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Central-Verein-Zeitung · 1937-04-01 · 13 (1.4.1937) · page 14

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
16 (1937)
Issue
13 (1.4.1937)
Date
1937-04-01
Page
– (sequence 14)
Language
German
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rung mittelbar für die Durchführung des Palästinamandats verantwortlich. * Kommissionsbericht Ende April? London, 21. März. (ITA) Laut „Manchester Guardian" soll Ende April der Bericht der Peel-Kommission fertiggestellt ßein. Das Blatt weist darauf hin, dass dies der erste Fall sein wird, in dem die britische Regierung einen Bericht gleichzeitig dem Parlament und dem Völkerbundsrat vorlegt. Palästinas Grossindustrie Die beiden grössten Industrieunternehmungen Palästinas, die Palestine Potash Company und die Palestine Electric, veröffentlichen gerade jetzt Berichte, die ein wichtiges Schlaglicht auf die Entwicklung der Produktionsmöglichkeiten in diesem Lande werfen. Beide sind staatlich konzessionierte Monopolbetriebe. Beiden ist gemeinsam, dass sie nach Anlage und Kapital wohl die beiden einzigen Firmen des Landes sind, die heute schon den Namen eines Grossbetriebes auch, nach internationalen Massstäben verdienen. Gemeinsam ist auch beiden, dass Kapital, Anlagen und Produktion sich im stetigen Wachstum' befinden und dass sie auf der Ausnutzung natürlicher Kraftquellen oder Bodenschätze des Landes beruhen. Die wesentlichen Unterschiede aber bestehen darin, dass die Ruthenberg-Elektrizitätsgesellschaft die Grundlagen für die Modernisierung und Intensivierung der Gesamt wir tschaft liefert, während die Palestine Potash den grössten Versuch darstellt, eine wirklich bodenständige, auf einer Spezialität des Landes beruhende Ausfuhrindustrie zu schaffen, ähnlich wie die Citruspflanzung eine örtliche Spezialität auf dem Gebiete der landwirtschaftlichen Ausfuhr entwickelt hat. Es liegt in der Natur der Sache, dass sich die Palestine Potash Co, welche die Brom- und Kalischätze des Toten Meeres ausbeutet, noch im Stadium des Aufbaus befindet. Sie konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr 1935 keine Abschreibungen auf ihre noch im Ausbau befindlichen Anlagen vornehmen und der Verlustvortrag ist von rund 15 000 auf rund 25 000 LP gestiegen, wobei aber zu berücksichtigen ist, dass der grösste Teil des Aktienkapitals aus Vorzugsaktien besteht, deren fester Dividendenanspruch natürlich vor Abschluss der Gewinn- und Verlustrechnung befriedigt worden ist. Für das laufende Jahr wird bereits ein besseres Ergebnis erwartet, weil sich die Erlöse auf dem Weltmarkt infolge der Verständigung zwischen den europäischen Kaliproduzenten wesentlich gebessert haben und weil die fortschreitende Verbesserung und Erweiterung der Anlagen zu einer Senkung der Produktionskosten bei gleichzeitiger Steigerung der Produktionsmöglichkeiten führt Wie bekannt, schwebt auch seit langem ein Projekt, den Erzeugnissen der Palestine Potash durch Bau eines Kanals vom Toten zum Roten Meer einen besseren Zugang zu den Märkten des Fernen Ostens und der südlichen Halbkugel zu eröffnen: bisher musste die Ware erst gewissermasen rückwärts von den Niederungen des Toten Meeres über die Höhen von Jerusalem nach Haifa und von dort auf dem Seeweg nach Port Said gebracht werden, um dann durch den Suezkanal verschifft zu werden. Das eingezahlte Aktienkapital hat sich im letzten Jahre von 397 000 auf 746 000 LP erhöht; die neuen Mittel dienten u. a. zu einer sehr bedeutenden Schuldentilgung sowie zu weiteren Investitionen, die beispielsweise in einer Erhöhung des Maschinenkontos um mehr als 50 000 LP auf rund 350 000 LP zum Ausdruck kommen. Die Erweiterungsanlagen am Südende des Toten Meeres befinden sich in raschem Ausgärten von Jaffa entnehmen aus diesem Grundwasserspeicher ihr Wasser. Zu den neueren, alluvialen Lagerstätten gehört das Salzvorkommen des Toten Meeres. Die Gewässer dieses eigenartigen Sees befinden sich im Zustande einer infolge lang andauernder Verdunstung salziger Wasser entstandenen Mutterlauge. Der Jordan ist ausserordentlich reich an Chlornatrium. Chlormagnesium und Bromsalzen und führt diese Salze ununterbochen dem Toten Meere zu, wobei die Mengen der Bestandteile proportional ihrer Löslichkeit angereichert werden. Die Lösungen entstammen der teilweisen Auflösung von Salzlagern, die in der Umgebung des Toten Meeres neben anderen mächtigen klastischen Ablagerungen vorhanden sein müssen. Vielfach ist man der Ansicht, dass in der Tertiärzeit das Mittelmeer, nicht das Rote Meer, bis zum Toten Meer gereicht habe und dass die Salze Restbestände jenes Meeres sind. Auch die Thermen des Tiberiasees tragen zur Anreicherung des Salzvorkommens vom Toten Meere bei. Nach G. S. Blake enthält die Lagerstätte 2000 Millionen Tonnen Pottasche, 980 Millionen Tonnen Magnesiumbromid, 11000 Millionen Tonnen Natriumchlorid, 22 000 Millionen Tonnen Magnesiumchlorid und 6000 Millionen Tonnen Calciumchlorid. Die Salze enthalten, auf feste Substanz bezogen, 5% mal soviel an Brom als gleiche Mengen aus dem Mittelmeer. Drei Viertel des englischen Brombedarfes (etwa 600 Tonnen) wurden nach Meldungen aus dem Jahre 1935 durch Einführung aus Palästina gedeckt. Das Vorkommen gehört demnach zu den grössten der Welt. Seine Gewinnung ist billig, da bergmännische Einrichtungen nicht notwendig sind und die Anreicherung der Salze durch Sonnenverdunstung und nachherige chemische Umsetzungen vor sich geht Ausser den oben beschriebenen nutzbaren Lagerstätten sind noch Schwefel, Mangan, Marmor, Gips und in weiterem Umkreise (Libanon, Transjordanien und Berg Sinai) auch Eisenlager bekannt, auf die später, einmal eingegangen werden kann. Einige Worte seien aber der geobau. Es ist also damit zu rechnen, dass die Exportziffer des Vorjahres — 19000 Tonnen Kali und.400 Tonnen Bromin — schnell steigen wird, zumal ja auch dieser Industriezweig bis zu einem gewissen Grade der Rüstungsindustrie angehört; Eine interessante Nebenwirkung des Ausbaus der Pottaschwerke am Toten Meer ist die Entwicklung "der benachbarten neuen Siedlung K a 1.1 i a, die schon, lange ein beliebtes Ausflugsziel der Jerusalemer bildet'und immer mehr zu einem richtigen Erholungs- und "Badeort ausgebaut werden soll;.'die „Kallia Seaside and Health Resort Ltd." hat zu diesem Zweck ihr Kapital auf 40 000 LP verdoppelt. Im .Gegensatz dazu hat die Palestine E1 e c t r i c C o, die Ruthenberg-Geseilschaft, schon längst das Stadium der Rentabilität erreicht. Wie schon mitgeteilt, erhielten die Stammaktien eine Dividende von V.'z Prozent steuerfrei. Das eingezahlte Aktienkapital beträgt annähernd 2,3 Millionen, die Aktiven der Gesellschaft überschreiten erheblich die dritte Million. Die Obligationenanleihe wurde restlos getilgt. Allein im letzten Jahre wurden Investitionen im Werte von 500 000 LP vorgenommen und weitere grosse Neuanlagen sind im Bau. die grösste davon ein neues Kraftwerk mit Arbeitersiedlung im Süden des Landes, das den Namen des verstorbenen Aufsichtsratsvorsitzenden Lord Reading tragen soll. "Der sofortige Beginn der neuen Erweiterungsarbeiten erwies sich als notwendig, weil der Elektrizitätsverbrauch des Landes, der zu annähernd 95 Prozent von der Ruthenberg-Gesellschaft gedeckt wird, sich im 1. Halbjahr um 38 Prozent auf 30,2 Millionen kwh erhöht hat und. im Juli weiter gestiegen ist In der Sitzung des Board of Directoxs der General Mortgage Bank of Palestine, Ltd., vom 14. März 1937 wurde die Ausgabe einer neuen Serie Sprozentiger Hypotheken-Pfandbriefe der Bank im Nominalbeträge von LP 300 000 beschlossen. Ferner wurde beschlossen, die noch im Umlauf befindlichen 6prozentigen Pfandbriefe der Serien P, Q, R, die bis 1938 bzw. 1939 zurückgezahlt werden müssen, im Gesamtbeträge von LP 81 540 zur Kündigung zu bringen und den Inhabern dieser Stücke ein Vorzugsangebot zum Umtausch in Sprozentige Pfandbriefe zu unterbreiten. Wie bekannt wird, ist zur Zeit der Pfandbriefabsatz recht lebhaft, so dass die Bank im Augenblick in der Lage ist. geeignete Hypothekenanträge im grösseren Umfange zu akzeptieren. ' Das Hulegebiet Erst vor drei Jahren gelang es der Palestine Land Development Co '(PLDC). der zentralen jüdischen Bodengesellschaft, das Hule-Gelände von den syrischen Vorbesitzern zu erwerben und von der Palästina-Regierung die Konzession zu seiner Erschliessung zu erhalten. (Vergleiche C.-V.-Ztg. Nr. 8 vom 25. .Februar.) Die Konzession ümfasst eine Fläche von 57 000 Dunam, wovon nach den Bedingungen, welche die Regierung an die Konzessionserteilung geknüpft hatte, nach Durchführung der Ersehliessungsarbeiten 15 000 Dunam in saniertem Zustand und mit einem Bewässerungskanal versehen kostenlos arabischen Siedlern"zur Verfügung gestellt werden — ein neuer Weg, um den Arabern sinnfällig zu demonstrieren, dass die jüdische Pionierarbeit in Palästina auch ihnen unmittelbaren Nutzen bringt. In den verbleibenden 42 000 Dunam ist die Fläche des Hule-Sees, die durch die Regulierungsarbeiten auf 5000 Dunam verkleinert werden soll, mit enthalten. Es bleiben also für die jüdische Siedlung netto 37 000 Dunam. Die Kosten der Sanierung werden für das ganze Gelogischen Struktur oder der Tektonik des Landes gewidmet. Palästinas.Berge sind nicht wie etwa die Schweiz durch Schichtenfaltungen entstanden.Palästina ist vielmehr ein ausgesprochenes Schollenland, d. h. Schollen oder Gebietsteile sind gegeneinander abgesunken oder haben sich vielleicht in einzelnen Teilen auch gehoben. Die bekannteste abgesunkene Scholle ist der Jordangraben, der, ähnlich wie das Rheinthal, zwischen stehengebliebenen Horsten abgesunken ist und dessen tiefster Teil das Tote Meer bildet. Mit solchen Schollenbewegungen ist auch das Aufreissen von Spalten verbunden, die dann häufig den zusitzenden Wassern als Wege dienen. Das Aufsuchen solcher Spaltquellen ist Sache des Geophysikers, der darin schon nachweisbare Erfolge gehabt hat Neue Funde auf dem Karmel Im Jahre 1926 machte der Fund eines Schädels in Galiläa vom Typ der Neandertal- Menschen beträchtliches Aufsehen, und schon damals konnte der glückliche Entdecker Francis Turville-Petre die Einheit der ältesten Menschheit in Palästina und Europa behaupten. Diese überraschende Tatsache wird durch die neuesten Kannel-Ausgrabungen, die besonders Miss Dorothy Garrod und Sir Arthur Keith zu danken sind, ergänzt und bestätigt, wie Theodor D. Mac Cown in der „Times" vom 19. März an Hand eines Forschungsberichtes der Naturwissenschaftlichen Akademie von Philadelphia mitteilt. Schon vor sechs Jahren entdeckte Miss Garrod 15 Meilen südlich von Haifa die Fossilien eines Kindes und ein Jahr später (1932) äusserst reiche Höhlen in Magharet es Skül und in Tabün auf dem Karmel, die voll von Skeletten und Feuersteingeräten des Pleistozäns waren. Wenn man die Skül-Rasse mit der Tabün-Rasse vergleicht, wird man an die berühmte Novelle von Wells erinnert, in der gezeigt wird, wie in Europa die affenartigen, boshaften Neandertalmenschen von der eben einwandernden, grösseren, menschlicheren, geistigeren Cro-Magnonbiet auf etwa 300 000 LP veranschlagt, eine Summe, die nicht übermässig erscheint, wenn, man berücksichtigt, dass in anderen Teilen des Landes bis zu 2 LP pro Dunam jährlich für Bewässerung und Düngerbeschaffung aufgewandt werden müssen, während im Hulegebiet Wasser im Ueberfluss vorhanden ist und -gerade durch die jahrhundertlange Versumpfung sich ungeheure natürliche Düngerschätze angesammelt haben. Allein die Ersparnisse auf diesen beiden Konten ermöglichen in verhältnismässig kurzer Frist die Tilgung der Sanierungs-Investitionen. Die ICA hat der PLDC bereits eine Anzahlung von 75 000 LP geleistet, mit der die gesamten Hule-Engagements der Gesellschaft bis auf einen geringen Rest abgedeckt sind. Selbst wenn die ICA sich wider Erwarten nicht entschliessen sollte, den endgültigen Vertrag zu unterzeichnen, verbleibt diese Summe der PLDC als langfristiges Darlehen zu niedrigen Zinssätzen. Damit bekommt zunächst die PLDC weitere Mittel zur Erfüllung ihrer sonstigen Aufgaben frei. Für die Durchführung des Hule- Programms dagegen ist es von grösster Wichtigkeit dass die kapitalkräftigste jüdische Siedlungsgesellschaft der Welt, die bisher nur wenig unmittelbar in Palästina gearbeitet hat, gemeinsam mit dem Keren Kajemet die finanzielle Verantwortung für dieses Werk übernehmen will. Die Wassergesellschaft für das" westliche Emek dagegen macht sich die Bewässerung eines bisher nur dünn besiedelten Bezirks im Südosten von Haifa zur Aufgabe. Als Wasserquelle dient der ergiebige Brunnen, der auf Boden des Keren Kajemet in Kfar Chassidim erbohrt wurde. Der Keren Kajemet besitzt in dieser Gegend etwa 70 000 Dunam, wovon zunächst 10000 Dunam durch die neue Anlage versorgt werden sollen. Die Wasserleitung wird, ausschliesslich auf jüdischem Boden, von Kfar Chassidim in einer Entfernung von etwa 20 Kilometern, geführt und in ihrem Verlaufe auch die dazwischen liegenden Ortschaften wie Ssade, Jakob, Kfar Jehoschua, Kfar Baruch, Kfar Ephraim Ajanot Gewat versorgen. Das ganze Gebiet war bisher nur dünn besiedelt, weil infolge des Wassermangels eine sehr grosse Fläche je Siedlerfamilie angesetzt werden musste und die Errichtung von dichteren Siedlungen — wie Wohnblocks und Hilfswirtschaften nicht durchführbar war. Mit der Aufnahme einer geregelten Wasserversorgung kann auf der gleichen Fläche bei intensiverer Bewirtschaftung die doppelte Anzahl von Familien angesiedelt werden, ganz abgesehen von den Möglichkeiten massiver Arbeitersiedlungen, die sich daraus ergeben. Der Kapitalbedarf für die gesamte Anlage wird auf etwa 80 000 LP veranschlagt. Das Grundkapital von 30 000 LP ist durch die Arbeitersiedlungsbank Nie und den Keren Kajemet unmittelbar eingezahlt worden, während sich der Keren Hajessod auf dem Wege über die neue Siedlungsgesellschaft PASA, deren Alleinaktionär er ist. entsprechend beteiligt hat. Die restlichen 50 000 LP sollen durch Ausgabe von Obligationen aufgebracht werden, die in einigen Wochen den deutschen-Transfexenten zum Bezug angeboten und vielleicht auch in der Tschechoslowakei aufgelegt werden sollen. 2261 Ehen geschieden Einer Meldung der „Europapress" aus Jerusalem zufolge sollen in Palästina im vergangenen Jahre 4445 jüdische Ehen geschlossen und 2261 jüdische Ehen geschieden worden sein. Bei den meisten dieser geschiedenen Ehen handelt es sich offenbar um Scheinehen, wie sie jüdische Mädchen vor allem in dem ersten Jahr nach 1933 eingegangen sind, um einwandern zu können, weil damals Zertifikate an unverheiratete Frauen kaum ausgegeben wurden. Rasse allmählich ausgerottet worden sind. Denn die Tabüns repräsentieren einen älteren Neandertaltyp, die Sküls dagegen sind älteste Cro Magnons, wie sie in der späteren europäischen Steinzeit längst — seit Hauser — nachgewiesen sind. Die Tabüns dürften, als sie noch lebten, keinen sehr imposanten Eindruck gemacht haben, ebensowenig wie ihre Vettern vom Neandertal; sie hatten niedrige, breite Schädel mit mächtigen, unheimlichen Wülsten über den Augen und grauenhaften, kolossalen, affenartigen Unterkiefern ohne Kinn, die ihren Gesichtern den Ausdruck tierischer Gier und Grausamkeit verliehen; tierisch waren auch der Schwanzansatz und die langen, sehnigen Extremitäten; ihre Weiber mit dem breiten Brustkorb und ausladenden Hüften dürften auch kaum besonders anziehend ausgesehen haben, wenn sie auch etwas kleiner und graziler gebaut waren. Ganz anders die Sküls! Das war ein viel edler und höher aufgerichtetes Geschlecht; sie hatten schon Menschengesicht, schwer zwar und massig, mit hervorstehenden Backenknochen und kräftigen Kiefern, aber, sie hatten ein fein profiliertes Kinn. Ihre Hände waren richtige Ar beiterhände; die ganze Zukunft lag in diesen gelehrigen, fähigen Händen; dennoch machen sie nicht den Eindruck von Sklavenmenschen, sondern eher von selbstbewussten Kriegern; ihre Frauen scheinen schlank und zierlich gewesen zu sein. Auch diese Rasse hat freilieh noch die unheimlichen Augenwülste und auch im Knochenbau manches Eigentümliche längst aus-' gestorbener Völker; aber ihre Cro-Magnon- Eigenschaft is't ganz sicher, und die englischen Forscher bezeichnen sie geradezu als Ahnenrasse der Cro-Magnons von Südfrankreich und der Riviera. Dr. S. Aschner. Zum 1. April d. J. wird, wie auch bereits in mehreren anderen Grossstädten, in Nürnberg ein Zweigbüro der Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel gegründet das die Betreuung Bayerns und die Gewinnung seiner jüdischen Bewohner für die Aufgaben des Keren Hajischuw übernommen hat. Politische Kräfte r im Vorderen Orient In einem grossangelegten Aufsatz „GeopolitiK des Vorderen Orients" („Zeitschrift für Geopolitik", 14. Jahrgang, Nr. 2) kommt Otto Schä^ f e r, nachdem er die gegenwärtigen Probleme des Nahen Ostens eindringlich zergliedert hat, zu folgendem Ergebnis: „Die augenblicklich im Vorderen Orient machtpolitisch am stärksten wirksame Kraft ist der Gedanke des englischen Weltreiches. Für England ist der Vordere Orient ebenso Vorland seines Indiameerreiches wie Teil desselben und der englischen Mittelmeerherrschaft Durch ihn gehen die beiden wichtigsten Verbindungen zwischen England und Indien, in ihm berühren sich seine afrikanischen, asiatischen und europäischen Besitzgruppen. Infolgedessen hat England diesen Raum in den letzten 60 Jahren ganz unzweideutig unter seine Herrschaft gebracht. Englische Festungen, Kriegshäfen, Truppen, Fliegergeschwader, Verkehrswege, Schutzherrschaften, Verträge und Hilfsgefderzusicherungen legen sich wie ein Netz um und über diesen Raum, der nur ihm gehören darf. Schont es dabei auch die nationalen Empfindlichkeiten des Reiches Nedschd, der Türkei und Irans, so umringen doch das erste seine militärischen Stützpunkte, wird die zweite vom Mittelmeer aus durch die Dardanellen- und Italienpolitik und die ungeschickte und unzuverlässige Politik Frankreichs in das englische Machtsystem einbezogen, wird Iran durch die englischen Stützpunkte im Irak, Persischen Golf, und Beludschistan und die Furcht vor Russland in Gefolgschaft gehalten." Der Aufsatz schliesst: „England weiss, dass nicht so sehr die einigenden Kräfte im Vorderen Orient als das nationale Erwachen der Völker seine Herrschaft gefährdet. Es weiss aber auch, dass in diesem nationalen Erwachen selbst die Mittel zur Sicherung seiner Ansprüche gefunden werden können. So fördert England die Bestrebungen der einzelnen Völker in ^der Hoffnung, dadurch die völkischen Gegensätze zu verschärfen, und gestattet aus dem gleichen Grunde das Eindringen fremder europäischer Mächte in den Norden, aber nicht in den Süden. Hier will es seine Alleinherrschaft unter allen Umständen sichern und die panarabische Bewegung unter seiner Leitung behalten. Es begünstigt das nationale Erwachen nicht nur, weil es die Trennung zwischen Nord- und Südbund schärfer w-erden lässt, sondern weil dadurch auch Staaaten wie Aegypten und Oman, die ihre Selbständigkeit wahren wollen, näher an England herangetrieben werden. Im Zuge dieser nationalen Trennungspolitik lag die Gründung des nationalen jüdischen Staates in Palästina. Darum lässt schliesslich England auch der Türkei diplomatische Rückenstärkung gegen Frankreich angedeihen, die im Hinblick auf die geopolitische und völkische Bedeutung des Sandschaks von Alexandret te diesen von Syrien abtrennen möchte, ehe ein Grossarabien entstanden ist. Solange es aber England gelingt, die trennenden Kräfte des Vorderen Orients in den Eingeborenenstaaten, die zusammenfassenden in seinen Verkehrslinien, Befestigungen und Häfen lebendig werden zu lassen, sichert es seine Macht und Herrschaft über den Vorderen Orient." F. F. Moses, der verwegenste Stratege der Kriegsgeschichte. Militärisch gewürdigt von Davorin Zunkowitsch, jugoslawischem Oberstlt. d. R. Maribor. Die vorliegende militärwissenschaftliche Studie Zunkowitsch's über den Ausgang aus Aegypten, eine genaue Darstellung des Exodus nach den biblischen Quellen, ist für den Kriegswissenschaftler wie auch für den Bibelwissenschaftler von hohem Reiz. Das Hauptstück von Zunkowitsch's Behauptungen ist die Wanderuns durch das Meer, die durch geniale Benutzung der alten Quellen zustande kam. Die Royal Asiatic Society of Great Britaih hat ein Werk des Dozenten der Hebräischen Universität Jerusalem, Dr. Walter F i s e h e 1, unter dem Titel „Die Juden in der wirtschaftlichen und politischen Sphäre der islamischen High Commissioner Vorschriften erlassen^ di Staaten des Mittelalters" herausgegeben. Das Werk stellt eine eingehende Studie über die Rolle dar, die jüdische Persönlichkeiten an den Höfen mohammedanischer Herrscher auf finanziellem und politischem Gebiet im Mittelalter gespielt haben. Dr. Fischeis Untersuchung schöpft aus arabischen und anderen orientalischen Quellen und erschliesst ein Gebiet, dem von den Geschichtsforschern bisher noch nicht genügend Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Es^werden durch sie neue Aspekte für die jüdischen und die mohammedanisehen Geschichtsschreibung gezeigt Internationale Kraftfahr-Erlaubnisscheine in Palästina Die Palästinaregierung hat der Automobile Club and Touring Association of Palestine die Ermächtigung zur Ausgabe von internationalen Zertifikaten für Kraftfahrzeuge, internationalen Führerscheinen und internationalen Fiskalerlaubnisscheinen erteilt. Damit werden die Bestimmungen der Pariser Internationalen Kraftverkehrskonvention von 1926 und der Genfer Internationalen Konvention über die Besteuerung ausländischer Kraftfahrzeuge von 1931 auch auf Palästina ausgedehnt. Unberührt bleiben die Vereinbarungen, die zwischen Palästina und Transjordanien sowie mit Syrien über den Kraftverkehr getroffen worden sind. Jugendzertifikate Die Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendalija teilt mit, dass die Schule in Dagania von der englischen Regierung als Ausbildungsstätte für die Jugendalija anerkannt werden soll. Damit wird die Möglichkeit gegeben sein, SO Jugendliche anzufordern, die in Dagania A und B sowie Kineret A und B untergebracht' werden sollen. Für das orthodoxe Mädchenheim in Jerusalem (Bet Zeirot Misrachi) sind kürzlich 12 Zertifikate bewilligt worden. Die Uraufführung des Palästina-Films „Hatikwah — Dokumente einer Hoffnung" findet am 15. April im Berliner Logenhaus, Klciststr. 10, statt.

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