Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 16 (1937)
- Issue
- 14 (8.4.1937)
- Date
- 1937-04-08
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Tüäket Be&^kaü MkettM MkU mus grenzt. Während die westlichen kapitalistischen Länder reich an Rohstoffen und Gold seien und in einer verhältnismässigen Wirtschaftsfreiheit lebten, sei Mitteleuropa gold- und rohstoffarm. — Ronan untersucht sodann den Einfluss der umliegenden ■ grossen Mächte auf die mitteleuropäische Frage. England ist am wirtschaftlichen Aufschwung Mitteleuropas interessiert. Frankreich will Mitteleuropa in zwei Teile zerreissen und den Südosten tunlichst unter die Herrschaft der ihm befreundeten und verbündeten Völker stellen. Italien will jede Grossraumbildung an seiner Nordgrenze verhindern. Die russische Aussenpolitik in Europa muss alles daran setzen, um die Westgrenze des Reiches zu sichern. — Nach diesen Feststellungen wendet sich Rohan dem Aspekt der neueren Geschichte Mitteleuropas zu. Sie sei erfüllt vom Ringen um die Gestaltung der deutschen Nation und vom Ringen der nichtdeutschen Völker Mitteleuropas um ihr Wesen, und schliesslich von der Auseinandersetzung zwischen Deutschen und Nichtdentschen, wobei/etwa wie eine zweite Stimme, die Auseinandersetzung zwischen Madjaren und Nichtmadjaren mitklinge: aber auch diese bleibe immer bestimmt durch das Verhältnis von Deutschen und Madjaren. — Nach geschichtlichen Hinweisen auf die Rolle des böhmischen Raumes in der mitteleuropäischen Entwicklung stellt Prinz Rohan der neuen Gestalt Mitteleuropas folgende politische Prognose: „Wäre die Gleichberechtigung zwischen den Staaten und innerhalb der Staaten zwischen den Völkern durchgeführt, die Minderheitenfrage also gelöst, eine enge Zusammenarbeit zwischen Industrie- und Agrargebieten im mitteleuropäischen Raum in Gestalt eines engen Wirtschaitsbündnisses — vielleicht einer Zollunion — verwirklicht, herrschte kulturelle Zusammenarbeit und politische Freundschaft in einer allgemein bewusst gewordenen mitteleuropäischen Solidarität, so wäre das ein Beitrag ersten Ranges zur deutsch-französischen Verständigung und damit zum Aufbau eines neuen Europa." Die nationalitätenpolitische Grundfrage Mitteleuropas hat nach Ronans Darlegung ein wichtiges Ergebnis gezeitigt. Auf Grund des neuen Staatsbegriffs und des neuen höheren Begriffs vom Wesen des Volkstums hat sich die Tatsache der Vereinbarkeit von Staatstreue und Volkstreue ergeben, die namentlich vom heutigen Sudetendeutschtum vertreten wird. Eine wirkliche Lösung des mitteleuropäischen Wirtschaftsproblems hält Rohan nur auf Grund zwischenstaatlicher und zwischen völkischer Arbeitsteilung für denkbar. Diese aber stehe in unmittelbarem Gegensatz zu dem Streben der Völker nach kriegswirtschaftlicher Autarkie. Aus diesen Ueberlegungen ergeben sich für Prinz Rohan zwei Aufgabenkreise: ..Erstens Kampf um volle Gleichberechtigung der mitteleuropäischen Staaten untereinander und der Völker innerhalb der Nationalitätenstaaten; svei tens das Ringen um eine echte mitteleuropäische Befriedung und Völkerverständigung." F. F. Oesterreich Am 31. März wurde gegen die Stimmen der Union österreichischer Juden und bei Stimmenthaltung anderer Gruppen in einer Vollversammlung der Wiener Israelitischen Kultusgemeinde der frühere Vizepräsident der Gemeinde, Dr. Joseph Löwenherz, zum Amtsdirektor gewählt. Damit hat ein fast zwei Jahre währender Streit um diesen Posten seinen Abschluss gefunden. Der Etat der Gemeinde wurde trotz aller Angelegenheit: es ging ihm darum, dass wir uns" selbst, dass wir unser Leben heiligen und somit das Kommen des Messias erleichtern. Am Ende dieses merkwürdigen, reinen und grossen Lebens erscheint es uns in allen seinen Wendungen als vollkommene und in sich gerechte, widerspruchslose Entwicklung. Zeitgenosse war Birnbaum mehr als wohl sonst ein Jude und zugleich ein — Gottsucher. Und vielleicht sein ergreifendstes, persönlichstes Bekenntnis, über seine plötzlich ihm ins Bewusstsein tretende Umkehr beginnt mit den Worten: ,.IchhabeGottnichtgesuch t.li L. H. Räume und Menschen Zeitschriftenschau In einem Aufsatz „Räume und Menschen des britischen Weltreichs" („Länder und Völker", 67. Jahrg., Nr. 4) macht Otto Corbach folgende Ausführungen: „Die ,le.eren Räume' eines Weltreichs sind Magneten für landloses Volk aller Herren Länder geworden. Wenn das Mutterland dauernd versagt, genügend Menschen an sie abzugeben, so ward man sie an fremde Völkerschaften verlieren und schliesslich froh sein müssen, wenn es sich dabei nur um Angehörige der weissen Rasse handelt. Mit dem Mutterlande und den ihm vom Völkerbunde anvertrauten Mandatsgebieten umfasst das britische Reich 37 786 500 qkm. Es hat auf fast viermal so grosser Fläche fast genau dieselbe Bevölkerungsziffer wie Europa, nämlich rund 500 Millionen. Davon sind aber nur etwa 65 Millionen Weisse. Ausserhalb Europas gibt es kaum 20 Millionen britische Untertanen, die Angehörige der weissen Rasse sind. Dabei sind Kanada, Australien und Neuseeland, die wichtigsten Tochterstaaten Englands, zusammen fast doppelt so gross wie Gesamteuropa, während die Zahl ihrer weissen Bewohner erst 17 Millionen beträgt, trotzdem die farbige Urbevölkerung zugunsten weisser Siedler fast völlig ausgerottet wurde. Solange die farbigen Untertanen John Bulls mit den Mitteln weltpolitischer, Strategie noch leicht in gchach gehalten sachlichen Gegensätze", 'die in 'der Disk'ussion zutage getreten waren, einstimmig angenommen. Aus dem Referat des Kultuspräsidenten Dr. Desider Friedmann sing hervorvdass der Voranschlag Ausgaben in Höhe von 6,5 Millionen Schillingen vorsieht. Der Union österreichischer Juden überreichte Generalmajor Zoblernig „in Anerkennung ihrer vaterländischen Haltung" eine Fahne der Vaterländischen Front. Der Präsident der Union, Regierungsrat Dr. Oppenheim, dankte in einer Ansprache für diese Ehrung. Die Zahl der Sterbefälle in der Wiener jüdischen Gemeinde betrug in den Monaten Januar und Februar 517, die der Geburten nur 106. Die Zahl der jüdischen Volksschüler, die 1930/31 noch 9272 betrug, ist im neuen Schuljahr auf zirka 4600 gesunken. Beide Ziffern zeigen die starke Ueberalterung und das ständige Absinken der Gemeinde. Tschechoslowakei Der Hebräische Schulverein in Munkacevo (Tschechoslowakei) hat eine Sitzung abgehalten, in der der Abgeordnete Dr. Chaim Kugel über die vom Ministerpräsidenten Hodza angekündigte Verstaatlichung der hebräischen Schulen sprach. Die Erklärung des Ministerpräsidenten wurde mit grosser Genugtuung zur Kenntnis genommen. Die Leitung besprach weitere Massnahmen zur Verwirklichung des Inhaltes der Regierungserklärung und befasste sich mit der Möglichkeit der Errichtung neuer Volksschulen im nächsten Schuljähr. Der Vorsitzende des Schulvereins, Dr. W. Sternb a c h , wurde beauftragt, an den Ministerpräsidenten und an die Jüdische Partei Danktelegramme zu richten. Der Neubau des Hebräischen Gymnasiums ist vollendet. Am 11. April findet die Chanukka-Habajit statt. Am Vormittag wird im Turnsaal des neuen stattlichen Gebäudes der eigentliche Festakt mit Ansprachen, Chören und Rezitationen abgehalten, am Nachmittag findet die Generalversammlung des Hebräischen Schulvereins für Karpathorussland statt. Die Feierlichkeiten werden am Abend mit einem Festkonzert ihren Abschluss finden. Ein Pessachgruss des Amsterdamer Oberrabbiners Von unserem Amsterdamer 1 H-Berichterstatter Amsterdam, den 4. April. Die Bemühungen der Amsterdamer Jüdischen Gemeinde, einen stärkeren Kontakt zu den hierher gewanderten Juden aus Deutschland zu finden, haben in der letzten Zeit in der ver- W ann und wo finden Sie Rat? jntteldeutschland l>resden 14. April. 16—1 i Uhr. Jüdische Wirtschaft shilfe, Zeughausstr. 3 H essen-Xassjau und Hessen Marburg 15. April. 141-2- -16 Uhr, Kaffee Blumenfeld Fulda 20. April, 9i,2— Ho Uhr, Hotel Kaufherr läxnburg ±1. April, 15—1 Uhr. Werner- Senger-Str. 13 bei Aibert Metzcrer Worms 29. April 15- -17 Uhr, Genieindehau , Judengasse und als ,Kolonialsklavenc ausgenutzt werden konnten, brauchte die Menschenarmut der Dominien dem Mutterlande wenig Sorge zu bereiten, zumal die zur Verfügung stehenden Siedlungsräume gegen fremdartigen Zuzug leicht abgesperrt werden konnten. Seit dem grossen Kriege wachsen jedoch für den britischen Imperialismus in unheimlichem Tempo die Schwierigkeiten sowohl der Kontrolle über Gebiete mit dichter farbiger Bevölkerung, wie der Sicherung, leerer Räume gegen die Siedlungsansprüche von ,Völkern ohne Baum'. Zu diesen rechnet sich trotz seiner Eroberungen auf dem asiatischen Festlande auch Japan noch, das sich als Vormacht der gelben Rasse bemüht, den weissen Mann aus der weltpolitischen Führung zu verdrängen. Unter solchen Umständen muss sich den Lenkern des britischen Imperiums die Aufgabe, die von ihnen noch beherrschten überseeischen Siedlungsräume für eine organisierte Masseueinwanderung aufzuschliessen, als eine Lebensfrage aufdrängen." * In der Zeitschrift „Länder und Völker" (67. Jahrg., Nr. 4) hat Norbert T ö n n i e s einen Aufsatz .^Nationale Konzentration in Polen" veröffentlicht, in dem er u. a. auch auf die Judenfrage eingeht: „Koc berührt in seiner Rede vom 21. Februar die Judenfrage. Er hat damit ein Problem angefasst, das Aussenminister Beck in seiner letzten Dezemberrede als .europäisches Problem' bezeichnete. Polen ist ein Volk ohne Raum. Elf Prozent seiner Bevölkerung sind Juden, die zudem noch grosse Teile des Landbesitzes innehaben. Aus diesem Grunde wurde schon in der Schlusssitzung der Völkerbundsversammlung vom 16. Oktober 1936 von der polnischen Delegation die Ansiedlung der Juden Ost- und Mitteleuropas — d. h. natürlich in erster Linie der Juden Polens — in irgendeinem bevölkerungsarmen Teil der Welt verlangt. Oberst Koc hat eich selbstverständlich diesen staatspolitischen Notwendigkeiten nicht entziehen können und auch seinerseits das Judenproblem erörtert, zumal es in engstem Zusammenhang mit der Frage des Kommunismus in Polen steht. Er hat in seinem Programm dem in Polen immer stärker werdenden Antisemitismus Rechnung getragen, wenn auch vorläufig noch in verhältnismässig schwacher Weise. Denn er sagte, dass er zwar die Ausschreitungen gegen die Juden nicht billige, dass aber, idas Streben des pplnischiedensteir Form ifiren A'usdruck" gefunden. Anlässlich des Pessachfestes gab der Amsterdamer Oberrabbiner diesen Gedanken in einem besonderen Schreiben Ausdruck. In deutlichen, warm empfundenen Worten ist dieser ganze Aufruf gehalten, und immer wieder kommt zum Ausdruck, wie sehr man den ,;Kontakt" — man hat hier kürzlich eine „Extra-Contactcommissie'4 eingesetzt — wünscht. Nach einer Betrachtung über die Bedeutung des „Pessachfestes" sagt der Qberrabbiner wörtlich: „Ich betrachte aber den Zuzug unserer jüdischen Brüder aus Deutschland nicht nur an Zahl, sondern auch an jüdischem Interesse und an jüdischem Wissen als eine wirkliche Bereicherung unserer Gemeinde. Die Gemeinde Amsterdam hat niemals einen Unterschied gemacht nach der Herkunft ihrer Mitglieder, und stets darauf geachtet, dass alle zusammen und jeder einzelne zu seinem vollen Recht gelange. Aber gerade weil es so ist, und weil wir den Reichtum an Intelligenz, Regsamkeit und jüdischem Willen in unserer Gemeinde nicht missen wollen, möchten wir — und es ist besonders mein eigener Herzenswunsch —, dass durch ein schnelles und inniges Zusammenwachsen der Neuhinzugekommenen mit unserer Gemeinde ein erneuter und konkreter Beweis Geliefert wird für die Kraft der jüdischen Einheit in der Welt." Das sind deutliche Worte, die von den hierhergewanderten Juden richtig verstanden werden sollten. Aus den Familien Max Weiss (Berlin-Charlottenburg') wurde am 6. April SO Jahre alt. — Max Meyerstein (Kothen-Anhalt) feierte am 7. April seinen 75. Geburtstag. — Frau Lina Sehloch au er geb. Steinberg (Pasewalk) begeht am 11. April ihren 70. Geburtstag. — Martin Kainer (Ratibor) vollendet am 16. April sein SO.Lebensjahr. — Gustav Blumenau (Berlin-Wilmersdorf) wird am 17. April SO Jahre alt. — In Dresden starben Paul Levy im 76. Lebensjahr und Alexander B u c k w i t z im SO. Lebensjahr. — In Hanau a. M. starb Max Odenheimer, ein treuer, eifriger Mitarbeiter des C.-V. Voranzeigen Berlin: 15. April. 20 Uhr 15 Min.: Künstlerhilfe der Jüdischen Gemeinde. Liederabend jüdischer Komponisten. Mitwirkende: Paula Gtntmann (Gesang) und Walter Schleyer (Flöte). Beprleitunp:: I>r. Walter Hirschberg " und Dr. Jakob Schönberg. Festsaal der Joseph-Lehmann-Schule. Joachimsthaler Strasse 13. 18. April. 16 Uhr 30 Min.: Künstlerhilfe der Jüdischen Gemeinde. Tee-Xachmittag. Mitwirkende: Charlotte Hirschfeld (Holms). Heinrich Korn, die Herren Makowski (Violine). Manczyk (Cello) und Erich Ronis (Klavier). Gartensaal im Logenhaus, Kleiststrasse 10. Frankfurt a. M.: 17. April. 21 Uhr: Jüdisches Lehrhaus. Einleitunc?- abend. Martin Buher: ..Ein Wort an die jüdische Jugend". Vortragssaal, Unterlindau 21. Fortbildungskursus für jüdische Rechtsanwälte Der Landesverband Rheinland-Westfalen veranstaltet am 14. April in Düsseldorf einen Fortbildungskursus für jüdische Rechtsanwälte über das Recht der Auswanderung. Der Kursus wird von einem Fachmann geleitet. Rechtsanwälte innerhalb von Westfalen, dem Regierungsbezirk Düsseldorf oder Lippe, die aus Versehen eine Einladung nicht erhalten haben sollten und Wert auf Teilnahme legen, werden um Mitteilung gebeten an: Jüdischer Centrai- Verein, Essen, Hindenburgstrasse 75. sehen Volkes nach wirtschaftlicher Selbständigkeit verständlich sei. Es ist anzunehmen, dass Koc, obgleich er hier nur von den wirtschaftlichen Belangen des Polentums sprach, auch die kulturellen Fragen im Zusammenhang mit dem Judenproblem berücksichtigt wissen wollte." F. F. * Die Kunst des Siedeins Das übervölkerte Japan ist seit vielen Jahrzehnten gezwungen, seinen Menschenüberschuss aus dem "Mutterland hinwegzuleiten. Man weiss, dass das Heer diesen Strom in die Mandschurei, die Marine dagegen auf die polynesische Inselwelt zu leiten versucht. Jenseits dieser politischen Frage untersucht als Sonderkorrespondent der „Frankfurter Zeitung" Dr. Lily Abegg in der Nummer vom 4. April die Frage, inwieweit Japans Emigranten überhaupt siedlungsfähig sind. Sie kommt in diesem Aufsatz ,,Japaner als Siedler" zu in vielen Richtungen interessanten Folgerungen, von denen wir Hie folgenden zitieren: Die Anzahl der Japaner ausserhalb des Mutterlandes ist nicht gross, wenn man bedenkt, wie sehr Japan unter dem immer stärker werdenden Bevölkerungsdruck zu leiden hat. Die japanischen Auswanderer setzen sich aus Kaufleuten, kleinen Handels- und Gewerbetreibenden und landwirtschaftlichen Siedlern zusammen. Die Siedler zogen meist nicht in Urwälder oder in rauhe, unwirtliche Gegenden, um eine sich gerade selbst erhaltende Landwirtschaft aufzubauen, sondern sie trachteten danach, sich in Gebieten mit mildem Klima, wie Kalifornien oder Hawai, ein Stück Land zu kaufen und dort Gemüse oder Obst zu ziehen. Es lag ihnen vor allem daran, Produkte zu gewinnen, mit denen man Handel treiben kann. Eine gewisse Ausnahme hiervon bildeten in den letzten zwanzig Jahren die japanischen Siedler in Brasilien; . . Der Erfolg der japanischen Siedler in Brasilien bedeutet aber eine Ausnahme, die sieh durch das dem Japaner zusagende Klima erklärt. Im übrigen hat der Japaner als Käufmann, als Gewerbetreibender und auch als Industrieller überall viel mehr geleistet als in der Tätigkeit des landwirtschaftlichen Kolonisators. Die augenblickliche Lage Japans bringt es aber mit sich, dass nicht nur eine Steigerung der Auswanderung überhaupt, sondern gerade der Auswanderung yjon Siedlern günßßhenswert er_~ S€IKIÄCIrM€&E Die folgende Partie wurde im jüdischen Meiste** turnier in Frankfurt a. M. gespielt: Weiss: Lehmann Schwarz: Höflein 1. d-2—d4 e7—e6 * 2. c2—c3 d7—dö 3. e2—e3 SgS—f6 ' 4. Sbl—d2 b7—b6 5. Lfl—d3 LcS—b7 6. f2—f4 Sb8—d7 7. Sgl—f3 Sf6—e4 8. Ddl—c2 Sd7—f6 9. Sf3—eo a7—a6 Es drohte Lböf- 10. 0—0 LfS—d6 Zur Verhinderung: von g2—g4. 11. b2—b3 0-0 12. Lei—b2 c7—co! 13. c3—c4 TaS—cS 14. Tal—el b6-bö 15. Dc2—dl Se4Xd2 1«. DdlXd2 böXc4 17. b3Xc4 Sf6—e4! 18. Dd2—e2 f7—f6 10. Se5—f3 Dd8—ao! 20. Lb2—al TcS—e7 21. Tel—bl Tf8—cS 22. g2—g4 c5Xd4 23. e3Xd4? Weiss will das folgende Qualitätsopfer vorbereiten, doch wäre hier Sf3Xd4 besser gewesen, 23..... Ld6Xf4 Stellung nach dem 23. Zuge von Schwarz. 24. TblXb7 Tc7Xb7 25. Ld3Xe4 d5Xe4 26. De2Xe4 Daö—c7 27. De4Xe6f KgS—h$ 28. Tri—el h7—h6 29. o4—c5 Tb7—b8 30. De6—f5 ---- Weiss will einen Tausch seiner Dame gegen die beiden schwarzen Türme vermeiden. 30..... TcS^-e8 31. TelXeSf TbSXeS Nun droht Lf4Xh2f mit folgendem Dg3f. 32. Df5-c2 Dc7—o6 33. Kgl—f2 l)c6—e6 34. Lal—c3 De6Xg4 35. Lc3—d2 Lf4Xh2! 36. Ld2Xh6 ..... Auf Sf3Xlr2 folgt Matt in zwei Zügen durch Te2f. 36..... Dg4—g3f Aufgegeben. Der 72jährige Justizrat Höflein hat diese Partie sehr jugendlich gespielt. # Lösung der Aufgabe Nr. 94: 1. Del—c3, Kd7Xc6, 2. Lh3—al matt- ____ Kd7—eG. 2. Sa6—c5 matt ____ Tc4XcG, 2. Dc3—h3 matt ____ Tc4Xc3. 2. Sa«—bS matt ____ Tc4—b4, 2. Tc6—c7 matt 1. Del—b4 scheitert an Tc4Xc6! # Lösung der Aufgabe Nr. 95: 1. Lg4—dl, SbS—d7; 2. DaS—cS und 3. DcS—b3 matt. * Die Namen der Löser werden wir in der nächsten Schachccke veröffentlichen. scheint. . . . Aber Japan ist ein armes Land, dem es schwer fällt, Mittel für diesen Zweck zur Verfügung zu stellen. Ausserdem haben die mageren "Ergebnisse der bisherigen Siedlungsversuche nicht dazu beigetragen, der Kapitalaufbringung einen Ansporn zu geben. Unter den rund 400 000 Japanern, die meist als Beamte und Kaufleute in der Mandschurei leben, befinden sich schätzungsweise nur 5000 Siedler. Dabei ist seit 1931 vom japanischen Kolonialministerium alles Mögliche versucht worden, japanische Siedler nach der Mandschurei zu locken. Aber die Propaganda und die finanzielle Unterstützung haben sich als ungenügend erwiesen . . . Um die Schwierigkeiten zu begreifen, die der japanischen Siedlung in der Mandschurei im Wege stehen, ist es lehrreich, einen Blick auf ein anderes Gebiet zu werfen, in dem seit Jahrzehnten mit staatlicher Unterstützung gesiedelt wird. Es ist die grosse Insel Hokkaido. wo seit siebzig Jahren planmässig gesiedelt wird. Dort können die Japaner einen grossen Erfolg in der industriellen und handelsmässigen Erschliessung des Landes verzeichnen, jedoch nur geringe Erfolge auf landwirtschaftlichem Gebiet. Die Hauptschwierigkeit für den japanischen Siedler liegt in der Notwendigkeit, sich umzustellen, Kartoffeln statt Reis zu bauen und Vieh zu halten. Er tut dies zwar, weil ihm nichts anderes übrigbleibt, aber das Problem liegt darin, dass er seine Produkte nicht finden eigenen Bedarf verwendet, sondern sie zu verkaufen sucht, um sich für den Erlös den unentbehrlichen Reis zu kaufen. Die Japaner geben zu, dass Hokkaido, das heute drei Millionen Einwohner hat, noch Raum für sechs bis acht Millionen Menschen birgt: ausländische Beobachter schätzen die Zahl aber auf mindestens zehn Millionen. Es ist aber auch möglich, dass den Japanern als einem alten, in mancher Beziehung überkultivierten. Volk bereits eine gewisse Kolonisationsmüdigkeit innewohnt, eine Erscheinung, wie wir sie neuerdings auch bei anderen Völkern beobachten: der Mangel an Pioniergeist, die Abneigung gegen körperliche Arbeit und die Bevorzugung des bequemeren Lebens in den Städten- Es stimmt bedenklieh, dass Chinesen und Koreaner ohne jede Unterstützung mit Erfolg dort siedeln, wo Japaner, mit Unterstützung fiej$aj^°« Aus der C-V.-&etvegung