Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 16 (1937)
- Issue
- 10 (11.3.1937)
- Date
- 1937-03-11
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Magister Hirsch der gute Likör, Magister München VII In Berlin za beziehen durch, die Weingroßhandlung Bernhard Brauer, Burgsir. 3 TeL E1 Berolina 4340. Gespannte Lage in Rumänien die a 1 I g e m ein als wertvoll anerkannten Erscheinungen einer Gemeinschaft gemeint sein dürfen. Was sie als Ueberlieferungswerte ansieht, bestimmt jede Gruppe selbst Aber es ist auch nicht jedem einzelnen innerhalb der Gruppe das Recht der Auslese zuzubilligen. In der schweigenden Annahme einer grossen Vergangenheit ü\ ihrer Gesamtheit als Verpflichtung liegt die Grundlage für den Weiterbau der Gemeinschaft. Niemand wird dabei den Unterschied zwischen dem Typ des Don Quichote und dem des „letzten Ritter" übersehen. Aber „Ritter von der traurigen Gestalt" sind auch in der Blütezeit einer Tradition denkbar, während die Eigenschaften des „letzten Ritter" generationenlang vererbt werden können — wenn nur die Erben da sind. Am 11. März 1812, also vor 125 Jahren oder — im Sinne unserer Betrachtung — vor fünf Generationen hat das Hardenbergsche Edikt die Judenemanzipation in Preussen geschaffen. Kaum fünf Generationen also! sagen wir nachdenklich bewegten Sinnes, wenn wir uns den 30. Januar 1933, den 15. September 1935 vergegenwärtigen. Darin aber, wie der Einzelne sich dieser Tatsachen bewusst ist und sie in seinem die Zukunft zwingenden Willen einfügt, scheidet sich der Don Quichote vom letzten Ritter. Jener wird den Abbruch der äusseren Tradition nicht annehmen und in einer Wunschwelt leben |£g Krasskemfepsicftemficj j Ufa 8 Aufnahme bis 70 Jahre ohne Untersuchung |„ U«„. C#*B«tif9a><9 Frankfurt a. M„ Tel. 239: BIGnS Wäll Gr. Bockenheimer Straße 29.!. wollen, die seine Kräfte nutzlos aufzehrt, dieser wird eine zerstörte Welt machtvoll in seinem Innern wieder aufbauen. IL „Die Emanzipttion ist vorbei, die Emanzipiertheit muss bleiben", haben wir einmal an dieser Stelle Zustand und Forderung auf die knappste Formel gebracht Emanzipiertheit — das ist das Gegenteil von ghettohaft, das ist die Haltung, die Rechtslage und Seelenlage auseinanderzuhalten weiss. Das ist: auch bei dem Marsch nach Innen beladen sein mit der wertvollsten Auslese aus dem geistigen Bestand der Jahrhunderte, durch die wir gegangen sind. Wir pflegen wenig von Menschen zu halten, die mit der Verringerung ihrer Zimmerzahl ihre Kinderstube verlieren, und die glauben, das Messer in den Mund nehmen zu dürfen, weil sie ihr Silber haben verkaufen müssen. Aber wir sind leider oft zu nachsichtig, wenn wir in unserem Kreise beobachten, dass Menschen sich gehen lassen, weil sie nicht mehr zu den allgemeinen Kulturgütern Zutritt haben, wo diese in grossem Rahmen gepflegt werden. Wir lassen zu, dass die Kleinheit unserer Verhältnisse Kleinlichkeit aufkommen lässt, unsere Enge Engherzigkeit schafft, die Massstäbe sich unserer Zahl angleichen und die Schwierigkeiten eines normalen Aufstieges sich in Niveausenkung auswirken. Niemand verkennt, dass es eine ungeheure Kraft erfordert, inmitten unserer Sorgen und Nöte den Willen straff zu halten, an den sich die scheinbar überflüssigen Dinge des Lebens anlehnen können. Was unzeitgemäss ist, entscheidet nur die Geschichte. Wer bewusst in der Gegenwart lebt, muss nach ihren Zeichen suchen und nicht nach ihren Irrlichtern sich richten. III. Wir sehen mit Anerkennung und mit berechtigtem Selbstgefühl auf die Leistung unserer jüdischen Gemeinschaft in den Gebieten, die der Vorbereitung unserer jungen Generation für ein sinnvolles und aussichtsreiches Leben draussen dienen. Für unseren kostbarsten Besitz ist das Beste gerade gut genug. Wir denken dabei nicht nur an den persönlichen Lebensweg jener in die Welt Ziehenden, sondern auch ' an das Urteil, das sich zugleich über sie und über uns, aus deren Reihen sie kommen, in der Welt bilden wird. Wir möchten, dass mit ihnen sozusagen Traditionskompanien der besten in jenen fünf Generationen entwickelten jüdischen Haltung hinausgehen. Wir sehen und lesen gleichzeitig, dass eine ungeheure Mühe darangesetzt wird, die materielle Voraussetzung für die Auswanderung zu erhalten, die in Die rumänische Regierung, die unter der Leitung des Ministerpräsidenten Tatarescu vor kurzem umgebildet worden ist, hat energische Massnahmen gegen Studentenschaft, Logen und die politisierende Geistlichkeit ergriffen, die eine deutliche Wendung gegen die Bestrebungen: der extremen rechtsradikalen Kreise erkennen lassen. Anlass zu diesen Massnahmen war ein Ueberfall auf den Rektorder Universität Jassy, Professor Trajan Bratu, der dabei durch Messerstiche so schwer verwundet wurde, dass man an seinem Aufkommen zweifelt. Man nimmt an, dass die Attentäter Mitglieder der verbotenen „Eisernen Garde" waren, die mit dem Ueberfall ein „Todesurteil" an Bratu vollzogen haben, weil er vor kurzem einige an judenfeindlichen Ausschreitungen beteiligte Studenten relegiert hat Der rumänische Ministerrat hat am Morgen nach dem Attentat die Schliessung aller Universitäten und Studentenheime angeordnet und sämtlichen Studenten die Zugehörigkeit zu politischen Parteien verboten. Ferner wurde beschlossen, auf strenge Einhaltung des Uniform- und Abzeichenverbotes im ganzen Lande zu sehen. Der Ministerrat richtete ein Schreiben an den Patriarchen der grieehisch-orthodoxen Kirche in Rumänien, Dr. Miron Cristea, in dem er ihn ersucht, die ihm unterstellten Priester nachdrücklieh anzuweisen, sich von jeder politischen Betätigung, insbesondere in den illegalen Formationen, fernzuhalten. Auch die Freimaurerlogen sollen aufgelöst werden. Ministerpräsident Tatarescu wurde nach der Kabinettssitzung von König Carol empfangen, der die getroffenen Massnahmen billigte. In der gleichen Sitzung des Ministerrates ist jedoch auch ein Gesetzentwurf beschlossen worden, der für die wirtschaftliche Stellung der Juden in Rumänien von einschneidender Bedeutung ist.- Danach sollen 75 Prozent aller Angestellten in Handels-, Industrie-, Finanz- und sonstigen Unternehmungen „etnischrumänischer" Abstammung sein; auch die übrigen 25 Prozent müssen rumänische Staatsangehörige sein, können jedoch den Minderheiten angehören. Hierbei wird vor allem fraglich, ob diejenigen Juden, die als Einwohner der altrumänisehen Gebiete vor dem Kriege rumänische Untertanen, aber nicht Staatsbürger waren, und somit nicht zu den Minderheiten gehören, die als Einwohner der nach dem Kriege erworbenen Gebiete das Staatsbürgerrecht kraft Gesetzes erhalten haben, den Angehörigen des Mehrheitsvolkes gleichgestellt werden sollen. Ausländer sollen in Zukunft nur beschäftigt, werden, wenn es sich um unersetzbare Spezialisten handelt Durch die Beseitigung der Angestellten „fremder Abstammung" sollen arbeitslose Stammesrumänen in Arbeit gebracht werden. Hierdurch dürften die Juden als vornehmlich städtischer Bevölkerungsteil — im Gegensatz zu den übrigen Minderheiten — besonders schwer betroffen'werden. Der Gesetzentwurf scheint ein Kompromiss der Regierungan die Rechtsopposition zu sein, die wegen der übrigen scharfen Massnahmen erregt ist Gleichzeitig hat Ministerpräsident Tatarescu jedoch auch eine Erklärung veröffentlicht, die sich mit den auch von uns verzeichneten Unruhen in Bacau in der vergangenen Woche beschäftigt Der Ministerpräsident stellt fest, dass er nicht nur die Unruhestifter, sondern auch die zum Schutz der Öffentlichen Ordnung verpflichteten Organe, die die Unruhen nicht verhindert haben, zur Verantwortung ziehen werde. Der Rücktritt des Präfekten des Departements Bacau sei angenommen und eine Untersuchung gegen die Angehörigen der Polizei angeordnet worden. Justizminister Sassu hat die Kreisstaatsanwälte aufgefordert, , ohne Rücksicht auf die Parteizugehörigkeit gegen alle Gesetzesübertreter energisch einzuschreiten. Gegen 14 Teilnehmer an den Ausschreitungen ist eine strafrechtliche Untersuchung eingeleitet worden; sie gehören sämtlich der national-christlichen Partei an. # Die antijüdischen Unruhen in Ungarn, über die wir in der letzten Woche berichteten, sind bisher nicht zum Stillstand gekommen. Sie haben von den Universitäten auf die Strasse übergegriffen. Besonders in der Stadt Debrecen, an deren Universität die heftigsten Ruhestörungen zu verzeichnen waren, haben sich die jgdenfeindlichen Kundgebungen die ganze Woche hindurch fortgesetzt. Autos mit Demonstranten durchfuhren die Strassen, wobei jüdische Passanten, Geschäfte und - Wohnhäuser mit Schleudern bombardiert wurden. Die Fenster von vier Synagogen wurden zertrümmert, das fünfte jüdische Gotteshaus konnte nur durch die Polizei vor Verwüstungen geschützt werden. An der Universität blieb es ruhig, weil die jüdischen Studenten dem Vorlesungsbetrieb fern blieben. Auch an der Bergbau- und Forst-Hochk schule Oedenburg kam es zu judenfeindlichen Kundgebungen. K. J. E. RiihigeWocbfcinPölen Die vergangene Woche hat in Polen keine Ereignisse von weittragender politischer Bedeutung gebracht. Im polnischen Senat beschäftigten sich die jüdischen Senatoren Trockenheim und Oberrabbiner Professor Moses, Schorr mit der durch die Rede des Obersten Koc geschaffenen Lage. Trockenheim wies darauf hin, dass die Zahl der Juden im Handel um zehn Prozent abnehmen würde, wenn man sie entsprechend im öffentlichen,Dienst und zur Arbeit in der Schwerindustrie zuliesse. der Existenz der älteren für die Auswanderung nicht mehr geeigneten Generation liegt. Aber man verkennt dabei oft, dass es sich dabei nicht nur um ein soziales und wirtschaftliches Problem handelt Wer könnte es nicht verstehen, dass in diesen älteren Menschen bei aller Bereitwilligkeit, iür die Zukunft der Jugend Opfer zu bringen, ein Gefühl der Bitterkeit aufsteigt, wenn es mitunter so aussieht, als ob es sich letzten Endes ihnen gegenüber nur darum handle, ihnen ihre letzten Jahre und Jahrzehnte nach Massgabe der restlich verbleibenden Kräfte angenehm zu gestalten, sie aber nicht als einen in sich wertvollen Faktor zu betrachten. Es wäre sonst nicht möglieh, dass man sie in dem, was man ihnen bietet, oft zum Opfer eines Geltungsdranges macht, dem geistige oder kulturelle Werte nur unbeträchtlich entsprechen, dass aber zugleich grosse Begabungen, wenn sie etwas abseits von den Richtlinien für Auswanderungsvorbereitung liegen, ungefördert bleiben. Stilles Mäzenatentum ist seltener geworden, und nur starke Charaktere tun das Gute um seiner selbst- und nicht um ihretwillen. Roms Sittengeschichte berichtet von reichen Dilettanten, die vor die Mahlzeiten, die sie boten, eine Anzahl künstlerischer Produkte eigener Feder stellten, und zahllos sind die Epigramme, mit denen die Satiriker jener Epoche ihren Spott darüber ausgiessen. Einem modernen jüdischen Martial böte sich ein unausschöpfbares Material in dieser Zeit Er wüsste zu charakterisieren, wie neben ernsthaftem, verantwortungsvollem, sachlichem Bemühen um Dinge der Geister und der Kunst Komiteebetriebsamkeit für Dilettantismus stattfindet, wie Wortbildungen entstehen, in denen „Hilfe" vorkommt und" oft' Geltungsbetrieb gemeint ist, wie Darbietungen die Aufmerksamkeit der Oeffentlichkeit beanspruchen, bei denen die Muse ihr Haupt verhüllt, weil die Spendenlisten offen zirkulieren. Man fragt sich in Kreisen derer, die sich in dieser Zeit bewusst auf die Darbietungen im jüdischen Kreise durch jüdische Kräfte beschränken, weshalb nicht die gleiche gradlinige Energie, die der Jugend den Weg in die Welt ebnet, ihnen diese Weite im möglichen Rahmen in ihre Enge trägt. Mit grosser Besorgnis sehen wir gewisse Entwicklungen unseres geistig-künstlerischen Lebens. Unser Respekt vor der Leistung der Kulturbünde wächst, je mehr wir die sachlichen und personellen Schwierigkeiten kennen, mit denen sie zu ringen haben. Aber sie brauchen nicht nur unseren Respekt, sondern vor allem Mittel, und es scheint leider, als ob die gute und grosse Tradition des jüdischen Bürgertums nur partiell und nicht immer zum besten Teile von denen gewahrt würde, die sehr in der Lage wären, aufbauend und aufrichtend für die zurückbleibenden Menschen mitzuwirken. Die Tiefenwirkung der Lehrhäuser und Kulturbünde ist gering und muss geringer werden, je mehr die Zurückbleibenden überaltern — wenn man nicht mit schöpferischer Energie die Kräfte neu weckt, die sich resigniert und verstimmt zurückgezogen haben. Wir wiederholen: Die Schicksalsgestaltung der Menschen hier ist nicht nur eine soziale oder wirtschaftliche Frage. Sie ist in mindestens gleicher Stärke ein Problem der geistigkulturellen Führung. Wir möchten nicht, dass die grosse Tradition eines Säkulums trübselig versickert, aber wir möchten vor allem nicht, dass aus jüdischem Bereich die Männer desavouiert werden, die 1812 auf beiden Seiten für das 'Edikt mitgewirkt hatten. Dr. Alfred Hirschberg spridit Ober Ausblick in jüdische Zukunft am Dienstag, 16. März 1937, 20 Uhr 30, in der Theodor- Herzl-Schule, Kaiserdamm 78 Jüdischer Central-Verein e. V. Landesverband Gross-Berlin Schorr erklärte zum Protest gegen die Regierungspolitik, gegen das Budget stimmen zu wollen. Im Verlauf der Debatte. ergriff der frühere Rektor der Warschauer Universität, Professor Mi.cha.lowiez, das Wort, um sich scharf gegen die antijüdischen Ausschreitungen der polnischen Studentenschaft zu wenden. Er bezeichnete ihr Verhalten als disziplinlos und feige. Die 12. Landeskonferenz der zionistischen Organisationen Kongresspolens, über die wir bereits berichteten, hat sich in einer Resolution gleichfalls gegen die Regierungspolitik gewandt. Die Juden seien bereit, iür das Wohl der auf der Grundlage der Volksfreundschaft errichteten Politik zu arbeiten. In Warschau hielt die jüdische demokratische Volkspartei eine Landeskonferenz ab, bei deren Eröffnung der Parteigründer Noah P r i 1 u c k i das Wort ergriff. Prilucki sprach sich für Zusammenarbeit mit dem polnischen Volke aus. Die Konferenz richtete ein Begrüssungstelegramm an den Historiker Professor Simon Dubnow. * Vor einiger Zeit ist, wie gemeldet, das Koscherfleischkontingent, das den jüdischen Schlächtern auf Grund des am 1. Januar 1937 in Kraft getretenen Schächtverbots-Gesetzes belassen worden war, um die Hälfte herabgesetzt worden. Nunmehr wurde einer Abordnung der jüdischen Fleischerinnung im polnischen Handelsministerium erklärt, das Kontingent werde auch weiter gesenkt werden, bis auch die hinteren Teile der rituell geschlachteten Tiere in den Läden für Koscherfleisch verkauft werden würden, anstatt an nichtjüdische Fleischer weiterverkauft zu werden; die Strafbestimmungen für Verletzungen des Gesetzes sollen verschärft werden. Die christlichen Fleischer in Lodz haben in einer Versammlung Abschaffung des Schächtverbotsgesetzes gefordert, da die Einschränkung des Schächtens auch sie schädige. * Auf einer Konferenz der Aerztevereinigungen. der Wojewodschaft Kielce wurde der Arierparagraph mit knapper Mehrheit angenommen. Den gleichen Beschluss hat der Verband der Elektrotechniker -in Polnisch-Oberschlesien gefasst. 1700000:15000 Die British Union of Fascistes war unter Führung von Sir Oswald Mosley und mit judenfeindlichen Parolen in der vergangenen Woche mit der Behauptung in den Wahlkampf gegangen, sie werde bei den Wahlen zum Londoner Grafschaftsrat das East End für sich erobern. Ihre Niederlage wirkt daher um so stärker auf alle die, die geglaubt hatten, dass die Bewegung tatsächlich im Aufstieg begriffen sei. Von 1717 000 Stimmen erhielten sie noch nicht rund 15 000; die Labour Party dagegen 884 000,. die Konservativen 797 000, die Liberalen 21000. Es gelang Mosley nicht, auch nur einen seiner Kandidaten durchzubringen. Diese geringe Stimmenzahl erhielt er nicht allein im Osten, sondern selbst in Shoreditch, das er als seine Hochburg bezeichnet hatte. Dort wurden "für seine beiden Kandidaten nur je 2500 Stimmen abgegeben. In dem Bezirk Limhouse erhielten die beiden Mosley-Kandidaten die geringste abgegebene Stimmenzahl, nämlich 2086. Aehnlieh war es in Bethnal Green, wo sie es auf 3028 bzw. 3022 Stimmen brachten. Baden-Baden Für den Besuch Baden-Badens durch jüdische Gäste sind nach Pressemeldungen seit einiger Zeit Sonderregelungen im Gange. Diese bestehen nunmehr in folgenden Massnahmen: . 1. Die Kurmittelhäuser (Friedrichsbad, Augustabad, Fangohaus, Inhalatorium, Darmstädter Hof, Baldreit und Trinkhalle) sind für Juden gesperrt; 2. an Juden dürfen Kurtaxkarten nicht abgegeben werden;. 3. der Besuch des Theaters, des Kurhauses und der Konzerte, sowie der Spielsäle steht bei Lösung von Einzeleintrittskartenauch den Juden offen. Natalie Baeck, die Lebensgefährtin Leo Baecks, ist am 5. März gestorben. In tiefer Ehrfurcht vor-dem Schmerz und der Trauer des Gatten und der Familie gedenken wir der verehrungswürdigen Frau, die durch das Haus, das sie führte, dein Gatten die Kraft für seine Leistungen im Dienste der jüdischen Gesamtheit gab. Hatiptechri'ftleitei:v Dr Alfred Hirschberg; Stellvertreter und,-verantwortlich für die Aufnahme von BiHern: Dr. M a r'ga rete Edelheim Verantwortlich für Sport: Dr Ernst G. Löwenthal, sämtlich in Berlin. Für Rücksendung unverlangter Einsendungen ist Freiumscblag beizufügen. Leiter der Anzeigen-Abteilung und verantwortlich für den Inhalt der Anzeiaen: Friedrich Nathan. Berlin. DA IV Vi. 40 000. PI. 5. Verlag: Jüdischer Central-Verein e. V., Berlin W 15, Emser Strasse 42 Druck der Buch- und Tiefdruck Gesell« schaft mbH, Berlin SW 19.