Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 16 (1937)
- Issue
- 12 (25.3.1937)
- Date
- 1937-03-25
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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x Erich MendeUohn, der in diesen Tagen seinen 50. Geburtstag feierte, hat in den letzten Jahren neue Bauten in England und Palästina errichtet. Auch das hier abgebildete Rutenberg-Kraftwerk in Tel-Or ist seine Schöpfung Fot. Sonnenfdd, Berlin ffiKiiiHijnniiiHiiiiinin neuen Terrorwelle ziehf, und dann zu folgenden Schlüssen kommt: ,.Dieser Zustand äusserster Gesetzlosigkeit konnte nur einreissen infolge des unter den Terroristen herrschenden Glaubens, dass die Regierung nicht imstande sei, die friedlichen Bürger zu schützen. Seit Beginn der Unruhen hat die Jewish Agency -wiederholt die Regierung auf die immer grösser werdende Gefahr aufmerksam gemacht, die sich daraus ergibt, dass die Terroristen aus der bisherigen Haltung der Regierung den Schluss ziehen, die Regierung sei ohnmächtig. Gesetz und Gerechtigkeit gelten im Lande immer weniger. Keiner der wenigen gefassten Mörder wurde eigentlich zu der in" solchen Fällen anzuwendenden Höchststrafe verurteilt, kaum einige wurden überhaupt vor Gericht gestellt. Die Terrorbanden sind nicht entwaffnet worden. Obwohl die Regierung starke militärische Kräfte zu ihrer Verfügung hat, blieben diese Banden unbestraft. Die Judenheit Palästinas ist bereit, sich durch Schaffung eines Selbstschutzes aus eigener Kraft gegen den Terror zu wehren, falls die Regierung in dieser Hinsicht keine Beschränkungen vornimmt. Pflicht der Regierung ist es aber, mit allen zu Gebote stehenden Kräften die Ordnung im Lande zu sichern. Die bisherigen Erfahrungen haben die Jewish Agency davon überzeugt, dass die Sicherheitslage im Lande sich so lange nicht bessern wird, als nicht radikale Aenderungen in der Paläst inaverwaltung Platz gegriffen haben. Werden diese Aenderungen nicht vorgenommen, so wird der Terror sich verschärfen und zum Ausbruch neuer Unruhen in Zukunft führen. Eine entschlossene und starke Palästinaverwaltung ist die erste Voraussetzung für die Wiederherstellung von Ruhe und Ordnung im Lande." Mit dieser entschiedenen Stellungnahme gibt die Jewish. Agency dem Empfinden der Gesamtheit Ausdruck. Vor allem ist man sich in der Forderung einig, dass die Regierung, wenn sie nicht in der Lage ist, Leben und Eigentum der Bevölkerung zu schützen, auch, kein Recht hat, die bedrohten Bevölkerungskreise an einem anffUtket Bm§km Mmä UUeÜ gemessenen Selbstschutz zu hindern. Man hat sogar den Eindruck, dass in gewissen Kreisen der Regierung das Verständnis für diesen Standpunkt zunimmt. Denn zwei Schwierigkeiten müssen — zugunsten der Regierung — offen anerkannt werden. Einmal kann man in der Tat, trotz der Häufung von Gewalttaten in der letzten Zeit, keineswegs etwa von wirklichen „Unruhen'' sprechen. Im allgemeinen geht das Leben auf den Dörfern und in den Städten seinen normalen Gang. Der Verkehr auf den Landstrassen, in den Häfen und auf der Eisenbahn vollzieht sich „wie im Frieden", wohl noch keiner der Touristen, die jetzt wieder zahlreicher ins Land kommen, hat irgend eine Unbequemlichkeit gespürt, ausser vielleicht den freundschaftlichen Rat seiner Bekannten, auf einsame Mondscheinspaziergänge durch romantische Orangenhaine oder malerische Araberdörfer zu verzichten. Abgesehen von den Vorgängen in Safed, handelt es sich w'ohl wirklich um „einzelne Ausbrüche", die wahrscheinlich weniger durch prophylaktische Sicherheitsmassnahmen, wie Patrouillenfahrten und ähnliches, verhütet werden können, als durch konsequente Verfolgung und Bestrafung der Täter. Gerade daran aber fehlt es in einem Masse, das auch durch die Unzulänglichkeit des technischen Polizeiapparats nicht erklärt werden kann. Und eben deshalb bezeichnet es die Jewish Agency mit Recht als die grösste Gefahr, dass sich' in der Bevölkerung der Glaube festgesetzt hat: „Es gibt keine Regierung, die fähig ist. zu regieren und Leben und Eigentum friedlicher Bürger zu schützen." Und insofern besteht in der Tat ein enger Zusammenhang zwischen den eigentlichen Unruhen des Jahres 1936 und den jetzigen Bluttaten. Es hat demoralisierend gewirkt, dass die Massenmorde und der offene Aufruhr des vergangenen Sommers kaum eine Sühne gefunden haben, und dass gerade die nachweislichen intellektuellen Urheber der Unruhen nicht nur straflos ausgegangen sind, sondern nach wie vor auch offiziell als Honoratioren und gleichberechtigte Verhandlungspartner behandelt werden. Aber diese Ueberlegung erklärt nur die Voraussetzungen, unter denen die letzten Vorfälle überhaupt möglich waren. Sie erklärt aber nicht die Motive der jetzigen Gewalttaten. Es ist kaum wahrscheinlich, dass die arabischen Zentralinstanzen auch nur mittelbar einen Einfluss darauf haben. Auch im arabischen Lager scheint man sich stillschweigend damit abgefunden zu haben, Gewehr bei Fuss den Bericht der Königlichen Kommission abzuwarten, zumal man genau weiss, dass die militärischen Vorkehrungen der Engländer ausreichen, um eine Wiederholung des organisierten Bandenkrieges zu verhindern und dass in weiten Kreisen der Bevölkerung weder die Lust noch die Kraft für einen neuen Streik vorhanden sind. Es wäre selbstverständlich denkbar, dass gerade deshalb einzelne aktivistische Gruppen sich zu Einzel taten verpflichtet und berechtigt fühlen. Oft hört man auch die Meinung, dass es sich nicht um. politische, sondern um Raubüberfälle handele, die unter dem Druck wirtschaftlicher Kot erfolgt seien. Für diese Auslegung spricht es, dass es jetzt doch immer deutlicher wird, wie sehr die Verhältnisse vieler arabischer Arbeiter und Fellachen, Handwerker und Kleinhändler durch den Streik und die Erpressungen der Streikkomitees zerrüttet w-orden sind. Aber gerade die letzten Ueberfälle in Galil waren einwandfrei nicht auf Raub angelegt, sondern Ausflüsse des Willens zum politischen Terror. Man hofft hier, dass der High Commissioner, der Ende der Woche wieder in Jerusalem eintrifft, die nötigen Vollmachten und Richtlinien zur Klärung der Situation aus London mitgebracht hat. Schon die blosse Tatsache, dass er entgegen allen Gerüchten wieder auf seinen Posten zurückkehrt, bedeutet eine Festigung seiner Position. Wenn auch politische Entscheidungen von grösserer Tragweite nicht vor Abschluss der Kommissionsarbeiten getroffen werden dürften, so lässt sich doch eines im Zuge der einfachen Verwaltungspraxis erreichen: Eine wirksame Zusammenarbeit zwischen Zivilverwaltung, Militär und Rechtspflege, an der es bisher gefehlt zu haben scheint. Neuen Meldungen zufolge, hat die auf Einladung des Waad Leumi in Jerusalem abgehaltene Beratung der Führer des Jischuw beschlossen, die Rekrutierung von Freiwilligen für den Sicherheitsdienst in den jüdischen S'ted- Die traurige Reihe der Mordtaten, über die in der vergangenen Kummer hier berichtet werden musste, fand gleich zu Beginn der neuen Woche ihre Fortsetzung. Nachdem bereits in der Nacht zum 16. März in Jaffa zehn Fälle von Schiessereien und Hauseinbrüchen festgestellt wurden, wurde am folgenden Tage der jüdische Siedler Samuel Gottfried, als er sein Haus in Rosch-Pina betrat, hinterrücks von vier Arabern überfallen und niedergestochen. Er erlag bald seinen Verletzungen. Er war 30 Jahre alt und in der Kolonie Rosch-Pina geboren. Am 17. März fand unter Beteiligung von vielen hundert Arbeitern aus allen Siedlungen des Emak die Bestattung der bei Kfar Hachoresch ermordeten Chaluzim Henoch Metz und Schlomo Gafni statt. Auch die drei in der Nähe der Kolonie Gawniel getöteten Siedler wurden unter Beteiligung von Kolonisten und Arbeitern aus fast allen Siedlungen des Emek und von Untergaliläa beerdigt. Der Tag brachte fernerhin in Jerusalem und Tel-Aviv Bombenanschläge, bei denen 28 Personen verwundet wurden. Einer von ihnen erlag seinen Verletzungen. Die erste Bombe, durch die siebzehn jüdische Zivilpersonen, zwei Polizisten und ein britischer Soldat verwundet wurden, wurde in der Jaffaer Strasse geworfen, die zweite explodierte in einem arabischen Cafe in der Mamilastrasse in Jerusalem, die dritte schliesslich im Jerusalemer Romena-Viertel. Ausserdem wurde noch eine vierte Bombe, durch die drei Araber verwundet wurden, im Schneller-Viertel zur Explosion gebracht. Bei Rechavia wurde ein Araber durch Schüsse am Bein verletzt. Da durch diese letzten Bombenattentate vorwiegend Araber verletzt wurden, lenkte sich der Verdacht der Täterschaft auf sechs Juden, von denen man glaubte, dass sie Racheakte unternommen hätten. Da jedoch die arabischen Zeugen in ihnen die Täter nicht erkennen konnten, wurden die Verhafteten später wieder auf freien Fuss gesetzt. In das Haus des Kolonisten Raphael M i z r a c h i in Sedschera sind ausserdem drei Schüsse abgegeben worden. Mizrachis Tochter Ghana und ihr Bräutigam wurden verwundet. Bei B e i t D a g o n ist ein jüdischer Lastkraftwagen beschossen worden. Der Fahrer blieb wie durch ein Wunder unverletzt. Am 19. März wurde in einer Synagoge in Haifa ein Bombenanschlag verübt. Das Gebäude wurde beschädigt, verletzt wurde niemand. Am 21. März kam es in der Nähe von Akko zu einem Zusammenstoss zwischen einer Bande bewaffneter Drusen und der Polizei, bei der ein lungen, namentlich im Norden des Landes, einzuleiten und zur Deckung der Selbstschutzkosten eine grössere Geldsammlung zu veranstalten. Das Prager Tschechoslowakische Pressebüro meldet dazu, dass die jüdische Bevölkerung auf Grund eines Regierungsbeschlusses bewaffnet worden sei. Die versiegelten Kisten mit Waffen, die in den jüdischen Gemeinden zur Verfügung stehen, würden geöffnet. Die jüdischen Organisationen verhandeln mit der Regierung über die Mobilisierung einer grösseren Anzahl jüdischer Wehrfähiger. Fernerhin ist die Aufstellung eines neuen Polizeikorps für den Schutz Nordpalästinas an der syrisch-palästinensischen Grenze beschlossen worden. Es soll das Bandenumvesen und den Waffenschmuggel bekämpfen. Dem neuen Polizeikorps sollen auch motorisierte Abteilungen unter dem Kommando britischer Offiziere angehören. 700 ehemalige jüdische Hilfspolizisten, die während der Unruhen Dienst getan haben, sind wieder eingestellt und mit Waffen ausgerüstet worden. Vollmachten für Wauchope Auch die Erwartung, dass der High Commissioner mit neuen Vollmachten versehen werden würde, hat sich bestätigt. Durch Proklamation in der „Palestine Gazette" wird eine neue „Palestine Defence-Order in Council" in Kraft gesetzt. Sie fasst den Inhalt der beiden Verteidigungsgesetze vom Jahre 1931 bzw. 1936 neu zusammen und bestätigt die ausserordentlichen Vollmachten des High Commissioner, die er auf den Oberkommandierenden der Streitkräfte übertragen kann. Mitglied der Bande verwundet und zwei gefangen genommen wurden. " Am 22. März wurde in Meschek Haozar bei Kfar Saba der aus Polen eingewanderte 30jährige Dov Zenel durch Schüsse aus einer benachbarten arabischen Pflanzung schwer verwundet. An der Grenze von Jaffa und Tel-Aviv wurde der jüdische Knabe. Gibor Stein von einem Araber durch Messerstiche verletzt. Die 'in der Nähe des Landungssteges von Tel-Aviv gelegenen Messepavillons der Wizo und der Hanotaia wurden durch Feuer vernichtet. Auf das jüdische Viertel von Safed sind fünfzehn Schüsse abgegeben worden. Verletzt wurde niemand. Die Beschiessung wurde durch die Polizei und die jüdische Hilfspolizei nicht erwidert. Auch in Jerusalem sind im Laufe der Nacht mehrere Schüsse abgegeben worden, ohne jemanden zu verwunden. In der Mamilastrasse in Jerusalem ist auf einen jugendlichen jüdischen Radfahrer ein Schus<s abgegeben worden. Das Fahrrad wurde von der Kugel beschädigt. Begnadigungen High Commissioner Sir Arthur "Wauchope hat die über sechs Araber wegen Beteiligung an den letzten Unruhen verhängte Todesstrafe in Zuchthausstrafen umgewandelt. Man nimmt an, dass der unmittelbare Anlass für diesen Begnadigungsakt die Veröffentlichung des Friedensaufrufes durch das Arabische Oberste Komitee bildet. Der Ausnahmezustand, der in Anbetracht der Unruhen am 18. März in Jerusalem abermals verkündet worden ist, wurde nach Ankunft des High Commissioner, Sir Arthur Wauchope, am 19. März wieder aufgehoben. Von der Durchführung eines von jüdischer Seite als Protestkundgebung beabsichtigten Generalstreiks wurde nach wiederholten Beratungen abgesehen. Es soll eine andere Form für die Kundgebung des Unwillens der jüdischen Bevölkerung über die Haltung der Regierung in letzter Zeit gefunden werden. Echo in London Wie nicht anders zu erwarten war, haben die hochgehenden Wellen der Erregung über die letzten Mordtaten in Palästina sich wiederum in einer Unterhausdebatte und zwar am 17. März . in London ausgewirkt, die zu einigen bedeutsamen Ergebnissen führte. Zunächst richtete der Abgeordnete Wedgwood an den Kolonienminister Ormsby-Gore die Anfrage, ob er eine Erklärung, über die Mordtaten abzugeben habe, und ob von ihm aktivere Massnahmen zur Unterdrückung des Bandenwesens erwögen worden seien. In seiner Erwiderung sprach de? Minister sein tiefes Bedauern über die Mord- und Gewalttaten aus, freute sich aber, feststellen zu können, dass sowohl der Mufti von Jerusalem wie auch andere Mitglieder des Obersten Arabischen Komitees ihren"Abscheu vor solchen Taten erklärt haben. Zur Frage des Kriegsrechts, die vom Abgeordneten Wedgwood angeschnitten wurde, verhielt sich der Kolonienminister ablehnend. Kriegsrecht, so führte er unter Beifall des Hauses aus, bedeute das Ende jeder Zivilverwaltung: die Regierung seiner Majestät würde, zögern, es in Kraft zu setzen. Im weiteren Verlauf der Debatte lenkte Oberstleutnant Sir Arnold Wilson die Aufmerksamkeit des . Ministers _ auf eine vom britisch-palästinensischen Commitiee vor kurzem veröffentlichte Erklärung, in der es heisst. dass der vom Ministerpräsidenten Ramsay Mac-Donald an Dr. Weizmann gerichtete Brief vom 13. Februar 1931 als ein Vertrag anzusehen sei. Der Kolonienminister lehnte diese Auslegung ab, erklärte aber in diesem Zusammenhang den Mac-Donald-Brief als eine „authentische Interpretation" des Weiss-Buches vom Oktober 1930. Diese Erklärung ist deswegen im gegenwärtigen Zeitpunkt von besonderer Bedeutung, w^eil damit das Prinzip der wirtschaftlichen Aufnahmefähigkeit des Landes als Richtschnur für die Bemessung der Einwanderung, das den wichtigsten Inhalt des MacDonäld- Briefes bildet, erneut bestätigt worden ist. Grosse und geheime Diplomatie i Die „N ewYorkTime s" veröffentlichte vor einigen Tagen sensationelle Mitteilungen über angebliche geheime Friedensverhandlungen zwischen Juden und Arabern, die kürzlich in Paris stattgefunden haben sollen. Die Zionisten seien zunächst durch den Präsidenten der Jewish Agency und der Zionistischen Organisation, Lt. Weizmann. später durch den politischen Leiter der Exekutive der Jewish Agency, Mosche Shertok. vertreten gewesen. Als Hauptvertreter der Araber habe „ein Mann von grossem Einfluss im Nahen Osten" an den Verhandlungen teilgenommen. Die „New York Times" will sogar den Gegenstand der Verhandlungen ganz genau wissen: sie spricht davon, dass eine Einschränkung der jüdischen Einwanderung auf 40 000 Personen jährlich für einen Zeitraum von 10 Jahren vorgesehen sei. wobei 20 000 jüdische Einwanderer jährlich nach Transjordanien zugelassen werden sollen. Nach Beendigung der 10jährigen Frist soll die jüdische Einwanderung eingestellt werden. Die künftige Politik soll von der Entscheidung einer gesetzgebenden Versammlung abhängen, der Juden und Araber angehören werden. „New York Times" behauptete, dass Aussicht auf Annahme des' Planes durch neide Parteien vorhanden sei. Wie nicht anders zu erwarten war. ist diese aufsehenerregende Meldung unmittelbar nach Bekanntwerden von jüdischer Seite dementiert worden. Londoner offizielle zionistische Kreise bezeichnen sie als ..als jeder Begründung entbehrend". Mosche Shertok. der als einer der Unterhändler genannt wird, erklärte der ITA, es sei ihm von der ganzen Sache absolut nichts bekannt, und er habe erst aus dem Bericht der „New York Times" von ihr erfahren. Elieser Kaplan, der Schatzmeister der Exekutive der Jewish Agency, wurde vor seiner Abfahrt von New-York nach Palästina von Journalisten im Zusammenhang mit der vorstehenden Meldung nach der Stellung der Jewish Agency zu derartigen Bemühungen gefragt. Er antwortete- „Die Jewish Agency ist jederzeit bereit, mit den arabischen Führern zusammenzukommen, um jeglichen Vorschlag zur Herbeiführung des Friedens und der Zusammenarbeit zwischen Juden und Arabern in Palästina zu erörtern." * Trotz der mehr als unerfreulichen Ereignisse in Palästina erhält die Vermutung, dass die offiziellen arabischen Kreise sich von den Gewalttaten zu distanzieren beginnen, mit der Zeit grössere Wahrscheinlichkeit. Das Oberste Arabische Komitee hat an die Araber Palästinas einen Aufruf erlassen, in dem es sie auffordert, die Ruhe zu bewahren, bis die Königliche Kommission ihre Arbeiten beendet und ihren Bericht erstattet hat Diese Befriedigungsmassnahme ist zwar durch die Befristung^abgeschwächt, trotzdem zeugt sie von einem gewissen Mut zur Unpopul'arität. Die Quittung dafür ist denn auch sofort erieilt worden: die arabische Presse hat erklärt, dass der Aufruf unter dem Druck der Regierung erlassen worden sei, und dass die Vertreter der Istiklal-Partei gegen ihn gestimmt haben. „Feiestin" meint sogar, dass das Komitee mit diesem Schritt eine "schwere Verantwortung auf sich genommen habe. Würden die Unruhen nunmehr fortdauern, dann werde man daraus schliessen, dass das Komitee keinen Einfluss auf die Massen besitze. Hören sie aber auf, dann werde man erklären, es habe mit den Unruhestiftern in Verbindung gestanden. * Anlässlich des. bevorstehenden Pessachfestes richtete der Oberrabbiner von Palästina, Dr. Isaac Herzog, eine Botschaft an die Judenheit der Welt. Er spricht darin von der Unterscheidung der Haggada zwischen dem Pessach Mizrajim dem ägyptischen Pessach, und dem Pessach le- Atid, dem Pessach der Zukunft. Von dem Pessach der Zukunft seien wir noch weit entfernt. Der Sederabend solle der Einkehr und Besinnung dienen und das Gebet darum erneuern, dass das Land unserer Vergangenheit zur Zufluchtsstätte unserer Brüder werde, die es in ihrer Not als einzigen Lichtstrahl der Hoffnung betrachten. Das Blutvergiessen geht weiter Inf emotionales SpedsttonshiiroBrokerhoff & Upschütz G.m.b.H. Berlin C 2, Frommelstrasse 1 a. Fernruf 42 06 22. Leitung der Auswanderer-Ab!eiEung Willi Upschütz ümziigsiransporte nach Nord- und Südamerika, Afrika, Palästina « Gepäckdienst zu den Dampfern nach allen Häfen des Kontinents \