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Central-Verein-Zeitung · 1937-03-25 · 12 (25.3.1937) · page 16

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
16 (1937)
Issue
12 (25.3.1937)
Date
1937-03-25
Page
– (sequence 16)
Language
German
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eine in Sprache und Empfindung gleictiermassen echt gezeichnete Skizze von Hilde Cohn dem Heft .eine besondere Stimmung geben würde.. Dr. Werner Roseiistöck. „Jüdische Welt" Die Jüdische J3uchve rein igung veröffentlicht als neuesten Band eine Sammlung ,,Jüdische Erzählungen des Auslandes" unter dem Titel „Jüdische"Welt"; Olga Sigall gab sie heraus und übersetzte sie als. Auslese aus dem umfangreichen englischen Werk „Yisroel The Fi] sc Jewish Omnibus". Ein sehr aufschlussreichQuerschnitt durch die spezifisch jüdische Erzählkunst in aller Welt enthüllt sich und zugleich ein Bild der spezifisch jüdischen Welt in aller Welt. , '■. Da gibt es Geschichten aus dem ostjüdischen Ghetto: Schneur in seiner dichterisch saftigen Art erzählt von der Ehrung einer Orange, die als duftende, farbige Beglückung empfunden wird; Agnon vertieft ein Elendsbild ins Religiöse; Scholem Alechem schildert ernster, als wir es von ihm gewöhnt sind, ein drohend gefährliches Pessach im Dorfe; Perez gibt eine Szene aus tiefster Armut, vom Hunger, den .der Vater zum Fasttag heiligt; Frug wendet die Anekdote von der letzten Kopeke, um deren Verwendung sich die Juden streiten,- ins Messianische; während Lidin kritisch-ins Judentum c'?s heutigen Russland blickt und Rakous eine grotesk-tragische Schnurre vom Mäzzebacke:i in der Tschechoslowakei berichtet. Wenn Carry van Brüggen den einsamen" Sederabend eines greisen Elternpaars, deren Kinder abtrünnig wurden, schildert, so könnte diese holländische Geschichte auch im Osten, spielen, und der Engländer Israel Zangwill erinnert gleichfalls an die alte östliche Ghettogeschichie mit der Mutter, die am Schabbat meilenweit zu Fuss läuft, um den sterbenden Sohn noch einmal zu sehen. Ganz anders aber muten sonst die jüdischen Erzähler aus England, Amerika und Frankreicn an. Samuel Gordon lässt ein altes Paar „ohne Kaddisch" plötzlich durch die unbekannten Enkel aus Amerika beglückt werden. Sehr dichterisch erzählt Louis Golding von den [Wirklichkeit gewordenen Träumen eines Proletariers aus einer trostlosen englischen Industriestadt, der als reicher Erbe auf seinen .Weltreisen sich immer wieder nach dem Ghetto sehnt. Aehnlich gibt die Amerikanerin Anzia Yezierska ungeheuer plastisch die Studie einer Mutter aus dem elendesten New-Yorker Ghetto, deren späteres Leben unter den völlig assimilierten, reichgeAvordenen Kindern ihr eine schlimmere Hölle bedeutet, als je das Ghetto, die beiden grossen französischen Dichter Edmond Fleg und Andre Spire erzählen poetisch umglänzte jüdische Legenden mit drastischer 'Art, ebenso wie David Frischmann seine Geschichte „Sinai" vom jungen Moses. Etwas abseits steht Ludwig Lewisohn mit der Erzählung von der Enttäuschung einer amerikanischen Palästina-Reisenden, die das Land durchaus?nit christlichen Augen sehen will, Juden aus aller Welt werden also hier von bilden in aller Welt geschildert, und doch, bei aller Verschiedenheit, wirkt überzeugend und überwältigend die Einheitlichkeit der Geschilderten und der Schilderer. Trotz dieses einheitlichen Zuges stellt jede der siebzehn Geschichten von siebzehn verschiedenen Äutoren, die aus acht Sprachen, aus dem Hebräischen, Jiddischen, Englischen, Amerikanischen, Französischen, Russischen, Holländischen, Tschechischen übersetzt sind, ein Besonderes dar. Nicht nur, weil jede von einem anderen Autor anderer Individualität stammt, sondern weil jede das Problem anders sieht und anders gestaltet. Kurt Pinthus Eroberung des Himmels ■ P et er Thoene, Pilot und Schriftsteller, hat in einem Buch „Eroberung des H i m - m e 1 s" (Verlag E. V. T a 1 & C o.) die Geschichte •des Fluggedankens aufgezeichnet. Eine unendliche Reihe von geistigen und technischen'' Pionieren des Mensehenfluges zieht an uns vor-" über. Opfer stürzen. Helden werden verlaeht, verdammt, gefeiert. Immer neue, immer andere - Menschen werfen sich mit künstlichen Schwingen■'• in das Luftmeer, bis die „Letzten" es , erobern und -zu einem Feld, nicht mehr der Träume, sondern der fahrplanmässigen Routen, machen. Theenes grosser „Roman" vom Fliegen ist von einer geistigen Leidenschaft erfüllt. In hoch vibrierender Spannung hören wir Thoene zum Schluss die- Frage steilen: Wann wird die erste Reise nach den Planeten vollbracht werden? - Anne M. Lindbergh ist im Jahre 1931 mit ihrem Mann allein von Long Island, USA, Miach China geflogen, und zwar „westwärts".über Kanada, an" der Küste des Eismeers entlang. („I c h fliege mitmeinem Man n", Verlag E. P. Tal & Co.) Die stahlharte, sportliche Energie des weltberühmten Piloten Lindbergh und die nicht geringere Durchhaltekraft seiner Frau, die als Bordfunker fungierte, führten.--das von last allen Fachleuten als tollkühn .bezeichnete Unternehmen zum Erfolge. Anne Lindbergh beschreibt die Herrlichkeiten und Unheilsdrohungen der Fahrt, menschliche Begegnungen, Naturwunder der "Luft, des Wassers und der Erde. Die fein und klug beobachtende Frau, die nie in Prahlerei oder Gefühlsüberschwang geTät, fügt mit ihrem Buch dem Fliegerruhm ihres. Mannes ein schönes Blatt eigenen schriftstellerischen Lorbeers hinzu. Dr. K. M. der stillen Jahrzehnte, den grauenhaften Untergang von Menschen, die einst auf den Höhen gingen, und gelangt dabei an manchen Stellen zu einer Grösse, die der Schilderung# 'des dreissigjährigen Krieges;'::, im „Simplicissimus" in nichts nachsteht. Jacob Picard. Aus der Kunstwelt gestorben Im Alter von 59 Jahren starb Alfred oFlechtheim in London. Mit ihm ist eine der markantesten Persönlichkeiten des internationalen •Kunsthandels " dahingegangen, ein Kenner und Förderer jener Talente, die besonders Vertreter des französischen Impressionismus waren. Alfred Flechtheim wurde in Münster, in Westfalen geboren. Den Weltkrieg machte er in einem Kavallerieregiment an der Westfront mit. Er lebte zunächst in Düsseldorf und gründete sodann die Berliner Bilder-Galerie Alfred Flecht- Alexander Jakowlew: Der Mensch und die Steppe. Herbert Reichner Verlag, Wien. Dieses Werk eines russischen Emigranten hat den Atem der grossen Epik; es ist ein Buch der Erinnerung aus wahrem Erleben und ist ein Roman der Heimat, wie alle gute Epik in ihrem Ursprung, und ist vor allem die Schöpfung eines reinen Dichters, der die Blüte und den Untergang einer Familiengemeinschaft des inneren Russland etwa aus dem letzten halben Jahrhundert darstellt. Diese Heimat umfasst die Landschaft um den unendlichen Fluss Wolga, hinter dem die Steppe droht, ebenso wie ihre mühsam gebändigten, aber schliesslich entfesselten Menschen. Mit diesem Landschaftlichen und seinem Rhythmus steht in der grossen Tradition der besten russischen Erzählungskunst wie nur eines; wenn Gogol den Namen des grossen. Don ausspricht, und um den Fluss die Landschaft mit ihren Menschen im Zauber der dichterischen Sprache erstehen lässt, so gelingt es Jakowlew ebenso, mit ein paar Zeilen die Atmosphäre seines besonderen Landes immer wieder zu wecken und damit die schicksalhafte Verbundenheit der Menschen, um die es geht, mit ihrem Boden, mit der Steppe, ihren Hügeln, den abgelegenen Städten und Dörfern.Ein scheinbar festgegründeter Lebenskreis . von Menschen, bürgerlichen Grosskaufleuten, Getreidehändlern zugleich und Grossgrundbesitzern, der Lebensablauf dreier Generationen, wird mit unerbittlicher Konsequenz durch die Jahrzehnte. geführt bis zum Untergang im Grauen der Nachkriegsrevolution und Vernichtung, ihrer ganzen Gesellschaftsschicht. — Dem Dichter gelingt es dabei, das Schicksal des ganzen Volkes, von dem diese eine Familie "Andronow nur ein winziger Teil ist, ganz lebendig zu machen, so, dass der tragische Untergang, als die Wildheit der Steppe in den entfesselten Menschen über sie hereinbricht, am Ende als geradezu organisch erlebt wird, so schrecklich er ist. Unerbittlich und mit gelassener Stimme schildert Jakowlew, wie die Ruhe und Sattheit Zeichnung von Eeinrietle Beth heim. 1912 arrangiert er die berühmte Werkbund-Ausstellung in Köln. Flechtheim führte in Berlin mit seiner Gattin ein gastliches Haus, in dem viele Künstler von Weltruf und Kunstfreunde aller Nationalitäten verkehrten. In der „Times" widmet Lord Ivor Churchill dem grossen Kunstkenner einen Nachruf, in dem er neben seinen Verdiensten um den Kunsthandel auch seinen Salon erwähnt, in dem Octave Mirabeau. alle Mitglieder der Familie Renoir, besonders Pierre Renoir, Mkillol, Braque, Leger, Picasso, Rehs" Grevel, Vollard, Max Reinhardt und Mitglieder . der Familie Mendelssohn intimst verkehrten. Flechtheim hatte sich gerade jetzt in London einen neuen Wirkungskreis ' geschaffen. Im letzten Herbst wirkte er bei einer Ausstellung der französischen Maler des 19. Jahrhunderts mit. Eben jetzt, als der - Tod ihn abrief, war er dabeisein Buch herauszugeben, das die Geschichte des früheren Kampfes jener Künstler, deren Werk sein Leben gewidmet war, schilderte. Der Tod hat ihn von einem schweren Leiden erlöst. Freunde' in allen Ländern trauern um ihn, und viele Museen werden-das Andenken Alfred - "Flechtheims, dessen Grosszügigkeit sie manche, wertvolle Gabe verdanken, hochhalten. Zum Tode von Henry van den Bergh Die internationale Kunstwelt betrauert weiterhin Henry van den Bergh,'der in Nizza starb. Er wurde 86 Jahre alt, ist in Holland geboren, hat aber stets in England gelebt. Die Presse nennt ihn einen edlen Kunstmäzen, 'der dem- British Museum kostbare Sammlungen peruanischer und persischer Kunst schenkte. Dem Victoriaand- Albert-Museum vermachte er eine 'hochbedeutende holländische Kollektion von Kunstwerken. Sein Heim in Kensington Palace Gardens war ein Schatzkästchen edelster Art, das der vielgereiste Sammler immer noch ausbaute.- Er publizierte vieles, u. a. „The Incas ähd Thuir Industries", und Ausstellungen in allen Ländern wurden mit Arbeiten aus diesem Kunstbesitz bereichert. In der englischen Presse („The Sunday Times" vom 14. März) wird berichtet, dass Henry van den Bergh im East End von London viele* karitative Funktionen innehatte. Van den Bergh verlor zwei Söhne im Weltkrieg, sein dritter Sohn, Donald van den Bergh, war ebenfalls Kriegsteilnehmer und ist mit einer Nichte von Sir Herbert Samuel verheiratet. 0. B. Kunstnachrichten Das Jüdisch-Historische Museum in Amsterdam erwarb ein Gemälde von Martin Monnickendam „Das Kirchenfest", das der Maler .anlässlich der Dreihundertjahrfeier der Amsterdamer jüdischen Gemeinde gemalt hatte. * In Rom fand eine Ausstellung der Werke des italienisch-jüdischen Malers Ulvi L i e g i statt, eines der hervorragendsten Vertreter des italienischen Impressionismus. Die Ausstellung wurde von zahlreichen bekannten Persönlichkeiten der italienischen Gesellschaft besucht. Ein Gemälde wurde von der Nationalgalerie für moderne Kunst in Wien erworben. * Im Jüdischen Kulturbundtheater in Berlin setzte Dr. Max Osborn seinen Vortragszyklus über die grossen Meister der Kunstgeschichte mit einem breit angelegten Referat über Lionardo da Vinci fort. Wieder einmal konnte man im Lichtbild an Hand der erkannten und für die Forschung rätselvollen Gemälde und an dem im oeuvre gerade dieses Renaissancemeisters wichtigen Handzeichnungsmaterial den universellen Geist erfassen, den uomo universale, für den Lionardo das typischste Muster ist. Osborn versuchte den Faden zu verfolgen, der das Werk dieses Grossen durchzieht: die Verschmelzung des inneren-Ausdrucks mit der Formgebung der Malerei; der, obwohl wir von ihm keinen Beweis besitzen, dass er sich wie viele, viele andere die heroischen Gestalten des Alten Testaments zum Thema erwählte, doch zum europäischen Geistesgut der Menschheit gehört. 0. B. Dr. Max Osborn hielt ausserdem in den letzten Monaten mannigfache Vorträge in den jüdischen Kulturvereinigungen. Im bayerischen Jüdischen Kulturbund (München, Augsburg, Würzburg, Bamberg) sowie in den Kulturbünden Hannover und Hildesheim sprach er über „Alte und neue Kunst in Palästina", in der Hamburger Steinthal-Loge und im Jüdischen Kulturbund Stettin über das Thema „Ein Spaziergang durch Rom", in den Städten des Kulturbundes für Ostwestfalen und Nachbargebiete über „Judendarstellung.en m der Kunst". Das Jüdische Museum bleibt wegen des Pessachfestes von Sonntag den 28. März bis Freitag den 2. April geschlossen. Wiedereröffnung des Museums und der Ausstellung „Das jüdische Plakat" den 4. April von 10 bis 14 Uhr. Loch wieder füllen . . . Sie ist Liebling der Götter und Grazien . . . also — lassen Sie mich jetzt zur Probe gehen . . . mein lieber Riaut, es wird schon werden . . Aber Riaut lässt Olfenbach nicht los. „Herr Direktor, hier wagt niemand ein offenes Wort. Sie sind der Napoleon des Theaters, der Autokrat, der Zwingherr — aber auch diese haben ihr Debacle erlebt. Ich möchte es nicht mit Ihnen erleben — ich bitte Sie, werfen Sie nicht allzu viel Geld für die Ausstattung hinaus, es geht nicht . . . Direktor, die Erde ist im Taumel . . .! Die Menschen lieben die Künstler, weil sie berauschen — und alle Wetterzeichen vergessen machen — ich möchte unser Theater das Theater ,Hazard' nennen — verzeihen Sie meine Offenheit, aber Sie selbst frieren in diesem Treiben... Sie sitzen in Ihrem Büro im Pelzrock und, wenn Sie niemand sieht, schlottern Sie . . . Sie schreiben Note um Note im Fieber — oh, ich beobachte Sie . . . Sie lassen die Gesichte, die Visionen vorüber huschen und belügen sich selbst." — Orlenbach ist solche Warnung nicht gewohnt, er liebt sie nicht: „Riaut, Sie waren ein Mann der Börse, Sie haben Katastrophen erlebt und sind Misanthrop geworden. Sie verstehen einen künstlerischen Betrieb nicht — ich habe Sie 'für die geschäftlichen Arrangements gewonnen, aber nicht, um mir die Laune zu verderben. Wenn Ihre Pflicht Ihnen zu schwer erscheint, dann lege ich Ihnen nichts in den Weg . . Offenbach ist der gütigste Chef — aber in der Erregung ist er unbeherrscht. Riaut antwortet: „Gut, ich ziehe mich zurück, Monsieur le directeur ... mag ein anderer den Spuk mitmachen, ich kann es nicht . . . ich.habe zu helle . Augen— leben Sie wohl, ich .war Ihnen getreu , . Schon wieder ein Ruf nach dem Direktor: „Monsieur le directeur, Madame Offenbach . . Frau Herminie, .die das Theater in den Proben sonst meidet, weiss, dass ihr Gatte Beruf und Familie voneinander trennt, aber ihr besorgtes Gesicht zeigt die Unruhe, die sie hergetrieben hat, den Entschluss, sich auch Vorwürfen auszusetzen. „Jacques, ich weiss, du liebst es nicht, wenn sich die Familie hier blicken lässt, aber, wir sind, in Unruhe, du bist müde von zu Hause weggegangen..." „Herminie, sei ganz zufrieden, ich bin nur müde, wenn die Stille um mich her brütet — geh und sei ruhig... ich werde um drei Uhr zu Hause sein, ich erwarte Meilhac, ich werde dann Talleyrand sprechen, um vier Uhr baden und um sechs Uhr zur Probe gehen... es ist alles gut, mein Liebling, geh ..." Frau Offenbach verlässt mit einem wehmütigen Blick die schmale Gasse hinter den Kulissen... sie ist hilflos. Offenbach geht die kleine Treppe hinab, die zu seinem Platze am Dirigentenpult führt — kaum hat er den Stab in der Hand, da ist alles vergessen, was ihn verstimmt hat. Sein Antlitz verändert sich... es strafft sich, die Augen sprühen, eine suggestive Kraft geht durch diesen unwahrscheinlichen Körper, Orchester und Bühnenleute werden von ihr erfasst — em Strom geht durch den Raum. „Oh, Hortense — plus vite — magnifique - Silly..." Die . ekstatischen Kufe elektrisieren... die gespenstische Mimik des Maestro rast in die Nerven der Darsteller — ein einzigartiger dämonischer Rausch!!! (Fortsetzung folgt.) Hohe Auszeichnung Franz Werf eis Bundeskanzler S c.h u s c h n i g g , der seit langer Zeit mit Franz Werfel befreundet ist, überreichte am 19. März auf einem Empfang, an dem Staatssekretär Perntner, Burgtheaterdirektor Röbbeling, Generalmusikdirektor Knappertsb; h und zahlreiche andere bekannte Persönlichkeiten teilnahmen, dem Dichter das ihm vom Bundespräsidenten Miklas verliehene Oesterreichische Verdienstkreuz für Kunst und Wissenschaft L Klasse, den höchsten Orden, der in Oesterreich für kulturelle Leistungen vergeben werden kann. Staatssekretär Perntner sagte in seiner Ansprache u. a., es sei Werfeis Verdienst, den Ruhm Oesterreichs als Stätte der Kunst und Literatur - in-. -der ganzen Welt verbreitet zu haben. — Der Presse teilte Werfel mit, dass er an der Vollendung eines grossen biblischen Romans arbeite, der im Herbst erscheinen solle. Sein biblisches Festspiel „Der ewige Weg" werde in Max Reinhardts Inszenierung noch den ganzen Sommer hindurch in der. Manhattan Opera in New-York gespielt werden. Theodor Mommsen: „Judaea und die Juden."- Bücherei des Schocken-Verlags Nr. 70. Im Schocken-Verlag, Berlin. Heute, da Mommsens „Römische Geschichte" in einer volkstümlichen Ausgabe weitverbreitet, worden ist, konnte man zunächst im Zweifelf darüber sein, ob es — wie es in dem vorliegenden Bändchen der Schocken-Bücherei geschah —r notwendig war, einen Sonderdruck des Kapitels „Judaea und die Juden" aus dem fünften Bande des Mommsenschen Werks zu veranstalten. Da jedoch jenes Kapitel ein selbständiges und in sich geschlossenes Ganzes ist, das die jüdische Geschichte von der Seleukiden- bis in die römische Kaiserzeit hinein einzigartig schildert, darf man die Neuausgabe deshalb gutheissen, weil .diejenigen jüdischen Kreise^ denen Mommsens Darstellung unbekannt ist, sie auf bequeme Weise isoliert kennenlernen können. Eugen Täubler, mit der Geschichte des Altertums ebenso vertraut wie mit der des Judentums, nimmt in einem kritischen Nachwort sowohl vom Standpunkt des Forschers wie des Juden zu dem Kapitel Mommsens Stellung. Obwohl-Täubler das Kapitel für „das bestgeformte Stück jüdischer Geschichte" erklärt, weist er dennoch darauf hin, dass der grosse Historiker infolge mangelnden Sinns für das Religiöse der geschichtlichen Erscheinung "des Judentums nicht gerecht geworden sei. Mommsens entscheidende Auffassung — der Vergleich Judaeas mit dem Kirchenstaat und der Juden ausserhalb mit der ganzen katholischen Welt — hält Täubler deshalb nur für sehr bedingt richtig, weil das damalige Judentum eine nationale Tempelgemeinde bildete, während der Katholizismus eine universale Kirchenorganisation schuf. Das Bedeutende der Darstellung Mommsens erblickt er darin, dass die damalige jüdische Geschichte ans römisch-imperialem Gesichtswinkel heraus betrachtet wird. Ausv diesem Grunde ist das Kapitel Mommsens, trotz seiner Einseitigkeit von unersetzlichem Wert. F.F. Der Hilfsverein der Juden in Deutschland teilt mit: Der vor kurzem veröffentliche Aufruf des Hilfsvereins zur Ueberlassung guter Bücher für unsere Auswanderer in Kolumbien ht einen unerwarteten Erfolg gehabt. Inzwischen sind weitere Bitten ähnlicher Art an ihn gelangt, und zwar handelt es sich diesmal um Ecuador. Wenn Bücher, vor allem jüdischen Inhalts, für diesen Zweck verfügbar sein sollten, so bittet der Hilfsverein, sie ihm unter dem Stichwort „Bücher für Ecuador" zu übersenden an seine Adresse: Berlin W. 35, Ludendorffstrasse 20. Anlässlich des 60. Geburtstages des Professors der Hebräischen Universität J. Klausner fand eine Feier statt, bei der viele Ansprachen gehalten wurden, auf die Professor Klausner erwiderte. Dem Jubilar wurde das von dem Festkomitee herausgegebene Klausner-Jahrbuch übergeben.

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