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Central-Verein-Zeitung · 1937-04-08 · 14 (8.4.1937) · page 14

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
16 (1937)
Issue
14 (8.4.1937)
Date
1937-04-08
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Iiis! ma-lms« hau der C.-V.-Zeitnng w Orangenernte, Lebenshaltungskosten und andere Wirtschaftsfragen Tel-Aviv. 31. März. Die Orangenernte in Palästina ist im wesentlichen abgeschlossen und auch die Verschiffungssaison dürfte im Laufe des folgenden Monats ziemlich zu Ende gehen. Gegen Ende dieses Monats wurden die bisher vorgenommenen Verschiffungen bereits auf annähernd neun Millionen Kisten geschätzt, gegenüber 5,25 Millionen in der ganzen Saison 1935/36. Davon dürften bisher etwa 400 000 Kisten über den neuen Hafen von Tel-Aviv exportiert worden sein. Besonders deutlich wird die Steigerung in der amtliehen Aussenhandelsstatistik für Januar, die übrigens auch ganz allgemein in den wichtigsten Positionen der Ein- und Ausführ eine kräftige Ausweitung gegenüber dem gleichen Vorjahrsmonat zeigt. Die Ausfuhr von Orangen erhöhte sich gegenüber dem entsprechenden Vorjahresmonat von 1,45 auf 2.21 Millionen Kisten, die Ausfuhr von Grapefruits von 113 000 auf 196 000 Kisten. Da die Saison diesmal wesentlich länger ist als in dem besonders schlechten Vorjahr, dürfte sich in den fo]genden Monaten der Abstand zugunsten des Jahres 1937 noch weiter vergrössern. Aber die erfreuliche Entwicklung der Erntemengen darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass .auch diesmal die Zitruswirtschaft des Landes vor ernsten Problemen steht. Im vorigen Jahre hatte das Verhängnis die Zitruswirtschaft i n Palästina selber betroffen: die heissen Wüstenwinde des Mai liessen einen erheblichen Teil der Frucht noch am Baume verdorren. Diesmal ist die grosse Sorge, was mit den Früchten ausserhalb des Landes, auf den grossen Exportmärkten, geschieht. Die Preise, die für die Jaffa-Orangen auf dem englischen Markt erzielt wurden, waren zeitweilig schlecht und verlustbringend. Die Ursache war nicht zuletzt die schlechte Qualität, in der manche Sendungen ankamen. Nun ist in den letzten Wochen zwar ein sehr fühlbarer Preisanstieg erfolgt, der zweifellos die Verluste der vorangegangenen Zeit zu einem Teil wieder ausgeglichen hat. Aber man weiss heute noch nicht, wie weit dieser Ausgleich genügt hat, und vor allem besteht jetzt die Gefahr." dass die höheren Preise — selbst wenn die feste Tendenz der Märkte anhalten sollte —• nicht der palästinensischen Zitruswirtschaft, sondern — dem britischen Fiskus zugute kommen werden. Denn vom 1. April bis zum 30. November erhebt England erhöhte Schutzzölle auf Jaffa-Orangen, um der südafrikanischen Zitruswirtschaft und anderen Zitrus produzierenden Ländern des Empire einen angemessenen Anteil am englischen Markt zu sichern. Für die palästinensischen Pflanzer bedeutet dieser Zoll einen besonders harten Schlag, weil gerade die im März geernteten Früchte, die zu einem Teil erst nach dem 1. April in England eintreffen können, qualitativ sehr hochwertig"sind, also an sich einen guten Absatz versprechen. Im englischen Unterhaus ist auch schon darauf hingewiesen worden, dass man die Inkraftsetzung dieses Schutzzolles noch etwas hinausschieben sollte, weil das Gros der südafrikanischen Zitrusernte ohnehin kaum vor Mitte Mai in England eintreffen würde. Man könnte also die palästinensische Verschiffungssaison ungestört bis zu Ende auslaufen lassen, ohne Südafrika zu schädigen. Aber es ist natürlich mehr als zweifelhaft," ob die wohlwollenden Erwägungen, die der Staatssekretär für die Dominions "zugesagt hat, rechtzeitig zu einem positiven Ergebnis führen werden. So ist es begreiflich, dass trotz der besseren Ernte die Stimmung in weiten Kreisen der Zitruswirtschaft ernst ist. Da ohnedies die Ernte, bei normaler Witterung, in den folgenden Jahren weiter erheblich steigen wird, gewinnt die Frage der lohnenden Verkaufsmöglichkeiten immer höhere Bedeutung. All diese Probleme -können kaum besser verdeutlicht werden als durch die kurze Wiedergabe einer Auseinandersetzung zwischen der angesehenen landwirtschaftlichen Fachzeitschrift „Bustenai" und der bekannten bürgerlichen Tageszeitung „Haarez", die dieser Tage stattgefunden hat. Der bekannte Bauernführer und Politiker Mosche Smüanski schreibt im „Bustenai" unter anderem: „Wir können nicht einen Teil unserer Zitrusbäume ausreissen, aber wir werden einen Teil der Früchte an Ort und Stelle vernichten müssen, um den Absatz der restlichen Ernte zu retten." Die Absicht des Verfassers ist offenbar, durch eine solche künstliche Verminderung des Angebots eine Steigerung der Preise zu erzwingen, wie es ja auch die amerikanischen Rohstoffländer zeitweilig während der Weltwirtschaftskrise versucht haben. Der „Haarez" bezeichnet diesen Vorschlag als einen blossen Ausbruch der Verzweiflung und führt eine Reihe von Gegengründen ins Feld. Dem High Commissioner" ist" bei seinem letzten Besuch in London von massgebenden Zitrusimporteuren gesagt worden, dass die palästinensische Zitruswirtschaft ihren Absatz nur bei geringeren Preisen und besseren Qualitäten ausdehnen könne. (Dabei ist vorweg zu . bemerken, dass nicht die Qualität der Produktion an sich beanstandet wird, sondern dass offenbar manche Sendungen auf dem Transport verderben, weil sie — trotz der Indienststellung von immer neuen Spezialdampfern — zu lange unterwegs sind und vielleicht auch im Schiffsraum unzweckmässig gelagert werden.) Der „Haarez" bemerkt dazu, dass nach dieser eindeutigen Ansicht der Abnehmer eine starke Preissteigerung, selbst wenn sie sich als durchführbar erweisen sollte, ihren Zweck durchaus verfehlen würde. Ist aber eine solche künstliche Preissteigerung überhaupt durchführbar? Die Weltmarktpreise werden ja nicht durch die Jaffa- Orange allein bestimmt, sondern auch andere Länder, wie etwa Spanien und Italien, Kalifornien und Südafrika und nicht zuletzt unsere Nachbarländer im Mittleren Osten erweitern ständig ihre Anbaufläche, eine Tendenz, die ebenfalls einer allgemeinen Hebung des internationalen Preisniveaus entgegenwirken muss. Als ein weiteres Beispiel und als eine Art Leidensgefährtin der Zitruswirtschaft führt der „Haarez" die jüdische Milchwirtschaft des Landes an. Allerdings handelt es sich bei dieser weniger um Äusfuhrsorgen, als um Fragen des Inlandsmajktes. Die Verdienste aus dem Verkauf der Trinkmilch werden zu einem guten Teil aufgezehrt durch Verluste, die sich beim Absatz von Butter und Käse ergeben, denn diese Milchprodukte sind einer scharfen Auslandskonkurrenz ausgesetzt. Hier ist es ganz eindeutig, dass künstliche Verringerung des Angebots die Nachfrage nach ausländischen Erzeugnissen stärken müsste, und künstliche Erhöhung der Preise entweder den Konsum überhaupt vermindern oder ebenfalls auf billigere Auslandsware ablenken würde. Das gemeinsame Problem ist unter anderem die Frage der Lebenshaltungskosten, die namentlich im jüdischen Sektor noch immer relativ hoch sind und damit auch die Produktion, sowohl in der Zitruspflanzung als in anderen Zweigen der Landwirtschaft und in der Industrie, verteuern. Schliesslich weist der „Haarez" darauf hin. dass, im Gegensatz zu den negativen Vorschlägen der Emtevernichtung, die Möglichkeiten der positiven Selbsthilfe noch längst nicht erschöpft sind. Dazu gehören: Verbesserung der Transportmethoden durch Verhandlungen mit den Schiffahrtsgesellschaften, Ausbau der zitrusverarbeitenden Industrie, noch stärkere Mobilisierung der öffentlichen Meinung zugunsten der Tozeret Haarez, und schliesslich eine Handelspolitik, welche die Palästina 1936 Eine begrüssenswerte und gute Uebersicht über die Wirtschaftsentwicklung in Palästina in dem schwierigen Jahr 1936 bietet ein kleines Heftchen, das "eine der aus Deutschland stammenden jüdischen Privatbanken des Landes, die Ellern's Bank Limited, der Oeffentliehkeit zugängig macht. Unsere Leser sind an für sich über die Wirtschaftssituation des Landes aus den Berichten unseres Palästina-Korrespondenten ausgezeichnet unterrichtet. In knapper, übersichtlicher Darstellung ziehen die einzelnen Wirtschaftszweige des Landes an dem Leser vorüber. Der Bericht beschäftigt sich zunächst mit den Fragen der Währung, der Einwanderung, von Konsum und Produktion, der öffentlichen Finanzen, der Aussenhandelslage und der Zoll- und Handelspolitik. Nach der Darstellung dieser grundsätzlichen und allgemeinwirtschaftlichen Gebiete geht er zu den einzelnen Wirtschaftszweigen über,"behandelt hier die landwirtschaftliche Entwicklung, vor allem die Citruswirtschaft, und recht eingehend und instruktiv die industrielle Entwicklung: Elektrizitätswirtschaft, Textilien, Lebensmittel, Oele und Seifen, Tabak, Chemikalien und Pharamazeutika, Eisen- und Metallwaren, künstliche Zähne, Leder, Holzverarbeitende Industrie, Glas, Bauindustrie. Weitere Kapitel beschäftigen sich mit der Lage des Grundstücks-, Arbeits-, Hypotheken- und Geldmarktes, der Bautätigkeit, den Transferfragen, der Schiffahrt, des Hafens Tal-Aviv, des Verkehrs, Fremdenverkehrs und Hotelgewerbes, des Effektenmarktes, der Lage der Banken und schliesslich mit der Wirtschaftsentwicklung des arabischen Sektors. Es ist selbstverständlich, dass auch dieser Bericht ganz unter dem Eindruck der Unruhen steht, die das Land während des grössten Teiles des Jahres erschüttert haben und noch immer erschüttern. Aber auch weltwirtschaftliche und aussenpolitische Einflüsse sind an der Palästina- Wirtschaft nicht spurlos vorbeigegangen. War es 1935 vor allem die abessinische Krise, die grosse Schwierigkeiten mit sich brachte, so machten sich 1936 die verschärften Devisenbestimmungen vieler Länder (insbesondere jetzt auch Polens), die Abwertung in den Gold Währungsländern (hier vor allem durch die engen Beziehungen zur syrischen Wirtschaft, wo die Valuta mit dem französischen Franc verbunden ist) und die wachsenden Schwierigkeiten der Ausfuhr auch innerwirtschaftlich bemerkbar. Alle diese Hemmungen hat das Land aber bisher verhältnismässig gut überstanden, und das Vertrauen in die eigene Kraft und den endlichen Erfolg des Aufbau willens wurde trotz mancher Fehlschläge und Enttäuschungen nicht erschüttert. Dass dies so ist, ergibt auch die Feststellung, dass von einer nennenswerten Kapitalflucht kaum gesprochen werden kann. Neuer Postflug Berlin—Tel-Aviv Durch den Sommerflugplan ist auch eine neue günstige Luftpoststrecke zwischen Berlin und Palästina geschaffen worden. Das Postflugzeug verlässt morgens 7 Uhr den Tempelhofer Flughafen und trifft noch am gleichen Tage in Athen ein. Hier wird die Post von der polnischen Luftfahrtgesellschaft „Lot" übernommen, die seit dem 4. April ihren neuen Dienst Warschau—Palästina durchführt. Die Maschine fliegt am nächsten Vormittag 11 Uhr 30 Min. von Athen und trifft um 17 Uhr 05 Min. desselben Tages in Lydda (Palästina) ein, von wo die Weiterbeförderung nach Tel-Aviv hauptsächlich durch Kraftpo6t erfolgt. .Mit Hilfe dieser neuen Verbindung dauert der Luftpostweg vom Berliner Absender bis zum Empfänger in . den palästinensischen Hauptstädten knapp 2\lz Tage. ausländischen Lieferanten Palästinas veranlasst, der Jaffa-Orange die Zollgrenze zu öffnen. Wie bekannt, hat der Landwirtschaftsauschuss der Regierung jetzt 100 000 LP bewilligt, um durch Propaganda und andere Massnahmen die Erschliessung neuer Märkte für die palästinensische Zitruswirtschaft zu ermöglichen. In diesem Zusammenhang ist schliesslich noch zu erwähnen, dass die Unterbringung der Arbeiter, die mit Beendigung der Zitrusernte frei werden, diesmal keinerlei Schwierigkeiten machen dürfte. Zum Teil waren die fehlenden Arbeitskräfte für die Orangenernte diesmal sogar von anderen Arbeiten abkommandiert worden. Wichtige Siedlungs-Unternehmungen und Strassenbauten wurden unterbrochen, um Aushilfsarbeiter in die Pardessim zu schicken. Diese Arbeiten werden jetzt wieder aufgenommen werden. Auch die Anlage neuer Siedlungen auf dem Lande ist im Gange. Die Industrie schliesslich ist ausgesprochen gut beschäftigt, manche Textilfabriken arbeiten mit Nachtschicht, auch in anderen Zweigen der Industrie macht es sich bemerkbar, dass mit der Besserung der Weltkonjunktur der Druck der Dumping-Einfuhr aus anderen Ländern, der ja nur eine Folge des Absatzmangels in eben diesen Ländern gewesen war, nachgelassen hat, dass die wenigen Schutzzölle, welche die Palästina-Regierung bewilligt hat, sich auszuwirken beginnen und "dass die Exportmöglichkeiten steigen. Wenn sich trotzdem auch jetzt bei vereinzelten Industrie - Unternehmungen finanzielle Schwierigkeiten gezeigt haben, so hängt dies keineswegs mit schlechtem Geschäftsgang zusammen. Nur ist in dem kritischen Jahr 1936 die Unterkapitalisierung, unter der manche Unternehmungen von Anfang an gelitten haben, deutlicher spürbar geworden, und auch in Kalkulation und Organisation sind gelegentlich w'ohl Fehler gemacht worden, wie sie bei jedem Aufbau unvermeidlich sind. Gerade weil aber die Industrie technisch schon einen gewissen Reifegrad erlangt und sich auch die Absatzmöglichkeiten für ihre Produkte erobert hat, gelingt es fast immer, solche vereinzelten Stockungen „unter der Hand", ohne Produktionsunterbrechung durch finanzielle und sonstige Reorganisationsmassnahmen zu beseitigen. Nach unseren Erkundigungen wird der Flug zurzeit am Montag und Freitag jeder Woche ausgeführt. Etwaige Aenderungen geben wir jeweils in unserer Rubrik „Postanschlüsse nach Uebersee" bekannt. Politische Nachrichten Die Denkschrift der Jewish Agency, die der Königlichen Kommission anlässlich ihrer Erhebungen in Palästina überreicht worden ist, ist jetzt in London im Druck erschienen. Sie enthält, wie in dem Begleitschreiben ausdrücklich betont wird, nicht eine vollständige Liste der Beschwerden, die die Jewish Agency zu erheben hat, sondern beschränkt sich auf die Hauptpunkte, die in 14 Kapiteln behandelt werden. Es wird in dem Memorandum immer wieder darauf hingewiesen, dass es die Pflicht der Mandatarmacht sei. die Errichtung des Jüdischen Nationalheims nicht nur zu dulden, sondern zu erleichtern. Kein anderes Prinzip als das der Aufnahmefähigkeit des Landes, das in vollem Umfange zum Massstab der Einwanderung zu machen sei, stände in Uebereinstimmung mit der Balfour-Deklaration. Die Entwicklung von Selbstverwaltungseinrichtungen solle in Uebereinstimmung mit dem Grundsatz, dass es zwischen Juden und Arabern keine Herrscher und keine Beherrschten geben dürfte, vor sich gehen. Auf dieser Grundlage sei die Jewish Agency wie immer bereit, über die Herstellung harmonischer Beziehungen zwischen den beiden Volksstämmen zum Wohle der gemeinsamen Heimat zu diskutieren. Der Denkschrift sind die grundlegenden Dokumente über Entstehung, Inhalt und Interpretation des Mandats beigefügt. * Der High Commissioner, Sir Arthur Wauchope, hat in Verbindung mit dem Chefsekretär der Palästinaregierung, John Hathorn Hall, und mit dem Leiter der Polizei die Sicherheitsverhältnisse in Palästina erörtert. Ein Bericht an das Colonial- Office soll nach Meldung arabischer Zeitungen ausgearbeitet worden sein. Die Werbung für das zum Sicherheitsdienst an der nordpalästinensischen Grenze bestimmte Grenzkorps, das aus Engländern, Arabern und Juden unter dem Kommando britischer Offiziere bestehen soll, hat begonnen. Die Abteilungen werden fast durchweg "motorisiert sein, da man von der dadurch gewährleisteten grösseren Beweglichkeit der Truppen eine besonders wirksame Bekämpfung der illegalen Grenzüberschreitungen erhofft. * Wie amerikanische Zeitungen melden, sind in Palästina Gerüchte verbreitet, dass der kürzlich zu einem Besuch in Palästina weilende ehemalige High Commissioner für Aegypten, Lord Lloyd, an Stelle von Sir Arthur Wauchope zum High Commissioner von Palästina ernannt werden soll. „Manchester Guardian" bezeichnet diese Gerüchte als unbegründet und fügt hinzu, dass sie in jüdischen Kreisen nicht ernst genommen werden. * Die, wie bereits berichtet, unter den Arabern bestehende Absicht, eine Propaganda-Delegation nach London zu entsenden, die dort den arabischen Standpunkt vertreten soll, scheint jetzt zur Durchführung zu gelangen. Nach scharfen Auseinandersetzungen im arabischen Lager über den Charakter und die Zusammensetzung dieser Abordnung hat das Oberste Arabische Komitee am 1. April beschlossen, die Delegation zu entsenden. Sie wird aus dem Präsidenten der palästinensisch-arabischen Partei, Dschemal Hussein!, und Dr. Ozzat Tannaus bestehen. Beide waren im Juni vorigen Jahres in gleicher Mission schon einmal in London. Das Echo der Teilungsgeruchte Die ersten Aeusserungen über den Plan einer Aufteilung Palästinas in einen jüdischen und einen arabiscchen Gebietsteil bzw. in jüdische und arabische Kantone liegen sowohl von jüdischer wie auch von arabischer Seite vor. Sief sind sämtlich scharf ablehnend. M. M. Ussischkin, der Präsident des zionistischen Aktionskomitees und des Jüdischen Nationalfonds erklärte in Tel-Aviv vor Vertretern der Presse, die Zionisten würden gegen die Verwirklichung des Planes mit der gleichen Entschlossenheit kämpfen, mit der sie seinerzeit das Uganda- Projekt bekämpft hätten. Gerade jetzt, so führte Ussischkin weiter aus, habe der Nationalfonds die Möglichkeit, grössere Bodenkomplexe in Palästina zu erwerben. So sollen in der Gegend von Beisan 35 000 Dunam für sechs neue Siedlungen gekauft werden und weitere 120 000 Dunam könnten in Obergaliläa erworben werden. Erez Israel, so schloss Ussischkin, erwarte die Unterstützung der Diaspora. Im gleichen Sinne äusserte sich anlässlich einer Landeskonferenz des palästinensischen Misrachi in Jerusalem David ben Gurion, der Vorsiizende der Eekutive der Jewish Agency. „Wir können" führte er aus, „angesichts des bevorstehenden Berichts der Kgl. Kommission nicht ruhig bleiben. Wenn auch noch nichts Bestimmtes über den Inhalt dieses Berichtes bekannt ist, so ist doch der Verdacht begründet, dass er den Vorschlag einer Kantonisierung Palästinas enthalten wird. Wir werden einen solchen Vorschlag bekämpfen, bis die angebliche Absicht einer Teilung Palästinas fallen gelassen ist.'* Es ist eine traurige Genugtuung, dass in Bezug auf die Ablehnung des Londoner Planes eine vollkommene Einmütigkeit auch mit den Arabern besteht. Die arabischen Zeitungen Palästinas bringen sämtlich zum Ausdrucck, dass die Araber in eine Teilung Palästinas niemals einwilligen würden. Der Plan werde als ein von jüdischer Seite ausgehender Vorschlag bezeichnet, der nur von einer kleinen englischen Gruppe unterstützt werde. Auf Grund der Palestine (Defence) Order in Council 1937 hat der High Commissioner eine Verordnung erlassen, durch die die Distriktskommissare oder ihre Stellvertreter ermächtigt werden, Polizeiabteilungen in Gebiete zu senden, deren Einwohner die "Unterstützung der Polizei oder der Behörden bei der Unterdrückung von Unruhen verweigert haben. Diesen Polizeiabteilungen sind von der Bevölkerung Unterkünfte und Verpflegung zur Verfügung zu stellen. Geschieht dies nicht, dann ist die Polizei berechtigt, Unterkünfte und Nahrungsmittel zu requirieren. * Während im allgemeinen die Lage im Lande weiter ruhiger geworden ist, ist die Situation in Tiberias immer noch äusserst gespannt. Nachdem schon am Ende der vorigen Woche die Siedlung Sedschera bei Tiberias von allen Seiten durch bewaffnete Araberbanden beschossen worden war, begannen am 31. März morgens die Araber, wieder jüdische Passanten in denStrassen mit Steinen zu bewerfen. Bei den sich daraus ergebenden kleineren Zusammenstössen wurden zwei Araber und ein Jude verhaftet. Die acht im Verfolg der Beschiessung jüdischer Arbeiter bei Kfar Tabor verhafteten Araber sind durch das Schnellgericht zu je sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden. Am 1. April wurden zwei jüdische Krankenschwestern, die sich in Schwesterntracht zu ihrer Arbeit in das Jerusalemer Stadtviertel Jemin Mosche begeben wollten, von Arabern mit Steinen beworfen. Eine von ihnen wurde leicht verletzt. Durch einen unglücklichen Zufall ist der Siedler Elijahu Saklaw in. Chefziba von dem jüdischen Hilfspolizisten Herbert Goldstein erschossen worden. Neuer Generalsekretär der Hebräischen Universität In dem Akademikerheim der Hebräischen Universität fand zu Ehren des bisherigen Generalsekretärs der Universität Jerusalem, Dr. S. G i n z b e r g, der am 1. April aus dem Amte schied ein Abschiedsbankett statt. Zum Nachfolger Dr. Ginzbergs wurde. das Mitglied der Exekutive der Jewish cAgency, Dr. Werner Senator, bestimmt, Geologisches in Palästina. In dem gleichnamigen Aufsatz von H. Herrmann in Nr. 13 der C.-V.-Zeitung vom 1. April muss es heissen: Spalte 1, Absatz 3, Zeile 5: anstatt Kambium: Kambrium, und Spalte 3, Absatz o. Zeile 8: anstatt Sakier-Schichte: Sakie-Schicht. Infolge eines Manuskriptfehlers war ausserdem in Spalte 2, Absatz 5, Zeile 6: 60 000 Kalorien gesetzt, wo es 6000 Kalorien heissen muss. Der Eeren Hajischuw (Palästina-Aufbaufond der Agudas Jisroel) veröffentlicht einen Aufruf, in dem er feststellt, dass. jüdisches Volk und jüdische Religion von einander nicht zu trennen und dass es dringende Forderung der Gegenwart sei, durch aktive Mitarbeit am Aufbau des Landes die geschichtlich religiöse Wesensart des Judentums in Erez Jisrael zur Geltung zu bringen. Die Uraufführung des Palästina-Films „Hatikwah — Dokumente einer Hoffnung" findet am 13, April ini Berliner Logenhaus, Kleiststr. 10, statt/

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