Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 16 (1937)
- Issue
- 15 (15.4.1937)
- Date
- 1937-04-15
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 15 — Seite 4 C.-V.-Zeitung - -. Neuere Zahlen über die jüdischen Arzte in Deutschland und insbesondere in Berlin In Nr. 15 des „Aerzteblatts für Berlin" vom 10. April gibt Herr Dr. Hadrich in einem Aufsatz „Die Aerztekammer Berlin in der Statistik" neuere Zahlen über die jüdischen Aerzte bekannt, die von ganz besonderem Interesse sind, weil sie den verhältnismässig starken Rückgang in der Zahl der jüdischen Aerzte beleuchten. Die Gesamtzahl der Aerzte in Berlin betrug Ende des Jahres 1932 ..... 6253 die der^Kassenärzte zur gleichen Zeit 3459 Die ersten genauen Zahlenangaben über die rassische Zusammensetzung der Berliner Aerzte bzw. Kassenärzte wurden am 1. Oktober 1933 ermittelt. Zu diesem Zeitpunkt hatte Berlin insgesamt Aerzte...... 6558 davon waren Juden. . ...... 3423 Das entspricht einem Hundertsatz von 52,2. Am 1. 10. 1933 gab es Kassenärzte 34S1 davon waren Juden........ 2077 Das entspricht einem Hundertsatz von 59,7. Die letzte Zählung der Aerzte aus dem Jahre 1936 ergab eine Gesamtzahl von A e r z t e n...... 6277 davon waren Juden........2143 Das entspricht einem Hundertsatz von 34,2. Für die Kassenärzte ergab sich folgendes Bild: Gesamtzahl.....1...... 2968 davon waren Juden.........1153 Das entspricht einem Hundertsatz von 38.8. Die neuen Zahlen, die Herr Dr. Hadrich veröffentlicht, geben folgendes Bild: Zahl der Aerzte.....6319 davon jüdische Aerzte . . 1471 23,3 % Zahl der Kassenärzte . . 2882 davon jüdische Kassenärzte . SSO 29,5 % Allerdings lassen sich die Zahlen nicht genau mit den früheren Angaben vergleichen, da früher alle nichtarischen Aerzte und jüdisch versippten als Juden bezeichnet wurden, während bei der jetzigen Aufstellung als jüdisch nur der angesehen wird, der nach den Nürnberger Gesetzen als Jude gilt. Ausser den zur jüdischen Religionsgemeinschaft gehörenden Aerzten dürften noch etwa 150 der Rassenzugehörigkeit nach jüdische Aerzte in Berlin praktizieren, so dass die Gesamtzahl der jüdischen Aerzte 1600 ist. Aus den genannten Zahlen geht hervor, dass die Zahl der jüdischen Aerzte in Berlin seit 1932 um 2000 abgenommen hat und die Zahl der Kassenärzte ungefähr um 120Ö. Auch im übrigen Deutschland ist derselbe Rückgang zu beobachten. Herr Dr. Hadrich gibt an, dass in Niedersachsen jüdische Aerzte r nit 1.0 Prozent Brandenberg „ 2.9 Pommern ,, „ 3.4 Rheinland ,, .. 4.(1 Ostnreussca 4.9 Baden ., 5.4 Hessen-Nassau Ro Hamburg ,, „ „ 11.8 Schlesien ., „ ■ 12.8 Berlin ., 23.3 vertreten sind. Es ist anzunehmen, dass in den übrigen 10 Aerztekammerbezirken die anteiligen Zahlen unter 1 Prozent liegen. Bei den Kassenärzten wurde von den einzelnen Aerztekammerbezirken folgendes berichtet : Aus der C.- V. -Bewegung Landesverband Hessen-Nassau und Hessen Am 6. April fand in Kassel eine Arbeitsgemeinschaft über Auswanderungsrecht statt, die von zahlreichen Anwälten der Stadt und des Bezirks besucht war. Die Leitung lag in Händen von Rechtsanwalt Dr. Theodor D e 11 e vi e, Kassel. Ueber Transferfragen sprach Rechtsanwalt Dr. Max Hermann Mai er, Frankfurt a. M., über allgemein gesetzliche Bestimmunsen Dr. Wolfgang'S. Matzdorff, Frankfurt a. M. Landesverband Brandenburg Auf einem gut besuchten Gemeindeabend des C.-V. unter Leitung von Rechtsanwalt Kann sprach am 7. April Ämtsgerichtsrat a, D. Dr. Fritz G o 1 d s c h m i d t in Landsberg a. d. W. über: ..Jüdisches Schicksal — Jüdische Aufgaben." Der Vortragende suchte das gegenwärtige jüdische Schicksal in den Zusammenhang der mehrtausendjährigen Geschichte der jüdischen Gemeinschaft zu stellen. Das Judentum habe die Bemühungen der Historiker nicht -als „Sinngebung des Sinnlosen" betrachtet, sondern in der Weltgeschichte einen tiefen Sinn gesucht und gefunden. Die jüdischen Aufgaben der Gegenwart wurden in ihren Hauptpunkten hervorgehoben, und insbesondere die seelische, wirtschaftliche und rechtliche Betreuung der Juden durch den C.-V. behandelt. Am S. April sprach in der Ortsgruppe Guben Dr. Margarete Edel heim über das Thema „Als Journalistin daheim und draussen". Die Re-. ferentin ging von den völlig veränderten Aufgaben aus, vor die sich jüdische Journalisten heute gestellt sehen und die ihnen besondere Pflichten der Allgemeinheit gegenüber auferlegen. Unter diesen Gesichtspunkten schilderte die Rednerin sodann im zweiten Teil ihres Vortrags in fesselnder und aufschlussreicher Weise über die Eindrücke, die sie auf ihren Reisen in Palästina und Südafrika empfangen hatte. Landesverband Ostpreussen Die Ortsgruppe Königsberg setzte ihre Arbeitsgemeinschaft am 8. und 24. März mit ausgezeichneten Referaten von Rechtsanwalt Drv Rosenhain über „Die Jüdische; Aus- Rassenzugehörigkeit Mischlinge Aerztekammer deutschjüdisch und jüdisch te iitig . 61,5 Tersippte Berlin . s? 29.5 9,0 Rheinland . . . 34,0 3.8 2.2 Niedersachsen. . 96,5 2,0 I.o Westfalen . . . 97.0 2,0 1,0 Bayern . . . 93.1 4.5 2.4 Hamburg . . . 84.7 9.5 5.8 Hessen-Nassau . . 86,3 10.7 3,— Schlesien . . . 84,4 13,3 2.3 7,0 2,8 Aus diesen ganzen Zahlen geht hervor, 'dass sich auf dem flachen Lande und in den kleineren Städten kaum noch jüdische Aerzte befinden und dass die Mehrzahl der jüdischen Aerzte in Berlin, Breslau, Hamburg, Frankfurt a. M., Mannheim, Königsberg, Köln tätig ist. Die Konzentration der jüdischen Aerzte in den Grossstädten ist damit noch stärker geworden, als sie früher war, und bestätigt unsere früher geäusserte Ansicht, dass ausserhalb der Grossstädte, in denen eine grössere jüdische. Bevölkerung lebt, eine wirtschaftliche Existenz für jüdische Aerzte nicht mehr möglich ist. Die Gesamtzahl der jüdischen Aerzte in Deutschland dürfte etwa kaum 3000 überschreiten gegenüber ungefähr 7000 Anfang 1933. Der prozentuale Anteil der jüdischen Aerzte beträgt also nur noch sechs Prozent. Der Rückgang der jüdischen Aerzte ist aber nicht abgeschlossen, da der jüdische Wirtschaftssektor eine Existenzmöglichkeit für alle diese Aerzte nicht bietet und damit die Auswanderungsnotwendigkeit weiter besteht. Der Aufsatz von Herrn Dr. Hadrich bietet aber noch weiteres Interesse, da er über die Altersgliederung und die Mischehen interessante statistische Angaben macht. Die ungünstige Altersentwicklung der jüdischen Aerzte, wie wir sie in früheren Aufsätzen bereits dargelegt haben, verstärkt sich deutlich gegenüber der Altersgliederung der übrigen Aerzte. Dr. Fritz Aron. Aus den Gemeinden Bayern Am 21. und 22. März fand eine Tagung des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden statt. Einem offiziellen Bericht über die Tagung ist zu entnehmen, dass der Präsident des Rates, Oberstlandesgerichtsrat i. R. Dr. Alfred Neumeyer, den Arbeitsbericht erstattete, wobei er u. a. ausführte, dass die Zahl der Juden in Bayern 1933 noch 42 000 betragen habe und sich heute auf wenig mehr als 30 000 belaufe. Seit der letzten Tagung seien einige Rabbinatsbezirke vereinigt worden bzw. erledigt. Dr. Neumeyer erwähnte die bevorstehende Errichtung von Lehrwerkstätten für Mechaniker, Elektromechaniker und Tischler in München mit zunächst vierzig Lehrlingen. Der Verband habe auch das Lehrlingsheim in München übernommen, den Wanderbüchereibetrieb aufgenommen und beabsichtigt an Orten, die keinen Anschluss an den Kulturbund hätten, sog. Kulturfahrten durchzuführen. Dr. Neumeyer gab einen zusammenfassenden Ueberblick über die Arbeit der Reichsvertretung. Er erklärte, dass der bayerische Landesverband wie die übrigen süddeutschen Verbände eine feste Stütze der Reichsvertretung bilden würden. Wanderung aus Deutschland — Erfahrungen und Möglichkeiten" fort. Zum ersten Male für Königsberg wurde hier von sachkundiger, berufener Seite das grosse' Gebiet der ausserpalästinensischen Wanderung behandelt. Eröffnung der Jüdischen Höheren Schule in Berlin In einem besonders würdigen Rahmen fand am 11. April im Berliner Logenhaus die feierliche Eröffnung der Höheren Schule der Jüdischen Gemeinde zu Berlin statt. Nach der Begrüssung durch den Schuldezernenten des Gemeindevorstandes, Dr. K i e e, der Dr. Bruno S t r a u s s feierlich in sein Amt einführte Lehrkörper, Eltern und Schüler aufforderte, dem besonderen Charakter der Schule Verständnis entgegenzubringen, und abschliessend allen denen, die sich in mühevoller Arbeit um die Verwirklichung dieser Schule gemüht hätten, in erster Linie dem früheren Schuldezernenten der Gemeinde, Dr. Walter Alexander dankte, folgte das Auditorium mit grösster Aufmerksamkeit dem Vortrag, mit dem sich der Direktor der neuen Schule, Dr. Bruno S t r a u s s, vorstellte. Was hier geschaffen werden solle, sei nicht eine neue Schule, sondern eine Schule der Erneuerung, führte er aus. Der Weg dazu sei die Einkehr in unser eigenes Wesen, das Erziehungsziel innere Sicherheit, die gleichzeitig unbedingte innere Freiheit bedeute. Zur Erreichung dieses Zieles sei die Hinführung zu religiösen Werten in stetem Bewusstsein der religiösen und nationalen Zusammenhänge erforderlich. Gründliche Kenntnis der hebräischen Sprache sei die Voraussetzung hierfür. Dieses Wurzeln im Jüdischen sei aber kein Weg in die Enge. Wir werden, sagte Dr. Strauss, nie die Grösse der deutschen Kulturwelt vergessen, deren Sprache wir sprechen, und um die Generationen von uns ehrlich gerungen haben. Ebenso soll die Brücke zum Humanismus nicht abgebrochen werden. Aber der Spiegel, von dem alle diese geistigen Werte aufgefangen werden, müsse unsere nationale und religiöse Eigenart sein, — Der Redner streifte sodann die techni- Es liege im jüdischen Gesamtinteresse, 'dass die jüdischen Mittelpunkte im Reiche in ihrer kulturellen und rechtlichen Eigenart erhalten blieben. Kommerzienrat Ludwig Rosenzweig berichtete über die Jahresrechnung 1936.'37 und über den Etat 1937/38. Er erwähnte, dass die Gemeinden München und Nürnberg 70 Prozent und die Grossgemeinden zusammen 90 Prozent der gesamten Umlagen des Verbandes aufbringen würden. — Dr. Otto Weiler erläuterte den Sozialetat. Es wurde eine neue Verfassung des Verbandes angenommen. Nach ihr wird eine Vertretung der Gemeinde, der Rat mit dem Recht der Exekutive (22 bis 25 Mitglieder) gebildet. Die Rabbinatsbezirke werden durch den neugebildeten Landesausschuss (20 Mitglieder) vertreten, dem besonders die Wahrnehmung der Klein- und Mittelgemeinden obliegt. Eine weitere Aenderung liegt in der Verstärkung der Rechte des Verbandes gegenüber / den in der Auflösung begriffenen Gemeinden, im Interesse der Erhaltung des Gemeindeguts. Die Gemeinde Gochsheim bei Schweinfurt wurde als aufgelöst erklärt. Breslau Die zwischen den Parteien der Repräsentantenversammlung der Breslauer Synagogengemeinde getroffene Verständigung über die Zusammensetzung der Repräsentantenversammlung, durch die eine Neuwahl vermieden wurde, ist ' durch eine Erklärung aller in Betracht kommenden Gruppen bis zum 31. Dezember 1938 verlängert worden. Eine Kündigung müsste bis zum 30. September 1938 erfolgen. ORT-Arbeit in aller Welt Der Verwaltungsrat der Gesellschaft Ort Abteilung Frankreich hat eine Sitzung abgehalten, in der die Exekutive über die Fortschritte der Aufbauarbeit des Ort in Frankreich berichtete. Ende 1936 wurden Erwachsene bereits in zwölf Fächern ausgebildet. Die Besucherzahl der Kurse in Paris war bis zum Jahresende von 138 auf 380 Männer und Frauen gestiegen. Von den Kursteilnehmern stammten 32,5 Prozent aus Deutschland, die übrigen aus Rumänien, Litauen, Lettland, Palästina, der Tschechoslowakei, Oesterreich, England, Ungarn und Russland; 5,1 Prozent waren französische Staatsangehörige. Die überwiegende Mehrheit kommt aus früher bemittelten Schichten. 11.3 Prozent der Kursteilnehmer hatten eine abgeschlossene Hochschulbildung. 47,6 pCt. höhere Schulbildung aufzuweisen. Dringender Bedarf besteht nach Tagesfachschulen für ausländische Jugendliche im Älter von 14 bis 17 Jahren, die zu den staatlichen Gewerbeschulen nicht ohne weiteres zugelassen werden. Die Tagung des Verwaltungsrats wählte Dr. Leo Zadoc-Kahn einstimmig zum Vorsitzenden und Pierre Dreyfus, den Sohn von Hauptmann Alfred Dreyfus, zum Vizepräsidenten der französischen Ort-Gesellschaft. # Der litauische Bildungsminister empfing die Vertreter des Ort und den Leiter des Fachschulwesens dieser Gesellschaft zu einer eingehenden Besprechung der mit den Lehrstätten und den weiteren Arbeitsplänen des Ort zusammenhängenden Fragen. Der Minister gab hierbei den Ort-Vertretern die Absichten der Regierung für die Neuordnung des gesamten Fachschulwesens bekannt und versprach" bei der endgültigen Festlegung der einschlägigen Verordnungen den Belangen des Ort" und dem Sondercharakter seiner Fachlehranstalten Rechschen und pädagogischen Schwierigkeiten, die der gleichzeitige Aufbau von vierzehn Klassen bietet, in die Schüler eingereiht werden sollen, die aus den verschiedensten Bevölkerungskreisen und den verschiedensten Gegenden Deutschlands kommen. An die Schüler richtete er den Appell, dessen eingedenk zu bleiben, dass Besonderes von ihnen gefordert werde. Die Zeit einer allzu gesicherten Laufbahn sei vorüber. Aber gewagtes Leben sei besser als gesichertes Leben. Er ermahnte die Jugend, stets die Ehrfurcht vor dem grossen jüdischen Kulturerbe zu wahren und für die jüdische Ehre einzutreten. Diese Ehre heisse Treue zu Israel. Schüler und Schülerinnen der jüdischen Mittelschule (Grosse Hamburger Strasse) boten unter der Leitung von Mittelschullehrer Alfred L o e w y den würdigen musikalischen Rahmen, aus dem die Leistung des Cellisten Kurt Lewin hervorragte. Anfang April beging Geheimer Sanitätsrat Dr. Eugen Dörnberger, einer der bekanntesten Aerzte in München, seinen 70. Geburtstag. Dr. Dörnberger hat sich im Schul- und Gesundheitsamt der Stadt München und um den Auf- und Ausbau der Freiwilligen Sanitäts-Kolonne jahrzehntelang besonders verdient gemacht. Am 19. April wird Bezirksrabbiner D r. M. Weinberg 70 Jahre. Im Jahr 1895 begann er seine Tätigkeit in dem weitgedehnten Bezirksrabbinat in Sulzbürg in der Öberpfalz und siedelte später nach Neumarkt, dann nach Regensburg über. Mit einer Abhandlung „Die Organisation der jüdischen Ortsgemeinden in talmudischer Zeit" begründete er seinen Ruf. Besonders bekannt wurden seine Veröffentlichungen zur Geschichte der oberpfälzischen Juden — von denen die Historische Kommission des Bayerischen Landesverbandes drei Bände veröffentlichte — und über die berühmten hebräischen Drucke in Sulzbach. Jüngst erst begann sein lang erwartetes Buch über Memorbücher bayerischer Kehiltoth zu erscheinen, das eine wesentliche Geschichtsquelle bildet. Dr. Weinberg ist überall zu finden, wo es gilt, sich für jüdische Dinge einzusetzen. Als Mitglied des Rats des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden ist er ein geschätzter Berate^ s—mm» Donnerstag, 15. April 193/ nung zu tragen. Der Regierungskommission, die das "neue Programm für das -Fachschulwesen Litauens aufzustellen hat, wird auch ein Vertreter des litauischen Ort angehören. Nach Abschluss eines in Südafrika zugunsten, des Verbandes Ort-Ose durchgeführten Drives durch den Vizepräsidenten der Gesellschaft, Dr. A. Singälowsky, fand in Johannesburg eine Konferenz statt, an der 200 führende jüdische Persönlichkeiten teilnahmen. Es wurde eine Ort-Ose-Landesorganisation mit einem Landesrat an der Spitze gegründet. Die neue ^Organisation wird sich in Südafrika auf dem Gebiet der Förderung der Berufsumschichtung und des Gesundheitsschutzes unter den Juden betätigen und'den Kontakt mit den Ort- und Ose- Verbänden in Europa aufrechterhalten. Auslandsnachrichten Algier Der Generalgouverneur von Algerien, L e B e a u, gab bei dem Empfang einer .Abordnung des von' der algerischen Judenheit eingesetzten Exekutivkomitees für soziale Studien bekannt, das-s ein Gesetz vorbereitet werde, durch das tückische Meinungsäusserungen gegenüber religiösen Ueberzeugungen und Anschauungen und gegen die Ehre und Freiheit des Individuunis verboten werden sollen. Er hoffe, die Diffamierung von Juden in der algerischen Presse werde aufhören, sobald der neue Entwurf Gesetz geworden sein wird. Danzig Nach einer Meldung des „Völkischen Beobachters" vom 9. April sind die Gerüchte, dass in Danzig die Einführung der deutschen Rassegesetzgebung bevorstehe, unzutreffend. England Am 1. Juli tritt der bisherige ständige Unterstaatssekretär im Kolonienministerium, Sir John M a f f e y , der starken Einfluss auf die englische Palästinapolitik zu üben pflegte, von seinem Posten zurück. Sein Nachfolger wird Sir Arthur C. Parkinson. C riechenland Fast alle grossen Zeitungen in Athen und Saloniki haben ein Dankschreiben veröffentlicht, das der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Saloniki, Gatt.egno, an den Ministerpräsidenten Metaxas für die Gewährung finanzieller Pessachhilfe durch die Regierung an die bedürftige jüdische Bevölkerung gerichtet hat. Die.führende Athener Zeitung „Ethniki" bemerkt zu diesem Schreiben u. a., die gegenwärtige Regierung mache keinen Unterschied in der Behandlung von Bürgern des griechischen Königreiches;. welcher Klasse, Rasse oder Religion ein Bürger auch angehören möge', er geniesse gleiches Recht und finde beim Staat gleiches Intersse und gleichen Schutz. Beweis hierfür sei die wohlwollende Erledigung einer Reihe für die jüdische Bevölkerung wichtiger Probleme. Darum scheine es uns auch völlig verständlich, dass der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde dem Ministerpräsidenten so herzlich für das lebhafte Interesse danke, das die Regierung der jüdischen Bevölkerung der mazedonischen Hauptstadt entgegenbringe. Eine andere Haltung wäre Mangel an Pflichtbewusstsein: „wir halten einen solchen für ganz unmöglich bei der staatstreuen aktiven und ehrlich arbeitenden jüdischen Bevölkerung Griechenlands". Tschechoslowakei Als Nachfolger des vor kurzem verstorbenen Vorsitzenden der Prager Jüdischen Kultusgemeinde, Dr. Maximilian Reiner, wurde Adv. Dr. Emil Kafka zum Vorsitzenden der Gemeinde gewählt. Wie sein Vorgänger ist auch der neue Gemeindevorsitzende Mitglied des Verbandes der Tschecho-Juden. Er gehört der Repräsentanz der Prager Jüdischen Kultusgemeinde seit 1921 an und war zeitweilig ihr stellvertetender Vorsitzender. Dr. Kafka erfreut sich besonderer Wertschätzung bei sämtlichen jüdischen Gruppen. Aus den Familien Julius Beermann (Berlin - Charlottenhur?) feierte am 20. März seinen SO. Geburtstag. - J. Heller ('Bonn) beging am 3. April seinen SO. Geburtstag. — Moritz G o 1 cl barth (Szamotuly/Poscii' wurde am S. April 75 Jahre alt. — Heinrich C o h n (Berlin) beging: am 14. April seinen 70. Geburtsta?- — Jeanette 'Ferse geb. Kandcr (Wanne-Eicke!> feiert am 19. April ihren 85. Geburtstag. tm Ah,, Mikks Me L~$*~%e£tm§. M&§k Midi jtsfdmm^ immt Senden Sie mir bis auf Widerruf die C-V.-Zeifygig 66 Pfennige für-die Monate April und Mai zahle ich bei Vorlage der Postquittung an den Briefträger. Die beiden letzten Aprilnummern sollen mir kostenlos geliefert werden. Name:___— Ort:__ Strasse:__.__ Ausschneiden und mit 3 Pfg. frankiert (öder euch unfrankiert) senden an: C.-V.-Zeitung, Vertrieb, Berlin W15, Emser Strasse 42. J 2, Oliva 8141.