Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 16 (1937)
- Issue
- 6 (11.2.1937)
- Date
- 1937-02-11
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Mentioned entities
- Bytom 1× ep/1047839
- Else Lasker-Schüler 1× ep/1004350
- Franz Rosenzweig 1× ep/1004530
- Jean Cocteau 1× ep/1024890
- Lovis Corinth 1× ep/1024896
- Mario Castelnuovo-Tedesco 1× ep/1027387
- Martha Wertheimer 1× ep/1032531
- Paul Heyse 1× ep/1006556
- Paula Salomon-Lindberg 1× ep/1027378
- Piła 1× ep/1048100
- Rheydt 1× ep/1045545
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Konzerte und Vorträge in Berlin und im Reich Ein Abend in der Aula der, Joseph-Lehmann- Schule in Berlin vermittelte einen Querschuitt durch zeitgenössisches jüdisches Schaffen. Am folgerichtigsten im Erschliessen neuer Wege geht Jacob Schönberg in seinen Liedern (mit Flöte und Bratsche) vor; er bekennt sich zu. einer Harmonik, die ihre Unabhängigkeit gegenüber den Prägungen der eben vergangenen Stilepochen aus einer streng linearen Führung der Stimmen herleitet. Die Struktur gemahnt etwas an die Polyphonie des ausgehenden Mittelalters. Gleichzeitig erfährt das orientalische Melos der Singstimme in der Umspinnung durch die zwei obligaten Instrumente eine sinnvolle Rahmung. Hier schreitet ein wahrhafter Könner in einer Richtung, die für eine neue jüdische Kunstmusik Möglichkeiten zur Entfaltung schöpferischer Eigenart und zur Lösung aus der so häufig feststellbaren pathetischen Verkrampftheit oder impressionistischen Klangspielerei birgt. Im übrigen hörte man sehr reife Sätze von Walter Hirschb e r g, einige Lieder des allzu früh verstorbenen Bahnbrechers einer jüdischen Kunstmusik, J. Engel, die höchst originellen „Ornamente" Ä. K r e i n s, und man konnte — in dreien seiner „Seelenlieder" — H. Schallt auf seinem Wege von Hugo Wolf zu einer eigenen Handschrift verfolgen. Hede B ö r n s t e i n - Türk, die mit diesem Abend ihre langjährige Berliner Konzerttätigkeit beschloss, und Kantor Erhard Wechselmann gaben den Gesängen über das rein Stimmliche hinaus eine Interpretation voll Unmittelbarkeit und warmer Lebendigkeit: die Sängerin erfreute besonders durch die glockenklare^Höhe und die natürliche Schlichtheit des Gestaltens. Wechselmann zeigte im ersten, synagogalen Teil seine Vertrautheit mit einem „chasonus"-gemässen Vortrag. Dr. Werner Liebenthals Begleitung .verriet pianistisches Können. H. Fr. " Ein gemischtes Programm ergab bei Weil einen anregenden Abend, ohne überragende Einzelleistungen einen geschlossenen Rahmen, der für diese Hauskonzerte vorbildlich geworden ist. Die gut gebildete Stimme von Mascha Benjakowsky kam durch hübschen Vortrag am besten in neuhebräischen Kompositionen J. Engels und Almaus zur Geltung, der grossen Arie entspricht der Umfang der Stimme weniger. Bachs Französische Suite Nr. 5 wurde von Rudi Lehmann mit grösstmöglicher Klarheit im non-legato-Spiel behandelt, besonders die sprunghafte Gavotte gelang sehr schön, das Temperament, das dann "Chopin und Liszt kraftvoll gerecht wurde, verleitet manchmal noch zu vermeidbaren Beschleunigungen. Der Flötist Alfred Lichtenstein, der sich für Donizettis Wahnsinnsarie als Begleiter zur Verfügung gestellt hätte, zeigte internem kleinen Solo seine virtuose Meisterschaft in der Beherrschung des Instruments. Kai. Eine Veranstaltung der Seelischen Winterhilfe im Friedenstempel bestätigte Dr. Fritz Berend — an der Spitze des Künstlerhilfe- Orchesters — als'Dirigenten von Rang. Im Mozartschen A-dur-Konzert, das die Pianistin Ruth Waghalter sauber und mit gefeilter Lauftechnik spielte, machte ihm freilich häufiges Versagen der Bläser zu schaffen; trotzdem bekundete er hier wie in drei Sätzen aus „Les petits riens" feinsinniges Verständnis für die Duftigkeit und das Helldunkel einer Mozart- Partitur. Der ausschliesslich mit Streichern besetzten Serenade von Suk konnte er dann unbehindert das Gleitende romantischer Dynamik geben, -für das er eine besonders glückliche Hand besitzt. Siegbert Steinfei.d hätte für das Largo von Händel eine höhere Lage wählen dürfen; er sang das berühmte Stück sowie die „EIias''-Arie „Herr; Gott Abrahams" — die wir übrigens innerhalb zweier Wochen an die viermal hören konnten! — mit schöner Schlichtheit des Vortrags. An der Orgel sass Hans Samuel als Solist und Begleiter. Johanna Meyer las in vornehm-gütiger Art Lyrik und Anekdotisches. H. Fr. Das in Breslaua ansässige Trio der Damen Lotte Schoeps-Rogosinski (Klavier), Elise S z e p h a z y (Violine) und Mirjam Lewin (Violincello) erwies sich in einem vom Jüdischen Musikverein veranstalteten Konzert als eine beachtenswerte künstlerische Einheit. Das Programm mit Werken der vorklassischen und der romantischen Zeit stellte in jeder Hinsicht hohe Anforderungen au die Spielerinnen; doch das Technische war gut ausgearbeitet, und bezüglich des rein Musikalischen Hess man sich in keinerlei Experimente ein, so dass Dvoraks Dumky-Trio und die kaum bekannten Kompositionen von Krieger und Teleniann eine erfreulich reife und stilgetreue Wiedergabe erfuhren. Die mitwirkende Mezzosopranistin Ruth Hennig sang u. a. fünf Lieder aus dem mit Triobegleitung geschriebenen Robert Kahnschen Zyklus ..Jungbrunnen' (Texte von Paul Heyse), wobei sie mit der ihr eigenen Intelligenz geschickt über die gemeldete Indisposition hinwegzutäuschen wusste. Hff. Im Breslauer Kulturbund rezitierte Lilly Kann vom Berliner Kulturbundtheater. Sie versteht ihr klingendes dunkles Organ in den Dienst vielfachen Ausdrucks zu stellen. In einem Sketch von Jean Cocteau trat ihre schauspielerische Fähigkeit in voller künstlerischer Kraft hervor, während zwei Bialikbriefe nicht erwärmen konnten. Künftig sollte sich Lilly Kann vom gedruckten Text frei machen. — Die Leipziger Kleinkunstbühne „Der bunte Karren" stellte auch bei ihrem Gastspiel im Breslauer Kulturbund ihre eigene künstlerische Note voll unter Beweis.' Das Publikum amüsierte sich köstlich und dankte den Künstlern mit reichem Beifall. — Die Aufführung von Molnars „Grosse Liebe" im Breslauer Kulturbund war ein grosser Erfolg für die geistreiche liebenswürdige Komödie und die gastierenden Schauspieler unter der Spielleitung von Dr. Hans Buxbaum. Schw. In Veranstaltungen des Jüdischen Kulturbundes Oberschlesien in Beuthen, Gleiwitz, Oppeln und Ratibor trat zusammen mit dem Geiger Ossy R e n a r d y Hermann Frischler, der Leiter des Oberschlesischen Kulturbundes, als Sänger auf. Renardy erregte Bewunderung durch seine Technik, den süssen Ton seiner Geige und die vorbildliche Bogenführung. Frischler, der jahrlang erster Bassist an der Wiener Volksoper war, befand sich in ausgezeichneter Form. Bei ihm vermählt sich die "schwarze Tiefe seines schönen Basses mit einer in dieser Stimmlage ungewöhnlichen Beweglichkeit der Tongebung. M—r. Ein glücklicher Gedanke, die „Romantik aus dem Kinderland", wie sie sich in Dichtung und Musik widerspiegelt, als Grundthema eines Abendkonzerts zu wählen, wurde von den Jüdischen Tonkünstlern Frankfurts mit schönem Erfolg in die Tat umgesetzt. Senta Würzburger (Sopran) sang ansprechend und anmutig Lieder von Mozart, Schumann, Leo Blech und Mahler. Ihre musikalische Begleiterin Marthel Sommer ffeuerfe nocfi o*ie ohne VerniedlicHtmg eindringlich erfassten „Kinderszenen" Schumanns bei, und Sofie Seligmann, die Rezitatorin, gab in Dichtungen Beer - Hofmanns, Andersens und Oscar Wildes in klugem, einfachem Vortrag dem Wort, was des Wortes ist. Es war ein harmonischer, sehr dankbar aufgenommener Abend, auch wenn mitunter die Einordnung in das gestellte Thema nur mit einiger Weitherzigkeit vorgenommen werden konnte. —it. Auch in seiner neuen Besetzung erwies sich das Streichquartett des Kulturbundes Rhein-Main, Frankfurt a. M., als ernst zu nehmende, ernst zu wertende Spielgemeinschaft Zwei grössere Kammermusikwerke von Schubert und Dvorak wurden von Ernst Drucker, Theo Ratner, Richard Karp und Heinz Edelstein exakt und tonschön vorgetragen, wobei das Quartett des musikantischen Böhmen von innen heraus stärkere Beschwingung erhielt. Zwischendurch hörte man mit viel Vergnügen die kleine, in jeder Weise inspirierte und unmittelbar zugängliche Serenade op. 25 für zwei Violinen und Bratsche von Ernst T o c h, die zuletzt stark an den „Rosenkavalier" denken lässt. —tt. Im Konzert des Kulturbundorchesters unter Leitung von Professor Julius Prüwer in der Koblenzer Synagoge konnten wir mit wirklichem Genuss Händeis Concerto grosso in d-moll und Bachs Violinkonzert in "E-dur (mit Ernst Drucker als Solisten) hören. »I.V. . Im Kulturbund München sprach Dr. Erich Lichtenstein über neuere jüdische Dichtung. Als Rezitator stand ihm W. Bukofzer zur Seite. Nach einigen einleitenden Sätzen, in welchen das Wesen jüdischer Dichtung in deutscher Sprache seit Heine erklärt wurde, begann die Reihe der Rezitationen, immer wieder von deutender Erläuterung unterbrochen, mit Hofmannsthal, Werfel und Mombert, um dann zu den Gestaltern spezifisch jüdischer Stoffe wie Else Lasker-Schüler, Wolfskehl, Eduard Strauss und Sturmann überzuleiten. Besonderen Anklang fand die feine Erzählung „Der Ruf" von Jakob Picard, deren symbolische Grösse schon Franz Rosenzweig lieb war. Es folgten dem breiten Publikum unbekanntere Vertreter der jüngeren Generation wie Paul Meyer, Seeger und Goldschlag, und von den Frauen Gertrud Chodziesner und Martha Wertheimer. Der Abend, der in durchaus geglückter Weise lyrische Dichtung jüdischer Autoren' dem Publikum nahezubringen suchte, schloss mit dem Vortrag der grandiosen „Vision des Propheten Ezechiel" von Werfel. Ca. Mit einem heiteren Spiel „Ein bisschen Sonnenschein", verfasst und aufgeführt vom Düsseldorfer Bühnenstudio, wartete der Jüdische Kulturbund Düsseldorf seinen Mitgliedern beim Jahresausgang auf. Das Stück, das den Kampf der Jugend gegen verknöcherte Kunstanschauungen des Alters zum Gegenstand hat, machte viel Stimmung und fand die herzlichste Aufnahme des ausverkauften Hauses. Man muss dem Verfasser Richard Winter, dem Spielleiter Curt Friedmann, dem Bühnenbildner L. Heineberg und dem Komponisten Rudi Leibholz: sowie den Darstellern.- die sämtlich nicht „vom Bau" sind, Dank wissen für ihr künstlerisches Schaffen im Dienste jüdischer Kulturarbeit. J. C. Julius B a b hielt im Jüdischen Kulturbund für Ostwestfalen und angrenzende Gebiete (Sitz Herford) in den zehn angeschlossenen Städten Vorträge über den Widerhall der Bibel in der europäischen Dichtung und den Juden als Motiv in der europäischen Dichtung. Beide Vorträge wurden überall mit grossem Interesse aufgenommen und hinterliessen eine Fülle von Anregungen. — Einem Gesang- und Klavieraben"von Grete Rosenbaum, Düsseldorf, und Kapellmeister Gerhard B e r k o w i t z, Hannover, war wieder ein grosser Erfolg Seschiedeö. Die Sängerin verfügt über hervorragendes Stimmaterial und eine ausdrucksvolle Gestaltungskraft, die besonders die Mahlerschen Lieder in ihrer ganzen Schönheit zur Geltung brachte. Der Pianist gefiel nicht nur als feinsinniger Begleiter, sondern bewies auch als Solist in der Wiedergabe von Klavierwerken von Mendelssohn und Chopin hohe Künstlerschaft. Beide Künstler ernteten in allen Anschlussstädten reichen und ehrlichen Beifall. W.H. In einem Konzert der Winterhilf Organisation der Wuppertaler Synagogengemeinden erwarb sich Paula Salomon-Lindberg, Berlin, mit ihrer herrlich wohlklingenden Stimme eine Schar neuer Freunde. Oberkantor Alt, Aachen, war leider etwas indisponiert, so dass sein reiches Stimmaterial nicht voll zur Geltung kam. Als Begleiter und als Solist in einigen Orgelvorträgen fungierte Kurt Heinemann, dessen künstlerische Entwicklung sich in ständig aufsteigender Linie bewegt. H.I. Otto Bernstein erfreute seine Zuhörer im Kulturbund M.-Gladbach/Rheydt mit Schilderungen ostjüdischen Lebens (Buber, Cohen, Peretz). Chemjo W i n a w e r und seine 30 Sänger gastierten im Jüdischen Kulturbund Mannheim. Der Abend, der zu einem sich' ständig steigernden, stürmischen Erfolg für die Gäste wurde, liess erkennen, mit welcher Intensität dieser musikbesessene Dirigent mit seinen Sängern gearbeitet haben muss, um solche einmalige Leistungen zu erzielen. — Der Mannheimer Kulturbund veranstaltete vor kurzem ein Jugendkonzert, das Felix Mendelssohn-Bartholdy gewidmet war. Nach einer Einführung durch Kapellmeister Max Sinzheim e r hörte man Sätze aus dem d-moll- Klaviertrio, ausgeführt von der Pianistin Helene Süss, dem Konzertmeister L e v i und dem Cellisten Heilbrunner. Den gesanglichen Teil bestritten die Sopranistin M. Oppenheim, Selma Weil-Elk (Alt) und Max Lip mann (Tenor), von Max Sinzheimer am Flügel, unterstützt. Die Darbietungen fanden starken Beifall. So. Wilhelm Guttmann, Berlin, vermochte in einem Liederabend die Herzen der Mainzer im Nu zu erobern. Neben Liedern lebender jüdischer Komponisten, Mahler- und Schubert-Liedern vermochten seine Opernarien die stärksten Eindrücke zu hinterlassen. Ueberragend war auch Dr. Willy Salomon, Frankfurt am Main, am Flügel. — Der Winawer-C'hor trat auch in Mainz in einem eutbesetzten Hause mit grossem Erfolg auf. ~ 31—1. Die Gemeinde Schneidemühl veranstaltet unter der Leitung ihres Rabbiners in regelmässigen Abständen Freitagabendfeiern für Erwachsene. — Bezirksrabbiner Dr. Fritz Plotke sprach im Rahmen der Bildungsarbeit der Gemeinde an drei Abenden über Grundfragen der Religion. Jüdischer Kulturbund Berlin Am 25. Februar singt Hermann S c h e y im Theater in der Kommandantenstrasse, von Leo Taubmann begleitet, Arien und Lieder von Händel, Schubert, "Mahler u. a. Der Cellist Godfried Zeelander bringt ein virtuoses Stück von dem italienisch-jüdischen Komponisten Mario Castelnuovo-Tedesco „Die Nachtwandler" zum Vortrag. Eintritt ausnahmsweise auch für Nichtmitglieder des Kulturbundes mit Reichsverbandskarte. Ohne gültigen Ausweis kein Einlass. Wegen des ausserordentlichen Erfolges des Schauspiels . „M enschen in Weiss" von Sidney Kingsley wird das Werk als Sondervorstellung nochmals am Dienstag, 2. März, 20% Uhr, im Kulturbundtheater wiederholt. ..Gladiolen", die sich mit den Sonnenrosen zum Strauss vereint im Winde wiegen, der farbig sedämpfte Ausdruck der Natur, die sich in allen Teilen des Bildes ablesen lässt. Eine Blumenvase am Fenster zeigt Ernst Rosenthal-Rostas Sinn für Schattierungen, für die Nuancierung von Licht und Schatten, hier in der Behandlung der Oberflächenwerte der Porzellanvase besonders deutlich. Ganz hervorragend in dieser Rosenthal-Rosta: Porträt Fot. (2) Herbert Sonnenftld Ausstellung weiter, zwei Stilleben, eines mit Bananen und Aepfeln, das andere mit einem blauen Kochtopf, für mich das schönste Bild der Schau. Unter den Porträts das Bildnis der Gattin des Künstlers, klar und sauber, und voller Menschlichkeit. Der Dritte im Bunde ist Dr. Hans Henschel mit Aquarellen und Zeichnungen. Man lernt Stellung eines sitzenden Tigers. Unter den Porträts der Ausstellung feiert man Wiedersehen mit den Bildnissen bekannter jüdischer Aerzte. Dr. Olga Bloch Hans Henschel: Porträt eines Chirurgen wieder einmal, dass ein guter Dilettantismus, der der Anfang dieser künstlerischen Betätigung gewesen, sich ausbauen kann zu tüchtigen Leistungen. Der Aquarellist und Zeichner, der in vielen Blättern vor uns steht, hat viele Anregungen bei Orlik und Slevogt gefunden, er hat aber auch viel von Lovis Corinth, in dessen eigentliche Schule er aber nicht gegangen ist. Jedenfalls zeigen die Aquarelle vom Luganer See die formale Bekanntschaft mit Corinths Walchensee-Landschaften, und der „Versuch einer Folge zum Lied der Lieder", das in der Ausstellung zu findende Blatt „Introduction", ist auch inhaltlich an den toten Meister anklingend. — Sehr selbständig sind die Zeichnungen erfasst, unter ihnen .das Blatt mit den Palmen und die Dar- Aus der wissenschaftlichen Welt Am 14. Februar begeht der berühmte Mathematiker, Professor Dr. Edmund Landau, seinen 60. Geburtstag. Das Verdienst des Jubilars, der sich 1901 in Berlin habilitierte und seit 1909 als Professor in Göttingen wirkte, besteht einmal in der Erziehung zu einem sehr strengen, wenn auch etwas eigenwilligen mathematischen Denken. Ein Beweis für die Lebendigkeit seiner Darstellungsweise ist jedenfalls die Tatsache, dass sie heute im Mittelpunkt vieler Erörterungen steht. Unbestreitbar wertvoll, zum Teil sogar grundlegend sind dann aber mehrere Einsichten, die in die analytische Theorie der algebraischen Ideale, die Primzahl- und Funktionstheorie gehören. Edmund Landau ist auch seit vielen Jahren Mitglied des Kuratoriums der Universität Jerusalem und Organisator des dortigen mathematischen Instituts. In Budapest starb Baron Adolf Könne r, einer der namhaftesten Repräsentanten des ungarischen Judentums, 72 Jahre alt. Er besass ein Gut in Szaszberek, das wegen seiner musterhaften Führung als Sehenswürdigkeit für ausländische Landwirte galt. Als Bankier und Grossindustrieller, besonders in der industriellen Wollverarbeitung, spielte er eine bedeutende Rolle. Zahlreiche BeAvegungen des ungarischjüdischen Lebens knüpfen sich an seinen "Namen. Daneben war er ein hervorragender Kunstkenner und Mäzen, der in der Landesgesellschaft für bildende Künste führend mitarbeitete. Er besass eine bedeutende Sammlung, vor allem der modernen französischen Impressionisten und Postimpressionisten. # Professor Louis Eisenmann, dem hervorragenden Slavisten, Professor für slavische Kulturgeschichte in Paris wurde von der juristischen Fakultät der Karls-Universität in Prag das Ehrendoktorat verliehen. . Bei der Feier waren der Präsident des Abgeordnetenhauses, Malypetr, der Präsident "des Senats, Dr. Soukop, Ministerpräsident Dr. H o d z a, Aussenminister Dr. Krofta und Unterrichtsminister Dr. Franke zugegen. Ausserdem waren der französische Gesandte, der jugoslawische Gesandte, der Chef der französischen Militärmission, Vertreter von staatlichen und städtischen Behörden, Rektoren und Dekane der Prager Universitäten und Hochschulen anwesend. In Florenz wurden zwei private Fortbildungsinstitute eröffnet. Unter der Leitung von Dr. med. Franz Müller stehen Lehrgänge zur Ausbildung medizinisch-technischer Assistenten (Mikroskopie, klinische Chemie). Die Ausbildung erfordert zwei Jahre. Auskünfte: Piazza Volsamminiato, Villa Placci. — Die Schule für Kunsthandwerk (Villa Barbera) will ebenfalls in zweijährigen Lehrgängen (Werkarbeit, Dekoratives Gestalten, Theorie) Jungen und Mädeln vom fünfzehnten Jahre ab kunstgewerblich ausbilden. Das Berliner Jüdische Museum veranstaltet im Verein mit der Wirtschaftshilfe (Abt. Künstlerhilfe) der Jüdischen Gemeinde und dem Reichsverhand der jüdischen Kulturbünde (Sekretariat für bildende Kunst) im April eine Ausstellung von Werken der Plastik, der Malerei und der graphischen Künste, in der neben Themen allgemeinen Inhalts das jüdische Thema erwünscht ist. Zugelassen sind lediglich Berliner Mitglieder des Reichsverbandes der jüdischen Kulturbünde in Deutschland. Die Ausstellungsbedingungen sind sofort im Jüdischen Museum, Oranienburger Strasse 31, anzufordern. Unter dem Titel „Das jüdische Plakat" bereitet das Berliner Jüdische Museum eine umfassende Ausstellung vor, welche die starke Beteiligung jüdischer Künstler an dem Aufblühen des Plakates an der Hand der umfassenden Plakatsammlung von Dr. Hans Sachs dartun wird. Auf Anregung der Berliner Zionistischen Vereinigung wird der Ausstellung eine eigene Palästina- Abteilung angegliedert, die aus den Beständen des Palästina-Kultur-Archivs bzw. der Sammlung Rosenblüth geschöpft wird. Die Ausstellung beginnt am Sonntag. 2S. Februar, mit einem feierlichen Eröffnungsakte. Am Sonntag, 14. Februar, 11 Uhr, findet eine Führung von Dr. Irmgard Schüler durch die Räume des Jüdischen Museums, Oranienburger Strasse 31* statt. .Teilnehmergebühr pro Person RM 0,25.! f