Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 16 (1937)
- Issue
- 6 (11.2.1937)
- Date
- 1937-02-11
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2277379-2277516-2277522--11612-2281162- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
sonders heiratsfähigen Altersjahrgängen zwischen 20 und 30 Jahren die Zahl der jüdischen Mämier dieser Alterskategorie fast um die Hälftie übersteigt. Die Erhebung Öer Hitachdut Ofej Germania für die 7000 Juden ■ in Haifa ergibt, <iass 628 jungen Männern im Alter zwischen 20 unjd 30 Jahren 934' junge Frauen dieser Altersgruppen gegenüberstehen. Dieses Zahlenverhälmisj unterstreicht die Notwendigkeit, dass die landsmannschaftliche Absonderung, die gerade in den -Städten unverkennbar und in den verschiedenen ^Muttersprachen, in den kulturellen Besonderheiten > sowie in den Grundfragen der überkommenen Lebensgestaltung begründet ist, dass diese lan#smannschaf tliche Separierung, die der Verschmelzung zweifellos vielfach hemmend gegenüberstellt, durch eine Eheschliessung von. jüdischen jungen Mädchen aus Deutschfya n d mit jüdischen jungen MännernjausanderenTeilenEuropas und der/übrigen Welt in einem gewissen Umfang üp erwunden werden muss. Interessant ist ferner, welche Berufe die Einwanderer hier im Landft ausüben, d. h. in welchem Umfange? die Umschichtung bei ihnen Wirklichkeit geworden ist. Die Enquete ergab, dass von den hauptberuflich berufstätigen Einwanderern aus Deutschland, die iru Haifa leben, etwa 43 Prozent als Handarbeiter tätig sind, etwa 32 Prozent sind Kaufleute *und Angestellte, etwa 16 Prozent gehören 'den f-reien Berufen an und die restlichen 9 Prozent :sind in wechselnden Berufen tätig, zum Teil .als Lehrlinge usw. Unter den aus Deutschland, eingewanderten Juden sind im Haifaer Wirftschaftsdistrikt 137 Männer im Transporigew?erbe und als Chauffeure tätig, über 200 sind ungelernte Arbeiter, 115 sind Facharbeiter, 50 .arbeiten innerhalb des Stadtbezirks in Landwirtschaft und Gärtnerei, in den reinen Handwerkerberufen der Holz- und der Metallm<dustrie, im Baugewerbe, in der Textilindustrie ■und schliesslich bei der Lederverarbeitung und im Nahrungsmittelfach sind fast 40 0 jüdische Handwerker beiderlei Geschlechts .tätig. 128 junge Frauen und Mädchen aus Deutschland arbeiten in Haifa als Hausangestellte der verschiedensten Art, 19 als Kindergärtnerinnen und Säuglingspflegerinnen. Unter!den freien Berufen sind hervorhebenswert .159 Aerzte und Zahnärzte und 6 Aerztinnen und Zahnärztinnen in Haifa, die früher in Deutschland praktiziert hatten, 9 Apotheker ''Üben ihren Beruf aus, über 80 jüdische Männer sind als Ingenieure tätig, fast 30 als Architekten, die beiden letzteren Gruppen im Hinblick auf die Bautätigkeit verhältnismässig besonders i™h« Ludwig Steinmetz \ Nürnberger Str. 56 {neben Woolworfh) $T £-.-_ stark besetzt.;. Dieser kurze Ausschnitt aus der Berufsstatistik zeigt bereits, wie erfolgreich die •im Deutschland begonnenen Bemühungen der : Berufsumstellung sich ausgewirkt haben, wenngleich natürlich aus den verschiedensten Grün- <den das Optimum wreder erreicht ist, noch mit .Rücksicht auf die wirtschaftlichen und klimatischen Verschiedenheiten ohne jahrelange Erfahrungen erreicht werden kann. Zu beachten bleibt, dass die Berufsschichtung sich auf das städtische Haifa bezieht, d.h. also, dass in diesen Ziffern diejenigen, die sich auf Landwirtschaft um g-e stellt haben, nicht erfasst sind, da sie ja entweder unmittelbar in -den jüdischen Dörfern leben oder aber in der Umgebung der grösseren Städte, nicht jedoch in Haifa, Tel-Aviv oder in Jerusalem, wo die Ausübung eines landwirtschaftlichen Berufes in einer vorstädtischen Siedlung oder in einer Gärtnerei naturgemäss zu den Ausnahmen gehört. Nicht weniger wichtig als die Erkenntnisse über die Berufsumstellung sind diejenigen über den allgemeinen Lebensstandard, die grade bei den aus Deutschland kommenden Juden in besonderer Weise durch die Wohn- . Verhältnisse der Familien gekennzeichnet wird. .Die Erhebung der Hitachdut Olej Germania .zeigt klar, wie stark die Einschränkungen sind, denen sich die Eingewanderten freiwillig und unfreiwillig unterzogen haben. Dabei muss jedoch grundsätzlich bemerkt werden, dass diese Einschränkungen, die durch ein paar Zahlen in den nächsten Sätzen belegt werden sollen, in den Städten viel geringer sind als etwa; drausen auf dem Lande, wo in vielen Fällen auch jetzt noch das Zelt, der leere Lift mit einem kleinen, selbstgezimmerten Fensterchen, oder die nicht völlig wind- und regendichte Baracke die Wohnstätte von vielen Einwanderern aus Deutschland sind. Die Feststellung der Wohnverhältnisse in Haifa .für die statistisch erfassten 2000 Familien ergaben, das folgende: Von insgesamt rund 670 zweiköpfigen Familien lebten etwa 450 in einer 1-Zimmer- \ Wohnung, rund 175 hatten eine 2-Zimmer-Wohnung. Von rund 700 dreiköpfgigen Familien lebten 250 Familien in einer 1-Zimmer-Wohnung, rund 260 in einer 2-Zimmer-Wohnung, rund 70 in einer 3-Zimmer-Wohnung; Von rund. 450 Familien mit je vier Köpfen lebten über " 100 in einer 1-Zimmer-Wohnung, rund 230 in einer 2-Zimmer- Wohnung, rund 100 in einer 3-Zimmer-Wohnung. Und von den insgesamt erfassten rund 2000 Familien hatten ungefähr nur 70 Familien Wohnungen von vier und mehr Zimmern. Die Durchschnittsberechnung ergibt, dass jede Person der erfassten 2000 in Haifa lebenden Familien aus Deutschland durchschnittlich als Wohn- und gleichzeitigen Schlafraum ¥z Zimmer (genau 0,55) in Anspruch nimmt; auf ein Zimmer entfallen, genau berechnet, im Durchschnitt 1,8 Personen. Wie weit dieser Wohnungsstandard und diese Durchschnittsziffern hinter denen der früheren Lebensverhältnisse dieser Familien in Deutschland zurückbleiben, bedarf keiner zahlenmässigen Belegung, wobei nochmals darauf hingewiesen werden muss, dass selbst dieser Wohnungsstandard in Haifa weit über dem Durchschnitt der Wohnungsverhältnisse ausserhalb der drei Städte Palästinas liegt. Welche Stadtviertel von Haifa bevorzugen die Juden aus Deutschland? Der grössie Teil der von der statistischen Erhebung erfassten 7000 Juden aus Deutschland wohnen in dem Stadtteil Hadar-Hacarmel und in H e r z 1 i a, die beide benachbart auf dem sanft ansteigenden Fusse des ' Karmelgebirges liegen. Hier leben über 4500 der Einwanderer aus Deutschland, über 1000 Juden aus Deutschland haben sich auf dem Har Hacarmel (Mount Carmel) und in der sich daran anschliessenden Siedlung Ahuza Sir Herbert Samuel angesiedelt bzw. haben dort ihre Wohnungen gemietet. Diese Wohngegend auf der Höhe des Karmel, gilt klimatisch besonders in den Sommermonaten durch die besonderen Windverhältnisse auf dem Berg- ,kamm durch den zweiseitigen Meerwind als besonders günstig, in jedem Falle als gesünder als in den tiefer gelegenen Stadtteilen. Die Einzelverteilung nach den Wohnvierteln Haifas ergibt folgendes Bild: Es wohnen in Hadar und Herzlia 4560 Juden aus Deutschland, auf dem - Har-Hacarmel und in Ahuza 1000, in Kirjat Bialik 450, in Bat Galini 350, in der Altstädf und in der Deutschen Kolonie 325, in Mifratz Haifa 250 und in Newe Schaanan rund 150. Kirjat Bialik ist eine vorstädtische Siedlung, die in der Haifa-Bai etwa V* Autobusstunde vom Stadtinnern entfernt, ursprünglich .besonders für Juden aus Deutschland errichtet worden ist, und zwar auf Initiative der Hitachdut Olej Germania, die hierfür die Hilfe des Zentralbüros für die Siedlung von Juden aus Deutschland in London erhielt. Der Erfolg der Bemühungen war, dass heute in Kirjat Bialik eine vorstädtische Siedlung entstanden ist, in der in kleinen, schmucken Häuschen über 500 Juden leben, von denen allein, wie vorstehend gesagt wurde, 450 Juden aus Deutschland kamen. . an der Besiedelung Palästinas -widerspricht dem Mandat. Dasselbe gilt auch von der jetzt viel erörterten sogenannten Kantonisierung, d. h. Aufteilung des Landes in jüdische und arabische Bezirke. Es wird oft übersehen, dass eine derartige Kantonisierung in einem bestimmten Sinne im Mandat selbst vorgesehen und bereits auch erfolgt ist: die Ausserkraftsetzung der das Jüdische ."Nationalheim betreffenden Bestimmungen für die östlich des Jordan gelegenen Teile des Mandatsgebietes. Durch diese Herstellung eines reiharabischen Kantons ist der ■ grössere und fruchtbarere Teil des Landes den; Juden verschlossen. Eine weitere. Kantonisierung ist ohne Aenderung des Mandats nicht möglich. Aenderung des Mandats. erfordert Zustimmung ".des Rates des Völkerbundes,, und .zwaru einstimmige. Man wird aber weitergehen müssen und sagen, wie das auch in der Literatur verschiedentlich zum Ausdruck gekommen ist, dass die Mächte, die seinerzeit England das Mandat übertragen haben, ein Recht darauf haben, bei einer Abänderung mitzureden. Das gilt besonders von den Vereinigten Staaten. Hinzu kommt, dass Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Mandatar und einem anderen Mitglied des Völkerbundes, die Auslegung oder Anwendung der Mandatbestimmungen betreffen, •vor den Internationalen Schiedsgerichtshof gebracht werden können. Die Mächte, die daran interessiert sind, dass Palästina für jüdische Einwanderung in grösserem Umfang offenbleibt, besitzen also durchaus Handhaben, darauf zu dringen. Gottlieb erhöht den Wert seiner Schrift durch Beigabe einer im ganzen wohlgelungenen deutschen Uebersetzung des Mandats. Rechtsanwalt Dr. Hans Kaiisch, Berlin. Letzte Einwanderungsziffern Nach einer Zählung der Jewish Agency sind im Jahre 1936 insgesamt 7896 Juden aus Deutschland nach Palästina eingewandert. Von ihnen haben 5088 deutsche Staatsangehörigkeit, 1385 sind Polen und 178 Personen besitzen eine andere Staatsangehörigkeit. Der Rest verteilt sich u. a. auf Personen, die aus anderen Einwanderungsländern nach Palästina kamen, aber früher in Deutschland ansässig gewesen sind. Die gesamte jüdische Einwanderung von Juden aus Deutschland nach Palästina für die Jahre 1933 bis 1936 wird auf 38 500 geschätzt. * Nach der amtlichen Statistik nahm Palästina im Jahre 1935 unter den Immigrationsländern für Auswanderer aus Oesterreich die zweite Stelle ein; es sind 509 Personen nach Palästina ausgewandert. Im Jahre 1936 betrug die Zahl der Auswanderer 161, Palästina stand damit an fünfter Stelle in der Reihenfolge der Auswanderungsländer. •Das Palästina-Mandat Vor der Königlichen Kommission wurde kürzlich das. erörtert, was auch Gegenstand der kleinen Schrift: „Juden und Araber im Mandat" (Tel-Aviv, 1936) von Dr. Joseph Gottlieb ist. Der Verfasser untersucht die Rechtslage, die sich aus dem Mandat ergibt. Die Erörterung zwischen Juden und Arabern krankt daran, dass die Araber hinter das Mandat zurückgehen und alles, was darin für das Jüdische Nationalheim vorgesehen ist, nicht nur politisch ablehnen, sondern auch rechtlich angreifen, während die Juden vom Mandat ausgehen. Gottlieb vertritt mit Recht den Standpunkt, dass nur das Mandat massgebend ist, das ' auf dem Zusammenwirken der Alliierten Hauptmächte und des Völkerbundes beruht. Auf dem kurzen Raum, der ihm zur Verfügung stand, liessen sich die sehr schwierigen Probleme, die das Mandat bietet und die bereits Gegenstand einer weitschichtigen Literatur sind, nicht restlos ausschöpfen. ' Zur Einführung ist aber die Schrift wohl geeignet. Mit Recht hebt Gottlieb »Imt&oU fcfett! Frledell, Kulturgeschichte des Altertums...;...» RM 10.-* Frledlaender, Sittengeschichte Roms .......... „ A.SO Tizian. Gemälde und Zeichnungen...........*. „ 4.80 Breasted, Aegypten....*-....;................*. „ 4.80 Landsberg, Einführung in die jüdische Kunst«. n 3.40 Morgan, Die Flamme.......................... „ 8.50 Coline, Tod auf Borg..................... „ 7.80 Körmendl, Abschied von gestern.....*•«••«.••• tt 9.50 Sinsheimer, Marier Nunnez.................... M 3.25 Fritz Rothgiesser,. Das Knabenschiff Eine Erzählung. Philo Bücherei No. 5/6 „ 1.6Q Heinz Warschauer, Jüdische Jugend baut auf . Vom Kibbuz in Palästina ........ „ 130 " Picard, Der Gezeichnete........................ „ 4.50 '. Croner, . Südafrika,.. Land, Leute/ Leben und Möglichkeit.............................. » 1.65 Zu beziehen durch: Philo Verlag u. Buchhändler Berlin W15, Pariser Sir.44 der Einkaufszentrale Hamaschbir Hamerkasi für mehr als 2 Millionen LP Waren bezogen, d. h. um zehn Prozent mehr als im Vorjahr. * Die Orangenverschiffungen der Saison liegen mit bisher fünf Millionen Kisten erheblich über den Verschiffungsergebnissen der gleichen Vorjahrsperiode. Die Nachfrage an den europäischen Märkten ist lebhaft, doch entsprechen die Erlöse infolge verschiedener Störungen nicht durchweg der Marktlage. * Nach dem Monatsbericht der Barclays Bank ist bei anziehenden Warenpreisen eine lebhaftere Geschäftstätigkeit auf den palästinensischen Märkten zu verzeichnen. Die strenge Winterwitterung hat zwar stellenweise die Bautätigkeit beeinträchtigt, aber dem Textil- und Bekleidungsgeschäft guten Auftrieb gegeben. ICA-Beteiligung an der Hule-Konzession Die Verhandlungen über einige massgebende Beteiligungen der „ICA" an der Hule-Konzession sind zu einem vorläufigen Abschluss gelangt, der bereits durch eine Anzahlung der ICA an die Palestine Land Development Co. bekräftigt wurde und demnächst dazu führen dürfte, dass die gesamte Hule-Konzession endgültig auf die neue, vom Keren Kajemet und der ICA gebildete Gruppe übergeht. Dieser wichtige Fortschritt in den schon seit geraumer Zeit schwebenden Verhandlungen, der übrigens auch günstige Rückschlüsse" auf den Inhalt des von der ICA angeforderten englischen Experten-Gutachtens zuiässt, ist in doppelter Hinsicht bedeutsam. Vor allem wird damit die kapitalkräftigste jüdische Siedlungsgesellschaft der Welt erstmalig zur Aufbauarbeit in Palästina herangezogen; neuer Kapitalzufluss, neue Investitionen und Arbeitsgelegenheiten und endlich die Erschliessung eines neuen grossen Siedlungsgebietes sind daraus zu erwarten. Sodann wird die PLDC selber von diesem Engagement gänzlich befreit; da die Aufgabe der Gesellschaft in erster Linie den planvollen. Bodenerwerb sowie die Vornahme der allerersten Erschliessungsarbeiten betrifft, würden . die eigentlichen' Siedlungsarbeiten aus ihrem ursprünglichen Äufgäbenkreis herausfallen. Sodann wird-sie auch von-ihrem restlichen, finanziellen Engagement entlastet, obwohl dieses Engagement seit dem Uebergang der Hule-Konzession an die „Chewrax le jnikus", die von der PLDC gemeinsam mit Keren Kajemet und Keren Hajessod ge- §rundet worden ist, im Rahmen der PLDCilanz keine allzu grosse Rolle mehr spielt. Für ' das abgelaufene Geschäftsjahr darf ein günstiger " Abschluss erwartet werden. hervor, dass das Mandat England die Aufgabe stellt, das Jüdische Nationalheim zu errichten, und dass die Errichtung von Selbstregierungs- Institutionen danebensteht. Die Balfour-Deklaration, durch die sich zunächst England allein für die Errichtung des Nationalheims verbindlich gemacht hatte, ist von den Alliierten Hauptmächten übernommen worden. Von ihnen hat dann England das Mandat zwecks Durchführung der Deklaration erhalten. Die Alliierten Hauptmächte waren dazu in der Lage, weil ihnen die . ehemals türkischen Gebiete abgetreten waren. Erst nach Festlegung des Mandats durch die Alliierten Hauptmächte hat der Völkerbund das Mandat bestätigt. Die Gewalt Englands in Palästina beruht so auf doppelter Grundlage, dem Mandat des Völkerbundes und dem der Alliierten Hauptmächte. Mit schlagenden .Gründen legt der Verfasser dar, dass England die positive Aufgabe habe, das Jüdische Nationalheim zu fördern und zu sichern, dass dabei die Schranke besteht, die vorhandenen' bürgerlichen und religiösen Rechte der nichtjüdischen Bevölkerung nicht zu beeinträchtigen. Eine prozentuale Begrenzung des . jüdischen Anteils Wirtschafts-Nachrichten Nachdem die grossen Versicherungsgesellschaften, wohl mit Rücksicht auf die Erfahrungen des spanischen Bürgerkrieges, beschlossen haben, bei Abschluss neuer und Erneuerung alter Policen das Kriegs- und Aufruhrrisiko für alle Länder, mit Ausnähme der USA und Kanadas, grundsätzlich auszuschliessen, hat die der Histadrut nahestehende Gesellschaft Hassne eine Gegenseitigkeitsversicherung für derartige Schäden auf jüdischen Siedlungen in Palästina organisiert. Im abgelaufenen Jahr hat sich bei dieser Gesellschaft in der Abteilung Lebensversicherung die Zahl der Versicherten von 1010 auf 1676. die Versicherungssumme von 0.16 auf 0,24 Millionen LP erhöht. Im Jahre 1936 hat die Gesellschaft auch den Betrieb der allgemeinen Sachversicherung auf eigene Rechnung aufgenommen. Das Kapital wurde um 25 000 LP erhöht. * Die landwirtschaftlichen Siedlungen, Zentralinstitute, Konsum- und Beförderungsgenossenschaften der Histadrut haben im Jahre 1936 bei Auswanderersprachkurse des Hilfsvereins der Juden in Deutschland E. V. in Gemeinschaft mit dem Jüdischen Lehrhaus, Berlin W 50, Marburger Str. 5, vorn III links, B 4 0484. Sämtliche Kurse laufen wieder. Neue Teilnehmer (Englisch, Spanisch, Portugiesisch - Brasilianisch) können ständig, eintreten. Wann und wo finden Sie Rät? Xord-westdcutschland Hamburg-Altona Bremen Montag—Freitag, 10—13 Uhr, Beneckestrasse 2, Erdg.' rechts. 17. Februar, Gemeindehaus, Gartenstrasse 7/1, 15—18 Uhr. Iiandes verb and Hannover Hannover BrauBscbweig Georgstrasse 14, II. Montag bis Freitag, 11—13 Uhr, sonst nach Vereinbarung. bei Rechtsanwalt Tannchea, Theaterwall' -16. ■ Ausserdem hält am .17. Februar der Syndikus des Landesverbandes Hannover, Dr. Rudolf H. Heimansohn. von 16V2—18 Uhr Sprechstunde im Gemeindehaus, Steinstrasse 4, ab. Mitteldeutschland Magdeburg 17; Februar, 16—19 Uhr, Menlelssohn-Loge. Gr. Schulstr. 2b . (TeL; 25185).. Das Museum in Tel-Aviv veranstaltet eine umfangreiche Ausstellung von Werken Lesser Urys, der jetzt seinen 75. Geburtstag gefeiert hätte. Etwa achtzig Gemälde aus alfen Schaffenszeiten, viele Zeichnungen und Radierungen machen diese Schau zum bedeutendsten Kunstereignis der Saison. Der Anglo-Palestine-Club in London veranstaltete zu Ehren Bronislaw Hubermans einen Empfang, an dem hervorragende Persönlichkeiten der musikalischen Kreise und der Diplomatie teilnahmen. Den Vorsitz führte der Direktor des Royal College of Music, Sir Hugh Allan. Ansprachen hielten der tschechoslowakische Gesandte Jan Masaryk und Graf Miehaelowski in Vertretung des polnischen Botschafters Graf Raczynski. In den Ansprachen wurde Huberman als ein grosser Musiker, grosser Jude und grosser Europäer gefeiert. Dann sprachen noch Leonard Stein im Namen der Jewish Agency und die Pianistin Harriet Cohen. In seinen Dankworten würdigte Huberman besonders die Verdienste Toscaninis, der sich m menschlicher Solidarität diesem künstlerischen Werk zur Verfügung gestellt habe. In Paris starb der Direktor der Pica, Henri Franck.. Franck, .der aus einer elsässischen jüdischen Familie stammte, wurde . 1877 geboren, trat 1899in die französische Armee als Genie- ' offizier ein und machte in dieser Eigenschaft auch den Weltkrieg mit. Er w^urde mit dem franzosischen Kriegskreuz sowie mit dem Kreuz der "Ehrenlegion ausgezeichnet und zum Oberstleutnant der Genietruppe befördert. 1903 sandte ihn Baron Edmond de Rothschild zum erstenmal nach Palästina. Henri Franck spielte von da an in der französischen Kolonisation Palästinas eine ausserordentliche Rolle. Er wurde Generalsekretär der Pica und vertrat eine grosse Anzahl wirtschaftlicher Institutionen in Palästina, an denen die Pica finanziell interessiert ist. Auch anderen französisch-jüdischen Organisationen widmete er seine Arbeitskraft, unter anderm gehörte er dem Zentralkomitee der Alliance Israelit e an. Kundgebung des Keren Hajessod Das Präsidium des Keren Hajessod und die Berliner Zionistische Vereinigung veranstalteten im Berliner Logenhaus eine Kundgebung, auf der nach einführenden Worten von Rechtsanwalt Benno Cohn der Vizepräsident des Keren \. Hajessod, Dr. Michael Traub, ein umfassendes fc Referat über „Das jüdische Volk vor der Roval \. Commission" hielt und dabei die politische?• Situation des Palästinawerks und die Tendenzen t .der kommenden Auseinandersetzungen dari stellte. Der Vortragende bekannte sich zu der von den jüdischen Zeugen vor der Kommission \. •vertretenen, realpolitischen Haltung, die unter j Aufrechterhaltung des historischen und rechti liehen Anspruches der Juden auf Palästina die Rechte des arabischen Volkes und die Bedurfnisse und Pflichten der britischen" Mandatarimacht berücksichtigt. Das Urteil der Kommission r werde von dem Interesse des Landes bestimmt [ werden, so wie es die Engländer verstehen. Den Arabern gegenüber sei ein energisches Auftreten; 'erforderlich""; ihrer Gewaltpolitik sei eine jüdische Machtpolitik gegenüberzustellen. In der h kommenden politischen Auseinandersetzung sei noch immer auf die Tatbestände zu verweisen, die 1917 zur Balfour-Declaration geführt hätten- ■: K. J. R. Zertifikate mit Gewalt — Dreihundert Mitglieder des revisionistischen Brit Trumpeldor und andere der NZO angeschlossenen Organisationen stürmten die Buroräume des Palästina-Amtes in Warschau und . zertrümmerten die Inneneinrichtung. Die Polizei drängte die Angreifer zurück und verhaftete 46 von ihnen. Ursache der Unruhen ist der bekannte Konflikt um die Alijarechte des Betar. Das Palästina-Amt erkennt dem Betar, seitdem er aus der Zionistischen Organisation ausgeschieden ist, nicht mehr Alijarechte zu, sondern will einzelnen Betarim auf Grund des Hachscharaschlüssels Zertifikate geben. Die Betar- Leitung fordert hingegen, dass ihr die dem Betar zukommenden Zertifikate ohne Kontrolle des Palästina-Amtes kollektiv zur Verteilung an die. einzelnen, Betarim übergeben werden.