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Central-Verein-Zeitung · 1937-03-11 · 10 (11.3.1937) · page 17

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
16 (1937)
Issue
10 (11.3.1937)
Date
1937-03-11
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Nr. 10 Beiblatt Palästina-! inau der C.-V.-Zeitnng 11. Marz 1937 Wieder Belagerungszustand über Jerusalem Blutiger Terror Wieder, -wie in der vorigen Woche, hat das Wochenende eine Belebung der Terrormassnahmen mit sich gebracht Ganz besonders der 6. März, ein Sonnabend, ist im ganzen Lande sehr unruhig verlaufen. In der vorhergehenden Nacht wurde bei Akko ein jüdischer Arbeiter überfallen, beschossen und, nachdem er verwundet war, ausgeraubt. Eine weitere Bande beschoss Autos auf der Strasse Akko—Safed. Ein Chauffeur des Regierungsdepartments für öffentliche Arbeiten wurde dabei schwer verwundet. Am Sonnabend selbst wurde in einer Orangenplantage in Ness Ziona ein aus Polen eingewanderter christlicher Arbeiter, der von Arabern fälschlich für einen Juden gehalten wurde, erschossen. Der Attentäter hatte sich vor seiner Tat an ihn mit der Bitte um einige Apfelsinen gewandt. In der Altstadt von Jerusalem wurde der 42jährige 3ehuda Leib Schneursohn auf dem Wege zum Morgengebet an der Klagemauer hinterrücks überfallen und durch Revolverschüsse schwer verwundet. Er musste ins Hadassa- Krankenhaus gebracht und sofort einer Operation unterzogen werden. Der Attentäter ist entkommen. Der Verwundete war nach dem Jahre 1929, nachdem er bei dem Pogrom in Hebron kaum der Niedermetzemng durch die Araber entkommen war, nach Jerusalem übergesiedelt. Im Anschluss an diese Vorfälle hatte sich der Bevölkerung eine solche Erregung bemächtigt, dass es auch am Nachmittag wieder in der Nähe des jüdischen Viertels Rechavia zu Zusammenstössen zwischen Juden und Arabern kam. Eine Gruppe jüdischer Spaziergänger wurde von Arabern mit Steinen beworfen. Im Laufe der sich daran anschliessenden Gegenmassnahmen wurde ein Araber getötet und ein zweiter verwundet. Diese Vorfälle veranlassten die Regierung, den Ausnahmezustand über Jerusalem zu verhängen und das Betreten der Strasse von 9 Uhr abends bis 5 Uhr morgens zu verbieten. Die Polizei in Jerusalem ist mit Gewehren bewaffnet worden, und hat Abteilungen der Militärpolizei zu ihrer Unterstützung erhalten. Zwischen Jaffa und Tel-Aviv wurde am Nachmittag des gleichen Tages in Anbetracht der gespannten Lage durch die Polizei der Verkehr eingestellt. Die Geschäfte in Jaffa blieben zum grössten Teil geschlossen. Zwischen den beiden Städten wurden Drahtverhaue errichtet. In Haifa veranstalteten Araber eine Strassenkundgebung zur Durchsetzung ihrer Forderung nach Aufnahme neuer arabischer Hafenarbeiter. Polizei zerstreute die Teilnehmer. Bei der Herstellung einer Bombe, die vorzeitig explodierte, wurden^ vier Araber verletzt. Zwischen Ramat-Hascharon und Abu Kischek drangen zwei Araber in ein arabisches Haus und erschossen den Besitzer. Am 8. März wurden vom Jaffaer arabischen Viertel aus auf die jüdische Vorstadtsiedlung Hatikwa bei Tel-Aviv Schüsse abgegeben. In Haifa wurde eine Bombe gegen die Polizeistation geschleudert, wobei eine vorübergehende Araberin verwundet wurde. Wegen ihrer Stellungnahme zu den Vorfällen in Jerusalem ist die hebräische Tageszeitung „Haarez" für eine Woche verboten worden. Arabische Besinnung — englische Reflexionen Dieses blutige Wochenende ist um so bedauerlicher, als es aussieht, als ob die führenden arabischen Kreise sich von dem Terror zu distanzieren begännen. Nicht nur hat nach einer aus Haifa stammenden Meldung des tschechoslowakischen Pressebüros König Ibn Saud verboten, dass sich seine Untertanen, insbesondere die Beduinen aus dem Hedschas, an irgendwelchen Unruhen in Palästina und am Waffenschmuggel über die Grenze beteiligten; nicht nur ist in Transjordanien ein Gesetz zur Ausgabe gekommen, durch das die Einfuhr von Waffen und das Waffentragen ivi Grenzgebiet verboten ist: auch der Bürgermeister und eine Reihe arabischer Notabeln der Stadt Beisan haben dem Kreiskommissar von Nazaret gegenüber ihr Bedauern und ihren Abscheu über die Ermordung des .«aus Deutschland stammenden Arztes Dr. Joseph Lehrs zum Ausdruck gebracht. Wahrscheinlich hat die offiziöse britische Zeitschrift „Great Britain and the East" recht, wenn sie darauf hinweist, dass die neuen Gewalttaten nicht das Werk politischer Organisationen sind. Aber sie hat auch weiter recht, wenn 6ie sie trotzdem gerade im Interesse der von ihr immer mit starker Sympathie behandelten Araber für ausserordentlich gefährlich hält. Die Zeitschrift hält es für verständlich, dass die Wogen der Leidenschaft hoch gehen, und dass das Gefühl der Unruhe bestehen bleiben wird, bis die Empfehlungen der Königlichen Kommission und die Entscheidungen der Mandatarmacht bekannt sind. Aber es gebe keine Entschuldigung für einen Mord wie den, der an Dr. Lehrs in Beisan verübt worden sei. Die Araber mögen vielleicht für ihre künftige Existenz kämpfen, aber das tue man nicht, indem man das Leben eines einsamen jüdischen Arztes tückisch vernichte. In dem gleichen Artikel, mit dem „Great Britain and the East" in dieser Weise von den neuen arabischen Gewalttaten abrückt, finden sich in bezug auf die palästinensische Gesamtsituation die folgenden bemerkenswerten Ausführungen: Die Not tausender Juden in den osteuropäischen Ländern komme der Welt immer mehr zum Bewusstsein. Das britische Volk habe volle Sympathie mit diesen notleidenden Juden. Die Pläne für jüdische Kolonisation in Ländern ausserhalb Palästinas, würden bei ihm voraussichtlich mehr Interesse finden. Wir sagen absichtlich „ausserhalb Palästinas", schreibt „Great Britain and the East". Denn wenn die Engländer auch in hervorragendem Masse eine humanitäre Nation sind, so sind sie ebenso eine praktische. Sie sehen jetzt klar, dass die uneingeschränkte Oeffnung der Tore des Heiligen Landes für diese unglücklichen europäischen Juden nicht nur eine Ungerechtigkeit, sondern auch eine Unmöglichkeit wäre. Es müsste gründlich untersucht werden, ob es nicht im Britischen Reich freie Gebiete gibt, wo diese Juden willkommen wären, und in die sie gern einwandern würden. Gibt es solche Heimstätten nicht, dann müsste anderwärts Land gesucht werden, vielleicht in Afrika, -vielleicht in der Neuen Welt. Unterhaus-Erklärungen So wenig diese Parole des englischen Regierungsblattes für die Kreise, die sich mit dem Wanderungsproblem eingehender befassen, irgend etwas Neues oder Erstaunliches enthält, so verdient es doch als zwar verständliche, aber nicht unbedenkliche Vorbedeutung für die mutmassliche Richtung des bevorstehenden Kommissionsgutachtens besondere Beachtung. Unterstrichen wird die darin zum Ausdruck kommende Tendenz, die arabischen Nerven unter allen Umständen zu schonen, auch noch durch eine Erklärung des Kolonienministers Ormsby-Gore in der Unterhaussitzung vom 3. März. Der Abgeordnete Wedgwood richtete an ihn eine Anfrage, die sich mit der unterschiedlichen Behandlung in Haft befindlicher Juden und Araber befasste. Nach der Beschiessung eines von Arabern besetzten Lastkraftwagens bei Kfar-Saba wurden in einer benachbarten jüdischen Siedlung sechs Juden festgenommen, von denen zwei noch in Haft sind. Araber dagegen wurden enthaftet, nachdem festgestellt worden war, dass ihre Verhaftung nach dem Ausserkrafttreten der Notverordnungen erfolgt war. Der Minister erklärte, dass die letztgenannte Massnahme ihm nicht bekannt sei, und bat, diesen Teil der Anfrage schriftlich nochmals zu stellen. Die Freilassung der verhafteten Juden lehnte der Minister ab. Der Abgeordnete Wedgwood knüpfte an diese Ablehnung die Frage, ob darunter zu verstehen sei, dass für die Juden in Palästina ein anderes Gesetz gelte als für die Araber. Minister Ormsby-Gore erwiderte: Sicherlich nicht. Die Unterhaussitzung vom 8.'März ist durch eine Antwort des Kolonienministers auf eine Anfrage des Abgeordneten Commander Oliver Locker-Lampson bemerkenswert. Der Abgeordnete fragte nach der Möglichkeit, das Mandat auf Transjordanien auszudehnen und die Niederlassung von Juden dort zu gestatten. Darauf antwortete der Minister, das Mandat habe stets auf Transjordanien Anwendung gefunden, und das sei auch heute der Fall. Eine Ausnahme davon bilden lediglich gewisse Bestimmungen, darunter die über die Errichtung eines jüdischen Nationalheims. . Auf eine weitere Anfrage Colonel Wedgwoods, die die Ursache der Ausschreitungen in Tiberias zum Inhalt hatte, erwiderte der Minister: Aus den vorgenommenen Erhebungen scheine hervorzugehen, dass die Unruhen durch eine kleine Gruppe uniformierter marschierender Neuzionisten hervorgerufen wurden. Jabotinsky will die Gerichte aktivieren Derartige bedauerliche Folgeerscheinungen der radikalen neuzionistischen Propagandamethoden halten leider den Präsidenten der NZO, Wladimir Jabotinsky, nicht davon ab, seine vorwiegend auf Wirkung nach aussen berechnete Politik fortzuführen. Er hat in Ergänzung seiner mündlichen Darlegungen vor der Königlichen Kommission dieser eine Denkschrift zugeleitet, in der er die Durchführung einer gerichtlichen Untersuchung zwecks Einleitung eines Strafverfahrens gegen den Mufti von Jerusalem, die Mitglieder des Obersten Arabischen Komitees und die Mitglieder des arabischen Boykott-Komitees fordert. Er beruft sich bei dieser Forderung auf bestimmte Abschnitte des palästinensischen Aufruhrgesetzes. Da kaum anzunehmen ist, d-«&5 die englische Regierung einer Belehrung über die ihr zur Bestrafung von Aufrührern zur Verfügung stehenden gesetzlichen Handhaben bedarf, kann der Sinn der Jabotinskyschen Vorstellungen lediglich darin gesehen werden,, seine Politik der Demonstrationen um einen weiteren Publikumserfolg zu bereichern. Personalveränderung beim High Commissioner Angesichts der verschärften Lage in Palästina verlautet in der Leitung der Jewish Agency nahestehenden Londoner Kreisen, dass der auf Ersuchen des Kolonienministers Ormsby- Gore vor einiger Zeit in London eingetroffene High Commissioner für Palästina, Sir Arthur W auchope, demnächst wieder nach Palästina zurückkehren wird. In seinem palästinensischen Amt sind in der Zwischenzeit wichtige Aenderungen eingetreten. Sein gegenwärtiger Stellvertreter, der Chefsekretär der Palästina-Regierung, John Hathorn Hall, ist auf den Posten eines britischen Residenten in dem Protektorat Sansibar berufen worden. Seine Nachfolge hat der bisherige Koloniensekretär für Cypern, William Denis Battershill, angetreten. Gleichzeitig ist der Hilfssekretär der Palästina-Regierung, Max Nurok, nach Uganda versetzt worden. Der bisherige stellvertretende Generalpostmeister, G. H. Webster, wurde zum Generalpostmeister ernannt. Agudas Dokumente zur Palästinafrage Die Palästinazentrale der Agudas-Jisroel veröffentlicht im Frankfurter Hermon-Verlag ein Sammelbändchen, das sämtliche Dokumente über die Vertretung der Agudas-Jisroel vor der Königlichen Kommission in Palästina vereint. Es enthält die Denkschriften, die von der palästinensischen Vertretung der Agudas-Jisroel, sowie von der Histadrut Poale Agudat Israel der Königlichen Kommission übergeben wurden, die einleitenden Ansprachen von Oberrabbiner Joseph Duschinsky, Rabbi Mosche Blau und Dr. Isaac Breuer, das wörtliche Protokoll des Verhörs, das sich an diese Darlegungen anschloss und schliesslich einen Aufsatz von Dr. Isaac Breuer, der sich kritisch mit dem Verhalten der Jewish Agency vor der Königlichen Kommission auseinandersetzt. Isaac Breuer führt darin aus, dass es wünschenswert gewesen wäre, wenn sich die jüdische Vertretung streng an die eigentlichen politischen Themen: die Angriffe der Araber, die jüdische Alija und den Bodenerwerb gehalten hätte. Nachdem man diese Grenzen jedoch nicht innegehalten habe und zu einer allgemeinen Rechnungslegung, ja in der grossen Rede Weizmanns sogar zu einer ideologischen Manifestation geschritten sei, sei es notwendig geworden, den Standpunkt der Tora, wie er von der Agudas allein vertreten werde, zum Ausdruck zu bringen. Das sei durch das Auftreten der Vertreter der Aguda Jisroel geschehen. Die Agudas sei damit, so sehliesst der Aufsatz, „ins hellste Licht der jüdischen Geschichte gerückt." Sie werde diese neue Verantwortung im alten Geiste tragen. E. R-J. * Im Zusammenhang mit den Verhandlungen, die zur Verlegung der Zentrale des Keren Hajischuw aus London nach Jerusalem führen werden, sprach Isaac Breuer bei einer grossen Palästinakundgebung der österreichischen Landesorganisation der Agudas Jisroel in Wien. Er erörterte die Bedeutung des Palästinamandats und des Palästinaaufbaus vom Standpunkt der Agudas und äusserte sowohl bei dieser Gelegenheit als auch in einem Gespräch mit dem Ita-Vertreter, dass sich die Zusammenarbeit zwischen der Agudas und den übrigen am Palästinaaufbau beteiligten Instanzen bei klarer Abgrenzung der beiderseitigen Ideologien immer günstiger gestalte. Dr. Weizmann wieder in London Dr. Weizmann ist von seiner Reise nach Frankreich und in die Schweiz wieder nach London zurückgekehrt. In Paris und Genf hatte Dr. Weizmann bekanntlich wichtige Besprechungen im Zusammenhang mit den aktuellen politischen Problemen Palästinas. Neue strategische Strassen Aus zuverlässiger Quelle wird dem „Haarez" berichtet, dass die Regierung auf Wunsch der Militärbehörde demnächst den Bau von zwei grossen strategischen Strassen im Norden des Landes in Angriff nehmen wird. Die eine Strasse soll von Chedera durch den Waadi Ära, den die Truppen General Allenbys seinerzeit bei ihrem Vorstoss von Tulkerem nach Nazareth benutzten, nach Afule führen. Diese 30 Kilometer lange Chaussee soll mit einem Kostenaufwand von 30 0 00 Pfund gebaut werden. Die zweite Strasse wird 70 Kilometer lang sein und von Ras el Nakura nach Jessod Hamaala führen. Diese Strasse wird fast in ihrer ganzen Ausdehnung parallel zu der Grenze zwischen Palästina und Libanon durch das Gebirge Naphtali in Obergaliläa laufen. An der Strasse sollen ständige Polizeistationen zur Bewachung der Grenze errichtet werden. Die Baukosten werden mit 70 000 Pfund veranschlagt. 25 Jahre Hadassah Das 25jährige Jubiläum der zionistischen Frauenorganisation Amerikas „Hadassah" ist in Amerika und Palästina feierlich begangen worden. Die Hadassah, die heute 55 000 Mitglieder umfasst, hat bisher über neun Millionen Dollars für Palästinazwecke ausgegeben; sie hat sich ganz besonders an der Errichtung der neuen Universitätsklinik in Jerusalem wesentlich beteiligt. In Amerika leistet sie auch umfassende Erziehungsarbeit unter ihren Mitgliedern. Am Tage der 25. Wiederkehr ihrer Gründung wurden über verschiedene amerikanische Sender Ansprachen gehalten, u. a. von der Gattin des Präsidenten Mr. Roosevelt, der Gattin des Gouverneurs von New York Mr. Lehman sowie von dem früheren Oberkommissar für Auswandererfürsorge beim Völkerbund, James G. MacDonald. In Palästina würdigten Miss Henrietta Szold, der Kanzler der Hebräischen Universität Dr. J. L. Magnes sowie andere führende Persönlichkeiten im Rundfunk die Bedeutung der Hadassah und ihre Arbeit. Senden Sie mir bis auf Widerruf die C.-¥.-Zeitung 99 Pfennig für April, Mai, Juni zahle ich bei Vorlage der Postquittung an den Briefträger. Die beiden letzten März- Nummern sollen mir kostenlos geliefert werden. Name: - Ort:- Strasse:- Ausschneiden und mit - Pfg. frankiert (oder auch unfrankiert) senden an: C - Y. - Zeitung, Vertrieb, Berlin W 15, Emser Strasse 42. J 2 Oliva 8141. Einführung von Jugendgerichten für Vierzehn- bis Achtzehnjährige. Dabei wird nach englischem Muster die vollständige Trennung jugendlicher von erwachsenen Verbrechern im Prozess- und Strafvollzug vorgesehen. Jüdische Seefischerei im Mittelmeer Das erste jüdische Fischerboot „Bikkura" konnte dank den Bemühungen der Jewish Agency, der Meeresliga und des Allgemeinen Jüdischen Arbeiterverbandes seine seit dem Jahre 1935 eingestellten täglichen Fahrten wieder aufnehmen. Das mit zehn jüdischen Matrosen bemannte Boot wird von Kapitän Frankl geführt. Der Fang wird durch die Genossenschaft Tnuwa abgesetzt. Die „Eier-Jeckes" Die von jüdischen Einwanderern aus Deutschland gegründete Siedlung Ramat Haschawim bei Tel-Aviv konnte vor kurzem ihr dreijähriges Bestehen feiern. In der Kolonie leben 65 Familien mit 220 Seelen, ausserdem 50 ständige Arbeiter und Arbeiterinnen. Sie betreiben vor allem Gemüse-: und Geflügelzucht und setzen ihre Erzeugnisse in Tel-Aviv ab. Von diesen Siedlern wären früher 17 Aerzte, 8 Rechtsanwälte, einer Universitätsdozent, einer Schauspieler, einer Volkswirt, 32 Kaufleute und die übrigen Beamte. - Jetzt beschäftigen sie sich alle mit Landwirtschaft. Fast acht Millionen Pfund von amerikanischen Juden in Palästina investiert Das Informationsbüro des American Palestine Economic Comm i 11 e e in Tel-Aviv veröffentlicht eine Statistik, aus der hervorgeht, dass amerikanische Juden im Laufe der letzten fünfzehn Jahre fast acht Millionen Pfund in Palästina investiert haben. Davon entfallen auf Boden und Bauten 3 528 300 Pfund, auf Pflanzungen 1 883 500 Pfund, auf allgemeine Investitionen 877 600 Pfund, auf Hypothekarkredite 969 800 Pfund, auf Industrie und Handwerk 387 000 Pfund und auf Handel und Dienstleistungen 232 000 Pfund. Der grösste Teil dieser Investitionen entfiel auf die Palestine Potash Ltd., die Palestine Electric Corporation, die Seidenfabrik Sachs, auf Unternehmungen der Industrie für künstliche Zähne, auf die Eisengiesserei und Steinbruchanlagen. Die Gesamtsumme der von Juden seit dem Weltkrieg in Palästina investierten Kapitalien einschliesslich der Mittel der nationalen Fonds beträgt 80 Millionen Pfund. Die Amerikaner sind somit an diesen Investitionen mit zehn Prozent beteiligt. Einführung von Jugendgerichten in Palästina Das palästinensische Amtsblatt veröffentlicht einen Gesetzesvorschlag über die Zionistische Arbeitsgrundsätze für Nicht-Palästinawanderung Nach dem neuen Arbeitsplan des „Verbandes der jüdischen Jugendvereine" sieht der Verband seine besonderen Aufgaben innerhalb der zionistischen Jugendbünde darin, durch seine zionistische Erziehungsarbeit auch auf die jungen Menschen einzuwirken, die aus zwingenden Gründen den Weg ihrer zionistischen Entscheidung nicht in Palästina zur Erfüllung bringen können. Die zur Chaluziuth entschiedenen Verbandsmitglieder sind innerhalb des Verbandes zu einem „Brith Jehudim Zeirim" zusammengeschlossen. Der Nachlass Nahum Sökolows soll herausgegeben werden Eine Kommission, bestehend aus Dr. Feiina Soko 1 ow, Professor Dr. Selig Brodetsky und Dr. S. R a w i d o w i c z wurde beauftragt, die Briefe Nahum Sökolows, des verstorbenen Ehrenpräsidenten der Zionistischen Organisation und der Jewish Agency, zu sammeln und zu sichten, um sie demnächst herauszugeben. Eigentümer von Originalbriefen werden gebeten, diese Briefe, die sie nach Abschrift zurückerhalten, an Dr. R a w i d o w i c z, London W 9, 16 Randolth Crescent, zu senden. lOOO Palästina-Einwanderer im Februar Laut den statistischen Aufzeichnungen 'der Einwanderungsabteilung der Jewish Agency sind im Monat Februar 1937 tausend jüdische Einwanderer nach Palästina gekommen.

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