Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 16 (1937)
- Issue
- 11 (18.3.1937)
- Date
- 1937-03-18
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2277379-2277516-2277527--11713-2281268- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Castrop-Rauxel 2× ep/1044336
- Wrocław 2× ep/1002369
- Cesare Lombroso 1× ep/1013909
- Emanuel Carlebach 1× ep/1011705
- Erich Klibansky 1× ep/1027279
- Julius Galliner 1× ep/1020768
- Ludwig Strauss 1× ep/1009287
- Moses Schorr 1× ep/1002825
- Siegfried Moses 1× ep/1009280
- Sochaczew 1× ep/1000190
- Umberto Cassuto 1× ep/1002660
- Vilnius 1× ep/1000947
OCR text
Für alle Leser wichtig: du Beieftoofet Mannt in diesen Tagen und erhebt die Abonnements¬ und Zustellgebühren für die C.-V.»Zeitung in Höhe von MW Ufemtyen für die Monate April, Mai, Juni 1937. Nur wer die Postquittung einlöst, erhält die Zeitung ohne Unterbrechung zugestellt. Alle Adressenänderungen, Nachsendewünsche, Beschwerden usw.sind stets dem zuständigen Postamt zu melden. Denn der Versand der C-V.- Zeitung geschieht durch das Postzeitungsamt! Werbt für die C.-V.-Zeitung! Lest die C.,-V.-Zeitung! historischer und gegenwartskundlicher Längs- und Querschnitte als jüdisch legitim zu erweisen,, war der Sinn der Ausführungen der Rednerin. Rheinland-Westfalen Ueber „Jüdische Gegenwartsfragen"' sprach Dr. Ernst Plaut, Essen, am 11. März in der Synagoge in Castrop-Rauxel und am 14. März in der Synagoge in Emmerich. Der Referent zeichnete einen Querschnitt durch die rechtliche und tatsächliche Situation unserer Gemeinschaft. Unter Ableitung aus den historischen Grundgesetzen, nach denen sich. die Entwicklung des Judentums vollzieht, entwarf der Vortragende ein Bild der Aufgaben, die die Gegenwart uns stellt. Eine besondere Würdigung fand die Rechtsschutztätigkeit des C.-V. — Die gut besuchten Veranstaltungen wurden von Lehrer J a f f e in Castrop-Rauxel und Lehrer Lilienf eld in Emmerich geleitet und mit Einführungs- und Schlussworten umrahmt. Wann und wo finden Sie Rat? Baden Karlsruhe Freiburg Bruchsal MitteldeutscMand 3Iagdeburg Pommern Xciistettin tätlich 11—12 Uhr oder nach vorheriger Vereinbaruns im Sekretariat des C.-V., Herrensirasse 7. (Tel.: 5399.) am Ifi. März. 17—19 L'hr. Gemeindehaus, Wertbrnannplatz 1. 24. März, 16U—18 Uhr. Rabbiaatsgebäude, Huttenstrasse 2. 17. März. Mendelssohn - Loge,' Grosse Schulstrasse 2b, 16 bis 19 Uhr. IS. Härz. Wohnuns Dr. Mas Baumsart, Konnenräin 68a-, 16 bis 19 'Uhr. jeden Mittwnefcuachmiüa::. 15 bis 17 Uhr. Friedrichstrasje 21, (Tel.: 676) im Büro von Rechtsanwalt, Ludwig Ehrenfried. Äiis den Gemeinden Die Vertreter des Preussenverbandes im Rat der Reichsvertretung Der Preussische Landesverband jüdischer Gemeinden hat seine. Delegierten zu. dem auf Grund der Beschlüsse des Organisationsausschusses bei der Reicbsvertretung zu bildenden Rat benannt. Diesem Rat sollen ausser den Vertretern der Organisationen und Einzelpersonen in der Hauptsache die Vertreter der Gemeindeverbände angehören. Nach der bisherigen Schlüsselung stehen dem Preussenverband acht ordentliche und acht, stellvertretende Ratsmitglieder zu. Den Beschlüssen gemäss sollen die acht stellvertretenden Ratsmitglieder als Fachsachverständige zu allen Sitzungen des Rates der Reichsvertretung zugezogen werden. Folgende 16 Herren werden vom Preussenverband als Mitglieder bezw. stellvertretende Mitglieder in den Rat der Reichsvertretung entsandt: Justizrat Dr. Blau, Frankfurt a. M.; Rabbiner Dr. Julius Galliner, Berlin; Hugo Hecht, Frankfurt a. M.; Direktor Georg Kareski, Berlin; Dr. Hans Klee, Berlin; Stadtrat a. D. Georg Less, Breslau; Rechtsanwalt Dr. Lux, Breslau; Amtsgerichtsrat i. R. May. Köln; Bankier Emil Oettinger. Frankfurt a. M.; Rechtsanwalt Heinrich Stern, Berlin; Dr. Paul Sulzberger. Berlin; Adolf Schoyer, Berlin; Arnold Wiener, Beuthen; Kammergerichtsrat i. R. Leo Wolff, Berlin; Diplomingenieur Bruno Woyda, Berlin. Der 16. Platz ist für ein konservatives stellvertretendes Mitglied freigehalten, das tunlichst einer Klein¬ oder Mittelgemeinde entnommen werden soll. Die Benennung ist nach dem Grundsatz des Fifty-Fifty-Prinzips zwischen Religiös-Liberalen und Zionislen erfolgt. Berliner Ratsmitglieder im Preussenverband Der Vorstand der Jüdischen Gemeinde Ber- 1 i n hat als ordentliche bzw. stellvertretende Mitglieder des Grossen Rates des Preussischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden an Stelle der nicht mehr in Berlin befindlichen Rechtsanwalt Gronemann, Rechtsanwalt Dr. Siegfried Moses, Obermagistratsrat i. R. Friedrich Ullendorf und Professor Dr. H. Pick bestimmt: Dr. James Ellenbogen, Regierungsdirektor i. R. Conrad Kaiser, Dr. Hans Klee und Mittelschullehrer Jakob S t i e b e 1. Altona In der Grossen Synagoge der Hochdeutschen Israelitischen Gemeinde fand die Amtseinführung Seä neuea ÖberrahHnerö von Xlto-nä und Schleswig-Holstein, Dr. Theodor Weisz, statt Vertreter der Hamburger Deutscn-Israelitischen und Portugiesisch-Jüdischen Gemeinden, der Hamburger Kultusverbände und der Gemeinden des schleswig-holsteinischen Provinzialbezirks waren zugegen. Der Gemeinde Vorsitzende, Sanitätsrat Dr. Frank, begrüsste den neuen Rabbiner, dessen Vorgänger, Oberrabbiner Dr. C a r 1 e b a c h, Hamburg, ebenfalls Worte der'' Begrüssung sprach.' 'Oberrabbiner' Dr. .Weisz erwiderte "in einer Festpredigt, in der er die gemeinschaftliche Arbeit der Gemeinde und des Rabbiners in heutiger Zeit behandelte. Breslau Am Jüdischen Reformrealgymnasium in Breslau, das bisher als oberste Klasse nur eine Unterprima hatte, haben sich im Zusammenhang mit der allgemeinen Regelung die Unterprimaner der Reifeprüfung unterzogen. Dabei bestanden von fünf Schülern vier, darunter der einzige, der die jüdische Volksschule und das jüdische Reformrealgymnasium in Breslau seit seinem ersten Schuljahre besucht hatte, mit dem Gesamtprädikat gut. Am Tage vorher hatte die hebräische Fachprüfung mit einem ausserordentlich günstigen Ergebnis stattgefunden. Bei einigen Schülern konnte die Prüfung z. T. in hebräischer Sprache abgehalten werden. Frankfurt a. M. Der bisherige Leiter des Reiormrealgymnasiums, des Philanthropins in Frankfurt a.M., Oberstudiendirektor Dr. Otto D r i e - s e n, tritt wegen Erreichung der Altersgrenze Ende März in den Ruhestand. Die Israelitische Gemeinde und ihr Schulwerk werden Abschiedsfeiern für Dr. Driesen veranstalten. Dr. Driesen, der seit 1921 die Leitung des Philanthropins innegehabt hat, blickt auf eine vielseitige, für einen jüdischen Schulmann ungewöhnliche Laufbahn zurück, die ihn neben einer grossen wissenschaftlichen Tätigkeit Stellungen im öffentlichen und politischen "Leben einnehmen liess. Als neuer kommissarischer Direktor wurde Studienrat Dr. Albert Hirsch gewählt. Das Sommersemester der Rabbinischen Lehranstalt Jeschiwa unter der Leitung von Genieinderabbiner Dr. Jakob Hoffm a n n beginnt am 12. April. Anmeldungen für alle vier Abteilungen (Vorbereiiungsklasse, Unter-, Mittel- und Oberstufe) müssen bis spätestens 25. März eingereicht sein. Anmeldungen mit genauen Altersdaten, Zeugnissen über jüdische Vorbildung und religiöse Lebensführung sind an das Kuratorium. Frankfurt a. M.> Theobald-Christ-Strasse 6, zu richten. Köln Das 30jährige Besteben der Volksschule M o r i j a h wurde festlich begangen. Nach einem Prolog begrüsste Dr. Joseph Harth, seit Gründung Leiter der Schule, die Erschienenen und gab einen Ueberblick über die Entwicklung der Morijah, die am 1. April 1907 von Rabbiner und Seminardirektor Dr. Emanuel Carlebach s. A. als Uebungssehule des Jüdischen Lehrerseminars mit 46 Schülern gegründet wurde und heute etwa 170 Schüler in sechs Klassen zählt. Rabbiner Dr. David Carlebach beglückwünschte die Schule zu ihrem Jubiläum und erteilte den Chowertitel dem unermüdlichen Leiter Dr. Harth, dem ebenfalls seit der Gründung sich mit ganzer Kraft der Schule widmenden Dr. Moses Stern, dem Direktor der Höheren Schule ..Jawne", Dr. Erich Klibansky, und dem Schularzt Dr. Julius Ochs. Der Vorsitzende der Synagogengemeinde Adass Jeschurun, der Trägerin der Morijah, Jonas Wolf, übermittelte die Glückwünsche der Gemeinde und sprach dem Lehrerkollegium für seine Tätiskeit im Dienste der jüdischen Jugenderziehung den Dank aus. Er verlas einen Brief der Reichsvertretung, die mit herzlichen Glückwünschen ihre Verbundenheit zum Ausdruck brachte. Die eigentliche Schulfeier bestand aus Darbietungen der einzelnen Schulklassen. Die Feier wurde von Gesängen, dirigiert von Oberkantor Söffe und begleitet von Musiklehrer Julius G o 1 d b e r g, umrahmt. Der Vorsitzende des Schulvereins, Isaac van C 1 e ef, dankte Lehrern und Schülern für das Gebotene. * Die langwierigen Vorarbeiten zur Errichtung einer jüdischen "Handwerkerschule in Köln können nunmehr als abgeschlossen gelten. Die Reichsvertretung hatte kürzlich Dr. Franz Me y e r nach Köln entsandt, dessen Besprechungen mit dem Kuratorium dieses Resultat gezeitigt haben. Die seit einem Jahre hier bestehende „V o r 1 e h r e" wird mit Unterstützung der Reichsvertretung derart ausgebaut, dass die Schüler als v o\ 1 a us g e b i 1 d e t e Gesellen eines Handwerks das Institut verlassen können. Die „Vorlebre" hat sich aus bescheidensten Anfängen derart erfreulich entwickelt. Die Repräsentantenversammlung am 18. März soll für die Einrichtung der Handwerkerschule 18 000 RM nachbewiiligen. Leipzig Der Hilfs verein israelitischer Gewerbetreibender in Leipzig besteht in diesen Tagen 50 Jahre. Der Verein hat sich grosse Verdienste um die Sozialarbeit besonders auf dem Gebiet produktiver Fürsorge erworben. Nach dem Jahre 1933 hat der Verein wertvolle Arbeit auf sozialem Gebiete geleistet. So hat er im letzten Jahre mehr als 400 Kinder mit Kleidungsstücken beschenkt Er gründete bereits im Jahre 1899 eine Darlehnskasse. Namens der Gemeinde und ihrer Organisationen, und damit auch des C.-V., überbrachte bei der Jubiläumsfeier Gemeindevorsteher Carl Goldschmidt dem Verein die herzlichsten Glückwünsche. Seine Ausführungen werden unterstrichen durch die Worte der Gemeinderabbiner Gustav Cohn und Dr. Ochs. Die Feier wurde mit einem Weihelied, das Oberkantor Lampel vortrug, eröffnet. Danach spielte das Mendelssohn-Trio und Mascha B e n j a k o w s k a trug jüdische Volkslieder vor. Die „Geusen-Bank" in Polen Senatsdebatten über die Hochschulfrage Der polnische Senat, 'dem augenblicklich die Budgets der einzelnen Fachministerien zur Beratung vorliegen, hat sich in der vergangenen Woche verschiedentlichmit der Judenfrage beschäftigt. Die Meinungsäusserungen der ver- - schiedenen, jüdischen und nichtjüdischen, Senatoren gaben ein lebendiges Bild von der Stellung der Juden im Lande und von den Stimmungen, die in massgeblichen politischen Kreisen im Hinblick auf die weitere Entwicklung der Judenfrage bestehen. In der Sitzung vom 9. März wurde von verschiedenen Rednern an Stelle der bisherigen Kontingentierung des zur rituellen Schlachtung zugelassenen Schlachtviehs ein vollständiges Schacht verbot gefordert. Senator W i e r - zynski führte zur Begründung an, das Schächtverbotsgesetz werde von den Juden dazu missbraucht, unter Verletzung der Landesgesetze ihr früheres Monopol im Fleischergewerbe zurückzuerlangen. Landwirtschaftsminister P o n i a - t i o w s k i erwiderte hierauf, man müsse die Auswirkungen des neuen Gesetzes erst einmal abwarten. Immerhin sei die Tatsache zu verzeichnen, dass schon jetzt 50 Prozent des Fleischhandels aus jüdischen in nichtjüdische Hände übergegangen seien. Im weiteren Verlauf der Senatsdebatte richteten die jüdischen Senatoren Trockenheim und Oberrabbiner Professor Moses Schorr eindringliche Mahnungen an die Regierung, den ununterbrochenen, zur Anarchie führenden judenfeindlichen Exzessen ein Ende zu machen. Die Hochschulunruhen seien das Ergebnis systematischer Propaganda. Oberrabbiner Schorr hob hervor, dass eine gesunde polnische Sozialpolitik nicht auf den Ruinen der zerstörten jüdischen Wirtschaftspositionen aufgebaut werden könne. Die Juden seien Pioniere der Industrie und des Bahnbaues in Polen gewesen, und nur in harmonischer Zusammenarbeit aller Bevölkerungsteile sei die soziale Krise des Landes überwindbar. Bei der Beratung des Budgets des Unterrichtsministeriums haben sich auch nichljüdische Senatoren erneut gegen die Ausschreitungen an den Hochschulen gewandt. Senator Chzanowski forderte ein strengeres Regime an den Scbulen- und Hochschulen. In der Jugend, die die Geschichte Polens nicht kenne, müsste erst der Respekt für die Ideale' eines Kosziuszko und Mickiewicz geweckt werden. Brüderlichkeit und Menschlichkeit seien vielleicht Losungen, die in der heutigen Welt nicht leicht zu befolgen sind; das heisse aber noch nicht, dass man diese Parolen herabsetzen und ihre Träger verunglimpfen dürfe. Der ehemalige Rektor der Warschauer Universität, Professor Michalowicz, nannte die Vorgänge an den Hochschulen einen Uebelstand, 'der mit dem Eisen ausgemerzt werden müsse. In einer grossangelegten Rede setzte sicH Öberrabbiner Schorr mit der Behandlung der jüdischen Schulfrage durch die Regierung auseinander. Der in das Budget eingesetzte Betrag zur Befriedigung der religiösen Bedürfnisse der drei Millionen polnischer Juden könne nur als ein symbolischer bezeichnet werden. Der Senator befasste sich dann mit der Verringerung des jüdischen Religionsunterrichtes in den Schulen, mit der Ausbildung jüdischer Religionslehrer und mit dem hebräischen Schulwesen. Dem Unterriclitsminister warf er vor, dass er aus seiner Verurteilung der Hochschulunruhen niemals Konsequenzen gezogen habe. Es handele sich hier um eine Angelegenheit nicht nur der jüdischen, sondern auch der polnischen Jugend, unter der diese Exzesse eine sittliche Verheerung anrichteten, wenn sie sich für ihre Taten in der Tagespresse verherrlicht finde. Senator D z i ed u s z i c k i bemerkte, bei den Hochschulunruhen gehe es nur um eine Kleinigkeit, nämlich um Bänke. „Wäre ich" ein Jude", so erklärte der Senator, „so würde ich mir sagen? Gut, ich bin ebenso Aristokrat wie Ihr und werde mich erst recht auf eine besondere •Bank setzen; das ganze ist also ein Kinder* spiel." Dem Oberrabbiner Schorr warf Dzieduszicki vor, er habe über die polnischen Studenten gehässig gesprochen. Senator Schorr, legte in einer Diskussionsbemerkung gegen diese Behauptung Protest ein. * Während im Senat "diese Erörterungen geführt ■werden, ist es im Lande unruhig geblieben. Für, die zweifelhafte Stellung der Universitätsbehörden ist es ein deutlicher Beleg, dass die naturwissenschaftliche Fakultät in Wilna 54 jüdische Studenten ausgeschlossen hat, die zum Protest gegen die Ghetto-Arbeitsordnung den Uebungen in den Laboratorien ferngeblieben waren. In Lemberg ist es zu Ausschreitungen gegen jüdische Studenten gekommen. Anlässlich des Jahrestages des bekanntes Pogroms von Przytyk, das verschiedentlich die Gerichte beschäftigt hat, ist der bei den Unruhen getötete polnische Bauer Wieszniak , von der nationaldemokratischen Presse als Märtyrer gefeiert worden. # Der polnische Staatspräsident hat einem Juden aus Sochaczew, Lustmann, den polnischen Unabhängigkeitsorden verliehen. Lustmann hat sich bei den polnischen Unabhängigkeitskämpfen verdient gemacht und ist wiegen seiner Teilnahme an ihnen im Jahre 1907 nach Sibirien verbannt worden. K. J. R. Italien Die Stadtverwaltung von Rom hat beschlossen, eine Strasse nach dem Anthropologen und Psychiater Cesare Lombroso zu benennen, dessen 100. Geburtstag im November vorigen Jahres gefeiert wurde. Wie unsere Leser sich erinnern werden, entstammte Lombroso einer hervorragenden jüdischen Gelehrtenfamilie, die ihre Herkunft aus Spanien ableitet. Er hat sich' mit seiner wissenschaftlichen Arbeit besonders für den Rechtsschutz der Juden eingesetzt, unter anderem 1894 eine Schrift „Der Antisemitismus und die Juden" veröffentlicht. Die Jüdische Gemeinde in Rom hat ein Ge- (ienkbuch, redigiert von dem Professor der hebräischen Literatur an der Universität Rom, Umberto Cassuto, zum Andenken an den verstorbenen Oberrabbiner Professor Angelo Sac e r d o t i herausgegeben. Es enthält neben einer Biographie Sacerdotis eine Auswahl seiner . Schriften und Predigten. Kongresse Die Konferenz der Exekutive des Weltver-< bandes Agudas Jisroel, die in Amsterdam stattfand, hat beschlossen, den Dritten Weltkongress der Aguda (Knessio Gedaulo) nicht in Jerusalem, sondern in einem europäischen Lande, voraussichtlich in der Tschechoslowakei, abzuhalten. * Der schweizerische Misrachi-Verband hat in Zürich seinen Delegiertentag abgehalten. An der Tagung nahmen Vertreter aller misrachistischen Ortsgruppen und einer besonders grossen Zahl von Jugendgruppen teil. Als Vertreter der Lei- tung des Misrachi-Weltverbandes wohnte Rabbiner Dr. Nurok den Verhandlungen bei. * Die jüdische Sektion des Warschauer Journalistensyndikats hat beschlossen, die Initiative für die- Einberufung einer Weltkonferenz des jüdischen Pressewesens im Rahmen der Pariser Weltausstellung zu ergreifen. Die jüdischen Pressevereinigungen alier Länder sollen zu dieser Konferenz eingeladen werden. Stolp I. P. Rabbiner Dr. Max Joseph, seit 35 Jahren in der Gemeinde Stolp tätig, ist in den Ruhestand getreten und nach Berlin übergesiedelt. Ehrungen mannigfaltigster Art legen Zeugnis ab für seine segensreiche Tätigkeit. Den Höhepunkt der Abschiedsfeiern bildete eine Weihestunde in der Synagoge, in der der scheidende Rabbiner mit bewegten Worten von seiner vollzählig erschienenen Gemeinde Abschied nahm. Musikalische Darbietungen und Ansprachen erhöhten die Feierlichkeit. * Die Talmud Tora-Schule in Hamburg hat in ihrem Schuigebäude eine Tafel zum Andenken an die im Weltkriege gefallenen Lehrer und Schüler angebracht. Sie enthält die Namen von fünf Lehrern und 126 ehemaligen Schülern' der Anstalt. * Die Synagogengemeinde Stendal veranstaltete eine "Feierstunde anlässlich des fünfzigjährigen Bestehens ihrer Synagoge. Im Auftrage des Preussischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden hielt Dr. Ludwig Landau (Berlin) den Festvortrag. Max- Maus f eld (Berlin) umrahmte die Feier mit gesanglichen Darbietungen. * Das „Nachrichtenblatt der Synagogengemeinden des Saarland^ s'* gibt bekannt, dass es mit dem „Mitteilungsblatt der Gemeinde Wiesbaden" vereinigt wird. Der geschäftliche Stand des Blattes habe es nicht erlaubt, die Herausgabe in der bisherigen Weise fortzusetzen. Voranzeigen Berlin: 20. März. 20 Uhr: Gomeindeabend. ,.Pessachbrauch — Pcssachlied." Rabbiner Dr. Manfred. Swarsensky und Oberkautor Magiums Davidsohn. Mitwirkende: Richard Altmann (Organist) und Fräulein Janzcn. Synagoge Fasanenstrasse. 22. März, 20 Uhr: Künstlerhilfe der Jüdischen Gemeinde. Tilly Forscher (Sopran). Erna Jacobv (Alt), Rudi Lehmann (Klavier). Wohnung Weil, Fasancnstr. 5. 22. März, 20 Uhr 15 Min.: Jüdisches Kammerorchesten 4. Konzert. Solisten: Emmy Lussheimer-Joseph (Sor pran). Brüderverein, Kurfürstenstrasse. Frankfurt a. M.: 20. März, 20 Uhr: Jüdischer Kulturhund Rhein-Main. Orchester-Konzert unter Leitung von Generalmusikdirektor Professor Julius Prüwer. Solist: Ernst Drucker. Grosser Saal des Saalbaues. . 21. März, 20 Uhr 30 Min.; Gesellschaft für jüdische Volksbildung. Pesasch - Weihestunde. Rabbiner Dr. Lazarus (Wiesbaden) spricht über die rcHgionsgeschichtliche Bedeutung des Pessachfestes. Tra'usaal der Westend-Synagoge. Lehrhaus Berlin Semester-Schlussfeier Dienstag, den 23. März, 20 Uhr 30 Min., Aula, Berlin W50, Joachimsthaler Strasse 13. lieber die Lehrhaus-Arbeit berichtet Eva Reichmann-Jungmann; der Instrumental-Kreis des Lehrhauses spielt — unter Leitung von Hermann Schildberger und Gertrud Wertheim — eine Suite von Jan H. Reinken; Hanns John Jacobsohn singt hebräische Lieder, Fritz Eisenberg spricht Gedichte von Ludwig Strauss; der 1. Satz der 2. Symphonie (C-moll) von Mahler wird von Alfred Heppner aus dessen Schallplattenarchiv vorgeführt. Aeusserste Preise für TP 17 ffl Tl ff WM MM IM Ml rM M? mTTO TT MM Berlin €2, Spandauer Strasse 28 Teppiche Gardinen . Läufer X Hl MT Ml M t> MM, JU.imlJ9 Aftll 1 MM U ITJL an der Könisstrasse