Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 16 (1937)
- Issue
- 9 (4.3.1937)
- Date
- 1937-03-04
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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des Frankfurter Kulturbundes stattfand) eine neue, etwa dreiviertelstündige Kantate ..Jakob und Esau", Alfred Auerbach hat die bekannten Geschehnisse der Bibel, den Streit und die Aussöhnung der beiden ungleichen Brüder (jene geistige Auseinandersetzung also, die auch Richard Beer-Hofmanns lyrischem Spiel „Jakobs Traum" zugrunde liegt) geschickt in knapp gefasste dramatische Form gebracht, und Rosy Geiger-Kullmann, die mit grösseren und kleineren Tonschöpfungen schon häufig zu Gehör gekommene Frankfurter Komponistin, bewährt auch in diesem neuesten Opus (dem die Vertreter der Solopartien, Lore Michaelis (Sopran), Paula L e v i (Alt), Rolf Sander (Tenor) und Hans Assenheim (Bariton), der prachtvoll disziplinierte Chor und die Klavierbegleitung der Komponistin selbst die durchaus eindrucksvolle Wiedergabe sicherten) ihr ausgezeichnetes handwerkliches Können — Hermann Schey — der in einer Sonderveranstaltung des Berliner Kulturbundes zu hören war — ist einer unserer vornehmsten Sänger. Sein Gestalten bewahrt stets eine bei aller Hingabe zurückhaltende Art, und nur selten, dann allerdings mit um so zwingenderer Wirkung, begibt er sich ins Ekstatische. Wundervoll, von ihm Händel zu hören, aber auch Schubert und Mahier, deren melodische Linien er in grössten Bögen spannt. Eine leichte Indisposition lässt ich allenfalls im piano verspüren; im forte erstrahlt das herrliche Organ in metallenem Glanz. Und so geniesst man das besonders gehaltvolle Programm und geniesst die zahlreichen Zugaben, in denen sich Schey so recht ausgibt. Von den lebenden jüdischen K o m p o n i s t e n, die an diesem Abend erfreulicherweise zu Worte kommen, bleibt Robert Müller-Hartmann mit seinen Chinesischen Liedern der Klangwelt der deutschen Romantik verschrieben; „Trennung" packt durch den kernigen Absehluss. Am meisten haftet Karl Wieners „Abbitte", deren modern-archaische Akkordik von ausserordentlichem Reiz ist und eine eigenständige Klangphantasie bekundet. Die Cellovariationen („Die Nachtwandler") von Castelnuovo-Tedesco bieten romantische Stimmungskunst; teilweise in gespenstische Farben getaucht, bergen sie doch auf die Dauer wenig Substanz. Eine Partie erreicht durch Nebeneinanderstellung von Klavier und gedämpftem Cello eine seltsam räumliche, bühnenhafte Wirkung. Godiried Zeelander bewältigte das anspruchsvolle Werk mit gewohnter Könnerschaft. Leo Taubmanns ganz ausgezeichnete Begleitkunst fiel namentlich "bei Mahler durch die ausserordentliche Differenziertheit des klanglichen Untergrundes auf. H. Fr. In der Arbeitsgemeinschaft für synagogale Musik (im Rahmen des Jüdischen Lehrh a u s e s) gab Dr. Oskar G u 11 m a n n einen Ueberblick über die Musik der Griechen und die Gregorianik, um durch Erschliessung dieser Nachbargebiete dem Verständnis und der musikhistorischen Einordnung der synagogalen Melodien zu dienen. Als wesentliche Gemeinsamkeiten wurden die Einstimmigkeit und die Grundzüge der Tonartlichkeit hervorgehoben, für die Gregorianik, die ja (nach den Forschungen Idelsohns) z. T. in der altjüdischen Melodik wurzelt, auch der Melismenreichtum und die Akzentnotenschrift der Neumen, die im Prinzip Levysohn stammenden Kinder gleich nach ihrer Geburt taufen lassen. Der jüngste Sohn Georg Ebers, der am 1. März 1837 eist, kurz nach dem Tode seines Vaters, geboren wurde, erhielt nach dem Studium der Aegyptologie einen Ruf als Professor dieses Lehrfachs nach Jena, später nach Leipzig. Auf einer Reise durch Aegypten entdeckte er in Luksor einen medizinischen Papyrus aus dem 16. Jahrhundert vor Chr., der ■unter dem Titel „Papyrus Ebers" grosses Aufsehen in der Gelehrtenweit erregte. Ebers war aber auch einer der ersten Vertreter des archäologischen Romans. Wer von der alten Generation hätte nicht mit Spannung seine fesselnden Romane „Eine ägyptische Königstochter", „Uarda" und „Homo sum" gelesen, die ein lebendiges Bild der alten ägyptischen Kulturwelt geben! Die wissenschaftlichen Ergebnisse seiner Forschungsreisen legte Ebers in den interessanten Büchern „Aegypten und die Bücher Moses" und „Durch Gosen zum Sinai" nieder. Weniger hervorragend als Gelehrter und Schriftsteller, aber von eigenem Gepräge ist der am 28. Januar 1812 geborene Felix Eberty. Er übte als Professor der Rechte an der Breslauer Universität eine erfolgreiche Lehrtätigkeit aus, gab aber mehr historische als juristische Werke heraus. Seine „Preussische Geschichte" in sechs Bänden ist noch heute lesenswert, aber was ihm von allem die dankbare Anerkennung aller Berlin Liebenden sichert, sind seine 1878 veröffentlichten „Jugenderinnerungen eines alten Berliners", die, mit Humor und köstlichen Anekdoten gewürzt, ein anschauliches Bild des Berlin der Biedermeierzeit bieten. Gerade die für die Charakteristik eines Zeitabschnitts unentbehrlichen kleinen Dinge des täglichen Lebens finden hier eine plastische Schilderung. Interessant ist, dass Georg Hermann der Neuausgabe dieses Buches (1925) ein stimmungsvolles Geleitwort vorausschickte, in dem er das Verdienst des 1884 aus dem Leben geschiedenen Verfassers würdigt, der uns die Atmosphäre des „gemütlichen, gartendurchgrünten, bescheidenen" alten Berlin vor Augen führt. M. S. ßuest. was allein schon nicht gering zu werten ist, — und die Fähigkeit, einfache melodische Gebilde wirksam zu verarbeiten. Dabei haben allerdings die grossen Meister des 19. Jahrhunderts, in erster Linie Wagner, dessen Diktion vielfach wiederklingt, und Robert Schumann, aber neben ihnen auch andere, vielfach Pate gestanden. Eine Musik also, die nicht immer von starker Ursprünglichkeit, aber doch stets echt empfunden und als solche sympathisch ist. Im ersten allgemeinen Teil des Konzerts erfreuten Frauen- und gemischte Chöre von Leo Hasler, Schubert und Brahms (zum Teil mit der feinflüssigen Klavierbegleitung von Lilly Schwarz-Mayerhof er) ein dankbares Publikum, das an vier überaus charakteristischen Volksliedern des Ungarn Bela Bartok verständlicherweise besonderes Gefallen fand. Dr. Georg Schott. dem Neginoth verwandt ist. Der Gleichzeitigkeit von Psalmen und klassischem Drama entsprechen gewisse Berührungspunkte hinsichtlich der Chorlieder der Tragödie, wobei allerdings der Wechselgesang (Antiphonie) ein besonderes Merkmal der Psalmen darstellt. Musikgeschichtlcihe Studien dieser Art helfen eine Grundlage schaffen, auf der neues Wollen, wie es etwa durch Schalit und Dymont repräsentiert wird, aufbauen kann; jedenfalls wird sich die Synagogenmusik aus den Verflechtungen des 19. Jahrhunderts lösen müssen. H. Fr. Dr. Willi Aron wählt in richtiger Erwägung für sein Opernstudio solche Werke, deren Buffocharakter jungen Künstlern leicht einen Kontakt mit dem Publikum ermöglicht. Die „Vier Grobiane" des Deutschitalieners'Wolf- Ferrari, um die Jahrhundertwende entstanden, vereinen italienisches und deutsches Melodiengut. Die sorgsam, gefeilte Partitur durchpulst ein leicht eingänglicher Buffohumor. Durch den notwendigen Verzicht auf Bläser in dieser Aufführung ging natürlich mancher Instrumentalwitz „fiöten"; um so mehr Anerkennung gebührt der Sicherheit und Fertigkeit, mit der Dr. Aron sein Streichquartett am Flügel ergänzte und gleichzeitig die Gesamtleistung fest in Händen behielt. Seine lebendige Regie konnte sich freilich nur innerhalb der Grenzen auswirken, die ihr in dem noch ungleichartigen darstellerischen Können seiner Künstler gesetzt waren. Der anmutigen Sicherheit von Lili Olitzki (Bernhard) glaubte man gern den Sieg, den ihre Feiice schliesslich über die vier groben Patrone davonträgt; auch stimmlich war sie obenauf. Ihr Gatte Cancian, Max M e n - delssohn-Mendsen, ein behäbigerSpiessbürger unter dem Pantoffel, der Maurizio Werner Simons und der unwirsche Simon Wilhelm Meyefsohns bildeten den sonderbaren Herrenklub, dem sich die jugendfrische Stimme und Gestalt Lunardo (Heinrich Korn) beigesellte. Recht gut und beweglich die Marina von Tilly Forscher. Dagegen fehlte es der Lucieta von Elisabeth Delfevie noch an der nötigen Gelöstheit des Spiels. Auch Olla Jacob s o h n wurde der Margarita mehr vom Musikalischen aus gerecht. Bernhard C h r z elitzer liess als Edelmann jedenfalls seinen Tenor prächtig glänzen. Heinz Krotos c h i n s k y traf den etwas tölpligen Filipeto recht nett, und Annemarie Elias leistete als Theater«, Musik9 Film „Erste Liebe", eine neue Komödie von Hans J. Rehfisch {nach einer Idee des Engländers Jack Crawford Bird) erzielte bei der Uraufführung an der Scala in Wien einen lebhaften Erfolg. # Andre Maurois, der bekannte französische Romancier, wird demnächst im Theätre Madeleine in Paris zum ersten Maie als Dramatiker erscheinen. Er hat — gemeinsam mit Virginia Vernon — einen Romaii von Laurence Housman dramatisiert, der das Leben der Königin Victoria von England behandelt. # Der französische Sender Brüssel bringt am 10. März, 21 Uhr, Gustav Mahlers 3. Sinfonie. ¥ , Oberkantor Richard Cohn singt am 11. März, 19 Y> Uhr, vor dem Mikrophon des französischen Senders in Brüssel hebräische Gesänge des jüdischen Gottesdienstes. * Im Konzert, das der französische Sender Eiffelturm'am 7. März, 21% Uhr, sendet, stehen u. a. das Adagietto aus Gustav Mahlers 5. Sinfonie und Arnold Schönbergs „Verklärte Nacht" auf dem Programm. # Mey erbeers Oper „Der Nordstern" gelangt am 6. März, 213* Uhr, vor dem Mikrophon des Pariser Senders zur Aufführung. x. Jascha Heifetz veranstaltet am 11. März in London seinen einzigen Violinabend in dieser Saison. * Der Pianist Isidor Achron brachte an einem Klavierabend in London zum ersten Male Symphonische Variationen und eine Sonate seines Bruders Joseph Achron zu Gehör. * Ludwig Altmann, früher als Musikkritiker der C.-V.-Zeitung und als Organist der Jüdischen Gemeinde Berlin tätig, ist nach den Vereinigten Staaten übergesiedelt. Er wurde soeben als Organist an die North Shore Congregation Israel in Chikago berufen. # Walter Olitzki, der mit grossem Erfolg in Monte Carlo den ..Alberich" im „Ring" sang, wurde auch für die Wagner-Festspiele in Monte Carlo 1938 verpflichtet. Olitzki singt am 8. März Magd ..gute Dienste. Im ganzen ein unterhaltsamer und darüber hinaus ein verdienstvoller Abend. H. Fr. Stärksten Zuspruchs erfreute sich der Rezitationsabend von Hans L ö w i n s o h n im Kreis des Jü'dische n C. - V. Hamburg. Der Künstler bewies seine reife Vortragskunst an Ernstem und Heiterem. Seine besondere Ausdrucks- und ' Darstellungsfähigkeit verschiedenster Typen kamen im „Zauberlehrling" und in den Liliencronschen Figuren am besten zur Geltung. Mit starkem Beifall dankte der „Kreis" dem Künstler. S. E. Der Pianist Joseph Schwarz verabschiedete sich vor seiner Auswanderung nach Amerika vom Breslauer Publikum in einem Konzert zugunsten der Jüdischen Winterhilfe. Das Programm* nannte nur Werke Bachs und der Romantik, Mendelssohn, Chopin). Auf beiden, an sich so verschiedenen Gebieten hat Schwarz von jeher U eberragendes geleistet, hier wie dort gab er auch bei seinem nach menschlicher Berechnung wohl letzten Breslauer Auftreten so viel Schönes und Beglückendes, dass man davon noch lange wird zehren können — und müssen. Der Klavierpart des Bachschen D-moll-Konzerts erstand, vom Streichorchester des Breslauer Jüdischen Musikvereins unter Leitung von Dr. Fritz Berend mit Sorgfalt begleitet, in wahrhaft monumentaler Plastik, und das feine Filigran der Stücke von Mendelssohn und Chopin hätte nicht duftiger wiedergegeben werden können als durch diesen vielbewunderten und -verehrten Meister, der mit der grandiosen Nachgestaltung der B-moll-Sonate Chopins unter seine etwa zwanzigjährige Künstlerlaufbahn in Deutschland einen prachtvollen und doch wehmütig stimmenden Schlussakkord setzte. Hff. Die Jüdische Kunstgemeinschaft Köln kündigte den Pianisten Ludwig Grünbaum, Nürnberg, als Meisterschüler Leonid Kreutzers und Paul Hindemiths an. Mit Genugtuung durfte man feststellen, dass der junge Künstler, was geistig und gefühlsmässig tief eindringende Gestaltungsweise angeht, grossen Erwartungen entsprach. Er spielte die Sonate B-moll von Chopin, den „Carneval" von Schumann und in feiner Äbgestimmtheit „L'isle joyeuse" von Debussy. Wärmster Beifall wurde dem Vortragenden, der sich zu einer Zugabe entschliessen musste, gezollt. —yo— Das Kulturbundorchester Rhein-Main brachte in Mainz unter Leitung von Generalmusikdirektor Professor Julius Prüfer vor leider schwachbesetztem Haus Glucks Ouvertüre zu „Iphigenie in Aulis", Händeis Concerto grosso op. 6 und Haydns Londoner Sinfonie zu Gehör. Die schlechten akkustischen Verhältnisse mögen schuld daran sein, dass viele Feinheiten nicht voll zur Geltung kommen konnten. Assenheim sang Handels Arie aus „Saul" sehr sympathisch. — Alfons Fink gab seinen köstlichen Humor einem vollbesetzten Hause zum Besten. — Liesel Simon, Frankfurt a. M., erfreute die jüdische Jugend mit ihrem Puppentheater aufs köstlichste. Sie zeigte ihre Kunst in einem reizenden Spiel „Kaspar und die Wunderlampe", m—1 Im Jüdischen Kulturbund Freiburg i. Br. spielte die Frankfurter Geigerin Annie Steiger-Betzak und schenkte den Zuhörern einen hohen künstlerischen Genuss. Eine bis ins letzte durchgebildete und überlegen beherrschte Technik wurde hier ganz in den Dienst verantwortungsvoller musikalischer Gestaltung gesetzt: selbst noch eine so belanglose Effektmusik wie die von Lalo vermochte in solcher Wiedergabe zu fesseln, um so mehr dann wertvolle Werke, wie die G-moll-Sonate von Tartini. die D-moll-Sonate von Brahms und der letzte Satz des Mendelssohnschen Konzertes. Ganz reizend und von ursprünglichem Temperament getragen der ungarische Tanz von in Amsterdam mit dem Conzertgebouworchester unter Dr. Frieder Weissmann in einer konzertanten Aufführung der „Meistersinger" die Partie des „Beckmesser". Die Veranstaltung wTird über Hilversum I übertragen. * Bei einem internationalen Chorpreisausschreiben in Zürich, an dem sich über 60 Komponisten aus zehn verschiedenen Ländern beteiligten, erhielt Dr. Erich Katz, Freiburg i. B.. den vierten Preis. * Der Chor der Amsterdamer Hoofdsynagoge wird am 7. und 8. März unter Leitung seines Dirigenten Engländer zwei a-capella- Konzerte in Brüssel und Antwerpen geben. * Der Luganoer Sender Monte Ceneri überträgt am li. März die Oper „Die Revolutionshochzeit" von Eugen D'Albert, in der die junge Berliner Künstlerin Rose Sander die weibliche Hauptrolle singt. Rose Sander wurde für Lugano, Locarno, Bellinzona und Chiasso für dieselbe Partie verpflichtet. * # In den Jüdischen Künstlerspielen Wien tritt die berühmte Warschauer Soubrette Jenny L o w i e mit ihrem Partner H. L e w i n in der Operette „Das Champagnermädel" auf. H- Lothar Wallerstein inszeniert demnächst an der Wiener Staatsoper, wie vor zwei Jahren an der Mailänder Scala, eine altitalienische Passion; als weitere Inszenierungen sind „Die fremde Frau" von Mario Frank und „La fiamma" von Respighi in Aussicht genommen. Im Rahmen des Maggio musicale in Florenz inszeniert Lothar Wallerstein „Deserto tentato" von Casella und „Signor Bruschino" von Rossini. * Die Züricher Oper bereitet die Uraufführung der neuen Operette „Polnische Hochzeit" des jungen Komponisten Josef Beer vor, zu der Alfred Grünwald und Dr. Fritz 'Löhner das Buch verfasst haben. * Kammersängerin Vera Schwarz errang im Bukarester Opernhaue als Tosca, Aida und Leonore stürmische Erfolge. * Die U r a u f f ü h r u n g der Oper „Die Sühne" Brahms-Joachim. In Dr. Willy S a 1 o m o n hatte sie einen vorzüglichen Begleiter, der sein grosses pianistisches Können auch in zwei Präludien von Mendelssohn unter Beweis stellte. E. K. Einen musikalisch-künstlerischen Gemeindeabend, den die Synagogengemeinde Saarbrücken veranstaltete, bestritt der durch seine Tätigkeit in vielen Kulturbünden bekanntgewordene Baritonist Hans Assenheim, Frankfurt am Main, den Marthel Sommer hervorragend begleitete. Das geistliche Konzert in der Synagoge wurde zu einer wahren Feierstunde voll tiefen religiösen Gehalts. Der prachtvolle, klangschöne Bariton kam besonders in der Mittellage zu vollster Entfaltung, so dass die Werke von Beethoven, Händel und Dvorak bei den Zuhörern den tiefsten Eindruck hervorriefen. Der Wunsch nach guter, ernster Musik in unserer Gemeinde hat durch diese eindrucksvolle Veranstaltung eine geglückte Erfüllung gefunden, r. Tanja Ury-Zunser (Klavi er), Leo Schwarz (Violine) und Paul Blumenf e 1 d (Violoncello) gaben im Februar einen Kammermusikabend in Plauen, in dessen Verlauf sie Trios von Mendelssohn-Bartholdy, Beethoven und Tschaikowsky zu Gehör brachten. Das Spiel der drei Künstler war gut aufeinander abgestimmt. W. G. Der junge Geiger Dr. Kurt T i n t n e r und seine Partnerin Irene Tintner - (Weissenb e r g) gaben in Görlitz ein Konzert, das den Zuhörern einen genussvollen Abend bereitete. Das A-moll-Konzert von Vivaldi-Nachez und ein volltönender Cesar Frank (Sonate A-dur für Violine und Klavier), der einem besonders fein musizierten Mozart (Violinsonate D-dur) folgte, zeigten in ihrer Gegensätzlichkeit die sehr differenzierten Möglichkeiten der Vortragenden und waren als persönlich interpretiertes Spiel die stärksten Eindrücke. Dr. H. C. Der Jüdische Kulturbund Mecklenburg veranstaltete einen Bunten Abend in Schwerin und Rostock, ausgeführt von Bruno und Willy Bendix. Beide Albende waren für die Künstler ein voller Erfolg. Die jüdische Gemeinde Stralsund hat sich dem Kulturbund Mecklenburg angeschlossen. Die Kleinkunstbühne des Jüdischen Kulturbundes Berlin zieht um. Ab 6. März bezieht die Kleinkunstbühne ihr neues Heim im Logenhaus, Kleiststr. 10. Dort wird jeden Sonnabend und Sonntag, 20^ Uhr, auf der neuerbauten Bühne „Essig und 0 e 1" mit Camilla Eisner (Spira) und Max Ehrlich in den Hauptrollen aufgeführt. Jüdische Jugendbühne, Berlin. Nach Beendigung des Umbaues im Logenhaus, Kleiststrasse 10, finden die März-Aufführungen auf der neuerbauten Bühne statt. Die nüchsten Vorstellungen sind am 16., 17. und 18. März lb% und 19% Uhr. Als Berliner Erstaufführung gelangt „Reubeni, Fürst der Jude nu, der Roman von Max B r o tl, dramatisiert von Gerhard Walter-Rosenbaum, zur Darstellung. Für die Rolle des Reubeni ist Fritz Molch i o r-vom Hamburger Kulturbund verpflichtet worden. Die übrigen Hauptrollen spielen: Rosa Cohn, Steffi Rosenbaum, Bert Baer, Werner Bukofzer. Werner Hinzelmann. Georg Jacobsohn, Heinz Kahnemann, Hans Lüpschütz, Fritz Ritter, Simon Sainsky u. a. Regie: Ernst Rosenbaum. Das Notstands-Kaharett der Kfinstlerhilfe der Jüdischen Gemeinde Berlin spielt sein zweites Programm am 7. März. 2034 Uhr, im Tanzpalast Alt- Wien (Residenzfestsäle), Landsberger Strasse 31. Eintritt ohne Kulturbund- oder Reichsverbandsausweis bei Nachweis der Zugehörigkeit zur jüdischen Gemeinschaft. „Elias". Die Künstlerhilfe der Berliner Jüdischen Gemeinde veranstaltet gemeinsam mit der Jüdischen Chor- und Orchest ervereinigu n g am 9. März, 20 Uhr, in der Synagoge Oranienburger Strasse, eine einmalige Aufführung des „Elias1". Solisten: Julius Peissachowitz, Susanne Loewenstein. Emmy Lussheimer, Alice Hannes, Max Mansfeld. Orgel: Werner Baer. Musikalische Leitung: Leo Kopf. Ein Teil des Reingewinns f 11 esst der Jüdischen Winterhilfe z-u. von J. Wenzel-Traunstein an der Wiener Staatsoper stand unter der Regie von Lothar Wallerstein. * Edgar Alexander, bis zur vorigen Spielzeit Mitglied des Berliner Kulturbundes, debütierte in italienischer Sprache im Sender Monte Ceneri in der Tenorpartie der Mozartoper „L'oca del Cairo"; zu den mitwirkenden Ensemble gehörte auch der Bassist Ollendorf. * Irene J e s & n e r debütierte vor kurzem als Hansel in Humperdincks Märchenoper „Hansel und Gretel" an der Metropolitan Opera in New-York. # Gitta Alpar erzielte in einer neuen Revue „Home and beauty" in London einen stürmischen Erfolg. # Rudolf S e r k i n hatte in seinem ersten Klavierabend in New-York bei Publikum und Presse grössten Erfolg. Er wurde für verschiedene Konzerte verpflichtet. # Im Rahmen der Londoner Opernfestspiele 6ang Irene E i s i n g e r die Adele in der „Fledermaus". * Bronislaw Hubermann gab kürzlich in Wien ein Abschiedskonzert. * Die Wiener Philharmoniker werden im Juni anlässlich der Weltausstellung in Paris unter Leitung von Bruno Walter konzertieren. * In der Volksoper Wien gelangt als nächste Novität die dreiaktige Operette „Die goldene Mühle" von Leon J e s s e 1, dem Komponisten des „Schwarzwaldmädel", zur österreichischen Uraufführung. * In Wien gelangte der französische Erfolgfilm „Rausch einer Nacht" nach der bekannten Novelle „Angst" von Stefan Zweig zur Erstaufführung. * Rudolf Bernauer, der jetzt in London tätig ist, und bereits mit dem Tauber-Film „Land ohne Musik" einen grossen Erfolg erzielt hat, schreibt zurzeit einen neuen Film „Lila Domino", den Friedrich Zelnik in Szene setzen wird. Konzerte und Vorträge in Berlin und im* Reich