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Central-Verein-Zeitung · 1937-02-11 · 6 (11.2.1937) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
16 (1937)
Issue
6 (11.2.1937)
Date
1937-02-11
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Grab des Kantors Offenback auf dem alten Friedhof in Deutz Fot. Dr. Walter Katzenstein schmackvoll wie hygienisch eingerichteten Privatstation, den luftigen Krankenzimmern, der vorbildlichen Zentralküche, das Altersheim, das bis jetzt 80 alten Menschen Unterkunft und Pflege gibt und nunmehr durch Hinzunahme der früheren Infektionsabteilung um zwanzig Plätze erweitert werden soll, und das schöne Schwesternheim, das Schwestern und Lehrschwestern Wohnung, Heimstätte und ünterrichtsräume gewährt. Ein spezifisches Gepräge gibt dem Kölner Gemeindeleben auch der~Sp ort Der Kölner JTV 1902 ist mit rund 700 Mitgliedern die grösste und älteste der 45 Sportgruppen des Westdeutschen Landessportverbands im Sportbund „Schild", der von Gustav Hirsch, M.-Gladbach, geleitet wird. 90 Prozent dieser Sportler sind Jugendliche, die sich in allen Sportarten betätigen. Besonders bedeutend ist die Boxgruppe des JTV, zu der allein vier Reichsmeister im Reichsbund jüdischer Frontsoldaten gehören. Die gleichfalls sehr eifrige zionistische Sportgruppe Hakoah zählt etwa 500 Mitglieder. Den jüdischen Sportlern stehen, von der Stadt gepachtet, der Sportplatz Köln-Mülheim, eine Turnhalle und ein Schwimmbad zum Training und für ihre Spiele zur Verfügung. Ein reges geistiges jüdisches Leben hat seit Jahren in Köln bestanden. Die Rheinland-Loge mit ihrer eifrig arbeitenden Schwesterngruppe, der Jüdische Frauenbund, der unter Leitung von Clara Caro für seine 500 Mitglieder regelmässig Vorträge und Arbeitsgemeinschaften veranstaltet, der über hundert Jahre alte Israelitische Frauen- Verein mit seinem reichen Vortragsprogramm, und schliesslich das Lelirhaus, das, vor acht Jahren gegründet, unter Leitung von Professor Dr. Bruno K i s c h und Rabbiner Dr. Kober ständig an Hörern gewinnt, arbeiten an der Vertiefung jüdischen Wissens. Der Kulturbund Rhein-Ruhr hat hier in Köln seine Zentrale. Unter der ideenreichen Leitung von Dr. Heinrich Levinger und seiner Mitarbeiterin Dr. Trude Rosenthal hat er allein in Köln 4000 Mitglieder gewinnen können. Seine Programmgestaltung muss der besonderen Schwierigkeit Rechnung tragen, dass sein Hauptarbeitsfeld in kleineren Orten liegt, denen kein Theater und keine richtige Bühne zur Verfügung stehen. In Köln selbst wurde der Saal der Rheinland-Loge von Robert Stern durch Einbau eines Ranges zu einem geschmackvollen, intimen Theaterraum, umgebaut, aber die Bühne ist natürlich winzig, und so können auch hier nur sparsamste Dekorationen Anwendung finden. Sie treten dann im Thespiskarren ihre Fahrt durch das Rheinland und Westfalen an. Wir konnten neulich anlässlich der Premiere des „Pojaz" feststellen, wie herzlich die Bindung der Mitglieder an ihren Kulturbnd ist, und jede Reise in die kleineren Gemeinden bestätigt erst recht, wie stark hier die Kunst die Aufgabe und die Möglichkeit hat, vereinsamte Menschen seelisch zu erheben. In Köln gibt es schliesslich neben dem Kulturbund eine Jüdische Kunstgemeinschaft, die gelegentlich Konzerte und Marionettentheater veranstaltet. Flora Jöhlinger, Malerin und Journalistin, hat diese Marionetten entworfen und lässt sie unter ihrer Anleitung von Schülern herstellen. Sie wirken natürlich grotesk, wie sie da, wohlverpaekt, zwischen Kulissen in dem Atelier der Künstlerin ihrem neuen Erwachen auf der Bühne entgegenschlafen. Aber wenn sie im Rampenlicht, von sieben bis acht Künstlern durch Geist und Sprache beseelt, agieren, entzücken sie die rheinische Jugend, die ja mit der Atmosphäre ihrer Heimat. Humor, Lust am Witz, Freude am Lachen und Verständnis für das Puppenspiel eingeatmet hat. * Nach drei Regentagen, die Rhein und Dom, Strassen und Synagogen in dichte Nebel gehüllt hatten, erstrahlt am letzten Morgen winterliche Sonne; sie überglänzt die Rheinufer, zeichnet im blauen Dunst die Silhouetten des Messehauses rechts des Rheins wie die schöne Schwingung der Rheinbrücke nach und und modelliert die herrliche Gotik des Doms mit seinen Gestalten aus biblischer Zeit durch sanfte Tönung. Und sie lässt die Kuppeln der Synagoge der Glockengasse hell aufleuchten und scheint hinunter auf den alten Judenhof mit der reichverzierten Sandsteinfront der Rathauskapelle, in der man einst das Edikt Kaiser Konstantins fand. Die Moses-Gestalt am Kölner Dom. Fot. LÜH Szkdlny, Berlin Aus anderen Gemeinden Bielefeld Ende 1936 wurde die Repräsentanten- Versammlung der Bielefelder Gemeinde auf Grund einer ^Einheitsliste neu gewählt; sie setzt ßich aus elf Nichtzionisten und sechs Zionisten (bisher drei) zusammen. Zum Vorsitzenden wurde Rechtsanwalt Dr. Kamp wiedergewählt. Bei der Neuwahl des Gemeindevorstandes wurden die bisherigen Mitglieder. Rechtsanwalt Dr. Willy Katzenstein. Huso S p e y e r , Franz Friedmann und William Mühlfelder wiedergewählt; als neues Vorstandsmitglied wurde Max Hirschfeld gewählt. Zum Vorsitzenden des Vorstandes wurde Dr. Willy Katzenstein wiedergewählt, zum stellvertretenden Vorsitzenden Hugo Speyer. Das aus Altersgründen aus dem Vorstande ausgeschiedene langjährige Vorstandsmitglied William Neuberg wurde von den Gemeindekörperschaften einstimmig zum Ehrenmitglied des Vorstandes ernannt. Der Gemei.gdevorstand setzt sich hiernach auch weiterhin nur aus Liberalen zusammen. Von anderer Seite war für diesesmal ein Anspruch auf einen Platz im Vorstand nicht erhoben worden. Hamburg In einer Sitzung der Repräsentantenversammlung der Deutsch-Israelitischen Gemeinde in Hamburg wurde ein Antrag des Vorstandes über die Neuwahl des Repräsentantenkolleg iu ms angenommen. Die Amtszeit der gegenwärtigen Repräsentantenversammlung endet am 31. März. An ihre Stelle tritt eine neue Repräsentantenversammlung, deren Amtszeit am 31. März 1940 abläuft. Eine Wahlkommission stellt mit einfacher Mehrheit eine Liste von 21 Personen auf, die Mitglieder der neuen Repräsentantenversammlung sein sollen, und eine Ersatzliste von ebenfalls 21 Personen. Die Auswahl der auf die beiden Listen zu setzenden Personen erfolgt in der Weise, dass auf jeder" Liste sieben Personen der religiös-liberalen Richtung, fünf Personen der orthodoxen Richtung, fünf den Zionisten und vier der Wirtschaftspartei angehören sollen. Die von der Wahlkommission aufgestellten Listen gelten als Wahl einheitslisten. Nach längerer Debatte -wurden die mit diesem Antrag verbundenen Aenderungen der Verfassung der Gemeinde einstimmig angenommen. In der Repräsentantenversammlung gab" der Vorsitzende der Gemeinde, Rechtsanwalt David, der Meinung Ausdruck, dass die Gemeinde bald in einen Gedankenaustausch mit den anderen in Betracht kommenden Gemeinden über die Massnahmen eintreten wird, dieauf Grund des Reiehsgesetzes über Gross- Hamburg vom 26. Januar 1937 notwendig sind. _ . Der Vorstand der Synagogengememde Köln teilt mit: Ein gewisser Max Stock, der bis zum 1. Febrnär hier in Köln, Burgunderstrasse 51, wohnhaft war, bat in letzter Zeit verschiedene Gemeinden geschädigt, fa.- dem er sich durch unwahre Angaben Darlehen erschwindelt, die er dann nicht zuriickbezab.lt. Stoijjk scheint hauptsächlich kleinere und mittlere Gemeindin aufzusuchen. KÖLNER UNTERNEHMUNGEN ( \ Bankhaus August Stern & Cie. Fernruf 220341 KÖlfi Erususgasse 3 Gegründet 18 6 0 Erledigung aller bankmässigen Geschäfte :t Ausführung von Börsenaufträgen ts ^für Rheinisch-Westfälische und Berliner Börse^ Bankhaus SIEBFRIED SIMON KÜLN Gereonstr. 1-B — Unter Sachsenhausen 41 Zweigstelle f HEUMARKT 23 SCHOTTER f 1 3^r9e{^jmn^% I k> *J Schiffspassagen nach aiien Ländern ^th^tovm In Köln: Hohenzollernring 7 - Ruf 57925 Jeder Jude in Rheinland u. Westfalen sei Mitglied des jüdischen Kulturbundes Rhein-Ruhr \ Monatlich zwei Veranstaltungen in: Aachen Dortmund. Duisburg1 Essen Gelsenklrcnen Köln Krefeld Reckllngiiausen Wuppertal Monatsbeitrag EM 2.62; für Jugendliche EM 1.50 bez-w. EM 1.— Anmeldungen bei der Hanptgescnäfts«telle Köln/Dlscnnans und bei den örtlichen Verwaltungsstellen! EUGEN STERNBERG Hobelwerk — Kehllelsfenfabrik — Holzhandel Gegründet 1886 - Telefon 43 651-43 652 KÖLN - SULZ Luxemburger Str. 95/97 wE^W^Sm I^QnHB jftERM. 3ARE«f^W3!^'2SJ^Jn55Tß^ S.RosenfiiailCo. Köln Posamenten für Gardinen u. 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