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Central-Verein-Zeitung · 1937-03-25 · 12 (25.3.1937) · page 2

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
16 (1937)
Issue
12 (25.3.1937)
Date
1937-03-25
Page
– (sequence 2)
Language
German
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S! Krankenversicherung | Aufnahme bis 70 Jahre ohne Untersuchung__ fl3rtS SChW9rZ G°Bodcenh1^ hat für uns Symbolkraft, dass wir uns, wenn wir das Wort sprechen „im kommenden Jahre in Jerusalem", dieses, Jerusalem möglicherweise unter militärischem. Ausnahmezustand vorstellen müssen. Ausnahmezustand," bejahend gedeutet: das ist die Haltung, in der eine bedrohte Gemeinschaft verharren müss, solange sie sich gefährdet fühlt Er bedeutet Zusammenfassung der materiellen und der sittlichen Kräfte, er bedeutet, dass sich das Moralische in unseren Reihen von selbst verstehen und das Unmoralische durch allgemeine Verachtung isoliert werden muss. An den Rafstischen in London, in Paris und in Genf mühen sieh Menschen, Juden und Nichtjuden, um die Gestaltung des Schicksals notleidender und heimatsuchender Juden vieler Länder. Die Gremien, die mit der Autorität des Völkerbundes versehen sind und die jüdischen, die kraft des Einflusses der sie tragenden Organisationen und Persönlichkeiten Bedeutsames leisten können, haben,, in ihre Beratungen eine Pause eingelegt. Die Durchführung von Beschlüssen ruht in den Feiertagswochen. Not und Sorge aber bleiben wach — aus ihnen gibt es nur einen Ausweg: wenn die Führer und die Geführten, die den Weg Weisenden und die ihn Beschreitenden, gegürtet bleiben! der Hörer nicht übersteigen dürfe und im Ausland erworbene Diplome nicht anerkannt werden sollen, zu eigen gemacht. Die Ortsgruppe des Studentenverbandes Turul in Debrecen hat die Ueberreichung einer Denkschrift an den Unterrichtsminister beschlossen, wonach zu den Universitäten und Akademien des Landes jüdische Studenten solange nicht zugelassen werden sollen, bis die Prozentnorm erreicht ist. Jüdische Möglichkeiten in Frankreichs Kolonien Bekanntlich hat der französische Kolonienminister Marius Moutet vor einigen Monaten Aeussenmgen über die Ansiedlung von Juden in den französischen Kolonien getan, die in der jüdischen Oeifentlichkeit vielfach zu einer Ueberschätzung der hier sich erschliessenden Möglichkeiten geführt haben. Minister Moutet hatte bereits selbst darauf hingewiesen, dass es einer langen und gründlichen Vorbereitung bedürfe, um auch nur kleinere Gruppen jüdischer Menschen im französischen Kolonialreich zur Ansiedlung zu bringen. Nunmehr hat auch der Ständige Chef des französischen Kolonienministeriums, Paul Bouteille, eine Erklärung abgegeben, die sich mit den Aussichten der jüdischen Einwanderung in französische Kolonien beschäftigt und mit genau detaillierten Angaben allzu hoch gespannten Erwartungen entgegentreten will. Der Kolonienminister, so führte Bouteille aus, wisse, dass es unter den um die Einwändec£.^S^ivJ&^. Gold- und Silberschmiede BERLIN W 8, Unter den Linden 65, (Hotel Bristol) auch AH IC HUF G.B. 1129242 rang sich bewerbenden Juden erfahrene Ingenieure gebe, die einen sozialen Wert darstellten. Er habe jedoch niemals ein Geheimnis aus den Schwierigkeiten gemacht, die einer jüdischen Kolonisation entgegenstünden. In den französischen Kolonien mit gemässigtem Klima wie Nordafrika, gebe es bereits eine zahlreiche eingeborene und weisse Bevölkerung. Die übrigen Kolonien mit tropischem Klima seien für Weisse ungeeignet; die Arbeiten, die sie allenfalls dort leisten könnten, nämlich industrielle Arbeit erforderten ein grosses Anfangskapital und die Entwicklung einer schwierigen Technik zur Erzielung guter Resultate. Schnelle Lösungsmöglichkeiten könnten für Juden nur in einigen französischen Kolonien gefunden werden, in denen das tropische Klima durch die Höhenlage ausgeglichen würde. In den höhergelegenen Gebieten von Madagaskar, in Neu-Kaledonien, in bestimmten Teilen von Guyana und der Neuen Hebriden, sei es möglich, Raum für Einwanderer zu finden. Auf jeden Fall sei mit dieser Verteilung von Einwanderern in keiner Weise eine endgültige Lösung der Judenfrage gegeben, wie gewisse jüdische Kreise anzunehmen geneigt seien. Es liege in der Absicht des Ministers, an die jüdischen Organisationen eine Aufforderung zu richten, alle ihre Hilfsmittel bei der Erschliessung der französischen Kolonien für die jüdische Einwanderung einzusetzen. Er sei gewillt, alle administrativen Erleichterungen zu gewähren, um den Einwanderern die Niederlassung in gesunden Gebieten zu ermöglichen. Bei Auswahl der Einwanderer werde eine strenge moralische und physische Kontrolle durchgeführt werden. Jugendliches Alter und Gesundheit seien wesentlich. Am wichtigsten sei jedoch die Geldfrage. Die Investitionskosten für die erste Einrichtung müsse von den jüdischen Organisationen getragen werden. Späterhin werde eine Regierungshilfe bei Durchführung öffentlicher Arbeiten bereitgestellt werden können. Eine solche Kolonisation wTerde zeigen, dass die Juden durch ihre Arbeit und ihre Fachkenntnisse dem Lande, das ihnen Gastfreundschaft gewährt, Gedeihen bringen. Am Schlüsse seiner Ausführungen wies Bouteille darauf hin, dass es sich bei den erwähnten Massnahmen um die Absetzung nicht von Massen, sondern nur von wenigen hundert Menschen handele. Dies müsse ausgesprochen werden, um Missverständnisse und Enttäuschungen zu verhüten. Nach den Berichten des Ministeriums müssten die Einwanderer, um Erfolg zu haben, über ein Kapital von mindestens 1000 Pfund verfügen. * Es ist gewiss begrüssenswTert, wenn im französischen Kolonialministerium an Plänen gearbeitet wird, die auch der jüdischen Wanderungsbewegung zugute kommen. Für jeden derartigen Versuch muss man in »Vibetracht der Situation der jüdischen Massen in vielen europäischen Ländern dankbar sein. Man darf aber wohl den Aeusserungen von Bouteille entnehmen, dass man sich auch in Paris nicht darüber im unklaren ist, dass innerhalb der brennenden Problematik der Judenfrage Projekten wie den französischen nur eine geringfügige Bedeutung zukommt. Kolonisationspläne mit so eng gesteckten Grenzen wie die des französischen Kolonialministeriums laufen Gefahr, in den grossen Fragen keinen Erfolg zu bringen und höchstens ein paar hundert Menschen dazu zu veranlassen, zu Dünger eines Kolonisationsexperiments zu werden. Für jüdische Einwanderung in britische Dominien In einer Zuschrift an die „Times" macht Lord Lamington, einer der pro-arabischen Mitglieder des englischen Oberhauses, den Vorschlag, unterbevölkerte Gebiete in den britischen Dominien für die Einwanderung aus Polen, Deutschland und anderen Ländern zu öffnen. Die Einwanderer könnten dort ungehindert durch ein Araberproblem Industrien mit Unterstützung jüdischer Organisationen Englands und Amerikas entwickeln. Bei Finanzierung durch diese Organisationen würden dem Reich und den Dominien keinerlei Kosten aus dieser Siedlungsarbeit erwachsen. Damit wird eine Diskussion weitergeführt, die seit einiger Zeit die Presse beschäftigt. Wir haben in der C.-V.-Zeitung Nr. 9 vom 4.. März auf eine Notiz „Leere Räume im Empire" der „Kölnischen Zeitung" hingewiesen, die "sich mit der Aus Wanderungspolitik der englischen Kolonialländer beschäftigte. In Nr. 10 der C.-V.- Zeitung vom 11. März machten wir auf einen Aufsatz in „Great Britain and the East" aufmerksam, der auch die Notwendigkeit behandelte, ausserhalb Palästinas, aber innerhalb des englischen Empire, Land für jüdische Einwanderimg zur Verfügung zu stellen. Die Zuschrift Lord Lamingtons zeigt, wie sehr der Gedanke, neben Palästina andere Empire-Gebiete der jüdischen Einwanderung zu erschliessen, im Sinne der englischen Politik läge. Eine „Nordische Front" in Südafrika? In einer Versammlung seiner Anhänger hat der südafrikanische Nationalistenführer Dr. Malan die Bildung einer gegen die Juden gerichteten gordischen Front" gefordert. Der Redner erklärte, das neue Einwanderungsgesetz genüge ihm nicht, da die Einwanderung von Juden durch dieses Gesetz nicht wirksam verhindert werde. Er forderte die englisch sprechende Bevölkerung auf, sich der von ihm geplanten Front anzuschliessen, um die „jüdische Gefahr" zu bekämpfen. Zum Schluss richtete der Redner an die Versammlung den Appell, nicht bei Juden zu kaufen. ORT-OSE auch in Schweden Der Bevollmächtigte des Gemeinschaftlichen Komitees ORT-OSE, Redakteur J. M. Trotzky, hielt in mehreren Städten Vorträge für das ORT-OSE-Werk. Sein Aufruf, die Aufbauarbeit der Gesellschaften ORT und OSE zu unterstützen, fand in Oslo grossen Widerhall. Im Anschluss an seinen Vortrag wurde dort ein permanentes ORT-OSE-Komitee gebildet, an dessen Spitze Louis Benjamin steht. Mitglieder sind: Rabbiner Dr. Julius Samuel, Harry K o r i - tschinsky, der Vorsitzende der Gemeinde Siv und Martin Mestschansky. Die Lage an den ungarischen Hochschulen Die Unruhen an den ungarischen Staatsuniversitäten waren, wie erinnerlich, anlässlich der bevorstehenden Promotion dreier jüdischer Medizinstudenten an der Universität Fünfkirchen zum Ausbruch gekommen. Nunmehr ist die damals verhinderte Promotion der jüdischen Studenten nachgeholt worden. Gleichzeitig hat jedoch der Senat der Universität Fünfkirchen in .'einer Sitzung das Memorandum behandelt, das ihm von den protestierenden ungarischen Studenten überreicht worden war. Dabei hat sich der Senat die Forderang des Memorandums, dass die Zahl der jüdischen Studenten 5 Prozent der Gesamtzahl Nachrichten aus Polen Der von uns gemeldete Streik der Wilnaer jüdischen Studenten, der sich gegen die Einführung der Ghettositzordnung richtete, ist durch den Abschluss eines Kompromisses beendet w:orden. Die jüdischen Studenten haben sich damit einverstanden erklärt, ihre Sitzplätze in Hörsälen und Laboratorien in Gruppen einzunehmen, denen ausser ihnen die freiheitlich gesinnten, polnischen, die weissrussischen und litauischen Studenten angehören. Andererseits werden die nationaldemokratischen polnischen Studenten besondere Gruppen bilden. Gleichzeitig ist der von den Universitätsbehörden verfügte und auch von uns bereits verzeichnete Ausschluss der 54 jüdischen Studenten, die im Verlaufe des Streiks den Laboratoriumsübungen ferngeblieben waren, zurückgenommen worden. Ernste Besorgnisse über die Zukunft der polnischen Juden auf wirtschaftlichem Gebiet flösst die Nachricht ein, dass der planmässige antijüdische Wirtschaftsboykott sich anscheinend konsolidiert. Bereits vor einiger Zeit ist mit Unterstützung einer Reihe von Bankinstituten ein mit der Durchführung dieser Aufgabe betrauter „Verband zur Stützung des polnischen Eigentums" gegründet worden. Jetzt werden überall, wo jüdische Industrie- und Handelsunternehmungen bestehen, durch den Verband gleichartige nichtjüdische Unternehmungen gegründet In Warschau ist eine Zweigstelle des Verbandes eingerichtet worden. Sie hat soeben einen Stadtplan von Warschau im Druck herausgebracht, auf dem die nichtjüdischen Geschäfte verzeichnet und durch Hinweise hervorgehoben sind. Aus Anlass des Namenstages des verstorbenen Marschalls Josef Pilsudski sind einigen ehemaligen jüdischen Frontkämpfern hohe Auszeichnungen verliehen worden, Ein Lösungsvorschlag Von jüdischer landwirtschaftlicher Seite wird uns geschrieben:- Die Ueberführung von Hunderttausenden von Juden in Polen aus ihrer bisherigen Lebensweise auf das Land müsste sehr günstige Auswirkungen für sie selbst und auch für die Wirtschaft des Landes haben. Im östlichen Polen, aber auch in Kongresspolen und in Galizien harren riesige Mengen fruchtbaren Ackers, die zur Zwangsversteigerung stehen und die trotz ganz billiger Preise infolge der Kapitalarmut des Landes keine Abnehmer finden, der Intensivierung. Massgebende jüdische Stellen sollten deshalb mit der Regierung in Warschau verhandeln und eine Verständigung mit ihr herbeizuführen suchen. Nach den Beweisen, die .jüdische Jugend bei geeigneter Anleitung in Palästina und anderswo in bezug auf Kultivierung von Oedland und ordentliche landwirtschaftliche Leistungen gegeben hat, kann niemand ihr die Befähigung absprechen. Dazu kommt, dass der polnische Boden auch nicht annähernd die Kosten und die Arbeit braucht, wie etwa in Palästina, um sich bald dankbar zu erweisen. Würde der Gedanke in die Tat umgesetzt — über ihre Ausführung müsste man sich natürlich vorher genau verständigen —, so wäre für die Juden in Polen ein Ausweg aus ihrer schlimmen Lage gegeben. Es könnte dann nach und nach der grosse Ueberschuss von ihnen ein zw-ar bescheidenes, aber arbeitsames und zufriedenes Leben führen, und das Land hätte den Vorteil erheblicher Kultivierung grosser Mengen fruchtbaren Bodens. Allerdings spricht gegen die Aussichten solcher Pläne, dass nach der diesjährigen im Februar veröffentlichten Liste des Ministeriums für Agrarreform in der ehemaligen Provinz Posen, also im jetzigen Grosspolen, von im ganzen dort befindlichen drei jüdischen Grossgrundbesitzern zwei zwangsweise derart enteignet worden sind, dass ihre fernere Tätigkeit beinahe lahmgelegt ist. Alle drei Betriebe sind seit fünfzig. Jahren und länger in jüdischem Besitz und wurden von den drei Besitzern selbst bewirtschaftet. Alle drei Güter sind musterhaft verwaltet, sind anerkannte Betriebe auf dem Gebiete der Viehzucht und neuer Kartoffelnachzüchtungen. Es werden also noch mancherlei Schwierigkeiten zu überwinden sein, ehe es möglich würde, arbeitsfreudige Elemente aufs Land zu bringen, das der Bearbeitung harrt, und damit dem Land und den jüdischen Bewohnern gleichzeitig zum Nutzen zu wirken; raten, rund 40 Familien wurden mit einem Durchschnittskapital von 2700 Dollars auf Farmen neu . angesiedelt, von denen jede etwa 5200 Dollars kostete. Die Abteilung für Arbeitsvermittlung hat 185 Männer und 2 Mädchen untergebracht, somit die Zahl der Arbeitnehmer, darunter auch einige Einwanderer aus Deutschland, auf 18 089 gestiegen ist. Notverordnung in Rumänien? Das rumänische Parlament ist in die Oster- und Sommerferien gegangen, ohne dass bisher eine gesetzgeberische Entscheidung über die Massnahmen gefallen ist, die von der Regierung Tartarescu projektiert wrerden und eine schwere Bedrohung der Existenz der jüdischen Bevölkerung darstellen. Weder das „Gesetz zur Ermutigung der nationalen Arbeit" noch die Bestimmungen über die Nachprüfung der Einbürgerungen in dennach dem Weltkrieg erworbenen Landesteilen haben dem Parlament bisher zur Beschlüssfassung vorgelegen. Dennoch werden Vermutungen laut, wonach das Inkrafttreten wenigstens des Arbeitsschutzgesetzes im Notverordnungswege unter Zustimmung von König und Kabinett bevorstehen soll. Die Gerüchte stützen sich auf einen Artikel in der dem Arbeitsministerium nahestehenden „Revue für Arbeit und öffentliches Gesundheitswesen"', in dem mitgeteilt wird, dass in letzter Zeit wiederholt Besprechungen über diese Frage zwischen dem Ministerpräsidenten Tartarescu und den Ministern für Handel und Industrie sowie für Arbeit stattgefunden haben. Dort sei beschlossen worden, im April eine Verordnung über den Schutz der rumänischen Arbeit zu erlassen, die — nach dem Bericht des genannten Blattes— inhaltlich mit dem Gesetzesentwurf im wesentlichen übereinstimmt. Danach sollen in allen Privatunternehmungen Rumäniens 75 Prozent der Angestellten Rumänen in ethnischem Sinne sein, während 20 Prozent der Angestellten rumänische Staatsbürger anderer Stammeszugehörigkeit und 5 Prozent Ausländer sein dürften. Die Umstellung bei Betrieben mit weniger als 100 Angestellten muss innerhalb eines Jahres, bei Betrieben mit über hundert Angestellten innerhalb eines halben Jahres erfolgen. Bei Verstössen gegen die Verordnung werden Geldstrafen bis zu 10 Millionen Lei und Verhängung wirtschaftlicher Strafmassnahmen bis zur Einsetzung einer gerichtlichen Zwangsverwaltimg angedroht. Eine Kommission aus Vertretern des 'Arbeitsministeriums, des Handelsministeriums und des Landesverteidigungsministeriums soll in jedem Distrikt die Durchführung der Massnahmen überwachen. Hingegen liegen über die Vorbereitung einer Verordnung zur Ueberprüfung der Staatsangehörigkeit noch keine amtlichen oder halbamtlichen Aeusserungen vor. Bemerkenswert ist schliesslich ein Satz aus der Königlichen Botschaft, die vom Ministerpräsidenten in der Schlusssitzung des Parlaments verlesen wurde. Dort heisst es unter Bezugnahme' auf das soeben ergangene Gesetz gegen die politische Betätigung der Studenten und Hochschüler: „Wir sehen in der neuen Massnahme ein höchst wirksames Mittel zur Aufrechterhaltung einer höheren Disziplin unter unserer Jugend, deren Enthusiasmus und Energie nicht in Hass und Feindschaft vergeudet werden darf, sondern verwendet werden muss zur Verwirklichung des grossen nationalen Ideals der Einigkeit und Brüderlichkeit." In der vergangenen Woche sind in allen rumänischen Synagogen Gebete für die Wiederherstellung der schwererkrankten Königinmutter Marie gesprochen worden. Der Zentralrat der Juden Rumäniens hat der Königinmutter telegraphisch Genesungswünsche übermittelt. Königinmutter Marie hat dem Präsidenten des Zentral rats daraufhin in einem herzlich gehaltenen Telegramm gedankt. K. J. R. Landwirte in Amerika Der Leiter der jüdischen Landwirtschaftsgesellschaft Amerikas „Zurück zum Boden", Gabriel Davidson, erstattete in diesen Tagen den Jahresbericht für 19*36. Seine Ausführungen bestätigten das, was in der C.-V.-Zeitung Nr. 1 von diesem Jahr im Artikel „Wie geht es den 100 000 jüdischen Farmen in USA?" gesagt war. Hervorzuheben ist der Hinweis auf eine allgemeine Besserung der landwirtschaftlichen Verhältnisse in USA und damit auch der jüdischen. Die Gesellschaft hat 1936 insgesamt 11 997 Darlehen im Werte von 7 392 000 Dollars vermittelt. Rund 750 jüdische Landwirte liessen sich be- Sir Austen Chamberlain Der frühere Aussenminister Sir Austen Chamberlain, einer der hervorragendsten englischen-Politiker, ist in London im Alter von 73 Jahren gestorben. Als Mitglied des Kriegskabinetts und auch in seiner späteren politischen Tätigkeit hat Sir Austen wiederholt zu jüdischen Problemen Stellung genommen und hierbei stets eine freundliche Gesinnung gegenüber den Juden bekundet. Auch in den letzten Jahren ist er einige Male bei offizellen Anlässen für den Schutz bedrohter jüdischer Gemeinschaften und für die Erleichterung des jüdischen Aufbauwerkes in Palästina eingetreten. So im Rahmen der grossen Aussprache, die im Unterhaus am 13. April 1933 über die Notwendigkeit einer Erleichterung der jüdischen Einwanderung aus Deutschland nach Palästina und über sonstige aus der veränderten Situation der Juden in Deutschland ergebende Probleme stattfand und im Jahre darauf bei einem Bankett,- das der Anglo Palestine Club in London unter dem Vorsitz von Baron James de Rothschild veranstaltete. Bei dieser Gelegenheit sprach Chamberlain sich dafür aus, dass England seine Tore jüdischer Einwanderung öffne. Hauptschriftleitcr: Dr Alfred Hirschberg; Stellvertreter und verantwortlich für die Aufnahme von Bildern: Dr Margarete E d e l h e i m " Verantworten für Sport: Dr Ernst G. Löwentbal, sämtlich m Berlin. Für Rücksendung unverlangter Einsendungen ist ireiumscbla« beizufügen. Leiter der Anzeigen-Abteilung und verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Friedrich Nathan. Berlin. DA IV Vj 40 000. PL 5. Verlag Jüdischer Centrr.l-.Verein e. V., Berlin W 15, Emser Strasse 42 Druck der Buch- und Tiefdruck Gesellschaft mbH, Berlin SW19.

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