Mannheim
Compact Memory

Central-Verein-Zeitung · 1937-02-11 · 6 (11.2.1937) · page 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
16 (1937)
Issue
6 (11.2.1937)
Date
1937-02-11
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2277379-2277516-2277522--11603-2281153
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

Das Kleiderlager der Kölner Winterhilfe Foto-Lkf, Köln Winterhilfe liegt der Leitung des Wohlfahrtsamtes besonders am Herzen. 2500 Personen, das sind etwa 900 Parteien, werden jetzt regelmässig von ihr unterstützt. Die grösste betreute Familie umfasst zehn Köpfe, aber es sind natürlich auch viele Einzelpersonen unter den Empfängern. Mit ausserordentlicher Gründlichkeit und dennoch mit Zartgefühl werden die Wünsche der Bedürftigen geprüft. Auf Grund einer Kartei von zweieinhalbtausend Wunschzetteln wurden Textilien und Schuhwaren eingekauft, die zur Deckung der notwendigsten Bedürfnisse der zu Betreuenden nötig waren. Selbstverständlich werden auch dauernd gebrauchte Sachen gereinigt, geflickt und zugeteilt. Aber die Geschenke reichten nicht aus. So hat die Winterhilfe, unter besonderer Initiative von Georg Fröhlich, ein eigenes Textil- und Schuhwarenlager angelegt, bei dessen Einkauf wiederum möglichst, ansässige jüdische Kleinhändler berücksichtigt wurden. Ebenso fürsorglich wie die Auswahl und die Zuteilung dieser Waren geschieht die Zusammenstellung der Lebensmittelpakete. Bei denen wird besonders darauf Wert gelegt, dass die Betreuten auch seltenere lebenswichtige Nährmittel erhalten. Daneben erfüllt das Wohlfahrtsamt all die anderen Aufgaben, die seinem Arbeitsgebiet entsprechen: die notwendige Kleinarbeit für Hilfe und Aufbau, Wohnungs¬ und Erholungsnachweis und die schon erwähnte Schul- und Ferienfürsorge. Um die Ferienverschickung hat sich auch der Reichsbnnd jüdischer Frontsoldaten besonders verdient gemacht. Das Ferienhilfswerk des westdeutschen Landesverbandes, geleitet von dem „Ferienonkel" Leo Cahn, hat alljährlich 75 bis 100 Kinder während der Zeit der grossen Ferien auf dem Lande untergebracht. In der speziellen Kinderfürsorge wird die gemeindliche Arbeit von den grossen Frauenvereinen, vor allem von dem Israelitischen Frauenverein, dessen langjährige Vorsitzende Ida Auerbach ist, und von der Jüdischen Kinderhilfe, unter Vorsitz von Frau Leopold Frank, in ausgezeichneter Arbeit ergänzt. Neben Kindergärten und Schulhorten richten die Frauen jetzt Samariterkurse und Hauspflege ein, um dadurch die Hilfe von Mensch zu Mensch zu fördern. Im gleichen Haus wie das Wohlfahrtsamt ist schliesslich der Provinzialverband für jüdische Wohlfahrtspflege in der Rheinprovinz untergebracht, der alle die gleichen Aufgaben wiederum für das Rheinland zu erfüllen hat wie das Kölner Wohlfahrtsamt für Köln. Seine Leiterin Dr. Margarete B e r e n t fährt immer wieder hinaus in die kleinen und kleinsten Städte, in denen etwa 25 000 Juden verstreut leben, um ihre durch die besondere teils ländliche, teils industrielle Struktur der Ortschaften gekennzeichneten Bedürfnisse kennen zu lernen und in engster Zusammenarbeit mit den Zentralstellen ihre Nöte zu lindern. Auf eine lange und gute Tradition stützt sich der Jüdische Centrai-Verein in Köln in seiner Arbeit. BernhardFeilchenfeld gründeteeinst den Landesverband Linksrhein des Central-Vereins mit dem Sitz in Köln und führte ihn zu grosser Blüte. Sein Nachfolger wurde Rechtsanwalt Dr. Rudolf Callmann, der auch als Mitglied des Präsidialausschusses (der Reichsvertretung in schwerster Zeit der jüdischen Gemeinde und den jüdischen Gewerbetreibenden Kölns ein treuer und zuverlässiger Berater war. Die Ortsgruppe Köln des Central-Vereins wird jetzt von Rechtsanwalt Dr. Hans Callmann geführt. Er steht in Zusammenarbeit mit dem Landesverbandssyndikus Assessor a. D. RichardSelo und dessen Mitarbeiterstab den dauernd neuen Aufgaben, die sich in der Vereinsarbeit ergeben, zur Verfügung. Das C.-V.-Büro im Agrippinahaus wird täglich von vielen Menschen aufgesucht, die dringend sachlicher Beratung und seelischer Stützung bedürfen und deren Existenz zu erhalten im Interesse des einzelnen wie der Allgemeinheit liegt. Nach dieser Richtung hin suchen der Vorsitzende und seine Mitarbeiter immer neue Möglichkeiten für die Betreuung der Mitglieder. So veranstaltet der Centrai-Verein gemeinsam mit dem jüdischen Krankenhaus (Asyl) Fortbildungskurse und Fortbildungsvorträge für jüdische Aerzte aus Köln, dem Rheinland und Westfalen. Hier haben die jüdischen Aerzte die Fortbildung selbst in die Hand genommen, soweit es ihnen nicht möglich ist, andere Kurse zu besuchen. Etwa 120 Aerzte nehmen an den Sonntag-Morgen-Vorträgen teil, die von namhaften Fachvertretern auch aus anderen Städten abgehalten werden, und 80 Aerzte besuchen regelmässig die Kurse, die die Aerzte des Krankenhauses, Professor Dr. Lepehne (innere Medizin), Dr. Marum (Röntgenologie), Dr. Arthur Meyer (Chirurgie) und Dr. Alfred Stern (Gynäkologie) lesen. „Israelitisches Asyl für Kranke und Altersschwache Köln-Ehrenfeld" ist der offizielle Name dieser Eitzbacher-Stiftung, die, in Grün gebettet, nicht weit vom Zentrum entfernt und doch am Stadtgürtel liegt. Hier wirkte fünfzig Jahre lang Geheimrat Dr. B. Auerbach als Chefarzt, ein Mann, von dessen ärztlichem Können und menschlicher Güte jeder Kölner Jude spricht. Obschon er in Solingen geboren ist, empfängt man in der Unterhaltung mit dem nun Achtzigjährigen den Eindruck des echten Kölners, der mit feinem Humor Historie und Anekdötchen zu erzählen und rut SS?4$. Ais mm hA&ii I liefern wir die C.-V.-Zeitung. Wer sie noch nicht liest, bestellt sie mit diesem Bestellzettel, Senden Sie mir bis auf Widerruf die C.-V.-Zeitung 33 Pfennig für Marz zahle ich bei Vorlage der Postquittung an den Briefträger. Die letzte Februar - Nummer wird mir kostenlos nachgeliefert. Name:- Ort:- Strasse :- Ausschneidan und mit 3 Pfg. frankiert (oder ouch unfrankiert) senden ant C - V. - Zeitung, Vertrieb, Berlin W 15, Emser Strasse 42. J 2 Oliva 8147. Bernhard Feilchenfeld von dem Aufblühen der Kölner jüdischen Gemeinde zu berichten weiss. Seine Gattin, Ida Auerbach, hat in ihrem Leben reiche Arbeit im Dienste der Allgemeinheit geleistet. Sie ergänzt da und dort seine Erinnerungen an ungezählte Geschehnisse und Menschen, die ein halbes Jahrhundert lang an ihm vorbeigezogen sind, und von denen viele das feine, stille Haus in der Mohrenstrasse betreten haben. Seine Augen leuchten ebenso auf, wenn er von seiner Arbeit im Asyl spricht, das früher 80 bis 90 Prozent Nichtjuden aufgenommen hat und während des Krieges als Lazarett mit 200 Betten dem Vaterlande diente, wie wenn er von dem früheren Leben in Köln berichtet, von dem Karnevalstreiben, in dem mancher Jude als Büttenredner ebenso tolle Spässe gemacht hat wie die andern. Und mit Stolz spricht er von zwei Menschen, die jeder anders, aber doch charakteristisch für die Stadt, sich grossen' Ruhm erworben haben: von Jacques Offenbach, dessen Vater in Köln Kantor war und auf dem alten Deutzer Friedhof ruht, und von MosesHess, der zwar in Bonn gebürtig, sein berühmtes Werk „Rom und Jerusalem" in Köln schrieb und ebenso wie der Zionistenführer David Wolffsohn auch unter den alten Bäumen des Deutzer Friedhofs seinen letzten Schlaf schläft. Heute ist Professor Lepehne Ge- - heimrat Auerbachs Nachfolger im Asyl. Voll Freude zeigt er mir sein Arbeitsfeld. Das Krankenhaus mit seinen modernen Einrichtungen, dem schönen Operationssaal, dem Laboratorium, seiner ebenso ge- KÖLNER UNTERNEHMUNGEN Das Schuhhaus mit der grossen Auswahl u. den billigen Preisen WEYERSTRASSE 23-25 Q EHRENSTRASSE 10-12 ® SEVERINSTRÄSSE 7 JAHNE Seit 25 Jahren Juno-Mieder! Corsetthaus 3uno Breitestr. 2 c Telefon 225 430 Judische Buchhandlung WOLF TOPiLOWSKY G. m. b. H. KÖLN* Benesisstraße 49 Telefon 218966 Ludwig GOLDSCHMITT Stilmöbel Tel. 22 5985~ ~ Köln Zeppelinsir. 2 Schwerlhof Reformrealgymnasium mit Realschule und Lyzeum Köln, St.Apernstr. 29/31, Ruf 214229 Einzige höhere jüdische Lehranstalt in Rheinland und Westfalen. Intensive Pflege des lebendigen Hebräisch und der neuen Sprachen, Werkunterricht. Schabbat und Sonntag schulfrei, sodaB auswärtige Schüler das Wochenende bei den Eltern verbringen können. Anmeldungen, auch für die Oberstufe, sind an die Schuileitg. zu richten Heinrich dray G. m.b.H. Rheinauhafen a.Bayenturm Fernsprecher 9 40 41 Einzigste Jüdische Kohlenhandlung am Platze Briketts Kohlen Koks - - . ^*SCHlsn IST KEIN-WEG Z^WEIT! |11 |)£/U Elegante Damenmoden H I lm«^H KÖLN OBENMAfcSPFORTEN Ja«£Tlk5££a±L Schilder^asse Ecke Kreuzpässe Porzellan Glas Kristall Keramik * Kunstgewerbe Spezialität: Brautausstattungen |iii!H Betten-Stern hi«1 ES Köln, Maisilsteia 20 Ruf 211488 | alle Beffwaren | 5= Betten und Matratzen aller Art Für Auswanderer Couchu. j| Klapp-Betten. || ällllilüillillllllHillllinilllllllillliililHHHÜlillfH Cafe Köln a/Bh. ■Restaurant Silbßrbach |?iS**K5raho5 Die gediegene jüdische Gaststätte— - E. Goldschmidt-* Hofjuwelier Reichhaltiges Lager in Juwelen, Gold- und Silberwaren in allen Preislagen. Eigene Fabrikation Köln, Domkloster 1 Karl Meyer IGummiwaresifabrik Köln-Bayenthal I Spei.: Gummi - Absätze 3 Gummiplatten §S Gummisohlen m MAX MARX Ochsen-, Kalb- und Hammelfleisch Fabrik feiner Fleisch- und Wurstwaren bekannt für Qualitätsware Versand nach allen Richtungen KÖLN, Marsilstein 5 / Ruf 21 76 36 Für Handarbeiten nur Roseitthal Schildergasse Privat-Pension Menko ~~| Modern eingerichtete Zimmer mit ■ I fließ. Wasser und Zentralheizung H Duisburg I l Fuldastrasse 7 (am Stadttheater) M TeL 24801. „GLOBUS" — Warenverkaufs -G. m. b. H. Köln, Hohestraße In 30 SpeziaS - Abteilungen alles für den täglichen Bedarf Telefonische Bestellungen unter 227067 Autodienst t N Religionslehrer-Akademie Köln Das neue Semester beginnt im April. Es -werden bei genügender Vorbildung aufgenommen: 1. Herren and Damen, die die Absicht haben, Religionslebrer und Kantoren bzw. EeligioDSlehrerinnen zu werden; 2. junge Leute, die ihre jüdische Bildung Tertiefen und erweitern wollen. Meldungen unter Beifügung eines selbstgeschriebenen Lebenslaufs u.derZeugn. an dasKuratoriumdesJüdischen Lehrerseminars, Köln, St. Aperns^r. 29-31, erbeten. K6ln/Schi!dergasse59 Frankfurt,Rossmarkt8 __ Bonn, Remlgiusstr. 12 SCHUH-HAUS A. M. JOSEPH

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.