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Central-Verein-Zeitung · 1937-03-11 · 10 (11.3.1937) · page 18

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
16 (1937)
Issue
10 (11.3.1937)
Date
1937-03-11
Page
– (sequence 18)
Language
German
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Rückgang der Geburtenzahl in Palästina Vorübergehende Krisenwirkung oder sinkende Kinderfreudigkeit? Haifa, 1. März. Palästina, als Ganzes betrachtet, steht in der Reihe der Länder mit höchster Geburtenfreudigkeit Das gilt insoweit, als es amtliche Bevölkerungsstatistiken gibt In erster Linie ist dem Kinderreichtum der arabischen Familien die hohe Geburtenziffer Palästinas zu verdanken. Die Geburtenquote, im jüdischen Sektor des Landes blieb hinter dem arabischen stets zurück. Die viel geringere Säuglingssterblichkeit in den jüdischen Familien verbesserte jedoch seit langem die Bilanz des natürlichen Bevölkerungsüberschusses. Besorgnis des Bevölkerungspolitikers muss es jedoch erwecken, dass in jüngster Zeit die Geburtenzahl im jüdischen Sektor sehr nachlässt Der rohe Massstab für• die Fruchtbarkeit einer Volksgruppe ist, wie bekannt, die Geburtenziffer, d. h. die Zahl der Geburten einer bestimmten Zeitspanne — zumeist eines Jahres — in Beziehung gesetzt zur Zahl der vorhandenen Bevölkerung. Diese Zahlenreihe zeigt bei den Juden Palästinas in dem Jahrzehnt zwischen 1926 und 1935 das folgende Bild: Jahr ZaM der registrierten jüdischen Geharten in Auf 1000 Personen der jüdischen Bevölke¬ Palästina rung kamen Geburten 1926 5299 36,0 1927 5182 35,1 1928 5305 34.9 1929 5257 33,5 1930 5454 33,0 1931 5539 31,0 1932 52S2 29,2 1933 6113 §9'5 1934 7671 30.2 1935 9S67 30,8 Diese wenigen Zahlen vermitteln zwei wichtige Erkenntnisse. Sie zeigen in der Reihe der absoluten Ziffern die stete Zunahme der Geburtenzahlen-, die im Verlaufe des Jahrzehntes von 1926 bis 1935 im jüdischen Sektor des Landes von rund 5300 bis auf nahezu 9900 angestiegen sind, d. h. um beinahe 90 Prozent. Die Freude über diese Feststellung wird jedoch gemindert, wenn man diese Grössenordnung mit dem zahlenmässigen Umfang der stark angewachsenen Gesamtbevölkerung des jüdischen Sektors in Beziehung setzt, wie es in der zweiten Zahlenreihe der vorstehenden Tabelle geschehen ist Da zeigt sich bereits eine Tendenz zum Rückgang, die allerdings vor etwa drei Jahren zum Stillstand zu kommen schien. Von 1933 an setzte die grosse Einwanderungswelle ein, die in wechselnder Stärke bis ins Frühjahr 1936 anhielt und erst von dann ab merklicher von ihrer vorhergehenden Höhe absank. So gross war die Einwanderung, dass von Anfang 1926 bis Ende 1935 die jüdische Bevölkerung des Mandatsgebietes von rund 140 000 auf rund 350 000 "angewachsen war. Gerade 1933 und auch noch 1934 waren besonders viele junge Leute unter den Einwanderern, die entweder gerade geheiratet hatten oder die nach ihrer Älija eine Ehe eingingen. Aus diesen Ehen gingen in grosser Zahl bald erste Kinder hervor; dadurch wurde die Tendenz zum Absinken der Geburtenzahl verdeckt, die sonst durch die exceptionelle Zusammensetzung der jüdischen Einwanderung dieser Jahre rascher sichtbar geworden wäre. Für den Tatbestand der Fruchtbarkeit ist nämlich nicht allein die Tatsache der absoluten Grösse der Einwanderung bedeutsam, sondern nicht minder das Faktum, aus welchen Altersschichten sich der Einwandererstrom zusammensetzt. Gerade unter den Einwanderern aus Deutschland, die eine Zeit lang eine besonders hohe Quote der Gesamteinwanderung stellten, waren etwa von der zweiten Hälfte des Jahres 1934 ab in grösserem Umfange Menschen älterer Jahrgänge, deren weiblicher Teil nicht mehr gebärfähig ist Dazu kommt, dass — wie fast überall — die Mehrzahl der Einwanderer Männer waren. Erst im letzten Jahre. 1936, überstieg die Zahl der einwandernden Frauen die der Männer, so dass sich in der Sexualproportion des jüdischen Bevölkerungsteiles Palästinas ein gewisser Ausgleich vollzogen hat, etwa dergestalt, dass bei allen Altersklassen zusammengenommen das männliche und das weibliche Geschlecht sich die Waage hält. In den gebärfähigen Altersjahrgängen bleibt jedoch die Zahl der Frauen hinter der der gleichaltrigen Männer zurück. Ohne Zweifef beruht der oben gezeigte Rückgang der Geburtenziffer zum entscheidenden Teil auf der andersartigen Zusammensetzung der Grundmasse der zum Vergleich heranzuziehenden Bevölkerung. Das liesse sich zahlenmässig klar beweisen, wenn man die Zahl der Geburten nicht zur Gesamtzahl der Bevölkerung sondern zur Zahl der verheirateten Frauen in gegebärfähigem Alter in Beziehung setzen könnte, was allein ein ungeschminktes Bild der Fruchtbarkeit zu geben vermag. Aber das ist nur für sehr wenige Länder möglich, zu ihnen gehört natürlich Palästina nicht, so dass man sich zunächst mit der oben wiedergegebenen rohen allgemeinen Geburtenziffer begnügen muss; ihr Erkenntniswert bleibt jedoch, bei so grundlegenden Abweichungen besonders, eingeschränkt. Weit höher ist jedoch der Erkenntniswert der allgemeinen Geburtenziffer für kürzere Perioden und für geringere Veränderungen der Grundmassen. Das trifft für die letzen anderthalb Jahre zu. Für diese jüngste Periode liegen Zahlen bis zum Beginn des vierten Quartals des abgelaufenen Jahres vor, die nachdenklich stimmen müssen. Denn diese Ziffern zeigen eine Entwicklung, die im Hinblick auf die Zukunft des jüdischen Palästinas bedenklich werden kann, denn es kommt ja für die Zukunft des Landes darauf an, dass der Altersaufbau gesund ist und dass eine zahlreiche, arbeitsbegeisterte Jugend im Lande aufwächst, die den Aufbau fortsetzt, der von älteren begonnen worden ist. Die relativ hohe Geburtenziffer Palästinas bis zum Jahre 1935 berechtigte zu der Hoffnung, dass diese, zur Verschmelzung so vieler Verschiedenheiten bestimmte, im Lande geborene jüdische Jugend neben der Neueinwanderung eine beachtliche Zuwachsquelle des jüdischen Volksteiles bedeute. Ob diese Hoffnung berechtigt ist, daran lassen leider die jüngst veröffentlichten Zahlen der jüdischen Geburten in Palästina einigen Zweifel aufkommen. Die Zahlen der drei bisher veröffentlichten Quartale des Jahres 1936 im Vergleich mit den entsprechenden Vierteljahren für 1935 zeigen nämlich das folgende Bild: fc Quartal: Zahl d. registriert jüdischen Gehurten in Palästina: Auf 1000 Personen der jüdischen Bevölkerung kamen Gehurten: 1935 1936 1935 1936 1. und 2. Quartal 4579 5462 30.6 30,0 3. Quartal 2557 2327 31,1 24,7 Bei Bewertung dieser Grössen muss man sich ins Gedächtnis rufen, dass die Wirtschaftskrise und die Arbeitslosigkeit dieser Periode etwa im Herbst 1935 einsetzte, so dass die etwaigen Wirkungen hieraus auf die Geburtenfreudigkeit erst vom Sommer 1936 ab einsetzen konnten. Und dass sie eingesetzt haben, zeigt der erstaunliche Rückgang sowohl der absoluten Zahl der Geburten wie auch mehr noch und deutlicher der allgemeinen Geburtenziffer. Die Ziffern enthalten noch nicht die lähmenden Wirkungen, die mit Beginn des arabischen Streiks und Terrors vom Frühjahr 1936 ab auch hinsichtlich der Bevölkerungsentwicklung eingetreten sein dürften. Ob aber allein die Auswirkung der wirtschaftlichen Krise der Grund für den absoluten und relativen Geburtenrückgang des jüdischen Volksteiles ist, wie ihn die "amtlichen Zahlen für das dritte Quartal 1936 beweisen; muss deshalb bezweifelt werden, weil dann der Geburtenrückgang auch bei den anderen Volksschichten Palästinas in einem ähnlichen Umfang hätte eintreten müssen. Das darf man auch dann annehmen, wenn man berücksichtigt, dass der jüdische Sektor durch die Wirtschaftskrise, die mit dem Beginn des italienisch-abessinischen Krieges einsetzte, in viel stärkerer Weise betroffen war als etwa der arabische. Die nachstehenden Zahlen zeigen die Geburtenziffer der Mohammedaner und der christlichen Bevölkerung Palästinas in den gleichen Zeitspannen, wie dies in der vorstehenden Uebersicht für die Juden dargestellt wurde: fsf. Das ist zu verneinen, wie 'die nachstehenden Ausführungen ergeben. Um zu diesem Werturteil zu gelangen, muss man jedoch einen - verfeinerten Massstab anlegen. Dieser ist gegenüber der allgemeinen Geburtenziffer, deren Tendenz vorher beleuchtet wurde, dann gegeben, wenn man die Geburten der Zahl der Frauen in gebärfähigen. Jahrgängen gegenüberstellt Die Anwendung dieses Masstabes ist jedoch nur durch eine Anzahl von Schätzungen möglich, die jedoch einen, ziemlich hohen Wahrscheinlichkeitsgrad haben, da gewisse Anhaltspunkte für sie gegeben sind. Eine Gegenüberstellung dieses Teilausschnittes einer bereinigten Lebensbilanz zwischen den jüdischen Sektoren in Palästina und in Deutschland ist besonders reizvoll. Palästina, das Land des höchsten allgemeinen Geburtenüberschusses aller jüdischen Sektoren der Erde, Deutschland, das Land des höchsten allgemeinen Sterbeüberschusses innerhalb des jüdischen Volksteiles, müssen erhebliche Unterschiede auch für die bereinigtere Geburtenziffer zeigen; die Grösse des Unterschiedes ist jedoch überraschend. Um ihn darzustellen, muss man vorweg die unterschiedliche Altersstruktur der beiden Gruppen herausstellen, die nach meiner Schätzung folgendes Bild aufweist: Die Altersstruktur der judischen Bevölkerung in Palästina und in Deutschland Ende 1936 Palästina: Deutschland: Alters¬ Zahl der jüdisch. Zahl der jüdisch. gruppen: Bevölkerung: Bevölkerung: absolut: v.H. absolut: v.BE biseinscbliessl. 15 Jahre alt 120 000 30,0 41000 11 über 15 bis einschliesslich 45 Jahre alt 229 000 55,5 162 000 43 über 45 Jahre alt 61000 14,5. 177 000 46 Zusammen: 410 000 | 100 380 000 100 Es sind in diesen Ziffern nur drei Gruppen herausgestellt, um die mittelste herausheben zu können, deren weiblicher Teil im allgemeinen den gebärfähigen Jahrgängen angehört. Bei beiden Geschlechtern zusammengenommen ist der Anteil dieser dreissig Altersjahrgänge in Palästina selbstverständlich erheblich stärker als in Deutschland. Mit Rücksicht auf den starken Frauenüberschuss innerhalb der Juden in Deutsch- Quartal: Zah bei Mohamn 1935: 1 der registi den edanern: 1936: ierten Gebu bei den 1935: rten: Christen: 1936: Aul 1000 Personen der bei den Mohammedanern: 1935: | 1936: Bevölkerun bei 'den 1935: % kamen: Christen: 1936: 1. u. 2. Quartal 3. Quartal 20 712 8 066 21 032 8 249 1918 815 1908 »97 54,3 42,4 54,2 41,8 36,5 31,4 35,8 33,4 Bei den Mohammedanern zunächst zeigt sich, dass im dritten Vierteljahr 1936 gegenüber dem gleichen Zeitraum des Jahres 1935 die absolute Zahl der Geburten gestiegen ist, die Geburtenziffer hat sich kaum verändert. Bei der christlichen Bevölkerung Palästinas ist die absolute Geburtenzahl im dritten Vierteljahr 1936 grösser als in der entsprechenden Zeit 1935, die Geburtenziffer ist nennenswert erhöht. Es ergibt sich also nur bei den Juden das vorher aufgezeigte Absinken, der Vergleich mit den anderen Volkskreisen, bei denen die Entwicklung nicht gleichgerichtet ist, deutet darauf hin, dass hier über die ökonomischen Ursachen hinaus sich Beweggründe der Geburteneinschränkung ausdrücken, die ausserhalb der wirtschaftlichen Sphäre liegen. Nicht so ungünstig jedoch wie es aus der viel niedrigeren Ebene der jüdischen allgemeinen Geburtenziffer gegenüber der der anderen palästinensischen Volksteile zu folgen scheint, ist der Unterschied in dem natürlichen Bevölkerungs überschuss zwischen Juden und Arabern. Das liegt an der viel geringeren Säuglingssterblichkeit im jüdischen Sektor, der die Auswirkungen einer niedrigeren Geburtenzahl naturgemäss mildert. Hierfür liegt genaues Zahlenmaterial vor. Die nachstehende Tabelle beweist, dass der Prozentsatz der Sterbefälle von Kindern unter einem Jahr an der Gesamtzahl der Ge-~ borenen bei den Juden etwa h a 1 b so hoch ist als im mohammedanisch-arabischen Sektor. Dadurch, dass die Säuglingssterblichkeit für Deutschland in den gleichen Jahren in der vierten Spalte der nachstehenden Uebersicht den palästinensischen Ziffern zugesetzt ist, ist ein Vergleich möglich, der erkennen lässt, wie ausserordentlich fortgeschritten die Säuglingshygiene im jüdischen Palästina ist, wenn die Zahlen für den Durchschnitt der Gesamtbevölkerung Deutschlands einerseits und für - die jüdische Bevölkerung Palästinas andererseits so stark angenähert sind, wie es diese Statistik ergibt. Die Säuglingssterblichkeit in Palästina und in Deutschland ab 1926 land und umgekehrt des lange vorhanden gewesenen Männerüberschusses in dem Einwanderungsland Palästina vermindert sich diese Differenz, wenn man sie allein für die Gruppe der jüdischen Frauen berechnet, weil die entgegengesetzten Tendenzen die Sexualproportionen der beiden Ländersektoren beeinflussen. Mernes Erachtens beträgt die Zahl der jüdischen Frauen im Alter zwischen 15 und 45 Jahren in Palästina gegenwärtig rund 112 000, die Zahl der jüdischen Frauen in Deutschland in diesen gebärfäbigen Jahrgängen liegt bei etwa 87 000. Die Zahl der Geburten im jüdischen Sektor in dem Jahresabschnitt von Mitte 1935 bis Mitte 1936 beziffert sich in Palästina nach der amtlichen Statistik auf 10 700. Für Deutschland liegen hierfür keine genauen Zahlen vor; die Schätzung von 2200 jüdischen Geburten in der gleichen Zeitspanne wird gegenüber der Wirklichkeit m. E. eher etwas zu hoch liegen. Stellt man diese Werte nun einander gegenüber, so ergibt sich, dass auf 1000 jüdische Frauen in gebärfähigem Alter in Palästina in der Zeitspanne von'Mitte 1935 bis Mitte 1936 rur^l 100 Geburten entfallen, bei den gebärfähigen jüdi* sehen Frauen in Deutschland dagegen weniger als 40. Der besonders niedrige Geburtenstand bei de? jüdischen Bevölkerung in Deutschland kann natürlich für die absolute Bewertung d-es Fruchtbarkeitsstandards bei den Juden Palästinas nicht als alleiniger Vergleichsmassstab angesehen werden. Stellt man in einem der Jahre des letzten Jahrfünftes — je nachdem, welche neuesten amtlichen Zahlen vorliegen — die für die hier angewandte Berechnung der Fruchtbarkeit entsprechenden Werte für einige andere Länder einander gegenüber, so ergibt sich, dass bei der Gesamtbevölkerung Deutschlands in neuester Zeit auf etwa'lOOO Frauen in gebärfähigen Jahrgängen im Jahre zwischen 80 und 85 Geburten entfallen, in England und Frankreich je etwa 70, in Italien dagegen bereits etwa 110 und für die 92-Millionen-Bevölkerung Japans sogar etwa 170. Diese wenigen Vergleichszablen beweisen, 'dass die jüdische Fruchtbarkeit in Palästina gegenwärtig noch so hoch ist, dass sie nicht als ungünstig betrachtet werden kann, wenn natürlich auch die elementare Geburtenkräft des asiatischen Ostens nicht im entferntesten erreicht wird. Trotzdem darf man an dem Rückgang der allgemeinen Geburtenziffer im jüdischen Sektor Palästinas nicht vorbeisehen. Wenn auch aus den Ziffern eines Vierteljahres noch nicht die Folgerung gezogen werden darf, dass die Kinderfreudigkeit in der Ueberzahl der jüdischen Familien des Landes im Sinken begriffen ist, so gilt es doch für die jüdischen Instanzen Palästinas, ihr besonderes Augenmerk auf diese Problemstellung zu richten und die weitere Entwicklung der Geburtenzahlen mit dem gebotenen Ernst zu beobachten. Eine gewollte Geburtenbeschränkung in Palästina kann sehr leicht zu den krankhaften Uebertreibunsen führen, die die Volksbestände in Mittel- und Westeuropa bedrohen. Die moderne Bevölkerungspolitik anderer Länder hat produktive Mittel der Bekämpfung einer überspitzten Geburtenbeschränkung erprobt, die sich in verkleinertem Masse und in abgewandelter Form, die den Verhältnissen im Lande angepasst sind, anwenden liessen. Die Notwendigkeiten Palästinas liegen nicht so sehr in einer Förderung der Eheschliessung als vielmehr in einer Förderung des zweiten, dritten und vierten Kindes einer Ehe. Ehestandsdarlehn,. wie sie mit Erfolg in Deutschland gegeben worden sind, kommen für Palästina im allgemeinen nicht in Betracht, wohl aber Woche nbetthilfen vom zweiten, dritten oder vierten Kind an, natürlich unterhalb einer den Landesverhältnissen angepassten Einkommensgrenze. Im Rahmen dieser produktiven bevölkerungspolitischen Massnahmen, die durchführbar sind, lassen sich auch Beihilfen an Kinderreiche denken, Wohnzuschüsse usw. Die Höhe der Zuwendungen, die nötig wären, müssen im Rahmen der Möglichkeiten liegen, über die die jüdischen Institutionen zum produktiven Aufbau des Landes verfügen.. Eine Ausserachtlassung einer Bevölkerungspoiitik, die nicht mit dem wirtschaftlichen Aufbau des "" Landes Hand in Hand geht, muss sich später, schon nach einem Jahrzehnt rächen, aber dann ist es zu spät, Versäumtes nachzuholen. Dr. Erwin Rawicz. Die Geburtenzahl in Tel-Aviv Im Jahre 1936 sind in Tel-Aviv 3734 Kinder (1942 Jungen und 1792 Mädcheii) geboren worden. Im vorangegangenen Jahre betrug die Geburtenziffer 3241. Gestorben sind 1936 in Tel- Aviv (die Vorstädte nicht miteingerechnet)' 1131 Personen (709 Männer und 522 Frauen) gegen 762 im Jahre 1935. In der ersten Hälfte 1936 wurden in Tel-Aviv 1829 Kinder geboren und 507 Juden sind gestorben. Der jüdische Geburtenüberschuss im ersten Halbjahr 1936 betrug in Tel-Aviv 1322. Der Präsident der tschechoslowakischen Republik, Dr. Eduard Benesch, hat am 4. März den Rektor der Hebräischen Universität Jerusalem, Professor Dr. Hugo Bergmann, in Audienz empfangen. Palästina Deutschland An! 1000 Gebarten kommen Auf 1000 Lebend¬ Jähr Sterbefälle von Kindern geburten komm. nnter 1 Jahr Sterbefälle von Kindern unter b. d. Juden b. d. Moslems 1 Jahr 1926 108 172 102 1927 115 217 97 1928 96 204 89 1929 90 205 96 1930 69 170 85 1931 81 187 83 1932 86 164 79 1933 80 157 77 1934 78 175 66 1935 64 148 Zu untersuchen bleibt die Frage, ob' der Fruchtbarkeitsstandard im jüdischen Sektor Palästinas schlechtweg als ungünstig zu betrachten Postschlüsse nach Uebersee Vorbemerkung: Diese Uebersicht erscheint wöchentlich. Sie ist ohne Gewähr. Postschluss für Luftpostsendungen ist in Berlin beim Postamt C 2, in Frankfurt/Main beim Bahnpostamt 19 oder Flughafen. Einwurf bei anderen Postämtern oder in anderen Orten bis zu 1 Tag früher als hier vermerkt. Nordamerika a) Seeweg 15.3. ab Berlin; 15.3. ab Hamburg: 19 Uhr ("„Queen Mary" 17.3. ab Cherbourg); 22.3. an New-York 17.3. „ „; 18.3. „ „ 8 Uhr („Hansa" 18.3. „ Bremen); 26.3. „ 22.3. „ „; 22. 3. „ „ 19 Uhr („Iie de France" 21.3. „ Le Havre); 30.3. „ b) Luftweg (Luftschiffverkehr und Nachbringeflüge Finden während der Wintermonate nicht statt) Südamerika a) Seeweg 15.3. ab Berlin 19 Uhr: 16. 3. ab Frkf./M. 8 Uhr (Schiff IS. 3. ab Bordeaux): 30. 3. an Bio; 2.4. an Buenos Aires 18.3. „ „ 19 Uhr; 19.3. „ „ 8 Uhr (Schiff 20. 3. „ Ch'erbourg); 2.4.,, „; 6. 4. „ b) Luftweg 13. 3. ab Berlin 9 Uhr; 13. 3. ab Frankfurt/M. 13 Uhr (Französische Luftpost); Laufzeit bis Rio 5 Tage 17.3. „ „- 21 Uhr; 17.3. „ „ 24 Uhr (Deutsche Luftpost); „. „ „ 3 „ (Zuschlag auf Auslandsporto nach Brasilien 1,25 RM für je 5 g; nach Argentinien 1,50 RM für je 5 g) Südafrika a) Seeweg 17.3. ab Berlin 13 Uhr; 17.* 3. ab Hamburg 24 Uhr; 18.3. ab Hamburg (Schiff): 4.4. an Kapstadt (Von Kapstadt in 30 Stunden nach Johannesburg und Pretoria) b) Luftweg 12.3. ab Berlin 12 Uhr; 12.3. ab München (Bahnp.Amtl) 18 Uhr; Laufzeit 8—9 Tage 16.3. „ „ 12 Uhr; 16.3. „ „ (Bahnp. Amt 1) 18 Uhr: „ 8—9,. „ (Zuschlag auf Auslandsporto 35 Pf. für je 5 g) a) Seeweg 12.3. ab Hamburg 15 Uhr (Schiff 14.3. ab Brindisi); 18.3. an Haifa 16.3. „ München 9 Uhr (Schiff 18.3. „ Piräus): 22. 3. „ 16 Uhr; 17.3. „ München 9 Uhr (Schiff 18.3. „ Brindisi); 22. 3. „ Jaffa b) Landweg 12. 3. ab Berlin 16 Uhr; 13* 3. ab München 9 Uhr (über Belgrad—Istanbul); 17. 3. an Haifa 14.3. „ „ 16 Uhr; 15.3. „ „ 9 Uhr ( „ „ „ ); 19.3. „ „ 17.3. „ „ 16 Uhr; IS; 3. „ „ 9 Uhr ( „ „ „ ); 2B. 3. „ „ (Leilvermerk „Ueber Belgrad—Istanbul') c) Luftweg 6 Uhr; 13.3. ab München 10 Uhr; 14.3. ab Rom 6 Uhr: Laufzeit ca. 3 Tage Palästina 11. 3. ab Berlin 22 Uhr: 15.3. „ „ 16 Uhr: 16.3. „ 13. 3. ab Berlin 13. 3. „ München 18 Uhr; 15.3. „ Brindisi 6 Uhr: 17.3. „ Berlin . 6 Übr; 17.3. „ „ 10 Uhr; 18.3. „ Rom 6 Uhr; 17.3. „ München 18 Uhr; 19. 3. „ Brindisi 6 Uhr; (Zuschlag auf Auslandsporto 10 Pf. für je 5 g, mindestens 15 Pf.)

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