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Central-Verein-Zeitung · 1937-03-18 · 11 (18.3.1937) · page 22

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
16 (1937)
Issue
11 (18.3.1937)
Date
1937-03-18
Page
– (sequence 22)
Language
German
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Erlfib if^iiaS ^alermeisfer, BERLIN W 50 llbll filöllöB MarburgerStr.2,Tel.:B4Bav.0830 Ausland zu verhindern. Sowohl von Syrien als auch von Palästina aus sind die Grenzpolizeiposten erheblich verstärkt worden. Flugzeuge suchen die palästinensisch-transjordanische Grenze ab. Man vermutet aber, dass die Mörder trotz der an der nordöstlichen Grenze aufgestellten Wachen über die nahe transjordanische Grenze entkommen sind. Wie die arabische Zeitung „Feiestin" mitteilt, hat der Distriktskommandierende für Jerusalem sämtliche Bürgermeister der Orte des Jerusalemer Distrikts streng aufgefordert, während der kommenden mohammedanischen Feiertage für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Die im J i s c h u w herrschende Erregung über die jüngsten Mordtaten der arabischen Terroristen erinnert an die Stimmung im Sommer 1936, als der arabische Terror am heftigsten wütete. Trauer und Empörung mischen sich mit der Entschlossenheit, sich vor dem Druck des sinnlosen Terrors und Blutvergiessens nicht zu beugen. Besonders stark ist die Erregung in Tel-Aviv, wo sofort nach dem Bekanntwerden der Morde alle örtlichen Veranstaltungen abgesagt wurden. Die Erregung richtet sich noch mehr gegen die Palästinaverwaltung als gegen die arabischen Terroristen. „Die Regierung tut fast überhaupt nichts, um dem Morden ein Ende zu machen", so lautet das allgemeine Urteil. Es wird betont, dass die Regierung sich in den letzten Wochen allzu unbekümmert gegenüber den drohenden Gefahren gezeigt habe, und dass die Vorfälle des Sommers"'! 936 nicht vermocht hätten, ihr sorgloses Verhalten zu ändern. Der Jischuw fragt sich, wie viele junge jüdische Menschenleben denn noch vernichtet werden sollen, damit die Regierung endlich beginne, so vorzugehen wie sie es müsse. Man weist darauf hin. dass seit dem offiziellen Abbruch des Araberstreiks in der ersten Hälfte September etwa zwanzig junge jüdische Menschen durch den Araberterror das Leben verloren haben. Keiner von ihnen ist im offenen Kampf gefallen, alle sind sie heimtükkisch aus dem Hinterhalt ermordet worden. Die Morgen- und Nachmittagsausgaben der jüdischen Zeitungen stehen gleichfalls im Zeichen schwerer Vorwürfe gegen die Regierung und die Organe der öffentlichen Sicherheit. Es wird darauf hingewiesen, dass es der Polizei nicht gelungen ist, auch nur einen einzigen der Mörder der zwanzig getöteten .Juden und der Reihe von Nichtjuden zu entdecken, 'die in "den letzten Monaten unter der Hand der Terroristen gefallen sind. Im besten Fall komme es zur Verhaftung einiger der Tat Verdächtigen, die aber meistens schon nach kurzem mangels Beweisen freigelassen werden. Kombinationen über die königliche Kommission Die zur Untersuchung der Palästina-Unruhen eingesetzte Königliche Kommission hat, wie amtlich bekanntgegeben wird, neuerlich eine Reihe von Vernehmungen in geschlossener Sitzung durchgeführt. Aussagen machten der E a r 1 o f Winterton, der sich im Oberhaus wiederholt für die Forderungen der Araber eingesetzt hat, der erste -High Commissioner für Palästina, Sir Herbert Samuel, der frühere Koloniemninister Winston Churchill, unter dem im Jahre 1922 das Weissbuch zur Interpretierung des Palästinamandats veröffentlicht wurde, und Sir Francis Huraphrys, der seit Oktober 1929 High Commissioner für den Irak war. Die erwartungsvolle Spannung auf die Empfehlungen der Kommission wird unterdessen unterbrochen durch eine Meldung der arabischen Tageszeitung „El Djamea el Islam i a", die angeblich von einem „grossen guten Freunde" in London Informationen über den voraussichtlichen Inhalt dieser Empfehlungen erhalten hat. Die Informationen tragen insofern keinen ganz phantastischen Charakter, als sie weit davon entfernt sind, den radikalen Forderungen der Araber gerecht zu werden. Andererseits sind sie auch wenig geeignet, die jüdischen Hoffnungen zu befriedigen. Dem Bericht zufolge wird die Königliche Kommission zu folgenden Schlussfolgerungen kommen: Eine vollständige Einstellung der jüdischen Einwanderung komme nicht in Betracht, da dies gegen das Mandat und die Bah'our-Deklaralion Verstössen würde. Andererseits sei es eine Selbstverständlichkeit, die deswegen im Mandat gar nicht besonders habe hervorgehoben werden müssen, dass die Araber im Lande immer die Mehrheit haben müssten. In wirtschaftlicher Hinsicht stelle der Bericht fest, dass die Wirtschaft Palästinas auf der Citruskultur und der Bauindustrie beruhe. Beide seien als Grundlagen unverlässlich, insoweit die Jewish Agency aus ihnen einen Einfluss auf die Grösse der Einwanderungs-Schedule ableite. Es sei notwendig, die jüdische Einwanderung zu begrenzen. Das werde die Furcht der Araber beschwichtigen und die Förderungen 'der Juden stark" Heral>- drücken. * Im englischen Unterhaus richtete der Abgeordnete ^Mac Govem an den Kolonienminister am 10. März eine Anfrage hinsichtlich der Möglichkeit der Einführung einer Arbeitslosen- Uli d Krankenversicherung durch die Palästinaregierung, sowie der Errichtung von Kinderkliniken und anderen Institutionen zur Förderung der Volksgesundheit. Der Minister erwiderte, dass die Einführung der obligaten Krankenversicherung verfrüht sei, da grosse Teile der arabischen Arbeiterbevölkerung unorganisiert seien. Die entsprechenden Massnahmen seien daher zurückzustellen, bis ihr Erfolg mit grösserer Sicherheit gewährleistet erscheine. Weitere Anfragen in der gleichen Sitzung hatten die Ausgaben der Palästinaregierung für Strassen- und Brückenbau, den Hafen von Tel-Aviv sowie die Entlassung zweier arabischer Beamter zum Inhalt. Weizmann ist zuversichtlich Bei der Eröffnung des Basars des jüdischen Nationalfonds in Whitechapel sprach Dr. Weizmann gleichfalls über die jüngsten Vorfälle in Palästina und über die von der Königlichen Kommission zu erwartenden Entscheidungen. Er sprach sein unerschütterliches Vertrauen zu dem freien und unvoreingenommenen Geiste aus, in dem die Kommission die ihr übertragenen Aufgaben übernommen habe, und erklärte sich im übrigen nicht bereit, irgendwelche ungewissen Vermutungen über den Inhalt ihrer Empfehlungen auszusprechen. Was immer geschehen mag, so werde es jedenfalls die Fortsetzung der Aufbauarbeit nicht hindern. Zu den Plänen, angesichts der verringerten Aufnahmefähigkeit Palästinas ein Nationalheim in irgendeinem anderen Lande der Welt aufzubauen, erklärte er, dass es nicht genüge, für einA solchen Aufbau Geld flüssig "zu machen. NbtwRidig sei eine treibende Kraft, die nur von einer Idee gespeist und unterhalten werden könne. So natürlich es sei. dass man versuchen müsse, Auswege für die Juden zu finden, die nicht, nach Palästina gehen können oder wollen, so sei doch der Wert Palästinas als einer unerschütterlichen jüdischen Zukunftsidee nicht von der Anzahl der Zertifikate abhängig. In einer Kundgebung in London sprachen der politische Dezernent der Exekutive der Jewish Agency in London, Professor Dr. Selig Brodetsky, und der Leiter des politischen Departments in Jerusalem, Mosetie SHertoE, eingehend über die gegenwärtige Lage in Palästina und die Erwartungen, die die Juden an die künftige Haltung der Mandatarmächte knüpften. Brodetsky antwortete in seiner Rede, gleichzeitig dem Präsidenten der Neuzionistischen Organisation, Wladimir Jabotinsky, und erklärte die Bereitschaft der Zionistischen Organisation zur Zusammenarbeit mit den Revisionisten. Bevorstehende Rückkehr Sir Arthur Wauchopes nach Palästina Es verlautet, dass High Commissioner Sir Arthur Wauchope bereits in den nächsten Tagen von sein ein Londoner Urlaub nach Palästina zurückkehren wird. Der High Commissioner soll am Freitag. 19. März, im "Flugzeug eintreffen. Man vermutet, dass der High Commissioner seine Rückkehr mit Rücksicht auf die in letzter Zeit sich häufenden Zwischenfälle beschleunigt hat Wie' die Jüdische Telegraphen-Agentur erfährt, wird der Chefsekretär der Palästinaregierung, John Hathorn Hall, als Vertreter der Mandatarmacht vor der ständigen Mandatskommission bei ihrer im Mai stattfindenden Tagung in Genf erscheinen. Palästina-Mandat und palästinensische Rechtsprechung Das Berufungsgericht hat das Urteil gegen einen Mohammedaner bestätigt, der wegen öffentlicher Verletzung des mohammedanischen Religionsgesetzes angeklagt und auf Grund der Gesetze aus türkischer Zeit verurteilt worden war. Sein Einspruch, dass das betreffende Gesetz keine Gültigkeit mehr habe, weil es mit der im Mandat gewährleisteten Religionsfreiheit unvereinbar sei, wurde abgewiesen. Das Gericht erklärte, das Mandat sei nur ein internationaler Vertrag und seine Bestimmungen seien für die palästinensische Rechtsprechung nur in den Fällen bindend, die in der königlichen Order in Council ausdrücklich genannt sind. Betarim verurteilt Die 37 Mitglieder des Betar, die am 14. Februar einen Ueberfall auf das Verwaltungsgebäude der Jewish Agency in Jerusalem verübt haben, sind zu einer Geldstrafe von je drei Pfund verurteilt worden. Da es sich herausstellte, dass einer der Angreifer illegal eingewandert war, beantragte der Richter Landesverweisung. STELLENMAK&T ai\u£bote Ich -suche für O/S. per 1. April junsres Mädchen (auca Ausländerin) für' lOjährijreu Juugren. welches sich auch im Haushalt betätigt. Offerten unter ». 5420 an die C.-V.-Zeitunjr. Berlin W 15. Hayslefsrsr ©der -lehrerln zu 2 Knaben (Sexta) zum 1. April ges. Gelegenheit zur landwirtsch. Umschicht. Walter Sandelowsky. Lobitten, Post Powunden/Ostpr. r- Als EesciiältsSirer - sucht südd. 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