s t e r i u m hat in Athen eine Schule eingerichtet, in welcher Frauen und junge Mädchen in der Gesundheits- und sozialen Fürsorge ausgebildet werden. Der Kurs dauert jeweils sechs Monate, und lindet in jedem Jahre von November bis April statt. Ueber den in Dänemark seit 1935 bestehenden Hauswirtschaftsbeirat gibt .Esther Heiberg in den Nachrichten des „internationalen Frauenbundes" einen Bericht. Neun Mitglieder dieses Beirates hat das Innenministerium ernannt, fünf Mitglieder vertreten eine Reihe privater Organisationen, welche sich mit den einschlägigen Fragen beschäftigen. Auch das Gesundheitsamt entsendet ein "Mitglied. Der Hauswirtschaftsbeirat arbeitet aufs engste mit allen Einrichtungen zusammen, die auf dem Gebiete der Ernährung, der Gesundheitspflege und auf allen Gebieten der Hauswirtschaft "tätig sind. Als eine wesentliche Aufgabe des Beirates wird betrachtet, darauf zu achten, dass „mit den Mitteln des Wirtschaftsgeldes wirkliche Werte erworben werden*'. Auch ist er als Brücke gedacht zwischen der Wissenschaft und den Hausfrauen, er kontrolliert die Waren und Werkzeuge, die im Haushalt Verwendung finden und versucht auch durch eine von dem Beirat herausgegebene Zeitschrift hauswirtschaftliche Ausbildung aufklärend und erzieherisch zu wirken. In F i n n 1 a n d liegt ein Gesetzentwurf vor, nach welchem die Zwangsmutter- Schafts Versicherung für alle Frauen eingeführt werden soll, deren Einkommen einschliesslich dem des Ehemannes 6000 FM. nicht übersteigt. Man nimmt an, dass so künftig bei drei Fünftel aller Geburten eine Beihilie gezahlt wird. In Kuba sind Bezirksarbeitsämter errichtet worden, welche die Durchführung der Sozialgesetzgebung überwachen. Die Beaufsichtigung der Einhaltung der Sozialgesetzgebung für Frauen und Kinder obliegt einem weiblichen Inspektor, das Gesundheitswesen in den Betrieben überwacht ein Arzt. Das Büro des Völkerbundes legt den Bericht seiner Mitgliedsstaaten über die Lage des Frau.en- und K.in d e r h a n d e ls in . den einzelnen Ländern vor. Dieser Bericht gibt uns nicht allein durch die Verbreitung dieses furchtbaren Verbrechens in den'einzelnen Ländern zu denken, sondern die in dem Bericht angegebenen Beispiele zeigen, welchen Gefahren auch unsere jüdischen Mädchen ausgesetzt sind, wenn sie ohne eingehende Erkundigungen auf Inserate hin Stellen im Ausland annehmen. So wird aus England berichtet, dass die deutschen Behörden die Aufmerksamkeit auf eine Frau mit dem Wohnsitz in Eastbourne gelenkt hatten, welche durch Inserate in verschiedenen Zeitungen Stellen im Haushalt anbot und auf ihre Zusammenarbeit mit den zuständigen Arbeitsämtern hingewiesen hatte. Es zeigte "sich, dass es sich hier um sehr fragwürdige Persönlichkeiten handelte. Interessant ist auch aus dem Berichte Polens_ zu entnehmen, wie segensreich auf dem Gebiete der Sittenpolizei die weibliche Polizei arbeitet. Nicht nur Warschau, sondern auch Wihiä und Lwow hat eine solche eingeführt. In einer Debatte des englischen Parlaments über die Bevölkerungsabnahme wurde auch die Frage der Einführung von Ehestandsdarlehen nach d eutschem Muster erörtert. Insbesondere die jungen Mitglieder des Hauses — es gehören ihm 200 unverheiratete Parlamentarierer an — beteiligten sich an der Debatte. Bei der anfangs Juni stattfindenden 23. Tagung der internationalen Arbeitskonferenz soll das Mindestalter für die Zulassung von Kindern zur Arbeit in Gewerbe und Handel von 14 auf 15 Jahre erhöht werden. H. St. Miss Kuperholz Ein langjähriger Leser unserer Zeitung, der früher in Freibnrg i. Br. wohnte und jetzt in Kapstadt lebt, sendet uns die nachstehenden Zeilen, die wir um so lieber veröffentlichen, als auch wir schon erfahren haben, mit welcher aufopferungsvollen Teilnahme Miss Sara Kuperholz, die langjährige Mitarbeiterin Leo Raphaelys in Kapstadt, für die jüdischen Einwanderer aus Deutschland in ihrer neuen Heimat sorgt. „In Ihren Berichten über Süd-Afrika haben Sie schon so vieles über Land und Leute, über die Möglichkeiten hier und über die grosse Hilfsbereitschaft der hiesigen Juden geschrieben, dass ich Ihnen darüber heute nichts Neues mitteilen möchte. Dagegen drängt es mich, einmal den Namen einer" Frau zu nennen, die sich ganz besonders um das Schicksal der eingewanderten Juden verdient gemacht hat. Es ist Miss Kuperholz, die Sekretärin des Jüdischen Hilfskomitees in Kapstadt. Sie ist das Herz dieser Organisation. Selbstlos setzt sie sich mit ihrer ganzen Persönlichkeit für die Einwanderer, von denen ja die meisten aus Deutschland kommen, ein. Sie betreut die Neuankömmlinge vom ersten Schritt, den sie vom Schiff tun an und hielft ihnen mit Rat und Tat, damit sie so schnell wie möglich Stellungen finden. Bei ihr findet jeder Zeit mit seinen grossen und kleinen Sorgen. Den ganzen Tag steht die Tür ihres Büros nicht still. So geht es bis in den tiefen Abend. Oft hat sie dann noch Komiteesitzungen, die bis in die Nacht hinein dauern. Auch bei den Behörden, besonders bei den Einwanderungsbehörden, versteht sie es, sich kraft ihrer Persönlichkeit und ihrer vornehmen Art der Menschenbehandlung durchzusetzen. Jeder, der zu ihr kommt, hat das Gefühl, dass er und sein Schicksal ihr ganz besonders am Herzen liegen. Und wer etwa das Glück hat, auch privat mit Miss Kuperholz zusammenkommen zu dürfen, der lernt sie auch dort als einen klugen, reizvollen Menschen kennen, der über all der Schwere der Arbeit den Humor nicht verlernt hat und auf allen möglichen Gebieten über ein grosses und tiefes Wissen verfügt. Sie ist trotz ihrer Jugend die wahre Mutter der Einwanderer, und Hunderte sind ihr für das. was sie geleistet hat und noch leistet, aus tiefstem Herzen dankbar." Erwin Rawitscher, Amerikanisch-englisch oder Englisch-englisch Dr. Dora Edinger hatte im Blatt der jüdischen Frau der C.-V.-Zeitung Nr. 3 vom 21. Januar dieses Jahres ausgeführt, dass es wichtig sei, bevor man amerikanischen Boden betritt, amerikanisches Englisch zu lernen. Dazu schreibt uns der frühere Vorsitzende der Ortsgruppe Schwiebus des Centrai-Vereins, der jetzt in St. Louis lebt, R. Philipsborn: „Der sonst so vorzüglich geschriebene Artikel, den man es anmerkt, dass er ebenso mit dem Herzen wie mit der Hand geschrieben ist, gibt mir Veranlassung zu einigen Bemerkungen, denn wir wollen doch nicht denen, die das schwere Los der Auswanderung auf sich nehmen — ich kenne das aus eigner Erfahrung —, unnütz das Leben sauer machen. Gewiss ist es unbedingt notwendig, die englische Sprache zu beherrschen, aber amerikanisch-englisch? Und wo als im Lande selbst, kann man das erlernen? In meinem Hause verkehren viele junge Menschen, die alle herüberkamen, ohne amerikanisch-englisch sprechen zu können, und sie haben sich durch ihre Tüchtigkeit in ganz kurzer Zeit gute Existenzen erworben. Ein früherer Jurist verkauft jetzt chemische Artikel, und zwar mit gutem Erfolg. Ein anderer ist in einer Schuhfabrik beschäftigt, ein dritter arbeitet in einem Warenhaus, und so könnte ich Ihnen noch viele Fälle nennen. Die schnelle- Umstellung unserer Jugend ist geradezu bewunderungswert und darf uns mit Hoffnung und Stolz erfüllen. Die Wirtschaft in USA. geht täglich vorwärts, die Arbeitslosigkeit wird ganz natürlich geringer, und ein Land, welches 47mal so gross wie Deutschland ist und nur die doppelte Einwohnerzahl hat, ist sicher aufnahmefähig für Menschen, die gesund sind und arbeiten wollen. Gebratene Tauben fliegen allerdinge auch hier nicht herum, aber ich kenne hier eine grosse Anzahl jüdischer Einwanderer aus Deutschland und kann zu meiner Freude sagen, dass alle diese Menschen gute Beschäftigung gefunden haben. Wenn ich die C.-V.-Zeitung erhalte, ist grosser Jubel, sie wandert von Hand zu Hand. Wundern Sie sich nicht, wenn wir nächstens hier eine Ortsgruppe gründen!'' Versean der Freiheitsstatue Am 19. April 1887 starb in New-York, nur 38 Jahre alt, die amerikanische Dichterin Emma Lazarus, die von Kritikern und. Literaten zu den Besten ihrer Epoche gezählt wurde. In einem geistig lebhaft interessierten Elternhause wuchs sie gemeinsam mit einer jüngeren, ähnlich begabten "Schwester heran. Die besten Ausbildungsanstalten New-Yorks sahen das vorwärtsstrebende Mädchen hei sich. Bereits mit 16 Jahren veröffentlichte sie ihr erstes Buch ,,Poesien und poetische Uebersetzungen". Es trug der genialen und sehr originellen jungen Verfasserin hohe Anerkennung ein und lenkte auch die Achtung des grössten amerikanischen Philosophen, Emerson, auf sie. Er nahm sie als Schülerin an, und unter seiner und des nicht minder berühmten Bryant Förderung wurde aus ihr schnell. eine bekannte Schriftstellerin. Bald erschien ein Band „Neue Dichtungen" und ein Prosawerk „Alida, eine Episode aus Goethes Leben". Die berühmtesten Zeitschriften des damaligen Nordamerika wie .Xippincott's Magazin" brachten mit Vorliebe ihre Arbeiten. Sie war ein nur auf Innerlichkeit gestellter Mensch, ganz von flammender Liebe zu ihrem schöpferischen Beruf erfüllt. Die Masseneinwanderung russischer Flüchtlinge in Nordamerika zu Beginn der achtziger Jahre beeinflusste die damals bereits anerkannte Dichterin stark. Sie wandte sich der jüdischen Literatur zu. Zuerst gab sie Uebersetzungen aus den W'erken Heinrich Heines unter dem Titel-„Gedichte und Balladen von Heinrich Heine" heraus, dann warf sie sich mit fanatischem Eifer auf das Studium der hebräischen und rein jüdischen Literatur. In rascher Reihenfolge erschien jetzt ein Werk nach dem andern, in dem Emma Lazarus sich eifrig bemüht zeigte, die Oeffentlichkeit für das Schicksal der eingewanderten Juden zu interessieren. Jhre bekanntesten Arbeiten aus jener Zeit sind: „The Crowing of the Red Cock", eine umfangreiche Prosaarbeit, sowie ,,Der Totentanz und andere Gedichte", dem Andenken ihres grossen Vorbildes, George EUiot, gewidmet. Dann aber begann sie, die . ein völlig unabhängiges Leben führen konnte, die Frischeingewanderten sozialfürsorgerisch zu betreuen. Aus dieser Arbeit schöpfte sie das Material zu ihren „Erzählungen aus dem Leben der russisch-jüdischen Einwanderer", die von der Oeffentlichkeit mit lebhafter Teilnahme aufgenommen wurden. Mit ihrem kritischen Aufsatz „Was the Earl of Beaconsfield a representative Jew?'£ griff Emma Lazarus auf politisches Gebiet über. Dann schrieb sie in der Zeitschrift „The Hebrew": „An Epistle to the Hebrews". Sie behandelte darin ihre persönliche Einstellung zur Judenfrage und bekannte sich als Vertreterin des politischen Zionismus. Ihr letztes Werk „The Jewish Question" war zugleich das Bekenntnis einer Dichterin, dem sie bis zu ihrem Tode treu blieb. Anderthalb Jahrzehnte nach ihrem Hinscheiden, im Jahre 1903, wurde das Andenken von Aus der Kunst weit Ausstellung Robert Saenger (München) Die Bekanntschaft, mit Porträts und Landschaften von Robert Saenger aus München im Foyer des Berliner Kulturbundtheaters ist sehr an regend; malt doch der Künstler im Sinne der neuen Sachlichkeit: zwei Gebirgslandschaften, die farbig sehr abwechslungsreich sind, Häuser^ im Schnee, ein Gewirr von Dächern, jedes in seiner Gestalt haarscharf umrissen. Damit beweist Saenger zugleich zeichnerisches Können, das auch vielen Porträts die Note gibt. Naturalistischer noch wirkt er in einem Parkbild von 1934, auch in einem Gemälde „Eislauf". Jedenfalls scheint Die Ausstellung „Alte Kunst In Haager Privatbesitz", die das Städtische Museum im Haag eröffnete, bringt neben den Erzeugnissen des alten Kunstgewerbes auch Gemälde und Plastiken an die Oeffentlichkeit. Im „Pantheon", im Märzheft, wird das Rembrandtsche Damenbildnis der Machteid van Doorn aus der Sammlung L. van den Bergh (Den Haag) abgebildet, unter den Plastiken ein kleiner, sehr schöner Männerkopf aus der ehemaligen Sammlung Dr. A. Figdor hervorgehoben. Die Galerie Guy Stein in Paris stellt 150 Zeichnungen aus vier Jahrhunderten aus, u.a. Rembrandts „Josephs Traumdeutung". Neue Arbeiten von Walter Cohn Kinderbildnia Fot. Abraham die Entwicklung zum Naturalismus hin gekennzeichnet zu sein. In einer Kollektivausstellung wird der Künstler erst voll zur Geltung kommen. ._ O.B. Die Künstlerfamilie der Cooper Im Jüdischen Museumsverein, Berlin, sprach Dr. Lutz Weltmann übr die Künstlerfamilie der Cooper, deren vielseitige Malereien in der englischen Kunstgeschichte eine grosse Rolle spielen. Ueber das Kunstgeschichtliche hinaus führte der Vortrag in das kulturelle Leben des 17. Jahrhunderts ein, in dessen bewegten Epochen die Malerfamilie Cooper mit ihrer zum Teil jüdischen Struktur bedeutende Miniaturen schuf. Samuel Cooper hinterliess aus dem Jahre 1656 das Porträt Oliver Cromwells, sein Onkel war ein am Hofe Karl I. von England hochgeschätzter Künstler, und die Arbeiten dieses John Hoskins bilden heute Anziehungspunkte der Sammlungen der Niederländischen Königin. Alexander Cooper aber arbeitete die bezaubernd schöne Medaillonkette mit den neun Miniaturen (Deutsches Museum, Berlin), jene erinnerungsschwere Serie aus dem Leben des Winterkönigs. Dr. Weltmann hat sich durch die Zusammentragung des Materials aus den Museen und Privatsammlungen der Welt ein grosses Verdienst erworben. Es war europäisch interessierend, im Lichtbild die Bestände von Alexander und Samuel Coopers Porträts vorbeiziehen zu sehen. James Simon Stiftung des Hilfsvereins der Juden in Deutschland für die Ludwig-Tiets-Aufbauschulc in Meschek Jagur Fot. Karplus (1), Herbert Sonnenfeld (1) Emma Lazarus in ungewöhnlicher Weise geehrt. Neben ihren herrlichen Dichtungen „The Banner of the Jew", „By the Waters of Babylon" und „Songs of a Semite" hatte sie auch ein schönes Sonett „The Colossus" geschrieben. Diese Hymne auf die Freiheitsstatue im Hafen von New-York wurde auf eine Gedenktafel übertragen, die in den Sockel des gewaltigen Monuments eingelassen wurde. Hier grüsst sie den Einreisenden wie den Ausfahrenden — Botschaft und Abschied zugleich von jenem Land, das die Dichterin so sehr geliebt hat . . . K. W. Die Ortsgruppe Breslau des Jüdischen Frauenbundes hielt kürzlich ihre Hauptversammlung ab, der eine erweiterte Vorstandssitzung des Provinzialverbandes des Frauenbundes für Nieder- und Oberschlesien (unter Leitung von Frau Emmy Vogelstein) voranging. Am Vorabend der Tagung sprach in der Lessingloge Professor Dr. Cora Berliner (Berlin) über die „Gegenwartsaufgaben der jüdischen Frau". Nach der Begrüssung durch die erste Vorsitzende der Ortsgruppe, Margarete Wachsmann, skizzierte die Rednerin vor allem drei Gebiete, die von der Frau zu betreuen seien: Fürsorge für die schulentlassene Jugend, Betreuung der Auswanderer, Versorgung der Kleinkinder und der alten Leute. Neben der materiellen sieht die Rednerin in der seelischen Hilfe eine der Hauptgrundlagen für die jüdische Arbeit unserer Zeit. — In der Hauptversammlung gaben u. a. die einzelnen Kommissionen Berichte über ihre Arbeit, die in aussergewöhnlichem Umfang und mit grosser Tatkraft durchgeführt wurde. Die Erholungskommission berichtete u. a., dass 70 Frauen durch Erholungsaufenthalte arbeitsfähig erhalten werden konnten, die Tuberkulosefürsorge ermöglichte 18 Kuren. Durch die örtliche Erholungsfürsorge konnten im Sommer in zehn Wochen 40 Kinder gesunden Gartenaufenthalt und Speisung erhalten, die Kinderspeisung versorgte täglich über 60 Kinder mit einem Mittagessen, das Kleinkinderheim Breslau-Krietern betreute 21 Kinder. 123 Kinder und 41 Frauen konnten im Kinderlandheim Bad Flinsberg Erholung finden. Die Brautausstattungskasse stattete 44 Bräute, aus. 450 Kinder wurden im Auftrage der Winterhilfe eingekleidet. Die Arbeit der Kinder- und Erziehungsfürsorge ist verstärkt worden. Das Büro hatte insgesamt 7000 Einzelbearbeitungen zu erledigen. Die Wirtschaftskommission wies auf die hauswirtschaftliche Beratungsstelle bei der Synagogengemeinde bin. Die im Berichtsjahre aufgebaute „Frauenhilfe auf Gegenseitigkeit" hat sich bewährt. Die Gruppe „Berufstätige Frauen" hat monatliche Vortragsveranstaltungen durchgeführt. Referate über den Rentnerbund, die Paula - Ollendorff - Haushaltungsschule, das Beate-Guttmann-Heim und über die Vortragsveranstaltungen des Jahres ergänzten die Berichte. Schw. Die Schülerinnen von Nelly Wolffheim zeigen die Resultate einer zweijährigen Ausbildung für die Erziehungsarbeit in jüdischen Privathaushaltungen und Heirabetrieben. Man weiss, dass in diesem Beruf kein Knopf wertlos genug ist, um ihn nicht „für unsere Kinder" alsbald in irgend etwas kaum Glaubhaftes zu verwandeln. Als festes Rückgrat für die immer beanspruchte Phantasie der jungen Erzieherinnen dienen dann so exakte Arbeiten wie Lampenschirme, Mosaikspiele, wie alle Holz-, Web- und Pappgegenstände, unter denen sich manches als vollwertig heraushob. In Form theoretischer Unterweisung, technischer Uebung mit Materialien und Verfahren aller Art, in praktischer Arbeit in den verschiedensten Betrieben und Heimen rundet sich dieser so aussichtsreiche Beruf nach allen Seiten. So auch sollen im IneinanderfHessen von Theorie und Praxis sich die jungen Mädchen ihre pädagogische Erfahrung selbst erarbeiten, um beim Abgang zu wissen, dass man mit jedem Kind immer wieder von vorn anfangen muss, als ob man niemals etwas gelernt hätte! Frau Berta Wasbutzki dankt auf diesem Wege allen denen, die ihrer zu ihrem 70. Geburtstag freundlichst gedacht haben.

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