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Central-Verein-Zeitung · 1937-02-11 · 6 (11.2.1937) · page 2

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
16 (1937)
Issue
6 (11.2.1937)
Date
1937-02-11
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Magister Kirsch der gu£e Likör, Magister München VII In Berlin zu beziehen durch die Weingroßhandlung Bernhard Brauer, Burgstr. 3 TeL B1 JBerolina 4340. Polnische Zusammenhänge müsste jedes Jahrzehnt 300000 Juden allein aus Palästina aufnehmen können, nur um den Bevölkerungszuwachs zu absor~ bieren. Was an d i e s « r Stelle die Reflexiondes Herrn Eden sein möge, wird sich die jüdische Phantasie jüdiseh-parteimässig nuanciert vorstellen. Aber unwiderlegbar sind die Tatsachen, und es wäre unsinnig, das polnische Judenproblem ausschliesslich mit Palästina zu verknüpfen, geschweige denn, jüdisch-nationalistischradikal den Zusammensirom aller jüdischen Auswanderungsbedürftigen in das eine Bett Palästina leiten zu wollen. Wie sieht die Zukunftslösung für die jüdische Jugend aus? Wir finden in der „Times" Paul Nathans alten Erfahrungssatz: „In Ländern jüdischer Massensiedlung ist die Judenfrage nur durch Massnahmen im Lande selbst zu beheben", in praktische Vorschläge variiert: Es muss den polnischen Juden die wirtschaftliche Möglichkeit geboten werden, mit ausländischer und mit staatlicher Hilfe neue Industrien in den östlichen Bezirken des Landes mit ihrem niedrigen Lebensstandard zu schaffen. Sicherlich hat Herrn Edens Privatsekretär in die Mappe „Polnische Judenfrage" auch während der Reise neueste Materialien für seinen Chef eingefügt. Es wäre ohne Zweifel erfreulich, wenn darunter auch der Bericht über die Kundgebung wäre, die vor wenigen Tagen in der Stadthalle von Tottenham unter Vorsitz des Abgeordneten Friedensrichters Fred Messer stattgefunden bat. Neville Laski, Vorsitzender des Board of Deputies und der Abgeordnete Morgan Jones sprachen. Laski betonte, dass die Juden seit hundert Jahren volle Bürgerrechte in England genössen; wäre hierfür eine Rechtfertigung notwendig, so könnte man darauf hinweisen, dass die Juden England einen Disraeli, einen Lord Reading, einen Herbert Samuel und einen John Monash gegeben haben, der ganz nach der Ueberlieferung britischen Bürgertums als Bürger lebte, aber in der Stunde der Not Soldat wurde. Wie Neville Laski wTeiter über die verschiedenen gegen die Juden gerichteten Vorwürfe sprach und erklärte, wenn es wahr wäre, dass die Juden über den Reichtum und über die Macht verfügten, die man ihnen zuschreibt, dann könnte es nicht geschehen, dass zweieinhalb Millionen Juden in Polen bitterster Not ausgesetzt sind, dass der bürgerliche Status der Juden in Rumänien zu einer lächerlichen Farce wird und dass die Judennot sich auch in anderen Ländern weiter verschärft. Abgeordneter Morgan Jones bezeichnete die Judenfeindschaft als eine bedauerliche Erscheinung im gesellschaftlichen Leben Englands, der so früh wie möglich Widerstand zu leisten Pflicht jedes Bürgers sei. Die Juden wüssten, was es bedeute, für das Recht, nach seiner Art zu beten, mit Tränen und Blut zu bezahlen. Das Gesetz, das Moses seinem Volke gegeben habe, sei bis heute vom moralischen, religiösen und sozialen Gesichtspunkt aus unanfechtbar. Er könne, rief Jonas, aus Sojähriger Erfahrung im Öffentlichen Leben sagen, dass die Juden während ihrer ganzen Geschichte in England den Gesetzen eher mehr als weniger ergeben waren als die übrige Bevölkerung. Es bleibe dahingestellt, ob der Minister seinen Sekretär gefragt hat, weshalb er diese englische Verhältnisse berührenden Reden in die Mappe „Polnische Judenfrage" gelegt habe. Es ist aber denkbar, dass ihn die Lektüre an viel weiter zurückliegende Dokumente über jüdisches Schicksal erinnert hat. Und so mag er, könnte man sich gut vorstellen, seinen Mitarbeiter, vielleicht auch seinen polnischen Ministerkollegen gefragt haben, ob er einmal in Kairo die Stele mit dem Siegeslied auf Menephta gesehen habe und sich einer Zeile noch entsinne, die sich auf die Juden bezöge — Menephta, neunzehnte Dynastie, etwa 1225 vor —, also vor etwa ZV* Jahrtausend — da heisse es nämlich, dass Israels Same ausgerottet sei. — Nach dieser Reminis'cenz mögen sich die Herren konkreteren Fragen zugewandt haben. Seraaisdebaite Der polnische Senat hat sich in einer seiner Debatten wieder mit der Judenfrage beschäftigt Senator Malinowski wandte sich gegen die von der polnischen nationalistischen Jugend hervorgerufenen Universitätsunruhen und verwies auf das Echo, das derartige Zwischenfälle in Amerika hervorriefen. Senator Graf Radziwill bemerkte, Pogrome seien eine Erfindung des Zarismus und dem polnischen Geiste entgegengesetzt. Polizeimassnahmen gegen den Antisemitismus genügten nicht, sondern die Regierung müsse darangehen, das Problem zu lösen. Von der Regierungsbank gab Ministerpräsident General Dr. Slawoj Skladkowski, eine Erklärung ab, die wohl vor allem deshalb bedeutsam ist, weil sie nach allgemeiner Auffassung eine Antwort auf die Verlautbarungen des American Jewish Congress und der nichtjüdischen amerikanischen Persönlichkeiten enthält, über die wir in der vorigen Woche berichtet haben. Auch der Ministerpräsident verurteilte die von nationaldemokratischen Studenten durchgeführte Blockade der Warschauer Universität und die angerichteten Zerstörungen, die er als mittelalterlich bezeichnete, verteidigte aber das Verhalten der Polizei. Die Regelung der Judenfrage, so meinte er, müsse durch Regierung und Gesellschaft erfolgen. Die polnische Regierung werde sich dabei jedoch durch den von ausländischen jüdischen Organisationen ausgehenden Druck nicht abschrecken lassen. Der Ministerpräsident verwies dann auf die Genler Erklärung des Aussenministers Beck, dass das Judenproblem ausschliesslich auf wirtschaftlichen Grundlagen beruhe. Zur Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung habe er alles Erforderliche getan, gegen die Organisatoren der judenfeindlichen Exzesse habe er die gleichen Mittel angewandt wie gegen andere Unruhestifter. Einer unter Führung des Abgeordneten Dr. Gottlieb stehenden Jüdischen Abordnung hat der Minister für soziale Fürsorge, K o s z c i a 1k o w s k i, in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Zentralkomitees für polnische Winterhilfe, auf ihre Beschwerde versichert, er werde dafür Sorge tragen, dass die jüdischen Arbeits- und Erwerbslosen von der Winterhilfe nirgends benachteüigt würden. Krawalle und Urteile An der Universität Wilna, die nach langer Pause vor wenigen Tagen wieder eröffnet wurde, kam es erneut zu heftigen Ausschreitungen gegen jüdische Studenten. Dem Rektor gelang es nicht, die angreifenden nationaldemokratischen Studenten zu beruhigen. Zehn Juden wurden erheblich verletzt. In einigen Pogromprozessen haben in diesen Tagen polnische Gerichte ihr 'Urteil gefällt. Das Kreisgericht in Lomza hat in dem Prozess gegen die Urheber der Ausschreitungen in Dlugoszodle, über den wir bereits berichteten, sämtliche 20 Angeklagten für schuldig erkannt. Alierdings wurden die Strafen ausserordentlich gering bemessen. Die beiden Haupturheber wurden zu Gefängnisstrafen von zehn und acht Monaten und zur Zahlung von Gerichtskosten in Höhe von 40 Zloty verurteilt. Den Schadenersatzansprüchen der Juden wurde nur in einem Fall stattgegeben. Der Staatsanwalt hatte während des Prozesses erklärt, der Staat gestatte den wirtschaftlichen Boykott, dulde aber keine Gewalttaten. Im Gegensatz hierzu hat der Oberste Gerichtshof in letzter Instanz das Urteil des Wilnaer Kreisgerichts gegen drei Angeklagte, die Sprengstoffanschläge auf jüdische Geschäfte verübt hatten, bestätigt; die Angeklagten hatten Gefängnisstrafen von drei und zwei Jahren erhalten. Die Staatsanwaltschaft in Lodz hat zwei nationaldemokratische Mitglieder des Stadtrates unter Anklage gestellt, weil sie ihrer Freude über die Ermordung des Juden Simon Chelmner, über die wir bereits berichtet haben, in der Sitzung des Stadtrates durch laute Zurufe Ausdruck gegeben hatten. Das polnische Strafgesetz sieht bei Aufreizung zum Mord eine Gefängnisstrafe von fünf Jahren vor. gegenüber den Auffassungen Tartakowers, wichtiger als Auswanderung sei die Lösung der wirtschaftlichen und politischen Probleme Polens selbst Er wandte sich auch gegen die Vorschläge einer weitgehenden vorbereitenden Schulung künftiger Auswanderer, die sich an Ort und Stelle meist als wertlos erweise. Die Direktoren des Joint Distribution Committee, Dr. Bernhard Kahn und Schweitzer, haben Polen verlassen, nachdem sie in Warschau mit allen zentralen jüdischen Institutionen Besprechungen über wichtige Probleme der Wirtschaftshilfe und der Sozialfürsorge abgehalten haben. Der Vorsitzende der Zentralexekutive der Gesellschaft ORT, Dr. Leo Bramson, hat sich nach Warschau begeben, um eine grosse Werbeaktion für die ORT-Einrichtungen in Polen zu leiten. Obwohl der ORT in Polen über zahlreiche Institutionen zur beruflichen Aus- und Fortbildung verfügt, entsprechen sie dem wachsenden Bedarf nicht mehr. Die polnisch-jüdischen Zeitungen widmen der Aktion Dr. Bramsons grosse Aufmerksamkeit. Sie verweisen dabei auch auf die Förderung, die die ORT-Täügkeit durch die Gattin des Präsidenten der Vereinigten Staaten, Mrs. Roosevelt, durch den Gouverneur des Staates New-York, Lehmann, durch den ehemaligen französischen Ministerpräsidenten Painleve, durch den Ministerpräsidenten Leon Blum, Herriot und Kolonialminister Moutet finde. K. J. R. & Beschwerden über das Ausbleiben der C.-V.-Zeittmg, Umleitewünsche sind stets dem zuständigen Post- ' amt (Zeitungsstelle) zu unterbreiten. Tagung der?9efEħ' Die Gesellschaft für Auswandererfürsorge „Jeas" (Abteilung der HIAS für Polen) veranstaltete in der vergangenen Woche in Warschau eine Landeskonferenz. Die Tagung brachte mehrere grundsätzliche Referate. Der Vorsitzende, M. Szalit, nahm scharf gegen die polnische „Evakuierungspropaganda" Stellung. Die Juden in Polen seien nicht Gäste, sondern eingesessene Bürger. Es gebe auch unter der jüdischen Bevölkerung eine normale Emigrationsnot. Man wolle daher Auswanderung, aber nicht panische Flucht, und müsse vor allem die engbemessenen Möglichkeiten einer Massenauswanderung in Rechnung stellen. Der Abgeordnete Dr. G o 111 i e b betonte, dass über die Frage des Lebensrechts der Juden in Polen keine Diskussion möglich sei. Dr. Arje Tartakower stellte fest, dass, obwohl 400 000 Juden seit dem Weltkrieg Polen verlassen haben, die Wanderungsbewegung gegenüber der Zeit vor dem Kriege erheblich zurückgegangen sei und den Bedürfnissen nicht mehr entspreche. Nach seinen Berechnungen müssten jährlich 120 000 Juden aus Polen auswandern. Der Direktor der Jeas, Alterj behauptete;' Erklärung des litauischen Innenministers Zweimal in wenigen Tagen sah sich Minister General Julius Czaplikas veranlasst, dem Vorwurf der Judenfeindschaft, der gegen die Regierung erhob&n worden war, entgegenzutreten. In dem litauischen Regierungsorgan „Lietuvos Cidas" war Ende Januar ein Aufsatz erschienen, in dem ein Verbot des rituellen Schächtens gefordert wurde. Gleichzeitig veranlasste der Tierschutzverband die Vorführung eines Films, der das Schächten tierquälerisch schildert. Auf Grund dieser Propaganda hatten sich Pressevertreter an den Innenminister mit der Bitte um Stellungnahme gewandt. General Julius Czaplikas erklärte aufs entschiedenste, dass die Möglichkeit eines Schächtverbotes der Regierung überhaupt nicht erwogen worden sei. Es sei undenkbar, dass in Litauen ein die religiösen Gefühle der jüdischen Bevölkerung verletzendes Gesetz erlassen werden könnte. Ebenso komme eine Beschränkung der jüdischen Bürger in der Ausübung der Vorschriften ihrer Religion nicht in Frage. Was den Aufsatz im Regierungsblatt betreffe, so bringe er nur die persönliche Ansicht des Verfassers zum Ausdruck, enthalte aber keinerlei offizielle Stellungnahme. In der gleichen Zeitung erschien wenige. Tage später ein Leitartikel, der gegen Aussagen polemisierte, die Dr. Chajim Weizmann zu der Kömglichen Kommission in Palästina gemacht hatte. Weizmann hatte Litauen unter den Ländern genannt, in .denen die Juden Anfeindungen ausgesetzt seien. Hierzu erklärte der Minister einem Vertreter der JTA u. a.: Die litauische Oeffentlichkeit fühlt sich durch Weizmanns Aussage verletzt. In Litauen gemessen die Juden formelle und tatsächliche Gleichberechtigung; sie haben die volle Möglichkeit, sich auf allen nationalen, kulturellen und wirtschaftlichen Gebieten auszuleben. Die Regierungspolitik wird bei uns von dem Grundsatz der Pessacfc in Pa'äs&iRa! mit Luxusdampfer Haifa — Tiberias — Kolonien — Jerusalem — Tel-Awiw Fahrpreis einschliesslich Landaufenthalt «fo Dil Eon m abMaTSeiJlel9.März-anMarseillell.April üü llfn.ööfc.' PaSesiine & Orient LS ©yd Vertretung Frankfurt a. M. Alfred Adler nur Steinweg 9 . / Telefon 24961. Toleranz und der Freundschaft gegenüber den Juden geleitet. Als Beweis für diese Behauptung, erklärte der Minister weiter, mag die unbeschränkte Tätigkeit der verschiedenartigen jüdischen Organisationen und Einrichtungen dienen, die Unterstützung, die jüdische religiöse und kulturelle Institutionen aus Staatsmitteln finden, sowie die Art, mit der die Regierung auf vereinzelte Versuche unverantwortlicher Elemente,, judenfeindliche Ausschreitungen zu organisieren, reagiert. Die solcher Taten Schuldigen werden empfindlich bestraft,und es werden die energischsten Mittel angewandt, um die Wiederholung ähnlicher Vorfälle zu verhindern. Die litauischen Behörden kommen auch den jüdischen Auswanderern entgegen, die bei uns eine Zufluchtsstätte gefunden haben. Einige von diesen haben sich bei uns für die Dauer niedergelassen. ' Gewisse Reibungen zwischen dem Mehrheitsvolk und den Juden sind sicherlich vorhanden; sie gehören aber mehr zu dem allgemeinen Minderheitenproblem und können keineswegs als Ausdruck von Antisemitismus aufgefasst werden. Die Erklärung Professor Weizmanns kann daher nur von den Elementen ausgenutzt werden, die in ihm gern das Spiegelbild der wirklichen Verhältnisse sehen möchten; sie ist geeignet, den normalen und freundschaftlichen Verlauf des jüdisch-litauischen Zusammenlebens zu beeinträchtigen. „Die jüdische Stimme" sucht nachzuweisen, dass Weizmanns Äeusserungen missverständlich aufgefasst worden seien. Andererseits "werden in der jüdischen - Zeitung „Unser Moment" die Beschwerden des Regierungsblattes als berechtigt anerkannt, und es wird bedauert, dass Weizmann Litauen den Vorwurf der Judenfeindschaft gemacht habe. Auslandsnachrichten Estland Konstantin Paets hat den Vizepräsidenten 'des jüdischen autonomen Kulturverbandes, Heinrich G u t k i n, zum Abgeordneten ernannt, wodurch die in Estland lebenden zirka 4S00 Juden erstmals im. Parlament vertreten sind. Die jüdische Bevölkerung macht 0,4 Prozent der Gesamtbevölkerung aus. In der Hauptstad Tailin (Reval) leben 2300, in Tartu (Dorpat) 1300, in Narva über 1000 Juden. Holland Zum Offizier des Ordens Oranje-Nassau wurde Dr. A. van" R a a 11 e, der Leiter des Amsterdamer Nahrungsmittel-Untersuchungsdienstes ernannt. Dr. van Raalte ist führend am jüdischen Hilfswerk Amsterdams beteiligt. Der holländische Kultusminister empfing die zur Zeit in Amsterdam weilenden Professoren Dr. Adolf Fraenkel und Dr. Kanow i t z der Universität Jerusalem, die ihm über Ziele und Aufgaben des Instituts ausführliehen Bericht erstatteten. Oesterreick Wie die JTA meldet, erhielt in letzter Zeit der Verband ländlicher Genossenschaften in Niederösterreich das ausschliessliche Monopol für den Handel mit Mais und Futtergerste. Hierdurch werden alle Agenten und Händler, das sind etwa 400 Firmen, unter denen die Juden einen hohen Prozentsatz ausmachen, aus diesem Handel ausgeschaltet. Diese Massnahme erfolgte unter dem Titel „Preiskontrolle", die nunmehr dieser Verband ausüben wird. Diese Monopolstellung wurde gegen die Meinung des Staatssekretärs Rott geschaffen, der zu bedenken gab dass durch die Massnahmen zirka 2000 Angestellten und Arbeitern die Arbeitslosigkeit droht. Rumänien Die Vertreter des Verbandes der „Zentrumszionisten", der Vereinigung radikaler Zionisten „Renasterea" und des „Hanoar Hazioni" haben in Bukarest eine Beratung abgehalten, um die anlässlich des Besuches von Dr. Nahum Goldmann grundsätzlich beschlossene Einigung der allgemein-zionistischen Verbände organisatorisch zu verwirklichen. Den Vorsitz führte Dr. Mayer Ebner (Czernowitz). Es wurde die Schaffung eines allgemein-zionistischen Blocks für ganz Rumänien beschlossen. Das Präsidium wird aus je zwei Vertretern der Provinzen Alt-Rumänien, Transsylvanien und Bukowina und einem Vertreter des Hanoar Hazioni gebildet. Für Bukarest werden ausserdem zwei stellvertretende Präsidialmitglieder gewählt. In Bukarest wird ein Zentralbüro eingerichtet werden. Tschechoslowakei Das neue Gesetz über die Organisierung der israelitischen Kulfc^gemeinden in, den Eisig** Tischen Ländern (Böhmen, Mähren und Schlesien) ist amtlich veröffentlicht worden. Es tritt jedoch erst in Kraft, wenn die Verfassungen der nach diesem Gesetz zu bildenden Landesverbände der Kulturgemeinden für Böhmen und Mähren-Schlesien von der Regierung genehmigt sein werden. Der 59Stars< über die südafrikanischen Einwanderer W. L. S. Port Elizabeth, Ende Januar. Die Johannesburger Abendzeitung „Star" veröffentlichte einen interessanten Bericht über die Einordnung der jüdischen Einwanderer aus Deutschland in das Wirtschaftsleben der Union. Die Untersuchung erfasst allerdings nur die Johannesburger Verhältnisse, erstreckt sich aber auf insgesamt 1500 Einwanderer. 25 Prozent dieser Personen arbeiten auf eigene Rechnung und haben nie den Arbeitsmarkt belastet, sondern im Gegenteil für mindestens 600 Südafrikaner Arbeitsmöglichkeit in ihren Unternehmungen geschaffen. Der Zeitungsbericht betont, dass von diesen Einwanderern in Afrika bisher unbekannte Industriezweige ins Leben gerufen worden sind. Auch über die Verteilung der Berufsangehörigkeit macht der „Star" Angaben. Danach gehören nicht weniger als 32 Prozent der erfassten Personen den handwerklichen Berufen an. Am Schluss des Artikels wird gefolgert, dass die Aufsaugung dieser Einwanderer in das wirtschaftliche und kulturelle Leben der Union mit ungewöhnlicher Schnelligkeit vor sich gehe und dass diese Einwanderer daher als „nützlicher Gewinn" für das Land zu betrachten seien. * In unserem vorwöchigen Artikel über das südafrikanische Einwanderungsgesetzt ist unserem Berichterstatter bei der Wiedergabe des Gesetzestextes ein Uebersetzungsfehler unterlaufen. Unter b) muss es richtig heissen:- „Der zukünftige Einwanderer muss sich voraussichtlich bereitwillig (readily) , . usw. . , . assimilieren könne n." Hauptschriftleiter: Dr. Alfred Hirschberg; Stellvertreter und verantwortlich für die Aufnahme von Bildern: Dr. Margarete Edelheim Verantwortlich für Sport: Dr. Ernst G. Löwenthal, sämtlich in Berlin. Für Rücksendung unverlangter Einsendungen ist Freiumschlag beizufügen. Leiter der Anzeigen-Abteilung und verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Friedrich Nathan, Berlin. D4 IV. Vf. 40 000. PI. 5. Verlag: Jüdischer Central-Verein e. V., Berlin W 15, Emser Strasse 42. Druck der Buch- und Tiefdruck Gesell-' schaft mbH, Berlin SW-19,,-

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