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Central-Verein-Zeitung · 1937-03-18 · 11 (18.3.1937) · page 14

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
16 (1937)
Issue
11 (18.3.1937)
Date
1937-03-18
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Teppiche / Möbelstoffe / Gardinen ■ Bemusterte Das leistungsfähige Spezialfalls unyerbfndfich Blumenfeil!, HÜmbCrg-fl, Adlerstr.36 einzelnen, die auch nach dem Anschluss an eine Gruppe immer wieder die letzte Gewissensentscheidung, die höchste Instanz gegenüber Kollektiventscheidungen jeder Art zu bilden habe, stand im Mittelpunkt einer ausserordentlich lebhaften Erörterung. Bei aller starken Bejahung der Gemeinschaftsarbeit war man sich darüber einig, dass das Gewissen jedes einzelnen immer wach bleiben müsse, dass es sich nie in die schützende Endgültigkeit einer Gruppenzugehörigkeit flüchten dürfe, sondern dass es sich dem Anruf zu stellen habe, den jede geschichtliche Stunde aufs neue bedeute. Die durch Vorbereitung und Leitung vorbildliche Lernstunde, die unmittelbar in die Fragen des Tages hineinwirkte, führte zu einem lebendigen Unter dem Titel „Ein Jahr mehr Kindheit" ist in der Schweiz eine Veröffentlichung erschienen, welche das Ergebnis mehrjähriger Untersuchungen von 60 Männern und Frauen auf dem Gebiete der Biologie, Seelenkunde und Jugenderziehung darstellt. Dieser Arbeitsausschuss, welcher seine Forschungen unter dem Vorsitz der Adjunktin im Schweizerischen Bundesamt für Industrie, Gewerbe und Arbeit, Dr. Dora Schmidt, durchgeführt hat, hat sich vor allem mit der Frage des neunten Schuljahres und der Heraufsetzung des Mindestalters für den Eintritt in das Berufsleben von 14 auf 15 Jahre beschäftigt. Die Zeitschrift ..Soziale Arbeit" erörtert im einzelnen die Ergebnisse dieser Untersuchungen. Nach dem Vorbild Estlands hat der Bund österreichischer Frauen vereine die Gründung einer Hauswirtschaftshmmer beantragt. Die Berufsgruppe Hauswirtschaft soll als achte berufsständische Hauptgruppe den vorhandenen Gruppen hinzugefügt werden. In der Eingabe wird darauf hingewiesen, dass Oesterreich l1/: Millionen Haushaltungen zählt, deren Umsatz drei Viertel des Volkseinkommens, d. h. sechs Milliarden Schilling, beträgt. Das Mutterschutz werk der vaterländischen Front in Oesterreich errichtet in Wien eine Zentralmütterschule, in welcher Leiterinnen für weitere Mütterschulen ausgebildet werden sollen. Der Beruf der Kosmetikerin Der Beruf der Kosmetikerin wurde in den letzten Jahren „modern". Schulen, in denen Kosmetik gelehrt wurde, schössen wie Pilze aus der Erde, cnd die kurze Ausbildungszeit wieder veranlasste viele junge Mädchen und Frauen, diesen Beruf zu ergreifen. Aber manche wurden dann, wenn sie hier oder draussen in der Welt zu arbeiten beginnen wollten, schwer enttäuscht. Denn sie konnten nicht genug durch ihre Arbeit yerdienen. In USA, in England und Frankreich kamen Bpezialsalons auf, die ihre eigenen Präparate herstellten, um etwas „Besseres" liefern zu können als die allgemeinen Kosmetikerinnen in Frisiersalons. Denn wenn sie nur die gleiche Behandlung wie diese Salons zu bieten hatten, konnten sie sich ja aus diesem allgemeinen Rahmen nicht herausheben. Der Hinweis allein auf die vielleicht abweichende Behandlungsmethode reichte zur Reklamewirkung nicht aus, denn Behandlungsmethoden sind Geschmackssache, über deren Vorteile kaum zu streiten ist. Salons mit eigenen Präparaten aber scheinen den Kundinnen wesentliche Vorteile zu bieten. Die Kundin vertraut darauf, dass die Kosmetikerin weiss, was in den von ihr hergestellten Präparaten enthalten ist. und 'dass sie ihr nur das empfiehlt, was ihrer Haut entspricht. Denn sie legt naturgemäss auf individuelle Behandlung ua'd Beratung Wert. Zudem kann die Kosmetikerin an eigenen Präparaten mehr verdienen als an Fabrikware. Was bedeutet dies für die Frau, die vor der Wahl dieses Berufes steht? Sie muss eigene Präparate herstellen lernen, die sie nicht nur im Salon verwendet, sondern auch durch Wiederverkäufer an weitere Kreise verkaufen kann. Selbstredend müssen diese eigenen Präparate in der Zusammensetzung erstklassig sein, damit das sehr verwöhnte Publikum sie auch kauft. Die Möglichkeiten der Herstellung von Präparaten, die auch dem verwöhntesten Geschmack genügen, zu erlernen, sind natürlich begrenzt. Die Firmen geben ihre kostbaren erprobten Rezepte nicht gern preis. Die Herstellung der Präparate ist eine Erfahrungssache. Eine nur theoretische Ausbildung genügt nicht, wie ja auch ein Kochbuch keineswegs ein gutes Essen aus der Hand einer unerfahrenen Frau gewährleistet. Zu alledem kommt für Frauen, die auswandern wollen, noch die Ueberlegung, dass in vielen Ländern entweder Anstellungssperren bestehen, oder besondere Ausbildungen vorausgesetzt werden, die über das Mass der Schnellkurse hinausgehen; dann bleibt nur das eine: selbständig machen. Die Eröffnung eines Ladens ist an vielen Orten und in vielen Ländern an bestimmte Voraussetzungen gebunden und vielfach besteht überhaupt eine Sperre hierfür, soweit der Einzelhandel in Frage kommt. Weniger Schwierigkeiten bestehen im Auslande aber für fabrikatorische Betriebe. Diese können auch ausser den eigenen Präparaten das übliche Zubehör zur Schönheitspflege wie Dosen usw. feilhalten und, wenn ein Laboratorium dem Laden angegliedert ist, auch einen Laden eröffnen, da sie" dann ja nicht Einzelhändler, sondern gewissermassen Fabrikationsniederlage sind. Für die handwerkliche Herstellung der gesamten in Frage kommenden Präparate sind keine grossen "Mittel erforderlich, sofern die geistigen Austausch" und bot ein Beispiel, an Hand dessen später unter Leitung von Ottilie Schönewald über methodische Fragen,- die bei Arbeitsgemeinschaften zu beachten sind,- gesprochen wurde. Die arbeitsreichen Stunden wurden durch gottesdienstliche Handlungen zu Beginn und Ausgang des Sabbats feierlich unterbrochen. Im Anschluss an die Gesamtvorstandssitzung fand am Sonntag, dem 21. d. M., ebenfalls in Lehnitz eine Kuratoriumssitzung des Heims des Jüdischen Frauenbundes in Wyk a. F. statt. Die noch anwesenden auswärtigen Gäste folgten der Einladung der Berliner Jüdischen Gemeinde und besichtigten am Montag unter sachkundiger Leitung deren Einrichtungen. Die glückliche Mischung von Anregungen, Aussprachen, Materialdarbietungen, geselligen und gottesdienstlichen Stunden gab der Tagung ihr Gepräge und machte sie für alle Teilnehmer zu einem starken Eindruck und zu einem neuen Auftrieb für die Weiterarbeit. In Frankreich bestehen augenblicklich 222 Familienausgleichskassen. In Frankreich werden die Frauen mehr und mehr als beratende Mitglieder in den Gemeindeverwaltungen zugezogen. Auch der Kampf der französischen Frauen um die Reform des Code Napoleon geht weiter. Augenblicklich steht die Geschäftsfähigkeit der Frau im Mittelpunkt des Ringens. Die Gegner der Reform führen als Einwand an, dass durch sie die Autorität des Mannes und die Einheit der Familie gefährdet werden könne. In Bulgarien haben die Familienm ü 11 e r, nicht aber die Gesamtheit der Frauen, das Wahlrecht für die Gemeindeverwaltung erhalten. Sie werden es erstmalig in diesem Jahre ausüben. — In den Kongress der Vereinigten Staaten sind nach den H e r b s t wra h 1 e n fünf Frauen eingezogen. Im Senat arbeit eine einzige Frau. — In Grossbritannien wurden bei den letzten Gemeinderats wählen 14 Frauen als Bürgermeister gewählt. — In Schweden ist die Zahl der \v e i b 1 i c h e n Abgeordneten von fünf auf zehn gestiegen. — In Belgien wurden zwei Frauen in die Kammer, drei Frauen in den Senat gewählt. — Im norwegischen Wirtsc h a f t s m i n i s t e r i u m ist eine Abteilung für Hauswirtschaft gegründet worden, deren Leitung die Direktorin einer Hauswirtschaftsschule übernimmt. Ausbildung sich nicht nur auf Theorie erstreckt, sondern die Herstellung handwerklich wirklich praktisch erlernt wird. Zusammenfassend muss man also sagen: der Beruf der Kosmetikerin hat nur dann wirklich Aussicht auf Erfolg, wrenn die Ausbildung sich nicht auf die Massagegriffe beschränkt, sondern durch die gründliche Erlernung der Herstellung von Präparaten die Möglichkeit schafft, sich propagandistisch von der Masse zu unterscheiden, sich Vertrauen zu erwerben, die Verdienstmöglichkeiten auch ausserhalb des eigenen Salons zu erfassen, und durch die grössere Verdienstspanne bei der Selbstherstellung von Präparaten unproduktive Arbeiten (zu denen in manchen Fällen gerade Behandlungen gehören) auszugleichen und sich durch die eigene Fabrikation, ohne gegen bestehende Verordnungen zu Verstössen, in den Arbeitsprozess des Landes einzugliedern. H. Wer die Schülerausstellung der Privaten Modenzeichenschule K. Feige-Strassburger betrachtet, spürt, dass aus ihnen eine grössere Einheitlichkeit, ein stärkerer Wille spricht. Noch vor kurzem schufen verschiedenes Milieu, Umwälzungen aller Art sehr unterschiedliche Vorbedingungen zum Gelingen. Jetzt aber scheint eine Zielsetzung gegeben. Neben dem elementaren Zeichenunterricht gehören Studien nach lebendem Modell, Modezeichnung, Plakat und Schrift, Akt und Porträt, die Erlernung technischer Verfahren in den Lehrplan. Während'' das Schneidern in vorzüglichem Aufbau eines stufenweisen Erlernens der Zeichnung einen soliden praktischen Unterbau gibt, fügen die technischen Uebungen nach der Natur und ihre Umsetzung in verschiedene Reproduktionsverfahren dieser beruflichen Laufbahn wertvolle Attribute hinzu. Aber ein Mensch „trägt" nicht nur ein Kleid, sondern er bewregt sich mit ihm im Raum, er gehört in ein Milieu. Dazu ist mehr notwendig als eine rein modische Begabung. Die Malerin Beatrice Lion lehrt hier das künstlerische Empfinden für Komposition und Farbgebung. Sind doch heute Mode und Kunst auf so innige und unlösbare Weise miteinander verknüpft. M. S. Inhaber von Konfektionshäusern, die eine zeichnerische Ausbildung für ihre Auswanderung nicht mehr entbehren können, Konfektionäre, die längst Versäumtes nachholen, Lehrlinge und Schulentlassene gehören zu den Schülern, die der Maler und Zeichner Herbert Cohn (Herco) auf schnellste Weise in die Praxis führen will. Auf dem Gebiet der Reklame, der Schrift, der Mode- und Konfektionszeichnung werden sie ihrem Ziel, je nach Eignung, zugeführt. Jeder einzelne bleibt in dem Schülerkreis auf sich selbst gestellt, um in individueller Unterweisung die ihm übertragene Aufgabe zu vollenden. Als allgemeine Uebung wird auf das Zeichnen von Köpfen Wert gelegt, da das Gesicht einer Modefigur den Erfolg eines Modells wesentlich beeinflusst. — Cohn-Herco versucht ausserdem jede Ablenkung zu vermeiden; er lehrt die Disziplin, die in der Beschränkung liegt, bis jeder dort steht, wo er seinen Platz auszufüllen vermag. M. Bücher über und für Frauen Dressler: Die Frau im Journalismus. Verlag Knorr & Hirth, München. Dr. Adolf Dresler, Dozent am Zeitungswissenschaftlichen Seminar der Universität München, hat es in diesem Buch unternommen, die Leistungen der Frau im Journalismus zu würdigen. Ausgehend vom Beginn des 17. Jahrhunderts, da es noch eine viel erörterte Streitfrage war, ob die damals erscheinenden ersten gedruckten Wochenblätter auch von Frauen gelesen w-erden dürften, oder ob ihre Lektüre ein Vorrecht des Mannes sei, verfolgt er bis in die neueste Gegenwart hinein den Weg, den die Frau seither auf diesem Gebiete zurückgelegt hat. Und obwohl die historische Darstellung überwiegt, gibt es doch auch einen umfassenden Ueberblick über die Tätigkeit moderner Journalistinnen. Von der Gottschedin, der ersten Frau, die im deutschen Journalismus eine Rolle gespielt hat-, geht er bis zu Thea Rasche, der bekannten Fliegerin unserer Tage und Hauptschriftleiterin einer Flugillustrierten. Es ist dies ein weiter Weg, der durch alle Kulturländer der Erde führt, und wir begegnen manchem bekannten Namen. Und wenn auch das Buch keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit erheben kann — namentlich'aufgeführt sind vorwiegend nur Herausgeberinnen und Redakteurinnen, und die freie Mitarbeiterin bleibt ungenannt — so ist es doch ein bedeutsamer Versuch, das Wirken einiger der bedeutendsten Journalistinnen darzustellen. Ueberdies bietet es dem kulturhistorisch Interessierten sorgfältig zusammengetragenes Material zum Thema „Weltpresse" und dürfte daher auch über die Kreise der „Zünftigen" hinaus interessieren. V. C. Jacobsohn Hirseh: Jüdische Mütter. Vortrupp-Verlag, Berlin. Ein „Gang zu den Müttern" ist dieses Buch, ein Gang zu unseren jüdischen Müttern. Hier steht Glückel von Hameln, die dreizehn Kinder hat heranwachsen sehen und aus deren Judennot „der herbe, solide, praktische und spöttisch humorvolle Zug der jüdischen Mutter stammt"* neben Gudula "Rothschild, der Mutter der fünf Frankfurter, und Frumet'^Mendelssohn, die Mutter der Emanzipation, neben Betty Heine, der Frau, die einen so starken geistigen Einfluss auf ihren Sohn ausübte, und die doch, da er Verse machte, „die grösste Angst hatte, dass er einmal ein Dichter werden möchte" Frau Amalie Beer, die Mutter Giacomo Meyerbeers, an deren Haus in Berlin kaum eine berühmte Persönlichkeit ihrer Zeit vorüberging, und die mit ihrem „Jacöble" so innig verbunden war, dass sie ihm selbst im Tode nachfolgte, steht vor uns auf, und ihr schliessen sich, Gefährtinnen ihres Geschicks, Jeannette Herzl an und Mathilde Rathenau. Hier wie dort die gleiche Tragödie — die Tragödie der ihr Kind überlebenden Mutter. Biographisches und Autobiographisches ist herangezogen worden, um diese Skizzen vor uns lebendig zu machen. Sie klingen aus in „Die Mutter der Zwölftausend" — das schöne Liebermann-Blatt ist beigegeben, ebenso wie eine Radierung Strucks — und sie sind gewidmet der „unbekannten jüdischen Mutter". „Wir sind unterwegs", wird gesagt, „und wenn es ein guter Weg ist, so ist es der Heimweg „zu den Müttern'." ' V. C. Lotte Lehmann: „Orplid. mein Land." Herbert Reichner-Verlag, Wien, Leipzig, Zürich. Die bekannte Sängerin Lotte Lehmann hat sich auf das Gebiet der Belletristik gewagt. In einem sentimentalen Roman schildert sie das Leben zweier Tänzerinnen, das sich im Glänze des Ruhms abspielt. Aber selbst die Romantik und das Geheimnisvolle, das für den Laien und Nurzuschauer mit dem ßühnenleben eines Stars verknüpft ist, verblasst vor der Langenweile und der Belanglosigkeit der problemlosen Schilderungen und Ereignisse. Man hört die Lehmann lieber singen. Ed. Colette: „Die Katze." Roman. Zeitbild- Verlag, Leipzig-Wien. Dieser Roman, der angeblich in Frankreich und England grossen Erfolg hat, ist von Elisabeth S e e g e r ins Deutsche übertragen worden. Es ist ihr gelungen, den Charme der französischen Sprache und den sublimen Reiz nur angedeuteter Situationen zu erhalten. Trotzdem werden nur wenige jetzt die innere Ruhe haben, die Krisis einer Ehe mitzuerleben, die äusserlich gesehen an der Eifersucht der jungen Frau auf eine Katze in Wahrheit aber an dem bis ins Krankhafte übersteigerten Individualismus des jungen Gatten, zerbricht. Immerhin für den Feinschmecker eine reizvolle Lektüre für gelegentliche Mußestunden. —el— Joe Lederer: „Blumen für Cornelia." Roman. Zeitbild-Verlag, Wien-Leipzig. Wer Joe Lederer liebt und wer vor allem noch die zarte und doch charakteristische Strichführung der Milieuschilderung von ihrem „Blatt im Wind" vor Augen hat, den wird vielleicht dieses neueste Buch etwas enttäuschen. Denn wenn es auch wieder sehr feine Situationsschilderungen bringt, so spinnt es sich doch in reichlicher Breite aus. Es ist das Problem der dem Kalender nach alternden Frau, die aber äusser- Der Lehrhaushalt Hanna Loewe, Berlin-Halensee, hat den Unterrichtserlaubnisschein des Oberbürgermeisters für Hauswirtschaft inklusive Nähkursen, wie Neuanfertigungen, Herstellung von Lederhandschuhen, Korsetts, Gürtel, Bandagen etc. erhalten. Der Lehrhaushalt ist ausserdem vom Jugendpflegedezernat zur Vorlehre empfohlen worden. lieh und innerlich jung und reizvoll genug geblie» ben ist, um von einem jungen Mann geliebt zu werden und seine Liebe zu erwidern. Wie diese Liebe dann endet, befriedigt deshalb nicht, weil der Verzicht von ihr nicht gewollt, sondern ihr Wollen von einem zufälligen Ereignis beeinflusst wird. Im „Blatt im Wind" war es ein Autounfall — hier ist es ein Eisenbahnstreik. Etwas weniger moderne Technik im wahrsten Sinne des Wortes würde Joe Lederers Romanschlüssen gut tun. Aber trotz dieses Schönheitsfehlers dürfen wir uns auch dieses Buches aus ihrem reichen künstlerischen Schaffen erfreuen. —heim. <><><><xx><>o<><xxxxxx><><x><x>o<><xx>o<>o<>« Ein Schiff fährt aus..# Von Edith L. Meyer Ein Schiff fährt aus im fahlen Morgengrauen... Und Menschen stehn am Ufer, stehn und schauen den sanft Entgleitenden mit Wehmut nach — Indessen, an die Ferne schon gebunden, glühn jene noch vom Aufruhr der Sekunden, da ein geliebter Mund den Abschied sprach. Hinüber wehn, herüber gehn die Zeichen wie weisse Vögel, die einander gleichen, und Rufe flattern bang vom Du zum Du — Inzwischen aber ist auf sanften "Wogen das Schiff im Nebel lautlos fortgezogen, dem Ziel der unbekannten Küste zu. Und immer ferner zieht es seine Kreise, und immer leiser wird's, und geisterleise schwebt es hinaus ins offne Weltenmeer... Die Vielen aber, die am Ufer stehen, sahn es erlöschen und hinübergehen, ein Hauch, ein Nichts... Und ihre Welt ward leer. <*x>o<><><><><><xx^ Berta Wasbutzki Am 27. März vollendet Berta' Wasbutzki ihr 70. Lebensjahr. An diesem Tage werden in herzlicher Freundschaft viele Männer und Frauen ihrer gedenken, die ihre grosse Güte und warme Herzlichkeit in ihrer sozialen Arbeit und ihrem künstlerischen Hause, das sie an der Seite ihres Gatten Sanitätsrat Wasbutzki führte, kennengelernt haben. Wie sie schon vor dem Kriege in der Sozialarbeit, vor allem in der Frauenbewegung stark mitgearbeitet hat, so stellte sie ihre Kräfte während des Krieges in die Dienst der Kriegsfürsorge. Im „Hilfsbund für bedürftige gebildete Mädchen und Frauen" sorgte sie während und nach dem Kriege an der Seite der unvergesslichen Alma Dzialoczynski gerade für Frauen und Mädchen des guten Berliner Bürgertums, die durch Krieg und Inflation in unverschuldete Not geraten waren, und die dennoch einen guten Teil jener geistigen Kultur trugen, die diese Berliner Kreise auszeichnete. Es ist heute nicht die Stunde, der vielfältigen Arbeit, die sie, ohne nach Herkommen und Religion zu fragen, an Hunderten von Menschen im In- und Ausland geleistet hat, in ihren Einzelheiten zu gedenken. Aberneben den bekannten werden sicherlich viele „unbekannte" Freunde sich mit uns in dem Wunsch vereinen, dass noch ein langer gesegneter Lebensabend ihr vergönnt sein möge. m. Doris Wittner gestorben Nun hat auch dieser Unermüdlichen, Schaffensfrohen der Tod die Feder aus der Hand genommen. Unfasslich war es fast, wie sie dem oft von schwerer Krankheit gequälten Körper die Spannkraft abtrotzte. Rief eine grosse Aufgabe sie, dann schüttelte sie alle Müdigkeit ab, dann sah sie mit immer wachen Augen in die Welt und wusste das Geschaute bildhaft festzuhalten. Beides war Erbe, die Willensstärke und die literarische Begabung. Sie wurde in das Schrifttum geradezu hineingeboren. Mütterlicherseits entstammte sie der Klausnerschen Familie, die sich ja besonders auf jüdischem Gebiete betätigt hatte. In dem vornehmen Hause in der Breiten Strasse, das damals noch den Lessings gehörte, wuchs sie auf. Dort schrieb in der Dienstwohnung ihr Vater, Dr. jur. J. Levy, jene feingeschlieffenen, geistvollen Leitartikel, die der „Vossischen Zeitung" Jahrzehnte hindurch Richtung und Gepräge gaben. In der alten „Voss" hat auch Doris Wittner ihre ersten journalistischen Versuche unternommen, während sie später für zahlreiche Blätter des In- und Auslandes tätig war. Frauenfragen beschäftigten sie zumal, daneben alles, was mit Theater und Literatur zusammenhing. Lange Jahre ist sie auch Theaterkritikerin gewesen. Ihr Roman „Die Geschichte der kleinen Fliege" behandelte Heinrich Heines letzte und vielumstrittene Liebe. Das war die Doris Wittner der Vergangenheit. Allmählich fand sie ihr eigenstes Gebiet. Je stärker der Druck wurde, um so stolzer betonte sie ihr Judentum. Dafür wurde sie unablässig tätig. Eine Kämpfernatur war sie, zu keinem Zugeständnis bereit, nicht einmal um der äusseren Form willen. Im Elternhause, wie im eigenen Heim an der Seite des Gatten sah sie die bekanntesten Persönlichkeiten des damaligen literarischen Berlins um sich. Aber die letzten Jahre brachten ihr viel Leid. Aus dem gemeinschaftlichen Hause schied erst der Vater, dann vor anderthalb Jahren der Gatte. Trotz schwerster Krankheiten hielt sie sich tapfer aufrecht, bis vor zwei Wochen ein tückischen Leiden eine Operation notwendig machte. Rettung konnte sie ihr nicht mehr bringen, und so ist sie 56jährig von uns gegangen. Die besondere Teilnahme aber gilt der greisen Mutter, die ihr einziges Kind verloren hat. Richard May. Blick auf die Frauenarbeit in der Welt MODEHAUS SCHNEEMANN. Handschuhe — elegante Sportu. Lederbekleidung. MÄSi

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