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Central-Verein-Zeitung · 1937-02-18 · 7 (18.2.1937) · page 14

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
16 (1937)
Issue
7 (18.2.1937)
Date
1937-02-18
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Palästina-Umschau der C-V.-Zeitnng ' Jabotinsky vor der Royal Commission in London Die lange erwartete und schwer genug erkämpfte Aussage des Präsidenten der Neuen Zionistischen Organisation, [Wladimir Jabotinsky, fand am 11. Februar in London statt. Ihren Rahmen bildete die erste öffentliche Sitzung der Königlichen Kommission in London, ihren Ort das House of Lords. Die für den ersten Augenblick widersinnig erscheinende Tatsache, dass gerade der Mann, der die umfassendsten und radikalsten Pläne für den Aufbau Palästinas vertritt, nicht im Lande selbst aussagen durfte, erwies sich im Verlauf der Vernehmung als in sich durchaus nicht unbegründet. Denn alle Kritik, die die bisherigen Zeugen in so reichem Masse vorgetragen hatten, wurde weit übertroffen durch das, was Jabotinsky der Kommission entgegenhielt. Während die früheren Beanstandungen von jüdischer Seite sich sämtlich innerhalb der Anerkennung des Mandats als einer unumstösslichen Tatsache bewegten, trieb Jabotinsky seine Kritik bis hart an die Grenze des Mandats selbst vor und scheute nicht davor zurück, sogar die Forderung nach Rückgabe des Mandats für den Fall zu erheben, dass Gross-Britannien nicht in der Lage sein würde, seine Wünsche zu erfüllen. iWenn man von dieser grundsätzlichen Radikalität in Kritik und Forderung absieht, die die Richtung Jabotinskys von den in der Jewish Agency vereinigten zionistischen und nichtzionistischen Gruppen unterscheidet, so müssten im übrigen der Schwung, die Prägnanz und manche glückliche Formulierung hervorgehoben werden, durch die sich die Rede dieses klugen Kopfes und grosszügigen Propagandisten wieder einmal auszeichnete. Er ging in seinen Ausführungen von einer Definition der Begriffe „Judenstaat" und „Palästina" aus. Kennzeichnend für einen Staat, so erklärte er, seien ein wesentliches Minimum von Staatlichkeit und ein gewisses Mass von Selbstverwaltung. Das beste Mittel, den nationalen Charakter eines Staates zu wahren, sei das Vorhandensein einer bestimmten Bevölkerungsmehrheit. Der Begriff „Palästina" gebrauche er in dem Sinne, in dem <es ursprünglich im Palästinamandat gebraucht worden sei, nämlich in Bezug auf das Gebiet zu beiden Seiten des Jordan. Dieses Land, das etwa drei Mal so gross sei wie Belgien, liege an dem Kreuzungspunkt zweier Hauptverkehrsadern dieser Hälfte der Erdkugel, nämlich der Linie: Kapstadt—Wladiwostock und der Linie: Liverpool—Bombay. Ein Land von solcher geographischen Lage sei vorausbestimmt, eine aussergewöhnlich hohe Bevölkerungsdichte — wenn mau die belgische Fassungskraft zugrunde lege, etwa 18 Millionen — zu erlangen, die keineswegs eine Verdrängung der gegenwärtigen nichtjüdischen Bevölkerung mit sich zu bringen brauche. Im Gegenteil: die von der Neu-Zionistischen Vereinigung vertretene Auffassung des Zionismus sei neben einer geistigen vor allem eine humanitäre. Analyse und Kritik Die Lage der Juden in der Welt bezeichnete Jabotinsky als eine Katastrophe von grösstem Ausmass, eine Art sozialen Erdbebens. Es sei dadurch hervorgerufen worden, dass die Juden überall eine Minderheit darstellen. Es handele sich nicht um einen Antisemitismus der Menschen, sondern um einen Antisemitismus der Dinge. Es sei deshalb die Pflicht der Menschen, den Juden einen Staat zu geben, in dem sie ihre eigene Gesellschaft aufbauen können. Die notwendige Forderung. Millionen Menschen zu retten, stelle nicht etwa ein Maximum, sondern ein unvermeidliches Minimum dar. Die bisherige Geschichte des Mandats und seiner Interpretationen habe kein Präjudiz in der Richtung gebracht, dass in Palästina keine jüdische Bevölkerungsmehrheit' entstehen dürfe. Auch das Mandat für Transjordanien enthalte nichts, was jüdische Kolonisation ausschliesse. Man hätte also erwarten sollen, dass eine zivilisierte Regierung, nachdem sie dem jüdischen Volk solche Zusagen gemacht habe, sich hingesetzt und einen Plan ausgearbeitet hätte, wie diese Zusagen verwirklicht werden könnten. Es hätte vor allem eine sorgfältige Auswahl der Beamten stattfinden müssen, die zur Aufstellung und Durchführung eines solchen Planes berufen waren, und es hätten vor allen Dingen nur solche Beamte ausgewählt werden dürfen, die den Plan der Errichtung eines jüdischen Nationalheims mit Sympathie betrachten. Statt solche berechtigten Erwartungen zu erfüllen, habe die Politik der Palästina-Regierung tief enttäuscht. Sie habe unter dem Mangel eines Systems und der entschiedenen Abneigung gegen jede Planung gelitten. Fünfzig Nationen haben seinerzeit Gross-Britannien das Mandat gegeben, weil sie an Gross-Britanniens Erfahrung und Gewissen glaubten. Aber Gross-Britannien habe die Palästina-Verwaltung zum grossen Teil mit Personen durchsetzt, die für den Zionismus und die Juden das Gegenieil von Sympathie empfinden. Jabotinsky erhob sodann mit Nachdruck und Entschiedenheit den Anspruch auf jüdische Selbstverteidigung Palästinas. Es gehe nicht an, dass in England der Eindruck entstehe, dass man Jonny und Tommy brauche, um in Palästina die Juden zu verteidigen. Wenn für den Aufbau Palästinas Gold und Blut gegeben werden müssen, so soll es jüdisches Gold und Blut sein. 14 Tage vor den Unruhen sei dem High Ccmmissioner in einem {Telegramm mitgeteilt /worden, .dass Unruhen bevorständen und dass die britischen Truppen nicht ausreichen würden. Es gab damals in Palästina ein Bataillon. Trotzdem wurde in Abrede gestellt, dass die militärischen Vorbeugungsmassnähmen uugenügend seien. Die Schuld an dieser Fahrlässigkeit müsse durch eine unabhängige Kommission untersucht werden, und wenn eine Person sich schuldig gemacht habe, so müsse sie bestraft werden. Schliesslich seien 23 britische Bataillone, etwa ein Sechstel der gesamten Armee, mobilisiert worden, um den Aufstand in einem Lande niederzuwerfen, das nicht den tausendsten Teil des britischen Reiches umfasse. Hätte man jedoch rechtzeitig 5000 junge Juden mobilisiert, dann hätte man die Unruhen im Keime ersticken können. Es sei dringend notwendig, eine jüdische Selbstwehr, die heute bereits in einer Stärke von 3000 Mann legalisiert sei, in zureichendem Masse zu schaffen. Vorschläge Jabotinsky grenzte sich sodann gegen das Programm der Jewish Agency ab, deren Reform er als notwendig bezeichnete. Die Neuzionistische Richtung, die er vertrete, werde das Empire nicht, wie man behaupte, in grosse Schwierigkeiten stürzen und keineswegs in einen Konflikt mit dem Islam bringen. Für das. notwendige Kompromiss aber gebe es nur ein Mittel: man solle den Arabern die Wahrheit sagen. Wenn man ihnen die Wahrheit sagen werde, so werde auch eine Sinnesänderung bei ihnen eintreten. An dieser Stelle kam es zu den bereits erwähnten weitgehenden Bemerkungen über die Abgabe des Mandats seitens Gross-Britanniens: Jabotinsky erklärte, dass es für ihn eine sehr unerfreuliche Pflicht sei, den Gedanken zu erwägen, was geschehen würde, wenn die Wünsche der Juden von Gross-Britannien nicht erfüllt werden könnten. Er hätte gewünscht, diese Frage nicht erwähnen zu müssen. Zu beantworten sei sie jedoch im Namen des extremen Flügels der zionistischen Bewegung in folgendem Sinne: Wenn Gross-Britannien wirklich nicht in der Lage wäre, dies zu tun. dann solle es sein Mandat zurückgeben in einer Weise, die die Sicherheit der Juden und die Aussichten des Zionismus für die Zukunft nicht gefährde. Er sei allerdings, fuhr Jabotinsky fort, davon überzeugt, dass es dazu nicht kommen werde, denn er glaube an Gross- Britannien. Die Vorschläge, die Jabotinsky machte, lassen sich folgendermaßen zusammenfassen: Er befürwortete die Einsetzung eines Kolonisationsregimes zwecks beschleunigter Verwirklichung des Mandatszieles. Unter diesem Regime seien folgende wesentliche Massnahmen zu treffen: a) lEine Agrarreform; b) eine Reform des Zollun'd Finanzsystems: c) eine Reform der Zivilverwaltung; d) Oeffnung Transjordaniens für jüdische Kolonisation: e) Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit durch Aufstellung eines eigenen jüdischen Militärverbandes innerhalb der britischen Streitkräfte in Palästina sowie von jüdischen Einheiten in der Landespolizei und von legalisierten Selbstwehreinheiten. Dieses Regime solle gelten für die Verwirklichung eines Zehnjahrespianes zur Einwanderung von etwa anderthalb Millionen Juden, wodurch die jüdische Not in der Diaspora gemildert und eine jüdische Mehrheit in Palästina gesichert werden würde. Auf jüdischer Seite solle gleichzeitig eine durchgreifende Reform der Jewish Agency auf der Basis freier Abstimmung in allen Ländern statt des durch den Schekel bezahlten Wahlrechts durchgeführt werden. Kreuzverhör Nachdem Jabotinsky seine zusammenhängenden Ausführungen beendet hatte, richtete der Vorsitzende, Lord Peel, einige Fragen an ihn, die sich zunächst auf Jabotinskys Stellungnahme zu den Allgemeinen Zionisten bezogen. Die Antworten wurden mit Takt und Zurückhaltung gegeben. Als dann Sir Horace Rumbold Jabotinsky nach seinen Ansichten über die Fruchtbarkeit Palästinas befragte, antwortete letzterer, dass die Fruchtbarkeit des Bodens unbefriedigend sei. Im modernen Staat spiele aber die Landwirtschaft nicht dieselbe entscheidende Rolle wie in früheren Gemeinwesen. Das Ziel der wirtschaftlichen Entwicklung Palästinas sei seine Industrialisierung. Für die Fähigkeit seines Landes, sich industriell zu entwickeln, sei die Beschaffenheit seiner Bevölkerung massgebend. Auch der Rohstoffmangel könne als entscheidend nicht angesehen werden, denn beispielsweise die Baum Wollindustrie in Lancashire und die Schokoladenindustrie in der Schweiz haben sich entwickelt, obwohl es in Lancashire keine Baumwolle und in der Schweiz keinen Kakao gebe. Die menschlichen Hilfsquellen, die Hingabe, Schulung und Kultur der Bevölkerung sowie die Weltverbindungen zur Erleichterung eines Warenaustausches und das Vorhandensein des notwendigen Kapitals seien die Grundlagen dieser Industrien, und sie seien auch in Palästina vorhanden. Auf weitere Fragen von Sir Laurie Hammond erwiderte Jabotinsky, dass man den Arabern zu verstehen geben solle, das Mandat bezwecke die Schaffung eines Judenstaats. Man werde beweisen, dass es Palästina Raum für Millionen von Juden gäbe, für drei, vier, oder fünf Millionen. Wenn die Juden die Mehrheit erlangt haben, würde auch bei den Arabern eine Sinnesänderung eintreten. Die Juden würden das Land reich und die Araber glücklich machen. Der Abgeordnete WedgwoocT In der gleichen Sitzung wurde der Abgeordnete Colonel Josiah Wedgwood vernommen. Er erklärte, dass er sich zur Aussage gemeldet habe, weil er in den letzten 18 Jahren am lebhaftesten Kritik an der Paiästinayerwaltimg geübt habej Seinen Hauptangriffspunkt bildete die Zusammensetzung der palästinensischen Beamtenschaft. Sie sei in den letzten Jahren fortschreitend arabisiert worden, und man könne sie nunmehr als antijüdisch und proarabisch bezeichnen. Es gäbe in Palästina zwischen Verwaltung und jüdischer Bevölkerung mit Ausnahme des Hauses des High Commissioner keinen gesellschaftlichen Kontakt. Sogar die Justiz sei in Verruf geraten. In dem Wirtschaftskampf Palästinas zwischen den nomadisierenden Arabern und den jüdischen Siedlern seien die richterlichen Entscheidungen durchaus zu beargwöhnen. Die Steuerverwaltung und die Stadtverwaltung liegen gleichfalls fast ausschliesslich in arabischen Händen, was zu einer Bevorzugung der Araber gegenüber den Juden führe. Zusammenfassend forderte Colonel Wedgwood zu diesem Punkte, dass kein Beamter nach Palästina geschickt werde, ohne dass man ihm sage, dass er die Besiedlung des Landes durch Juden begünstigen und sich für die Durchführung des Mandats einsetzen müsse. Der Zeuge wandte sich dann den letzten Unruhen zu, und erhob auch in diesem Zusammenhang schwere Vorwürfe gegen die Regierung, wegen der unterschiedlichen Behandlung der Juden und der Araber. Er schloss diesen Teil seiner Darlegungen mit der Erklärung ab, dass eine schwächliche Politik in einem orientalischen Lande als ein Wahnsinn erscheine. Schliesslich verlas er einen Brief von Lady Reading, über die gegenwärtige Lage in Palästina, in dem diese darlegt, dass das Prestige Englands in Palästina so gesunken sei, dass es zum Gelächter für Juden und Araber Wie ernst auch in dem gegenwärtigen Zustand der glücklicherweise nur vereinzelten Gewaltakte die jüdisch-arabische Spannung zu beurteilen ist, geht aus der Meldung palästinensisch-arabischer Zeitungen hervor, nach denen der Mufti von Jerusalem, Hadsch el Husseini, sich in Begleitung einiger arabischer Notabein nach Mekka begeben'hat, um eine starke mohammedanische Bewegung in Arabien und Indien gegen England und die Juden zu entfachen. Es soll eine Kampagne zur Aufbringung von Mittein für den Kampf gegen jüdische Einwanderung und jüdischen Bodenkauf in Palästina eröffnet werden. Unser ^-Palästina-Berichterstatter schreibt uns dazu: Die Terrorwelle, die sich vornehmlich In Attentaten arabischer Extremisten gegen führende arabische Persönlichkeiten des etwas gemässigteren Lagers geäussert hatte, scheint abzuflauen. Die politische Spannung dagegen hat nicht nachgelassen. Nach mehrtägigem Drängen der Presse wird jetzt endlich über die Unterredung, die Sir Artur unmittelbar vor seiner Abreise nach London mit den arabischen Führern hatte, eine kurze amtliche Mitteilung verbreitet. Danach habe der High Commissioner von den arabischen Parteiführern die Zusage verlangt und erhalten, gegen eben die erwähnten Terrorakte Front zu machen. Aber die Gerüchte wollen nicht verstummen, dass in dieser Unterredung und der unmittelbar danach einberufenen Sitzung des Obersten arabischen Rates auch andere Gegenstände zur Sprache gekommen seien und dass der High Commissioner in London neue Kompromissvorschläge, möglicherweise im Sinne einer verfassungsmässigen Reform, diskutieren wollen und zu diesem Zweck sich noch einmal über die Stimmung der Araber unterrichtet habe. * Die schwelenden Unruhen führten in der vorigen Woche am 9. Februar zu einem Angriff auf die jüdische Siedlung Giwat Ada. Ein jüdischer Arbeiter wurde schwer verwundet. In Bethlehem sind die Häuser von zwei arabischen Notabein von Terroristen beschossen worden, verletzt wurde niemand. In der Nähe von Dschenin überfielen Araber einen mit Juden besetzten Autobus. Der Chauffeur und ein Passagier wurden verletzt. Am 11. Februar wurde auf den jüdischen Bürgermeister von Tiberias Haddef ein Attentat verübt, das glücklicherweise sein Ziel verfehlte. Der Attentäter ist entkommen. Am 12. Februar wurden mehrere jüdische Wächter, die in den Bolemia-Citurs- Plantagen Dienst hatten, von Arabern angegriffen. Einer von ihnen, Joseph Blumenfeld, wurde verwundet. Am 14. Februar kam es an verschiedenen Stellen von Jerusalem zu blutigen Zusammenstössen zwischen Angehörigen der zwei führenden arabischen Familien, den Husseinis und den Nashashibis. Ein Angehöriger des Mufti wurde erstochen, andere verletzt. Die Polizei verhaftete 13 Araber. Im Hinblick auf die letzten Terrorakte in Haifa hat die Polizei eine Strassenrazzia und mehrere Haussuchungen durchgeführt. 30 Araber wurden verhaftet. Wie der „Daily Telegraph" mitteilt, hat das Colonial Office den Oberkommandierenden der britischen Streitkräfte in Palästina, Generalleutnant Dill, ersucht, für einige Zeit nach London zu kommen. Generalleutnant Dill habe sich jedoch ausserstande erklärt, dieser Aufforderung Folge zu leisten, da die Lage in Palästina seine Anwesenheit im Lande unbedingt erforderlich mache. Er erwarte zwar für die nächste Zukunft keine ernsteren Unruhen, glaube aber, vor Veröffentlichung der nächsten Arbeitereinwanderungs-Schedule seinen Posten selbst auf kurze Zeit nicht verlassen zu dürfen. Die Bekanntgabe der neuen Einwanderungs-Sehedule für das Halbjahr April—Oktober 1937 wird, wie das Blatt hinzufügt, diesmal nicht wie sonst üblich für April, sondern vermutlich erst für Juni erwartet. * Wie der JTA aus Jerusalem gemeldet wird, gerlauteti dass der nächste- Zionistenkongress werde. Sie geisselt ferner darin die hoffnungslose Unfähigkeit der Palästina-Verwaltung und .erklärt, dass man nicht einen Bericht brauche, sondern einen Mann. Am 14. Februar wurde in einer vertraulichen Sitzung der Königlichen Kommission Sir John Chancellor, der in den Jahren 1928 bis 1931 High Commissioner für Palästina war, vernommen. E.R.-J. Zionistische Aktivität Neben der neuen Phase, in die die Arbeit der Königlichen Kommission durch die wichtigen Verhandlungen getreten ist, nimmt die Tätigkeit der jüdischen Stelle ihren Fortgang. Sie steht unter der Leitung Dr. Chajim Weizmanns, der in Kürze durch den Leiter des Politischen Departments der Jewish-Agency, Mosche Shertok, dessen Eintreffen in London bevorsteht, unterstützt werden wird. Auch der High Commissioner für Palästina, Sir Arthur Wauchope, ist in London eingetroffen. „Daily Telegraph" wiederholt die bisher unbestätigte Meldung, daß er nicht mehr nach Palästina zurückkehren wird. Es soll vielmehr nach dieser Meldung ein High Commissioner ernannt werden, der nicht Militär ist, damit Kompetenzkonflikte zwischen dem Oberkommandierenden der Truppe, Generalleutnant Dill, und der Leitung der Zivilverwaltung vermieden werden. am 24. September 1937 in Zürich eröffnet" werden soll. * Araber entweihen die Klagemauer Die KlagemaueT ist im Laufe der Nacht zum 15. Februar von Arabern besudelt worden. Der Vorfall hat im gesamten Jischuw tiefe Empörung ausgelöst. # Zwei Söhne des Dr. Levitis, eines Siedlers in Gan Schlomo, wurden auf dem Felde von Arabern beschossen, als sie die Pferde zur Heimfahrt anschirrten. Der ältere wurde' schwer verwundet. Die beiden Pferde wurden verletzt. Der arabische Muchtar von Kessaria ist nachts erschossen worden. Statistisches Nach einer Zählung des Statistischen Büros 3er Jewish Agency gab es Ende 1936 in Palästina 203 jüdische rein landwirtschaftliche Siedlungen mit einer Gesamtbevölkerung von 97 257 Seelen. Rechnet man die Einwohner in den Siedlungen des Emek Zebulun und in industriellen Zentren mit landwirtschaftlicher Peripherie, wo eine Landwirtschaft treibende Bevölkerung von etwa- 8000 Seelen lebt, hinzu, so ergibt sich, dass über 105 000 jüdische Seelen in Palästina von der Landwirtschaft leben. Bei der von der Jewish Agency im Jahre 1927 durchgeführten Zählung wurden 104 landwirtschaftliche jüdische Siedlungen mit einer Gesamtbevölkerung von 30 500 ""Seelen errechnet. Somit hat sich die Zahl der jüdischen landwirtschaftlichen Bevölkerung in nicht ganz zehn Jahren um 60 S25 Seelen oder 227 Prozent erhöht. Die Bevölkerung Palästinas Ende 1936 einschliesslich der im Lande sich aufhaltenden Reisenden, jedoch nicht unter Einrechnung der Angehörigen der britischen Streitkräfte und der Nomadenbevölkerung wird amtlich auf 1300 000 Seelen geschätzt. Davon sind 796175 Mohammedaner, 384 085 Juden, 108 513 Christen und 11378 Angehörige sonstiger Bekenntnisse. Die Gesamtzunahme der Bevölkerung im Jahre 1936 wird von dem Regierungsamt für Statistik mit 58 590 oder 4,62 Prozent angegeben. Die Zunahme der mohammedanischen Bevölkerung beträgt 26040 Seelen, davon 25 917 natürlicher Zuwachs und 123 als Nettoeinwanderung. Die Zunahme der jüdischen Bevölkerung wird mit 28 933 angegeben, da- . von 1183 als Ueberschuss der Einüber die Auswanderung und 7750 durch natürlichen Zuwachs. * Einer Mitteilung der Regierungsabteilung für Statistik zufolge betrugen die gesamten Einkünfte in den ersten neun Monaten des Finanzjahres 1936 3 212 176 Pfund. Sie weisen gegenüber dem gleichen Zeitraum des vorangegangenen Jahres einen Rückgang um 1160 412 Pfund auf. Die gesamten Ausgaben betrugen 3107 328 Pfund. Der Verwaltungsüberschuss war am 31. Dezember 1936 gegenüber dem Stand vom 1. April 1936 um 105 000 auf 6 372 663 Pfund gestiegen. Im Monat Dezember betrugen die Einkünfte 453 000 Pfund. Sie waren unfrund 50 000 Pfund -grösser als im November. Die Ausgaben sind von 352 000 Pfund im November auf 389 000 Pfund im Dezember gestiegen. . Die Zahlen für Dezember müssen noch überprüft werden. Nicht inbegriffen ist in den Ausgaben das Defizit bei den Eisenbahnen, das am 30. November 65 000 Pfund betrug. Bei den Einkünften im Dezember ist ein Zuschuss von 45 000 Pfund mitberücksichtigt. . Fahrpreis und Kosten der Landausflüge für einen siebentägigen Aufenthalt in Palästina können auch für Gesellschaftsreisen im März vorher in Reichsmark bezahlt werden. Der 24 000 Tonnen grosse Dampfer „Vulcania" geht am 23. Februar ab Genua; am 1. März ab Neapel über Messina, Palermo, Malta, Tripolis,. Suez-Kanal nach Palästina. Dort werden Tel-Aviv, die Kolonien, Jerusalem, Jericho, Totes Meer, Emek, Tiberias und Safed besucht. Weiterreise ab Haifa über Beirut, Rhodos, Istanbul, Athen, Korfu, Ragusa, Venedig (Ankunft 25. März). Für den Besuch in italienischen Häfen ist zusätzlicher Kreditbrief möglich» — und gleichzeitig in Palästina

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